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Johannes Paul II. über die Abtreibung:

“Die Gesetze, die Abtreibung und Euthanasie zulassen und begünstigen, stellen sich also nicht nur radikal gegen das Gut des einzelnen, sondern auch gegen das Gemeinwohl und sind daher ganz und gar ohne glaubwürdige Rechtsgültigkeit. Tatsächlich ist es die Nicht-Anerkennung des Rechtes auf Leben, die sich, gerade weil sie zur Tötung des Menschen führt — in dessen Dienst zu stehen die Gesellschaft ja den Grund ihres Bestehens hat —, am frontalsten und irreparabel der Möglichkeit einer Verwirklichung des Gemeinwohls entgegenstellt. Daraus folgt, daß ein staatliches Gesetz, wenn es Abtreibung und Euthanasie billigt, eben darum kein wahres, sittlich verpflichtendes staatliches Gesetz mehr ist.
Abtreibung und Euthanasie sind also Verbrechen, die für rechtmäßig zu erklären sich kein menschliches Gesetz anmaßen kann. Gesetze dieser Art rufen nicht nur keine Verpflichtung für das Gewissen hervor, sondern erheben vielmehr die schwere und klare Verpflichtung, sich ihnen mit Hilfe des Einspruchs aus Gewissensgründen zu widersetzen.”
Papst Johannes Paul II, Enzyklika Evangelium Vitae vom 25. März 1995, nr. 72/73.


Verfechterinnen des Rechtes auf Leben

“Einen besonderen Gedanken möchte ich euch, den Frauen, vorbehalten, die sich für eine Abtreibung entschieden haben. Die Kirche weiß, wie viele Umstände auf eure Entscheidung Einfluß genommen haben können, und sie bezweifelt nicht, daß es sich in vielen Fällen um eine leidvolle, vielleicht dramatische Entscheidung gehandelt hat. Die Wunde in eurem Herzen ist wahrscheinlich noch nicht vernarbt. Was geschehen ist, war und bleibt in der Tat zutiefst unrecht.
Laßt euch jedoch nicht von Mutlosigkeit ergreifen und gebt die Hoffnung nicht auf. Sucht vielmehr das Geschehene zu verstehen und interpretiert es in seiner Wahrheit. Falls ihr es noch nicht getan habt, öffnet euch voll Demut und Vertrauen der Reue: der Vater allen Erbarmens wartet auf euch, um euch im Sakrament der Versöhnung seine Vergebung und seinen Frieden anzubieten. Ihr werdet merken, daß nichts verloren ist, und werdet auch euer Kind um Vergebung bitten können, das jetzt im Herrn lebt.
Mit Hilfe des Rates und der Nähe befreundeter und zuständiger Menschen werdet ihr mit eurem erlittenen Zeugnis unter den beredtesten Verfechterinnen des Rechtes aller auf Leben sein können. Durch euren Einsatz für das Leben, der eventuell von der Geburt neuer Geschöpfe gekrönt und mit der Aufnahme und Aufmerksamkeit gegenüber dem ausgeübt wird, der der Nähe am meisten bedarf, werdet ihr eine neue Betrachtungsweise des menschlichen Lebens schaffen.”
Johannes Paul II, Enzyklika “Evangelium vitae” nr. 99, vom 25. März 1995

Einen Gewissensspiegel für Frauen, die abgetrieben haben, und für Personen, die an Abtreibungen mitgewirkt haben, hat die “Aktion Leben e.V.” herausgegeben. Wir bieten ihn hier im pdf-Format zum Downloaden an. Er ist zum Ausdrucken und Falten gedacht und entsprechend formatiert.

Ein Zeugnis, wie die zitierten Worte des Papstes betroffenen Frauen geholfen haben, findet sich auf der Website von Lichtzeichen e.V.

Es zeigt sich immer mehr, wie prophetisch die Worte des Papstes waren, dass betroffene Frauen, die umgekehrt sind und sich mit Gott versöhnt haben, zu den “beredtesten Verfechterinnen des Rechtes aller auf Leben” werden: Bei der Kundgebung, die der Verein “Durchblick e.V.” am 13. Oktober 2007 in Köln durchführte, traten zwei solcher Verfechterinnen auf: Ursula Linsin-Heldrich, die sich in der Selbsthilfegruppe “Rahel” engagiert, und Claudia Wellbrock, die in Schulen von ihrer Abtreibung und ihren Erlebnissen berichtet. Letztere hat einen beeindruckenden Song “Gedenken an mein Kind” verfaßt, in dem sie ihre Tat verarbeitet und den man sich auf der Website von joycenet anhören kann.


Das Zitat

“Wichtig wäre mehr Öffentlichkeit. Wir halten es für bedenklich, dass Kardinal Lehmann und Bischof Huber sich mit der Kanzlerin treffen, um über mögliche Regelungen hinsichtlich Spätabtreibungen zu sprechen, ohne vorher schon klar Position zu beziehen. Es ist für diejenigen, die sich bei Beratung und in der Politik für das ungeborene Leben einsetzen, mehr als ernüchternd, wenn ihre Vertreter in der Öffentlichkeit es nicht für nötig hält, die klare Position, wie sie die katholische Lehre darstellt, auch vor politischen Gesprächen festzuhalten. Wir haben den Eindruck, dass manche Bischöfe zu sehr Freunde der Politiker sein wollen und weniger Hirten der ihnen anvertrauten Herde.”
Nathanael Liminski von der Generation Benedikt im Gespräch mit Regina Einig von der Tagespost, Ausgabe vom 28. Juni 2007, Seite 6.


Lasst Mädchen leben!

Anfang März 2007 hat die Europäische Union, vertreten durch Tina Moll, Attaché an der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen, auf der 51. Sitzung der "UNO-Kommission für den Status der Frau" verhindert, dass die gezielte selektive Tötung von Mädchen vor ihrer Geburt, die vor allem in China und Indien praktiziert wird, verurteilt wurde. Einen entsprechenden Antrag zur "Abschaffung von schädlichen Praktiken des vorgeburtlichen geschlechtsbestimmten Sortierens und des Kindermords an Mädchen" hatten Südkorea und die Vereinigten Staaten gestellt.

Zu einer Protestaktion gegen dieses skandalöse Verhalten der EU unter deutscher Ratspräsidentschaft rufen Thomas und Ulrike Schührer vom Verein "Der Durchblick" auf. Sie haben dazu eine eigene Website eingerichtet, auf der sich jeder an der Protestaktion beteiligen kann.


Das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes


Online-Petition für ein Abtreibungsmoratorium

Auf einer im Januar 2008 eigens eingerichteten Website von Jens Falk ist es möglich, sich der Forderung an Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Abtreibungsmoratorium anzuschließen. Es wird damit eine Idee des Journalisten Giuliano Ferrara, eines ehemaligen Kommunisten, vom 19. Dezember 2007 aufgegriffen, die vor allem in Italien schon viel Staub aufgewirbelt hat. In der Ausgabe vom 29. Januar von Ferraras Tageszeitung Il Foglio erschien inzwischen ein von 16 Prominenten unterschriebener Antrag eines Moratoriums, gerichtet an den Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon und an die Staats- und Regierungschefs aller Mitgliedsstaaten der UNO. Die Unterzeichner sind René Girard, Lord David Alton, Roger Scruton, John Haldane, George Weigel, Robert Spaemann, Sr. Nirmala Joshi, Paolo Carozza, Josephine Quintavalle, Paola Bonzi, Pierre Mertens, Alain Craig, Richard John Neuhaus, Carlo Casini, Lucetta Scaraffia, Bobby Schindler.


Zwangsabtreibungen in China

“Noch immer finden in China Zwangsabtreibungen statt. Beispielsweise wurden in zwei chinesischen Provinzen von Behörden mehr als 60 Christinnen unter Druck gesetzt, ihr Kind abzutreiben. Regierungsbeamte haben die schwangeren Frauen aus ihren Häusern zu Abtreibungskliniken gezerrt, wo ihnen geburtseinleitende Mittel gespritzt worden seien. Die Frauen hatten daraufhin eine Fehlgeburt. Einige Kinder seien bereits sieben oder neun Monate alt gewesen. Der Grund für die Zwangsabtreibungen sei, so eine Hilfsorganisation, dass die Familien zu verbotenen Hauskirchen gehörten.”
Aus einem Bericht von Open Doors in einer Spezialausgabe ihrer Zeitschrift: Die Kirche in China - Heftige Verfolgungswelle vor der Olympiade (2008). Bei der erwähnten Hilfsorganisation handelt es sich um die China Aid Association, die 2002 in den USA gegründet wurde.

Im Chinareport 1/2007 der IGFM heißt es:
“Allen Beteuerungen der Pekinger Regierung zum Trotz finden auch heute noch massenweise Zwangsabtreibungen in China statt. Im April dieses Jahres wurde ein weiterer Fall bekannt: Zahlreiche Frauen berichteten, sie seien von Behörden mitgenommen und in ein südchinesisches Krankenhaus gebracht worden, in welchem dann ihr ungeborenes Kind im Mutterleib durch Injektionen getötet wurde. Chinesen, die gegen die Ein-Kind-Politik demonstrieren, werden bedroht, verfolgt und geschlagen. Im August 2006 wurde der blinde Menschenrechtsaktivist Chen Guangcheng festgenommen und zu mehr als 4 Jahren Haft verurteilt, weil er Berichte der chinesischen Dorfbevölkerung über Abtreibungen und Zwangssterilisationen dokumentiert hatte.”


Die Bischöfe und die Pro-Life-Bewegungen

Obwohl der Präsident des Päpstlichen Rates Justitia et Pax Kardinal Renato Martino am 18. März 2005 die Bischofskonferenzen aufforderte, mit den Pro-Life-Bewegungen zusammenzuarbeiten, zeichnet sich eine derartige Kooperation in Deutschland nicht ab. Im Gegenteil: Eine Bitte an die Bischofskonferenz um eine Intensivierung der Kontakte wurde negativ beantwortet. Die gewünschte Zusammenarbeit solle „wie bisher, bei konkreten Anlässen, stattfinden. Eine andere Form ist nicht erforderlich.“ Da es die Zusammenarbeit „bei konkreten Anlässen“ nie gegeben hat, war die Versicherung, sie fortführen zu wollen, eher ein Affront.
Ein Versuch von Bischof Walter Mixa, im Rahmen der Bischofskonferenz nach dem Vorbild der USA ein Pro-Life-Sekretariat einzurichten, scheiterte ebenfalls. Der Vorschlag sei, so berichtete Bischof Mixa bei der Jahrestagung der Juristen-Vereinigung Lebensrecht am 5. Mai 2006 in Köln, vom Ständigen Rat der Bischofskonferenz nicht aufgegriffen worden. Von der Empörung wegen der Tötung ungeborener Kinder, zu der Hans Maier beim Katholikentag 1978 in Freiburg aufgerufen hat, sind die deutschen Katholiken weiter entfernt denn je.

Prof. Dr. Manfred Spieker in seinem Artikel In der Beratungsfalle. Deutschlands Katholiken sind in der Frage der Schwangerschaftsberatung nach wie vor gespalten, erschienen in der Tagespost vom 12. Juni 2008


Mutterschoß

“Wie ist es möglich, daß der wundersamste und heiligste Raum im Menschen – der Mutterschoß – zum Ort unsagbarer Gewalt geworden ist?”

Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache beim Willkommensfest der Jugendlichen in Barangaroo, Sydney, am 17. Juli 2008


Unwiderruflich auslöschen?

"Mein Mann und ich sind gegen Abtreibung, weil wir nicht über Leben und Tod eines Menschen bestimmen dürfen. Jedes unserer vier Kinder ist zum Leben berufen. Aus den unschuldigen Kinderaugen spricht ein grenzenloses Vertrauen und ein unbändiger Lebenswille. Das Ja zum Kind ist immer die richtige Entscheidung, bei der wir auf Gottes Hilfe bauen dürfen. Die kleinen und großen Opfer der Elternschaft sind immer geringer als das große Opfer eines ungeborenen Kindes. Für uns wäre es undenkbar, ein noch im Verborgenen wachsendes Leben unwiderruflich auszulöschen..."

Dieses und 123 weitere Zeugnisse von jungen Menschen, die erklären, warum sie niemals abtreiben würden, findet man nebst Fakten zur Thematik, auf der Website Ich tus nicht. Sie wurde von der Generation Benedikt eingerichtet.


Die blanke Wahrheit über Abtreibung

“Wir selbst versäumen es häufig, auf freundliche Art und Weise die blanke Wahrheit zu sagen. Zum Beispiel, dass Abtreibung die häufigste Todesursache der Welt ist (über vierzig Millionen Kinder pro Jahr, wahrscheinlich viel mehr) und die Zahlen für Hunger (elf Millionen), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (siebzehn Millionen) oder Aids (2,5 Millionen) bei weitem übersteigt. Das kann man nicht vergleichen? Warum nicht? Zum Beispiel, dass Kleinstkinder nicht nur zerstückelt, abgesaugt und sonstwie aus der Mutter gerissen, sondern ebenso professionell gleich weiterverwertet werden - in Impfstoffen, für die Forschung, für Frischzellenbehandlungen, in der Kosmetik, für die Entwicklung neuer medizinischer Möglichkeiten.”

Aus: Alexandra Linder, Was haben wir falsch gemacht? Teil drei einer Fehler-Suche. Von der Sisyphus-Arbeit einer Lebensschützerin, in: Vatican-Magazin Mai 2009, S. 67.


Die wahre Frauenbewegung

Die Lebensrechtler bilden die eigentliche Frauenbewegung! Der Lebensschutz des ungeborenen Kindes steht nicht in Konflikt mit den Rechten der Frau, wie es die Gegner gerne weismachen wollen. Es ist zynisch, von einem Recht der Frau zu sprechen, an ihrem eigenen Kind schuldig zu werden! Eine Frau, die abtreibt, wird das Opfer eines fatalen Irrtums, indem sie sich über den eigentlichen Charakter ihres Tuns hinwegtäuscht. Jede schwere Sünde ist gewissermaßen ein Selbstmord der Seele. So hat jede Abtreibung zwei Opfer: das Kind und die Mutter.

Jemanden vor einer schweren Sünde zu bewahren, ist eine kostbare Tat der Liebe. Jene, die die Abtreibung propagieren, treiben Frauen in ein schweres moralisches Elend, das sich nach der Tat oft in Form des Post-Abortion-Syndroms äußert: Die betroffenen Frauen kommen nicht darüber hinweg, dass sie unwiderruflich das Leben ihres eigenen Kindes ausgelöscht haben. Die Tat kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dennoch ist Heilung möglich, nämlich durch den, der dafür sein Blut vergossen hat: Jesus Christus, den Erlöser. Der Zutritt zum Heil wird durch das Sakrament der Buße gewährt. In der Vergebung der Sünden offenbart sich die ganze Erlöserliebe des Herrn.

Als Lebensrechtler sollten wir uns bewusst sein, dass unser Wirken im Dienst dieser Liebe steht. Die Art und Weise unseres Auftretens und Argumentierens sollte deutlich machen, dass wir nicht für das Kind gegen die Frau, sondern für beide kämpfen. Letztlich besteht dieser Kampf darin, die Lügengespinste der Abtreibungsbefürworter zu zerreißen und den betroffenen Frauen den klaren Blick auf die wahre Natur der Abtreibung zu ermöglichen. Welche Frau wird nicht davor zurückschrecken, ihr eigenes Kind zu töten, wenn sie sich nur erst einmal darüber im klaren ist?

Keine Frau ist dazu berufen, ihr Kind zu töten, sondern zu lieben. Die Lebensrechtler stehen ganz im Dienste dieser Berufung: Sie bilden die eigentliche Frauenbewegung!


In den Mistkübel

Über seine Erfahrungen im Einsatz vor Abtreibungskliniken, um ungeborene Kinder vor der geplanten Tötung zu retten, spricht Herbert Heißenberger in einem Interview mit Christof Gaspari von der österreichischen Zeitschrift Vision 2000 (4/2009). Ein interessanter Aspekt ist die Menschenverachtung hinter der Abtreibungsmentalität, die er in den elf Jahren seines bisherigen Einsatzes manchmal erfahren mußte, die aber ungewollt Unentschlossenen mitunter die Augen öffnet. Heißenberger führt das Beispiel eines fünfzehnjährigen Mädchens an, das die Klinik betrat, um ihr Kind abtreiben zu lassen:
“Das Mädchen hatte dabei das Modell des 12 Wochen alten Ungeborenen in der Hand. Nach 1,5 Stunden kommen sie
[das Mädchen und sein Freund] heraus, eher gelöst - ich war erleichtert. Das Mädchen erzählt: Die Beraterin in der Klinik habe das Babymodell gesehen, es ihr aus der Hand genommen und in den Mistkübel geworfen. Das sei so ein Schock gewesen, dass sie sich gesagt hat: Da lasse ich mich sicher nicht behandeln.” Auf die Frage, ob ein so liebloses Verhalten in der Klinik üblich sei, antwortet Heißenberger: “Man wird dort wie eine Nummer behandelt. Abtreiben geschieht wie am Fließband. Das halten viele Frauen einfach nicht aus.”


Abtreibungsbefürworter: Verhöhnung der Trauernden

Die Unmenschlichkeit von Abtreibungsbefürwortern wurde beim “Marsch für das Leben” , der am 26. September 2009 in Berlin stattfand, wieder einmal deutlich. Tiberius berichtet in seinem Blog darüber, wie bewegend die Kundgebung war: “Eine junge Frau erzählte, wie sie ihr Kind in der elften Woche abgetrieben hat. Wie man sie zu dieser Entscheidung gedrängt und wie man sie alleingelassen hat und wie schwer es für sie ist, mit dieser Entscheidung zu leben.”
Und die Reaktion der Gegendemonstranten? Sie skandierten "Heul doch", "Stell dich nicht so an", "Hätt´ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben."
Dazu Tiberius: “Wieder zuhause, klingt das Erlebte in mir nach: Der Trauer um den Verlust ungeborenen Lebens auf der einen und die Verhöhnung der Trauernden, die Lust an der Provokation auf der anderen Seite. Es ist bedrückend, zu sehen, wie unmenschlich Menschen im Namen der Menschlichkeit auftreten können.”


Was die Amadeu-Antonio-Stiftung unter “rechter Gewalt” versteht

“Wie kommt die Stiftung dazu, einen gewaltfreien Schweigemarsch betender Christen unter ‘rechte Gewalt’ einzuordnen - rechte Gewalt, wie sie zu dem Mord an Amadeu Antonio führte?”

Das ist eine von vier Fragen, die Elsa Laska in einem Brief vom 28. September 2009 an die Amadeu Antonio Stiftung richtet. Hintergrund ist der Schweigemarsch “1000 Kreuze für das Leben” christlicher Lebensschützer für das Lebensrecht ungeborener Kinder in Berlin. Auf der stiftungseigenen Website Mut gegen rechte Gewalt wurde zu einer Gegendemonstration unter dem Motto “1000 Kreuze in die Spree” aufgerufen. Tatsächlich wurden einige Kreuze entwendet und in die Spree geworfen. Die Gewalt ging aber noch weiter, wie Elsa Laska in ihrem Brief ausführt: “Während des Schweigemarsches, zu dem verschiedene namhafte Politiker sowie die Vertreter der beiden großen Kirchen Grußworte ausrichten ließen, wurden Demonstranten angepöbelt, beschimpft, bespuckt, eine behinderte Sportlerin - die Paralympics-Siegerin Michaela Fuchs - beleidigt und eine Frau verhöhnt und niedergebrüllt, die über ihr Post-Abortion-Trauma sprach” (wir berichteten).

Entlarvend ist die Reaktion der Stiftung auf ihrem Twitter-Account vom 28. September: “Haha. Wenn man die Lebensschützertrolle füttert...” mit Link zum Brief. Auf eine ernsthafte Antwort wartet Elsa Laska bis zur Stunde.

Schirmherr der Stiftung ist Wolfgang Thierse. Die Bundeszentrale für politische Bildung arbeitet mit der Stiftung zusammen und lässt sich von ihr seit 2006 ein Internetangebot betreuen. Das gibt der Affäre eine besondere Brisanz.

Es ist möglich und wünschenswert, sich dem Brief von Elsa Laska, einer studierten Politikwissenschaftlerin, anzuschließen.


Abtreibungslobby: Szenen des Hasses

“Wir haben euch was mitgebracht - Hass!” So lautete ein Slogan, mit dem Abtreibungslobbyisten den Berliner Marsch für das Leben am 26. September 2009 störten. Das berichtet Nathanael Liminski in seiner Reportage über die Vorfälle im FELS vom November 2009. Eine Szene illustriert auf schockierende Weise diesen Hass, den die Mutter eines an Trisomie-21 erkrankten Kindes miterleben musste: “Zwei Antifa-Aktivisten kommentierten den Anblick des Kleinen im Kinderwagen mit den Worten: ‘Schau dir das Kind an - warum haben die das nicht abgetrieben?’ Zurück blieben eine getroffene Mutter und die an das unbedingte Gebot der Friedlichkeit gebundenen Begleiter.”

Wie mit der Menschenverachtung die Religionsverachtung Hand in Hand geht, verdeutlicht eine ergänzende Beobachtung über denselben Trauermarsch, die Alexandra Linder im Vatican-Magazin (November 2009) beisteuert (pdf-Dokument): Die Abtreibungsbefürworter “haben mir eine brennende Bibel direkt vor die Füße geworfen, interessanterweise ganz in der Nähe des Ortes, wo man im letzten Jahrhundert schon einmal eine Menge Bücher vertrannt hat.” Über das Verhalten der Abtreibungslobbyisten gegen Behinderte schreibt sie: “Die blinde Paralympics-Siegerin wurde von diesen tollen MUT-Menschen ebenso niedergebrüllt wie die junge Frau, die es auf sich genommen hatte, von ihrer Abtreibung und dem Trauma danach zu berichten - das ist die Toleranz derjenigen, die sich diesen Begriff immer ganz oben auf die Fahnen schreiben, aber nur gegen sich selbst in Anspruch nehmen.”

Linder erinnert auch an die Unterstützer der Gegendemonstration, zu denen eine “Stiftung namens Amadeu Antonio” gehört, “die mit der Bundeszentrale für politische Bildung zusammenarbeitet und hehre Ziele verfolgt, sich aber nicht entblödet, jemanden als ‘Lebensrechtstroll’ zu bezeichnen” (S. 10). Wie dieselbe Stiftung aber kneift, wenn man sie zur Rede stellt, musste Elsa Laska erfahren.


Zur Situation des Lebensschutzes im Erzbistum München

Im neuesten Rundbrief der Aktion Leben (5/2009) berichtet Gabriele Hüter-Weber über ihre Erfahrungen während der Aufklärungskampagnen der Aktion Leben durch Infostände in verschiedenen deutschen Städten. In München meinten fünfzehnjährige Schülerinnen, “das Leben fange erst mit der Geburt an, vorher sei es noch kein menschliches Leben. Auf die Frage, wo sie dies denn gelernt hätten, sagten sie uns: ‘In der Schule, im Religionsunterricht’.” Nachfragen haben ergeben, dass es sich um den Religionsunterricht in einer katholischen Schule handelte.
Nun spiegelt dieser Unterricht sicherlich nicht die Haltung des zuständigen Ordinariats wider. Trotzdem bleibt er skandalös und passt auch irgendwie ins Bild, das kürzlich der diözesane Pressesprecher abgegeben hat, als den Lebensrechtlern von EuroProLife Kirchenverbot erteilt wurde. Martin Lohmann hat dazu das Nötige gesagt, und der evangelische Hartmut Steeb meinte: “Das Schließen von Kirchentüren für Menschen, die in ihrem vom Grundgesetz geradezu gebotenen Einsatz für das Menschenrecht des Lebens eine Zeit geistlicher Besinnung und Gebet suchen, ist unverständlich und unakzeptabel.”
Viele Katholiken glauben noch daran, dass der Erzbischof klare Verhältnisse schaffen wird.

Nicht das erste Mal

Die Erfahrung, die Lebensrechtler von EuroProLife mit dem Ordinariat München machen mussten, ist nicht die erste ihrer Art. Bereits im Jahr 1999 wurde der Jugend für das Leben verboten, die ursprünglich geplante Eröffnungsmesse für ihren jährlich stattfindenden Pro Life Marsch im Münchner Dom zu feiern. “Der Grund für die Ausladung ist die Verbindung zwischen JfdL und Weihbischof Laun. Letzterer hat sich in der Frage um die Beratungsscheine dezidiert hinter die Entscheidung Roms, und somit gegen die Mehrheit der deutschen Bischöfe gestellt”, so lesen wir der chronologischen Übersicht der Geschichte der Jugend für das Leben, die Jutta Graf für die Festschrift zum 20-Jahres-Jubiläum Auf der Seite des Lebens (S. 50) zusammengestellt hat.


Phantom Selbstbestimmung

Ein besonders eklatanter Widerspruch ist die sogenannte selbstbestimmte Entscheidung einer Schwangeren. Jede Beratungsstelle gibt zu, dass in der Regel zwei Drittel der Frauen abtreiben, weil der Mann das Kind nicht will. Bisher konnte mir niemand erklären, was daran selbstbestimmt sein soll.

Alexandra M. Linder, Autorin des neu erschienenen Buches Geschäft Abtreibung, im Interview mit dem PUR-Magazin, Dezember 2009.

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