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Dialog als Heilmittel für die Kirche?

Von P. Engelbert Recktenwald

Zur Eröffnung der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hielt deren Vorsitzender Erzbischof Robert Zollitsch am 20. September 2010 ein Impulsreferat Zukunft der Kirche – Kirche für die Zukunft. Plädoyer für eine pilgernde, hörende und dienende Kirche. Es ist eine programmatische Rede, die aus den Erschütterungen, die die Kirche infolge der Missbrauchsskandale heimgesucht haben, heilsame Schlüsse ziehen und die Kirche aus ihrer Krise herausführen will.

Der scharfsinnigen Kritik, die Alexander Kissler (Es fährt ein Zug nach Nirgendwo im Europaen) an der Sprache dieses Dokumentes übt, will ich mich nicht in allen Stücken anschließen. Die “konsequente Option für die Menschen”, von der Erzbischof Zollitsch spricht, ist kein sprachlicher Leerlauf, sondern hat im Zusammenhang der begangenen Fehler ihren berechtigten Sinn: Die Sorge um die Missbrauchsopfer hat Vorrang vor der Sorge um den guten Ruf der Kirche. Diesen Vorrang nicht auf den Missbrauchskontext zu beschränken, läuft auf jene Option hinaus, von der auch Papst Benedikt XVI. am 16. September im Interview mit den Journalisten sprach, wenn er einer selbstbezogenen Sorge der Kirche um ihre eigene Attraktivität eine Absage erteilte.

Außerdem gibt es in den Ausführungen des Erzbischofs durchaus Glanzpunkte, die die Zustimmung aller kirchlich gesinnten Katholiken verdienen, so etwa, wenn er eine missionarische Ausrichtung der Seelsorge fordert, eine Verkümmerung der Rede von der Sünde beklagt, an die “transzendenten Quellen” erinnert, “aus denen die Kirche lebt” und auf die Notwendigkeit solcher “burning people” wie Mutter Teresa verweist.

Aber die Hoffnung, die diese Lichtblicke wecken, wird enttäuscht. Sie kommen nicht zum Tragen und bleiben für die vorgeschlagene Therapie folgenlos. Weder wird zum verstärkten Bekenntnis ermuntert, noch zur Umkehr aufgerufen, noch für die Wiederentdeckung des Bußsakramentes und der anderen Sakramente geworben. Die Zauberformel, die es richten soll, heißt “Dialog und gemeinsame Wegsuche”. Ein gemeinsamer und zielgerichteter Gesprächsprozess soll eingeleitet werden und zu einem neuen Aufbruch führen. Eine “kommunikative Initiative” soll zur “Verlebendigung des kirchlichen Lebens” beitragen.

Eine zentrale Rolle schreibt Erzbischof Zollitsch dem Zuhörenkönnen der Kirche zu, und unmittelbar einleuchtend ist das im Zusammenhang mit den Missbrauchsopfern, deren Klagen in der Vergangenheit zu oft auf taube Ohren stießen. Wenn er dies aber verallgemeinert, auch ein Zuhören auf die Kritiker der kirchlichen Lehre fordert und zu einer Diskussion über diese Lehre einlädt, dann gleicht er einem Arzt, der, nachdem er seinem Patienten zwecks Diagnosestellung aufmerksam zugehört hat, nun mit Kollegen und allerwelt eine endlose Diskussion über die Medikamente beginnt, statt dem Patienten sofort die so dringende Medizin zu verabreichen, von der er genau weiß (oder wissen sollte), dass es die richtige ist. Indem Erzbischof Zollitsch den Bogen von den sexuellen Missbräuchen zur katholischen Sexuallehre und zum priesterlichen Zölibat schlägt, suggeriert er unterschwellig genau jenen Kausalzusammenhang zwischen beiden, der von Kritikern wie Hans Küng gebetsmühlenartig behauptet worden ist.

Damit gehen die von Erzbischof Zollitsch vorgeschlagenen Maßnahmen in eine Richtung, die der vom Heiligen Vater gewiesenen entgegengesetzt ist. Dieser fordert eine Rückbesinnung auf die priesterliche Identität und entschiedenen Rückgriff auf die übernatürlichen Quellen, aus denen die Kirche lebt, um so mit dem Glauben auch eine vom Geist Christi getragene Glaubenspraxis zu erneuern. Während der Papst das Heil in dem sucht, was Christus der Kirche als göttliche Mitgift mitgegeben hat, sucht der Erzischof es in einer neuen Beziehung zur Welt, in der sich die Kirche mit dem ihr Eigenen noch mehr zurücknimmt, als sie es in Deutschland bisher eh schon getan hat. Er moniert, dass die Kirche in der Person der Bischöfe zu sehr als Wissende und zu wenig als Lernende auftrete, so als ob nicht schon sowieso die deutsche Kirche gerade in solch drängenden Themen wie Abtreibung, Homosexualität und Empfängnisverhütung seit Jahrzehnten durch Leisetreterei auffalle. Die glaubwürdige und verständliche Vermittlung kirchlicher Sexuallehre wird Ausnahmenpersönlichkeiten wie Weihbischof Laun überlassen, während viele Bischöfe es zulassen, dass sie von Theologieprofessoren und Priestern verdreht und sogar bekämpft wird. Keuschheit - nicht nur das Wort, sondern auch die damit bezeichnete Tugend - fristet in der Verkündigung ein Kümmerdasein, und nun soll das Heilmittel darin bestehen, sich noch mehr zurückzunehmen?

Überhaupt ist es so bezeichnend wie erschreckend, dass der Brief des Papstes an die irländischen Katholiken in Zollitschs Ausführungen keinerlei Resonanz findet: kein Wort von Gebet, eucharistischer Anbetung, Sühne, persönlicher Bekehrung, Erneuerung des geistlichen Lebens, Wiederentdeckung des Sakramentes der Versöhnung, regelmäßigem Sakramentenempfang, Studium der kirchlichen Lehre, Vertiefung der Freundschaft mit Christus. All dies hätte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nicht nur vom Schreiben des Papstes, sondern auch vom Beispiel Mutter Teresas lernen können, die er selber anführt. Der Ausstoß von Diskussionspapieren hat noch keinen Heiligen hervorgebracht.

Der Maßnahmenkatalog, den der Erzbischof vorschlägt, scheint mir die Fortsetzung des Weges in die innerkirchliche Lähmung zu sein, den die Kirche Deutschlands seit über vierzig Jahren angetreten hat und den beispielsweise Bischof Kamphaus vor fünfzehn Jahren kritisierte, als er das Kirchenvolksbegehren mit den Worten ablehnte: “Wieder mal stehen innerkirchliche Fragen an erster Stelle. Und das ist schlecht. Es dreht sich alles um die Kirche. Die Kirche dreht sich um sich selbst. (...) Wir sind auf dem besten Wege, eine Beamtenkirche zu werden, eine Funktionärskirche, die sich überall anpaßt, es allen recht machen will und niemanden verletzen will, niemandem weh tut, aber am Ende auch niemanden mehr heilt. Eine solche Kirche brauchts eigentlich nicht." Auch so gewaltige Reflektions- und Dialogprozesse wie die Würzburger Synode haben ebensowenig etwas zur kirchlichen Erneuerung beigetragen wie der Ökumenische Kirchentag in München, den Erzbischof Zollitsch bezeichnenderweise anführt, um zu beweisen, dass es keinen Zusammenbruch des kirchlichen Lebens und Glaubens gebe. Erst diese Leugnung des Glaubenszusammenbruchs, dessen Zeuge wir seit vierzig Jahren sind, macht den erzbischöflichen Therapievorschlag plausibel.

Der Freiburger Erzbischof erwähnt den Gegensatz zwischen jenen in der Kirche, denen die Übersetzungsleistung des Glaubens in die neue Zeit zu langsam, und jenen, denen sie zu schnell geht. Diesen Gegensatz gibt es zwar, aber er spielt heute in der Kirche keine nennenswerte Rolle, weil er überlagert wird von einem viel tieferliegenden Gegensatz: nämlich zwischen denen, die am katholischen Glauben festhalten, und jenen, die ihn über Bord geworfen haben und deshalb eine “neue” Kirche wollen. Diese Glaubensspaltung hat schon vor über 30 Jahren der renommierte Kirchenhistoriker und Reformationsexperte Hubert Jedin diagnostiziert, und er stimmt mit Leuten wie Georg May darin überein, dass im 16. Jahrhundert die Verkennung der analogen Situation seitens der Bischöfe eine der Hauptursachen für den Erfolg der Reformation war.

Solange heute diese Realitätsverweigerung andauert, von der das besprochene Impulsreferat zeugt, bleiben die vorgeschlagenen Maßnahmen Teil des Problems, das sie lösen sollen.


Benedikt oder Thomas?

Mit der Dialoginitiative der Deutschen Bischofskonferenz beschäftigt sich auch Paul Badde im Vatican-Magazin (Oktober 2010). Er nimmt die Art und Weise aufs Korn, mit der Karl Kardinal Lehmann den Begriff “Mut” verwendet: Mit Mut, so der Kardinal laut Badde, solle die Kirche die Empfängnisverhütung, die Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt, die Stellung geschiedener Wiederverheirateter oder die Zulassung nichtkatholischer Christen zur Eucharistie angehen. Damit erweist er sich nach Badde als gehorsamer Befolger der Ratschläge des Tutzinger Unternehmensberaters Thomas von Mitschke-Collande, der eben dies der Deutschen Bischofskonferenz vorgeschlagen habe. Dazu Badde: “Doch nur, wer ihr [der Kirche] den Tod wünscht, kann ihr vorschlagen, in dieser Lage auf Unternehmensberater und andere Profis aus der Werbeindustrie zu hören statt auf Papst Benedikt XVI., den seligen Henry Newman und andere todesmutige Heilige.” Von der Heiligkeit des Mutes hat Badde seinen Artikel überschrieben, und die erkennt er vor allem in der Englandreise des Papstes, bei der dieser die Kirche “mit ihrer unverdünnten Botschaft so attraktiv wie vielleicht seit den Tagen der ersten Missionare bei den wilden Angelsachsen nicht mehr” gemacht habe: “Barmherzig wie ein Heiliger, sorgsam wie ein guter Hirt, doch ohne jeden Rabatt in Glaubens- oder Wahrheitsdingen.”


Welche Art von Umkehr?

Die Dialoginitiative, die von der Deutschen Bischofskonferenz im September beschlossen wurde, sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt. Nun hat Armin Schwibach in der Oktoberausgabe 2010 von KOMMA (Nr. 75/2010) eine vierseitige Kritik veröffentlicht: “Der Feind sitzt in der Kirche” Die Nostalgie nach einer Ethikagentur. Wohin geht die deutsch-katholische Kirche? (S. 60-63)

Ein interessantes von ihm beobachtetes Detail ist der unterschiedliche Gebrauch des Wortes Umkehr beim Papst und den deutschen Bischöfen: “Dabei benutzen sie mit dem Wort ‘Umkehr’ einen für das Lehramt Papst Benedikts XVI. kennzeichnenden Begriff, verkehren diesen jedoch anscheinend in etwas anderes als das, was der Papst meint. Dieser will mit Umkehr keinen dramatischen und Effekt heischenden Bruch mit einer Vergangenheit, sondern die individuelle und kollektive Einkehr in das Wesentliche des Christentums und Kircheseins.”

Außerdem erhebt Schwibach angesichts der Berufung auf das Dokument Gaudium et spes aus dem Jahr 1965 den Vorwurf der Nostalgie: “Im Jahr 1965 zielte dieses Dokument darauf ab, sich mit der ‘Kirche von heute’ auseinanderzusetzen. Im Jahr 1965. Die Nostalgie scheint überhandzunehmen. Es ist, als würde sich ein Soziologe 50 Jahre alter Texte aus einer Zeit bedienen, als Internet, Mobilfunk, ‘Social Networks’ und all jene Elemente, die zum ‘heutigen’ Alltag gehören, noch im Bereich der Science Fiction lagen.”


"Dialog": Wer intelligent ist, zuckt zusammen

Bolz: Mein Verdacht ist, dass auch die katholische Kirche zunehmend so eine Art populistische Schaufront produzieren wird, an der die Menschen ihre Gefühle abreagieren können und mit ihren Partizipationssehnsüchten unterkommen.

Stallknecht: Wenn die deutschen Bischöfe kürzlich eine Dialoginitiative ins Leben gerufen haben?

Bolz: Das klingt schlimm.

Stallknecht: - ist das eine solche Schaufront?

Bolz: Exakt. Die katholische Kirche sollte eigentlich genug intelligente Leute in ihren Reihen haben, die schon zusammenzucken, wenn das Wort “Dialog” fällt. Dialog ist meist die Ankündigung dessen, was Harry Frankfurt, der große amerikanische Philosoph, unlängst einfach “bullshit” genannt hat. Diese Erfahrung hat doch wahrscheinlich jeder von uns schon gemacht.

Aus: “Freiheit risikieren”. Ein Gespräch mit dem Medientheoretiker Norbert Bolz über den Umgang mit der öffentlichen Meinung. Von Michael Stallknecht. Erschienen in der Tagespost vom 23. Dezember 2010.


Dialog, der weh tut

“Doch wenn Erzbischof Zollitsch einen wirklich neuen Dialog will, muss er nicht nur mit dem Zentralkomitee reden, mit dem redet er als Vorsitzender der Bischofskonferenz oft genug. Wer das vertikale Schisma überwinden will, muss da hingehen, wo es wehtut. Zum Kongress ‘Freude am Glauben’ etwa.”

Volker Resing und Patrik Schwarz im Vorspann zu dem von ihnen moderierten Gespräch zwischen Alois Glück, dem Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, und dem Publizisten Alexander Kissler, einem prominenten Kritiker desselben, erschienen in Christ und Welt 1/2011.


Dialog als Flop

Symptomatisch für den Verlust der Freude und missionarischen Ausstrahlung ist jene Generation von frustrierten Alt-68ern im Klerus und in den Orden, die - getragen von einem falsch verstandenen “Geist des Konzils” - Morgenluft zu schnuppern glaubten, als es damals hieß, die Kirche habe die Fenster zur Welt weit aufgerissen. Endlich teile man mit der Moderne gemeinsame Werte wie Gleichheit, Freiheit und Solidarität und könne “einen Beitrag leisten” zum Wohlergehen und Fortschritt der zivilen Gesellschaft. Wer damals so dachte, ist heute verbiestert und grau. Orden, die sich auf diese Schiene der Selbstsäkularisierung begaben, haben keinen Nachwuchs mehr. Denn der Preis für den vermeintlich neu begonnenen Dialog mit der modernen Welt war der, nicht mehr über die grundlegenden Wahrheiten des Glaubens zu sprechen.

Aus: Guido Horst, “Die Freude, die auf die Spur Gottes führt”, in: Vatican-Magazin Dezember 2010. In diesem Beitrag führt Horst aus, wie sich der “Dialog mit der Welt” als "Flop" erwiesen und stattdessen ein gewaltiger Glaubensabfall eingesetzt habe. An die Stelle der Selbstsäkularisierung müsse die Kirche wieder den Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus setzen.


Entmythologisierung des Dialogs

Die eingangs erwähnte Dialoginitiative [die ein Kommunikationsberater den deutschen Bischöfen als Lösung der sogenannten Kirchenkrise vorgeschlagen hat] könnte in eine ähnliche Schieflage geraten. Denn was ist beispielsweise von einem Dialog mit selbsternannten Kirchenreformern oder Ungläubigen zu erwarten, die nicht geistlich, sondern weltlich denken? Natürlich ist es für sie unverständlich, warum Frauen nicht zum Diakon oder Priester geweiht werden können, warum wiederverheiratete Geschiedene nicht zum Empfang der Hl. Kommunion zugelassen sind. Was soll hier ein Dialog lösen, zumal diese Themen in der katholischen Weltkirche fast nirgendwo - außer im deutschsprachigen Raum - diskutiert werden? Ein solcher Dialog kann nur neue Konflikte und Uneinigkeiten schüren.

Aus: Dr. Hinrich E. Bues, Christus ist nicht der Dialogos, sondern der Logos. Der Mythos von der Allmacht des Dialogs, in: Komma 78-79/2011, S. 129


Die Alternative

Ich glaube, es wäre viel wichtiger, wenn die deutschen Bischöfe bei der vom Papst ausgerufenen Neu-Evangelisierung mitmachen würden, anstatt ihre angekündigte Dialogoffensive durchzuführen.

Sabine Beschmann, Gründerin der Aktion Deutschland pro Papa, im Gespräch mit Bernhard Müller, PUR-Magazin, Februar 2011. Beschmann erhielt am 19. März 2011 den Pater-Werenfried-Preis.


Heilsdialog

Am 6. Oktober 1986 machte der selige Johannes Paul II. in seiner Predigt bei der Messe in Ars klar, worin der vom Zweiten Vatikanischen Konzil geforderte Dialog besteht, der von Paul VI. ein “Heilsdialog” genannt worden sei, nämlich in dem, was der hl. Pfarrer von Ars uns vorgelebt habe: im Beichthören und in der Katechese: “Der Pfarrer von Ars wußte gut, auch er, dass es vor allem auf diesen Heilsdialog ankommt. Und er brachte ihn ständig voran mit allen Mitteln, die ihm seine Zeit anbot. Kann man ihm wirklich zum Vorwurf machen, dass er diesen Heilsdialog an so schlichten Orten geführt hat, an so armseligen Plätzen, dass sie uns noch heute ergreifen, der alte Sessel, der ihm für die Katechese diente, oder der Beichtstuhl, den er ohne Unterlaß benützte?”


Schwatzbude

Ein befreundeter Chemiker, vor vielen Jahren zum Katholizismus konvertiert, der mich dieser Tage auf das Memorandum “Kirche 2011” ansprach, meinte aufgebracht: “Diese Kirche verkommt zur Schwatzbude. Diskussionen ohne Ende, als ob es nicht die Bibel, den Katechismus und das päpstliche Lehramt gäbe.”

Sigrid Grabner in ihrem Artikel Still den guten Gott anschauen, Vatican-Magazin März 2011.


Neuevangelisierung statt Strukturdebatten

Statt aufzubrechen und erneut die Netze auszuwerfen, dümpelt das Schifflein Kirche [in Deutschland] mit rückwärtsgewandten Strukturdebatten vor sich hin. Doch Rom mahnt unermüdlich weiter. Papst Benedikt XVI. hat den Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ins Leben gerufen. “Wir müssen alle Energien aufwenden, um mit frischer Kraft dieser Welt das Evangelium so zu verkünden, dass es in ihr ankommt”, hat Benedikt im Interview mit Peter Seewald betont.

Markus Reder, Chefredakteur der Tagespost, in der Ausgabe vom 11. Juni 2011, Artikel Der Geist, der lebendig macht.


Nationalkirche?

Die Bischöfe wollen den Eindruck vermeiden, unter der nach den Missbrauchsskandalen und jetzt immer noch brodelnden Oberfläche des deutschen Gremienkatholizismus bereite sich so etwas wie die Geburt einer von Rom unabhängigen Nationalkirche vor. Doch wenn es um die typisch deutsch-katholische Denkungsart geht, um Äußerungen von Theologen und Funktionären des Laienkatholizismus, um Memoranden und Mentalitäten, so ist diese Nationalkirche schon längst entstanden.

Guido Horst in der Tagespost vom 13. August 2011


Die Heiligen retten die Kirche

Die Heiligen sind die sichtbaren Zeugen der geheimnisvollen Heiligkeit der Kirche. Sie sind die menschlichsten der Menschen geblieben, aber das Licht Christi hat die ganze Menschheit erleuchtet. Der Elan, der sie belebt hat, altert nicht. Die Heiligen werden von der Kirche seliggesprochen und für heilig erklärt, aber das gleiche gilt auch für all die versteckten anonymen Heiligen: sie retten die Kirche vor der Mittelmäßigkeit, sie erneuern sie, ich würde sagen durch Ansteckung von innen her, und sie führen sie zu dem hin, was sie sein soll. Päpste haben sich vor diesen Dienern Gottes, wie dem Pfarrer von Ars oder Pater Chevrier, verbeugt. Liebe Freunde, durch die Heiligen gibt euch Gott zeichen. Auch ihr seid zur Heiligkeit aufgerufen!

Papst Johannes Paul II. in seiner Ansprache beim Treffen mit der Jugend im Stadion Gerland in Lyon am 5. Oktober 1986.


Dialog als Ablenkung

Auslöser [für die Bemühungen der “Reformer”] war die Missbrauchskrise. Statt aber Priestern und kirchlichem Personal einzuschärfen, dass der Missbrauch von Schutzbefohlenen schlicht und einfach Sünde ist, will man in einem “strukturierten Dialog”, der bis 2015 anhalten soll, ganz andere Ziele erreichen. Seit Mannheim, wo der Dialog begann, wissen wir, worum es geht: Die Kirche im Lande Luthers soll protestantischer werden. Was die Lutheraner schon haben - Verheiratete und Frauen am Altar, Anerkennung homosexueller Partnerschaften, Aufhebung der Unterschiede zwischen Priestern und Laien, Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion, ökumenische Gastfreundschaft und so weiter - soll auch in der deutschen Nationalkirche katholischer Provenienz Einzug halten.

Guido Horst im Editorial zum Vatican-Magazin, August/September 2011


Ablenkende Strukturfragen

Ich kritisiere die Kirche als deutsche Institution. Ich finde, dass sie sich zu sehr mit nebensächlichen, eigentlich glaubensfernen Strukturfragen beschäftigt. Ich bin da ganz auf der Papstlinie, dass wir uns doch sehr ablenken lassen von der Kraft und dem Wunder, das die Kirche bereithält. Die katholische Kirche in anderen Kontinenten kommt mir sehr viel vitaler vor. Worunter wir auch ein wenig zu leiden haben, ist die Zaghaftigkeit der Bischöfe, eindeutig Position zu beziehen.

Matthias Matussek im Interview mit Katrin Fehr vom Donaukurier, 17. Januar 2011.


Zum Thema eine Satire von Uwe Postl

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