Das Portal
zur katholischen Geisteswelt


Zum
Rezensions-
bereich
Zum
biographischen Bereich
Zum englischen
und polnischen
Bereich
Das katholische Informationsportal kath-info
dient der theologischen Aufklärung
und bietet Ihnen Beiträge zu Themen der katholischen Welt.

Die Beiträge unterliegen in der Regel dem Urheberrecht.

Zum Autorenverzeichnis

Sie befinden sich im dritten Teil
des blauen Bereichs des PkG (Buchstaben N bis Z)
Zum ersten Teil
Zum zweiten Teil

Die neuesten Beiträge finden Sie jeweils auf der Startseite

Datenschutzerklärung

Zum philosophischen Bereich
Zum
liturgischen Bereich

Links

Impressum

Themen

Nächstenliebe
Normen-verschiebung
NS 1937
Offenbarung
Ökumene
Ökumene II
Osttimor
Pallium
Papst
Papstbesuch 06
Papstbesuch 11
Papstbesuch 11b
Papstrücktritt
Papstverleumdung
Parallelgesellschaft
PAS
Pastoral
Persien
Petrusbruderschaft
Phobien
PID
Pille
Pius XII.
Piusbruderschaft
Plan
Pornographie
Portugal
Posener A.
Pränataldiagnostik
Predigtqualität
Preußen
Priester
Priester II
Priesterberuf
Priesterheiligkeit
Priesterkleidung
Primat
pro familia
Progressismus
Prometheus
Pseudotheologie
Psychotherapie
Rahner K.
Randnotizen
Ratzinger stört
Redlichkeit
Reformkirche
Religion
Religionen
Religionsfreiheit
Religionsfreiheit II
Religionsunterricht
Ring-Eifel
Rosenkranz
Rosenkranz II
Rosenkranz III
San Bartolomeo
schlechte Priester
Schöpfung
Schweden
Schweigen
Seeleneifer
Selbstgerechtigkeit
Sexualerziehung

Gebt dem Staate, was des Staates ist

Von Peter Lippert

»Jedermann soll sich der obrigkeitlichen Gewalt unterwerfen; denn es gibt keine Vollmacht außer von Gott, und jede bestehende Vollmacht ist von Gott eingesetzt. Wer sich also der Obrigkeit widersetzt, der lehnt sich auf gegen Gottes Anordnung, und wer sich dagegen auflehnt, der verfällt dem Gericht. Die Regierenden sind ja nicht zu fürchten, wenn man recht tut, sondern nur, wenn man Böses tut. Willst du also die Obrigkeit nicht fürchten müssen? Dann handle recht und du wirst Anerkennung bei ihr finden. Sie ist ja eine Dienerin Gottes zu deinem Besten; wenn du aber schlecht handelst, dann magst du sie fürchten, denn sie trägt nicht umsonst das Schwert. Sie ist ja Gottes Dienerin zur Vollstreckung des Strafgerichts an dem Übeltäter. Darum muß man ihr gehorchen nicht nur wegen der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern an die Machthaber; denn sie sind Gottes Beauftragte, die sich an dies ihr Amt zu halten haben.
So gebt denn allen, was ihr ihnen schuldig seid: Abgaben und Steuern denen, die ein Recht darauf haben, Furcht denen, die zu fürchten, und Ehrerbietung denen, die in Ehren zu halten sind« (Röm. 13, 1 ff.)

Für das menschliche Geistesleben und damit für das ganze Kulturleben war es eine weltgeschichtliche Stunde, als Jesus die Weisung gab: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Er hat mit diesem Wort das Recht des Kaisers, in dem gerade damals die Staatsgewalt verkörpert war, und damit also auch das Recht der Staatsgewalt, der staatlichen Einrichtungen und des staatlichen Lebens anerkannt, aber zugleich auch festgestellt, daß es außer dem staatlichen Recht noch ein anderes gebe, das vom Staat nicht angetastet werden darf, das Recht Gottes.

Da alles wirkliche Recht auf Erden schließlich in Gott wurzelt, aber von Menschen ausgebaut wird, so hat demnach auch der Staat, der aus dem Rechtsgedanken entspringt, eine zweifache Seite: In seiner tiefsten Grundlage geht er auf Gottes Willen zurück, in seinen geschichtlichen Erscheinungsformen und auch Entartungsformen ist er ein Menschenwerk. So wollen wir heute diese zwei Seiten des Staates betrachten:

das Göttliche am Staate,
und das Menschliche am Staate.

Erstens

Wir haben in unserer ersten Betrachtung über das fünfte Gebot schon an die Grundlagen und die tiefsten Wurzeln des staatlichen Lebens gerührt, und eben diese Grundlagen und Wurzeln sind das Göttliche am Staate. Sie 'sind nämlich nirgends anders gelegen als in dem von Gott stammenden Rechtsgedanken und der von Gott uns gegebenen Rechtsaufgabe. Indem Gott sich schützend vor das Leben und vor die Lebensnotwendigkeiten des Menschen gestellt hat, indem er die Verfügung über das Menschenleben sich selbst vorbehalten und dem Zugriff menschlicher Gewalt, Willkür und Selbstsucht entzogen hat, stellte er das Zusammenleben der Menschen auf die Grundlage des Rechts. Damit hat er uns eine Rechtsaufgabe zugewiesen, nämlich diesen Rechtsboden zu wahren und dieses Rechtsleben zu schirmen. Wir haben auch schon betrachtet, wie im Schutz des Rechtes auch die Erziehung zum Rechtswillen und damit das Strafrecht einbegriffen ist; ferner müssen die in unserer Natur eingesenkten Grundlinien des Rechts ausgestaltet, ausgebaut werden in fortschreitender Rechtsbildung. Nun denn, alle die Veranstaltungen, die wir brauchen, um das Rechtsleben zu wahren, um die Menschen zum Rechtswillen zu erziehen und das Rechtsleben auszugestalten, das eben ist der Kern der staatlichen Einrichtung. Das ist auch der Kern der staatlichen Autorität; denn diese besteht eben in den gesetzgebenden und ausführenden Organen, die das Rechtsleben einer Menschengruppe tragen und bestimmen. Die Träger dieser gesetzgeberischen und Recht schaffenden Tätigkeit sind die staatlichen Obrigkeiten. Wieviele Aufgaben der Staat seinem Wesen nach oder in einer bestimmten Zeitlage auch übernehmen mag, wesentlich und zuerst und in seiner Wurzel ist er der Hort und Träger des rechtlichen Zusammenlebens einer Menschengruppe.

Fortsetzung auf der Startseite

Aus: Peter Lippert, Vom Gesetz und von der Liebe, München 1957


Peter Lippert: Dogma und Leben

Themen

Sexuallehre
Silesius
Sinnthesen
Sixt. Kapelle
Spanien 711
Span. Bürgerkrieg
Span. Märtyrer
Staat
Stammzellen
Starkmut
Striet Magnus
Südsee
Sühnopfer
Synodaler Weg
Syn. Weg u. Greta
Terror
Theater
Theodizee
Theologeneifer
Theologenkongress
Theologie
Thomaschristen
Thomismus
Tier
Todesstunde
Todeswunsch
Toleranz
Tradition
Transgender
Türkenkriege
Umkehr
Unauflöslichkeit
Unbefl. Empfängnis
Urlaub
Urteilen
veilleurs
Veränderung
Verblendung
Vergebung
Verheißung
verlorenes Schaf
Vernunft
Vertrauen
Verweyen
Verzicht
Vorsehung
Wahrheit
Weihestufen
Weihnachten
Weihnachten II
Weihnachtsmann
Wiederverheiratete
WJT
Woche f. d. L.
WSW-Gutachten
Wunder
Wunder II
Wurzeln
Yad Vashem
ZdK
Zeugnis
Zölibat
Zweigewaltenlehre

Zu den neuesten Beiträgen