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* * * 10. März Von Prof. Dr. Dr. Julius Beßmer SJ Zweiter Teil Seit Locke und Lessing sind die Vertreter des deistischen Gottesbegriffes Sturm gelaufen gegen die übernatürliche Offenbarung. Die Modernisten haben sich die Einwürfe der Rationalisten zu eigen gemacht und präsentieren sie jetzt als allerneueste Weisheit einer staunenden Welt. Um sich den Kampf zu erleichtern, geben sie sich den Anschein, als gelte ihr Angriff den bösen “Theologen”, und doch gilt ihr Streit der katholischen Auffassung selber. Der katholische Begriff der übernatürlichen Offenbarung religiöser Wahrheiten soll fallen. Das zeigt der Haupteinwand, in welchem allerdings die katholische Lehre schon verzerrt wird. Man darf, so wird gesagt, die Offenbarung nicht auffassen “als die gewaltsame und unvorhergesehene Einflößung von fertigen Ideen in einen menschlichen Verstand und in ein menschliches Gehirn”; wie kann der Mensch Ideen bekommen, die sich nicht in ihm gebildet haben, wie konnte er Ideen verstehen, die durch keine sinnliche Anschauung vorbereitet waren? “Das Denken der Organe der Offenbarung bewegt sich nicht in ganz anormalen Bahnen und unter physiologischen und psychologischen Voraussetzungen, die sich sonst nirgends finden.... Die Würde der Offenbarung verlangt nicht, dass man aus der Offenbarung einen göttlichen Wahnsinn und die Frucht eines künstlichen Mechanismus macht, dessen Begriff sich nicht einmal philosophisch erfassen lässt” (Firmin-Loisy, L’idee de la revelation, in Revue du Clergé français XXI, Janvier 1900). Ziehen wir von dieser Einwendung zuerst die Anschuldigung ab, als lehrten die katholischen Theologen, die Offenbarung sei ein “gewaltsamer Eingriff, ein künstlicher Mechanismus, ein anormaler (d. h.pathologischer) Vorgang, ein göttlicher Wahnsinn”. Es würde den Modernisten wohl gelingen, solche Vorstellungen bei Häretikern, nicht aber in der katholischen Theologie zu finden. Was nach Abzug dieser unqualifizierbaren Insinuationen noch übrig bleibt, ist die Behauptung: Gott könne keine Wahrheiten dem Menschengeiste einflößen, es gebe nur Wahrheiten, die der Mensch selber schafft, nur Vorgänge, die rein aus den physiologischen und psychologischen Faktoren sich erklären lassen. Solche Behauptungen leugnen direkt den Offenbarungsbegriff der katholischen Kirche. Loisy hat sich keine Mühe genommen, sie zu beweisen. Hätte er einen Beweis versucht, so wäre klar zu Tage getreten, dass im Hintergrund die Leugnung des Übernatürlichen steht. Was soll es denn für Schwierigkeiten bieten, dass der persönliche Gott eingreifen kann in das intellektuelle Leben seines Geschöpfes, und dass auf diese Weise Begriffe und Urteile entstehen, für welche die rein physiologischen und psychologischen Faktoren ebendeshalb keine genügende Erklärung bieten, weil bei ihrem Werden noch ein anderer Faktor Gott in besonderer Weise eingegriffen hat? Was soll es für Schwierigkeiten bieten, dass Gott dem Menschen neue Begriffe, fertige Urteile beibringe? Es hieße Gottes Macht und Weisheit selbst unter den Menschen erniedrigen, wenn man leugnen wollte, dass der Schöpfer mit seinem vernunftbegabten Geschöpfe verkehren und dasselbe belehren könne. Die Modernisten wagen nicht, das Wort Offenbarung zu tilgen. Aber was bieten sie zum Ersatz für den alten katholischen Begriff der Offenbarung? Loisy erklärt uns in Autour d’un petit livre (S.195 f) den modernen Offenbarungsbegriff also: “Welches immer die äußeren Umstände seien, an welche sich das Erwachen und die Fortschritte der religiösen Erkenntnis des Menschen heften, das, was man Offenbarung nennt, konnte nichts anderes gewesen sein als das Bewusstsein, welches der Mensch von seiner Beziehung zu Gott erwarb (Anmerkung Beßmer: Eine genaue Analyse der niemals vollständig klaren, oft ob gewollt oder ungewollt sich widersprechenden Ausführungen Loisys ergibt in seiner “Offenbarung” drei Stufen: 1° Intuition surnaturelle et expérience religieuse; 2° assertions primitives de la foi; 3° spéculations de la “doctrine” et explications autorisées. Von diesen bildet bei Loisy das erste Moment die eigentliche “Offenbarung”, das zweite und dritte stellen bereits die geistige Verarbeitung der Offenbarung dar. Diese Auffassung von Offenbarung deckt sich vollständig mit dem, was die Enzyklika Pascendi als diesbezügliche Lehre der Modernisten schildert.) Was ist die christliche Offenbarung in ihrem Prinzip und ihrem Ausgangspunkt, wenn nicht die Wahrnehmung in der Seele Christi von der Beziehung, die Christus selbst mit Gott einte, und derjenigen, welche alle Menschen mit ihrem himmlischen Vater verknüpft? …. Das, was in einem gegebenen Augenblick zum Anfang der Offenbarung wurde, war die Wahrnehmung so rudimentär man dieselbe auch voraussetzen mag der Beziehung, die bestehen muss zwischen dem seiner selbst bewussten Menschen und dem hinter der Erscheinungswelt gegenwärtigen Gott.” Wir finden in dieser Ausführung Wort für Wort einen Satz, den das Dekret Lamentabili sane verurteilt hat. Loisy schickt seiner Behauptung zwei Sätze voraus, von denen jeder ein grundstürzender Irrtum ist. Er sagt, wenn auch verhüllt, Gottes Tätigkeit sei nicht verschieden von der menschlichen Betätigung der natürlichen Kräfte. Damit wird die zuvorkommende Gnade, vor allem jede Gnade innerer Erleuchtung geleugnet. Loisy behauptet ferner, was Gott biete, gehe nie hinaus über die natürliche Fassungskraft des Menschen, ja es gebe keine religiösen Ideen, die nicht abhängig wären von der natürlichen intellektuellen und sittlichen Entwicklung der Menschen. Dadurch spricht er dem Menschen die Befähigung ab, die Offenbarung göttlicher Geheimnisse zu empfangen. Das ist die vollständige Leugnung der übernatürlichen Ordnung. Der Beweis, welchen Loisy für seine Behauptung versucht, die Offenbarung sei nur das von Menschen mit seinen natürlichen Kräften gewonnene Bewusstsein seines Verhältnisses zu Gott, steht auf tönernen Füßen. Es ist wahr, der Hauptzweck, den Gott bei seinen Offenbarungen im Auge hat, ist, uns aufzuklären über unsere Beziehungen zu ihm, aber unwahr wäre die Behauptung, es handle sich dabei einzig oder auch nur in erster Linie um die rein natürlichen Beziehungen zu Gott; und ebenso unwahr wäre es, zu behaupten, Gottes Offenbarungen beschränkten sich auf die Belehrung über unsere Beziehungen zu Gott. Unser ewiges Ziel und Ende, die Geheimnisse des göttlichen Lebens, die Wohltaten der Menschwerdung und Erlösung, die Geschöpfe und ihre Benutzung, all das ist direkter Gegenstand der göttlichen Belehrung. Es ist wahr, jede Offenbarung Gottes an den menschlichen Verstand kommt im Menschengeiste in der Gestalt einer Wahrheit, eines Urteils, einer Erkenntnis zum Ausdruck; aber falsch ist es, dass jede Offenbarung nichts anderes sei als eine durch eigene natürliche Kraft des Verstandes erworbene menschliche Kenntnis. Es ist endlich wahr, dass jede Offenbarung an gewisse Begriffe anknüpft, die sie entweder voraussetzt oder selber schaffen muss, aber falsch ist es, dass jemals die Offenbarung im katholischen Sinne des Wortes eine Kenntnis oder ein Urteil sei, das sich aus den schon vorhandenen Begriffen durch einen rein natürlichen Denkprozess ergibt. Offenbarung im katholischen Sinne ist wesentlich eine freie und ungeschuldete Mitteilung von Wahrheiten von Seiten Gottes. 9. März “Da Euch der Garten der heiligen Kirche anvertraut ist, müsst Ihr zuallererst die stinkenden Blumen ausrotten, die voll Unreinheit sind, voll Gier und aufgeblasen von Stolz.” Diese Passage aus einem Brief der hl. Caterina von Siena an Papst Gregor XI. zitieren Monika Metternich und Barbara Wenz in einem bemerkenswerten Kommentar zum gegenwärtigen Missbrauchsskandal. 9. März Von P. Gabriel Baumann Die Kirche hat im Laufe ihrer Geschichte schwierige Zeiten und zahlreiche Krisen erlebt. Verfolgungen, Häresien, Schismen, aber auch Krisen im Gefolge der Veränderungen, welche die Umwelt erfuhr und mit denen sie konfrontiert wurde: Invasionen, Massenbekehrungen, kulturelle Entwicklungen, Niedergang von Kulturen. Zwar ist die Kirche nicht von dieser Welt, doch sie lebt in dieser Welt; deshalb mußte sie wohl oder übel reagieren, sei es durch Ablehnung, sei es durch uneingeschränkte Annahme oder aber durch Ausweichen, Anpassung, Umgestaltung oder einfach durch geduldiges Ertragen. Seit der geistigen Eroberung des Römischen Reiches bis hin zum Sieg der Ideen der Menschenrechte in unserem 20. Jahrhundert hat die Kirche zahlreiche Schwankungen erlebt. Eines der Probleme, mit dem sie und ihr Klerus sich auseinandersetzen mußten, war der priesterliche Zölibat. Wegen der Forderungen nach Verzicht, die der Zölibat mit sich bringt, zeigt seine Geschichte - ebenso wie die Geschichte der Kirche - ein Auf und Ab. Wie so oft, haben gerade die Krisenzeiten, die Perioden, in denen man die Werte in Frage stellt, diese Geschichte am meisten geprägt. Wie zu erwarten, folgen die Perioden der Krise des priesterlichen Zölibats auf die Zeiten der Krise in der Kirche und in der Zivilisation, in der sie lebt. Die Gewinnung des Römischen Reiches und der römischen Kultur für den Glauben im dritten und vierten Jahrhundert, der Verfall des Karolingerreiches im neunten und zehnten Jahrhundert, das ausgehende Mittelalter und die Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert, der Triumph der "zweiten Aufklärung", nämlich des zum Heidentum tendierenden Naturalismus im 20. Jahrhundert, sind die Hauptetappen oder hauptsächlichen Krisen in der Geschichte des priesterlichen Zölibats, zumindest im Bereich der lateinischen Kirche. Die Grundlage für alle Lösungen Nach der modernen Ansicht befindet sich nicht nur der Mensch selbst im Zustand der Entwicklung, sondern es entwickeln sich auch die Gesetze oder Kriterien, die für seine Entscheidungen maßgebend sind, weiter und können nicht nach dem Maßstab der gestern gültigen Grundsätze beurteilt werden, entsprechend den klassischen Prinzipien der agnostischen und heidnischen Freimaurerei. Im Gegensatz dazu vertreten wir den Standpunkt, daß die Geschichte eine Lehrmeisterin des Lebens ist und daß sie uns vieles lehren kann, vor allem, wenn es sich um die Kirche handelt, diese Gemeinschaft, die nicht nur von Christus gegründet wurde, sondern in ihrem zeitlichen Ablauf auch von Ihm durch den Heiligen Geist getragen wird (Katechismus d. kath. Kirche 771, 798). Weil die katholische Kirche wirklich die einzige Braut des Erlösers ist (Lumen gentium 8), kann Christus sie nur lieben (LG 7). Es ist somit einleuchtend, daß die Lösungen und Entscheidungen, die in Krisenzeiten in der Kirche getroffen werden, den Stempel des Heiligen Geistes, des Heiligmachers, tragen, der ihr Lebensquell, ihre Seele ist (LG 7). Die im Laufe der Geschichte angewendeten Lösungen Als die Kirche anfing, sich zusehends auszubreiten, und als sie die Gunst der kaiserlichen Macht Roms gewann, setzten Bekehrungen in großem Umfang ein. Dieser Erfolg bedeutete für die Kirche eine nicht zu unterschätzende Prüfung. Die Masse der Neubekehrten besaß weder die Glut noch die Furchtlosigkeit und Unerschrockenheit der "ersten" Christen. Die kirchliche Disziplin, die viele als hart empfanden, wurde in Frage gestellt. Sogar die Anwärter auf den Priesterstand versuchten, sie zu mildern, denn sie glaubten, die lebenslängliche Keuschheit und den Zölibat nicht durchhalten zu können. Angesichts dessen, was manch einer als die "Zeichen der Zeit" ansehen wird, reagierte die Kirche mit Entschiedenheit, indem auf verschiedenen Synoden und in den Konzilien von Elvira und Arles bereits Anfang des vierten Jahrhunderts daran erinnerte, daß die Priester nicht heiraten dürfen. Ja, noch mehr: In diesem vierten Jahrhundert, das als das "goldene Jahrhundert" der patristischen Epoche bezeichnet wird, ging die Tendenz der lateinischen Kirche dahin, den uneingeschränkten Zölibat nach dem Beispiel der heiligen Bischöfe zu praktizieren ("Uneingeschränkter Zölibat" bedeutet Verzicht auf die Möglichkeit, vor dem Empfang der Priesterweihe zu heiraten, wie dies z.B. in der mit Rom unierten maronitischen Kirche praktiziert wird. Die Abhandlungen über die vollkommene Jungfräulichkeit und Keuschheit werden immer zahlreicher. Die Kirche widersetzte sich also dem bequemeren Weg, zu dem die veränderten Verhältnisse und die kulturellen Veränderungen verlockten. Sie förderte vielmehr den Weg der Vollkommenheit, der in der totalen Hingabe des gesamten menschlichen Seins, des Leibes und der Seele, besteht. Gegen Ende der kurzen Karolingerzeit setzten der Geistlichkeit zwei Krankheiten zu, die Simonie und der Nikolaitismus. Diese beiden Makel am Gewande der Kirche wurden nach Personen, die im Neuen Testament erwähnt sind, benannt. Simon, der dem hl. Petrus die Gewalt, den Seelen den Heiligen Geist zu verleihen (Apg. 8,18 f), eine Eingießung, die von wahrnehmbaren Charismen (Sprachengabe...) begleitet war, abkaufen wollte, wurde als der Vater all derer betrachtet, die mit Geld die übernatürlichen Gaben Gottes und die kirchlichen Ämter erwerben wollten. Die Simonie war am Ende des ersten Jahrtausends im Klerus gang und gäbe geworden. Zu dieser Verlockung bezüglich kirchlicher Güter kam ein weiteres, ebenso irdisches Verlangen hinzu, nämlich in den Genuß der "Vorteile" des Ehestandes oder Konkubinats zu gelangen. Diese Geißel nannte man nikolaitistische Häresie, denn ihr Pate war nach der Legende ein gewisser Nikolaus, einer der sieben Diakone, die der hl. Petrus eingesetzt hatte (Apg. 6,5). Die cluniazensische Reform stellte die Antwort der Kirche auf diesen Verfallszustand dar. Zwei Jahrhunderte lang (909 - 1109) waren alle Äbte, die nacheinander der Abtei von Cluny vorstanden, Heilige, die von der Kirche kanonisiert wurden. Die berühmtesten unter ihnen waren der hl. Odilo und der hl. Hugo. Diese Ordensreform erstreckte sich über einen Großteil Europas (in Deutschland strahlte sie von der Abtei Hirsau aus) und rief Zentren glühenden und ansteckenden Eifers ins Leben, der sich auch auf die Weltgeistlichen auswirkte. Es überrascht vielleicht, daß es sich um eine monastische Reform handelte: Die Krise saß eben so tief und war so allgemein, daß nur eine heroische und radikale, mit den Sinnen wahrnehmbare Antwort von der Möglichkeit - unter anderem - eines keuschen Lebens überzeugen konnte. Es sei bemerkt, daß die cluniazensischen Klöster die Vollendung ihrer Spiritualität in der Verherrlichung Gottes durch die Liturgie erblickten, was eine sehr treffende Antwort auf den Machthunger und den Mangel an Verlangen nach den himmlischen Gütern bildete. Die Frauen, das Schwert und der Wein schienen die Embleme des Klerus am Vorabend der Reformation zu sein. Diese Darstellung ist karikaturhaft, enthält aber doch auch ein Stück Wahrheit: Der Zölibat war nicht mehr die Regel; in gewissen Gebieten lebte bis zu einem Drittel der Geistlichen mit Frau (und Kind). Die Bevölkerung nahm mit der Zeit daran nicht einmal mehr Anstoß. Auf die Lösung der Zerstörung durch die Reformation, die nach den eigenen Worten der Reformatoren zu einer noch größeren Unmoral führte, antwortete die katholische Kirche mit einer echten Reform, die wie die cluniazensische Erneuerung auf einem intensiveren Streben nach Heiligkeit basierte. Die Jesuiten, Kapuziner, Unbeschuhten Karmeliten und andere gaben das Beispiel. Kongregationen, Bruderschaften und Priestergesellschaften wurden gegründet. Alle wetteiferten im Bemühen, die Seelen für Gott zu gewinnen. Welches Mittel verwendeten sie dazu? Das Verlangen nach dem Himmel und den Verzicht auf die Scheingüter dieser Welt. Durch sie erlangte die katholische Kirche wieder eine neue Glut, einen neuen Antrieb, der fast drei Jahrhunderte anhielt. Mit den Reformbeschlüssen des Konzils von Trient wurde ein neuer Klerus herangebildet, der sich durch sein Wissen und seine Tugenden auszeichnete. Mit seiner Hilfe arbeiteten die Gläubigen an ihrer Heiligung und ließen von ihrer alten Lauheit ab. Zu einer Zeit, in der Theologen von Drewermann bis Hans Küng Stimmung gegen den Zölibat machen, stellt sich erneut die Frage: Welche Lösung gibt es für diese Krise des Priesterstandes? Muß die Kirche nicht Kompromisse eingehen? Nachsicht gegenüber der Schwäche der Menschen üben? Nachsicht gegenüber dem Begehren der menschlichen Natur, die eine ihrem Wesen nach geschlechtlich geprägte Natur ist, auch im Falle der Priester? Sind die verheirateten Priester nicht die Lösung von morgen? Warum sich gegen das verschließen, was allein die Kirche retten kann? In den sechziger Jahren gehörte es zum guten Ton, die Kirche des ausgehenden Mittelalters zu verunglimpfen und die angeblich evangelisch reinere lutherische Reformation zu rechtfertigen. Wie viele Mißbräuche, wieviel weltliche Gesinnung, welche Ausschweifungen! Die Lösung der Kritiker besteht heute darin, daß sie für die heutige Zeit genau das empfehlen, was sie an der kirchlichen Situation am Vorabend der Reformation kritisieren - nur mit dem Unterschied, daß der Segen der kirchlichen Hierarchie noch dazukommen soll. Wie lautet die Antwort der Kirchengeschichte? Wenn die Christen und insbesondere ihre Priester verweltlichen, wenn sie ein bequemes Leben suchen, sich auf Erden "etablieren" und fast nur noch irdische Sorgen kennen, wenn alles verloren und die Kirche ohne Zukunft zu sein scheint, hat Gott eben durch seine Kirche jedesmal dieselbe Antwort gegeben: Die einzige Lösung für einen Wiederaufstieg, die Bedingung für eine neue Blüte besteht in größerer Heiligkeit, in einer größeren Selbsthingabe an Gott, im Verzicht auf falsche Illusionen, die mit dem Besitz irdischer Güter, einschließlich der Sexualität, einhergehen. Demzufolge sind diejenigen, die eine größere Öffnung der Kirche zur Welt hin predigen, sich ihres Tuns nicht bewußt und lassen erkennen, daß sie nicht vom Geiste Gottes beseelt sind. Glauben sie überhaupt noch an Gott, an die Heiligung und Heiligkeit, an die Möglichkeit einer Entfaltung durch Verzicht und Kreuz, an das Glück, das in der bedingungslosen Selbsthingabe an Gott zu finden ist, nicht nur "spirituell", sondern auch dem Leibe nach? Wenn manche Bischöfe für ihre Diözesen Pastoralstrukturen vorsehen, die sonntägliche Gemeindeversammlungen ohne Priester sichern sollen, so zeigt dies, daß ihnen die Krise der Kirche bewußt ist und daß sie sehr "klug" sind. Doch ist das nicht eine allzu menschliche Klugheit? Die Lösung für die Erneuerung der Kirche liegt in der Weisheit des Kreuzes, im Verzicht aus Liebe zu Gott und damit zu demjenigen, in dem der Priester - ebenso wie der Gläubige - sein Glück findet. Von dieser Weisheit des Kreuzes spricht der hl. Paulus und sagt uns, daß sie für die griechischen Weisen (Philosophen) Torheit bedeute (1 Kor 1,20-25). Wie groß ist doch die Zahl der letzteren mitten unter uns, Geistliche eingeschlossen! Selbst blind, glauben sie, daß sie andere Blinde zur Sonne führen, und sie werden nur eine Grube finden, in die sie stürzen und worin man sie begraben wird. Die Zukunft gehört den Heiligen, denen, die Christus bis zur Torheit lieben. Ein Hoch auf die Keuschheit, die dem Menschen die wahre innere Entfaltung ermöglicht! 8. März 8. März Der Mensch kann in die Wissenschaft und in die Technologie kein so radikales und bedingungsloses Vertrauen setzen, dass er glauben könnte, der wissenschaftliche und technologische Fortschritt könne alles erklären und alle seine existentiellen und spirituellen Bedürfnisse vollständig erfüllen. Die Wissenschaft kann die Philosophie und die Offenbarung nicht ersetzen, denn sie kann keine erschöpfende Antwort auf die grundlegendsten Fragen des Menschen geben: Fragen über den Sinn des Lebens und des Sterbens, über die letzten Werte und über das Wesen des Fortschritts selbst. Aus diesem Grund hat das Zweite Vatikanische Konzil, nachdem es den durch den wissenschaftlichen Fortschritt gewonnenen Nutzen anerkannt hat, davor gewarnt, die „Forschungsmethode dieser Disziplinen unberechtigt als oberste Norm der Wahrheit schlechthin“ anzusehen. Und weiter heißt es: „Es besteht die Gefahr, dass der Mensch in allzu großem Vertrauen auf die heutigen Errungenschaften sich selbst zu genügen glaubt und darüber hinaus nicht mehr sucht“ (ebd., 57). Aus der Ansprache von Papst Benedikt XVI. während der Audienz für die Teilnehmer der Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften am 6. November 2006 8. März Vor 300 Jahren, am 8. März 1710, wurde in Mainz der Theologe Heinrich Kilber SJ geboren. Kilber gehörte zusammen mit Ignaz Neubauer, Thomas Holtzklau und Ulrich Munier zu den Verfassern der Theologia Wirceburgensis. Kilber lehrte in Fulda, Würzburg und Heidelberg. Er starb am 25. Oktober 1783 in Heidelberg. 8. März Vor 250 Jahren, am 8. März 1760, wurde in Chaudefonds, im französischen Departement Maine-et-Loire die selige Renée Valin geboren. Sie gehört zu den 99 Märtyrern von Angers und Avillé, die unter der Französischen Revolution ihr Leben lassen mussten und von Papst Johannes Paul II. am 19. Februar 1984 seliggesprochen wurden. Valin erlitt das Martyrium am 1. Februar 1794 in Avrillé. Weitere Informationen über diese Märtyrergruppe im Beitrag über Guillaume Répin. 7. März Von Alphons Bellesheim 3. Teil Man sieht: Mit idealen Gründen weiß der Prälat seine Bitten nicht zu stützen. Vorwiegend bewegen sich seine Anschauungen und Bestrebungen im Gebiete des materiellen und bürgerlichen Lebens. Vergebens sucht man nach Spuren, welche Hingabe an die Religion oder Eifer für das Heil der Seelen bekundeten. Alles dieses läßt Curwins Charakter in einem durchaus unvorteilhaften, um nicht zu sagen zweideutigen Lichte erscheinen. Damit stimmen die Gutachten von Zeitgenossen überein, welche Shirley in seiner berühmten Briefsammlung uns mitgeteilt hat. Kurz, ehe für Curwin die Stunde der Befreiung schlug, schilderte Dr. Brady in einem Schreiben an die Regierung den Erzbischof als “einen alten Arbeiter ohne allen Wert, einen verstellten Heuchler, einen von jenen stummen Hunden, die keinen belehren oder weiden, ausgenommen sich selber” (Shirley, Orig. Letters 202. 23. Juni 1565). Und Erzbischof Loftus von Armagh schrieb am 5. Oktober 1566 an die Regierung: Um Christi willen bitte ich Eure Lordschaft, es möchte meiner Vorstellung bezüglich des Stuhles von Dublin Folge gegeben werden. Viel verlange ich, doch nicht mehr als die Sache selbst erheischt. Denn da er (Curwin) weder als Prediger, noch als Reformator der Diözese Dienste leistet, da er zu Pfründen, die für tüchtige Prediger bestimmt sind, Männer beruft, die er nie gesehen, offene Feinde, aller Bildung ledig, ohne die Fähigkeit und den guten Willen, der Kirche Dienste zu leisten, da er im öffentlichen Gericht (nur mit Ekel und gezwungen spreche ich es aus) entsetzlich schwört, und zwar nicht ein oder das andere Mal, - ist es da nicht an der Zeit, dass man einen solchen Mann aus dem Amte entfernt? Und dabei versichere ich Eure Herrlichkeit, dass ich ihn schone, damit Sie verstehen, wie ferne es mir liegt, ihn zu verleumden”. Curwin, darüber gestatten diese Briefe keinen Zweifel, stand mit einem Fuße im Katholizismus, lediglich irdische Rücksichten ließen ihn äußerlich den neuen Glauben bekennen, aber mit großen Opfern für denselben aufzutreten, dazu fehlte ihm der sittliche Mut. Von den Katholiken als Apostat gebrandmarkt, ist er auch von den Protestanten als Heuchler und “Diener der Zeit” verworfen worden. Curwin beschloss seine ruhmlose Laufbahn als anglikanischer Bischof von Oxford. Mit der Darstellung der Schicksale des abgefallenen Erzbischofs Curwin sind wir dem Gang der Ereignisse vom Jahre 1560 bereits vorausgeeilt. Nachdem Königin Elisabeth 1559 durch Beschluss des Parlaments zum Haupt der englischen Kirche erklärt worden und mit dem 24. Juni die Feier des heiligen Messopfers in England eingestellt worden, mußte ihr alles daran liegen, auch die irische Kirche unter ihr angemaßtes geistliches Zepter zu beugen. Einer der dringendsten Aufträge der Königin an den Lord Deputy lautete dahin, “den Gottesdienst nach englischem Vorbild einzurichten.” In Ausführung dessen erließ das im Januar 1560 zu Dublin versammelte Parlament der irischen Staatskirche folgende Gesetze: Das erste erneuert zu Gunsten der Krone die alte Gewalt derselben über den kirchlichen und geistlichen Stand. Allen kirchlichen Personen, Beamten, und Dienern wird der Eid der Suprematie auferlegt; auf Weigerung steht Verlust des Amtes. Die Förderung oder Verteidigung ausländischer Jurisdiktion sollte für den schuldigen Geistlichen das erste Mal den Verlust aller Pfründen, das zweite Mal die Strafe des Praemunire, beim dritten Mal aber die Strafen des Hochverrats nach sich ziehen. Das zweite Gesetz verordnete “Einheit (Uniformität) im gemeinsamen Gebet, Gottesdienst und Verwaltung der Sakramente”. In Irland unter Edward VI. eingeführt, hatte das Book of common Prayer hier seine ursprüngliche Gestalt bewahrt, während es in England vielfache Veränderungen erlitten. Nunmehr verfügte das Parlament zum zweiten Mal den Gebrauch dieses Ritualbuches in allen Domen und Pfarrkirchen der Insel, und zwar nicht in der ersten Redaktion von 1552, sondern in der neuesten englischen “mit einigen weiteren Abänderungen und Zutaten.” Jeder Diener am Wort, der die Anwendung des Buches verweigert, eine andere Redaktion desselben vorzieht, oder in Rede oder Predigt dasselbe herabsetzt, wird das erste Mal mit Verlust der Erträgnisse der Pfründe auf ein Jahr und Gefängnis von sechs Monaten, im Wiederholungsfalle mit Verlust der Pfründe und einem Jahr Gefängnis, das dritte mal aber mit lebenslänglichem Gefängnis bestraft. In seinem zweiten Teil wendet sich dieses Gesetz wider die Laien. Ihnen wird auferlegt “an Sonn- und Feiertagen die Pfarrkirche zu besuchen und sich eines anständigen Benehmens beim Gottesdienst zu befleißigen, und zwar unter Androhung der Strafen der Kirche und der Zahlung von zwölf Pence, welche die Kirchenmeister für die Armen einziehen. Übrigens gab es sogar im Pale [der unter englischer Herrschaft stehende Teil Irlands, im Osten der Insel] unter tausend Bewohnern kaum einen, der die Sprache des allgemeinen Gebetbuches verstanden hätte. Von der allwärts aufgestellten Forderung der Reformatoren, die Liturgie in der Landessprache zu feiern, mußte man in Irland Abstand nehmen. In Anbetracht der eigentümlichen Lage Irlands erlaubte demnach das Gesetz “in Matutin, Abendgebet, Feier des Abendmahls, Verwaltung der Sakramente und allen gemeinschaftlichen Gebeten die lateinische Sprache anzuwenden”. Eine Zeit lang, aber nur eine Zeit lang, gelang es den Theologen des neuen Glaubens, die katholischen Iren zu hintergehen, indem diese vielerorts wegen Beibehaltung der lateinischen Sprache die tiefgehenden Veränderungen der Liturgie, welche sich darunter verbargen, nicht merkten. Der Wachsamkeit der Hirten gelang es indes bald, diese Täuschungen zu zerstreuen und den wahren Sachverhalt aufzudecken. “Sogar die Ungelehrtesten”, schrieb 1601 der Erzbischof Peter Lombard von Armagh, “zogen sich, mehr bewogen durch die Salbung des heiligen Geistes, als durch einen anderen Grund, sofort aus diesem protestantischen Gottesdienst zurück. Viele dagegen strömten wie in katholischen Zeiten allda zusammen, so jedoch, daß sie nur katholische Mittel zur Hebung verwendeten, also Kruzifix, Rosenkranz, die Bilder des Erlösers und der heiligen Jungfrau und der übrigen Heiligen samt Litaneien. Kaum hatten die Gläubigen aber das Unerlaubte dieses Besuches des anglikanischen Gottesdienstes erkannt, da mieden sie dieselben mit solcher Gewissenhaftigkeit, dass heute (1601) in ganz Irland dem häretischen oder schismatischen Gottesdienst niemand beiwohnt, mit Ausnahme von einigen Engländern und anderen Fremden. Auch die protestantischen Geistlichen stammen zum größten Teil aus England. Solche, die irischer Herkunft sind, machen kein Geheimnis daraus, dass sie ihr Amt nicht aus innerer Überzeugung, sondern um des Brotes willen angenommen haben.” 6. März Die Alumnen, die gemäß den heiligen und festen Gesetzen ihres eigenen Ritus die verehrungswürdige Tradition des priesterlichen Zölibats auf sich nehmen, sollen mit großer Sorgfalt auf diesen Stand hin erzogen werden: sie verzichten darin um des Himmelreiches willen (vgl. Mt 19,12) auf die eheliche Gemeinschaft, hangen dem Herrn mit ungeteilter Liebe an, wie sie dem Neuen Bund in besonderer Weise entspricht; sie geben Zeugnis für die Auferstehung in der künftigen Welt (vgl. Lk 20,36) und gewinnen besonders wirksame Hilfe zur ständigen Übung jener vollkommenen Liebe, die sie in ihrer priesterlichen Arbeit allen alles werden läßt. Sie sollen tief davon durchdrungen sein, wie dankbar sie diesen Stand entgegennehmen sollen, nicht etwa bloß als eine Vorschrift kirchlicher Gesetzgebung, sondern als ein kostbares Geschenk Gottes, das sie in Demut erbitten und dem sie mit der erweckenden und helfenden Gnade des Heiligen Geistes frei und großherzig zu entsprechen suchen sollen. Um die Pflichten und die Würde der christlichen Ehe, die ein Bild der Liebe zwischen Christus und seiner Kirche ist (vgl. Eph 5,32f.), sollen die Alumnen gebührend wissen; sie sollen aber klar den Vorrang der Christus geweihten Jungfräulichkeit erkennen, so daß sie nach reiflich überlegter Wahl und mit Hochherzigkeit sich in ganzer Hingabe von Leib und Seele dem Herrn weihen. Auf die Gefahren, die ihrer Keuschheit besonders in der gegenwärtigen Gesellschaft drohen, sollen sie hingewiesen werden. Sie müssen lernen, sich durch geeignete göttliche und menschliche Hilfsmittel zu schützen und den Verzicht auf die Ehe so in ihr Dasein zu integrieren, daß sie in ihrem Leben und in ihrer Wirksamkeit vom Zölibat her nicht nur keinen Schaden nehmen, vielmehr eine vollkommenere Herrschaft über Leib und Seele und eine höhere menschliche Reife gewinnen und die Seligkeit des Evangeliums tiefer erfahren. Dekret über die Ausbildung der Priester Optatam totius, Nr. 10. 6. März Diese Ausbildung in der Glaubenslehre ist um so notwendiger, da der Katechet in einer Welt lebt, in der Ideen und Theorien jeglicher Art, die häufig mit der christlichen Botschaft unvereinbar sind, verbreitet werden. Er muss imstande sein, auf das, was er sieht und hört, zu reagieren, indem er das, was angenommen werden kann, von dem unterscheidet, was abgelehnt werden muss. Wenn er sich die christliche Lehre gut angeeignet und ihre Bedeutung gut verstanden hat, wird er in ihr getreu unterrichten können und sich doch einen offenen Geist bewahren. Auch wenn für die Erkenntnis der geoffenbarten Lehre ein Bemühen des Verstandes erforderlich ist, muß die lehrhafte Ausbildung zugleich eine Vertiefung des Glaubens sein. Wesentliches Ziel der Katechese ist die Vermittlung des Glaubens, und dieser Glaube muß das Studium der Lehre leiten. Ein Studium, das den Glauben in Frage stellen oder Zweifel an der geoffenbarten Wahrheit säen würde, könnte der Katechese nicht dienlich sein. Die Entfaltung des lehrmäßigen Wissens muß mit einer Entfaltung des Glaubens einhergehen. Darum sollen sich die Institute für katechetische Ausbildung vor allem als Schulen des Glaubens verstehen. Die Verantwortung der Dozenten dieser Institute ist um so größer, als ihre Lehre sich durch die von ihnen ausgebildeten Katecheten vielfältig auswirken. Es ist die Verantwortung eines Glaubens, der das eigene Zeugnis enthält und eifrig den authentischen Sinn alles dessen sucht, was die Offenbarung schenkt. Außerdem haben die katechetischen Ausbildungsinstitute die Aufgabe, in ihren Studenten missionarischen Geist zu wecken ... Aus der Ansprache, die Papst Johannes Paul II. heute vor 25 Jahren bei der Generalaudienz gehalten hat (Der Apostolische Stuhl, S. 45 f). 6. März Vor 150 Jahren, in der Fastenzeit des Jahres 1860, erschien das Buch Das kostbare Blut oder der Preis unserer Erlösung (The Precious Blood: or, The Price of our Salvation) von Frederick William Faber. Es war zunächst als Handbuch für die Mitglieder der Bruderschaft vom Kostbaren Blut gedacht. Diese war 1852 gegründet worden und bis 1860 auf 38.000 Mitglieder angewachsen. Das Buch wurde noch im selben Jahr ins Französische und Deutsche übersetzt. Die deutsche Übersetzung ist vollständig durch Googlebooks online einsehbar. Frederick William Faber wurde am 28. Juni 1814 in England als Kind einer anglikanischen Familie geboren, wurde 1839 Geistlicher und konvertierte am 17. November 1845 zur katholischen Kirche. Auf seinem Weg zur Konversion spielte die Begegnung mit Papst Gregor XVI. und dessen Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten eine entscheidende Rolle. 1847 empfing er die Priesterweihe, trat dem von Newmann in Birmingham geleiteten Oratorium bei und wurde 1849 Leiter des Oratoriums in London. Dort starb er nach einer äußerst fruchtbaren Tätigkeit als Seelsorger und Schriftsteller am 26. September 1863. 5. März 5. März Die Fastenzeit macht sich bemerkbar: Aufsteiger des Monats ist die Seite mit den beiden Beiträgen von P. Recktenwald und Josef Bordat über das Fasten. 5. März 1488 in La Puebla de Montalbán in der Nähe von Toledo geboren, studierte er Kanonistik in Salamanca, wurde 1532 Bischof von Mondoñedo, 1537 von Ciudad Rodrigo, 1539 von Pamplona und 1545 von Jaén. “In diesen Diözesen forderte er vom Klerus die Einhaltung aller kanonischen Vorschriften und drängte auf eine gründliche christliche Erziehung des Volkes” (Fernando Domínguez im LThK, 3. Auflage, XI. Band). 1553 wurde er Vize-König von Neapel und 1554 Bischof von Sigüenza. Während der ersten Tagungsperiode des Konzils von Trient (1545 - 1552) leitete er die Gruppe der spanischen Bischöfe. Sein theologischer Berater war Alfonso de Castro OFM. Das Konzil wurde am 13. Dezember 1545, dem Sonntag Gaudete, eröffnet. Drei Tage später wurde Pachebo von Papst Paul III. (1534 - 1549) zum Kardinal erhoben. Auf dem Konzil wandte er sich gegen die Übersetzung der Bibel in die Volkssprachen, konnte sich aber nicht durchsetzen, was vor allem “das Verdienst des Kardinals C. Madruzzo” ist, “des einzige deutschen Prälaten, der damals [Anfang 1546] dem Konzil beiwohnte” (Ludwig von Pastor, Geschichte der Päpste, 5. Band, S. 547, Anmerkung 1). Im Juni 1546 erhob Pacheco Einspruch gegen das Dekret über die Erbsünde “wegen des Fehlens eines ausdrücklichen Zusatzes über die unbefleckte Empfängnis” (Pastor, S. 552). 4. März Ein Beitrag zur Diskussion um die Religionsfreiheit Von P. Franz Prosinger Willem Grossouw schreibt in seiner Betrachtung zum Mittwoch nach Sexagesima (Das geistliche Leben, München 1952, S. 228f): „Man muß der Offenbarung und Gnade Gottes, seinen Eingebungen und Antrieben, die er jedem auf mannigfache Weise gibt, mit Demut, Ehrfurcht, Bereitwilligkeit und Dankbarkeit gegenüberstehen. Diese Seelenhaltung der Empfänglichkeit gegenüber Gott und seiner Gnade ist unentbehrlich, nicht nur um das Wort aufzunehmen, sondern bereits um überhaupt zu sehen. Das innere Leben ist keine Geometrie; wer nicht sehen will, der sieht auch nicht. `Wenn jemand Gottes Willen tun will, wird er innewerden, ob meine Lehre aus Gott ist oder ob ich von mir aus rede´(Joh 7,17). Das Wort und die Gnade Gottes sind Gaben, die den Menschen nicht zwingen; denn Gott will, daß man ihm in Freiheit und Liebe dient.“ (Hervorhebung F.P.) Dem Zitat aus Joh 7,17 geht die Aussage vorher: „Meine Lehre ist nicht meine, sondern (die Lehre) dessen, der mich gesandt hat.“ Den scheinbaren Widerspruch zwischen „meine Lehre“ und „nicht-meine Lehre“ klärt der hl. Augustinus in seinen Homilien zum Johannesevangelium: „Quid enim tam tuum quam tu? et quid tam non tuum quam tu, si alicuius est quod es?“ (Tract XXIX, 3: Was ist so sehr dein wie du? und was ist so sehr nicht dein, wenn dein Sein das eines anderen ist?). Hier wird klar, daß der vom Vater gesandte Sohn nicht nur eine Lehre verkündet, die man in Sätze fassen und wiederholen kann, sondern daß er selbst das WORT ist, das er verkündet. Auf die Frage, wer er sei, antwortete er: „im Hinblick auf den Ursprung: das, was ich euch auch sage“ (8,25). Zur Samariterin sagt er: „Ich bin: der, der da spricht zu dir“ (4,26). Es geht hier also nicht nur um informative Worte, sondern um ein performatives Sich-Bezeugen des Wortes. Beides darf natürlich nicht voneinander getrennt werden. So meinte Martin Buber, der Glaube Israels gelte nicht Glaubenssätzen, sondern einzig der Person des für sein Volk daseienden Gottes. Dagegen zeigt Joseph Pieper in seinem Traktat über den Glauben, daß der Akt des Glaubens zwar der Person gilt, aber damit zugleich auch der von dieser Person mitgeteilten Offenbarung. Das Besondere an der Offenbarung Christi ist nun, daß dieser nicht nur ein Zeuge ist wie Johannes (Joh 1,7f), sondern das sich bezeugende Licht selbst. Somit sagt Grossouw mit Recht, daß wir ohne die gläubige Bereitschaft nicht nur das gesehene Licht nicht annehmen, sondern dieses überhaupt gar nicht sehen. Freilich besteht darin keine Entschuldigung, da ja jedem Menschen im Innersten dieses Licht leuchtet (Joh 1,4). Es leuchtet aber nur dann auf und vereint sich als erkanntes Licht mit der Fülle des menschgewordenen Lichtes, wenn die Menschen nicht auf Grund ihrer bösen Werke die Finsternis mehr lieben als das Licht (Joh 3,19-21). Und auch wenn das Licht Christi bereits in den Herzen zu leuchten beginnt, liegt es weiterhin an deren demütigen Bereitschaft, die noch ungeklärten Fragen zu ertragen, damit sie mehr und mehr zu Söhnen des Lichtes werden (Joh 12,36). So ist das Ziehen der Gnade „niemand kommt zu mir, außer der Vater zieht ihn“ (Joh 6,44) wirksam in der dazu befreiten und freiwilligen Mitwirkung des Menschen. Die Wirksamkeit der Gnade ist geprägt von einer so subtilen Zurückhaltung, wie sie allein dem sich entäußernden Gott möglich ist und zur Vollendung kommt in der Anziehungskraft des Herrn am Kreuz: „Wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle an mich ziehen.“ (Joh 12,32) Denn: „Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen (können), daß ich bin; und von mir aus nichts tue, sondern so wie es mich der Vater lehrt, das rede ich“ (Joh 8,28). Im Schweigen am Kreuz offenbart der Herr sein Sein als das ewige Wort des Vaters. Nun wird man einwenden, daß das alles mit der Diskussion um die Frage der Religionsfreiheit in einer christlichen Gesellschaft bzw. einem katholischen Staat nichts zu tun habe, da man sich über die Freiwilligkeit des Glaubensaktes ohnehin einig sei. Aber über die Freiheit von äußerem Zwang hinaus betont das Zweite Vatikanische Konzil (DH 2) auch die innere, psychologische Freiheit. Wer die sich selbst in dieser ganz eigenartig zurückhaltenden Weise bezeugende Wahrheit Christi zusätzlich durch reglementierende Vorschriften unterstützen will, handelt kontraproduktiv. Das betrifft natürlich nicht die allgemeinen Wahrheiten des Naturrechts, die ein sinnvolles, gerechtes und friedliches Zusammenleben der Menschen allererst ermöglichen. Wer diesbezüglich meint, auf Grund einer angeblichen Religionsfreiheit eine Diktatur des Relativismus begründen zu können, kann sich nicht auf den Text des Konzils berufen. Aber das, was wir in der Apologetik als demonstratio christiana et catholica bezeichnen, muß den besonderen Charakter der Selbstbezeugung dieser Wahrheit bedenken (fortiter et suaviter: dazu meine Ausführungen zur Religionsfreiheit im Licht von Weish 8,1). Apologetische Argumente können hinführen, Interesse wecken und Augen öffnen, „falls einer Seinen Willen tun will“ (Joh 7,17 - ein Urteil über das Können und Wollen betrifft im striktesten Sinn das forum internum, das Gott allein vorbehalten ist). Dabei sind die verbal formulierten Wahrheiten zwar ein notwendiger Rahmen und Ausdruck der zu vermittelnden Wahrheit, die sich selbst als der göttliche Logos und nicht eine unverbindliche Esoterik manifestiert. Aber das formulierte Wort kann nur hineinweisen in das WORT, dem jede Form ihren Ursprung verdankt (Joh 1,3f „was geworden ist, war in Ihm immer schon Leben“). In einer Diskussion über die entsprechende Weise des Apostolates wurde mir einmal gesagt: wir geben den Menschen die ganze Wahrheit, und was sie damit machen, ist ihre Sache! Dagegen ist zu sagen, daß wir die ganze Wahrheit noch nicht gegeben haben, solange wir nicht zusammen mit Christus vollständig am Kreuz gestorben sind. Und da wird die Wahrheit gerade nicht aufgedrängt, sondern anheimgegeben. Wenn sie nicht angenommen wird, sucht der Missionar die Schuld eher bei sich selbst als bei seinem Mitmenschen. 3. März Von Anton Huonder S. J. 27. Folge An “Echon” [auch Ekom] - dieser Name, den die Huronen einst dem P. de Brébeuf gegeben, war als Erbe auf Chaumonot übergegangen - hingen die Neubekehrten mit wahrhaft rührender Liebe und Verehrung. Und er verdiente sie, gab er ihnen doch vor allem das Beispiel eines wahrhaft heiligen Lebens, das ganz durch das treu gehaltene Gelübde geregelt wurde, in allem und jedem stets nur die größere Ehre Gottes zu suchen. Hier seien nur einige wenige Züge aus dem schönen Nachruf ausgehoben, den P. Dablon später seinem verstorbenen Mitbruder weihte. Trotz der heftigen Schmerzen, die ihm besonders sein alts Bruchleiden verursachte, stand Chaumonot jeden Tag bereits um 2 Uhr morgens auf, um die Zeit für eine Betrachtung von mehreren Stunden zu gewinnen. Dann folgte als weitere Vorbereitung auf die heilige Messe eine geistliche Lesung und Prim und Terz. Die heilige Messe war ihm wirklich der heiligste und wichtigste Akt während des ganzen Tages. Mit welch außerordentlicher Andacht und wunderbaren Tröstungen er sie las, ersieht man aus einem Schriftstück, das er auf Geheiß seines Beichtvaters verfaßte und in welchem er hauptsächlich schildert, was in seiner Seele während der heiligen Geheimnisse am Altare vor sich ging. Der lebendige Glaube und die glühende Liebe zu Christus, die durch diese Aufzeichnungen gehen, sind tief ergreifend. Überhaupt besaß Chaumonot die “Gabe des Gebetes” in einem ganz außerordentlichen Grade. Ohne Zerstreuungen und ohne zu ermüden, konnte er stundenlang vor dem Tabernakel in stillen Zwiegesprächen mit seinem Gott und Heiland knien. Täglich richtete er während der heiligen Messe an seine Gemeinde einige Worte, um sie zur Hochschätzung und Ehrfurcht gegen das hochheilige Sakrament aufzufordern und ihnen praktische Winke für das andächtige Anhören der heiligen Messe zu geben. Nur an Sonn- und Festtagen predigter er länger. Dankbarere Zuhörer als die Huronen, meinte er einmal, kann man nicht haben. Im Sommer las er die heilige Messe gleich nach seiner Betrachtung, damit die Leute frühzeitig an die Arbeit gehen konnten. Nach der halbstündigen Danksagung kamen die Krankenbesuche, dann der Sprachunterricht für seine jüngeren Gehilfen. Da er das Huronisch-Irokesische wie kein zweiter beherrschte, wurden alle jüngeren für die Mission bestimmten Patres ihm eine Zeitlang unterstellt, so dass er fast zwei Generationen von Missionaren in ihnen Missionsberuf einführte. Beim frugalen [spärlichen] Mahle war Chaumonot so mäßig und abgetötet, dass die Oberen sich gezwungen sahen, ihn in dieser Beziehung unter den Gehorsam der jüngeren Mitglieder zu stellen, und ihm befahlen, zu genießen, was diese ihm vorsetzten. Die Erholung wurde, wenn die Indianer ihm die Zeit ließen, abermals zur Sprachübung oder zu einem praktischen Pastoralunterricht verwandt. Gegen 1 Uhr machte Chaumonot eine Anbetungsstunde in der Kapelle und betete die Tagzeiten und den Rosenkranz. Darauf pflegte er die Hütten seiner Huronen zu besuchen, wo sein Erscheinen stets große Freude hervorrief. Nachher betete er wieder sein Brevier in der Kapelle. Gegen Sonnenuntergang rief das Glöcklein groß und klein in das Kirchlein zum gemeinsamen Abendgebet oder zur Segensandacht. Alle liturgischen Andachten und Gebete wurden chorweise verrichtet, indem die Männer den lateinischen Text, die Frauen die huronische Übersetzung sangen. Die späten Abendstunden waren, wenn nicht durch Unterricht oder Beichtstuhl ausgefüllt, der Lesung, dem Gebet und Briefschreiben gewidmet. Denn Chaumonot führte im Interesse seiner lieben Huronen und als vielgesuchter Ratgeber eine umfangreiche Korrespondenz, und was ihm die geistliche Lesung war, zeigt sein Briefwechsel mit zwei großen Geistesmännern, die damals in Frankreich lebten, dem seligen P. Eudes (Stifter der Eudisten [1925 heiliggesprochen]) und P. Johann Crasset S. J., einem der bekanntesten aszetischen Schriftsteller jener Tage. Praktisch, wie Chaumonot war, pflegte er mit großer Sorgfalt auch das kirchliche Vereinsleben. Besonders zwei Vereine standen in Blüte: die Marianische Kongregation für die jüngeren Leute und der Verein der heiligen Familie für die Verheirateten. Letzteren Verein hatte Chaumonot während seiner einjährigen Seelsorgetätigkeit in Montreal (1662) zunächste für die französischen Kolonistenfamilien eingeführt. Derselbe wurde 1665 an der Katherale von Quebec kanonisch errichtet, verbreitete sich rasch über die ganze Kolonie, und es ist nicht zum wenigsten ihm zu danken, dass das Familienleben der kanadischen Kolonisten jenen echt katholischen Geist erhielt, der es bis auf unsere Zeit in so hohem Grade auszeichnet. Der Verein hatte bei den neubekehrten Indianern eine besonders wichtige Aufgabe zu erfüllen, und was uns die Missionsberichte über das schöne, innige, fromme Familienleben der Huronen erzählen, beweist, wie segensreich er gewirkt. Zweimal in der Woche versammelte Chaumonot die Mitglieder des Vereins zu einem eigenen Vortrag. wird fortgesetzt. 2. März Von Hermann Rieke-Benninghaus Zweiter Teil Die Werkstatt von Lukas Memken Der Vater von Willy Hengelbrock arbeitete in der Werkstatt von Lukas Memken, wo überwiegend christliche Bildwerke in Stein und Holz entstanden. Die Auftraggeber waren Kirchengemeinden (z.B. Oesede: Kanzel; St. Johann Osnabrück: Triumphkreuz, Pieta, Kanzelüberarbeitung, Seitenaltäre; St. Joseph in Osnabrück: Spruchfries, Evangelistensymbole) und Privatpersonen. Lukas Memken wurde 1862 in Hersum auf dem Hümmling geboren. Er kam 1875 nach Münster/Westfalen und erlernte bei dem damals in Münster sehr bekannten Bildhauer Heinrich Ewerz (1882-1962) das Bildhauerhandwerk. Ab 1888 wohnte und arbeitete Lukas Memken in Osnabrück. Sein Atelier war in der Pfaffenstraße/Ecke Holtstraße in Osnabrück im Schatten der Johanniskirche. Bis 1917 arbeitete Lukas Memken zusammen mit Fritz Hengelbrock in der 1913/14 erbauten neoromanischen Josephskirche in Osnabrück. Die Kinder brachten das warme Mittagessen zur Baustelle in die Kirche. Die letzten Worte der Offenbarung des Johannes: "Siehe ich komme bald, und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende." (Off 22, 12f) bilden dort den steinernen Fries. Der Kirchenmaler Riepe malte die Kirche aus, konnte sein Werk aber nicht vollenden. Als sie die vier steingewordenen Evangelisten in der Vierung meißelten, Matthäus, den geflügelten Menschen (Engel), Markus, den Löwen, Lukas, den Stier und Johannes, den Adler, da dachten sie ständig an die Offenbarung, denn die Symbole gehen zurück auf die Stelle: "Und in der Mitte des Thrones und rings um den Thron sind vier Wesen ... Und das erste Wesen ist gleich einem Löwen, und das zweite Wesen gleich einem jungen Stier, und das dritte Wesen hat ein Angesicht wie das eines Menschen, und das vierte Wesen ist gleich einem fliegenden Adler ... jedes einzelne Wesen hat sechs Flügel ..." (Off 4,6-8). Am 15. Oktober 1917 nahm die Familie Hengelbrock an der feierlichen Kirchweihe durch Bischof Wilhelm Berning teil. Memken hatte das große Triumphkreuz für St. Johann 1910 nach mittelalterlichen Vorbildern geschaffen. Das Triumphkreuz wurde von dem Restaurator Wiegand polychromiert. Das mittelalterliche Kreuz (aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts), das vorher in der Kirche war, hängt seit der Renovierung von 2002 in der Anbetungskapelle. Dessen kleinere Version schnitzte Fritz Hengelbrock. Die Kinder schauten beim Vergolden des Kreuzes in der Wohnung zu. Memken dachte oft an die von ihm geschaffene Pieta von St. Johann, die seiner Frau ähnlich sieht. Und wieder dachte er an eine Stelle in der Offenbarung: "Komm her, ich will dir die Braut, das Weib des Lammes zeigen." (Off 21,9). Memken war verheiratet und hatte drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen Maria. Das jüngste Kind starb früh. Für die Kirche in Oesede schuf Memken die Kanzel; er hat sie L.M. signiert, was er selten bei seinen Werken gemacht hat. Für die von ihm geliebte Johanniskirche in Osnabrück schuf er den Hauptanteil an der neugotischen Ausstattung, insbesondere zwei Seitenaltäre im Stil der Zeit, darunter den "Familienaltar" mit Szenen aus dem Leben der Hl. Familie und den Rosenkranzaltar. Die Kanzel wurde von ihm nach 1905 überarbeitet. Der Evangelist Johannes ist besonders ausdrucksstark. In der Martinuskirche in Haren im Emsland, 1908 bis 1911 errichtet, schuf Lukas Memken den Hochaltar aus weißlichem und buntem Marmor. Die Inschrift im oberen Drittel des Altars "Sanctus Sanctus Sanctus Dominus Deus Sabaoth" (lat. "Heilig Heilig Heilig, Herr unser Gott Sabaoth") umrahmt ein Gemälde, auf dem Jesus von Engeln, Bischöfen, Nonnen und Kindern umgeben ist. Seit 1865 war der Sockel des für Osnabrück wichtigen Löwenpudels vor dem Dom leer, weil die Figur "verlorengegangen" war. 1925 gewann Memken einen Wettbewerb für die Erstellung der Kopie. Unter seiner Anleitung wurde der Löwenpudel in Ibbenbürener Sandstein an alter Stelle am 3. November 1925 aufgestellt. In der alten Möser-Realschule bei der St. Katharinenkirche in Osnabrück finden sich zur Straßenseite allegorische Steingesichter. Beim damaligen Mädchenaufgang sieht man rechts außen als Sandsteinkopf die sapientia, die Weisheit, die wie Annette von Droste-Hülshoff aussieht. Lukas Memken ist 1934 in Osnabrück gestorben. Auf dem hinteren Teil des aufgelassenen Johannisfriedhofs in Osnabrück findet sich sein Grab. Man kann es an der Hauptachse gut am Grabmal erkennen. Hoch über das Grab hinaus ragt seine Schöpfung: Christus, der Auferstandene. Die Gemeinschaft der Schulbrüder 1922 begann Willy Hengelbrock eine kaufmännische Lehre in der Großhandlung Schüttenberg. Dort muß es zu einem unrechten Griff in die Portokasse gekommen sein. Weil der Vater schon 1925 gestorben war, muße Willy von seinem Onkel Heinrich in eine Besserungsanstalt in die Nähe von Münster gebracht werden, wo er zwei Jahre blieb. Bei Besinnungstagen begegnete er dem Jesuiten August Benninghaus, der ab 1928 in Münster war. In ihm reifte die Entscheidung zum Ordensstand. Die Ideen des Gründers der Schulbrüder Johann Baptist de la Salle begeisterten ihn. Als ältestes von 10 Kindern einer angesehenen Familie wurde Johann Baptist de la Salle 1651 in Reims geboren. Vor allem unter dem Einfluß seiner Mutter erwachte in ihm die Neigung zum religiösen Leben. Neunjährig begann er mit dem Besuch des Gymnasiums und mit 16 faßte er den Entschluss, Priester zu werden. Er wurde aber zunächst 1667 Domherr an der Kathedrale zu Reims, womit die Pflicht zum täglichen Chorgebet verbunden war. In seiner Vaterstadt studierte er nun Theologie, ab 1670 setzte er seine Studien in Paris fort. Im Seminar von Saint Sulpice wurde er ins geistliche Leben eingeführt. An dieser hervorragenden Bildungsstätte schöpfte er die erste Begeisterung für den Schulunterricht armer Kinder. Kurz nacheinander starben Vater und Mutter; Johannes mußte nach Reims zurückkehren, um die Erziehung seiner unmündigen Geschwister und die Verwaltung des elterlichen Erbes zu übernehmen (1672). Trotz aller Verpflichtungen harrte er in seiner Berufung aus und empfing 1678 in Reims die Priesterweihe. Vor ihm lag ein Leben in Ansehen und Wohlstand. Aber er hatte ein Herz und ein Auge für die sozialen Nöte der unteren Bevölkerungsschichten. Vor allem das Leid der Kinder und Jugendlichen dieser Familien rührte ihn an. Um zu helfen, gründete er eine kostenlose Schule für Jungen. Sein Amt als Domherr gab er auf und verzichtete somit auf sein Einkommen. Sein väterliches Erbe teilte er unter den Armen auf. Schon rasch bildete sich eine Gemeinschaft von Armenschullehrern, die unter einem Dach zusammenlebten. Diese neue Gemeinschaft der Brüder der christlichen Schule (lat. Fratres Scholarum Christianarum FSC, Schulbrüder genannt) verbreitete sich schnell in Frankreich. Es war eine Gemeinschaft, die ihr Selbstverständnis in der Bezeichnung "Bruder" ausdrückte. Nicht Meister oder Belehrer wollten sie sein, sondern sie verstanden sich als die älteren Brüder für ihre jüngeren Geschwister. Die Schulen von De La Salle verstanden sich als "Christliche Schulen" und waren für alle Kinder offen. Statt Einzelunterricht wurde der Unterricht in Klassen eingeführt, statt Latein das Französische als Unterrichtssprache verwendet. Johann Baptist ist somit der Begründer des französischen Volksschulwesens. Wird fortgesetzt. 1. März Ein Beitrag zum Priesterjahr Von P. William Vojtek FSSP Mutter Agnes von Jesus, besser bekannt unter dem Namen Agnes von Langeac, wurde am 20. November 1994 zugleich mit vier anderen Dienern Gottes, wovon zwei ebenso wie sie selbst dem Dominikanerorden angehörten, in Rom seliggesprochen. Sie lebte zu Beginn des "großen Jahrhunderts der Seelen", von 1602 bis 1634. Das Licht der Welt erblickte sie in Le Puy, und in dieser geistlichen Hochburg in Frankreich entdeckte sie unter dem wohlwollenden Blick der Jungfrau Maria ihre Berufung zum gottgeweihten Leben. Sie begann als Terziarin des Dominikanerordens und trat 1623 in das neugegründete Kloster St. Katharina in Langeac ein. Zunächst wurde sie als Laienschwester eingesetzt, dann wurde sie Novizenmeisterin und schließlich zur Priorin gewählt. In diesem Ordensleben mußte sie all die Leiden erfahren, die zur Heiligkeit führen; nichts blieb ihr erspart: Krankheiten, Demütigungen durch den Dämon, Verfolgungen durch ihre eigenen Schwestern und die kirchlichen Vorgesetzten. Gott begünstigte sie aber auch mit außergewöhnlichen mystischen Gnaden, Ekstasen, Bilokationen, und jeden Freitag wurden ihr die Leiden der Dornenkrone zuteil. Der geistliche Kampf tobte heftig. Agnes lebte von Anfang an - wahrscheinlich ohne sich dessen bewußt zu sein - vollkommen und heroisch ihre Berufung als Dominikanerin in Klausur. Thomas von Aquin lehrt, daß es höher und wertvoller sei, den Nutzen der Kontemplation anderen zukommen zu lassen als nur einfach kontemplativ zu sein. Bei Agnes bildeten contemplatio und actio eine harmonische Einheit. Die Lebensform, die ihr durch die Regel auferlegt war, führte sie direkt zum Gebet und zur Vereinigung mit Gott. Was die actio betrifft, so ist Agnes genau hierin ein Vorbild für unsere Zeit. Durch ihr Gebets- und Opferleben übte sie über zahlreiche Priester eine geistliche Mutterschaft aus. Zum vollen Verständnis ihrer Sendung muß auf die Zustände im Klerus des 16. und 17. Jahrhunderts hingewiesen werden. Der sittliche Verfall war sowohl bei Weltgeistlichen als auch bei Ordenspriestern an der Tagesordnung. Die Liebe war bei den Priestern derart erkaltet, daß der hl. Vinzenz von Paul ausrief: "Die Kirche hat keine schlimmeren Feinde als die Priester." In der Erkenntnis dieses Dramas machten sich die Väter des Konzils von Trient (1545-1563) an eine Reform. Mutter Agnes von Jesus kann in die große Erneuerungsbewegung des Innenlebens im 17. Jahrhundert eingegliedert werden. Mutter Agnes schenkt also Priestern geistlicherweise das Leben. Ihre Waffen sind betrachtendes Gebet, Buße, Selbsthingabe und eine Tugend von außergewöhnlicher Kraft, die aus ihr die starke Frau macht, von der im Buch der Sprüche die Rede ist. Papst Johannes Paul II. betonte in seiner Botschaft, die er am Gründonnerstag 1995 an die Priester richtete, die Bedeutung dieser geistlichen Mutterschaft, welche die Frau als Mutter und Schwester dem Priester gegenüber ausüben muß. Die selige Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit hatte dies mit einem berühmt gewordenen Satz begründet: "Das Leben des Priesters ist wie das der Karmelitin [oder Dominikanerin...] ein Advent, der die Menschwerdung Christi in den Seelen vorbereitet." Das Wirken des Priesters ist verschieden von dem der geistlichen Mutter oder Schwester, beide ergänzen sich jedoch im Streben nach dem gleichen Ziel: die Rettung der Seelen. Damit der Priester Christus den Seelen schenken kann, muß er ihn selber besitzen. Die Aufgabe der Mutter Agnes bestand darin, die Priester zur Vertrautheit mit Christus zu führen. P. Esprit Panassière, ihr Beichtvater, profitierte als erster von dieser spirituellen Mutterschaft. Seine Aufzeichnungen über das Leben der Mutter Agnes bilden noch heute ein Quellenwerk. Agnes wurde von ihrem Schutzengel und der Muttergottes von den Hindernissen in Kenntnis gesetzt, die den Pater davon abhielten, auf dem Weg der Vollkommenheit voranzuschreiten. Demzufolge tadelte sie ihn wiederholt mit Entschiedenheit und wies ihn darauf hin, auf welchem Gebiet er den Kampf führen müsse. Die Priesterseele, die Mutter Agnes am meisten verdankt, ist zweifellos Abbé Jean Jacques Olier. Da Gott ihn dazu bestimmt hatte, Seminare zu gründen und den Klerus zu erneuern, mußte er mit seiner eigenen Erneuerung den Anfang machen. Als Agnes eines Tages den Herrn anflehte, er möge sie zu sich holen, damit sie ihn in der Ewigkeit schauen könne, sprach er zu ihr: "Ich brauche dich noch für eine Seele; ich will, daß du sie ganz für mich gewinnst." Etwas später verdeutlichte ihr die Muttergottes den Auftrag: "Bete zu meinem Sohn für den Abt von Prébac!" Es handelte sich um Abbé Olier, Pfründeninhaber dieser Abtei. Agnes machte sich ans Werk, um den Auftrag des Himmels in Treue zu erfüllen. Drei Jahre lang betete sie, opferte sie sich und vergoss Tränen, um die Bekehrung dieses Unbekannten zu erlangen. Wenn Gott eine Seele zu einem hohen Grad von Vollkommenheit beruft, kann er außergewöhnliche Gnaden zulassen, damit sein Wille sich erfüllt. So gewährte er Agnes die Gabe der Bilokation. Olier machte gerade Exerzitien, die der hl. Vinzenz von Paul in Paris predigte, als eine Nonne in sein Zimmer trat und ihm mit den Worten "Ich weine für dich" ein Kruzifix und einen Rosenkranz zeigte. Diese Vision wiederholte sich noch einmal. Das war im Frühjahr 1634. Olier erkannte seine Mission, als er kurze Zeit nach dieser Erscheinung auf der Reise nach Prébac die Auvergne durchquerte und in Langeac haltmachte. Es kam ihm das Gerücht zu Ohren, daß die Priorin der Dominikanerinnen eine Heilige sei. Mutter Agnes empfing den jungen Abbé im Sprechzimmer und teilte ihm mit: "Sie haben mich zweimal in Paris gesehen, wo ich Ihnen während Ihrer Exerzitien in St. Lazare erschien, weil ich den Befehl erhalten hatte, für Ihre Bekehrung zu beten, denn Gott hat Sie dazu berufen, die ersten Grundlagen für die Seminare des französischen Köngreiches zu schaffen... Während Sie handeln, werde ich beten." Die Ausführung des Werkes Gottes brachte häufige Begegnungen zwischen Abbé Olier und Mutter Agnes mit sich. Sie nutzte diese, um ihn die Liebe zum Kreuz und zur Jungfrau Maria zu lehren. Es war ihr jedoch klar, daß eine Ordensfrau nicht den geistlichen Führer eines Priesters ersetzen könne. Sie wählte Pater de Condren, Superior der französischen Oratorianer, als Hilfe für Olier. Unter dieser Führung überließ er sich ganz dem Wirken des Heiligen Geistes und übernahm außerdem die wesentlichen Züge der Lehre der französischen Schule der Spiritualität. Olier wirkte bekanntlich sehr segensreich für die Kirche, besonders im Hinblick auf die Ausbildung der Priester. Man kann die selige Agnes mit Recht die spirituelle Mutter der französischen Seminare nennen. Seit ihrem Heimgang zu Gott setzt Mutter Agnes ihr Wirken fort. Der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort zitierte sie in seiner Abhandlung über die wahre Andacht zu Maria als Vorbild für die Ganzhingabe an Maria. In jüngerer Vergangenheit schrieb P. Hyacinte-Marie Cormier, General des Dominikanerordens und am gleichen Tag wie Mutter Agnes seliggesprochen, zwanzig Jahre nach seinem Eintritt ins Ordensleben: "Ehrwürdige Mutter Agnes, Ihnen verdanke ich die Anfänge meiner Berufung. Mögen Sie mir die Gnaden vermitteln, alle Verpflichtungen, die diese Berufung verlangt, in Treue zu erfüllen, die innere Sammlung mit der äußeren Tätigkeit zu vereinen, die Nächstenliebe mit der Selbstverleugnung zu verbinden." Die Worte dieses Gebetes könnten Mutter Agnes' letzte Empfehlungen an die Priester sein. Wir können sie auch in ein Gebet für die Priester und zukünftigen Priester umformen. Der Weg der Heiligkeit ist rauh und schwer, die Priester bedürfen des Gebetes der Gläubigen. 28. Februar Von Prof. Dr. Walter Hoeres 3. Teil 3. Der Mensch als ObjektEntfremdung von der Natur aber setzt sich schließlich fort in die Selbstentfremdung des Ich. Hier erst im Verhältnis zum Menschen wird die widerspruchsvolle irrationale Rationalität der Aufklärung vollends offenbar. Angetreten unter dem Motto, ihm endlich zu seinem Recht, zu Mündigkeit, Selbständigkeit und zu irdischem Wohl und Fortschritt zu verhelfen, stellt sie zwar ihr ganzes ungeheueres, rationales Potential in den Dienst dieser Aufgabe. Aber dem Zauberlehrling gleich, der einmal angestoßen nicht mehr zur Ruhe kommt, dehnt sie ihre organisierende, reglementierende und schematisierende Herrschaft schließlich auch auf den Menschen aus. Er ist nun nicht mehr als das lebensvolle konkrete Individuum gefragt, das die Welt spontan auf seine ureigene Weise zu erfahren vermag. Gefragt ist jetzt nur noch das denkende Subjekt überhaupt: der in uns allen gleiche Denkapparat, der die Aufgabe hat, die blinden Fakten, in die sich die Natur nun verwandelt, in sich einzufüttern und nach einer festen Regel zu bearbeiten. So wird die totale Rationalisierung im Dienste blinder Herrschaft der Vernunft nicht nur dem Objekt, sondern auch dem Subjekt angetan, das zum austauschbaren, überall ersetzbaren Objekt degradiert wird. „Während der Animismus einst die Sachen beseelte, versachlicht der Industrialismus die Seelen“ (A. a. O. S. 41). Die Herrschaft über den Menschen ist der Tendenz nach genau so zerstörerisch und total wie die über die Natur. Denn sie beruht auf dem gleichen Prinzip der Identität, das hier darauf hinausläuft, die Ungleichen, die nicht in die vorgeformten Kategorien passen, sich nicht fügen wollen oder einfach anders sind, so lange „gleichzuschalten“, bis ihr Widerspruch zum System getilgt ist. Oder sie, falls dies nicht möglich ist, einfach auszurotten. Wem solche Schlußfolgerungen ausgerechnet im Blick auf die Aufklärung, die doch die Duldsamkeit auf ihre Fahnen geschrieben hatte, übertrieben vorkommen, dem ruft Adorno die Schrecken des vergangenen Jahrhunderts ins Gedächtnis. Denn in den Konzentrationslagern wurden nicht mehr einfach Menschen gequält, sondern fabrikmäßig ausgetilgt, sodaß der Mensch in ihnen in radikalster und deutlichster Weise als das erschien, was er heute ohnehin schon ist: als totales Objekt! Vernichtet wurden nicht mehr Herr Meier oder Herr Schulze, sondern „der jude“, der „Kommunist“, der „Konterrevolutionär“. An einer berühmten Stelle der „Negativen Dialektik“ sagt Adorno: Auschwitz aber ist nach Adorno nur der vorläufige Endpunkt einer Entwicklung, die von der Naturbeherrschung zur äußeren und schließlich zur inneren Herrschaft über den Menschen führt, zur restlos verwalteten Gesellschaft, einem ebenso hermetischen wie künstlichen Daseinsapparat, in dem der Einzelne nur noch als ohnmächtiges Glied fungiert. § 2 Die Umkehrung des Marxismus 1. Die totale Produktion Die Drehscheibe, in der die Herrschaft über die Natur schließlich zu der über den Menschen wird, ist für den Gesellschaftskritiker Adorno natürlich Wirtschaft und Gesellschaft, deren totale Rationalisierung erst die endgültige Beherrschung des Menschen zur Folge hat. Wir stehen hier bei dem zweiten Grund, der nach der Entzauberung der Aufklärung Adornos Werk so ungeheures Echo verschaffte: der Totalrevision des Marxismus, die wenig übrig ließ von seiner ursprünglichen Gestalt und doch seine Sprengkraft in eigentümlicher Weise bewahrte. Dritter Teil Im Jahr 1840 kam P. Chevron auf Futuna an, um den P. Chanel bei den Missionsarbeiten zu unterstützen. Seine Ankunft war für P. Chanel, wie für den frommen Laienbruder Nizier ein außerordentlicher Trost. Doch hatten die Missionare bei ihren vereinten Anstrengungen sich noch immer keiner erheblichen Erfolge zu erfreuen. Die Zahl der Katechumenen, die dem Götzendienst mutig abgeschworen hatten und sich offen zum Christentum bekannten, blieb noch längere Zeit äußerst klein.Waren aber die wirklichen Fortschritte der Religion auf Futuna bis dahin sehr unbedeutend, so war doch, wie bereits bemerkt worden, eine mehr oder weniger offene, mehr oder weniger aufrichtige Hinneigung zur Annahme des Christentums bei vielen Futuniern wahrzunehmen. Das Evangelium gewann unter den Belehrungen der Missionare und in Folge der Werke der Liebe, die sie ausübten, an Achtung und Vertrauen, in gleichem Maße aber sank das Ansehen der Götzen. Die Furcht vor dem übermächtigen und tyrannischen König Niuriki hielt jedoch seine Untertanen ab, öffentlich zum Christentum überzutreten, bevor der König selbst durch sein Beispiel gleichsam das Signal dazu gegeben. Die Missionare richteten daher ihr Hauptaugenmerk auf den König und dessen Familie. Aber Niuriki, dem Heidentum im Herzen ergeben und allen Lastern fröhnend, zeigte sich besonders nach Besiegung seiner Feinde von Tag zu Tag gleichgültiger gegen die Glaubensboten. Die Anwesenheit derselben konnte ihm nun, wie ihm schien, von keinem Nutzen mehr sein; die Verbindungen aber, welche sie mit seinem Feinde, dem Häuptling Sam-Keletoni, gepflogen hatten, waren ihm um so mißfälliger gewesen, als er in Sam-Keletoni noch immer einen gefährlichen Nebenbuhler erblickte. In dieser feindseligen Stimmung wurde der König durch eine mächtige heidnische Partei, die ihm nahe stand, bestärkt. An der Spitze dieser Partei stand der Häuptling Musu-Musu, der selbst heimlich nach der Herrschaft strebte und einen Einfluß der Fremden zu Gunsten Sam-Keletonis fürchtete. Musu-Musi stachelte daher den Hass des Königs gegen P. Chanel an und legte dem Missionar alle möglichen Hindernisse in den Weg. Die Lage des P. Chanel wurde aber noch misslicher, als P. Chevron im Dezember 1840 durch P. Bataillon nach Wallis zurückberufen wurde. Kurze Zeit nachher gelang es dem P. Chanel, einen Sohn des Königs Niuriki von der Wahrheit des katholischen Glaubens zu überzeugen. Dieser Jüngling säumte nicht, sich in die Zahl der Katechumenen aufnehmen zu lassen. Sobald der König es erfuhr, geriet er in einen heftigen Zorn. Er suchte selbst seinen Sohn auf, der sich in ein entferntes Dorf zurückgezogen hatte, und suchte ihn durch Drohungen wie durch Bitten zum Götzendienst zurückzuführen. Alles vergebens. Da ward auf Antrieb des Musu-Musu die Ermordung der Missionare und sämtlicher Neubekehrten beschlossen. Am 28. Mai 1841, als eben Bruder Nizier mit einem Engländer, der bei den Missionaren wohnte, sich auf den Weg nach dem Dorfe Singavi begeben hatte, um dort einige Kranken zu besuchen, kam ein Insulaner in die Hütte des P. Chanel mit der Bitte, ihm eine Wunde zu verbinden. In dem Augenblick, wo der Missionar sich anschickte, diesen Liebesdienst zu leisten, versetzte jener ihm einen tödlichen Hieb vor die Stirn. P. Chanel gewahrte nun, dass sein Haus von Bewaffneten umgeben sei. Vier derselben drangen hinein, darunter Musu-Musu. Von mehreren Schlägen getroffen, sank der Missionar auf die Knie; betend wischte er sich das Blut von der Stirne und erhielt in demselben Augenblicke einen Bajonettenstich durch die Schulter. Noch atmete er, als die Mörder über seine Gerätschaften herfielen und sie plünderten. Musu-Musu aber ergriff ein scharfes Tischlerwerkzeug und vollendete den Martyrer, indem er ihm damit den Schädel zerschmetterte. Die Leiche wurde im Dorfe Gonona verscharrt. Der Sohn des Königs war den Mördern begegnet; nur mit knapper Not und verwundet entging er ihren Streichen. Bruder Nizier aber und der Engländer wurden im Dorfe Singavi durch den Häuptling Matala in Schutz genommen und entkamen glücklich nach Wallis. Auf Futuna herrschte nach dem Tode des P. Chanel und der Flucht des Bruders Nizier eine sehr traurige Stimmung. Die Heiden wagten nicht zu triumphieren, die Christen aber verbargen sich scheu. Ein Häuptling, der einen tätigen Anteil an der Mordtat genommen hatte, starb bald nachher eines plötzlichen Todes. Der König selbst, der sehr beleibt war, magerte ab und starb ebenfalls noch vor Ablauf des Jahres. Der Urheber der blutigen Tat aber, der mächtige Häuptling Musu-Musu, bemächtigte sich zwar des erledigten Thrones, fühlte sich aber nichts weniger als behaglich auf demselben. Die Nachricht von der Ermordung des Missionars Chanel traf den apostolischen Vikar Pompallier auf Neuseeland, wo der Kommandant der französischen Seestation sogleich der Corvette “Allier” den Befehl erteilte, nach Futuna zu segeln, um den Tod des Missionars an den Insulanern zu rächen. Nur durch dringende Bitten erwirkte der Bischof Pompallier, dass von jeder Rache Abstand genommen werde und dass die Corvette nur hinsegeln sollte, um die kostbaren Überreste des Martyrers abzuholen. Günstig für das Gelingen des Unternehmens war ohne Zweifel der Umstand, dass die Corvette “Allier” unter dem Befehle des Vicomte Du Bouzet stand, eines klugen, festen und den Missionaren ergebenen Seefahrers. Der Bischof Pompallier und einige seiner Missionspriester befanden sich auf der Corvette, welche am 30. Dezember 1841 auf Wallis landete. Hier wurde Pompallier sofort derart in Anspruch genommen, dass er nicht weiterreisen konnte und mit der Besorgung des wichtigen Geschäftes auf Futuna den Pater Viard betrauen mußte. Am 6. Januar 1842 lichtete die Corvette “Allier” wieder die Anker. Auf derselben befanden sich nebst dem P. Viard und dem Bruder Nizier der junge Häuptling Sam-Keletoni und dessen Anhänger, die auf den Rat des P. Chanel vor den siegreichen Waffen Niurikis nach Wallis geflohen waren. Sam-Keletoni war ein eifriger Katechumen, voll Ehrgefühl und Rechtschaffenheit. Er hatte sich dem Schiffskapitän Du Bouzet als Dolmetscher angeboten und freute sich, sein Vaterland wiederzusehen. Durch widrige Winde abgehalten, erschien die Corvette erst am 18. Januar vor der Insel Futuna. Der Stamm von Singavi, der schon bereit war, das Joch des neuen Königs Musu-Musu abzuschütteln, der auch den P. Chanel geliebt und den Bruder Nizier gerettet hatte, freute sich wegen der Rückkehr des Häuptlings Sam-Keletoni und vieler seiner tapfersten Krieger. Dagegen bemächtigte sich Bangen und Schrecken des Königs Musu-Musu und seiner Partei beim Anblick des gewaltigen Kriegsschiffes. Schon wollten sie die Dörfer verlassen und in die Wälder entfliehen, als der Bote ankam, den Du Bouzet gesandt hatte, um die Auslieferung der Überreste des ermordeten Missionars zu fordern. Dieser Bote machte die Wilden des Stammes Poi darauf aufmerksam, dass eine Flucht iher Sache nur schaden könne. Es liege vielmehr in ihrem Interesse, mit dem Kommandanten des Kriegsschiffes, in dessen Macht es stehe, sie sämtlich zu vernichten, in Unterhandlung zu treten, vor allem aber, die Leiche des P. Chanel auszuliefern. "Diese Leitlinien [der Bischofskonferenz] müssen offenbar funktionieren, denn unter den bekannt gewordenen Fällen ist keiner als Rückfall aufgetreten." Aussagen von Prof. Dr. med. Norbert Leygraf, dem Leiter des Institut für Forensische Psychiatrie an der Universität Duisburg-Essen und einem der renommiertesten psychiatrischen Gutachter in Deutschland, wiedergegeben von der Badischen Zeitung. Zum Thema Missbrauch und moderne Moraltheologie 26. Februar Der Beitrag von P. Sven Conrad über die Weihestufen und mein eigener über die Möglichkeit einer Moral ohne Gott wurden auf einer je eigenen Seite untergebracht. Die Analysen von P. Bernward Deneke über die gegenwärtige Situation der Theologie und die Polyphonie des Zeugnisses finden Sie auf dieser Seite. Die päpstlichen Mahnungen bezüglich Verantwortung und Verpflichtung, die das Bischofsamt mit sich bringt, wurden ebenfalls auf einer eigenen Seite zusammengefasst. 26. Februar Der Beitrag von Dr. René Strasser über die Liturgie als Schicksalsfrage der Kirche ist nun noch um das Literaturvereichnis ergänzt worden. 26. Februar Vor 50 Jahren, am 26. Februar 1960, starb in St. Albert, Alberta, Kanada, der Missionar Victor Le Goff OMI. Geboren am 23. Dezember 1874 in Frankreich, trat er 1893 in Holland bei den Oblatenmissionaren ein, empfing am 23. September 1899 im belgischen Liège die Priesterweihe und kam 1900 nach Kanada, wo er 60 Jahre lang als Missionar bis zu seinem Lebensende wirkte, und zwar vor allem in Lac La Biche (welches uns schon in der Biographie von Vital-Justin Grandin begegnete) und Saskatchewan. 25. Februar Von P. Engelbert Recktenwald Streng genommen ist die Frage, ob Christen und Muslime an denselben Gott glauben, unsinnig. Denn wenn es nur einen einzigen Gott gibt, dann kann es keinen anderen Gott geben, an den man auch noch glauben könnte. Die einzige Alternative ist ein Götze, d.h. ein Geschöpf, dem man göttliche Verehrung erweist. Davon gibt es viele, im Heidentum wimmelt es nur so davon. Das Gegenteil ist der Schöpfer, und davon gibt es nur einen. Wenn also vom Schöpfer des Himmels und der Erde die Rede ist, haben wir eine eindeutige Referenz für unser Sprechen von Gott. Erst recht gilt das, wenn dieser Schöpfer mit dem sich offenbarenden Gott des Alten Testaments identifiziert wird, mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ich kann sinnvollerweise fragen, ob der Erbauer des Doms zu Köln derselbe sei wie der Erbauer des Doms zu Aachen. Denn es gibt viele verschiedene Menschen, die Dome gebaut haben. Aber ich kann nicht fragen, ob der Schöpfer der Welt, an den die Muslime glauben, ein anderer sei als derjenige, an den die Christen glauben. Denn es gibt nur einen einzigen Schöpfer. Man unterscheidet bei jedem Begriff zwischen seinem “Sinn” und seiner “Referenz”. Die Referenz ist das, wovon ich etwa aussage, der Sinn ist das, was ich im Begriff davon aussage. Wenn ich von Papst Benedikt aussage, er sei ein Franzose, dann ist das zwar eine falsche Aussage, aber ich spreche von derselben Person wie derjenige, der von ihr richtigerweise aussagt, er sei ein Bayer. So sind die irrigen Urteile der Muslime über Gott zwar Irrtümer, aber sie haben dieselbe Referenz wie die wahren Urteile der Christen. Wäre dem nicht so, dann wäre z.B. die Leugnung der Dreifaltigkeit durch die Muslime gar kein Irrtum, weil sich ihre Aussage sowieso nicht auf Gott bezöge. Nun kann es aber vorkommen, daß jemand ein so verfälschtes Charakterbild von einem Menschen entwirft, z.B. wenn jemand den ehemaligen Kardinal Ratzinger als engstirnigen, machtbesessenen Panzerkardinal hinstellt, daß jemand, der ihn wirklich kennt, zurecht sagen kann: “Das ist nicht der wahre Ratzinger. In Deiner Beschreibung erkenne ich ihn nicht wieder”. Damit will er nicht leugnen, daß der Betreffende über dieselbe Person spreche. Aber er will damit behaupten, daß er ein falsches Bild resp. einen falschen Begriff von ihr habe. Im Deutschen gibt es dafür das treffende Wort “verkennen”. Er verkennt diese Person. In diesem Sinne können wir sagen, daß die Muslime in dem Maße, wie sie z.B. an einen Willkürgott glauben, dessen Wille nicht an Vernunft und Gerechtigkeit gebunden sei, Gott verkennen und nicht an den “wahren Gott” glauben. Präzise ausgedrückt bedeutet das: Sie haben noch nicht erkannt, wie Gott, an den sie glauben, in Wahrheit ist. Sie haben einen irrigen Gottesbegriff. Allerdings kamen und kommen solche Gottesbegriffe auch im Christentum vor, z.B. im Nominalismus und bei dessen Kindern, den Reformatoren. Noch viel weniger hebt die Leugnung der Dreifaltigkeit die Referenz auf den einen Gott auf. Auch die Juden wußten noch nichts von der Dreifaltigkeit, dennoch war Jahwe, an den sie glaubten, der eine dreifaltige Gott. Die Muslime glauben wie die Juden und die Christen an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Daß Christus die Dreifaltigkeit Gottes offenbarte, macht Jahwe im Nachhinein nicht zu einem anderen Gott. Es ist derselbe Gott, über den eine weitere Wahrheit geoffenbart wurde. Die Unterscheidung, die dagegen manchmal ins Treffen geführt wird, daß der Gottesbegriff der vorchristlichen Juden auf die Dreifaltigkeit hin offen gewesen sei, während derjenige der Muslime und heutigen Juden dies nicht sei, da sie nach geschehener Offenbarung die Dreifaltigkeit immer noch ablehnen, ist eine Unterscheidung, die nicht den Begriff, sondern die subjektive Haltung der Menschen betrifft. Natürlich wäre es ein Trugschluß, aus der Identität des einen Gottes im Christentum und Islam auf die Gleichwertigkeit beider Religionen zu schließen. Die objektive Heilsnotwendigkeit Christi für jeden Menschen, sei er Christ oder Muslim, ist damit nicht in Frage gestellt. Nicht Mohammed hat uns erlöst, sondern Christus. In heilsgeschichtlicher Perspektive kommt überdies dem Islam eine fatale Rolle zu. Er ist die einzige Weltreligion, die zeitlich nach Christus entstanden ist. Nachdem der Islam in weiten Regionen ein blühendes Christentum vernichtet hat, ist es unverständlich, wie man in ihm eine “präparatio [sic!] evangelica”, eine Vorbereitung auf das Evangelium, sehen kann, wie es in einem Referat der ansonsten schätzenswerten Dießener Sommerakademie geschehen ist. Da scheint mir das Urteil Kardinal Journets zutreffender zu sein, der im Islam ein “dauerhaftes Hindernis für das Aufblühen des Gottesreiches” und “das größte Ungemach” angesehen hat, “das jemals die Geschichte der Kirche getroffen hat.” Die “Offenbarung”, die Mohammed empfangen hat, war nicht ein Werk Gottes, sondern, wenn sie außernatürlichen Ursprungs war, eher ein Werk des Widersachers. Inwiefern man nun tatsächlich Gott dient oder dem Widersacher, wenn man sich in den Dienst einer solchen Religion stellt, hat übrigens C.S. Lewis auf seine Weise allegorisch und sehr interessant in Der letzte Kampf, dem letzten Band seiner Narnia-Chroniken, beschrieben, insbesondere im Kapitel Weiter hinein und weiter hinauf. 24. Februar Der Feminismus ist eine Ideologie und eine mit ihr einhergehende politische Praxis. Sein Ziel ist es, politische Macht zu erlangen. Die vom Feminismus forcierte Politik/Frauenpolitik ist in Deutschland unter dem Namen Gleichstellungspolitik, in der neuesten Zeit auch als das Programm des Gender-Mainstreaming bekannt. Aus: Dr. Alexander Ulfig, Qualifikation statt Gleichstellung. Schritte zu einer gerechteren Praxis der Stellenvergabe, veröffentlicht auf streitbar.eu, Forum für unabhängiges Denken. Weitere Infos über Gender Mainstreaming 24. Februar Um seine Freiheit wiederzuerlangen, hat der Mensch vor allem Hilfe von oben nötig, die seine von der Sünde erschütterte innere Welt wieder in Ordnung bringt: Diese Hilfe erhält er durch das Gebet. Sodann braucht er einen starken und entschlossenen Willen, der imstande ist, sich den trügerischen Einflüssen des Bösen zu entziehen, um sich mutig auf die Wege des Guten einzustellen: Das aber setzt die hochherzige Einübung in Verzicht und Opfer, das heißt den Mut zur Buße voraus, um jene Kontrolle über sich selbst zu erlangen, die ihm im Einklang mit der tiefsten Wahrheit des eigenen Daseins die mühelose Selbstbeherrschung erlaubt. Papst Johannes Paul II. heute vor 25 Jahren in seiner Ansprache vor dem Angelus (Der Apostolische Stuhl 1985, S. 40). 24. Februar Vor 150 Jahren, am 24. Februar 1860, wurde in Winterreute bei Biberach an der Riß Johann Baptist Sägmüller, Kanonist der Tübinger Schule, geboren. Innerhalb der Fakultät gehörte Sägmüller zu jener Partei, die den Modernismus bekämpfte und die verheerenden Auswirkungen der Aufklärung in der katholischen Theologie klar benannte. In dieser Sache geriet er in eine heftige Polemik mit Sebastian Merkle. Der Heilige Stuhl berief ihn 1904 als Konsultor zur Mitarbeit an den Vorbereitungen zur Erstellung des Codex Iuris Canonici (CIC), der 1917 erschien. 23. Februar Aufsteiger des Monats ist der Beitrag von Dr. Strasser über die Liturgie als Schicksalsfrage der Kirche. 23. Februar Vor 100 Jahren, am 23. Februar 1910, bestätigte der hl. Papst Pius X. den Kult Julian Cesarellos de Valle OFM, so dass dieser als selig zu gelten hat. Casarello, der etwa 1349 im Kloster St. Michael bei Valle in Istrien starb, war Volksmissionar und Friedensstifter in Bürgerunruhen. Sein Gedenktag ist der 1. Mai. 23. Februar P. Martin Ramm von der Priesterbruderschaft St. Petrus hat die Komplet nach dem Brevier von 1962 in lateinischer und deutscher Spache für alle Tage der Woche in einer Broschüre von 64 Seiten veröffentlicht. Sie kann über introibo auf Spendenbasis bestellt werden. 23. Februar Heute vor 100 Jahren, am 23. Februar 1910, schrieb Paul Claudel an Jacques Rivière von Prag aus einen Brief, in dem es heißt: “Ich habe meine Kisten geöffnet und darin Orthodoxie von Chesterton entdeckt. Ich bin gerade dabei, das Hauptkapitel für die N. R. F. [Nouvelle Revue Française] zu übersetzen, wenn diese Herren es nehmen wollen. Es ist ein wenig lang und müßte zweifellos in zwei Teilen erscheinen” (Paul Claudel / Jacques Rivière, Briefwechsel 1907 - 1914, hg. von Robert Grosche, übersetzt von Hannah Szasz, Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München ohne Jahr, S. 184). Orthodoxie, das wichtigste Werk G. K. Chestertons, in dem es um die Wahrheit des christlichen Glaubens geht, erschien 1908. Die französische Übersetzung des geplanten Auszugs erschien tatsächlich wie geplant in der N. R. F., der 1909 gegründeten Literaturzeitschrift unter der Redaktion von André Gide, und zwar mit einer Einführung des Chesterton-Kenners Valery Larbaud und unter dem Titel Les Paradoxe du Christianisme. Als Larbaud Chesterton im Juni 1911 besuchte, sagte ihm derselbe, dass er die Übersetzung noch besser finde als den Text. Der Plan Claudels, das ganze Werk zu übersetzen, scheiterte allerdings an den Forderungen des Verlags. Erst 1923 erschien unter dem Titel Orthodoxie eine französische Übersetzung von Charles Grolleau, mit einem Vorwort von Joseph de Tonquédec SJ, in dem es über Chesterton u.a. heißt: “Père de l'Eglise, il ne l'est ni plus ni moins que Péguy, Hello, Huysmans ou Léon Bloy: il y prétend moins qu'eux, moins surtout que le dernier, ne se souciant point de dogmatiser ex cathedra, mais jouissant du plaisir d'exposer, avec une verve furibonde, ses vues personnelles, et les donnant comme telles.” 22. Februar 91. Folge 9. Herr La Colombière hat Geistliche und Prädikanten von London nach Frankreich geschickt, unter andern Herrn Salomon, den er M. Kardinal de Bouillon empfahl, um ihn mit einer andern Person nach Rom zu schicken. Dieser Mensch hatte sein Kloster verlassen, um zur protestantischen Kirche überzutreten; in der Folge schickte Herr La Colombière denselben in die Picardie … zum Bruder seines Dieners Le Lièvre und verschaffte ihm viel Geld. Mit diesem Machwerk begaben sich Luzancy und Fiquent zum Bischof von London und zum Lordkanzler, dem sie die Anklage übergaben. Sie enthielt zwar, von einigen ganz allgemeinen Verdächtigungen abgesehen, nur die Beschuldigung, der Beichtvater der Herzogin habe zum Rücktritt in die Kirche aufgefordert und überhaupt Werke des Seeleneifers ausgeübt, was allerdings nach dem englischen Staatsgesetzen unter Strafe des Hochverrats verboten war. Aber der Freund Colemans mag schon als solcher auch der Teilnahme an der vorgeblichen Verschwörung verdächtig erschienen sein. Zunächst wurde P. de la Colombière verhaftet. Am 14./24. November um 2 Uhr nach Mitternacht drang man in sein Zimmer im Saint-James-Palaste und nahm ihn gefangen. Als dann Fiquet seine "Anzeige“ auch dem Parlamente gemacht und am 16./26. vor dem Marquis von Winchester als dem Kommissär des Parlaments dieselbe beschworen hatte, schleppte man P. de la Colombière sofort am hellen Mittag aus Saint-James und brachte ihn über die Themse in das Gefängnis der King’s Bench. Zwei Tage später wurde er von einer Kommission des Oberhauses verhört und seinem Ankläger gegenübergestellt. Man konnte ihn aber nach dem Gesetze auf das Zeugnis eines einzelnen hin nicht verurteilen. Doch der zweite Zeuge fand sich bald. Schon am 19./ 29. November beschwor Franz Verdier vor dem Lord Anglesey: “Vor etwa fünf oder sechs Monaten war ich im Zimmer des Herrn La Colombière. Dieser unterhielt sich mit Herrn Fiquet und wollte ihn bewegen, katholisch zu werden. Ich hörte La Colombière zu diesem Zwecke Beweise vorzubringen. Fiquet erwiderte darauf, wenn diese Gründe auch wahr wären, hätten sie doch hierzulande kein Gewicht, da der König seine Konversion nicht gestatten würde. Darauf versetzte Herr La Colombière: ‘Der König wird Ihre Konversion nicht missbilligen, da er selber im Herzen katholisch ist.’” Nun berichtete Marquis von Winchester, einer der Kommissäre, dem Oberhause am 1. Dezember über “die Schuld” des ehrwürdigen Dieners Gottes, und das Haus fasste folgenden Beschluss: “Es ist erwiesen, dass La Colombière, Jesuit und Prediger der Herzogin von York, gegenwärtig Gefangener von der King’s Bench, häufige und lange Unterredungen mit Herrn Coleman gehabt hat; eine bedeutende Korrespondenz mit P. La Chaise und dem Kardinal de Bouillon unterhalten und versucht hat, Olivier du Fiquet, Franz Verdier und andere zum Papsttum zu verführen, indem er dazu Beweise gefährlicher Natur geltend machte; dass er in seinem Zimmer manche Abschwörungen von Franzosen und Engländern entgegengenommen und heimlich Priester, darunter den Irländer Mac Carthy, nach Virginien geschickt hat. Da alle diese Vorkommnisse gefährliche Folgen haben und dem Frieden der Regierung dieses Königreichs nachteilig sind, so verfügen die im Parlamente versammelten geistlichen und weltlichen Lords, dass die Träger der ‘weißen Stäbe’ sich zu Seiner Majestät begeben und Höchstderselben untertänigst den Wunsch dieses Hauses ausdrücken, es möge Seiner Majestät gefallen, den Befehl zu erteilen, dass besagter La Colombière aus dem Reiche, aus allen Gebieten und allen Besitzengen Seiner Majestät verbannt werde.” Politische Rücksichten auf Ludwig XIV. bestimmten offenbar das Parlament, von einem eigentlichen Gerichtsverfahren und dem Todesurteil gegen den ehrwürdigen Diener Gottes Abstand zu nehmen. Stattdessen hatte er fast drei Wochen die Qual eines englischen Gefängnisses damaliger Zeit zu ertragen. Die verpestete Luft brachte den durch wiederholten Blutsturz ohnehin schon geschwächten Gefangenen in Lebensgefahr. Als daher der König dem Gesuche des Parlamentes entsprechend P. de la Colombière durch den Gerichtsboten Johann Bradley auf ein Schiff in die Verbannung schicken wollte, war derselbe in einem solchen Zustande, dass er ohne Todesgefahr die Seereise nicht antreten konnte. Der folgende Auszug aus dem Register des Privy Councils vom 6./16. Dezember 1678 bezeugt das: So geschah es. “Man gewährte mir zehn Tage”, schreibt P. de la Colombière. “Während dieser Zeit ließ man mich auf mein Wort in meinem Zimmer, wo ich Gelegenheit hatte, vielen Personen Lebewohl sagen, die ich sehr gerne vor meiner Abreise noch einmal sah.” Am 19. oder 20. Dezember 1678 verließ der ehrwürdige Diener Gottes das Gefängnis und trat zehn Tage später seine Rückreise nach Frankreich an mit sehr geteilten Gefühlen; denn gar zu gerne hätte er die Marterpalme gepflückt, die ihm schon zu winken schien und die bald so viele seiner Mitbrüder in London schmücken sollte. Doch wird der Herr seinen Willen für die Tat genommen haben, wie ihn auch die selige Margareta Maria Alacoque “einen glorreichen Märtyrer durch sein Verlangen nach dem Martyrium” nennt. Wahrscheinlich hat sein Kerkerleben dazu beigetragen, dass sein Brustübel unheilbar wurde. Am 16. Februar 1682 starb er im Rufe der Heiligkeit zu Paray. Sein Seligsprechungsprozess ist anhängig, und bald hoffen wir den glühenden Apostel der Herz-Jesu-Andacht auf den Altären verehren zu können. [Claude de la Colombière wurde 1929 selig- und 1992 heiliggesprochen]. Wird fortgesetzt. 21. Februar Von P. James B. Buckley FSSP Als Israel Zolli, der Oberrabbiner von Rom, am 13. Februar 1945 in die katholische Kirche aufgenommen wurde, wählte er als Taufnamen Eugenio zu Ehren von Papst Pius XII (Eugenio Pacelli), dessen Nächstenliebe zu den Juden er sehr bewunderte. In einem autobiographischen Entwurf notierte Zolli, daß er im Alter von zwölf Jahren ein Kruzifix im Haus seines katholischen Freundes Stanley gesehen hatte und unmittelbar eine Verbindung herstellte zwischen Christus und dem leidenden Gottesknecht bei Jesaja. Als Erwachsener sollte er regelmäßig über die vier Lieder vom Gottesknecht meditieren [(1) Jesaja 42, 1-7; (2) Jesaja 49, 1-7; (3) Jesaja 50, 4-11; (4) Jesaja 52,13 - 53,12) und über die Fragen seiner Jugend nachdenken: Kann Gott leiden? Leidet Er in Seinem Diener? Zolli kam zu der Überzeugung, daß der Mann des Leidens, von dem Jesaja gesprochen hatte, seine Erfüllung fand in Christus. Trotz Unklarheiten macht Jesaja Kapitel 53 klar, daß die Leiden des Dieners Buße sind für die Sünden der Menschen. Vers 5 zum Beispiel hält fest: “Er aber ist verwundet worden um unserer Missetaten willen; er ist zerschlagen wegen unserer Sünden; unseres Friedens wegen hat ihn die Züchtigung getroffen, und durch seine Wunden wurden wir geheilt.” Die sühnende Natur dieser Leiden deutet, wie der heilige Bernhard bemerkt, auf die Passion Christi hin. Über Vers 2 nachdenkend (“… sieht man Ihn an, so hat Er nichts Anziehendes, dass man Sein begehrte”) schreibt der heilige Abt : “Der über alle Menschensöhne hinaus Schöne war verborgen in seiner Passion, um die Söhne der Menschenheit zu erleuchten; am Kreuz wurde er häßlich, im Tod erbleichte er; da war keinerlei Schönheit oder Anmut an ihm, um sich eine schöne und anmutige Braut zu erwerben, die Kirche ohne Flecken oder Runzeln” [cf. Eph 5, 27]. Zahlreiche Abschnitte des Neuen Testaments verweisen auf oder zitieren aus Jesaja Kapitel 53, um ihre Erfüllung in Christus darzulegen. Markus 9,11 (“und es ist geschrieben über den Menschensohn, er werde viel leiden müssen und verachtet werden”) ist zum Beispiel eine Anspielung auf den Anfang in Jesaja 53, 2 : “Verachtet und der Erbärmlichste der Menschen, ein Mann der Leiden und vertraut mit Siechtum.” Direkte Zitate aus Kapitel 53 finden sich im ersten Petrusbrief und in den Evangelien von Markus und Matthäus. Nach der Ermahnung der Gläubigen. Christus nachzuahmen, der “für uns gelitten” hat, zitiert 1 Petr 2, 22 aus Jesaja 53, 9: “Er hat keine Sünde begangen, und in Seinem Munde fand sich kein Trug.” Markus 15, 27-28 sagt: “Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, den einen zu seiner Rechten, den anderen zu seiner Linken. So ging die Schrift in Erfüllung, die sagt: ‘Er wurde unter die Missetäter gezählt.’” ( Jesaja 53, 12 ). Matthäus 8,16-17 sagt : “Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: ‘Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheit hat er getragen.’” (Jesaja 53, 4) In der Apostelgeschichte 8, 32 las der “Kämmerer und Würdenträger der äthiopischen Königin Candace” Jesaja 53, 7-8: “Wie ein Schaf wird er zur Schlachtbank geführt; und wie ein Lamm vor dem Scherer verstummt, so tat er seinen Mund nicht auf.” Verwirrt durch diesen Vers, fragte er den Diakon Philippus: “Ich bitte dich, von wem sagt dies der Prophet, von sich selbst oder von einem anderen?“ Philippus Antwort gibt dem Kämmerer die Erkenntnis, daß des Propheten Worte in Christus erfüllt wurden. Apostelgeschichte 8, 36 verkündet : “Da öffnete Philippus seinen Mund und verkündigte ihm, ausgehend von jener Schriftstelle, die frohe Botschaft von Jesus.” Jesaja Kapitel 53 schließt mit dem Verweis auf die Belohnungen, die der Diener erhalten wird. Vers 11 zum Beispiel sagt: “Dafür, dass seine Seele Mühsal litt, darf er sich satt schauen. Durch seine Erkenntnis wird er, mein gerechter Knecht, viele gerecht machen und ihre Missetaten wird er auf sich nehmen.” In seinem Kommentar bezüglich der Erfüllung dieser Prophezeiung schreibt der gelehrte Cornelius de Lapide SJ: “Mit größter Erleichterung wird Christus die Früchte seiner Arbeit sehen, nämlich die Ernte so vieler geretteter Seelen. Allein danach hungerte und dürstete es ihn, im Leben und im Sterben ... Durch seine Erkenntnis, das heißt durch seine Lehre, seine Verkündigung und das Evanglium wird Christus viele rechtfertigen, das bedeutet, er wird sie lehren und ihnen den Pfad zur Gerechtigkeit aufzeigen.” Der Artikel erschien im Fraternity Newsletter des amerikanischen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Petrus. James Buckley, der sich 1997 der Petrusbruderschaft angeschlossen hat, ist Spiritual und Dozent am Priesterseminar Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Denton, Nebraska. Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte Susanne Möhring. 20. Februar Nach den guten Erfahrungen mehrerer kleiner Treffen katholischer Blogger gibt es nun einen neuen Anlauf zu einem weiteren, vielleicht etwas größeren Bloggertreffen, und zwar am Samstag, den 8. Mai, ab 15 Uhr in Oberflockenbach. 20. Februar Vor 200 Jahren, am 20. Februar 1810, wurde der Tiroler Freiheitskämpfer gegen Napoleon Andreas Hofer standrechtlich erschossen, nachdem er durch Verrat in französische Gefangenschaft geraten war. Seit dem 5. Februar war er als Staatsgefangener von Rang in Mantua im Al-Vaso-Turm der Festung Citadella di Porto eingekerkert. Am 11. Februar gab Napoleon dem Vizekönig von Italien Beauharnais, sich über dessen Gnadengesuch hinwegsetzend, Anweisung, das Kriegsgericht über Hofer tagen und denselben innerhalb von 24 Stunden erschießen zu lassen. Ein Gnadengesuch von Kaiser Franz kam erst am 22. Februar in Paris an. Hofer rechnete im Kerker mit seiner Hinrichtung und sagte zu seinem Mitgefangenen Kajetan Sweth: “Werde ich auch zum Tode verurteilt, so bin ich dennoch glücklicher als viele andere, denn ich weiß die Stunde meines Todes, was sich unzählige Menschen wünschen würden, um sich auf ihr Ende vorzubereiten und dadurch Kinder der Seligkeit werden zu können. Muß es sein, so sterbe ich gern, denn es ist besser, ich gebe mein Leben für das ganze Land, als wenn noch andere um meinetwillen für Tirol sterben müßten” (zitiert in: Karl Paulin, Andreas Hofer und der Tiroler Freiheitskampf 1809. Nach geschichtlichen Quellen und mit 16 Dokumentarbildern. Durchgesehen und ergänzt von Dr. Franz Hye, Innsbruck, 4. Auflage 1970, S.125 f). Am 19. Februar wurde Hofer, ohne dass Zeugen vernommen worden wären, unter dem neunköpfigen Kriegsgericht unter dem Vorsitz von Baron Forestier wegen illegalen Waffenbesitzes und Waffengebrauchs gegen die kaiserlichen Truppen einstimmig zum Tod durch Pulver und Blei verurteilt. Am 20. Februar morgens um 4 Uhr wurde Hofer das Urteil mitgeteilt. Er empfing, nachdem er gebeichtet hatte, von Pfarrer Alexander Borghi die letzte Wegzehrung. Danach schrieb er “in bewunderungswürdiger Seelenruhe seinen letzten Brief”, gerichtet an Vinzenz von Pühler in Neumarkt. Den Schluss dieses Briefes wollen wir hier wiedergeben: “In der Welt lebet alle wohl, bis wir im Himmel zusammenkommen und dort Gott loben ohne Ende. Alle Passeirer [Hofer stammte aus dem Passeiertal] und Bekannte wollen meiner eingedenk sein im heiligen Gebet, und die Wirtin (Hofers Frau) soll sich nicht so bekümmern; ich werde bitten bei Gott für sie alle. Ade, meine schnöde Welt, so leicht kommt mir das Sterben vor, dass mir nicht die Augen naß werden! Die Vollstreckung des Urteils zögerte sich um zwei Stunden hinaus. 15 Minuten vor 11 Uhr wurde Hofer auf den Richtplatz geführt. Seine anwesenden Landsleute bat er um Verzeihung für alles Unglück, das er über sie gebracht habe. Damit meinte er wahrscheinlich seine Fehlentscheidungen nach dem Friedensabschluss zwischen Österreich und Frankreich, als er dem fanatischen Drängen einiger Kampfgenossen nachgab, den nunmehr aussichtslosen Kampf fortzusetzen. Unter dem Kommando des Feldwebels Michael Eiffes stellten sich zwölf Grenadiere zur Hinrichtung auf. “Das weiße Tuch zum Verbinden der Augen wies Hofer zurück, ebenso weigerte er sich niederzuknien; aufrecht, wie er gelebt und gekämpft, wollte der Held den Tod erleiden und seine Seele dem Schöpfer zurückgeben” (S. 130). Da Feldwebel Eiffes selber es vor Ergriffenheit nicht tun konnte, gab Hofer selbst den Befehl “Feuer!” und wurde von sechs Schüssen schwer, aber nicht tödlich verwundet. Nachdem auch eine zweite Salve nicht tödlich war, gab Eiffes dem auf die Knie Gesunkenen den Gnadenschuss in die linke Schläfe. 19. Februar Die Newcomer des Jahres 2009 habe ich schon bekanntgegeben (siehe unten unter dem Datum des 16. Februar). Wer von übrigen 250 Seiten hat die größten Sprünge nach oben gemacht? Hier sind die Top 25. In der rechten Spalte sind die Plätze angegeben, um welche die jeweilige Seite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.
19. Februar Heute vor 50 Jahren, am 19. Februar 1960, starb in Montserrat der Exeget und Orientalist Bonaventura Ubach OSB. Ubach wurde am 2. April 1879 in Barcelona geboren, trat 1894 in die Benediktinerabtei Montserrat ein und wurde 1902 zum Priester geweiht. Er war ein Schüler des berühmten Exegeten Lagrange und gründete das Museum von Montserrat. 18. Februar Von Prof. Dr. Dr. Julius Beßmer SJ I. Die übernatürliche Offenbarung Wer immer mit ruhigen Auge und unbeirrtem Sinn sei es die Natur betrachtet in ihrem Wirken und Walten oder das Kommen und Gehen, das Emporsteigen und das Niedersinken der Völker in der Geschichte, oder endlich sein eigenstes Inneres und die Stimme, die dort gebietet, richtet, lohnt und straft, der kann ... 17. Februar Von Prof. Dr. Walter Hoeres 2. Teil 2. Vernunft als Herrschaftsprinzip Auch will die Aufklärung nur das als wahr und gültig akzeptieren, was sie tatsächlich als vernünftig durchschauen kann. Sie macht so die menschliche Vernunft, um mit dem antiken Aufklärer Protagoras zu reden, zum Maß aller Dinge: der seienden, daß sie sind und der nichtseienden, daß sie nicht sind. Und das scheint zunächst ganz im Sinne Adornos zu sein, der in seinem Essay über „Vernunft und Offenbarung“ ...Zum Beitrag 16. Februar 16. Februar 2009 wurden 51 Seiten auf kath-info neu eingerichtet. Hier finden Sie die fünfzehn meist gelesenen, ergänzt um die Angabe im Gesamtranking der insgesamt etwa 300 Seiten.
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PersonenBücher/
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Reise Sharm el Sheikh |
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