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Gender Mainstreaming Einige Schlaglichter auf ein schillerndes Phänomen: I. “Der Begriff ‘Gender’ stammt aus der Sexualpsychologie. Er entsprang dem Bemühen, sprachlich mit der Transsexualität umzugehen: mit der leidvollen Selbstwahrnehmung mancher Menschen, dem anderen Geschlecht anzugehören, in einem falschen Körper zu stecken. Daraus entwickelte sich die Vorstellung eines vom biologischen Geschlecht (im Englischen: sex) abgelösten emotionalen oder metaphysischen Geschlechts (gender). Diese Grundidee wurde von der Homosexuellenbewegung übernommen. Gender wurde zur Sammelbezeichnung für das ‘soziale Geschlecht’ weiterentwickelt, das den Menschen ihre ‘Zwangsheterosexualität’ zuweise. Geschlecht ist demnach sowohl eine ideologische Hypothese als auch eine gesellschaftspolitische Konstruktion. Die Theorie wurde hauptsächlich von Feministinnen erarbeitet und erweitert." Volker Zastrow in der FAZ vom 19. Juni 2006 Politische Geschlechtsumwandlung II. Während für Feministinnen grundsätzlich und von Beginn an männliche Lebens- und Karrieremuster wie ein ungeschriebenes Gesetz als erstrebenswertes Ziel gelten, ist dies seit Peking 1995 [seit der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking] nun für alle schriftlich verankert: Die Frauenförderung orientiert sich an dem Wesen der Männer. Es wird nämlich seitdem fälschlicherweise angenommen, dass Frauen und Männer in ihren Bedürfnislagen gleich sind, ohne angeborene Unterschiede, und grundsätzlich über gleiche Verarbeitungsmuster verfügen. Die Ursachen für geschlechtsspezifische Unterschiede werden ausschließlich in gesellschaftlich und institutionell vermittelten Lernprozessen gesehen, Biologie oder Schöpfungsursprung spielen also keine Rolle mehr.” Aus Maria Steuer, Zeit zum Widerstand! Warum Gender-Mainstreaming die Gesellschaft zwangsverändert, in: Komma 50-51/2008, S. 62. III. Seit den 90-er Jahren behauptet eine neue These, dass auch Sexualität nicht mehr gegeben, sondern konstruiert sei. Als Wortführerin dieser Theorie kann Judith Butler aus Berkeley gelten mit dem Werk „Gender Trouble“ (1991, dt. Das Unbehagen der Geschlechter 1992). Sie glaubt, einen Widerspruch in der bisherigen feministischen Argumentation zu erkennen: auf der einen Seite sei das Geschlecht ein Ergebnis sozialer Festlegung (und somit durch kritischen Diskurs auflöslich), auf der anderen Seite aber biologisch unhintergehbar (und somit unauflöslich). Der Widerspruch lasse sich jedoch beheben: Es gebe überhaupt keinen „natürlichen“ Körper „vor“ der Sprache und kulturellen Deutung. Körperliche Geschlechtsunterschiede seien allesamt sprachlich bearbeitet. Radikalisiert bedeutet es, dass der Unterschied zwischen sex und gender pure Interpretation sei. Schlichter: Auch „Biologie“ sei Kultur. Um emanzipatorisch weiterzukommen, sei daher ein subjektives und offen pluralistisches Geschlecht zu „inszenieren“. Aus: Bindungslose Selbstbestimmmung: Zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir, Begründerin der Gendertheorie, von Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, erschienen in der Tagespost vom 8. Januar 2008 IV. Gender Mainstreaming, kurz GM, heißt das Zauberwort der jüngsten Stufe des Feminismus - von dem bis heute kein Mensch weiß, was das genau ist. Alice Schwarzer postulierte schon vor dreißig Jahren: Du wirst nicht als Frau oder Mann geboren, sondern als "Mensch“ und entscheidest dich später selbst, was du sein willst. Jeder soll ein neues so genanntes kulturelles, "soziales Geschlecht“ bekommen, ein Gender, das er selbst bestimmen kann und dies völlig unabhängig von seinem biologischen Geschlecht. GM ist, wie es vielerorts in den Leitpapieren und Eckdaten der Gender Mainstreamer heißt, "Abschied vom Verständnis einer geschlechtsneutralen Politik.“ Was hier als Gleichberechtigung daher kommt, ist jedoch tatsächlich Frauenbevorzugung und Männerbenachteiligung mit zweifelhaftem Nutzen für Frauen und zweifellosem Schaden für Männer. Aus: Bettina Röhl (Tochter von Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl), Die Gender Mainstreaming-Strategie, in: Cicero, Magazin für politische Kultur V. Die Rede von Gender im aktuellen Wissenschaftsdiskurs markiert demgegenüber die Haltung, die vorherrschende Geschlechterdualität nicht zu affirmieren, sondern nach deren sozialen Herstellungsprozessen und Funktionsweisen in geschlechtshierarchischen Strukturen zu fragen: Wie wird "Geschlecht" immer wieder neu als bipolares Muster sozialer Zuschreibung in einer monotonen Weise reproduziert, die Männer und Frauen komplementär aufeinander bezieht und in hierarchische Verhältnisse bringt? In Frage gestellt wird so die gesellschaftliche Norm der heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit und die ihr inhärente kausale Verbindung von sex als biologischem Geschlecht mit gender als soziokulturellem Geschlecht und mit Begehren: Die vorherrschende Geschlechterordnung, die beispielsweise einen als weiblich klassifizierten Körper mit als weiblich klassifizierten Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern sowie einem notwendig auf Männer gerichteten Begehren verknüpft, erfährt hier eine grundlegende Kritik. Diese fußt auf der Beobachtung, dass eine Vielzahl sozialer Geschlechter sowie verschiedenste Begehrensweisen unterschieden werden können und auch das „biologische Geschlecht“ Produkt sozio-kultureller Konstruktionen ist. Aus dem Gender-Manifest. Plädoyer für eine kritisch reflektierende Praxis in der genderorientierten Bildung und Beratung. VI. "Gender-Studies haben nachgewiesen, dass es kein vorgefertigtes Geschlecht gibt es ist ein Konstrukt, abhängig von historischen und kulturellen Kontexten", sagt Thorsten Voß, Dozent für den Studiengang Gender-Studies an der Universität Bielefeld. Das ist die ideologische Grundlage, das Mantra dieser Disziplin. Sie beruht auf einer Theorie des Psychologen John Money, die in den 70er-Jahren von Feministinnen begeistert aufgenommen wurde. Aus: Ferdinand Knauß, Gender-Studies. Feministinnen erforschen sich selbst, erschienen am 19. Juli 2007 im Handelsblatt. VII. Dass Männer und Frauen nicht aus demselben Holz geschnitzt sind, bestätigt also auch die molekulare Biologie. Leider verführt fast jede neue Entdeckung geschlechtsspezifischer Denk- und Verhaltensmuster zu vorschnellen und oberflächlichen Schlüssen über «Stärken» und «Schwächen» oder aber zur «politisch korrekten» Leugnung jeglicher Unterschiede. Solche Reaktionen verletzen mein Menschenbild, weil sie nicht wahrhaben wollen, wie entscheidend biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau unser Leben und unsere Kultur bereichern. Aus: Gottfried Schatz, Das grosse Würfelspiel. Wie sexuelle Fortpflanzung uns Individualität schenkt, erschienen am 10. November 2008 in der NZZ. Prof. Dr. Gottfried Schatz ist vielfach ausgezeichneter Biochemiker. VIII “Gender Mainstreaming” ist die offizielle Grundlage der Politik der Europäischen Union und zahlreicher EU-Länder, darunter auch Deutschland. Mit “Gender” ist das so genannte “soziale Geschlecht” gemeint, dem die Idee zu Grunde liegt, dass die Rolle von Männern und Frauen in Familie, Beruf und Gesellschaft nicht von Natur aus gegeben, sondern erlernt sei. Männer und Frauen würden nicht als Männer und Frauen geboren, sondern zu Männern und Frauen “gemacht”. Etwa durch öffentlich geprägte Rollen oder natürlich die Erziehung in Elternhäusern und Kindergärten. Aus: Andreas Dippel, Europa im Gender-Wahn, in: Pro. Christliches Medienmagazin, 5/2008, S. 17. IX Innerhalb der Frauenforschung und Gender-Studies gehört die These, dass das Geschlecht eine soziale und kulturelle Konstruktion sei, zu den inzwischen „unangefochtenen Grundüberzeugungen“ [Trettin K., Neuer Ärger mit dem Geschlecht. Kritische Bemerkungen zum Konstruktivismus und Antirealismus in der feministischen Philosophie, in: Waniek E., Stoller S. (Hrsg.), Verhandlungen des Geschlechts: zur Konstruktivismusdebatte der Gendertheorie, Turia + Kant, Wien (2001), S. 1734]. Von biologisch feststellbaren Unterschieden, so heißt es, lassen sich keine essenziellen Eigenschaften, die das Wesen von Mann bzw. Frau charakterisieren, ableiten. Allerdings regt sich innerfeministisch inzwischen auch Kritik am Gender-Begriff, an seinen konstruktivistischen Grundlagen und daran, dass die Kategorie gender zu einlinig und monokausal eingesetzt wird, um die Wirklichkeit sinnvoll und human zu verändern. Am Ende der Sackgasse der leibfernen Theorie stehen reale Frauen und Männer, die es gender-theoretisch gar nicht geben dürfte. Aus: Susanne Kummer, Das Unbehagen in der Gleichheit. Auswege aus der Gender-Sackgasse, in: Imago Hominis (Quartalschrift des Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik), Band 13 (2006), Heft 2, S. 105-122. X. Spätestens auf der Weltfrauenkonferenz der UNO 1995 in Peking wurde ein synthetisches Menschenbild geweiht, das seitdem zum Herzstück einer neuen globalen Zivilreligion geworden ist. Nicht mehr Penis und Vagina oder Bart und Brüste bestimmen demnach das wahre Geschlecht eines Menschen, sondern allein dessen Empfindung und freie Wahl. Aus: Paul Badde, Der Papst und der Vorwurf der Homophobie, in: Welt-Online vom 23. Dezember 2008 XI. Der amerikanische Mediziner John Money war einer der Ersten, die wissenschaftlich zu beweisen versuchten, dass Geschlecht nur erlernt ist, er war einer der Pioniere der Gender-Theorie. Money ging bei seiner Forschung nicht zimperlich vor: Im Jahr 1967 unterzog er den knapp zwei Jahre alten Jungen Bruce Reimer einer Geschlechtsumwandlung; dessen Penis war zuvor bei einer Beschneidung verstümmelt worden. Schon bald zeigte sich, dass sich die Realität nicht Moneys Theorie beugen wollte. Schon als kleines Kind riss sich Brenda, wie Bruce nun hieß, die Kleider vom Leib, um Mädchenspielzeug machte sie einen weiten Bogen. Als Brenda mit 14 erfuhr, dass sie als Junge auf die Welt gekommen war, ließ sie die Geschlechtsumwandlung rückgängig machen. Im Frühjahr 2004 erschoss sich Bruce Reimer mit einer Schrotflinte. René Pfister in seinem Artikel über Gender Mainstreaming Der neue Mensch, erschienen am 30. Dezember 2006 im Spiegel. XII. Der Machtkampf zwischen den Geschlechtern und die offensichtliche Vorherrschaft der Männer soll mit der Neuformulierung der Genderidentitäten beendet werden. Der Schmerz der Ungleichheit der Geschlechter gebiert den Wahn der Gleichheit der Geschlechter. Die Gleichheit, die hier gemeint wird, ist aber nicht mehr geschöpflich komplementär, polar und ergänzend, sondern gewissermaßen abstakt geschlechtslos. Wer genauer hinsieht, erkennt darin weniger einen beherzten Kampf für die Rechte der Frau als vielmehr eine tiefe Ablehnung des Weiblichen und alles Mütterlich-Empfangenden. Denn gerade dieser Aspekt des Weiblichen integriert auch Bedürftigkeit und Angewiesensein ins Menschsein. Darum ist es mit den männlichen „Herrschaftstugenden“ Stärke, Macht und Unabhängigkeit nicht vereinbar. Nach dieser Ideologie darf nicht gebären, wer stark und unabhängig sein will „Mutter“ ist zum Unwort geworden. Aus: Dr. Dominik Klenk, Die lautlose Revolution. Das Gender-Mainstreaming: Wie die "Ideologie der Vielgeschlechtlichkeit“ in Europa von den Parlamenten bis in die Kindergärten sickert. XIII. Im Gender Mainstreaming wird intendiert, dass jeder Mensch, ganz unabhängig vom biologischen Geschlecht, sein soziales Geschlecht frei wählen kann. Damit aber nicht genug; wer auch sein biologisches Geschlecht verändern möchte, kann dies ebenfalls (z.B. durch chirurgische Eingriffe) versuchen. Die Gesellschaft wird darauf verpflichtet, diese individuelle Wahl nicht nur anzuerkennen, sondern darüber hinaus zu fördern. Kindern soll möglichst früh nahegebracht werden, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt und dass sie ihr Geschlecht beliebig bestimmen können, männlich, weiblich, bisexuell, homosexuell: Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Selbstverwirklichung in beliebiger Weise soll ermöglicht werden. Das gilt als „Geschlechtergerechtigkeit“. Die Gemeinschaft / die Gesellschaft / der Staat kommt in den Blick ausschließlich als Adressat von Ansprüchen individueller Optionen. Aus: Prof. Dr. Dr. habil. Rainer Mayer, Wer oder was ist gerecht? “Geschlechtergerechtigkeit” im Gender-Mainstreaming-Konzept, (PDF-Dokument) erschienen im Bulletin. Nachrichten aus dem Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft, Herbst 2008, Supplement. Rainer Mayer war bis zu seinem Ruhestand 2006 Professor für Systematische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Mannheim und kooptiert zur Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg. XIV. Nicht nur Sprache und Personalführung müssen durch den Gender-Check - auch handfeste Vorhaben wie der Bau von Wohnungen. Denn: "Wohnen hat auch ein Geschlecht", fanden die Forscher des Gender-KompentenzZentrums an der Berliner Humboldt-Universität heraus. Die Einrichtung soll der Bundesregierung bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming helfen. Die Gelehrten sind überzeugt: Schon ein Grundriss kann diskriminieren. "An Lage und Größe von Küche, Kinderzimmern und Waschräumen lässt sich der Stellenwert ablesen, der Kindererziehung oder Pflege im Wohnraum zugemessen wurde." Deshalb ist "schon in der Vorplanungsphase die versteckte Abwertung von Hausarbeitsräumen zu vermeiden". Frauenfreundlichkeit misst sich somit an reichlich Bügelraum. Kerstin Schneider über die Verschwendung von Steuergeldern für GM im Stern vom 22. März 2005. XV. In den 1970er und 80er Jahren hatten radikalfeministische Theoretiker (Frauen und Männer) dem Gender-Begriff eine neue Bedeutung gegeben. Danach hat Gender keine Anbindung mehr an das biologische Geschlecht („sex“), sondern ist frei von biologischen Vorgaben, nur „sozial konstruiert“. Gender ist deshalb jederzeit frei wählbar und veränderbar. Jede „Zuordnung“ zu einem „Geschlecht“ ist sinnlos, denn das Wort „Geschlecht“ selbst ist bedeutungslos geworden. Es zählen nicht mehr Mann und Frau in ihrer biologischen und sozialen Gestalt als die beiden aufeinanderzugeordneten Geschlechter; es zählen nur noch zahlreiche, frei wählbare Gender. Dale O’Leary in ihrem Buch The Gender Agenda Redefining Equality, Vital Issues Press, Lafayette, 1997, über die Methoden, mit denen die Ideologie des Gender Mainstreaming auf der 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking durchgesetzt wurde. Christl Ruth Vonholdt hat eine deutschsprachige Zusammenfassung veröffentlicht. XVI. Der Aufschrei ist so laut wie erwartbar. Der Pisa-Bericht zu den Unterschieden von Jungen und Mädchen beim Bildungserfolg belegt das, was Lehrer und Eltern tagtäglich beobachten: Den Buben fällt das Rechnen leichter, die Mädels lesen besser. Für Gleichstellungspolitiker ist dieses Ergebnis ein Skandal. Schließlich verkünden sie uns seit Jahren die Botschaft, Rollenbilder seien lediglich antrainiert und ein Ergebnis von Erziehung und gesellschaftlichem Druck. Dorothea Siems in der Welt vom 27. Mai 2009. In ihrem Artikel “Es lebe der Unterschied” kommentiert sie die Widerlegung der GM-Ideologie durch die OECD-Studie. XVII. Eine Zuspitzung erfuhr die Gender-Debatte 1990 nach dem Erscheinen des Buches Gender Trouble (dt.: Das Unbehagen der Geschlechter) von Judith Butler, Professorin für Rhetorik und Literaturwissenschaft in den USA. Sie geht darin der Frage nach, „wie man am besten die Geschlechter-Kategorien stören kann, die die Geschlechter-Hierarchie und die Zwangsheterosexualität stützen“. Ihre Antwort: die Sprache neu besetzen. Denn, so Butler, unser Zugang zur Materie, so auch zum anatomischen Körper, liege in der Sprache. Das bedeute im Umkehrschluss: durch die Sprache formen wir die Wirklichkeit. Politisches Ziel muss also sein, Sprache und Begriffe neu zu besetzen und damit den Zugang zur Wirklichkeit neu zu bestimmen. Aus: Konstantin Mascher (Diplomsoziologe), Geschlechtslos in die Zukunft? Von der Polarität der Geschlechter zu fließenden Identitäten, in: Salzkorn 5/2006 XVIII. Mit G-M wird die Frauenpolitik ganz offiziell aus dem für die Demokratie lebenswichtigen Pluralismus der Interessenartikulation und der politischen Willensbildung ausgenommen. Nicht nur alles staatliche Handeln, sondern auch die Freiräume der privaten Selbstverwirklichung und der gesellschaftlichen Betätigung, in denen man in freien Gesellschaften immer die Entstehung von Verschiedenheit ausdrücklich als positiv angesehen hatte, als Reichtum und Buntheit des Lebens und menschlicher Ausdrucksmöglichkeiten, soll nun unter die Diktatur des Gender-Aspekts gezwungen werden. Überall, auf allen Feldern der Politik, in allen Bereichen und Sektoren der Gesellschaft soll die G-Frage die erste und beherrschende sein. Gut ist, was den Frauen nützt. Und die Männer, förmlich platzend vor Scham und Schuldgefühlen, sind die Kälber, die ihre Metzger selber wählen. Aus: Prof. Dr. Dr. Michael Bock, Kriminologe an der Universität Mainz, Gender Mainstreaming. Gender-Mainstreaming als totalitäre Steigerung von Frauenpolitik, veröffentlicht auf der Website der religionskritischen Kellmann-Stiftung Humanismus und Aufklärung. XIX. Den Durchbruch der „Gender-Perspektive“ erkämpften die feministisch/lesbischen Nicht-Regierungs-Organisationen auf der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995. Sie wussten, dass gesellschaftliche Veränderung nicht ohne Veränderung der Sprache zu erreichen ist. Mit staunenswerter strategischer Weitsicht gelang es ihnen, das Wort „sex“, welches für die Zweigeschlechtlichkeit steht, in den amtlichen Dokumenten durch den Begriff „gender“ zu ersetzen. Aus: Gabriele Kuby, Ein Gespenst geht um. Gender Mainstreaming: die (un)heimliche Revolution, in: Vatican-Magazin November 2008, S. 27 - 36. Als pdf-Dokument auf der Website der Zeitschrift erreichbar. XX. Rheinischer Merkur: Wie würde eine konsequent nach Gender-Maßstäben gestaltete Welt aussehen? Doris Lucke: Erst wenn das Geschlecht keine Rolle mehr spielt und eine Unterscheidung ist, die keinen Unterschied macht, ist Gleichheit zwischen den Geschlechtern erreicht. Das Fernziel ist, dass sich die Kategorie Geschlecht auflöst. So sieht es zum Beispiel auch die Feministin Judith Butler. Sie nimmt, was ihr häufig vorgeworfen wird, der Frauenbewegung das politische Subjekt, wenn sie sagt, Frau und Mann an sich existierten nicht. Ihr Ansatz ist deshalb nicht unumstritten. Ich halte ihn für intellektuell anspruchsvoll. Es ist reizvoll, sich damit auf einer theoretischen Ebene wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Aus einem Interview, das Wolfgang Thielmann und Rudolf Zewell mit Doris Lucke führten, erschienen im Rheinischen Merkur am 15. Oktober 2009. Doris Lucke, Katholikin und Befürworterin von Gender Mainstreaming, ist Professorin für Soziologie in Bonn. XXI. Über den Einfluss eines gewissen Feminismus und der einseitigen Praxis von "Gender Mainstreaming" ist solches nun allerdings weithin auch offizielle Politik geworden. Den Jungen sollen Eigenschaften abtrainiert werden, die, wie Bewegungsdrang, Wettbewerb, Leistungsstreben oder Autonomie, traditionelle Qualitäten von Männlichkeit sind. Eine Frauen- und Gleichstellungsministerin ihres Landes hat vor einigen Jahren vom "Ausmerzen" dieser männlichen Eigenschaften gesprochen. Jungen müssten sich halt heute einfach in ihrem Verhalten an den Mädchen ausrichten, die Mädchen würden jetzt vorgeben, was richtig ist und was falsch. Aus: Prof. Dr. Walter Hollstein, Was vom Manne übrig blieb - Das Problem der männlichen Identität. XXII. Der Feminismus ist eine Ideologie und eine mit ihr einhergehende politische Praxis. Sein Ziel ist es, politische Macht zu erlangen. Die vom Feminismus forcierte Politik/Frauenpolitik ist in Deutschland unter dem Namen Gleichstellungspolitik, in der neuesten Zeit auch als das Programm des Gender-Mainstreaming bekannt. Aus: Dr. Alexander Ulfig, Qualifikation statt Gleichstellung. Schritte zu einer gerechteren Praxis der Stellenvergabe, veröffentlicht auf streitbar.eu, Forum für unabhängiges Denken. XXIII. Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die tradierten Geschlechterrollen aufzubrechen. Unter dem Schlagwort des „Gender Mainstreaming“ solle die Gleichberechtigung auf allen Ebenen erreicht werden, heißt es auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums. Die Regierung folgt damit einer Vorgabe der Europäischen Union. Der „Girls' Day“ ist dabei nur ein Baustein. Etliche Maßnahmen der Familienpolitik wie die Krippenoffensive oder das Elterngeld zielen darauf ab, die Erwerbsneigung der Frauen zu erhöhen. Aus: Dorothea Siems, Trotz “Girl’s Day” - Mädchen wollen Sekretärin sein, in: Die Welt vom 21. April 2010. XXIV. Die Initiative Pinkstinks warnt vor rosaroten Geschenken für Mädchen, weil sie sexistisch seien: “Rosa sei ‘passiv und nett, um angeschaut zu werden’, also karrierehemmend. Mit dem typischen Mädchenspielzeug würden Mädchen auf Ziele wie Prinzessin und Krankenschwester fixiert, während Buben (vor allem mit der ‘kraftvollen und herausfordernden’ Farbe Blau) die ganze Breite großer Karrieren offenstünde: Arzt, Polizist, Feuerwehrmann, Pirat, Autorennfahrer, Actionheld. Von solch schwergewichtigen Argumenten beeindruckt, warnte nun auch die britische Staatssekretärin im Justizministerium, Bridget Prentice, davor, Mädchen zu viel Rosafarbenes zu kaufen. Gleichzeitig schloss sie sich dem Boykottaufruf gegen einen großen britischen Spielzeughersteller an. Der nächste Schritt dürfte sein, dass mit ein paar Millionen Pfund beziehungsweise Euro aus Steuergeldern Aufklärungskampagnen in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen (wegen der schenkenden Großeltern) durchgeführt werden. Und am Ende werden vermutlich Eltern, die bei der Geschenkwahl zwischen Buben- und Mädchenwünschen unterscheiden, zwangsweise psychiatriert. Wer das für eine Satire hält, hat von ‘Gender Mainstreaming’ wenig verstanden.” Aus: Stephan Baier, Vaterlose, kinderlose Gesellschaft, in der Tagespost vom 12. Dezember 2009 XXV. Noch lange nachdem David [David Reimer, der mit knapp zwei Jahren von Dr. John Money einer Geschlechtsumwandlung unterworfen worden war] wieder zu seiner männlichen Identität zurückgekehrt war, behauptete Dr. Money, sein Experiment mit den Zwillingen sei gelungen. Er wollte seine Theorie nicht von der Realität korrigieren lassen. Erst 1997 erfuhr die Fachöffentlichkeit durch eine Veröffentlichung in einer medizinischen Fachzeitschrift, daß sich David von Anfang an gegen die aufgezwungene Identität zur Wehr gesetzt hatte. Einer der Autoren des Aufsatzes war Milton Diamond, der Moneys Thesen immer wieder widerlegt hatte. Er und sein Mitautor Keith Sigmundson machten deutlich, daß Davids Fall das Gegenteil dessen belegt, was von Money behauptet worden war. Sie schlossen daraus, daß Geschlechtsidentität weitgehend angeboren und ein Ergebnis pränataler Hormonaussschüttungen und anderer genetischer Einflüsse auf Gehirn und Nervensystem sei. Sie warnten vor einer Geschlechtsneuzuweisung auch bei intersexuellen Kindern. Wegen ihrer Brisanz fand die Studie lange keinen Herausgeber denn Moneys Theorien waren im medizinischen Establishment anerkannt. Auch eine Langzeitstudie des Kinderurologen Bill Reiner fand wenig Gehör: Reiner hatte lange selbst Gentitaloperationen an intersexuellen Kindern vorgenommen und war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen wie Diamond/Sigmundson. Die auf Moneys Arbeit gegründete klinische Praxis wurde erst erschüttert, als David dem Schriftsteller John Colapinto erlaubte, seine Geschichte an die Öffentlichkeit zu bringen. Auszug aus Benitas hochinteressanter Schilderung der gespenstischen Anfänge der Gender-Theorie: über das verbrecherische Experiment Moneys, den ideologischen Widerstand gegen die Wahrheit und das Versagen der Medien. XXVI. In meinem Buch [“Frau - Männin - Menschin, Butzon und Bercker 2009] versuche ich zu zeigen, dass gerade “Gender” in seinem harten Kern ein ideologischer Irrläufer ist. Für viele bleibt die Theorie schwer durchschaubar, weil sie darunter nur die “weiche Version” vn Geschlechtergerechtigkeit verstehen, die auch das Familienministerium und die katholischen Frauenbünde auf ihre Fahnen geschrieben haben. Aber das ist nicht ungefährlich: Bei den führenden Theoretikerinnen wie Judith Butler handelt es sich um ein Durchstreichen des Leibes: Er soll nur noch geschlechtsloser “Körper” sein, dem “ich selbst” dann ein Geschlecht zuweise. Männer und Frauen sollen nur noch “persons” sein, die sich selbst definieren und ihre Geschlechtlichkeit homo-, hetero-, bi- und transsexuell ausleben. Übrigens haben Kinder in dieser Theorie keine Stelle mehr. Das kann man Leibvergessenheit im großen Stil nennen. Bei Johannes Paul II. wird gerade die leibliche Fähigkeit hervorgehoben, in meinem eigenen Geschlecht dem anderen zu begegnen, fruchtbar zu sein, bräutlich-hingegeben zu sein. Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz im Interview Die gewaltige Botschaft des Christentums freigelegt mit Hanns-Gregor Nissing, Tagespost vom 5. Oktober 2010. Das Ende von Mann und Frau? In diesem Jahr ist zum Thema Gender Mainstreaming ein bemerkenswertes und wichtiges Buch erschienen: Dominik Klenk (Hg.), Gender Mainstreaming. Das Ende von Mann und Frau?, Gießen 2009, 176 Seiten. Im ersten Beitrag zeigt Konstantin Mascher die Strategien und Argumente der Genderideologen auf. Deren Hauptstrategie besteht in der Neubesetzung der Sprache, entsprechend der Forderung der Feministin Judith Butler in ihrem Buch Gender Trouble. Das Ziel ist die Überwindung der Geschlechter-Kategorien, “die die Geschlechter-Hierarchie und die Zwangsheterosexualität stützen.” Die Diffamierung der natürlichen Sexualität als "Zwangsheterosexualität" durch eine der Hauptideologinnen des Gender Mainstreaming verrät die enge Verzahnung desselben mit der Homoideologie, die die natürliche, aufeinander hingeordnete Zweigeschlechtlichkeit des Menschen leugnet. Stattdessen wird das Konzept einer Geschlechtlichkeit vorgelegt, die “entlang eines Spektrums zwischen männlichen und weiblichen Merkmalen” oszilliert, wie Mascher anhand von Aussagen des GenderKompetenzZentrums, einer seit 2003 bestehenden Forschungs- und Beratungseinrichtung der Bundesregierung, belegt. Die Folgen dieser Polygender-Ideologie, die zunehmend fächerübergreifend die schulischen Lehrpläne durchdringt, zeigt sich in einer großen Verunsicherung junger Menschen über ihre sexuelle Orientierung. Eine Umfrage in den USA unter über 34.000 Jugendlichen zeigte, dass bereits über ein Viertel der Zwölfjährigen davon betroffen sind. Einen chronologischen Überblick über den politischen Aufstieg des Gender Mainstreaming gibt Monika Hoffmann, beginnend von der UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 bis zu den neuesten Richtlinien des EU-Parlaments aus diesem Jahr, die die von Butler geforderte Genderdurchformung der Sprache politisch durchzusetzen versuchen. So darf z.B. in der Anrede nicht mehr der Familienstand der Frauen erkennbar sein. Im dritten Beitrag nimmt Írisz Sipos einige Schlagworte der Gender-Ideologie unter die Lupe. Der an und für sich harmlose und richtig zu verstehende Begriff der Gleichstellung von Mann und Frau etwa offenbart sofort seine Tücken, sobald man die Aussagen des GenderKompetenzZentrums mitbedenkt, dass es keine “natürlichen Rollen für Männer oder für Frauen” gebe und dass folglich “das Geschlecht eines Menschen deren [!] Leben nicht entscheidend prägen” dürfe. In dem Beitrag Ehe - Die Ikone Gottes in der Welt setzt Christl R. Vonholdt der Gender-Ideologie das biblische Menschenbild entgegen. Dem folgt aus der Feder von Írisz Sipos ein Plädoyer für eine “Kultur der Leiblichkeit”, deren Notwendigkeit sichtbar wird angesichts der am Beispiel von Michael Jackson illustrierten “Unkultur der Entleiblichung”. Würde und Gefährdung der Leiblichkeit und deren Rehabilitierung durch die Fleischwerdung des Logos und die heilige Eucharistie werden in einer auch für den Katholiken größtenteils zustimmungsfähigen Theologie eindrucksvoll dargelegt. In zwei Interviews geht es um Erfahrungen geschlechtsspezifischer Selbstfindung und Transsexualität. Charlotte Erdmann (Name geändert), die sich zu einem Mann umwandeln ließ und zu Benjamin wurde, erkannte schließlich, dass man “aus seinem Geschlecht nicht einfach aussteigen” kann. Ihr Selbstwertgefühl, das sie als Mädchen nie entwickeln konnte, konnte ihr nicht durch die Geschlechtsumwandlung, wohl aber durch Jesus Christus, den sie schließlich fand, zurückgegeben werden. Wie Seelsorge die Identitätsentwicklung unterstützen kann, zeigt Markus Hoffmann, indem er unter anderem Anregungen von Martin Buber aufgreift. Konstantin Mascher zeigt für die Pädagogik Alternativen zur Gender-Ideologie auf, die vor allem mit einer Pädagogik der Verunsicherung arbeitet durch “Hinterfragen der Zweigeschlechtlichkeit”, “Thematisierung der Vielgeschlechtlichkeit”, “Hinterfragen der Naturhaftigkeit von Geschlecht” und “Darstellung der Wandelbarkeit von Geschlecht anhand von Transsexualität”. Demgegenüber ist es Aufgabe einer ganzheitlich-integrativen Pädagogik, Hilfen in der Entwicklung zu einer reifen geschlechtlichen Identität anzubieten durch Wertschätzung der Unterschiedlichkeit, Entdeckung der “Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Zweigeschlechtlichkeit” und jener spannenden Polarität zwischen Mann und Frau, auf der Familie und Gesellschaft aufbauen. Dagegen ist “eine konsequente Umsetzung der Genderideen” das genaue Gegenteil dessen, “was Jugendliche für ihre Identitätsentwicklung brauchen”. Denn in der Gender-Perspektive “ist die Unterscheidung in Mann und Frau eindeutig und nahezu ausschließlich negativ konnotiert. Geschlecht wird vor allem unter dem negativen Aspekt eines Unrechtsverhältnisses betrachtet, das zur ‘Zwangsheterosexualität’ und zur Unterdrückung der Frau führt - ein Ansatz, der für Kinder und Jugendliche als Zugang zum Thema völlig ungeeignet ist.” Im letzten Beitrag gibt Dominik Klenk “Impulse für eine gerechte und schöpferische Gestaltung des Unterschieds”. Der Empfehlung dieses Buches durch Robert Spaemann kann ich mich nur anschließen: “Von der Natur des Menschen können wir uns nicht emanzipieren. Wenn ein politisches Programm versucht, die Zweigeschlechtlichkeit zu destabilisieren, sie gar aufzulösen, so ist das dumm und gefährlich. Vordergründige Ziele und hintergründige Strategien des Gender Mainstreaming bedürfen einer gründlichen öffentlichen Diskussion, zu der dieses Buch Prägnantes liefert.” |
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