Das Portal
zur katholischen Geisteswelt


Zum
Inhalts-
verzeichnis
Zum
biographischen Bereich

Impressum

Das katholische Informationsportal kath-info
dient der theologischen Aufklärung
und bietet Ihnen Beiträge zu Themen der katholischen Welt.
Die Beiträge unterliegen in der Regel dem Urheberrecht.

Sie befinden sich im Rezensionsbereich

Die neuesten Beiträge finden Sie jeweils auf der Startseite

Zum philosophischen Bereich
Zum
liturgischen Bereich

Zitate

Bücher

Allah Mahabba
Atheismus
Benedikt XVI.
Benson R. H.
Chesterton
Chesterton II
Domin Regina
Donner der N.
Eichendorff
Erwachen
Exorzisten
Exzess
Feminismus
Gamber K.
Gen. Benedikt
Gender
Gewissen
Goldene Stadt
Grabtuch
Hartung T.
Hitler´s Pope
Hymnen a.d.K.
Indianermission
Islam
Jesus
Juden
Keuschheit
Kirchenkampf
Kirchenlehrer
Lebensschutz
Liguoribücher
Man and Woman
Medienkonsum
Mittelalter
Mord im Vatikan
Natascha
Opferung
Only you
Pantaleon
Pater Pio
Pinckaers S.

Gesprächsfähigkeit steigerndes Sündenregister

Eine Rezension von Benedikt Poetsch

In seinem jüngst im Lepanto-Verlag erschienenen Buch „Von Ablasshandel bis Zölibat. Das ‚Sündenregister‘ der Katholischen Kirche“ unternimmt der Philosoph und Publizist Josef Bordat den Versuch, „sachlich und unaufgeregt“ (7) die katholischen Positionen zu einigen im öffentlichen Diskurs immer wieder in kritischer Weise thematisierten Kirchen- und Glaubensfragen darzulegen und zu plausibilisieren. Nachdem es immer wieder einmal verschiedenartig formatierte Versuche gibt, katholische Positionen in einer auch für nicht-katholische Zeitgenossen überzeugenden Weise darzustellen, stellt sich die Frage, was diesen Versuch auszeichnet und was ihn gegebenenfalls lesenswert macht. Dieser Frage nachzugehen lohnt sich, weil das Buch m. E. tatsächlich einige Vorzüge aufweist, die es lesenswert machen.

Grundanlage des Buches

Die Grundanlage des ganzen Buches entspricht dem, was das Titelbild andeutet: Durch eine geöffnete Tür fällt Licht in einen dunklen Raum. Der Autor macht keinen Hehl daraus, dass er den Glauben, von dem er es unternimmt zu reden, als etwas Positives, als ein Licht versteht, dass er also „mit der Feder eines gläubigen Christen katholischer Prägung und Überzeugung“ (10) schreibt. In diesem Sinne möchte er eine Tür zum Glauben öffnen. Das Buch kann dabei sowohl für Gläubige als auch für Nicht-Gläubige interessant sein: Die Lerneffekte können auf beiden Seiten die Gesprächsfähigkeit und auch die Freude am Gespräch über Glauben und Kirche steigern. Für den Gläubigen wird es vielleicht gar nicht so sehr um eine Aufrüstung seines argumentativen Waffenarsenals gehen als vielmehr darum, seine Kirche und seinen Glauben besser kennenzulernen, um dann auch fundiert mit Menschen außerhalb seiner „Bubble“ darüber sprechen zu können. Der Nicht-Gläubige wird merken, dass er in seinen kritischen Anfragen und Einwänden ernstgenommen wird, weil er hier klaren Positionen begegnet, die unter Berücksichtigung kirchen- und glaubenskritischer Argumente formuliert und plausibilisiert werden.

Wie geht der Verfasser dabei vor? Er thematisiert in alphabetischer Reihenfolge Themen, die mit Glaube und Kirche zu tun haben und in der Öffentlichkeit immer wieder für eine negative Sicht auf diese beiden Größen sorgen. Diese Themen werden dann in kleinen, jeweils ca. sieben Seiten langen, essayförmigen Texten aus katholischer Perspektive betrachtet. Bordat geht es in seinem Buch nicht darum, alle kritischen Anfragen von vornherein ins Leere laufen zu lassen und die Kirche in einer interessegeleiteten Vorentschiedenheit von allen Vorwürfen freizusprechen. Was dieses Buch vielmehr ganz besonders auszeichnet, ist sein persönlicher Gesprächscharakter. Das hat sicher auch damit zu tun, dass Bordat sich als erfahrener Blogger (vgl. 12) einen diskursiven Stil angeeignet hat, der von langjähriger Auseinandersetzung mit Kirchen- und Glaubensfragen im Gespräch mit Nicht-Katholiken zeugt. Ein beispielhafter Beleg für diesen unbefangen persönlichen Stil findet sich am Beginn des Kapitels über den Schöpfungsglauben, wo es heißt: „Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube – ich kann mir nicht helfen, aber ich sehe dazwischen keinen Widerspruch […]“ (207). Die argumentative Auseinandersetzung mit der Sache folgt dann.

Der Leser hat also das Gefühl, dass es dem Verfasser wirklich darum geht, mit ihm in ein Gespräch einzutreten. Dieser Linie entsprechend ist der Ausgangspunkt jedes Kapitels eine kirchen- oder glaubenskritische Aussage, wie sie die meisten Katholiken (so oder so ähnlich) schon einmal vorgehalten bekommen und die meisten kirchen- und glaubenskritischen Menschen schon einmal (so oder so ähnlich) gedacht oder geäußert haben, zum Beispiel: „Wer selber denkt, braucht keine Dogmen!“ (30). Das Schöne am Stil dieses Buches ist nun, dass Bordat diesen Aussagen nicht ein kritik-immunes, hermetisches Die-Kirche-hat-aber-doch-Recht entgegensetzt, sondern sein zu Beginn gegebenes Versprechen hält, „sachlich und unaufgeregt“ über die Sachfragen zu sprechen und, im Blick auf kirchengeschichtliche Fragen (z. B. Inquisition, Hexenverfolgung etc.) nicht hysterisch, sondern historisch (vgl. 11) vorzugehen. So enthält das Buch auch kritische Töne, es wird keine Geschichtsklitterung oder Schönfärberei betrieben, sondern differenziert geurteilt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Fazit des Kapitels über die Sklaverei: „Ohne die Institution Kirche als politisch wirksamer Machtfaktor, als weltliche Repräsentation der Christenheit wäre die Menschenrechtsidee möglicherweise früher und flächendeckender umgesetzt worden, ohne Christentum hingegen wäre sie mit Sicherheit gar nicht erst entstanden.“ (61).

Zweiter Teil auf der Startseite

Josef Bordat, Von Ablasshandel bis Zölibat. Das ‚Sündenregister‘ der Katholischen Kirche, Lepanto-Verlag 2017, 296 Seiten

Filme

Intelligent Design
Metamorphose
Pius XII.
Sophie Scholl
The Mission
Maria u. ihre Kinder

Bücher

Posener A.
Qumran
Ruanda
Ruinen
Sabatina James
Schafott
Sheed Frank
Simonis W.
Spaemann
SP: Leitlinien
Spillmann
Syrienflüchtlinge
Tod
Todesengel
Twilight
Unsterblichkeit
Vergil
Waal Anton de
Weiße Rose
Wissenschafts-theorie
Wust Peter
Zweigewaltenlehre


Zu den neuesten Beiträgen