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Das Fegfeuer

Von P. Martin Ramm

Ein gesundes Auge liebt das Licht, ein krankes Auge aber hasst das Licht. Bei manchen Augenkrankheiten kann es sehr schmerzhaft sein, das Sonnenlicht ertragen zu müssen. Und wenn das Auge längere Zeit im Finstern war, bereitet ihm ein plötzliches helles Licht Schmerzen. Man kann dann das Licht nicht gleich ertragen, sondern muss sich erst langsam daran gewöhnen.

Ganz ähnlich ist es mit der Seele im Augenblick des Todes. Es gibt dann drei Möglichkeiten. Entweder ist sie ganz im Licht. Dann wird sie sofort in die himmlische Herrlichkeit eingehen. Oder sie hasst das Licht. Dann könnte für sie nichts schrecklicher sein, als den Anblick Gottes ertragen zu müssen, und sie wird sich selbst in die Finsternis der Hölle stürzen. Oder sie ist zwar nicht Feind des Lichtes, aber sie ist auch nicht ganz im Licht.

Dies ist der Zustand jener, die zwar in der Gnade Gottes gestorben, aber mit noch ungebüßten zeitlichen Sündenstrafen oder noch nicht getilgten lässlichen Sünden behaftet sind. Solange nur ein Schatten von Finsternis in ihnen ist, vermögen sie die Fülle des göttlichen Lichtes, an der sich die Heiligen im Himmel erfreuen, noch nicht zu ertragen. Sie werden Gott danken, dass es einen Ort gibt, um sich langsam an das Licht zu gewöhnen. Diesen Ort jenseitiger Läuterung nennt die Tradition der Kirche ‚Fegfeuer’ [vgl. KKK 1030].

Heimweh

Heimweh kann für ein Kind sehr schmerzlich sein. Jeder Augenblick erscheint ihm dann unendlich lang, und es vergeht förmlich in Sehnsucht nach der Heimat.

Ähnlich ergeht es den Seelen im Fegfeuer. Nachdem sie im Gericht einen Strahl des göttlichen Lichtes geschaut haben, erfasst sie eine unbeschreiblich große Sehnsucht nach Gott. Doch selbst das intensivste menschliche Heimweh ist nur ein schwaches Bild für jene Sehnsucht, mit welcher sie sich nach der ewigen Heimat bei Gott sehnen. Jede Faser ihres Wesens drängt danach, sich mit Gott zu vereinen, von dem sie aus eigener Schuld noch getrennt sind. Dieses ‚Heimweh’ lässt ihnen jeden Augenblick wie eine Ewigkeit erscheinen.

Die ‚Theologin des Fegfeuers’

Eine eindrückliche Erklärung über das Fegfeuer findet sich in den Schriften der hl. Katharina von Genua [1447-1510].

Sie schreibt, dass dort einerseits allergrößte Zufriedenheit herrscht, denn die Seelen sind im Willen ganz mit Gott geeint, und ihr einziges Verlangen ist es, geläutert zu werden.

Andererseits aber herrscht dort allergrößte Pein darüber, von Gott noch getrennt zu sein. Gott hat nämlich jede Seele mit einem sicheren beseligenden Drang auf sich hin erschaffen. Dieser Drang kann im Leben durch die Sünde zwar zugedeckt und die Seele wie durch ‚Rost’ gleichsam verkrustet werden. Auslöschen aber kann man ihn niemals.

Im Moment des Gerichtes wirft Gott dann einen ‚verbindenden Liebesblick’ auf die Seele und zieht sie mit unwiderstehlicher Macht an sich. In einem Augenblick erkennt sie mit letzter Klarheit, dass sie für Gott erschaffen und dass er allein ihr Glück und ihre Seligkeit ist. Sie erfasst aber auch, was es um die Sünde ist, die sie noch von Gott trennt.

Die hl. Katharina beschreibt die göttliche Wesenheit als von solcher Reinheit und Lauterkeit, mehr, als ein Mensch sich vorstellen kann, „so dass die Seele, die eine so minimale Unvollkommenheit an sich hätte, als der kleinwinzigste Splitter groß ist, sich so schnell wie möglich in tausend Höllen stürzen würde, um ja nicht mit diesem ganz minimalen Makel in seiner Gegenwart zu erscheinen”. Weil die Seele also erkennt, dass das einzige Hindernis ihrer Verbindung mit Gott die Sünde ist und dass sie davon nicht anders als im Fegfeuer befreit werden kann, findet sie darin große Barmherzigkeit und stürzt sich sogleich freiwillig dort hinein.

In dieser Läuterung wird dann gleichsam der ‚Rost’ der Sünde getilgt, so dass die Sehnsucht nach Gott immer größer und größer wird.

Schließlich wird es nichts mehr geben, was geläutert werden könnte, und „selbst wenn die geläuterte Seele weiter in das Feuer hineingehalten würde, so wäre das für sie nicht mehr schmerzlich, es wäre vielmehr nur noch das Feuer der göttlichen Liebe.” (Ferdinand Holböck, Die Theologin des Fegfeuers, Christiana-Verlag 1991, S. 103-126)

Arme Seelen

Obgleich sie ihres ewigen Heiles sicher sind, nennt man sie doch ‚arme’ Seelen, weil sie in ihrem Zustand für sich selbst nichts mehr tun können. An die Stelle aktiver Genugtuung [satisfactio] tritt ein rein passives läuterndes Leiden [satispassio].

Schon seit frühester Zeit hat die Kirche das Andenken an die Verstorbenen in Ehren gehalten, denn wenn sie auch für sich selbst nichts mehr tun können, so können doch wir dank der Gemeinschaft der Heiligen den armen Seelen durch Gebet und Almosen, durch das hl. Messopfer und durch die Gewinnung von Ablässen helfen [vgl. KKK 1032].

Es handelt sich bei diesem Text um einen Ausschnitt aus dem Büchlein von P. Martin Ramm "Die letzten Dinge", kostenlos zu beziehen auf der Website unseres Schriftenapostolats.


Über den Himmel

Der hl. Alfons über das Sterben

Ein weiterer Beitrag von P. Ramm: Über die Opferung.

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