Sophie Scholl. Die letzten Tage
"Sophie Scholl. Die letzten Tage" ist ein beeindruckendes Doku-Drama, das zurecht mit vielen Filmpreisen geehrt und sogar für den Oscar nominiert wurde. Es zeigt die letzten sechs Tage im Leben der Sophie Scholl, die zusammen mit ihren Freunden aus der Studentengruppe "Die Weiße Rose" das Gewissen ihrer Landsleute gegenüber den Untaten Adolf Hitlers wachrütteln wollte und dafür am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Der Erfolg des Films, der im deutschen Sprachgebiet weit über eine Million Menschen in die Kinos gelockt hat, ist ein erfreuliches Zeichen dafür, dass inmitten der Spaßgesellschaft der Sinn für wahre Werte noch nicht ganz erloschen ist.
Es gibt nur zwei Kritikpunkte, die am Film anzubringen sind:
1. Christoph Probst, Mitglied der "Weißen Rose", war vor seinem Tod nicht der gebrochene Mann, als der er im Film dargestellt wird. Im Gegenteil: Er ließ sich am Tag seiner Hinrichtung katholisch taufen und wurde mit einer so großen Zuversicht erfüllt, dass er sagen konnte: "Ich wußte nicht, daß Sterben so leicht sein kann." Und zu seinen Mitstreitern: "In wenigen Minuten sehen wir uns in der Ewigkeit wieder."
2. Dieser christliche Glaube als Rückhalt ihres Widerstands kommt in dem sonst so eindrücklichlichen Film kaum zur Geltung. Umgekehrt führte sie der Widerstand auch zu einem vertieften Glauben. Sie hatten persönlichen Kontakt zu Carl Muth und Theodor Haecker und lasen im Freundeskreis regelmäßig christliche Autoren wie Reinhold Schneider, Werner Bergengruen, Leon Bloy und Paul Claudel. Hier fanden sie das geistige Rüstzeug, um dem verbrecherischen Regime die Stirn zu bieten. Wer Gott leugnet und alle Werte relativiert, was hat der noch an der Hand, um gegen das Unrecht zu protestieren? Der christliche Glaube gab ihnen die Gewißheit, trotz des verlorenen Postens, auf dem sie sich im Kampf gegen die braune Übermacht befanden, im Recht zu sein, und die Kraft, dafür einzustehen bis in den Tod. Über diesen christlichen Hintergrund ihres Glaubens informiert die Website www.die-weisse-rose.net.
SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE
Deutschland 2004
116 Min., FSK: 12
Regie: Marc Rothemund
Darsteller: Julia Jentsch, Fabian Hinrichs, Alexander Held, Johanna Gastdorf, André Hennicke, Florian Stetter, Johannes Suhm, Maximilian Brückner, Jörg Hube u.a.
Eine weitere interessante DVD: The Mission
Zum Thema Nationalsozialismus:
Der Widerstand der katholischen Jugend
Der Nationalsozialismus und die Kirche
Papst Pius XII.