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Von Traditionis Custodes zu den Responsa Ad Dubia

Anmerkungen zur Hermeneutik der Gesetzgebung des Heiligen Vaters Franziskus

Von P. Federico

Einführung

Seine Heiligkeit Franziskus hat das Motu Proprio Traditionis Custodes (TC) veröffentlicht und am 18.12.21 die Responsa ad dubia (RAD) zu diesem Dokument genehmigt.

Einige sind der Meinung, dass die Responsa eine Antwort auf den Römischen Ritus sind, aber in diesen Zeilen werden wir zeigen, dass dem nicht so ist. Wir unterwerfen unsere Interpretation dem Urteil der hierarchischen Autorität und erklären von vornherein, dass unser Text nur dazu dienen soll, die Reflexion über die hermeneutischen Kriterien zu vertiefen, die notwendig sind, um die von Papst Franziskus verkündeten Vorschriften nach den Richtlinien zu lesen, die er der Kirche zu geben beschlossen hat. Natürlich freuen wir uns über jeden Beitrag, der uns hilft, unsere Studie zu verbessern oder eventuelle Fehler zu korrigieren.

Auch wenn viele versucht sein mögen, diese Texte (TC und RAD) in einer fundamentalistischen Weise zu lesen, ist es, wenn wir mit den Aussagen des Heiligen Vaters Franziskus übereinstimmen wollen, wesentlich, eine starre Auslegung oder Anwendung von Traditionis Custodes und der Responsa Ad Dubia zu vermeiden.

Diese Dokumente müssen in der Tat so verstanden werden, wie Franziskus uns auffordert, das Recht zu interpretieren und zu leben. Franziskus ist der Gesetzgeber, der diese Dokumente herausgegeben hat, also müssen wir eine Exegese so vornehmen, wie der Papst selbst uns dazu aufgefordert hat, nämlich in Freiheit, mit Unterscheidungsvermögen, mit Vorrang für die Nächstenliebe und vor allem ohne Starrheit, denn, wie er sagt, "Starrheit ist kein Geschenk Gottes" (Papst Franziskus, Niemals Sklaven des Gesetzes, Predigt vom 24. Oktober 2016).

In der Tat, so der Heilige Vater, “muss die Kirche besonders achtsam sein, um zu verstehen, zu trösten, einzubeziehen, und sie muss vermeiden, diesen Menschen eine Reihe von Vorschriften aufzuerlegen, als seien sie felsenstark. Damit bewirkt man nämlich im Endeffekt, dass sie sich gerade von der Mutter verurteilt und verlassen fühlen, die berufen ist, ihnen die Barmherzigkeit Gottes nahezubringen” (Amoris laetitia, 49).

In der Tat fühlen sich heute viele Seelen (sowohl Laien als auch Priester) angesichts der Veröffentlichung von Traditionis Custodes und der Responsa von der Kirche im Stich gelassen.

I. Der exegetisch-applikative Schlüssel: Unterscheidung

Der wichtigste Schlüssel zur Auslegung und Anwendung von TC und RAD ist die Unterscheidung, die nicht von der Kälte eines klerikalen Schreibtisches (römisch, bischöflich oder pfarrlich) aus erfolgen kann - denn "Klerikalismus ist eine Perversion" (Papst Franziskus in seiner Ansprache an die Gemeinschaft des Mexikanischen Kollegs in Rom) -, sondern dem Volk Gottes Lasten zumutet nur in der Interaktion mit dem Hirten, der bei seinen Schafen ist und bereit ist, sein Leben für sie hinzugeben (vgl. Joh 11).

In der Tat sollte, wie Amoris Laetitia Nr. 305 fordert, das natürliche Sittengesetz (geschweige denn das Disziplinarrecht, das kanonische oder das liturgische Recht) “nicht vorgestellt werden als eine schon bestehende Gesamtheit aus Regeln, die sich a priori dem sittlichen Subjekt auferlegen, sondern es ist eine objektive Inspirationsquelle für sein höchst personales Vorgehen der Entscheidungsfindung”, was bedeutet, dass Traditionis Custodes und die Responsa lediglich eine Inspirationsquelle für ein “höchst personales Vorgehen der Entscheidungsfindung” sind. Außerdem ist zu bedenken, dass es, wie Papst Franziskus sagt, falsch ist, “alles durch die Anwendung genereller Regelungen (...) lösen zu wollen" (Amoris laetitia 2), und dass es auch nicht sinnvoll ist, “mit der Macht der Autorität Regeln durchsetzen zu wollen" (Amoris laetitia 35).

Nach Papst Franziskus können die Hirten "mit dem Geruch der Schafe" (Predigt in der Chrisam-Messe am 2. April 2015) keine kalten Anwender von Normen sein, sondern müssen eine ständige "Unterscheidung anhand des Evangeliums” treffen, “es ist die Sicht des missionarischen Jüngers, die lebt vom Licht und der Kraft des Heiligen Geistes” (Evangelii gaudium 50). Ergo ist der wesentliche Schlüssel zur Anwendung von TC, RAD und anderer von Papst Franziskus ausgehender Normen die Unterscheidung, die der Hirte zusammen mit seinen Schafen trifft, deren "Geruch" er mit sich trägt.

Gegen diese Haltung der ständigen evangelischen Unterscheidung - die eine ständige Bekehrung erfordert - erhebt sich laut Papst Franziskus die Versuchung des Rigorismus, der nach Ansicht der Synodenväter vom Teufel kommt und die Unterscheidung der Geister ersetzen will (Synode 2021-2023: Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung, Vorbereitungsdokument, 21: “Es gibt dann noch einen Darsteller ‘mehr’, den Gegner, der die teuflische Trennung zwischen den anderen dreien in die Szene einbringt. Angesichts der verstörenden Perspektive des Kreuzes gibt es Jünger, die weggehen, und Teile der Menge, deren Stimmung umschwenkt. Die Hinterlist, die Gegensätze aufbaut – und daher einem gemeinsamen Weg entgegensteht – kommt ununterscheidbar in den Formen der religiösen Strenge, der moralischen Verfügung, die sich gegenüber derer Jesus als anspruchsvoller darstellt, und der Verführung einer weltlichen politischen Weisheit zum Ausdruck, die sich für wirksamer hält, als die Unterscheidung der Geister. Um sich den Betrügereien des ‘vierten Akteurs’ zu entziehen, ist eine beständige Bekehrung erforderlich.”)

Übersetzt mit Hilfe von deepl und google.

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Stimmen zu Traditionis custodes

"Als würde Papst Franziskus uns, die wir die Kirche so lieben, nicht verstehen"

Autoren

Conrad Sven
Deneke B.
Mosebach M.
Muschalek G.
Postl Uwe
Prosinger F.
Ramm Martin
Ratzinger J.
Recktenwald E.
Spaemann R.
Strasser R.
Wildfeuer M.


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