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Zitatensammlung

Der Herr gab uns in der Frucht des Leibes der Frau nicht nur einen Erlöser, der den Tod durch den Tod besiegte, Er gab uns allen auch in der Frau selbst, der immerwährenden Jungfrau und Gottesmutter Maria, eine unaufhörliche Fürsprecherin bei ihrem Sohn, unserem Gott. Sie zertrat und zertritt in jedem Menschengeschlecht der Schlange den Kopf, eine unbesiegbare und unüberwindliche Beschützerin ist sie auch den verzweifeltsten Sündern. Die Mutter Gottes wird daher auch “Unheilbare Wunde der Dämonen” genannt, denn der Dämon kann keinen Menschen verderben, es sei denn der Mensch selbst läßt davon ab, bei der Hilfe der Gottesmutter seine Zuflucht zu nehmen.
Heiliger Seraphim von Sarov


Dort, zwischen dem Gewölk über einem dunklen Felsen hoch oben im Gebirge, sah Sam eine Weile einen weißen Stern funkeln. Seine Schönheit griff ihm ans Herz, als er aufschaute aus dem verlassenen Land, und er schöpfte wieder Hoffnung. Denn wie ein Pfeil, klar und kalt, durchfuhr ihn der Gedanke, daß letztlich der Schatten nur eine kleine und vorübergehende Sache sei: es gab Licht und hehre Schönheit, die auf immer außerhalb seiner Reichweite waren.
J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, Dritter Band: Die Rückkehr des Königs, Kapitel „Das Land des Schattens“


Niemand auf der ganzen Welt vermag die Wahrheit zu verändern. Wir können nur eines: sie suchen, sie finden und ihr dienen.
Hl. Maximilian Kolbe


Lassen Sie sich niemals niederdrücken durch den Gedanken an Ihre Erbärmlichkeiten. Der große heilige Paulus sagt: ‚Wo die Sünde schwillt, da ist die Gnade überschwellend geworden’. So ist die schwächste, ja sogar die schuldigste Seele diejenige, die am meisten Grund hat zu hoffen, und dieser Akt, mit dem sie sich selber aufgibt und in die Arme Gottes wirft, verherrlicht ihn mehr und gibt ihm mehr Freude als alle ihre Selbstbetrachtungen und Gewissenserforschungen, die nur bewirken, dass sie mit ihren Schwächen zusammen lebt, während sie doch inmitten ihrer selbst einen Erlöser besitzt, der sie jeden Augenblick reinigen kommt...Es ist doch sehr tröstlich, nicht wahr, zu denken, dass der, der uns richten soll, in uns wohnt, um uns immerfort von unseren Armseligkeiten zu retten und uns zu verzeihen...Du musst das Wort Entmutigung aus deinem Wörterbuch streichen. Je mehr du deine Schwäche fühlst,...erinnere dich, dass ‚ein Abgrund dem anderen zuruft’ (Ps 42,8): dass der Abgrund deines Elends den Abgrund seiner Barmherzigkeit anzieht.
Hl. Elisabeth von Dijon


Man muß nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns.
Rainer Maria Rilke


Ich habe die Welt gesehen, ich habe sie geliebt, und ich habe gelernt, dass das wahre Glück dort nicht zu finden ist. Da offenbarte mir Maria das Geheimnis der Eucharistie. Und ich erkannte: die Eucharistie ist das Leben, das Glück!
Hermann Cohen (1820-1871), dessen Seligsprechungsverfahren im Januar 2016 eingeleitet wurde.


Mit Liebe und Abtötung werdet ihr alles überwinden und zu Rosen ohne Dornen gelangen.
Hl. Don Bosco


Der Schmerz an sich ist nichts. Aber der Schmerz, der an der Passion Christi teilnimmt, ist ein wunderbares, ja das schönste Geschenk und ein Beweis der Liebe, weil der Vater gezeigt hat, dass er die Welt liebt, als er seinen Sohn hingab.
Hl. Mutter Teresa


Das Sakrament der Buße ist einer der größten Schätze durch die Demut, die mir ihr einhergeht, indem sie unsere Armseligkeiten offenbar macht. Und, ach, wie kostbar ist vor Gott unsere Demütigung! Ein Akt der Demut ist mehr wert als die Ausübung der auffälligsten Tugenden. Die Demut ist Wahrheit, sie versetzt uns in unseren wahrheitsgemäßen Zustand; denn in der Tat, was sind wir denn vor Gott?
Hl. Francesca Saverio Cabrini


Alles, was zu meiner Verherrlichung getan wird, Gebete, Fasten, Wachen und andere Werke geistiger Zucht, sehe ich mit gütigen Augen an. Aber dennoch - auch wenn es Kleingläubigen nicht so scheint - bin ich mit größerer Zuneigung bei meinen Auserwählten, die in ihrer menschlichen Schwäche und Gebrechlichkeit vertrauensvoll zu meiner Barmherzigkeit Zuflucht suchen.
Christus zur hl. Gertrud von Helfta


Wenn sich vielleicht jemand unter euch befindet, der im Glauben schwach ist, für den weiß ich kein kräftigeres Mittel, im Glauben zu erstarken, als täglich auf den Knien mit Andacht ein Ave Maria zu beten. Die bedrängte Seele wird Ruhe finden! Und durch das Rosenkranzgebet habe ich alles erlangt, was ich gewünscht habe!
Heiliger Klemens Maria Hofbauer


Auf den täglichen Rosenkranz ist mein Werk gegründet. Ich bin entschlossen, viele andere Übungen zu unterlassen, aber nicht diese. Ich sehe im Rosenkranz den Bankrott des Teufels.
Hl. Don Bosco


Ich weiß nicht, ob der liebe Gott mit mir zufrieden ist; ich gebe mich Ihm ganz hin. Oh! Wie süß es ist, im letzten Augenblick an nichts zu denken, weder an die eigenen Sünden noch an die Tugenden, sondern nur an das Erbarmen!
Der selige Eduard Poppe auf dem Sterbebett


Ich spreche mit Gott und Er spricht mit mir. Es ist meine Lieblingsbeschäftigung, den Herrn kniend im Allerheiligsten Sakrament anzubeten und mit kindlichem Vertrauen alles von Ihm erbitten zu können.
Heiliger Charbel Makhlouf


Der Himmel kennt keine Rachsucht. Für die guten und demütigen Herzen, die Unrecht und Schmähungen mit Freude oder Gleichmut ertragen, beginnt der Himmel schon auf dieser Welt; wer aber seinen Groll bewahrt, ist unglücklich. ... Es gibt Leute von großer äußerer Frömmigkeit, die bei dem geringsten Unrecht und der kleinsten Verleumdung sich betroffen und verletzt fühlen ...
Hl. Johannes Maria Vianney


Niemand hat sichere Freude, als der das Zeugnis des guten Gewissens für sich hat. Und selbst diese Sicherheit war bei den größten Heiligen immer mit einer Fülle von Gottesfurcht vereint.
Nachfolge Christi


Wer mit Liebe predigt, predigt schon genug gegen die Irrlehrer, auch wenn er nicht ein einziges Streitwort gegen sie sagt.
Hl. Franz von Sales


Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry


Das Gebet hat große Kraft, das der Mensch verrichtet mit seiner ganzen Kraft. Es macht ein bitteres Herz süß, ein trauriges Herz froh, ein armes Herz reich, ein törichtes Herz weise, ein zaghaftes Herz kühn, ein schwaches Herz stark, ein blindes Herz sehend, eine kalte Seele brennend. Es zieht den großen Gott in ein kleines Herz, es treibt die hungrige Seele hinauf zu dem Gott der Fülle.
Hl. Mechthild von Hackeborn


Pass auf, dass das traurige Schauspiel der menschlichen Ungerechtigkeit deine Seele nicht verwirrt. Auch diese Ungerechtigkeit hat ihren Ort im allgemeinen Heilsgeschehen. Über der menschlichen Ungerechtigkeit wird eines Tages die Gerechtigkeit Gottes im Triumph aufsteigen.
Hl. Pater Pio von Pietrelcina


Zage nicht; denn in keiner Weise lasse ich meine Auserwählten über ihre Kräfte versucht werden, und allzeit bin ich bei ihnen, um das Maß abzuwägen. Gleichwie eine Mutter, wenn sie ihr Kindlein am Feuer erwärmen will, immer die Hand zwischen das Feuer und das Kind hält, ebenso schicke ich, wenn ich es für heilsam erachte, meine Auserwählten durch Trübsal zu läutern, diese nicht zu ihrer Vernichtung, sondern zu ihrer Erprobung und zu ihrem Heil.
Worte des Herrn an die hl. Gertrud von Helfta, aus: Gesandter der göttlichen Liebe


Die innige Vertrautheit der getauften Seele mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist ist der Inbegriff unseres geistlichen Lebens. Das sollte man von allen Dächern rufen. An dem Tag, an dem ich es verstanden habe, ist für mich alles licht geworden.
Hl. Elisabeth von der hl. Dreifaltigkeit


Freiheit - das ist das Bringen von Opfern im Namen der Liebe.
Der russische Regisseur Andrej Tarkowskij (1932-1986), aus: Von der Verantwortung des Künstlers, in: Die versiegelte Zeit. Gedanken zur Kunst, zur Ästhetik und Poetik des Films, Frankfurt a.M./Berlin: Ullstein 1988, S. 189.


Die Teufel fürchten und scheuen den Namen Maria. Sobald sie diesen Namen hören, lassen sie die Seele aus den Krallen, mit denen sie sie als ihre Beute festhalten.
Hl. Birgitta von Schweden


Wer lebendig durchdrungen ist vom Glauben an die Gegenwart Christi im Tabernakel, wer weiß, dass hier ein Freund beständig auf ihn wartet, der immer Zeit und immer die gleiche Geduld und Teilnahme hat, Klagen und Bitten und Fragen anzuhören, der für alles Rat und Hilfe weiß - der kann auch unter den größten Schwierigkeiten niemals trostlos und verlassen sein, er hat immer eine Zuflucht, wo er Ruhe und Frieden wiederfinden kann. Und wer in den Sinn des Meßopfers eingedrungen ist, wer es als Erlösungstat Christi miterlebt, der wird mehr und mehr in die Opfergesinnung Christi hineinwachsen.
Hl. Edith Stein, 1932


Evangelisierung

“Wenn die Heiligen im Himmel nochmals auf die Erde zurückkehren könnten, würden sie, von Liebe entflammt, unermüdlich darauf bedacht sein, für die Ausbreitung des Glaubens in der ganzen Welt zu sorgen, in der Absicht, der ganzen Welt die unendliche Liebe Gottes zu den Seelen kundzutun. Denn viel mehr als jeder Erdenbewohner wissen die Heiligen, wie sehr der Vater, der Sohn und der Heilige Geist würdig sind, erkannt zu werden. Sind sie doch hingerissen, wenn sie sehen, mit welcher Herrlichkeit im Himmel jede, auch die kleinste Tat für die Verbreitung des Glaubens belohnt wird.”
Hl. Vinzenz Pallotti (1795 - 1850)


Der einzige Grund, sich davor zu fürchten, Gott das eigene Leben zu geben, ist, wenn man glaubt, man habe einen besseren Plan.

Esther Maria Magnis in: Gott braucht dich nicht. Eine Bekehrung, Rowohlt Hamburg 2012, S. 197


Die Werte der jüdisch-christlichen Tradition als Grundlage unseres Staatswesens

Idea: Gern wird der Satz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Ernst-Wolfgang Böckenförde zitiert „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Welche Voraussetzungen meint Bockenförde?
Landau: Die Werte der jüdisch-christlichen Tradition wie Nächstenliebe, Mitgefühl, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Ohne diese Werte kann eine Gesellschaft und ein Staat auf Dauer nicht bestehen.

idea: Ein Humanist beansprucht diese Werte auch für sich.
Landau: Für einen Christen kommt aber die Verantwortung vor Gott als dem Schöpfer und dem Herrn der Geschichte hinzu.

idea: Ihr Kollege am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio, schreibt, die moderne Vorstellung von Freiheit und Menschenwürde beruhe auf der Gottesebenbildlichkeit des Menschen.
Landau: Das sehe ich genauso. Die Freiheit des Menschen ist von Gott gegeben. Sie geht einher mit der Verantwortung vor Gott. Freiheit, die ohne Verantwortung gelebt wird, zerstört Gemeinschaft.

Aus einem Interview, das Karsten Huhn mit dem Bundesverfassungsrichter Herbert Landau geführt hat, veröffentlicht in ideaSpektrum Nr. 19 vom 6. Mai 2009, S. 16.


“Timothy Garton Ash, der liberale Agnostiker und Oxford-Professor, verneigt sich vor ihm wie die große Mehrheit der westlichen Intelligenz: ‘Ich kann nicht über seine Bedeutung für die katholische Kirche urteilen’, sagt er, ‘aber er war der erste Welt-Führer.’
Der Papst ist die globalisierte moralische Instanz. Alle anderen Führer, so Ash, sind lokale Chefs mit bisweilen globaler Bedeutung, doch einzig der Papst hat ein übergeordnetes Programm, eine allumfassende Botschaft. Elie Wiesel, der Auschwitz-Überlebende mit Wohnsitz im gottlosen New York, nannte Johannes Paul II. den ‘spirituellen Führer der Welt’.
Auch dieser Papst verfügte nicht über Divisionen, wie schon Stalin gelästert hat, er bot Visionen an. Sein Pazifismus war glaubwürdig. Er empfing die Herrscher der Welt und las ihnen die Leviten.
Er hinterlässt einer Welt, die in ihrem alternativlosen kapitalistischen Hochbetrieb zu verglühen scheint, ein wahrhaft revolutionäres Programm: Glaube, Liebe, Hoffnung.”

Der Spiegel vom 11. April 2005 in seinem großen Artikel zum Tod Johannes Pauls II., S. 96


“Niemand auf der ganzen Welt vermag die Wahrheit zu verändern. Wir können nur eines: sie suchen, sie finden und ihr dienen.”
Hl. P. Maximilian Kolbe


"Das Gebet ist der Zufluchtsort für jeden Kummer, eine Grundlage der Fröhlichkeit, eine Quelle beständigen Glücks, ein Schutzmittel gegen Traurigkeit und Kleinmut der Seele."
Hl. Johannes Chrysostomus


Frauliche Eigenart

“Die Frau darf nicht - im Namen der Befreiung von der ‘Herrschaft’ des Mannes - danach trachten, sich entgegen ihrer fraulichen ‘Eigenart’ die typisch männlichen Merkmale anzueignen. Es besteht die begründete Furcht, daß sich auf einem solchen Weg die Frau nicht ‘verwirklichen’ wird, sondern vielmehr das entstellen und einbüßen könnte, was ihren wesentlichen Reichtum ausmacht. Es handelt sich um einen außerordentlichen Reichtum.”

Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Mulieris Dignitatem, Abschnitt Nr. 10, vom 15. August 1988.


Historiker vs. Exegeten
“Mittlerweile erleben wir die geradezu absurde Situation, dass Historiker und Archäologen viel eher an die Authentizität der Apostelgeschichte und der meisten Paulusbriefe glauben als die Theologen und Exegeten. Oft habe ich den Eindruck, dass mancher Theologe sich gar nicht für den archäologischen Befund interessiert, weil dieser seine schönen Hypothesen zur Formgeschichte der neutestamentarischen Schriften infrage stellen würde. Da kommt es dann zu den schönsten Spekulationen, die so fern von der Lebenswirklichkeit sind, dass man schon schmunzeln muss. Da heißt es etwa, in der Apostelgeschichte würde der Verfasser (der natürlich nicht Lukas gewesen sein darf) in die “wir”-Perspektive (1. Person Plural) wechseln, weil er für diesen Abschnitt eine andere Quelle benutzt hätte; so als wäre der geniale Historiker Lukas nicht in der Lage gewesen, einen Text sprachlich anzupassen. Oder man erklärt das abrupte Ende der Apostelgeschichte nach den zwei Jahren der Gefangenschaft des heiligen Paulus in Rom damit, dass der Verfasser sein Martyrium als bekannt voraussetzt. Also, wenn ich eine Biographie von Johannes Paul II. lese, die mit seiner Polenreise 2002 endet, dann bedeutet das für mich, dass sie spätestens 2003 erschienen sein muss - und nicht, dass ein Verfasser aus dem Jahre 2008 sich aus dramaturgischen Gründen entschied, den Tod dieses großen Papstes zu verschweigen!”

Der Historiker Michael Hesemann, Autor der Bücher Paulus von Tarsus - Archäologen auf den Spuren des Völkerapostels und Die Dunkelmänner. Mythen, Lügen und Legenden um die Kirchengeschichte, in einem Interview im FELS, Juni 2008.


"Kirche hat zutiefst mit Nützlichkeit nichts zu tun, sondern mit Rettung. Redet man aber auf der gesellschaftspolitischen Ebene, in Kategorien von 'nützlich' oder 'unnütz' - so ist die Kirche entbehrlicher denn je (...) Daher ist alles Sich-Andienen an die Gesellschaft: Seht her, wie nützlich wir sind! - unappetitlich.
Das zustimmende Nicken, das Betteln um Anerkennung: Seht her, wie fortschrittlich wir fortschrittlichen Christen sind - das macht mich wütend.
Günther Nenning in: Christ, sei Held!


"Die Psalmen bedeuten mir mehr als alle meine Romane, und damit ist es mir ernst!"
Der Schriftsteller und Büchnerpreistärger Arnold Stadler


“Ein Mensch, der aus dem Dickicht der modernen Kultur und Komplexität seinen Weg zum Katholizismus findet, muß schärfer denken denn je zuvor in seinem Leben. Er muß oft ebenso grimmig mit Abstraktionen ringen, als studierte er Mathematik. Er muß all die entgegengesetzten Anziehungskräfte des Heidentums gut genug kennen, um zu wissen, wie anziehend sie sind. Aber vor allem muß er denken, muß seine intellektuelle Unabhängigkeit bewahren, vor allem muß er seinen Verstand benutzen.”

G. K. Chesterton, der 1922 katholisch wurde, 1932 in seinem Werk “Christendom in Dublin”, zitiert in: Christian Berger, Gilbert Keith Chesterton, der Fröhliche Philosoph oder Die Paradoxa des Glaubens, in: Karl Josef Wallner (Hrsg.), Denken und Glauben. Perspektiven zu “Fides et Ratio”, Heiligenkreuzer Hochschulreihe Band 9, Heiligenkreuz 2000, S. 297.


"Es hat sich einfach die Wertordnung etwas verschoben", teilte der Pfarrer der Gemeinde mit: "der Vollzug des Mahles und die tätige Teilnahme des mündigen Christen stehen im Vordergrund." Ja, die Wertordnung hat sich etwas verschoben. Worin bestand die tätige Teilnahme der Jünger, als sie sich von Christus im Abendmahlsaal die Füße waschen ließen?
Worin bestand die tätige Teilnahme von Maria und Johannes, als sie unter dem Kreuz standen? Im Anschauen, Geschehenlassen, Warten und Beten.

Martin Mosebach in einem Vortrag "Bildersturm und Liturgie" vor dem Berliner Alfred-Bengsch-Kreis, cf. Mosebach über die Liturgie.


Fragt der Ehemann bei Tisch: "Bei welchem Metzger kaufen wir eigentlich?" Antwortet die Frau: "Seit wann schmeckt dir das Fleisch nicht?" Die Pointe dieses bescheidenen Witzes trifft nicht nur im häuslichen Bereich. Manchem, der die objektiv-philosophische Frage aufwirft: "Gibt es eine Hierarchie der Wahrheiten?" wäre weniger mit einem schulgerechten Traktat gedient (den ich gar nicht schreiben könnte) als mit der simplen Gegenfrage: "Welche Lehre möchten Sie dann an unterster Stelle sehen?"

So beginnt Ida Friederike Görres ihren Essay Glaube: Skelett oder Leib?, erschienen in: Im Winter wächst das Brot. Sechs Versuche über die Kirche, Einsiedeln, 7. Auflage 1970


Menschenwürde

"Die Würde des Menschen darf nicht dadurch angetastet werden, dass das jeweils schützenswerte menschliche Leben nach den aktuellen Erfordernissen der Biowissenschaften fortlaufend neu definiert wird."
Axel W. Bauer, Professor für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, im "Rheinischen Merkur" von heute.

"Eine flexible Stichtagsregelung wäre der Schritt in eine perpetuierte Doppelmoral - egal ob der Stichtag automatisch angepasst oder immer wieder neu festgelegt wird. Denn das fortgesetzte Rechnen mit fremdem, nicht selbst begangenem Unrecht erschüttert die eigene moralische Glaubwürdigkeit. Wer nicht selbst stiehlt, aber wissend und willentlich vom Diebesgut profitiert, begeht Hehlerei."
Eberhard Schockenhoff in der "Berliner Zeitung" vom 9. Mai anlässlich der bevorstehenden Anhörung im Bundestag zur Stammzellforschung.

“‘Das Erdenleben mag einem Jammertal gleichen, es bleibt doch immer der Anfang und die Bedingung der Unsterblichkeit, und als dieser Anfang hat es einen absoluten Wert.’ Hannah Arendt unterstreicht mit diesen Worten die revolutionäre christliche Überzeugung von der Heiligkeit jedes menschlichen Lebens.”
Aus: Peter Schallenberg, Recht auf Glück oder Recht auf Leben? Die Moraltheologie zwischen Lebenskunst und Bioethik, in: Theologie und Glaube, Juni 2005, S. 227-240, als pdf-Datei abrufbar.
Das Zitat von Arendt stammt aus ihrem Werk Vita activa oder Vom tätigen Leben, München Zürich 2002, S. 403.


Darüber kann man nicht hart genug sprechen
Aus einem Interview mit Robert Spaemann

Bartholomäus Grill: Sie befürchten also, dass aktive Sterbehilfe, wie sie zum Beispiel in den Niederlanden oder Belgien erlaubt ist, zu einem rein nutzbringenden Handeln führt, das nur noch von Zweckmäßigkeit geleitet wird?

Prof. Spaemann: Ja, und zwar ist das nicht nur eine vage Sorge, sondern eine Prognose, die man mit ziemlicher Sicherheit stellen kann, weil die Menschen nun einmal so sind, wie sie sind. Man sieht doch, dass die Tötung ohne Verlangen - also genau das, was die Nazis machten - die Beurteilung eines Lebens als nicht lebenswert voraussetzt. Menschen werden, ohne je danach verlangt zu haben, getötet, und zwar in einer jährlich wachsenden Zahl. Es gibt in den Niederlanden Fälle, in denen der Arzt sagt: Ich musste das schnell machen, weil ich die Betten brauchte. Das ist die Realität. Und über die kann man gar nicht hart genug sprechen.

Das Interview erschien im Stern, Heft 48/2006


"Benedikt XVI. ist kein Gut-Wetter-Papst, er verkauft seine Überzeugungen nicht um den Preis der Liebedienerei. Doch sein Festhalten an katholischen Prinzipien - etwa in der Frage des Zölibats oder der Verweigerung des gemeinsamen Abendmahls - kommt nie als verknöcherter Fundamentalismus daher, sondern ist immer durch klar formulierte Argumente und Menschenfreundlichkeit getragen. Diese dialogische Vorgehensweise ist geradezu typisch für den Ratzinger-Papst. Er will nicht überrumpeln, sondern überzeugen."

Karl Birkenseer in seinem Kommentar "Wahrheit und Dialog",in der "Passauer Neuen Presse" vom 19. April 2007. Dieser Dialogcharakter zeichnete schon seinen Arbeitsstil als Glaubenspräfekt aus.


Hl. Gertrud
"Einst überdachte sie [die hl. Gertrud von Helfta] die Widerwärtigkeiten ihres vergangenen Lebens und fragte den Herrn, warum er sie von gewissen Leuten habe beängstigen lassen. Der Herr antwortete: "Wenn die väterliche Hand das Kind züchtigen will, so vermag die Rute keinen Widerstand zu leisten. Deshalb wünschte ich, daß meine Auserwählten es niemals den Menschen anrechneten, durch welche sie geläutert werden, sondern auf meine väterliche Liebe sähen, da ich ja niemals auch nur dem leisesten Winde gestatten würde, wider sie zu wehen, wenn ich nicht ihr ewiges Heil im Auge hätte. Sie aber sollten mit jenen Mitleid haben, die sich zuweilen beflecken, während sie selber gereinigt werden."

Aus dem Werk "Gesandter der göttlichen Liebe" ("Legatus divinae pietatis"), III. Buch, 28. Kapitel, dem Hauptwerk der hl. Gertrud von Helfta (1256 - 1302), "die Große" genannt, der größten deutschen Mystikerin (LThK, 2. Auflage) und Patronin von Tarragona (Katalonien, Spanien) und Peru. Das Kloster Helfta wurde 1999 nach 450 Jahren wiederbegründet und feiert heuer das Gertrudjahr.


Matthias Mattusek: Debile Gesellschaft
"Jede Gesellschaft, jede Familie, jeder Mensch hat einen innersten Bezirk, einen Glaubenskern, der geachtet und geschützt werden muß. Gesellschaften, die ihn verloren haben, sind debil. Nun gibt es viele Anzeichen dafür, daß sich unsere Talkshow- und Plappergesellschaft, die fortwährend ihr Innerstes nach außen stülpt und alles trivialisiert, was sie berührt, durchaus debile Züge hat."

"Völkerkundler Hans Peter Duerr attestiert den modernen Zeiten eine ‘Brutalisierung' und eine ‘Auflösung des Schamgefühls', die 'beispiellos in der Kulturgeschichte' seien. Er warnt vor dem "Zerfall der Familien" und Soziologe Ulrich Beck diagnostiziert in durchaus biblischer Sprache den allseits veranstalteten "Tanz ums goldene Selbst" des narzisstischen Persönlichkeitstyp."

"Konfessionelle Schulen sind neuerdings wieder beliebt unter Eltern, und man erinnert sich zaghaft, daß es die christliche Werteordnung ist, die unser ‘abendländisches Kulturverständnis' bestimmen. In seinem soeben im Reclam-Verlag Leipzig erschienen lesenswerten Buch ‘Was fragen uns die grossen Philosophen' schreibt der Philosoph Leszek Kolakowski, daß es ‘zwei Menschen', waren, die ‘entscheidend zum Aufbau der europäischen Kultur beigetragen haben - Sokrates und Jesus'."

Aus dem Artikel "Kunst, Quatsch und das religiöse Gefühl" (Spiegel-online), in dem Matthias Mattusek die abgesetzte Inszenierung von Mozarts Idomeneo und das Recht der Spassgesellschaft auf Verblödung aufs Korn nimmt.

Hat die Aufklärung das Mysterium des Lebens nicht doch sehr gründlich entzaubert?
Ich halte den Gedanken, dass wir nichts weiter seien als Biomaschinen ohne freien Willen für grotesk. Ich kann mir Mozarts Krönungsmesse so nicht erklären. Leute, die behaupten, der Mensch sei nichts, als ein Reiz-Reaktions-Bündel, nutzen ihre geistige Fähigkeit, um sich selbst die Freiheit wegzudefinieren. In meinen Augen ist das absurd.

Der ehemalige Spiegel-Feuilletonchef Matthias Matussek im Interview mit theo (2/2008)


Romano Guardini: Subjektivismus
Was aber Jesus Christus selbst angeht, so steht fest, daß Er mit dem neuzeitlichen Subjektivismus nicht das geringste zu schaffen hatte. Ihm war es nicht um "Erbauung", sondern um Wahrheit zu tun, in der ganzen göttlichen Strenge des Wortes. Er wollte nicht das Gefühl anregen, oder die religiöse Innerlichkeit wecken, sondern die Botschaft des Herrn der Welt verkünden, welche verborgene Wirklichkeit offenbart, göttliche Wahrheit lehrt, ewiges Heil verheißt, in alledem aber ebensoviel Befehl wie Gabe ist. Was Jesus unter Glaube versteht, ist kein "Erlebnis" im neuzeitlichen Sinne, hinter dem die Selbstherrlichkeit des Menschen steht, sondern der Gehorsam des Geschöpfes gegen den sich offenbarenden Gott. Ein Wort wie das am Ende des Markus-Evangeliums: "Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt sein" (16, 16), erhält erst von hier her seinen Sinn.
Den wirklichen Widerspruch zum Christlichen bildet nicht das Dogma, sondern die neuzeitliche Auflehnung gegen die Hoheit des offenbarenden Gottes, und die Auflösung alles dessen, was im redlichen und vollen Sinn "Wahrheit" heißt - die Leichtfertigkeit des religiösen Urteilens und die Verwahrlosung des religiösen Sprechens nicht zu vergessen, wie sie der gleichen Neuzeit eigen sind, und so sonderbar von der immer beanspruchten Wahrhaftigkeit abfallen.

Romano Guardini (1885 - 1968) in: Glaubenerkennnis. Versuche zur Unterscheidung und Vertiefung. Grundwahrheiten des Christentum, mit denen wir nicht fertig werden, im Kapitel "Das Dogma"; Würzburg 1949; Ausgabe der Herderbücherei 1983, S. 129.


Dietrich von Hildebrand: Notwendigkeit des Anathema
Die reine, unverfälschte Bewahrung der unveränderlichen, göttlichen Offenbarung erfordert notwendig die Verurteilung aller Häresien. Wie von Christus und den Aposteln vorausgesagt, werden Häretiker immer und immer wieder in die Kirche einzudringen und sie zu zerstören suchen. Was wäre aus der göttlichen Offenbarung geworden, wenn die Kirche nicht den Arianismus, Pelagianismus, Nestorianismus und den Albigensianismus verurteilt hätte? Was wäre geworden, wenn man diese Häresien geduldet hätte? Was hat einen Kardinal Newman in die Kirche geführt, der diesen Schritt auf Grund seiner Liebe zu seinen anglikanischen Freunden nur schweren Herzens tat, wenn nicht die Einsicht, daß die Kirche immer die Wahrheit gegen alle Häretiker verteidigt hat und daß die Lehre der Kirche - trotz ihrer Entwicklung zu immer expliziteren Formulierungen - unbefleckt und sieghaft unverändert geblieben ist?

Dietrich von Hildebrand, Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes, Regensburg 1969,
22. Kapitel: Falscher Irenismus, S. 260 f.


Gottes Barmherzigkeit
"O unbegreiflicher Gott, mein Herz vergeht vor Freude, daß Du mich in die Geheimnisse Deiner Barmherzigkeit eindringen ließest. Alles beginnt mit Deiner Barmherzigkeit und es endet in Deiner Barmherzigkeit... Alle Gnaden fließen aus der Barmherzigkeit und die letzte Stunde ist voller Barmherzigkeit für uns. Möge an Gottes Güte niemand zweifeln, auch wenn seine Sünden schwarz wie die Nacht wären; Gottes Barmherzigkeit ist größer als unser Elend. Eines ist notwendig, und zwar daß der Sünder seine Herzenstür ein wenig für den Strahl der Barmherzigkeit Gottes öffnet."

Hl. Faustina Kowalska (1905 - 1938), Tagebucheintragung vom 20. Januar 1938, nr. 1506


Der hl. Pierre-Julien Eymard über das Fronleichnamsfest:
"Dieses Fest ist das ehrenvollste für Unseren Herrn; es ist aber außerdem das liebenswerteste für uns. Wir waren bei den anderen Geheimnissen, die gefeiert werden, nicht dabei; wir haben Freude daran, weil diese Gedächtnisse Gott Ehre bereiten, und auch wegen der Gnaden, die uns daraus fließen. Hier jedoch nehmen wir am aktuellen Geheimnis teil. (...)
Auch für die Kirche ist Fronleichnam ihr großes Fest. Sie hätte sich scheinbar mit dem Gründonnerstag, dem Jahrestag der Einsetzung der Eucharistie, zufrieden geben können. Aber dieses Fest ist wegen des Gedankens an das Leiden und den Tod Jesu, der in der Karwoche vorherrscht, nicht freudig genug.
Am Gründonnerstag begeht die Kirche das Gedächtnis des eucharistischen Geheimnisses, sie betet es im Schweigen der Ruhealtäre an, sie feiert es nicht mit vollem Glanz.
Es war auch angebracht, dieses Fest auf die Zeit nach Christi Himmelfahrt zu verlegen, um der Wohltat der wirklichen Gegenwart Jesu Christi trotz seines Wegganges in den Himmel größere Bedeutung beizumessen; es wurde sogar auf die Zeit nach Pfingsten verlegt, damit wir nach dem Beispiel der Apostel, die mit den Gnaden und der Freude des Hl. Geistes erfüllt wurden, das Geheimnis der Eucharistie besser verstehen und feiern können. Zu Pfingsten ging die Kirche aus ihrer Wiege hervor und trat sofort ihr öffentliches und aktives Leben an; nach diesem Fest kann sie also ihren göttlichen Bräutigam, der in ihr lebt, glanzvoll feiern."
Weitere Texte des hl. Pierre-Juien Eymard


Die Verschüttung des Lateins

Nicht wenige bedeutende Persönlichkeiten, zum Beispiel der Dichter Julien Green, beklagen den Verlust des Lateinischen beim Gottesdienst. Das wird aber nicht ernstgenommen und als Ästhetizismus (Schöngeisterei) abgetan. Außerdem etablieren sich andere Bildungsideale eher als die alten Sprachen. Zunehmend wird bedauert, dass die Deutschen Latein “nicht mehr mögen”. Wirklich? Inschriften, Urkunden, Dokumente, Grabdenkmäler, markante Worte aus der Heiligen Schrift, die Anrufungen der Litaneien, auf Portalen, in Nischen und Medaillons verteilt auf heilige Räume - Menschen, die davorstehen, ahnen vielleicht das in zeitloser Sprache Ausgesagte und bedauern, dass sie Latein nicht erlernen durften.
Aber sehen wir uns lieber bei einem unverdächtigen Zeugen um, beim Stuttgarter Stadtpfarrer Hermann Breucha (1902 - 1972). Als Pionier der Liturgischen Bewegung und der Religiösen Bildungsarbeit, als weit über seinen seelsorglichen Wirkungskreis hinaus bekannter Prediger und Förderer der Bildenden Kunst empfand er, der die großen, die Muttersprache ersehnenden Gestalten des 19. Jahrhunderts (Sailer, Drey, Hirscher und andere) schätzte, die “Verschüttung” des Lateins unverhohlen als Katastrophe. “Mit dem ihm eigenen kultischen und kulturellen Feingefühl sah er klar, dass die lateinische Sprache die Grundlage der Messtexte gerade bei diesen Feiern (Osternacht und Fronleichnam) ist. Das Latein und der Choral als die tragende Grundlage des Gottesdienstes der abendländischen Kirche war und bliebt Breucha eine indiskutable Selbstverständlichkeit”. Schmerzlich habe der unermüdliche Pfarrer diese Zurückdrängung, “die ja vom Konzilsdekret nicht gefordert war, beklagt... und praktisch um so mehr bekämpft. Eine Grundsorge Breuchas wurde bald, dass das kostbare Erbe der Tradition und Kultur der Kirche zerstört und verschüttet würde” (Zitate: Franziska Werfer).

Weihbischof em. Max Ziegelbauer, “Die ‘alte’ Kirche ist mir lieber. Ein Plädoyer für die Wiederentdeckung des Katholischen”, Buttenwiesen 2002, S. 177 f.


Robert Mäder: Pfingsten
Wir feiern Pfingsten. Wie jeder in der Apostelgeschichte nachlesen kann, ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche. Es gab vor Pfingsten schon Christen, aber es gibt erst seit dem Pfingsttag eine sichtbare Vereinigung der Christen unter einer bestimmten Hierarchie, also eine Kirche, das, was man Katholizismus nennt. Nun besteht jeder lebendige Organismus aus einem doppelten Element, einem sichtbaren und einem unsichtbaren, einer Form und einem Lebensprinzip, einem Leib und einer Seele.
Wie man niemals den Menschen verstehen wird, so lange man nur an Muskeln, Nerven, Knochen, Glieder, Organe denkt, so wird man niemals die katholische Kirche begreifen, wenn man nur Männer in geistlichen Gewändern, Altäre, Beichtstühle, Zeremonien und dergleichen ins Auge fasst. Der Mensch ist ein aus Leib und Seele bestehendes Wesen. Auch die Kirche besteht aus Leib und Seele. Der hl. Augustinus sagt in einer seiner Predigten: Was in unserem Körper die Seele, das ist im Körper Christi, in der Kirche, der Heilige Geist.
Wer also das Wesen des Katholizismus richtig erfassen will, muss in ihm einen Organismus sehen, der das, was er ist, durch die Wirksamkeit des auf besondere Weise in ihm wohnenden Heiligen Geistes ist. Die Kirche ist die Gesellschaft des Heiligen Geistes auf Erden, oder, wenn man einen in neuerer Zeit geprägten Ausdruck verwenden will, der auch die sakramentale Gegenwart Jesu berücksichtigt: Die Kirche ist der eucharistische Liebesbund im Heiligen Geiste.

Robert Mäder (1875-1945), Der Heilige Geist, der dämonische Geist, Goldach 1969


McGrath: Historizität der Auferstehung
"Die Grabestradition, die als einzige Ostergeschichte allen Synoptikern gemeinsam ist, liegt in ihrer ursprünglichsten erhaltenen Form bei Markus vor. Wer waren nach Markus die frühesten Zeugen des Leerseins des Grabes Jesu? Die Jünger? Nein. Petrus selbst? Nein. Es waren Frauen. Markus schreibt: "Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben. Und frühmorgens am ersten Wochentage kamen sie zu dem Grab, als eben die Sonne aufging" (Mk 16,1-2). Drei Frauen haben entdeckt, daß das Grab Jesu leer war. Die ersten Augenzeugen der erstaunlichen Ereignisse des ersten Ostertages waren Maria, Maria und Salome. Aber für die Juden war das Zeugnis einer Frau bedeutungslos. Nur die Männer hielt man für glaubwürdig! Wenn die Jünger oder vielleicht die Synoptiker die Grabestradition oder die Erscheinungserlebnisse erfunden haben, warum haben sie dann die frühesten Berichte über das Leersein des Grabes Jesu dieser 'unglaubwürdigen' sozialen Gruppe zugeschrieben? Das Evangelium beruht nicht auf menschlicher Weisheit oder Erfindung, sondern auf der Offenbarung Gottes in der Geschichte, für die es Augenzeugen gibt. Tod und Auferstehung Jesu sind keine Märchen; es sind geschichtliche Ereignisse, die von den ersten Christen erlebt und bezeugt wurden."

Alister E. McGrath, "Auferstanden am dritten Tag", in: Wer ist Jesus Christus? Mythen, Glauben und Geschichte, hg. von Walter Brandmüller, Aachen 1995, 199 f.


Reißen Sie diese Blumen aus...
"
Deshalb bitte ich Sie, mein liebster Vater, daß Sie mit ständiger Besorgnis und unstillbarem Durst nach dem Frieden der Ehre Gottes und dem Heil der Seelen Ihre Machtmittel verwenden. Wenn Sie mir dagegenhalten: "die Welt ist so verwirrt, wie soll ich den Frieden bringen", dann sage ich Ihnen im Auftrag des Gekreuzigten: drei Dinge vor allem müssen Sie mit Ihrer Gewalt vollbringen. Zunächst sollen Sie im Garten der heiligen Kirche, dessen Hüter Sie sind, die stinkenden Blumen ausrotten, die voll Schmutz und Gier und vom Stolz aufgebläht sind. Das sind die schlechten Hirten und Hüter, die diesen Garten verpesten und ihn verfallen lassen. Um Gottes willen, gebrauchen Sie Ihre Macht, reißen Sie diese Blumen aus und werfen Sie sie hinaus, damit sie nichts mehr zu regieren haben. Sie sollen sich selbst erkennen und regieren lernen in einem heiligen und guten Leben. Pflanzen Sie wohlriechende Blumen hinein, Hirten und Regenten, die wahre Diener des Gekreuzigten sind, die nur die Ehre Gottes und das Heil der Seelen im Auge haben und wahre Väter der Armen sind."

Aus einem Brief der hl. Katharina von Siena an Papst Gregor XI. (1376)


Die Muttergottes erzeigt allen Seelen Barmherzigkeit, weil sie das Recht hat, dies zu tun. Sie nahm die Mutterschaft nicht als einen persönlichen Titel an, sondern als die Vertreterin des ganzen Menschengeschlechtes. Ihre Zustimmung ist für die neue Ordnung der Gnade dasselbe, was die Einwilligung Evas für die gefallene Menschheit war. Daher hatte sie einen Anspruch auf die erlösenden Verdienste ihres Sohnes. Und mehr noch, ihr göttlicher Sohn bestätigte diese, denn die letzte Tat unseres Heilandes auf Erden, in der Er deutlich unsere Hingabe beanspruchte, war sein Auftrag an uns, seine Mutter als unsere Mutter anzunehmen: "Siehe da, deine Mutter!" Ein Kind kann seine Mutter vergessen, aber eine Mutter vergißt nie ihr Kind. Sie ist nicht nur die Mutter Jesu, sie auch die Mutter aller, die Er erlöst hat. "Kann eine Frau das Kind ihres Schoßes vergessen?" Es besteht die tröstliche menschliche Tatsache, die viel weiter zurückgeht als alle schönen Erinnerungen, daß eine Mutter gerade das Kind, das viel hinfällt und am meisten leidet, am wärmsten umarmt und liebkost.

Fulton J. Sheen, "Du bist gebenedeit unter den Weibern. Ein Marienbuch", Aschaffenburg 1954, S. 266


"Und was sollen wir aus ihm lernen? Eines jedenfalls: dass eine Religion wahr sein muss, wenn sie gut sein soll. Der Mensch, der sich selbst achtet, will nicht Opfer einer Illusion werden, keiner grausamen und keiner freundlichen."

"Die gute Religion würde lehren, dass es deshalb möglich ist, bedingungslos zu lieben und sich selbst loszulassen, ohne die Angst, dabei der Dumme zu sein und den Kürzeren zu ziehen. Sie würde, ähnlich wie Platon, die Einheit von Gutsein und Glücklichsein lehren und, angesichts überwältigender Gegenargumente, ein Endgericht, in dem alle Dinge so erscheinen, wie sie wirklich sind, wo jeder erfährt, was seine Taten wert sind, wo Gutsein gut und Bösesein weh tut, wo den Barmherzigen Barmherzigkeit widerfährt, den Unbarmherzigen Unbarmherzigkeit."

Robert Spaemann in der NZZ vom 12. März 2007 "Die Welt ist kein geschlossenes System, der Tod hat nicht das letzte Wort". Der Artikel ist Teil einer Reihe, in der verschiedene Autoren Stellung nehmen zu der Frage: "Was ist eine gute Religion?"


“Meine Tochter, nie wirst du hinreichend in diese Wahrheit eindringen: Alles, was vom Eigenwillen in Bewegung gesetzt wird und die eigene Befriedigung sucht, das Streben nach Selbstbehauptung und Ehren, das alles sind ebenso viele Fesseln, mit denen man sich an das Niedrige versklavt. Leider handeln auch viele Seelen so, die in Meiner nächsten Nachfolge den Weg der Vollkommenheit wandeln möchten. Das kommt daher, weil sie einigen Neigungen der verdorbenen Natur, der Eigenliebe, nachgeben. Darum können sie nicht mit der Schnelligkeit voranschreiten, nach der sie sich trotz allem sehnen. Doch falls sie auf Meine Verfügungen und Meine Vorsehung eingehen, kommt ihnen Meine Güte zu Hilfe, damit sie allmählich jene Fesseln sprengen, wenn Ich ihnen als Heilmittel das Ertragen von Widerwärtigkeiten, die nicht nach ihrem Geschmack sind, anbiete.”

Aus: Celeste Crostarosa, Zwiesprachen. Aus dem Italienischen von Bernhard Häring, Brendow Verlag, Moers, 1994, Zweites Zwiegespräch: Leben in Christus, S. 24

Celeste Crostarosa (1696 - 1755) war eine italienische Mystikerin, die in Zusammenarbeit mit dem hl. Alfons Maria von Liguori den Orden der Redemptoristinnen gründete. Der Seligsprechungsprozeß ist schon weit fortgeschritten.


Mutter Teresa von Kalkutta:

“Denken wir nicht, die heilige Messe sie nur ein Gedächtnis. Nein, sie ist auch das Opfer, das Jesus am Kreuz darbrachte. Es ist sehr tröstlich, dass dieses Opfer auch unser Opfer ist.”

“Jeder Jugendliche sollte die Wundertätige Medaille tragen!”

“Abtreibung ist deshalb so entsetzlich, weil die Mutter das Leben und die Liebe zerstört: das Leben des Kindes und das Gewissen der Mutter.”

“Wenn es eine Tugend gibt, die dem Teufel Angst einjagt, so sind es Demut und Mitleid.”

Die Zitate sind entnommen dem PUR-Spezial”-Sonderheft über die selige Mutter Teresa.


In der Tat setzt sich unser Glaube entschieden der Resignation entgegen, die den Menschen als der Wahrheit unfähig ansieht – sie sei zu groß für ihn. Diese Resignation der Wahrheit gegenüber ist der Kern der Krise des Westens, Europas. Wenn es Wahrheit für den Menschen nicht gibt, dann kann er auch nicht letztlich Gut und Böse unterscheiden. Und dann werden die großen und großartigen Erkenntnisse der Wissenschaft zweischneidig: Sie können bedeutende Möglichkeiten zum Guten, zum Heil des Menschen sein, aber auch – wir sehen es – zu furchtbaren Bedrohungen, zur Zerstörung des Menschen und der Welt werden. Wir brauchen Wahrheit. Aber freilich, aufgrund unserer Geschichte haben wir Angst davor, daß der Glaube an die Wahrheit Intoleranz mit sich bringe. Wenn uns diese Furcht überfällt, die ihre guten geschichtlichen Gründe hat, dann wird es Zeit, auf Jesus hinzuschauen, wie wir ihn hier im Heiligtum zu Mariazell sehen. Wir sehen ihn da in zwei Bildern: als Kind auf dem Arm der Mutter und über dem Hochaltar der Basilika als Gekreuzigten. Diese beiden Bilder der Basilika sagen uns: Wahrheit setzt sich nicht mit äußerer Macht durch, sondern sie ist demütig und gibt sich dem Menschen allein durch die innere Macht ihres Wahrseins. Wahrheit weist sich aus in der Liebe. Sie ist nie unser Eigentum, nie unser Produkt, sowie man auch die Liebe nicht machen, sondern nur empfangen und weiterschenken kann. Diese innere Macht der Wahrheit brauchen wir. Dieser Macht der Wahrheit trauen wir als Christen. Für sie sind wir Zeugen. Sie müssen wir weiterschenken in der Weise, wie wir sie empfangen haben.

Papst Benedikt XVI., Predigt in Mariazell am 8. September 2007


Kannibalismus
Müchler: Was eigentlich ist aus Ihrer Sicht das Neue, das zutiefst Beunruhigende an dem, was die biomedizinische Forschung möglich gemacht hat. Was sind in dieser Debatte, in der vieles zur Zeit zerfließt, die essentiellen Punkte?
Prof. Spaemann: Es sind wohl zwei Dinge. Das eine ist die Vorstellung, durch Zugriff auf die menschliche Erbmasse einen Menschen nach unserem Bild zu entwerfen in Zukunft, nach unserem Design. Die Vorstellung, dass das Bescheidene, was Erziehung bisher gemacht hat, und Erziehung ist immer reversibel, sie greift nicht in die Substanz des Menschen ein, dass das jetzt durch Züchtung ersetzt werden soll, ist aus Gründen, über die wir vielleicht noch sprechen können, etwas, was ich für wirklich tief erschreckend halte. Das zweite ist, dass die Menschheit anfängt, ihren eigenen Nachwuchs im frühesten Stadium zu verbrauchen, um die Lebensqualität anderer, erwachsener Menschen zu verbessern. Dies betrachte ich als Kannibalismus schlimmster Art. Ja, das ist der zweite Punkt, den ich für bedrohlich halte.

Robert Spaemann in einem Interview mit Günter Müchler, das im Deutschlandfunk am 21. Oktober 2001 als “Interview der Woche” ausgestrahlt wurde, zur Problematik der Stammzellforschung.


“ ... Ich wünsche und hoffe immer noch, einen Gefährten zu bekommen; ich habe jetzt einen sehr guten, einen ausgezeichneten Priester in Aussicht ... Mir persönlich fehlt nichts, da ich einsam zu Füßen des heiligen Tabernakels lebe, Jesus Tag und Nacht nahe bei mir habe und jeden Morgen die heilige Messe lesen kann. Ich spüre kein Bedürfnis nach Gesellschaft, ich fürchte sie eher, da ich die Einsamkeit mit Jesus aufs äußerste auskoste und die Verantwortung fürchte. Aber ich müßte Jesus sehr wenig lieben, wenn ich meinen eigenen Geschmack in Betracht ziehen wollte; und wenn ich nur Seine Verherrlichung, das Einzige, das es zu sehen gilt, in Betracht ziehe, so wäre es viel besser, wenn ich einen guten und heiligmäßigen Priester bei mir hätte; es wäre eine Messe mehr, mehr Gebete, man würde zu zweit anbeten und das Officium divinum zu zweit rezitieren ...”
Der sel. Charles de Foucauld in einem Brief vom 9. Februar 1908, den er von Tamanrasset aus an seinen Beichtvater Abbé Henri Huvelin (1838 - 1910) schrieb. Foucauld hielt sich vom 6. Juli 1907 bis zum 25. Dezember 1908 in Tamanrasset auf. Tamanrasset liegt im Süden Algeriens in der Sahara, im Gebiet der Tuareg. Neun Tage zuvor war ihm die Sondererlaubnis des hl. Papst Pius X. mitgeteilt worden, die hl. Messe auch ohne Volk und Ministrant feiern zu dürfen, nachdem er ein halbes Jahr auf die Zelebration hatte verzichten müssen. Während seines fünften Aufenthalts in Tamanrasset wurde Foucauld am 1. Dezember 1916 von Mitgliedern der islamischen Sanusiya-Bruderschaft ermordet.


Kurienreform

Vor 100 Jahren reformierte der hl. Papst Piux X. durch die Konstitution Sapienti consilio vom 29. Juni 1908 die römische Kurie. Papst Johannes Paul II. würdigte seinerseits diesen historischen Schritt in seiner Apostolischen Konstitution Pastor bonus über die römische Kurie vom 28. Juni 1998:

“Mit dem Wechsel der Jahrhunderte und der geschichtlichen Umstände und mit den Veränderungen der sachlichen Gegebenheiten wurden einige Anpassungen und Veränderungen vorgenommen, vor allem als im 19. Jahrhundert Kardinalskommissionen eingerichtet wurden, deren Aufgabe es war, neben den übrigen Dikasterien der Römischen Kurie dem Papst zur Seite zu stehen. Schließlich ist durch die Anstrengungen und auf Geheiß unseres Vorgängers, des hl. Pius X., die Apostolische Konstitution Sapienti consilio herausgegeben worden, und zwar am 29. Juni 1908, in der er, auch unter der Rücksicht, daß die kirchlichen Gesetze im Codex Iuris Canonici zusammengefaßt werden sollten, schrieb: ‘Es erschien als sehr angebracht, bei der Römischen Kurie den Anfang zu machen, damit diese, in geeigneter und in für alle verständlicher Form geordnet, dem Papst und der Kirche ihre Hilfe leichter und ihren Beistand vollkommener gewähren könne.’ [Vgl. AAS 1 (1909) 8] Die hervorragenden Ergebnisse dieser Reform waren: Die heilige Römische Rota, die im Jahr 1870 aufgehoben worden war, wurde dadurch wieder eingerichtet, damit sie die gerichtlichen Angelegenheiten behandle, während die Kongregationen, nach dem Verlust der gerichtlichen Kompetenzen, ausschließlich zu Verwaltungsorganen wurden. Außerdem wurde der Grundsatz eingeführt, daß sich die Kongregationen ihres eigenen, unübertragbaren Rechts erfreuen sollten, das bedeutet, daß die einzelnen Angelegenheiten von ihrem jeweils zuständigen Dikasterium und nicht von mehreren zugleich behandelt werden sollten.
Diese Reform von Pius X. wurde später im Codex Iuris Canonici, der von unserem Vorgänger Benedikt XV. im Jahre 1917 promulgiert wurde, bekräftigt und vervollständigt, und blieb praktisch unverändert bis zum Jahre 1967, nicht lange nach dem Abschluß des II. Vatikanischen Konzils, während dessen die Kirche ihr eigenes Geheimnis tiefer erforschte und die Leitlinien ihrer eigenen Sendung mit größerem Engagement entwarf.”


Ist die Religion ein Feind der Wissenschaft?

“Religion ist der szientistischen Weltanschauung entgegengesetzt, die davon ausgeht, unser einziger Zugang zur Wirklichkeit sei die Wissenschaft. Wenn ich einen Menschen liebe und ihn sehr gut kenne, dann ist mein Zugang zu ihm kein wissenschaftlicher. Im Gegenteil, ich würde diesen Menschen von mir entfremden, wenn ich anfinge, ihn zu psychologisieren und ihn mit wissenschaftlichen Kategorien zu betrachten. Es gibt in diesem Sinne eine Grenze der Wissenschaft. Gott kommt im innerweltlichen Bereich der Wissenschaft nicht vor, so wie der Projektor eines Films im Film nicht vorkommt. Insofern ist die Religion etwas, das der Wissenschaft Grenzen setzt.
Gleichzeitig muss man aber sagen, dass es der religiöse Glaube ist, der das Vertrauen in die Vernunft kräftigt. Nietzsche hat gesehen, dass die Wissenschaft der Aufklärung eine Tendenz hat, sich selbst aufzuheben. Nietzsche sagte einmal, wenn die Wissenschaft die Idee von Gott aufgehoben hat, dann hat sie auch ihre eigenen Grundlagen zerstört, nämlich den Glauben an Wahrheit. Denn wenn es Gott nicht gibt, dann gibt es keine Wahrheit. Dann gibt es nur individuelle Perspektiven, doch es gibt die Wirklichkeit als solche nicht. Wenn heute die Hirnforschung versucht, die menschliche Vernunft, das Ich, das Selbst aufzulösen, so ist das ein schönes Beispiel dafür, wie die Religion die Vernunft und die Wissenschaft gegen ihre immanente Tendenz der Selbstaufhebung verteidigt. Verteidigung der Wissenschaft und der Vernunft und Grenzsetzung für die wissenschaftliche Weltanschauung sind eng miteinander verbunden.”

Der Philosoph Robert Spaemann im Interview mit Judith Hardegger in Forum. Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich, Ausgabe vom 24. Januar 2008


Kulturrevolution in Frankreich?

“Der republikanische Brauch gebietet, dass Repräsentanten des Staates keinen offiziellen Umgang pflegen mit den Vertretern irgendeiner Glaubensgemeinschaft. Mit anderen Worten: Als Privatmann dürfte der gläubige Katholik Sarkozy den Papst durchaus empfangen, als Staatspräsident hingegen nur das Staatsoberhaupt des Vatikans. Solche Haarspalterei gepaart mit einem millimetergenauen Protokoll galt als Dogma - bis gestern. In einem gut aufeinander abgestimmten Doppel haben Nicolas und Benedikt begonnen, das Verhältnis von Kirche und Staat in Frankreich neu auszuloten.
Vor Sarkozy jedenfalls hatte es noch kein Hausherr im Élysée-Palast gewagt, öffentlich die christlichen Wurzeln seines Landes hervorzuheben und für einen Dialog des Staats mit den Religionen zu werben. In seiner Entgegnung plädierte dann auch Benedikt XVI. für einen ‘sachlichen und positiven Dialog’, der die Unterscheidung zwischen politischem und religiösem Bereich zwar nicht aufheben solle, wohl aber das ‘Misstrauen der Vergangenheit gegenüber der Kirche’. Sarkozys Aufruf zu einem ‘positiven Laizismus des Dialogs, der Toleranz und des Respekts’ kommt im Mutterland der radikalen Säkularisierung einer Kulturrevolution recht nahe.”

Peter Heusch in der Kölnischen Rundschau über den Frankreichbesuch des Papstes am 12. September 2008.


“Jesus ist ein verborgener Schatz, ein unschätzbares Gut, das wenige Seelen zu finden vermögen, denn es ist verborgen, und die Welt liebt, was glänzt. Wenn Jesus sich allen Seelen mit seinen unaussprechlichen Gaben hätte zeigen wollen, dann hätte keine einzige ihn verachtet. Doch Er will nicht, dass wir ihn seiner Gabe wegen lieben. Er selbst muß unser Lohn sein.”
Die hl. Therese von Lisieux in einem Brief vom 2. August 1892 an ihre Schwester Céline.


Der Strom aller Gnaden

“Wir alle müssen uns mit aufrichtiger Liebe dem Studium der christlichen Lehre hingeben, um zugleich mit allen übrigen Wahrheiten unserer heiligen Religion zu erkennen, dass die Eucharistie der Mittelpunkt unseres Glaubens, das Endziel jeder anderen Andachtsübung, die Quelle alles Guten, die Vollendung aller anderen Sakramente, der Inbegriff der göttlichen Geheimnisse, der Strom aller Gnaden, das Linderungsmittel für alle Schmerzen, das Brot des Lebens, die Zehrung für die Reise in die Heimat, das Unterpfand und der Vorgenuss der Himmelsglorie ist.”

Hl. Papst Pius X.


Du bist gestorben, Jesus, aber für die Seelen entsprang eine Quelle des Lebens. Für die ganze Welt öffnete sich ein Meer der Barmherzigkeit. O Born des Lebens, unergründliche Barmherzigkeit Gottes, beherrsche die ganze Welt und ergieße Dich über uns.

Hl. Faustina Kowalska in ihrem Tagebuch unter dem Datum des 10. Oktober 1937.


Sieh nicht, was andere tun

Sieh nicht, was andere tun,
Der andern sind so viel,
Du kommst nur in ein Spiel,
Das nimmermehr wird ruhn.

Geh einfach Gottes Pfad,
Lass nichts sonst Führer sein,
So gehst Du recht und grad
Und gingst du ganz allein.

Christian Morgenstern (1871 - 1914)


Hölle

Jesu Erlösungstat ohne die Voraussetzung der Hölle ist so sinnlos wie ein Elfmeterschießen ohne gegnerische Mannschaft.

Der Atheist Michael Schmidt-Salomon im Streitgespräch mit dem Hannoverschen Landesbischof Ralf Meister auf dem Deutschen Humanistentag, der vom 1. bis 4. Mai in Hamburg stattfand. Für Schmidt-Salomon sind Christen, die noch an die Auferstehung und die Existenz der Hölle glauben, überzeugender als liberale Christen, die an "nicht eingestandener Säkularisierung" leiden. Meister meinte, schon Martin Luther habe die Vorstellung von einer Hölle “erledigt”. Quelle: IdeaSpektrum vom 8. Mai, S. 6.


Gesinnung

Wie auch toll die Welt es treibe,
Wie auch alles sich verkehre,
Dass sich selbst er treu verbleibe,
Ist des Mannes Stolz und Ehre.

Was da glitzert, schillert, schimmert,
Staunend mag’s der Markt begaffen,
Doch du sollst drum unbekümmert
Immer nur das Rechte schaffen.

Karl Egon Ebert, 1801-1882


Zwei Kerne

Mit der wertfreien Wissenschaft haben wir zwei Grenzen überschritten, die wir hätten meiden müssen, und beide Male handelt es sich um die Manipulation eines Kerns: des Atomkerns und des Zellkerns.

Der Chemiker Erwin Chargaff (1905-2002)


Über Märchen

"Die Religion ist ein Märchen für diejenigen, die sich vor der Dunkelheit fürchten," Stephen Hawking, Physikprofessor. Die Antwort von Mathematikprofessor John Lennox: "Der Atheismus ist ein Märchen für diejenigen, die sich vor dem Licht fürchten."

Zum Thema Atheismus


In welchem Licht?

“Gott hat viele Wege, um uns an sich zu ziehen. Er verbirgt sich oft vor uns. Der Glaube allein, der uns nie im Stich läßt, auch nicht in Zeiten der Not, soll unsere Stütze und der Felsengrund unseres Gottvertrauens sein.”

“Gott weiß am besten, was uns not tut. Alles, was Er tut, ist für uns das Beste. Wenn wir wüssten, wie sehr Er uns liebt, wir wären immer bereit, mit Gleichmut und ohne Murren Glück und Bitterkeit aus Seiner Hand entgegenzunehmen. Die bittersten Leiden erscheinen nur dann untragbar, wenn wir sie im falschen Licht sehen.”

Bruder Lorenz von der Auferstehung

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