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Die Fantasie verchristlichen

Von Petra Kehl

Seit einigen Jahren gibt Regina Doman in den USA Liebesromane für Teenager heraus, die auf Märchen der Brüder Grimm basieren, deren Handlung aber in der heutigen Zeit angesiedelt ist. Die Anregung hierzu erhielt sie durch Beschäftigung mit einem ihrer Lieblingsautoren: G. K. Chesterton, der in „Orthodoxie“ schreibt: „Die Dinge, die ich am meisten glaubte, die Dinge, die ich auch jetzt noch am meisten glaube, sind die Dinge, die man Märchen nennt.“

Inzwischen sind sechs so genannte „Fairytale novels“ erschienen, die bei katholischen Teenagern in den USA sehr erfolgreich sind. Einer der Titel, „Der Schatten des Bären“, ist inzwischen auch auf deutsch erschienen.

Realistische Helden, keine „Märchenprinzen“

Dass uns Märchen viel zu sagen haben, ist bekannt. Märchen ebenso wie gute Dichtung, davon ist Doman überzeugt, schenken uns Vorstellungen, Bilder und Ideen, die uns im Gedächtnis bleiben und unsere Fantasie erweitern. Sie helfen uns, uns von Dingen ein Bild zu machen, die wir uns nur schwer vorstellen können. So versucht Regina Doman, das Gute zu visualisieren und attraktiv zu machen. Ob man das ausgerechnet mit Liebesgeschichten tun kann? Davon ist die Autorin überzeugt. Doch ihre Liebesromane unterscheiden sich in zahlreichen Punkten von den Romanen dieses Genres, die heute den Teenagern zuhauf geboten werden. Das fängt bereits mit dem Helden an. Er ist nicht der sprichwörtliche „Märchenprinz“, der alle Eigenschaften in sich vereint, die sich die Mädchen in den gängigen Romanen erträumen. Denn diese „erträumten“ Eigenschaften sind ein Spiegelbild der Mädchen selbst, ihrer eigenen Eigenschaften, sind also selbstbezogen. Jungen jedoch sind keine Mädchen. Somit unterscheiden sie sich zwangsläufig von Mädchen, denn Mann und Frau sollen ja einander ergänzen. Doman arbeitet hier gegen den Trend, der vielfach bei den Leserinnen falsche Vorstellungen und Erwartungen hervorruft. Sie schafft bewusst realistische Helden. Ihre „Prinzen“ sind nicht perfekt, aber doch Vorbilder, an denen sich die Leser orientieren können. Das ist der Autorin wichtig, deshalb investiert sie viel Arbeit darein, gute Helden zu erschaffen. Und damit sich auch Jungen von den Romanen angesprochen fühlen, ist mit der Liebesgeschichte stets ein spannender Kriminalfall verbunden.

Noch in einem weiteren wichtigen Punkt sind Domans Romane anders als die gängigen Liebesromane: Die jungen Leute bemühen sich um Reinheit. Bei der Kleiderwahl geht es den Mädchen nicht darum, möglichst „sexy“ auszusehen, sondern hübsch und sittsam zugleich. Den Jungen wiederum geht es nicht darum, wie sie bei den Mädchen auf „ihre Kosten“ kommen können. Vielmehr steht im Vordergrund die Standeswahl – Ehe oder Priestertum – und die Frage: Werde ich ein guter Ehemann und Vater sein können? Körperliche Nähe vor der Ehe wird vermieden. Das gegenseitige Kennenlernen ist von gegenseitigem Respekt geprägt und dient nur einem Ziel – Ehe.

So hält es Regina Doman bereits in ihrem ersten Roman „Der Schatten des Bären“, der vor mehr als zehn Jahren erstmals erschien und nun in deutscher Ausgabe vorliegt:

Schneeweißchen und Rosenrot in New York

Blanche und Rose Brier leben mit ihrer verwitweten Mutter in New York ein eher zurückgezogenes Leben. Mit ihrem Interesse für Gedichte, Musik und Märchen sowie ihrem aktiven katholischen Glaubensleben fallen sie selbst in ihrer katholischen Schule St. Catherine aus dem Rahmen. Die zurückhaltende Blanche wird gemobbt, die impulsive Rose dagegen weiß sich auf durchaus handfeste Weise zu wehren. Die Mädchen sind Außenseiter. So ist es kein Wunder, dass sie rasch Freundschaft schließen mit dem jungen Mann, der eines Tages die Mutter auf der Straße vor einem Auto rettet.

Doch Bär, wie er sich nennt, ist von einem Geheimnis umgeben. Blanche ahnt, dass eine Gefahr von ihm ausgeht. Auch gibt er gleich bei der ersten Begegnung offen zu, dass er wegen Drogenbesitzes im Jugendgefängnis gewesen ist. Doch die Liebe für Gedichte und Musik, die er mit den Mädchen teilt, spricht für ihn. Bald ist er jeden Abend zu Gast in dem kleinen Haus aus braunem Sandstein, vor dem zwei Rosenbüsche in Balkonkästen stehen.

Anders als die Heldinnen in so manchem Märchen streben Blanche und Rose nicht danach, Bärs Geheimnis zu durchdringen. Sie geben sich mit seiner Freundschaft zufrieden. Das ändert sich jedoch, als Bär in Blanches Gegenwart vom Direktor der Schule St. Catherine mit Hinweis auf sein Drogenvergehen vom Schulgelände verwiesen wird. Blanche hat sich inzwischen in Bär verliebt, sie hat Vertrauen zu ihm. Und so beschließen Blanche und Rose, Bärs Geheimnis zu lüften – nicht aus Neugier, sondern um seinen Namen reinzuwaschen. Damit geraten sie in ein Abenteuer, das sie fast das Leben kostet.

Regina Doman lehnt ihr erstes Jugendbuch eng an Grimms Märchen Schneeweißchen und Rosenrot an, dessen Schauplatz sie jedoch in die heutige Zeit und in eine Großstadt – New York City – verlegt. Wie im Märchen sind die Schwestern charakterliche Gegensätze. Blanche ist zurückhaltend, wird von dunklen Vorahnungen und unbestimmten Ängsten geplagt. Die Großstadt steckt für sie – wie der Wald im Märchen – voll unbekannter Gefahren, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Rose dagegen sieht die Stadt als Ort der Abenteuer, denen sie bedenkenlos entgegengeht. Dementsprechend bringt sie ihre Sorglosigkeit in manche Gefahr. Und doch ist es am Ende Blanche, die, über ihre eigene Schwäche und Ängstlichkeit hinauswachsend, durch die Kraft ihrer Liebe zu Bär getragen, den „bösen Zwerg“ zu Fall bringt.

Wie im Märchen, so liegt auch in dieser gelungenen Mischung aus zarter Liebesromanze und Kriminalroman die Wirklichkeit hinter dem äußeren Schein verborgen. Bär, im Märchen der verwunschene Prinz, ist nur vordergründig der heruntergekommene jugendliche Ex-Häftling. Blanche entdeckt schon bald an ihm eine Ausstrahlung von Würde, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit. Er zeigt sich der Familie gegenüber verantwortungsvoll, rücksichtsvoll und offen. Dementsprechend gestaltet sich seine aufkeimende Liebe zu Blanche. Aus Sorge um sie verschwindet er aus ihrem Leben, als er merkt, dass er sie in Gefahr bringt. Und am Ende der Geschichte, als der „böse Zwerg“, der gefährliche Widersacher, besiegt ist, gewinnt Bär, der sich charakterlich als „Prinz“ erwiesen hat, auch äußerlich seine eigentliche Gestalt als „Prinz“ zurück. Rob hingegen, der Schwarm aller Mädchen der Schule, wird für Rose zur Enttäuschung. Er sieht zwar äußerlich einem „Prinz“ ähnlicher als Bär, wie Blanche feststellt, doch dem Charakter nach ist er ein Schurke. Nur gut, dass es mit Fisch noch einen weiteren „verwunschenen Prinzen“ in dem Roman gibt – für die zweite Schwester.

Regina Doman stellt zwei Jungentypen einander gegenüber. Den ernsthaften, wirklich Liebenden und jenen, für den Liebe nur ein Spiel ist und ein Mädchen nur die Beute. Sie stellt klar: Liebe und Ehe erfordern den ganzen Mann, der sich der Frau, die er liebt, in Ganzhingabe schenkt. Da lässt Regina Doman zweifellos Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben einfließen, denn die „homeschooling Mom“ von neun Kindern ist seit mehr als 20 Jahren glücklich verheiratet.

Regina Doman: Der Schatten des Bären
broschiert, 240 Seiten, Verlag Petra Kehl
Für Jugendliche ab 14 Jahren


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