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Joseph Kardinal Höffner und die spanische Kolonialethik

Leben

Joseph Höffner wurde am 24. Dezember 1906 in Horhausen im Westerwald geboren. Sein Vater war Landwirt. Er besuchte das Gymnasium in Montabaur und Trier und studierte anschließend an der Gregoriana in Rom, unter anderem bei dem renommierten Moraltheologen Arthur Vermeersch SJ (1858 - 1936). Am 30. Oktober 1932 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Insgesamt viermal erwarb er das Doktorat: in Philosophie, Volkswirtschaftslehre und zweimal in Theologie. 1934 bis 1936 war er Kaplan in Saarbrücken, 1939 bis 1943 Pfarrer in Kail an der Mosel, 1943 bis 1945 Pfarrer in Trier. In Freiburg im Breisgau folgte 1944 die Habilitation für Moraltheologie. 1951 wurde er Professor für Christliche Sozialwissenschaften in Münster. 1960 gründete er das "Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften", 1962 veröffentlichte er seine "Christliche Gesellschaftslehre", die zu einem bis heute immer wieder aufgelegten Standardwerk wurde. Im gleichen Jahr wurde er zum Bischof von Münster ernannt und am 14. September geweiht. Am 11. Oktober wurde das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet, an dem Höffner teilnahm. Am 24. Februar 1969 wurde er Erzbischof von Köln, zwei Monate später wurde er zum Kardinal ernannt. Am 22. September 1976 und 1982 wurde er jeweils für sechs Jahre zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Er starb am 16. Oktober 1987 in Köln.

2004 wurde er zusammen mit seiner um sieben Jahre jüngeren und heute noch lebenden Schwester Helene Hesseler-Höffner von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel "Gerechter unter den Völkern" geehrt, der höchsten Auszeichnung, die von Israel vergeben wird. Beide hatten 1943 im Pfarrhaus in Kail bzw. in ihrem Elternhaus im Westerwald Juden vor dem Zugriff der Nazi-Regimes versteckt.

Bei seinem Tod kam selbst der "Spiegel" nicht umhin, Höffners Einsatz für soziale Gerechtigkeit zu würdigen, beispielsweise in der Arbeiterfrage, in deren Zusammenhang er "schon früh für Mitbestimmung der Arbeitnehmer und die Beteiligung der Arbeiter an der Kapitalbildung" eingetreten sei (zitiert in: Lothar Roos, Joseph Kardinal Höffner, in: Zeitgeschichte in Lebensbildern, Band 8, Mainz 1997, S. 173).

Wegen seines Engagements, seiner Kompetenz und seinen wissenschaftlichen Leistungen gilt Joseph Höffner als katholische Soziallehrer schlechthin. Die schon erwähnte Spiegel-Ausgabe beziffert die Gesamtauflage seiner Werke mit 2,8 Millionen.

Die spanische Kolonialethik

Dennoch gibt es eine Schrift, die viel zu wenig bekannt ist und trotzdem hohes Interesse verdient, nämlich seine Habilitation, die 1947 unter dem Titel "Christentum und Menschenwürde. Das Anliegen der spanischen Kolonialethik im Goldenen Zeitalter" in Trier erschienen ist. Sie ist dem 400. Todestag "des Vorkämpfers der Menschenwürde, des Begründers der Völkerrechtswissenschaft" gewidmet, Francisco de Vitoria (+ 12. August 1546). Trotz dieser bedeutsamen Arbeit wird de Vitoria weiterhin in seiner Bedeutung für das Völkerrecht vielfach ignoriert, indem z.B. im Geschichtsunterricht die Schüler oft nur von dem späteren Hugo Grotius (1583 - 1645) erfahren.

Nachdem Höffner im ersten und zweiten Teil den ideen- und zeitgeschichtlichen Hintergrund seines Themas ausgeleuchtet hat, behandelt er im Dritten Teil die Entwicklung des Völkerrechts und der Kolonialethik unter dem vielsagenden Titel "Der Aufbruch des christlichen Gewissens". "Es war einzig das christliche Gewissen, das den Kampf aufgenommen hat, das christliche Gewissen, dem es nicht um persönliche oder nationale Vorteile ging, sondern allein um christliche Gerechtigkeit und Liebe" (S. 145). Der Kampf, um den es ging, war der Kampf um die Rechte der Indianer gegen ihre Unterjochung und Ausbeutung durch die Conquista.
Dieses Diktum vom Gewissen erinnert an das Lieblingsthema von Reinhold Schneider, der genau diesen Kampf in der Person des Dominikaners Bartolomé de Las Casas eindringlich geschildert hat. Auf diesen geht Höffner im zweiten Kapitel des ersten Abschnitts ("Der Vorstoß der Missionare") ein, nachdem er im ersten Kapitel "die ersten Proteste" gewürdigt hat.

Der zweite Abschnitt geht dann in medias res: "Der systematische Ausbau der Kolonialethik durch die spanische Scholastik des Goldenen Zeitalters". Hochburg der spanischen Scholastik war die Universität Salamanca, die wir schon in der Lebensbeschreibung des hl. Toribio Alfonso de Mogrovejo kennengelernt haben. Dort lehrte Francisco de Vitoria, der übrigens mit Erasmus von Rotterdam in Briefwechsel stand, zwanzig Jahre lang von 1526 bis zu seinem Tod.
Hier entwickelt de Vitoria seine naturrechtliche Staatsauffassung, die nicht müde wird, die Gebundenheit der Machthaber an eine vorgegebene Ordnung von Recht und Gerechtigkeit zu betonen. "Naturrechtlich" ist in diesem Zusammenhang auch der Gegenbegriff zu "übernatürlich" und "theokratisch". Die Taufe etwa begründet in Fragen der Gerechtigkeit keinen Unterschied. Den Ungetauften dürfen z.B. keine höheren Steuern auferlegt werden als den christlichen Untertanen, wie de Vitoria ausdrücklich anmahnt. Das Naturrecht gilt unabhängig vom christlichen Glauben, so daß es auch "bei den Heiden rechtmäßige Fürsten und Herren gibt" (de Vitoria), die eine legitime Macht ausüben. Mit anderen Worten: Die Tatsache, daß die Indianer ungetauft sind, liefert den Kolonisatoren keinen gerechten Grund, deren Rechte zu mißachten. Die Taufe begründet keinen Herrschaftsanspruch über die Ungetauften. Auch die weltliche Gewalt des Papstes wurde abgestritten, eine Auffassung, der schon Thomas von Aquin, Johannes von Paris Quidort und Juan Torquemada den Weg geebnet hatten. Damit war der religiösen Legitimierung der Conquista bzw. einer bestimmten Form der Conquista der Boden entzogen. "Auf dem Naturrecht baute sich die Lehre vom Staat auf. Der Staat, auch der heidnische, ist naturgegeben und deshalb gottgewollt. Unglaube und Sünde zerstören nicht die staatliche Gewalt. Es ist also abwegig, die heidnischen Staaten unter dem Vorwand des Götzendienstes oder der Lasterhaftigkeit der Herrschaft der Kirche zu unterstellen. Die Theokratie ist damit als Fehlentwicklung oder zum mindesten als überholt abgelehnt". So faßt Höffner die Lehre der spanischen Scholastik in diesem Punkt zusammen (s. 299).

Höffner verfolgt auch die weitere Entwicklung dieser Lehre bei den unmittelbaren und mittelbaren Schülern Vitorias wie Melchior Cano OP, Martin von Azpilcueta, Dominigo Banez OP, Dominikus Soto OP, Ludwig Molina SJ und Franz Suarez SJ. "Was Francisco de Vitoria angedeutet, führt Franz Suarez zur Vollendung. Ihm, und nicht Hugo Grotius, kommt das Verdienst zu, den Begriff des modernen Völkerrechts erstmalig umschrieben zu haben" (S. 299).

Diese Lehre blieb nicht toter Buchstabe. Nicht nur, daß die Rechte der Indianer beim spanischen König immer wieder hartnäckig eingefordert wurden, vor allem fand jene Lehre eine praktische Umsetzung in den sogenannten Reduktionen, in denen das Wohl der Indianer den Maßstab der politischen Ordnung bildete und in denen dieselben für 150 Jahre eine solche Heimat fanden, daß sie ihrer gewaltsamen Auflösung durch die "humanistischen" Aufklärer à la Pombal sich mit Gewalt widersetzten.

"Es ist ein unvergängliches Verdienst der spanischen Kolonialethik des Goldenen Zeitalters, aus der Einsicht in diese Probleme kolonialpolitische Forderungen erhoben zu haben, die ihrer Zeit um Jahrhunderte vorauseilten" (Höffner, S. 306).


Die Magna Charta der Menschenwürde

Ein Update zu Kardinal Höffner

Das neueste Heft Nr. 337 der von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle herausgegebenen Reihe "Kirche und Gesellschaft" ist unter dem Titel "Orientierung in Zeiten des Umbruchs" dem Gedenken an Kardinal Joseph Höffner gewidmet. Der Autor, Prof. Dr. Anton Rauscher, würdigt vor allem den Soziallehrer, der nicht zuletzt durch die beiden Sozialenzykliken "Rerum novarum" und "Quadragesimo anno" die soziale Gerechtigkeit als das Thema seines Lebens entdeckte. Im Kapitel "Aufbruch des christlichen Gewissens" (nämlich gegen die Unterdrückung der Indianer) geht Rauscher auf die Habilitationsarbeit "Die spanische Kolonialethik im 15. und 16. Jahrhundert" ein: "Je mehr sich Höffner in die einschlägige Literatur einarbeitete, um so mehr entdeckte er die Gegensätze zwischen den Conquistadoren und den Missionaren. Ein eigenes Kapitel ist dem Dominikaner Bartolome de las Casas (1474 - 1566) gewidmet, dem ersten Bischof von Chiapa in Mexiko, den Höffner einen ‘edlen, unermüdlichen Apostel und leidenschaftlichen Beschützer der Indianer' nennt." In geistesgeschichtlicher Hinsicht noch bedeutsamer als Las Casas ist Francisco de Vitoria, der Vater des modernen Völkerrechts, der von Höffner entsprechend gewürdigt wird. "Leider", so schreibt Rauscher, "ist die Habilitationsschrift Höffners in Deutschland nahezu unbekannt geblieben, was auf die widrigen Umstände der Nachkriegszeit zurückzuführen ist. Für die iberischen Länder und vor allem für den lateinamerikanischen Kontinent ist sie heute noch eine magna charta der Menschenwürde und ihres universalen Anspruchs."


Juan de Palafox y Mendoza

Juan de Palafox wurde am 24. Juni 1600 in Fitero (Navarra) geboren. 1639 wurde er Bischof von Puebla de los Angeles, dem ältesten Bistum Mexikos. Es war 1525 in Tlaxcala errichtet und vierzehn Jahre später nach Puebla verlegt worden. Von 1640 bis 1642 hatte er zudem das Amt des Vizekönigs und Gouverneurs inne. Er ist der Autor spiritueller und historischer Schriften, z.B. einer Geschichte Chinas.

Palafox setzte die indianerfreundliche Tradition fort, die mit dem ersten Bischof von Pueblas begonnen hatte, als sich dieser, zusammen mit Bartolomé de Las Casas, für die Freiheit und die Rechte der Indianer einsetzte. Er verbot alle gewalttätigen und unlauteren Bekehrungsversuche. “Als Bischof ein großer Förderer des Kirchenbaus, wirkte er unermüdlich für die Durchsetzung der Tridentiner Dekrete und gründete 1647 ein Seminar,” schreibt der Spanier Demetrio Mansilla in der zweiten Auflage des LThK). Kritischer sieht sein Wirken Johannes Beckmann SMB im Handbuch der Kirchengeschichte V (Freiburg i. Br. 1970, S. 266 f): Palafox hegte zwar “eine große Hochachtung vor den Indianern und ihren Fähigkeiten, sorgte auch für eine gründliche Ausbildung des Klerus durch die Gründung des ersten tridentinischen Seminars der Neuen Welt, womit er zudem die erste öffentliche Bibliothek in Mexiko verband.” Aber er überschätzte seinen Weltklerus, dem er sämtliche, bisher von Ordenspriestern geleiteten Missionsstationen (Doctrinas) anvertraute. “Damit hatte Palafox der amerikanischen Kirche wohl den schwersten Schaden zugefügt, der in der Folgezeit nicht wiedergutgemacht werden konnte. Dieser wird sichtbar, wenn man bedenkt, dass die Bettelorden, zumal die Franziskaner, in den Doctrinas, in denen sie ja oft mehr als 20.000 Indianer zu betreuen hatten, kleinere Konvente mit 3 - 5 Patres unterhielten, von denen nur einer, der Doctrinero, von der Staatskasse bezahlt wurde, während die anderen als Hilfskräfte von der Unterstützung der Indianer lebten.” Diese Hilfskräfte fielen nun weg.

Durch dieses Vorgehen gegen die Ordensgemeinschaften war der Konflikt vorprogrammiert. Schon 1642 sah sich der Dominikaner Luis de Orduna gezwungen, eine Verteidigungsschrift an den König zu richten. Der Konflikt eskalierte, als sich der Bischof mit den Jesuiten anlegte, ihnen Eingriffe in seine Jurisdiktion vorwarf und kanonische Maßnahmen gegen sie ergriff. Die Jesuiten wiederum wandten sich an die Dominikaner, um zwei sog. Konservatoren zu bestellen, die sie in ihren Rechten kraft päpstlicher Vollmachten schützen sollten (Pastor XIV 1, S. 155). Schließlich wurde Palafox von König Philipp IV. am 6. Februar 1648 nach Spanien zurückgerufen. 1653 wurde er Bischof von Osma. Dort starb er am 1. Oktober 1659.

1691 begannen Bestrebungen zur Seligsprechung Palafox’, die vom spanischen König Karl II. und zwanzig spanischen Bischöfen unterstützt wurden. 1726 wurde der Seligsprechungsprozess tatsächlich eingeleitet, aber er scheiterte schließlich 1777 an einer Schmähschrift vom 8. Januar 1649, die Palafox über die Jesuiten verfaßt hatte und die schwerlich mit einem heroischen Tugendgrad in der Gerechtigkeit und Nächstenliebe vereinbar schien. Allerdings wurde ihre Echtheit immer wieder angezweifelt.
Nach neuen historischen Klärungen wurde 2004 der Seligsprechungsprozess wieder aufgenommen. Am 17. Januar 2009 wurde Bischof Juan de Palafox y Mendoza als verehrungswürdig erklärt. Am 27. März 2010 autorisierte Papst Benedikt XVI. die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse zur Anerkennung eines Wunders, das auf die Fürsprache des Verehrungswürdigen geschah.

Zur Zeit Palafox’ gab es in Mexiko fünf Orden: die Franziskaner, Dominikaner, Augustiner, Mercedarier und Jesuiten. Die Franziskaner waren seit 1522 die Pioniere in der mexikanischen Missionsarbeit gewesen, ihnen folgten 1526 die Dominikaner, kurz danach die Mercedarier, 1533 die Augustiner und 1572 die Jesuiten (Handbuch der Kirchengeschichte, Bd. IV, S. 611 f).


Zum Thema "Indianer":

Film: The Mission

Toribio Alfonso de Mogrovejo

Gabriel Malagrida SJ

Hl. Ezechiel Moreno

Hl. Isaac Jogues


Franjo Kardinal Seper

Vor 25 Jahren, am 30. Dezember 1981, starb in Rom Franjo Kardinal Seper, der Vorgänger von Joseph Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation. Seper wurde am 2. Oktober 1905 im kroatischen Osijek (heute Partnerstadt von Pforzheim) geboren. 1960 wurde er Erzbischof von Zagreb und in dieser Eigenschaft Nachfolger des sel. Alois Kardinal Stepinac (8.5.1898 - 10.2.1960), dessen Koadjutor er seit 1954 gewesen war und mit dem er zusammen am 26. Oktober 1930 in Rom die Priesterweihe empfangen hatte. Er wurde auch der Vorsitzende der jugoslawischen Bischofskonferenz. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil war er Mitglied der Zentralkommission. "Als Konzilsvater setzte er sich für die Einführung des Ständigen Diakonats, die lebenden Sprachen in der Liturgie, für die Kommunion unter beiden Gestalten und die Konzelebration ein. Er förderte außerdem die Hervorhebung der Rolle der Laien in der Kirche und die Beziehungen zwischen Christen und Juden" (Johannes Paul II. zum 20. Todestag des Verstorbenen).

1965 wurde er zum Kardinal erhoben, 1968 zum Präfekt der Glaubenskongregation ernannt und damit Nachfolger von Alfredo Kardinal Ottaviani (29. Oktober 1890 - 3.8.1979). Sein Nachfolger in Zagreb wurde Franjo Kuharic (seit 1983 Kardinal, 15.4.1919 - 11.3.2002). Präfekt der Glaubenskongregation blieb er bis 35 Tage vor seinem Tod. Georg Gänswein, der jetzige Privatsekretär des Papstes, zitiert im Artikel über Seper im LThK, 3. Auflage (2000) aus der Ansprache Johannes Pauls II. beim Requiem am 2. Januar 1982: "In einem äußerst schwierigen Zeitabschnitt war er der kluge und erleuchtete Leiter dieses Dikasteriums, das in entscheidenden Fragen des Glaubens und der Sitten intervenieren mußte."

Der Werdegang von Kardinal Seper vom ursprünglich eher fortschrittlichen Konzilsteilnehmer zum eher konservativen Glaubenswächter kann als weiteres Indiz dafür gewertet werden, daß die nachkonziliare Glaubenszerstörung nicht im Sinne der Konzilsväter war und die Berufung auf den Konzilsgeist einen Mißbrauch darstellt, der leider von den Bischöfen nicht oft und deutlich genug verurteilt worden ist. Die diesbezügliche Klage Kardinal Sepers über die mangelnde Mitarbeit der Bischöfe wurde auf kath-info bereits zitiert.

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