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Warum Waugh?

Von T. M. Doran

Wenn Sie eine Liste von Schriftstellern erstellen würden, bei denen es sich um Meister im Geschichtenerzählen, Meister des Humors und Meister der englischen Prosa handeln würde, wäre dies eine recht kurze Liste. Doch einer von denen, die auf diese Liste gehörten, wäre Evelyn Waugh.

Vom britischen Schriftsteller und Journalist Evelyn Waugh werden drei Bücher in der „Modern Library´s 100 Best Novels of the 20th century“ aufgelistet, aber er scheint nicht von vielen heutzutage gelesen zu werden, nicht einmal in in literarischen Zirkeln. Nichtsdestoweniger handelt es sich bei ihm um einen meisterhaften Schreiber, der mit Scharfsinn, Eindringlichkeit und Humor ein breites Spektrum von Ideen und Gefühlen hervorzurufen weiß.

Ich bin kein Schüler, Experte, Biograph von Evelyn Waugh oder ähnliches dieser Sorte, aber ich habe viele seiner Romane gelesen, einschließlich derer, die als seine besten Werke erachtet werden, welche sowohl Vergnügen bereiten wie auch in die Kunst des Schreibens einführen, wenn man solchen Geistes überhaupt teilhaft werden kann: „Wiedersehen mit Brideshead“ („Brideshead Revisited“), „Der Knüller“ („Scoop“), „Lust und Laster“ („Vile Bodies“) und „Eine Handvoll Staub“ („Handful of Dust“).

Einer der Gründe für Waughs heutige relative Unbekanntheit – abseits der britischen Gesellschaft und der Geschehnisse in seinen Büchern, die einem anderen Zeitalter entspringen – ist seine implizite Ablehnung des Nihilismus, des Leitsterns der meisten „seriösen“ Schriftsteller seit den 1960er Jahren. Anders gesagt, Literatur wird nun durch ein nihilistisch/materialistisches Prisma gefiltert. Wie mitreißend, interessant und sogar meisterhaft sie auch geschrieben ist, wenn sie diesen Test nicht besteht, handelt es sich bei ihr schlicht und einfach nicht um „seriöse“ Literatur.

Keineswegs schrieb Waugh seinen Lesern vor, was sie glauben sollten, oder zeigte ihnen „richtiges Handeln“ mit plumpen Erzählungen. Im Gegenteil, Waughs Geschichten sind fordernd, oft weder den Erwartungen der Charaktere noch denen der Leser entsprechend, sie im Wesentlichen zwingend, tiefer in die ummauerten Gärten einzudringen, die sie für sich selbst erstellt haben. Ich liebe gute Kriminalgeschichten und habe die Geschichten um Philo Vance von S. S. Van Dine (Willard Huntington Wright) gelesen. Philo Vance, ein Ästhet und Materialist des frühen 20. Jahrhunderts, wickelt sich selbst in einen Kokon aus Anmaßung und Überheblichkeit ein. Waughs Charaktere andererseits werden aus ihren Kokons herausgezogen, ob sie es realisieren oder nicht, entfalten ihre durchsichtigen Flügel und beginnen, sich in die Lüfte zu erheben, andere verwandeln sich in eine selbstzerstörerische Flamme.

Durch Satire, Ironie, Parodie, Humor und Verlorenheit schildert Waugh die Absurdität und Beschränktheit des Materialismus und der Abhängigkeit von Wohlstand, Status, Prestige und intellektuellem Chauvinismus. Nihilistische Literatur stellt diese Dinge ebenfalls satirisch dar, aber in der nihilistischen Literatur gibt es keinen Weg heraus, während Waughs Geschichten einen Weg andeuten, auch wenn seine Charaktere ihn ignorieren, ablehnen oder sich darüber lustig machen. Trotzdem war sich Waugh bewusst und hütete sich, unverhohlen zu moralisieren, wenn er bemerkte: „... der Schriftsteller muss die Entscheidung treffen, ein Künstler oder ein Prophet zu werden. Er kann sich hinter seinem Schreibtisch verschanzen und egoistisch sein Vergnügen darin suchen, seine eigenen Fähigkeiten zu perfektionieren, oder er kann sich darüber hinwegsetzen, Schicksale diktieren und Ermahnungen zu den Tagesthemen verfassen. Der Einsiedler des Schreibtisches hat eine geringe Chance, anderen eine bleibende Freude zu bereiten; der Publizist hat überhaupt keine.”

Einige legen Waugh Antisemitismus und Rassismus zur Last. Zu allererst: Wer von uns (ich nicht!) will jedes Wort, das wir jemals geschrieben, und jedes Wort, das wir jemals ausgesprochen haben, als Beweis für eine Neigung heranziehen? Solche wie Waugh, die Millionen von Worten in der Öffentlichkeit von sich gegeben haben, sind besonders angreifbar für die Inquisitoren der Politischen Korrektheit. Wir müssen daran denken, dass Waugh ein meisterhafter Satiriker, Parodist und Humorist war. Wie viele der Vorurteile, die in seinen Werken bedacht werden, spiegeln eher Satire und Parodie wider, die Geschichten wie „Der Knüller“ ausmachen, als seine eigenen Überzeugungen?

Evelyn Waugh war ein kühner und ehrlich provokativer Schreiber, einer der besten. Er verdient es, gelesen zu werden. Heute wie auch zu seiner Glanzzeit.

Aus dem Englischen übersetzt von Manuel Schuster. Der Originalartikel Why Waugh? erschien auf dem Blog von Ignatius Press.

Evelyn Waugh wurde am 28. Oktober 1903 in London geboren und konvertierte 1930 zum katholischen Glauben. Sein Roman Brideshead Revisited, der 1945 erschien, "thematisiert den Konflikt zwischen Glauben und Vernunft, Fortschritt und Tradition" (LThK, 3. Auflage). Am 10. April 1966 starb Waugh in Combe Florey, Somerset.


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