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Die Bekehrung von C. S. Lewis

am 28. September 1931 fand der Schriftsteller C. S. Lewis (1898-1963) zum christlichen Glauben. An jenem Tag fuhr er mit seinem Bruder Warren im Daudel-Motorrad in den Zoo von Whipsnade. „Als wir aufbrachen, glaubte ich nicht, dass Jesus Christus der Sohn Gottes sei, und als wir den Zoo erreichten, glaubte ich es“, schreibt Lewis in seiner Autobiographie „Überrascht von Freude“.

Dabei hatte sich auf dieser Fahrt nichts Besonderes ereignet. Was in dieser Schilderung wie ein mühe- und ursachloses Ereignis aussieht, war in Wirklichkeit die Frucht eines langen Weges.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte sich Lewis von einem Atheisten in einen Theisten verwandelt, als er nach langem Ringen, in dem er sich widerstrebend immer mehr dem Gedanken an Gott annäherte und in Gesprächen mit Freunden wie Owen Barfield (1898-1997) ein materialistisches Vorurteil nach dem anderen zertrümmert aufgeben musste, schließlich auf eine Weise Gottes innewurde, dass er sich einen „empirischen Theisten“ nennen konnte.
„Was ich so sehr fürchtete, hatte mich endlich eingeholt. Im Trinity Term 1929 lenkte ich ein und gab zu, dass Gott Gott war, und kniete nieder und betete; vielleicht in jener Nacht der niedergeschlagenste und widerwilligste Bekehrte in ganz England.“ („Überrascht von Freude“).

Doch Lewis war noch kein Christ. Er verstand nicht den Sinn von Gottes Menschwerdung und Christi Tod und Auferstehung. Er begann, das Johannesevangelium in der griechischen Ursprache zu lesen. Chestertons „The Everlasting Man“ brachte das Christentum seinem Verständnis näher.
Die entscheidende Schranke aber, die ihn am Glauben hinderte, wurde in einem Gespräch mit John Ronald R. Tolkien und Hugo Dyson (1896-1975) niedergerissen, das am Abend des 19. Septembers begann und bis zum Morgengrauen dauerte. Tolkien hat dieses Gespräch in seinem Gedicht „Mythopoeia“ verarbeitet und seine Gedanken im Aufsatz „Über Märchen“ weiter entfaltet.

Der entscheidende Gedanke Tolkiens war, dass das Evangelium gleichzeitig Mythos und historische Tatsache sei, oder besser gesagt: der einzige Mythos, der einen göttlichen Autor hat und sich in der historischen Wirklichkeit abspielte. Lewis kannte die Mythen vom sterbenden Gott und vom Opfertod, z.B. in den nordischen und ägyptischen Mythen von Baldur oder Osiris.
Nun stellte sich heraus, dass die Existenz solcher Mythen kein Einwand gegen die Historizität der Evangelien sind. Letztere sind keine weitere Variante desselben Mythenstoffs. Es ist genau umgekehrt: Weil der christliche „Mythos“ Wirklichkeit ist, finden in ihm alle Mythen ihre Vollendung, insofern sie einen Schatten von Wahrheit oder ihre Vorahnung darstellen.

Damit schlägt Lewis den entgegengesetzten Weg wie Bultmann ein: Dieser verflüchtigte die historische Wirklichkeit der Evangelien zu Mythen, Lewis dagegen erhob die christlichen Mythen zu historischen Tatsachen. Mit dem christlichen Glauben hatte sich Lewis nicht für einen Mythos unter vielen entschieden, sondern den einen archimedischen Punkt erreicht, der ihn befähigte, die anderen Mythen und Religionen besser zu verstehen als sie sich selbst verstehen, zu erkennen, wie die Fragmente ihrer Teilwahrheiten sich im Christentum zu einem Ganzen zusammenfügen.

Dies einmal erkannt, war Lewis als Mythenkenner bestens geeignet, der Entmythologisierung entgegenzutreten. Von dem Literaturwissenschaftler Lewis mussten sich die entsprechenden Theologen den Vorwurf gefallen lassen, vom Thema keine Ahnung zu haben. In „Geblök eines Laien“ schreibt er:

„Welche Bedeutung diese Männer auch immer als Bibelkritiker haben mögen, ich misstraue ihnen, sofern sie Kritiker sind. Mir scheint, es fehlt ihnen an literarischer Urteilskraft, an Intuition bezüglich der Qualität der Texte, die sie lesen. Dieser Vorwurf klingt seltsam Männern gegenüber, die ihr ganzes Leben inmitten dieser Bücher zugebracht haben.
Aber vielleicht besteht gerade hierin die Schwierigkeit. Einer, der seine Jugend und seine Mannesjahre mit dem gründlichen Studium der Texte des Neuen Testaments und den Studien anderer darüber verbracht hat und seine literarische Erfahrung mit diesen Texten nicht mit der Erfahrung vergleichen kann, wie sie nur aus einer weiten und tiefen, lebendigen Beschäftigung mit Literatur im allgemeinen hervorgeht, läuft mit ziemlicher Sicherheit Gefahr, die nächstliegenden Dinge an diesen Texten zu übersehen.
Wenn er mir sagt, eine Stelle im Evangelium sei Legende oder Dichtung, so will ich wissen, wie viele Legenden und Dichtungen er gelesen hat, wie geübt sein Gaumen im Unterscheiden ihres Geschmacks ist, und nicht, wie viele Jahre er über diesem Evangelium verbracht hat.“

Lewis stellte sein schriftstellerisches Leben fortan in den Dienst des christlichen Glaubens, seiner Verteidigung, Darstellung und Erklärung, und wurde einer der erfolgreichsten christlichen Autoren des Jahrhunderts.

Weitere Informationen über C.S. Lewis


C. S. Lewis im Jesus-Buch des Papstes

Die Bekehrung "des großen englischen Schriftsteller Clive Staples Lewis" findet auch im neuen Jesus-Buch des Papstes Erwähnung. Im achten Kapitel Die großen johanneischen Bilder, im Abschnitt Das Brot beschreibt Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. im Anschluß an die Ausführungen von Kardinal Christoph Schönborn in dessen Werk Weihnacht - Mythos wird Wirklichkeit, wie Lewis durch die Lektüre eines zwölfbändigen Werkes über Mythen zunächst zur Überzeugung kam, dass auch Jesus, "der Brot in seine Hände nahm und sagte: ‘Das ist mein Leib', nur ‘eine weitere Korn-Gottheit, ein Korn-König'" sei, bis er eines Tages die Bemerkung eines Atheisten hörte, "‘dass die Beweise für die Geschichtlichkeit der Evangelien überraschend gut seien' (Schönborn, S. 23)". "Sonderbare Sache. Das ganze Zeug vom sterbenden Gott - es sieht so aus, als habe es sich einmal wirklich ereignet." Dann fährt der Papst fort: "Ja, es hat sich wirklich ereignet. Jesus ist kein Mythos, er ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, steht ganz real in der Geschichte." (Jesus von Nazareth, S. 316).

C.S. Lewis berichtet über diese Begebenheit, die fünf Jahre vor dem entscheidenden Gespräch mit Tolkien und Dyson stattfand, in seiner Autobiographie Überrascht von Freude (Gießen 1992, S. 268), im 14. Kapitel Schachmatt: "Anfang 1926 saß mir in meinem Zimmer der hartgesottenste aller Atheisten, die ich je kannte, am Kamin gegenüber und bemerkte, die Beweislage für die Historizität der Evangelien sei überraschend gut. ‘Komische Sache', fuhr er fort. ‘Dieses ganze Zeug von Frazer über den sterbenden Gott. Komische Sache. Es sieht fast so aus, als wäre es tatsächlich einmal geschehen.'" (‘All that stuff of Frazer's about the Dying God. Rum thing. It almost looks as if it had really happened once.')

Im 15. und letzten Kapitel Der Beginn kommt er nochmals darauf zu sprechen: "In meinem Denken (...) begann sich die verwirrende Vielfalt der ‘Religionen' allmählich zu ordnen. Der eigentliche Schlüssel war durch jenen hartgesottenen Atheisten in meine Hand gegeben worden, als er sagt: ‘Komische Sache, das mit diesem sterbenden Gott. Sieht so aus, als wäre es wirklich einmal passiert'; durch ihn und durch Barfields Ermutigung zu einer respektvolleren, wenn nicht gar genußvolleren Einstellung zu den heidnischen Mythen. Das Problem war nicht mehr, die eine schlicht wahre Religion unter tausend anderen, die schlicht falsch waren, herauszufinden. Die Frage war eher: ‘Wo hat die Religion ihre wahre Reife erreicht? Wo, wenn überhaupt, haben sich die Andeutungen des ganzen Heidentums erfüllt?'"

Was er damit meint, erklärt Lewis ausführlich in seinem Werk Wunder (Miracles, Glasgow 1947), im 14. Kapitel Das große Wunder, das dem Thema "Inkarnation" und deren Parallelen zu heidnischen Mythen gewidmet ist. "Angesichts eines solchen Gottes, der herabsteigt, um wieder hinaufzusteigen, können wir verstehen, warum Christus dem Kornkönig so ähnlich ist und sich doch zugleich über das Thema ausschweigt. Er ist dem Kornkönig ähnlich, weil dieser ein Abbild von ihm ist. Die Ähnlichkeit ist keineswegs unwirklich oder zufällig. Denn der Kornkönig ist (mittels menschlicher Vorstellungskraft) von den Fakten der Natur hergeleitet und die Fakten der Natur von ihrem Schöpfer" (S. 137).

Bei dem vom Papst erwähnten zwölfbändigen Werk handelt es sich um The Golden Bough des schottischen Altphilologen und Religionshistorikers James George Frazer (1854 - 1941), das zwischen 1890 und 1915 erschien. Lewis erwähnt es in seinen Büchern wenigstens sechs Mal, cf. Gisbert Kranz, Mythos und Weltraumfahrt bei C.S. Lewis, in: Studien zu C.S. Lewis, Lüdenscheid 1983. Frazer war Atheist, betrachtete Religionen als menschliche Versuche, das bislang Unerklärliche zu erklären und bestärkte damit den Atheismus Lewis', bis dieser entdeckte, dass das Christentum auf diese Weise nicht verstanden werden kann, sondern selber den Schlüssel zum Verständnis der Religionen bereithält.


Narnia

Am 7. Mai 2008 fand in New York die Weltpremiere des Kinofilms Prinz Kaspian von Narnia statt, des zweiten Teils der Chroniken von Narnia, die nach der Buchvorlage von C.S. Lewis von Walden Media und den Walt Disney Studios verfilmt werden. Regisseur des 200 Millionen Dollar teuren Films ist wieder Andrew Adamson.
Anläßlich des Kinostarts des ersten Teils, des Königs von Narnia, der im Dezember 2005 in die Kinos kam und weltweit etwa 745 Millionen Dollar einspielte, erstellte ich eine Website über C.S. Lewis, um seine Werke vorzustellen. Sie kann helfen, den christlichen Hintergrund der Narnia-Chroniken besser zu erfassen.
Kinostart des neuen Films ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz der 31. Juli.


Narnia und seine Kritiker

Von P. Engelbert Recktenwald

Christlich inspirierte Filme wie die Narnia-Chroniken scheinen bei der Kritik besonders seltsame Blüten zu treiben. Einige Kritiker entdecken sogar die Moral wieder, z.B. Björn Helbig von filmstarts, der dem Film “Prinz Kaspian von Narnia” eine zweifelhafte Moral bescheinigt. Er hält die kämpferischen Handlungen des Films für unmotiviert, z.B. den Entschluss Peters, die gegnerische Burg anzugreifen. Vielleicht hat Helbig den vorhergehenden Dialog verpasst, in dem Peter den Grund erklärt: Miraz’ Burg ist zur Zeit unterbesetzt, da er mit seinem Heer gegen die Festung der Narnianen anrückt. Vor allem aber verschweigt Helbig, dass die Entscheidung im Film selber als Fehlentscheidung dargestellt wird. Denn Peters Entscheidung, so klug sie vom taktischen Standpunkt aus auch erscheinen mag, war gefällt worden, ohne nach dem Willen Aslans (der Christus symbolisiert) zu fragen, wie es die kleine Lucy vorgeschlagen hatte. Dass die Befreiung Narnias vom korrupten Machtherrscher Miraz ausgerechnet mit der “weltpolitischen Situation nach dem 11. September” assoziiert wird, kann nur Leuten passieren, denen “der christliche Subtext schon im ersten Teil sauer aufgestoßen ist” und deshalb mangels Bereitschaft, sich auf die innere Logik der Erzählung einzulassen, willkürliche Parallelen ziehen. Da könnte man gleich auch König Aragorn aus Tolkiens “Herr der Ringe” mit George W. Bush gleichsetzen.

Dass der Film nicht das Vertrauen auf die eigene Kraft, sondern das Vertrauen auf Aslan, allerdings verbunden mit Einsatz- und Opferbereitschaft, als den Schlüssel zum Erfolg hinstellt, wird zwar von einem anderen Kritiker erkannt, aber gerade deshalb kritisiert. In der Presse, der Wiener Tageszeitung, vom 1. August 2008 wirft ein Kritiker mit dem Kürzel sim (Ann-Catherine Simon?) unter dem Titel Bücher, die man fürchten kann dem Film vor, Kinder zur Autoritätsgläubigkeit, zum Vertrauen auf starke, männliche Autoritäten zu verführen. Der starke Löwe Aslan stehe für ein “muskulöses” Christentum. Dass Aslan im ersten Teil der Narnia-Chroniken “Der König von Narnia” die Welt gerade nicht durch Gewalt, sondern durch die Hingabe seines Lebens erlöst hat, wird dabei verschwiegen - aber gerade das wird wiederum von anderen Rezensenten kritisiert. “Niemand hat eine größere Liebe als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde” - für dieses Grundgesetz christlicher Liebe schwindet zusehends das Verständnis. Und wenn dann noch die Hoffnung auf die Auferstehung hinzukommt, können Leute wie Christoph Petersen von filmstarts nur noch perverse und verurteilenswerte Züge christlicher Moral erkennen.

An den Narnia-Filmen wiederholt sich die Eigenart der Kritik am Christentum, die Chesterton einst zum Zweifel an seinem Unglauben verleitet hatte und die er in Orthodoxie”beschreibt: Die Kritiken sind widersprüchlich und heben sich gegenseitig auf. “Ich begann aufzuhorchen. Es schien, als sei nicht das Christentum schlecht genug, um alle erdenklichen Laster auf sich zu vereinigen, sondern jeder Stock gut genug, um damit auf das Christentum einzuschlagen” (Orthodoxie, Frankfurt am Main 2000, S. 174).


Eine Website über Tolkien

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