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Der Tod des hl. Ignatius von Loyola

Am 31. Juli 1556 starb in Rom im Alter von 65 Jahren der hl. Ignatius von Loyola. Gisbert Kranz beschreibt in seinem Aufsatz über ihn (in: "Zwölf Reformer", St. Ottilien 1998) eindrücklich, wie Ignatius starb: in heiligem Gleichmut gegenüber sich selbst, in jener indifferentia, die er selber gelehrt hatte. Im Profeßhaus des Jesuitenordens in Rom stand man am Vortag unter einem großen Arbeitsdruck, da am nächsten Morgen das Schiff nach Spanien abging und man bis dahin die Post für die Ordensniederlassungen in Spanien und Übersee fertig haben mußte. Die Krankheit, an der Ignatius litt und die ihn auch nicht von der Arbeit abhielt, wurde von seiner Umgebung unterschätzt. Als er am Abend seinen Sekretär Polanco bat, zum Papst wegen des Sterbesegens für ihn zu eilen, meinte dieser "überrascht, so krank sei er doch nicht; die Ärzte hätten von seiner baldigen Genesung gesprochen; ob er nicht den Auftrag bis zum andern Morgen verschieben dürfe, da er in dieser Nacht noch die überseeische Post zu erledigen habe. ‘Schön', sagte Ignatius gleichmütig, ‘wie Sie wollen. Ich überlasse mich ganz Ihnen.' Um Mitternacht hörte ihn der Bruder in der Kammer nebenan noch beten. Am nächsten Morgen fand man ihn in den letzten Zügen. Einsam hatte er den Todeskampf durchgekämpft. Bestürzt eilte der Krankenwärter zum Beichtvater, Polanco zum Papst. Doch als beide zurückkamen, war Ignatius schon tot. Er hatte sich bescheiden hinweggestohlen und auf Sakramente, Trauerversammlung um sein Sterbebett und jede Stifterpose verzichtet, obwohl die Vorahnung seines Endes ihm dazu Gelegenheit gegeben hätte ‘Er ist dahingegangen', schrieb Polanco, ‘ohne uns zu segnen, ohne einen Nachfolger zu bezeichnen, ohne die Satzungen bestätigen zu lassen, ohne irgendeine jener feierlichen Gesten, mit denen sonst die Diener Gottes heimgehen: in einen Tod, wie jedermann ihn stirbt.' Und sein Vertrauter Nadal notierte beim Empfang der Trauerbotschaft in sein Tagebuch: ‘In der Art, wie der Vater Ignatius starb, gab sich eine wundersame Demut kund. Es war, als hätten ihn, der sich selbst völlig vergaß, nun auch alle anderen völlig vergessen.' In dieser Selbstvergessenheit, in der Ignatius ganz hinter der Sache, hinter dem Werke zur größeren Ehre Gottes verschwand, bewies er die höchste Form der Liebe. Das ist die Größe seines Lebens: daß er sich wandelte von der Selbstsucht seiner Jugend zu jener vollkommenen Selbstlosigkeit, in der er starb. Er machte sein Wort wahr: ‘Wenn einmal unser Herz sich gewandelt hat, was Wunder, daß dann durch uns auch die Welt gewandelt wird.'" (Gisbert Kranz).

Ignatius und die Exerzitien

Aus der Geschichte der Jesuiten


Christina Ebner

Heute vor 650 Jahren, am 27. Dezember 1356, starb in Engeltal bei Nürnberg die Mystikerin und Dominikanerin Christina Ebner. Der hl. Johannes der Evangelist, an dessen Tag sie starb, war ihr Lieblingsheiliger.
Geboren wurde sie am 26. März 1277 in Nürnberg. Seit 1314 hatte sie Visionen, seit 1317 schrieb sie die göttlichen Mitteilungen, die sie erhielt, auf Geheiß ihres Beichtvaters Konrad von Füssen auf. 1350 wurde sie von Kaiser Karl IV. besucht, und am 20. Juni 1351 von Heinrich von Nördlingen, der sich drei Wochen im Kloster Engeltal aufhielt und über den sie mit der Mystik Johannes Taulers und Heinrich Seuses bekannt wurde. Sie schrieb das Buch "Von der Gnaden Überlast".
"Die Bedrängnis der deutschen Kirche, welche durch Ludwig den Bayer herbeigeführt worden, war ihr tief zu Herzen gegangen, obwohl sie mit ihren Schwestern von den Folgen des Interdicts weniger betroffen wurde, und sie hatte Abtötung und Gebet nicht gespart, um der deutschen Kirche in ihrer Not zu helfen. Ebenso innigen Anteil nahm sie an dem Erdbeben, das 1348 eintrat, an den Verheerungen durch den schwarzen Tod, an dem Aufruhr zu Nürnberg 1348, an den Verirrungen der Geiselfahrt 1349. Sonst aber bilden neben ihren Tugendübungen nur mystische Vorgänge den Inhalt ihrer Lebensgeschichte bis zu ihrem spät erfolgten Tode" (Franz Kaulen in Wetzer und Welte's Kichenlexikon, Band IV, Sp. 88 f). Einfluß hatte sie auf eine Mitschwester, die ebenfalls mystisch begnadet war: Adelheid Langmann (+ 22. November 1375).
Als Christina eines Tages den Herrn fragte, was sie ihm zuliebe tun solle, antwortete er: "Du sollst um kein Ding klagen, das man die zuwider tut."


Bartholomäus Kardinal Pacca

Bartholomäus Pacca wurde am 25. Dezember 1756 in Benevent geboren. Über ihn, u.a. Nuntius in Köln von 1785 bis 1794, Retter des Nuntiaturarchivs, unerschrockener Gegner Napoleons als Kardinalstaatssekretär, Begleiter Papst Pius VII. in die Gefangenschaft und Freund der Gesellschaft Jesu, der auf ihre Wiedererrichtung drängte, schreibt Anton Steeger in seinem Buch "Das Ende großer Menschen":

Von adeligen frommen Eltern geboren, wurde er nach glänzenden Studien von Pius VI. zu hohen Würden erhoben. Von 1793 - 1800 war er Nuntius in Lissabon, und wußte den portugiesischen, teilweise romfeindlichen Klerus wieder mit Liebe und Achtung für den Heiligen Vater zu gewinnen. Zur Belohnung für sein segensreiches Wirken erhielt Pacca im Jahre 1801 von Pius' VI. Nachfolger, Pius VII., den römischen Purpur.
Der neue Kardinal erhielt das wichtige Amt eines Staatssekretärs, das in damaliger Zeit, wo Napoleon seine Feindseligkeiten gegen den Apostolischen Stuhl begann, so dornenreich war.
Pacca mußte es erfahren, als Napoleon am 6. September 1808 verlangte, er solle sein Amt niederlegen. Er tat es nicht. Im nächsten Jahre erhielt Pacca von der französischen Regierung ein Schreiben des Inhalts, daß der Kirchenstaat mit Frankreich vereinigt werden solle. Nach reiflicher Überlegung erließ Pius VII. gegen den mächtigen Monarchen von Europa die Exkommunikationsbulle. Die Folge davon war, daß der Papst und Kardinal Pacca in Gefangenschaft abgeführt wurden.
Nach einigen Jahren entschloß sich Napoleon Pius VII. und Pacca freizulassen. Der Papst eilte nach Rom. Pacca trat mit ihm in Sinigaglia zusammen und zog mit ihm am 24. Mai 1814 triumphierend in Rom ein.
Kardinal Pacca beschloß sein tatenreiches Leben am 19. April 1844 nach einer langen und schmerzhaften Krankheit. Als er gegen Ende des Leidens von einer Schwäche befallen wurde, die ihm für einige Augenblicke das Bewußtsein raubte, bemerkte der ihm zur Seite stehende Priester leise der Dienerschaft: "Der Kardinal stirbt." Dieser war indes wieder zu sich gekommen, hatte die Bemerkung gehört und sagte dann, den Kopf etwas wendend: "Nun, ich sterbe jetzt wohl noch nicht, wenn aber der Augenblick gekommen ist, werde ich es euch sagen." Etwa eine Stunde später reichte er seinem Sekretär die Hand, dankte ihm für alle geleisteten Dienste, dann auch seiner Dienerschaft für die Pflege, die sie ihm in seiner Krankheit hatte angedeihen lassen, und sprach mit leiser Stimme: "Jetzt ruft mich Gott von hinnen!" Kaum hatte er diese Worte gesprochen, so verschied er.

Aus: Anton Steeger, Das Ende großer Menschen, Regensburg 1915, S. 65 f


Paul Hoffaeus

Heute vor 400 Jahren, am 17. Dezember 1608, starb in Ingolstadt Paul Hoffaeus SJ.

Hoffaeus, um 1530 in Münster bei Bingen geboren, trat nach einem zweijährigen Philosophiestudium in Köln Ende 1552 ins römische Collegium Germanicum ein, das am 28. Oktober 1552 vom hl. Ignatius von Loyola eröffnet worden war. Von diesem wurde er zwei Jahre später in die Gesellschaft Jesu aufgenommen. Am 17. April 1557 wurde er in der Lateranbasilika zum Priester geweiht. Dann wurde er nacheinander Rektor der Jesuitenkollegien in Prag, Wien, Ingolstadt und München. Nach einer zweijährigen Zeit als Vizeprovinzial wurde er 1569 Provinzial der Oberdeutschen Ordensprovinz und in diesem Amt Nachfolger des hl. Petrus Canisius. 1556 war diese Provinz errichtet worden, und dreizehn Jahre lang waltete Canisius seines Amtes als Provinzial. Die Amtszeit Hoffaeus’ sollte fast ebensolange dauern, nämlich bis 1581.

Nach Hubert Becher war Hoffaeus “ein Mann, der zu schwarz von sich selbst dachte und im allgemeinen zu schwer an der Verantwortung trug. Seine Fähigkeiten aber bestimmten die Obern immer wieder, ihn zum Obern zu bestellen. Als Nachfolger des heiligen Petrus Canisius leitete er durch vierzehn Jahre die oberdeutsche Ordensprovinz, die sich unter ihm aufs glücklichste entfaltete. Er selbst jedoch bat immer wieder, als untauglich abgesetzt zu werden. Seine Amtsführung aber und die inständigen Bitten der Patres, vor allem des heiligen Petrus Canisius, gaben ein ganz anderes Bild” (Bechter, Die Jesuiten, München 1951, S. 139).

Dabei stand er in jener Zeit mit Canisius im Konflikt: Hoffaeus hielt Zinsnahme für erlaubt, Canisius gemäß der älteren Meinung für unerlaubt. Außerdem zweifelte er an den literarischen Fähigkeiten des Heiligen. 1580 schickte er ihn nach Freiburg in die Schweiz zur Gründung eines Jesuitenkollegs.

1581 bis 1591 war er Assistent des Ordensgenerals Claudio Aquaviva, der am 19. Februar 1581 zum Ordensgeneral gewählt worden war und es bis zu seinem Tod im Jahr 1615 blieb. Auch mit Aquaviva kam es zum Konflikt. Dessen “Erholung war die Lesung der Väter. Da er sie, besonders oft den heiligen Bernhard und den heiligen Basilius, in seinen Briefen anführte, entstand in dem deutschen Assistenten Hoffäus der Zweifel, ob Aquaviva wohl den rechten Geist der Gesellschaft habe und nicht zu sehr den mönchischen Gedanken zugeneigt sei” (Bechter, S. 138). “Weil auf die Dauer ein Zusammenarbeiten zwischen General und Assistent nicht möglich war, legte Aquaviva Hoffäus nahe, sein Amt abzugeben. Dieser ging freudig darauf ein; er sei schon zu alt, um seine Natur zu ändern, der Ehre seines Amtes sei er unwürdig und der Last desselben nicht gewachsen gewesen” (S. 139 f).

Zwei Jahre später nahm Hoffäus an der Generalkongregation teil, auf der sich Aquaviva wegen seiner umstrittenen Haltung verantworten sollte. Er selbst beantragte die Aufnahme des Hoffäus in die dafür zuständige Kommission, “da er gewiß nicht zu milde über ihn urteilen werde. So geschah es. Hoffäus, den einige noch aufzustacheln suchten, waltete mit voller Freiheit und Rechtlichkeit seines Amtes und stellte die völlige Unschuld des Generals fest” (Bechter, S. 140).

Von 1594 bis 1597 war Hoffaeus Visitator der beiden deutschen Provinzen. Die letzten Jahre lebte er in Landsberg und Ingolstadt.

Hoffaeus war als Prediger berühmt. Er besorgte die erste deutsche Übersetzung des Römischen Katechismus, die 1568 in Dillingen erschien.


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