Das Portal
zur katholischen Geisteswelt


Zum
Inhalts-
verzeichnis
Zum
biographischen Bereich

Impressum

Das katholische Informationsportal kath-info
dient der theologischen Aufklärung
und bietet Ihnen Beiträge zu Themen der katholischen Welt.

Die Beiträge unterliegen in der Regel dem Urheberrecht.

Zum Autorenverzeichnis

Sie befinden sich im ersten Teil
des blauen Bereichs des PkG (Buchstaben A bis G)
Zum zweiten Teil
Zum dritten Teil

Die neuesten Beiträge finden Sie jeweils auf der Startseite

Zum philosophischen Bereich
Zum
liturgischen Bereich

Links

Themen

Abba
Abschuß
abuse
Abtreibung
Abtreibung II
Advent
Ägypten
AIDS
Amoris laetitia
Amtsverzicht
Annaverehrung
Apokalypse
Ärgernis
Auferstehung
Auster
B16 Bundestag
Barmherzigkeit
Barmherzigkeit II
Barmherzigkeit III
Befreiungstheol.
Beichte
Bekehrung
Belgrad
Benedikt XVI.
Besessenheit
Beten
Bischof
Bischofsamt
Bischofsberater
Bischofsweihen 88
Bischofsweihen II
Borromäusverein
Chesterton G.K.
Christenverfolgung
Christkönigtum
Christozentrismus
CiG
Cloyne Report
Darwinismus
DH
Dialog
Discretio
Dogma
Dogma u. Leben
Doppelwirkung
droben
Drusen
Effetha
Ehe
Ehe und Familie
Einwohnen
Eizellenhandel
Ekklesiologie
Embryo
Emmaus

Über das nachsynodale Schreiben "Amoris lætitia"

Erklärung von P. Bernhard Gerstle

Das Rundschreiben Amoris laetitia von Papst Franziskus ist mit Spannung erwartet worden. Es enthält die Sichtweise des Papstes zum Thema „Ehe und Familie“, das bei der Bischofssynode in Rom ausführlich und kontrovers diskutiert wurde.

Der nun veröffentlichte Text des Heiligen Vaters enthält zweifellos zahlreiche schöne und wertvolle Gedanken über die menschliche Liebe, über Ehe und Familie. Während der Papst das brisante und heiß diskutierte Thema „Homosexualität“ unerwähnt lässt, geht er auf die Frage des Umgangs mit wiederverheiratet Geschiedenen näher ein. Ebenso auf die Frage, ob es möglich ist, ihnen die hl. Sakramente der Buße und der hl. Eucharistie zu spenden.

Die Kirche hat in dieser Frage bisher stets eine eindeutige Haltung bezogen, auch wenn sich längst in vielen Kirchengemeinden eine Praxis des Kommunionempfangs entwickelt hat, die von den objektiven kirchlichen Normen abweicht. Aus gewissen innerkirchlichen Kreisen wird ja schon seit vielen Jahren immer wieder die Forderung erhoben, die Kirche solle sich mit ihren moralischen Ansprüchen endlich an die „Lebenswirklichkeit“ vieler Menschen anpassen. In Verbindung mit der Forderung nach dem Kommunionempfang von wiederverheiratet geschiedenen Katholiken geht es deshalb bei Etlichen letztlich nur darum, dass die Kirche eine bisher unerlaubte Praxis, die sich im Ungehorsam breit gemacht hat, nachträglich absegnet.

Papst Franziskus ermächtigt nun in „Amoris lætitia“ die einzelnen Priester und Seelsorger, jeden Einzelfall im Hinblick auf die Spendung der heiligen Sakramente (Buße und Kommunion) zu prüfen. Ohne dies von sexueller Enthaltsamkeit abhängig zu machen, falls eine äußere Trennung aus bestimmten Gründen nicht möglich ist, schließt er nun solche, die in einer irregulären Situation leben (das gilt auch für unverheiratet Zusammenlebende) nicht mehr generell vom Sakramentenempfang aus. Das ist tatsächlich ein Novum und wird demzufolge von den Vertretern der liberalen Richtung als bahnbrechend und richtungsweisend bejubelt. Von jenen hingegen, die sich an die gültige Lehre der Kirche gebunden fühlen und eine Aufweichung der Unauflöslichkeit der Ehe befürchten, besteht ein berechtigter Anlass zu großer Sorge, dass nun vollends ein Dammbruch in dieser Frage erfolgt.

Die kirchliche Lehre, wonach die Gültigkeit der hl. Beichte und die Erlaubtheit der hl. Kommunion von wahrer Reue abhängig ist, welche immer auch die Bereitschaft einschließt, die schwere Sünde nach Möglichkeit zu meiden, wäre damit aus den Angeln gehoben. Dies würde einen Bruch mit den elementaren Prinzipien der kirchlichen Morallehre bedeuten, wie sie zuletzt noch der hl. Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Veritatis Splendor“ sowie in seinem apostolischen Schreiben „Familiaris Consortio“ als unveränderliche Lehre der Kirche bekräftigt hat.

Insofern haben wir nun mit diesem postsynodalen Schreiben des Papstes ein großes Problem, das innerhalb der Kirche Spaltungen provoziert und die Einheit gefährdet. Dass Kardinal Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation in seinem Bemühen um Schadensbegrenzung betont, Papst Franziskus hätte sich deutlicher äußern müssen, wenn er die Absicht gehabt hätte, die Lehre der Kirche zu ändern, lässt das Dilemma nur umso schärfer hervortreten. Gleichzeitig macht sich die Kirche mit der Möglichkeit, die Sakramente auch jenen zu spenden, welche in einer schweren moralischen Unordnung leben, gegenüber jenen Gläubigen unglaubwürdig, die teilweise unter großen persönlichen Opfern nach einer gescheiterten Ehe aus Liebe zu Gott und aus Treue gegenüber seinen Geboten auf einen neuen Partner verzichtet haben und sexuell enthaltsam leben. Müssen sie sich nicht betrogen fühlen, indem sie im Gehorsam gegenüber Gott und der Kirche auf ein großes menschliches Glück verzichtet haben, um ihr ewiges Heil nicht zu gefährden und die hl. Sakramente guten Gewissens zu empfangen?

Wir können nur hoffen und beten, dass Papst Franziskus der entstandenen Verunsicherung begegnet, indem er nachträglich einige Klarstellungen vornimmt.

Wigratzbad, 19. Mai 2016
P. Bernhard Gerstle FSSP
Distriktsoberer des deutschsprachigen Raumes


Barmherzigkeit: Wer ist ihr authentischer Interpret?

Wie zuvor schon Karl Rahner in den 1950-iger Jahren in einem Aufsatz, der alle wesentlichen, noch heute gültigen Argumente enthält, hat Johannes Paul II. die Situationsethik abgelehnt und in seiner Enzyklika Veritatis Splendor verurteilt. Auch mit diesem Lehrschreiben bricht Amoris Laetitia. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es Johannes Paul II. war, der sein Pontifikat unter das Thema der göttlichen Barmherzigkeit gestellt hat, ihr seine zweite Enzyklika widmete, in Krakau das Tagebuch der Schwester Faustyna entdeckte und sie später heiligsprach. Er ist ihr authentischer Interpret.

Robert Spaemann im Interview mit Anian Christoph Wimmer von der CNA: “Ein Bruch mit der Lehrtradition" – Robert Spaemann über Amoris Laetitia


Sorgen

Ich muss zugeben, dass mir also manches Sorgen macht. Allerdings will ich mich nicht in Debatten über den Wert von Fußnoten, vollständigen oder unvollständigen Zitaten einlassen. Zu denken gibt aber der Applaus, der aus dem Lager jener kommt, die sehnsuchtsvoll eine Änderung der kirchlichen Morallehre erwartet haben, die seit Jahrzehnten, die Pastoral von der Lehre lösen und zweite Verbindungen segnen. Sollte ein Dokument, das Ergebnis einer zweijährigen weltweiten Debatte ist, nicht so klar formuliert werden, dass es keiner langatmigen Interpretationen lehramtstreuer Bischöfe und Theologen bedarf, um hervorzuheben, es stelle keinen Bruch in der Lehre der Kirche dar?

Aus: Christof Gaspari, Amoris laetitia - heftig umstritten, Vision2000 3/2016, S. 25


Bitte um Richtigstellung

Prof. Dr. Josef Seifert, ein katholischer Philosoph aus der Schule Dietrichs von Hildebrand, hat unter dem Titel Die Freude der Liebe: Freuden, Betrübnisse und Hoffnungen einen ausführlichen Aufsatz über Amoris laetitia veröffentlicht, dessen Quintessenz nach eigenen Worten so lautet:

“Wenn es nicht möglich ist, wie es nicht möglich scheint, die im Artikel genannten und andere Erklärungen in AL in Kontinuität mit dem beständigen Lehramt der Kirche zu interpretieren, bitten wir demütig, aber stark und entschieden den Papst Franziskus, den Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, Sätze, die fast jeder Leser von AL in irrigem Sinn, der der Heiligen Schrift und der Lehre der Kirche widerspricht, verstehen muß, richtigzustellen und verheerende Interpretationen der Aussagen von AL entschieden zurückzuweisen. Geschieht dies nicht, werden immer mehr Bischofskonferenzen (wie die philippinische) zwangsläufig recht bald AL schlecht oder falsch interpretieren oder irrige Sätze ihrer Pastoral und ihrem Lehramt zugrundelegen. Da der Papst selbst, und nicht bösartige Journalisten oder Interpreten diese und andere Dinge gesagt oder geschrieben haben, halte ich es für die Pflicht aller Katholiken, den Papst demütig, aber mit aller Entschiedenheit zu bitten, Irrtümer durch die Wahrheit, falsche Interpretationen durch richtige, verworrene durch klare Aussagen zu ersetzen. So daß das Wort der Heiligen Schrift und der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium, daß die Kirche die ‘feste Säule der Wahrheit’ ist und der Papst, wenn er in Einklang mit dem Evangelium und der Kirche lehrt, unser höchster Lehrer der Wahrheit ist, in ihrem Glanz neu aufleuchten.”


Eine fatale Situation

Das ernüchternde Fazit lautet: Kapitel 8 von AL (Amoris Laetitia) ist so formuliert, dass sich sowohl Befürworter als auch Gegner einer Kommunionzulassung in ihrer Auffassung bestärkt fühlen können. Wer den Text in Kontinuität mit der bisherigen Praxis der Kirche lesen will, kann dies tun; wer die Einführung einer neuen Praxis favorisiert, kann sich ebenfalls auf den Text berufen. Eine fatale Situation.

Aus dem Artikel: P. Markus Christoph SJM, Papstschreiben in Diskussion, eine Analyse von Amoris Laetitia, in: Der Ruf des Königs Nr. 58, 2/2016, S. 4.


Die vorbereitenden Familiensynoden

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

Zu den neuesten Beiträgen