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Liturgie: Eine Schicksalsfrage der Kirche

Von Dr. René Strasser

I

Die liturgische Tätigkeit ist das Zentrum;
als das Zentrum aller Tätigkeiten ist sie die Tätigkeit,
die den Menschen in seinem innersten Sein unmittelbar ausdrückt,
die eigentliche und vornehmliche Tätigkeit des Menschen,
denn der Mensch ist ein homo liturgus.
Pawel Florenski

2008 begann die Veröffentlichung der theologischen Schriften von Joseph Ratzinger. Der Tatsache, dass Papst Benedikt XVI. das Erscheinen der Ausgabe ausgerechnet mit Band 11, „Theologische Liturgie“, beginnen lässt, der die liturgischen Schriften enthält, kommt Signalwirkung zu. Nicht um Probleme der Liturgiewissenschaft, „sondern immer um die Verankerung der Liturgie im grundlegenden Akt des Glaubens und so auch um ihren Ort im ganzen unserer menschlichen Existenz“ (J. Ratzinger, S. 6) geht es in diesen Schriften, um die Pflege des Ritus und um die liturgische Praxis der Gegenwart, wie wir ihr heute allenthalben begegnen.

Liturgie und Glaube lassen sich nicht trennen, die Liturgie ist unmittelbarer Ausdruck dieses Glaubens. Gerade deshalb kann es nicht gleichgültig sein, wie Gottesdienst heute begangen wird. Allzuoft verliert die Liturgie sich in Äußerlichkeiten, ist nur ein fader Abklatsch dessen, was Liturgie ist und sein kann, weit entfernt von der von der Kirche gewollten und institutionalisierten Liturgie. Sie verkommt zum partyähnlichen Event. Das zeigt sich schon in den Begrüßungs- und Verabschiedungsworten und in der krampfhaften Suche nach Elementen mit Unterhaltungswert. „Der Unterhaltungseffekt wird geradezu zum Maßstab ‚geglückter’ liturgischer Feier, die daher auf die ‚Kreativität’, das heißt auf die Einfälle ihrer Veranstalter angewiesen ist.“ (J. Ratzinger, S. 384)

Derartige Erscheinungen und Praktiken sind Ausdruck mangelnden liturgischen Bewusstseins. Solch ausufernder Unfug, den wir sonntäglich, wenn nicht gar täglich erleben müssen, kann sich nicht auf das Konzil berufen, darauf muss immer wieder nachdrücklich hingewiesen werden. Weder die Konzilsväter noch die Macher des „novus ordo“ haben das gewollt und vorhergesehen. Das Konzil hat unmissverständlich am Latein als der Sprache des römischen Ritus festgehalten[1], selbst wenn es der Volkssprache mehr Raum gibt, wenn auch in engem, streng festgelegtem Rahmen.[2]

Der kolumbianische Philosoph Nicolás Gómez Dávila (1913 - 1994) liefert dafür eine eigene Begründung (N.G. Dávila, S. 521):
„Die Liturgie kann letztlich nur in Latein sprechen.
Vulgar ist sie vulgär.“

Das Konzil hat zudem den gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang bestätigt, festgehalten, dass er in der Liturgie den ersten Platz einnehmen solle[3] und verordnet, dass Vorsoge zu treffen sei, „daß die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Meß-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können“[4]. Das mag für ideologieverhaftete Reformeiferer eine unbequeme Wahrheit sein, aber sie ist deshalb nicht weniger wahr. Ihnen, die sich immer auf das Konzil berufen, aber wissentlich übersehen und verschweigen, was der eigenen Intention zuwiderläuft, geht es in Verkennung bestehender kirchlicher Strukturen um äussere Strukturerneuerungen wie Synoden, Tagsatzungen, Räte, nicht um die Pflege kirchlicher Tradition, nicht um Besinnung und Vertiefung von Glaubensinhalten. „Die leitenden Begriffe der neuen Sicht von Liturgie lassen sich mit den Stichworten Kreativität, Freiheit, Feier, Gemeinde wiedergeben. Von solcher Sicht her erscheinen dann Ritus, Bindung, Innerlichkeit, gesamtkirchliche Ordnung als die Negativbegriffe, die den zu überwindenden Zustand der ‚alten’ Liturgie beschreiben.“ (J. Ratzinger, S. 383) Solchen Überlegungen liegt die Auffassung zugrunde, dass die Liturgie eine gemeindliche Feier sei, in dem die Gemeinde sich als Gemeinde bilde und erfahre. „... die Folgen einer solchen Überordnung der erlebten Gemeinschaft über die sakramentale Wirklichkeit sind schwerwiegend: Nun feiert die Gemeinde sich selbst. Die Kirche wird ein Vehikel zum sozialen Zweck; noch dazu dient sie dabei einer Romantik, die in unserer mobilen Gesellschaft einigermaßen anachronistisch ist. Gewiss, am Anfang fühlen sich die Menschen voller Freude dadurch bestätigt, dass sie nun in ihrer Kirche selber feiern; dass sie es ‚selber machen’ könnnen. Aber bald merken sie, dass es nun nur noch das Selbstgemachte gibt, dass sie nicht mehr empfangen, sondern sich darstellen.“ (J. Ratzinger, S. 253) Diese Praxis aber führt über kurz oder lang in äußere Betriebsamkeit und in die Leere. „Denn die Gruppenliturgie ist nicht kosmisch, sie lebt ja von der Autonomie der Gruppe. Sie hat keine Geschichte; für sie ist gerade die Emanzipation von der Geschichte und das Selbermachen charakteristisch ...“ (J. Ratzinger, S. 536)

Wie der so verstandene Begriff der Gemeinde (Gruppe) sind auch die andern vermeintlichen Leitbegriffe Indikatoren einer Fehlentwicklung. Der Begriff „Freiheit“ redet einer unverbindlichen liturgischen Beliebigkeit das Wort, und diese führt zu einer Loslösung von der gemeinschaftlichen Überlieferung. (J. Ratzinger, S. 388 bzw. 144f.) „In diesem Sinn gab es immer die Unbeliebigkeit der Liturgie für die einzelne Gemeinde und den einzelnen Liturgen. Sie ist Bürge und Ausdruck dafür, dass hier mehr und Größeres geschieht, als je eine einzelne Gemeinde und als je überhaupt Menschen aus sich tun können; sie ist so Ausdruck für die objektive Ermächtigung zur Freude, für die Beteiligung an dem kosmischen Drama der Auferstehung Christi, mit der der Rang der Liturgie steht und fällt.“ (J. Ratzinger, S. 388)

In der Liturgie schließen sich Begriffe wie Ritus und Freiheit aus. (M. Mosebach, S. 218) Ein Ritus ist – per definitionem – nicht beliebig veränderbar. Dem Begriff Freiheit sind hier Begriffe wie Bindung und gesamtkirchliche Ordnung gegenüberzustellen. Wahre Liturgie ist nicht „selbstgemacht“, sondern gesamtkirchlich – das heißt katholisch –, universal und kosmisch. (J. Ratzinger, S. 387, 394)

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff ‚Kreativität’. Da die Liturgie nicht von den Einfällen Einzelner, von Veranstaltern oder liturgischen Planungsgruppen lebt, sondern im Laufe der Jahrhunderte aus dem Geist der Überlieferung gewachsen ist, kann „‚Kreativität’ keine authentische Kategorie des Liturgischen sein“.(J. Ratzinger, S. 145) Zudem zeigen die Praxis und der liturgische Alltag, dass es mit dieser Kreativität nicht weit her ist und „dass sich die ‚Kreativität’ selbstgemachter Liturgien in einem engen Kreis bewegt, der notwendigerweise armselig ist im Vergleich zu dem Jahrhunderte, ja Jahrtausende umspannenden Reichtum der gewordenen Liturgie; leider bemerken dies die Macher durchwegs später als die Teilnehmer.“ (J. Ratzinger, S. 388f., vgl. S. 387)

Dass dies so ist und nicht anders sein kann, zeigt die Kirchengeschichte. Im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende sind Hunderte, wenn nicht Tausende Hymnen, Sequenzen, Antiphonen, Gebete niedergeschrieben worden, aber nur wenige haben Eingang in die Liturgie und das Stundengebet gefunden. Heute aber traut man es sich in jeder Dorfkirche zu, „schöpferisch“ zu sein und Liturgie zu „gestalten“.

Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass in einer Zeit, in der in allem Abwechslung, Unterhaltung, event und action, gesucht werden, auch die Liturgie vom Zeitgeist heimgesucht würde. So wird überall, wo im Verlauf der heiligen Messe Ruhe einkehren und Stille walten sollte, ein Lied gesungen; dabei ist unwichtig, ob diesem Kunstcharakter zukommt oder ob es sich um sprachlich-musikalischen Kitsch handelt, das Ergebnis ist dasselbe. Stille und Schweigen bleiben auf der Strecke. Auch in diesem Fall hat das Konzil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das das heilige Schweigen zu seiner Zeit eingehalten werden soll [5]. Das Schweigen ermöglicht Einkehr, Besinnung, ein Zu-sich-Kommen einerseits, und andererseits wächst in ihm die Empfänglichkeit für die Kraft des Wortes. Wenn dies geschieht, verstummt der Ruf nach Abwechslung, nach Variationen des Hochgebetes, die alsbald ins Banale führt. Jede Variation bedeutet letztlich eine Schwächung des ursprünglichen Wortes.

„Der Mut, im Schweigen das Wort neu zu erlernen, kann hier allein rettend sein gegenüber der Ausuferung der Wörter, die schließlich gerade an der Stelle zum Gerede führt, wo es um die Begegnung mit dem ‚Wort’ – dem Logos – gehen sollte ...“(J. Ratzinger, S. 393)

Alle diese bedauerlichen Fehlentwicklungen wurden letztlich nur dadurch möglich, dass Papst Paul VI. mit seiner Reform-Attacke die Offensive gegen die bestehende Liturgie eröffnete, im Zuge derselben der Kirche den „novus ordo“ verordnete und damit de facto als Tummelplatz für kreative Kleriker und für wildes liturgische Experimentieren freigab.

Es war der gleiche Papst, der den unbeugsamen Kardinal Jósef Mindszenty ins österreichische Exil nötigte und, nicht genug damit, der ihn auf politischen Druck hin seines Amtes enthob und den erzbischöflichen Sitz von Esztergom für vakant erklärte und das heldenhafte Ausharren des Verfolgten zum starrsinnigen Verhalten eines Alten umdeutete, der die Zeichen der Zeit nicht mehr verstehen wollte und ihn damit seinen persönlichen ehrgeizigen kirchenpolitischen Plänen opferte.

Rückblickend muss diese Reform, die im Zeichen eines falsch verstandenen „aggiornamento“ diktiert wurde, was aber letztlich nur eine Anpassung an den Zeitgeist war, als Fehlschlag bezeichnet werden; sie hat zudem die in sie gesetzten Hoffnungen in keiner Weise erfüllt. „Niemals wird die reformierte Liturgie und das, was sie schmückend hervorbringt, zu einer kulturellen Grundtatsache im Leben der Völker werden können, dazu ist sie zu blaß, zu künstlich, zu wenig religiös, zu formlos.“ (M. Mosebach, s. 119)

Die tieferen Gründe dafür benennt Joseph Ratzinger mit wünschenswerter Deutlichkeit. „Liturgie entsteht nicht durch Verordnungen, und einer der Mängel der nachkonziliaren Liturgiereform ist zweifellos in dem professoralen Eifer zu suchen, mit dem man vom Schreibtisch her konstruiert hat, was lebendiges Wachstum voraussetzen würde.“ (J. Ratzinger, S. 615)

Mit Nachdruck macht Joseph Ratzinger klar, dass Überlieferung des Glaubens nur geschehen kann, wenn sie einhergeht mit Unterrichtung und Unterweisung. Ohne diese gerät, wie dies die vergangenen fünfunddreißig Jahre deutlich zeigen, der Schatz der Tradition in Vergessenheit und verliert sich im Mahlstrom der Zeit. Nur so ist es zu erklären, dass man nach dem Konzil plötzlich die Zelebrationsrichtung änderte und dass in jener Zeit die Rede davon war, der Priester kehre sich von den Gläubigen ab, wende sich zur Wand und murmle unverständliche Gebete. Dies konnte nur geschehen, weil das Bewusstsein dafür geschwunden war, dass der Wendung nach Osten tiefer Sinn und hoher Symbolgehalt zugrunde liegt. Wir nehmen es als selbstverständlich, dass im Islam und Judentum zum zentralen Offenbarungsort hin gebetet wird, die Christen aber haben es verlernt, nach den Gründen solchen Tuns zu fragen. Der Priester geht der Herde voran und führt sie an, gemeinsam blicken Priester und Volk nach Osten, der aufgehenden Sonne zugewandt, die auf die Auferstehung und das Kommen des Erlösers verweist (ex oriente lux). Ebenso wesentlich ist die gemeinsame Wendung nach Osten beim Hochgebet. „Hier geht es nicht um Zufälliges, sondern um Wesentliches. Nicht der Blick auf den Priester ist wichtig, sondern der gemeinsame Blick auf den Herrn. Nicht um Dialog geht es, sondern um gemeinsame Anbetung, um den Aufbruch zum Kommenden hin. Nicht der geschlossene Kreis entspricht dem Wesen des Geschehens, sondern gemeinsamer Aufbruch, der sich in gemeinsamer Richtung ausdrückt.“ (J. Ratzinger, S. 82f.)

Mit gutem Grund weist Joseph Ratzinger auf die mangelnde Unterrichtung hin, beklagt auch, dass ein Großteil der Christen von heute „sich faktisch im Katechumenen-Status“ befinde, das heißt im Zustand von Taufbewerbern, die in der christlichen Lehre noch zu unterweisen sind, und dass man das in der Praxis endlich ernst nehmen müsse. (J. Ratzinger, S. 707)

Diese Feststellung allerdings benennt nur die eine Seite eines offensichtlichen Missstandes. Die andere besteht in der Tatsache, dass theologische Präzision und umfassende Bildung sich auch in Äußerungen und Maßnahmen von Priestern, Bischöfen und gar von deutschen Kardinälen vermissen lassen. Auch hier wurde in der Praxis der vergangenen vierzig Jahre entgegen den Vorschriften des Zweiten Vatikanischen Konzils verfahren, das beispielsweise gefordert hatte, die Priesteramtskandidaten sollten „so viel Latein lernen, daß sie die zahlreichen wissenschaftlichen Quellen und die kirchlichen Dokumente verstehen und benützen“ könnten, und „das Studium der dem eigenen Ritus entsprechenden liturgischen Sprache“ müsse „als notwendig verlangt werden“ und „die angemessene Kenntnis der Sprachen der Heiligen Schrift und der Tradition“ sollten sehr gefördert werden.[6] Heute jedoch sind viele Kleriker nicht in der Lage, einen lateinischen Text zu verstehen oder eine lateinische Messe zu zelebrieren.

Liturgische Erziehung, Anleitung und Einübung sind unabdingbare Erfordernisse, wenn die Feier der Messe zum gemeinsamen erfüllten Tun werden soll und wenn die Devise des Konzils Erfüllung finden soll: „Die Liturgie ist der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt.“[7]

Anselm Schott (1843 – 1896) und Urbanus Bomm (1901 – 1982) haben im vorletzten und letzten Jahrhundert mit ihren Missalia Schlüsselwerke geschaffen, die hervorragend geeignet sind, die Gläubigen bei der Feier der Messe anzuleiten. Ihre Werke verdienen die Geringschätzung nicht, die ihnen nach dem Konzil widerfahren ist und die sie in Bibliotheken verstauben oder zu Makulatur werden ließ. Wir können diese Missalia heute wieder zur Hand nehmen und benützen, mit ungeschmälertem Gewinn. Auch dies ein Zeichen für die über Jahrzehnte und Jahrhunderte hin weiterlebende kirchliche Tradition, die letztlich die modischen Strömungen des Zeitgeistes überdauern wird.

Aber eine Bewegung, die diese Fehlentwicklungen ungeschehen machen könnte, lässt sich nicht so ohne weiteres ins Werk setzen: „Eine solche neue liturgische Bewegung kann man nicht ‚machen’, wie man überhaupt nichts Lebendiges ‚machen’ kann, aber man kann dem Heraufkommen dienen, indem man selbst den Geist der Liturgie neu anzueignen sich müht und für das so Empfangene auch öffentlich eintritt.“ (J. Ratzinger, S. 634)

II

... eine Religion kann man nicht modernisieren.
Klaus Berger

Zum einen ist Liturgie als unmittelbarer Ausdruck des Glaubens, als „gelebte Religion“ sicherlich Gegenstand der Theologie. Zum anderen ist die Liturgie „Kunst gewordenes Leben“ (R. Guardini, S. 109), und wir müssen wieder lernen, die Liturgie auch als Kunstwerk zu sehen und zu würdigen. Spricht doch die Kirche selbst vom Vollzug des Ritus als von der ars celebrandi (Kunst des Zelebrierens). Wir sind es gewohnt, Kirchenbauten der verschiedenen Epochen sowie figürliche Kapitelle, Skulpturen und Altarbilder, die sie schmücken, die Messen von Palestrina und Tomás Luis de Victoria bis hin zu Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart als Kunstwerke zu sehen. Das sollte man auch im Falle der tridentinischen Liturgie tun.

Es wäre nicht zu ihrem Nachteil. Wer unterstünde sich, in einem Gedicht einen Vers zu ändern oder an der Partitur einer Messe herumzubasteln? In der Liturgie aber fühlt sich jeder berechtigt, zu ändern, zu ergänzen, zu aktualisieren und so weiter. Würde die Liturgie für sich gleiches Recht beanspruchen wie ein profanes Kunstwerk, verböte sich dies von selbst.

Diese Einsicht ist keineswegs neu. So schreibt Peter Iljitsch Tschaikowsky in einem Brief vom 5. Dezember 1877 an Nadeshda von Meck:
„Ich gehe sehr häufig zur Messe. Die Liturgie des Johannes Chrysostomos ist, meines Erachtens, eins der herrlichsten Kunstwerke. Verfolgt man unseren griechisch-katholischen Gottesdienst aufmerksam und dringt in den Sinn jeder einzelnen Kulthandlung ein, so ist man – ob man will oder nicht – im tiefsten Innern innigst gerührt. Auch die Abendvespern liebe ich sehr. An einem Samstagabend in ein kleines altes Kirchlein zu gehen, in dem Halbdunkel zu stehen, das ganz erfüllt ist von Weihrauch, in sich zu blicken und in sich Antwort auf die ewigen Fragen suchen: wozu, wann, wohin, warum; aus dem Nachsinnen zu erwachen, wenn der Chor zu singen anhebt: ‚Von meiner Jugend an rangen viel Leidenschaften in mir’, sich der hinreißenden Schönheit dieses Psalms hinzugeben, sich ganz von einer leisen Seligkeit durchdrungen zu fühlen, wenn die heilige Pforte sich öffnet und ‚Lobe den Herrn meine Seele!’ erklingt: o wie unendlich liebe ich das alles; es ist eine meiner herrlichsten Freuden.“ (Bowen, von Meck, S. 179)

Ähnliche Positionen sind auch im Westen immer wieder vertreten worden: „Ich betone es, die Liturgie ist zum Kunstwerk geworden, sie ist nicht bewußt von der Kirche zum Kunstwerk gebildet worden. Die Liturgie trug so viel vom Wesen der Schönheit in sich, daß sie selbst zum Kunstwerk auswachsen mußte. Das von innen heraus Form und Gestalt gebende Prinzip aber war das Wesen des Christentums.“ (Ildefons Herwegen, zit nach R. Guardini, S. 123)

Solcher Sicht und Betrachtungsweise wird in nachkonziliarer Zeit immer wieder der Vorwurf des Ästhetizismus gemacht. Wer aber so argumentiert, bestätigt letztendlich nur, dass er weder die Heilige Schrift noch die Kirchenlehrer kennt.

Die sich dem Ästhetischen zuwendende Haltung ist eine dem Menschen zutiefst gemäße. Die Schöpfer religiöser Kunst- und Bauwerke haben das gewusst, und auf ein Wort des Apostel Paulus (2. Kor 4,18) zurückgehend, wurde dies von Thomas von Aquin und anderen Kirchenlehrern als der natürlich gegebene Erkenntnisweg des Menschen betrachtet: per visibilia ad invisibilia. Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, vom Sinnlichen und Endlichen zum Göttlichen und Ewigen gelangen.[8]

Noch Romano Guardini hat vom Stil der Liturgie als etwas ganz Selbstverständlichem gesprochen. „Betrachtet man die Liturgie als Ganzes und Ihre Hauptstücke, und zwar nicht in der verkümmerten Form, wie sie so oft auftritt, sondern so, wie sie sein sollte, dann wird man zu guter Stunde das Wunder eines geradezu ungeheuren Stils erleben könnten ... Klare Rede, gemessene Bewegung, strenge Durchgestaltung des Raumes, der Geräte, der Farben und Töne; alles, Gedanke, Wort, Gebärde und Bild aus den einfachen Elementen des Selenlebens herausgeformt; reich, mannigfaltig und doch durchsichtig; und die Strenge dieses Stils noch dadurch verstärkt, daß die Liturgie in einer dem Tagesgebrauch entzogenen, und zwar klassischen Sprache redet.
Aus alledem wird verständlich, welch zwingende Kraft der liturgischen Ausdrucksform innewohnt; wie sie dem verstehenden Gläubigen eine Schule religiöser Geistesbildung ist und auch dem Außenstehenden als ein Kulturgebilde edelster Art erscheinen muß.“ (R. Guardini, S. 64f.)

In der Ostkirche wird die Liturgie Basilios des Großen und des Johannes Chrysostomos mit gutem Grund ehrfürchtig die „göttliche Liturgie“ genannt. Der russische Dichter Nikolaj W. Gogol widmet ihr eine kleine Schrift, die „Betrachtungen über die Göttliche Liturgie“; es ist sein Anliegen, den Leser an seinem Erleben der Göttlichen Liturgie, die für ihn die gesamte neutestamentliche Heilsgeschichte darstellt, teilnehmen zu lassen: „Groß und unermeßlich kann der Einluß der Göttlichen Liturgie sein, wenn der Mensch es sich zur Regel macht, was er gehört, auf sein Leben anzuwenden. Sie belehrt alle gleichermaßen, wirkt gleichermaßen auf alle Stände, alle Berufe, vom Zaren bis zum geringsten Bettler, sie spricht zu allen das eine in derselben Sprache: alle lehrt sie die Liebe, die ein Band für die ganze Gesellschaft ist, die verborgene Triebfeder, die die ganze Welt in harmonische Bewegung bringt.“[9]

Die Tatsache, dass diese Ehrfurcht im Westen verloren ging, ist eine der wesentlichen Gründe dafür, dass eine sogenannte Reform ins Werk gesetzt und in der Folge ihr zerstörerisches Wesen entfalten konnte, und so ist es fast ausgeschlossen, dass ein Christ, der seither im Westen einen nachkonziliaren Gottesdients besucht, darin etwas Göttliches zu sehen vermöchte.

Joseph Ratzinger scheut nicht davor zurück, das „Frösteln, das einem die glanzlos gewordene nachkonziliare Liturgie einjagt oder einfach die Langeweile, die sie mit ihrer Lust zum Banalen wie mit ihrer künstlerischen Anspruchslosigkeit auslöst“, zu benennen.31 (J. Ratzinger, S. 503)

Gegenüber dem „novus ordo“ sind die Vorzüge der klassischen oder traditionellen Tridentinischen Messe offenkundig. Die Kirche besitzt im klassischen Ritus einen Kult, der die Gegenwart mit der Antike verbindet und somit alle Zeiten umfasst und allen angehört, der heute zu uns spricht, wie er vor Jahrtausenden zu den frühen Christen sprach. „Das katholische Wunder bestand in einem Ritus, der den erlauchtesten Geistern der Menschheit und analphabetischen Ziegenhirten genügte, Chinesen und Afrikanern, Kreuzrittern und Atomphysikern.“ (Martin Mosebach, S. 79, 154)

Der Geist des katholischen Ritus spricht zu jedermann und überall, er fügt sich überall ein, ist universell anpassungsfähig: In römischen Basiliken, in karolingischen Krypten, romanischen Landkirchen im Burgund, im Dämmer französischer gotischer Kathedralen, in schmucklosen Zisterzienserkirchen, in den lichtdurchfluteten kirchlichen Festsälen des süddeutschen Barocks, am Rand der Sahara im Sand unter Palmen, überall spricht er und offenbart die Gemeinschaft spendende Kraft.

Und wenn Joseph Ratzinger fragt: „Ist nicht mit der Liturgiereform eben dies Gewachsene zerstört worden?“ (J. Ratzinger, S. 335) möchte man antworten: Beinahe! Und wenn auch der Schaden, den diese Reform angerichtet hat, noch bei weitem nicht in vollem Umfang erkannt ist, so gibt es doch Anzeichen, dass die Bemühungen von Besonnenen und Weitsichtigen, die vor mehr als vierzig Jahren, gleich nachdem die Reform diktiert wurde, warnten, Gleichgesinnte suchten und sich zusammenschlossen, um mehr zu erreichen und das Abgeschriebene und Gefährdete zu retten und weiter zu überliefern, Früchte tragen.

Die Tradition muss bewahrt und weitergegeben werden, und nichts davon darf mit Scheinargumenten aufs Spiel gesetzt werden. Mit solchen hat man in der Messe das Stufengebet und das Schlussevangelium „gestrichen“. Damit wurde die wohlgefügte klassische Messe um ihren Eröffnungs- und Schlussteil gebracht. Es trifft zwar zu, dass das Stufengebet zu den jüngsten Teilen des Messformulars gehört, aber auch sie sind seit dem 10. Jahrhundert (Confiteor) und 11. Jahrhundert (Iudica me) in Gebrauch. Gerade in den Augen unserer kurzlebigen Zeit müssten tausend Jahre genügen, um eine Tradition zu begründen. Ähnlich verhält es sich mit dem Schlussevangelium. Der Prolog des Johannesevangeliums gehört zu den ältesten Texten der Messe und geht unmittelbar auf die Zeit der Apostel zurück, wird aber erst seit dem 13. Jahrhundert als Schlussevangelium gelesen. Auch ein 700 Jahre gepflegter „Brauch“ müsste eigentlich genügen, um diese Tradition zu rechtfertigen und zu festigen. Sollte nicht vielmehr dieser Text, der zu den tiefgründigsten der Evangelien gehört, bei besonderen Gelegenheiten in griechischer Sprache, der Sprache des Evangelisten, gelesen werden?

Bedauerlich auch, dass die beiden gregorianischen Choräle „Asperges me“ und „Vidi aquam“ bei der Austeilung des Weih- beziehungsweise Taufwassers kaum mehr gesungen werden. Es sind immer mehr Gesänge, Gebete, Gebets- und Andachtsformen, die verschwinden oder ein Schattendasein fristen. So etwa der englische Gruss (Angelus), der Rosenkranz (mariale rosarium), die Kreuzwegandacht (via crucis), der Ambrosianische Lobgesang (Te Deum), die lauretanische Litanei.

Dasselbe gilt für viele religiöse Dichtungen, Hymnen, Sequenzen, Antiphonen, Responsorien, die einen unermesslichen Schatz darstellen. Da wäre zu erinnern an die marianischen Antiphonen (Alma redemptoris mater, Ave Regina coelorum, Regina coeli, Salve Regina) an den Pfingsthymnus (Veni, Creator Spiritus), an Hymnen wie „Pange, lingua, gloriosi“, „Vexilla regis“, „Adoro te devote“, dann an Sequenzen wie das „Stabat Mater“ oder jene, die zu Ostern (Victimae paschali laudes), Pfingsten (Veni, Sancte Spiritus), an Fronleichnam (Lauda, Sion salvatorem) und in der Totenmesse (Dies irae) gesungen werden.

Die Pfingstsequenz wurde so hoch geschätzt, dass sie in England als „goldene Sequenz“ oder „goldenes Gebet“ bezeichnet wird. Eine Sonderstellung nimmt auch das „Dies irae“ ein. Vor wenigen Jahren hat sich in Wien ein Kleriker von der Kanzel herab dafür entschuldigt, dass das „Dies irae“ gesungen würde, weil es zur musikalischen Messe gehöre, obschon es das Bild eines zürnenden Gottes vermittle, das nicht in die Zeit passe.

Verrät sich hier nicht der gleiche Zeitgeist, der auch die Existenz des Bösen nicht wahrhaben will? Wir können doch nicht so tun, als ob es das Böse in dieser Welt nicht gäbe, wenn wir es täglich erleben, hören, sehen. Und das Bild des zürnenden Gottes, findet es sich nicht in der Bibel, die Sintflut (Gen. 7-8), die Zerstörung von Sodoms (Gen. 18, 19)? Hier wird man einwenden, der zürnende Gott sei der Gott des Alten Testaments. Und wie verhält es sich im Neuen Testament mit dem aufgebrachten Jesus, der die Händler aus dem Tempel treibt (Joh. 2, 13-16)? Wie mit den endgeschichtlichen Visionen der Geheimen Offenfarung? Und im Credo beten wir „et iterum venturus est cum gloria iudicare vivos et mortuos“ (er wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten). Ist das nun eine Frohbotschaft oder eine Drohbotschaft? Gerade hier erweist sich, wie dumm und lächerlich solche Unterscheidungen sind.

Erinnern wir uns an Mozarts Requiem. Da vernehmen wird im „Dies irae“ das Hangen und Bangen der aufgewühlten Seele angesichts des „rex tremendae maiestatis“ (König schrecklicher Gewalten), aber in den vertonten Versen „Salva me, fons pietatis” (Rette mich, Du Quell der Gnade), „Voca me cum benedictis” (Ruf mich mit den Seligen) spüren wir auch kindliches Vertrauen, innig flehende Zuversicht.

Die Botschaft des „Dies irae“ ist eben nicht eine auf einen einfältigen kindlichen Trostvers reduzierte „Frohbotschaft“, sondern aus ihr spricht das Ganzheitliche und Vielfältige menschlicher Erfahrungen und menschlichen Fühlens: Zagen, Bangen, Seufzen, Flehen, Furcht, Verzweiflung, Hoffnung, Vertrauen in die göttliche Barmherzigkeit, Zuversicht, Heilsgewissheit.

Können wir es uns leisten, auf diese Schätze zu verzichten, zu verzichten auf das, was erlauchte Geister, unter ihnen viele Namenlose, wie Ambrosius, Venantius Fortunatus, Hrabanus Maurus, Hermannus Contractus, Thomas von Celano, Thomas von Aquin gedacht, gedichtet und gebetet haben? (s. H. Spitzmuller)

Ähnlich verhält es sich dem dem Kirchlichen Kalender, mit dem Stundengebet (liturgia horarum) beziehungsweise mit dem Brevier, mit dem Rituale, das den Menschen von der Geburt bis zum Tod, von der Taufe bis zu den Exequien begleitet – es sind Schöpfungen beeindruckender geistiger Architektur.

Noch in der Zeit von Romano Guardini, in vorkonziliarer Zeit also, waren diese Reichtümer allgemeines Besitztum der Kirche. „Nicht minder reich ist der Kulturbesitz der Liturgie. In ihr kommt zum Bewußtsein, daß viele Jahrhunderte hier gearbeitet und ihr Bestes niedergelegt haben. Durchgebildet das Wort; mannigfach entfaltet die Welt der Begriffe und Gedanken; in vielartiger Schönheit entwickelt die Weisen des Aufbaus, angefangen von den kurzen Verssprüchen und dem feingearbeiteten Gefüge der Gebete bis zur kunstvollen Gestalt der Tagzeiten oder der heiligen Messe – alles schließlich aufgehend im Gesamtwerk des Kirchenjahres.“ (R. Guardini, S. 37f.)

Klaus Berger dagegen beschreibt die Situation, der wir uns heute gegenübersehen, und stellt die Diagnose: „Vulgärer Modernismus ist die Weise, in der das Konzil vielfach missverstanden und mit der Erlaubnis zur theologischen Dummheit verwechselt wurde: Kein Latein mehr, keine Kirchengeschichte mehr, keine Dogmen mehr, leider sehr häufig nur noch Kindergarten für Erwachsene. Die jetzige Situation zeigt nur dieses: Das ungeklärte Verhältnis zur vorkonziliaren Tradition ist die Achillesferse der Katholiken. Denn es rührt an die Identität. Das Heilmittel gegen diesen nun fortgeschrittenen Verfall ist die längst fällige Wiederentdeckung der Schätze der Liturgie, Theologie und Spiritualität in der gesamten Geschichte der Kirche, das Zweite Vatikanum inbegriffen.“ (K. Berger, Achillesferse)

Diese Schätze gilt es, wieder ans Tageslicht zu bringen, ihren unvergänglichen Glanz sichtbar zu machen, sie zurückzugewinnen, weiter zu überliefern und kommenden Generationen zu vermitteln.

III

Bewahrung der Liturgie ist ...
Wiederherstellung der Liturgie.
Martin Mosebach

Fast wider bessere Einsicht besteht die Hoffnung, dass die Dinge in Bewegung geraten und sich ändern. Die Aphorismen zu Kirche und Theologie eines Nicolás Gómez Dávila stellen eine unbestechliche Diagnose, und die ebenso kenntnisreichen wie kämpferischen Essays eines Martin Mosebach zeigen alarmierend auf, wie die Kirche durch den Bruch mit ihrer jahrhundertelangen Tradition sich ihrer Substanz beraubt und viel von ihrer Anziehungskraft einbüßt; der Versuch mit einem aggiornamento, einem Rezept, das sich nur weltfremde Theologen ausdenken konnten, Gläubige in die Kirche zurückzuholen, ist kläglich gescheitert. Und Philosophen und Theologen wie Robert Spaemann, Klaus Berger und Klaus Gamber vertreten Standpunkte, die nachdenklich machen müssten.

Noch immer wird versucht, dieses Fiasko zu vertuschen und als Fortschritt auszugeben. Besonders auffällig wird dies im Falle ideologisierender Sprachregelungen. Etwa in Äusserungen, die sich auf das Zweite Vatikanische Konzil beziehen. Wird uns von einem Brauch, einem Glaubensinhalt gesagt, er sei „vorkonziliar“, so meint man, damit ein vernichtendes Urteil gefällt zu haben. Ähnliches meint die Wendung, man könne und dürfe nicht „hinter das Konzil zurück“ gehen.

„Es gibt nichts Dümmeres als die oft gehörte Parole, niemand dürfe ‚hinter das Konzil zurück’. Entweder ist das eine Banalität, weil nämlich niemand die Vergangenheit, so wie sie war, zurückholen kann – oder aber es ist falsch, dann nämlich, wenn mit dieser Parole gemeint ist, im Unterschied zu allen anderen Konzilien der Kirche sei das Vaticanum II ein Ereignis, das die Offenbarung Gottes so endgültig und vollkommen zusammengefaßt hat, dass von nun an jeder nicht durch diesen Filter gegangene Rückgang zu den Quellen verboten ist. Keinem Konzilsvater ist wohl etwas so Unsinniges eingefallen.
Es gibt aber zu denken, dass diejenigen, die die Parole ‚Nicht hinters Konzil zurück!’ so gern benutzen, das Konzil weniger respektieren als diejenigen, die von ihnen als ‚konservativ’ bezeichnet werden.“ (R. Spaemann in: Was heißt Fortschritt?)

Das alte und das neue Testament, Christus, die Apostel, die gesamte kirchliche Überlieferung, sind sie nicht auch allesamt vorkonziliar? Eine solche Argumentationsweise ist der Versuch, das Konzil, das keine dogmatischen Aussagen machen wollte, zum Superdogma umzufälschen.

Wenn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sich dahingehend äußert, dass „viele gute Katholiken“ im Zugehen auf die Pius-Bruderschaft „die Gefahr einer Relativierung des Konzils“ (Zollitsch sieht keine Differenzen mit dem Papst. www.katholisch.de vom 13. März 2009) sähen, muss man sich doch fragen, wer hier was relativiert. – Wenn immer der ‚Fortschrittliche’ nicht mehr weiter weiß, beruft sich die ideologische Argumentation auf den im letzten unfasslichen „Geist des Konzils“. Im Namen dieses „Geistes“ wird als Errungenschaft des Konzils ausgegeben, was durch das Konzil nicht gedeckt ist: Volksaltar oder Mahltisch, missa versus populum, Handkommunion, kirchliche Demokratie, liturgische Experimente.

Konzilsbeschlüsse dagegen wie Latein als Sprache der Liturgie, Pflege des gegorianischen Gesanges, Volksssprache nur im streng festgelegten Rahmen, Gleichberechtigung „aller rechtlich anerkannten Riten“ werden missachtet und geleugnet.[10] Ja, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es heute in den Augen mancher Theologen weit schlimmer ist, Beschlüsse des Konzils anzuzweifeln als den Opfertod Christi zu bestreiten und die Auferstehung zu leugnen.

Die Diskrepanz zwischen konziliaren Texten und nachkonziliarer Praxis ist offensichtlich. Zu verantworten haben sie weitgehend die Bischöfe in Europa, die sich, indem sie einem primitiven, seichten, vulgären Modernismus huldigen, nicht an die Weisungen des Konzils halten und sich über diese hinwegsetzen.

Hier wird das Konzil zum Prüfstein der Katholizität.

Eine ähnliche Sprachregelung lässt sich beim Missbrauch des Wortes „pastoral“ feststellen. Es wird stets benützt, wenn die Hierarchie etwas durchsetzen möchte, das für das Volk gut sein soll, dem aber die religiöse Überzeugungskraft oder die Legitimierung durch die Lehre und Tradition der Kirche fehlt. Die Hirtensorge wird allen gewährt, nur nicht den Befürwortern der klassischen Liturgie. Die Worte des Bischofs Salvatore Montano, Burlington USA, „es geht mir darum, die pastoralen Bedürfnisse derer, die den Ritus von 1962 suchen, zu erfüllen“ (una voce korrespondenz 37/2007, Heft 5, Sept./Okt., S. 316f.), sind singulär, und sie aus dem Mund europäischer Bischöfe zu hören, ist undenkbar.

Es ist wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont, ein günstiges Zeichen, wenn Erzbischof Malcom Ranjith, Sekretär der vatikanischen Gottesdienstkongregation, freimütig einräumt, dass die Umsetzung der liturgischen Reformpläne von den Intentionen der Konzilsväter abgewichen sei, sie würde zudem beeinträchtigt durch experimentelle Beliebigkeit, mit der die Messe heute als „do-it-yourself-Liturgie“ gestaltet werde. Fehlerhafte Interpretationen der Konzilskonstitution „Sacrosanctum Concilium“ seien zu korrigieren, es brauche den „Mut zur Kurskorrektur“, und eine „Reform der Liturgiereform“ sei notwendig.[11]

IV

Die Liturgie ist der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt.
Constitutio de Sacra Liturgia “Sacrosanctum concilium”

Vieles vom großen Schatz der jahrhundertalten kirchlichen Überlieferung ist in den vier Jahrzehnten nach dem Konzil verloren gegangen, dem Zeitgeist geopfert worden, und der Sinn für Kontinuität und Tradition ist geschwunden. Es werden gewaltige Anstrengungen unternommen werden müssen, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten oder sie rückgängig zu machen. Kein Preis kann dafür zu hoch sein, auch nicht der eines Gesundschrumpfens und eines vorübergehenden Rückzugs in die Katakomben.

Voraussetzung für eine religiöse Besinnung, eine Renaissance oder besser ein Revival ist die Ausbildung der Kleriker, wie das Konzil sie fordert, im Besonderen das Studium der liturgischen Sprache [12] und die Unterweisung der Laien, ihre Hinführung zum überlieferten Reichtum und dessen Erschließung.

Papst Benedikt XVI. meint wohl dasselbe, wenn er davon spricht, es brauche liturgische und geistliche Bildung, da ein Großteil der Christen von heute sich faktisch im Katechumenenstatus befinde (J. Ratzinger, S. 707), oder wenn er im Brief an die Bischöfe zu dem als Motu proprio erlassenen Apostolischen Schreiben ernüchtert feststellt: „Der Gebrauch des alten Missale setzt ein gewisses Maß an liturgischer Bildung und auch einen Zugang zur lateinischen Sprache voraus; das eine wie das andere ist nicht gerade häufig anzutreffen.“ [13]

Große kirchliche geistige Bewegungen gingen nie von Zeitungsredaktionen oder Fernsehanstalten, nicht von Universitäten, theologischen Fakultäten und Lehrstühlen, nicht von Katholikentagen und medienwirksam inszenierten Protestveranstaltungen aus, sondern sie haben ihren Ursprung in Katakomben, abgelegenen Klausen und Einsiedeleien, in Klöstern und Seminarien.

Und so sind es denn verheißungsvolle Zeichen, dass von Klostergründungen in der Abgeschiedenheit tiefster französischer Provinz oder – wenige Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes – in der Diözese Pilsen (Tschechien) berichtet werden kann, davon, dass die Trappisten von Mariawald in der Eifel zu ihrem ehrwürdigen alten Ritus zurückkehren, aber auch davon, dass mitten in der Großstadt Berlin das Institut St. Philipp Neri gegründet wurde, das die Pflege katholischer Tradition, ohne den Banalisierungstendenzen des Zeitgeistes nachzugeben, mit zeitgemäßer Seelsorge verbindet.

Triebkraft hinter all diesen Bemühungen ist eine neues, religiöses liturgisches Bewusstsein, das Bewegungen in Gang setzt, in deren Mittelpunkt - in Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Konzils - die Pflege der traditionellen, klassischen tridentinischen Messe und der überlieferten liturgia horarum steht.

Joseph Ratzinger hat dargelegt, dass es längst nicht mehr darum gehe, eine „den Menschen unserer Zeit am ehesten zugängliche Form des Gottesdienstes“ zu finden, denn „immer deutlicher habe sich inzwischen gezeigt, dass es in der Liturgie um unser Verständnis Gottes und der Welt, um unser Verhältnis zu Christus, zur Kirche und zu uns selber geht“ (J. Ratzinger, Lied, S. 9):

„Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche.“

Und gerade deshalb gilt es denn, angesichts dieser Schicksalsfrage von größter Tragweite sich endlich auch wieder nach der folgenden von Joseph Ratzinger auf den Punkt gebrachten Einsicht zu verhalten (J. Ratzinger, S. 656):

“Die Liturgie bezieht ihre Größe aus dem, was sie ist und nicht aus dem, was wir damit machen.”

Romano Guardini weist in seinem zu einem Klassiker gewordenen Buch „Vom Geist der Liturgie“ auf die Größe und Schönheit der klassischen Messe hin (R. Guardini, S. 142f.):
„Die Liturgie hat etwas an sich, was an die Sterne erinnert, an ihren ewig gleichen Gang, ihre unverrückbare Ordnung, ihr tiefes Schweigen, an die unendliche Weite, in der sie stehen.“

Ähnlich betont auch Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI. den im letzten kosmischen Charakter der Messe, und es bleibt zu hoffen, dass man nach der Wiederherstellung der Liturgie von ihr dereinst wieder mit Recht und gutem Grund sagen kann (J. Ratzinger, S. 547):
„Rechte Liturgie erkennt man daran, dass sie uns vom allgemeinen Agieren befreit und uns wieder die Tiefe und Höhe zurückgibt, die Stille und den Gesang. Rechte Liturgie erkennt man daran, dass sie kosmisch ist, nicht gruppenmäßig. Sie singt mit den Engeln. Sie schweigt mit der wartenden Tiefe des Alls. Und so erlöst sie die Erde.“

Anmerkungen:

[1] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963
36. § 1. Linguae latinae usus, salvo particulari iure, in Ritibus latinis servetur.
§ 2. Cum tamen, sive in Missa, sive in Sacramentorum administratione, sive in aliis Liturgiae partibus, haud raro linguae vernaculae usurpatio valde utilis apud populum exsistere possit, amplior locus ipsi tribui valeat, imprimis autem in lectionibus et admonitionibus, in nonnullis orationibus et cantibus, iuxta normas quae de hac re in sequentibus capitibus singillatim statuuntur.
36. § 1. Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht.
§ 2. Da bei der Messe, bei der Sakramentenspendung und in den anderen Bereichen der Liturgie nicht selten der Gebrauch der Muttersprache für das Volk sehr nützlich sein kann, soll es gestattet sein, ihr einen weiteren Raum zuzubilligen, vor allem in den Lesungen und Hinweisen und in einigen Orationen und Gesängen gemäß den Regeln, die hierüber in den folgenden Kapiteln im einzelnen aufgestellt werden.

[2] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963
54. Linguae vernaculae in Missis cum populo celebratis congruus locus tribui possit, praesertim in lectionibus et „oratione communi“, ac, pro condicione locorum, etiam in partibus quae ad populum spectant, ad normam art. 36 huius Constitutionis.
Provideatur tamen ut christifideles etiam lingua latina partes Ordinarii Missae quae ad ipsos spectant possint simul dicere vel cantare.
Sicubi tamen amplior usus linguae vernaculae in Missa opportunus esse videatur, servetur praescriptum art. 40 huius Constitutionis. [115]
54. Der Muttersprache darf im Sinne von Art. 36 dieser Konstitution in den mit dem Volk gefeierten Messen ein gebührender Raum zugeteilt werden, besonders in den Lesungen und im "Allgemeinen Gebet" sowie je nach den örtlichen Verhältnissen in den Teilen, die dem Volk zukommen. Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, daß die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Meß-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können. Wenn indes darüber hinaus irgendwo der Gebrauch der Muttersprache bei der Messe in weiterem Umfang angebracht zu sein scheint, so ist die Vorschrift des Artikels 40 dieser Konstitution einzuhalten.

[3] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963
116. Ecclesia cantum gregorianum agnoscit ut liturgiae romanae proprium: qui ideo in actionibus liturgicis, ceteris paribus, principem locum obtineat. Alia genera Musicae sacrae, praesertim vero polyphonia, in celebrandis divinis Officiis minime excluduntur, dummodo spiritui actionis liturgicae respondeant, ad normam art. 30.
116. Die Kirche betrachtet den Gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang; demgemäß soll er in ihren liturgischen Handlungen, wenn im übrigen die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, den ersten Platz einnehmen. Andere Arten der Kirchenmusik, besonders die Mehrstimmigkeit, werden für die Feier der Liturgie keineswegs ausgeschlossen, wenn sie dem Geist der Liturgie im Sinne von Art. 30 entsprechen.

[4] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963, 54, s. Anm. 2

[5] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963
30. Ad actuosam participationem promovendam, populi acclamationes, responsiones, psalmodia, antiphonae, cantica, necnon actiones seu gestus et corporis habitus foveantur. Sacrum quoque silentium suo tempore servetur.
30. Um die tätige Teilnahme zu fördern, soll man den Akklamationen des Volkes, den Antworten, dem Psalmengesang, den Antiphonen, den Liedern sowie den Handlungen und Gesten und den Körperhaltungen Sorge zuwenden. Auch das heilige Schweigen soll zu seiner Zeit eingehalten werden.

[6] Zweites Vatikanisches Konzil. Dekret über die Ausbildung der Priester "Optatam totius", 28. Okt. 1965.
V. Neugestaltung der kirchlichen Studien
13. Vor Beginn der eigentlichen kirchlichen Studien sollen die Alumnen den Grad humanistischer und naturwissenschaftlicher Bildung erreichen, der in ihrem Land zum Eintritt in die Hochschulen berechtigt. Sie sollen zudem so viel Latein lernen, daß sie die zahlreichen wissenschaftlichen Quellen und die kirchlichen Dokumente verstehen und benützen können. Das Studium der dem eigenen Ritus entsprechenden liturgischen Sprache muß als notwendig verlangt werden; die angemessene Kenntnis der Sprachen der Heiligen Schrift und der Tradition soll sehr gefördert werden.

[7] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963
10. Attamen Liturgia est culmen ad quod actio Ecclesiae tendit et simul fons unde omnis eius virtus emanat.

[8] Est autem modus connaturalis hominis, ut per visibilia ad invisibilia manducatur, ut ex supra dictis patet: et ideo invisibilia Dei oportuit homini per visibilia manifestari. (Thomas von Aquin, Summa theologiae I, q. 43, art. 7)

[9] Nikolaj V. Gogol, Betrachtungen über die Göttliche Liturgie. Würzburg 1989, S. 122 - Damit findet Gogol im Russisch-Orthodoxen Ritus dieselben Eigenschaften, die für Martin Mosebach auch dem klassischen römischen Ritus eigen sind (M. Mosebach, S 79, 154).

[10] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963, 4.

[11] Regina Einig, Den wahren Wert der Botschaft Jesu entdecken wir nur auf den Knien. Ein Gespräch mit Erzbischof Malcolm Ranjith (Die Tagespost vom 23. August 2008)
Papst: Die Liturgie ist ‚der Schlüssel zur Erneuerung der Kirche’. www.kath.net, 12. September 2008
Vatikan: ‚Reform der Liturgiereform’ ist nötig. www.kath.net, 24. Februar 2009

[12] Zweites Vatikanisches Konzil. Dekret über die Ausbildung der Priester Optatam totius, 28. Okt. 1965. V. Neugestaltung der kirchlichen Studien 13.

[13] Benedikt XVI., Brief an die Bischöfe zu dem als „Motu proprio“ erlassenen Apostolischen Schreiben an die Bischöfe, 7. Juli 2007

Literaturverzeichnis

Klaus Berger, Widerworte. Wieviel Modernisierung verträgt Religion? Frankfurt a.M., Leipzig 2005.

Klaus Berger, Die Achillesferse der Katholiken. Die Tagespost, 27. Februar 2009 (zit. als K. Berger, Achillesferse)

Catherine Drinker Bowen und Barbara von Meck, Geliebte Freundin. Tschaikowskys Leben und sein Briefwechsel mit Nadeshda von Meck. München 1966 (11938) (zit. als Bowen, von Meck)

Nicolás Gómez Dávila, Scholien zu einem inbegriffenen Text. Wien, Leipzig 2006 (zit. als N.G. Dávila)

Pawel Florenski, Kult, Religion und Kultur. Sinn und Form 52 (2000), erstes Heft, S. 44 – 55

Pawel Florenski, Das Titanische und der Kult. Sinn und Form 54 (2002), drittes Heft, S. 325 – 336

Pawel Florenski, Konkrete Metaphysik. Ausgewählte Texte. Dornach 2006

Nikolaj V. Gogol, Betrachtungen über die Göttliche Liturgie. Würzburg 1989

Romano Guardini, Vom Geist der Liturgie. Freiburg i.Br. 1957 (11918) (zit. als R. Guardini)

Ildefons Herwegen, Das Kunstprinzip der Liturgie. Paderborn 1916

Josef Andreas Jungmann, Missarum sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe. Zwei Bände. Zweite, durchgesehene Auflage. Wien 1949

Martin Mosebach, Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind. München 2007 (zit. als M. Mosebach)

Joseph Ratzinger, Ein neues Lied für den Herrn. Freiburg 2007 (zit. als J. Ratzinger, Lied)

Joseph Ratzinger, Gesammelte Schriften. Band 11. Theologie der Liturgie. Freiburg, Basel, Wien 2008 (zit. als J. Ratzinger)

Robert Spaemann, Was heißt Fortschritt? (zit. als R. Spaemann)

Henry Spitzmuller, Poésie latine chrétienne du moyen age. IIIe – XVe siècle. Textes recueillis, traduits et commentées par Henry Spitzmller. Bruges 1971 (zit. als H. Spitzmuller)

Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ vom 4. Dezember 1963

Zweites Vatikanisches Konzil. Dekret über die Ausbildung der Priester "Optatam totius" vom 28. Oktober 1965

Litterae Apostolica Motu Proprio Datae Benedictus XVI. Summorum Ponificum, 7. Juli 2007

Brief des Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Apostolischen Schreibens „Motu Proprio Data“ über die römische Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform, 7. Juli 2007


Martin Mosebach über die Liturgie

Autoren

Conrad Sven
Deneke B.
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Postl Uwe
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