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Wurde das nicht vom Konzil abgeschafft?

Von Kevin Scallon C.M.

Freunde von mir haben einen Sohn, der ein erfolgreicher Anwalt ist. Dieser junge Mann machte an einem berühmten katholischen College sein Examen. Er gab seinen Glauben auf und ist nicht kirchlich verheiratet. Immer, wenn ich ihm begegne, hält er mir Vorträge darüber, „was in der katholischen Kirche falsch läuft“. Nach einigen dieser Begegnungen verlor ich schließlich die Geduld, ich konnte es nicht mehr ertragen.

Ich antwortete ihm: „Lass mich dir sagen, was mit der katholischen Kirche nicht stimmt! Sie ist voll von Leuten wie dir, die nie zur heiligen Messe gehen, die sich nicht die Mühe machen zu heiraten oder ihre Kinder taufen zu lassen, die nicht zur Beichte gehen, nicht beten und denen die Armen und andere Menschen egal sind, die ständig die Priester, Brüder, Ordensschwestern und andere engagierte Leute kritisieren. Das ist meiner Meinung nach das, was mit der katholischen Kirche nicht stimmt!“ Ich kam mir vor wie Jesus im Tempel. Ich war wütend auf ihn und er wusste es. Das war das letzte Mal, dass er mir Vorträge zu diesem Thema hielt.

Dies ist das Problem mit vielen Katholiken. Sie wollen eine Kirche nach ihren eigenen Vorstellungen, und Gehorsam gehört nicht dazu. Sie wollen alle Vorteile des Katholischseins, doch keine der Verpflichtungen. Sie leben am Rand des kirchlichen Lebens, ohne Sakramente und ohne Gebet. Manchmal leben sie in großer Sünde. Sie haben sich völlig der Welt mit ihrem Hochmut, ihrer Gier, ihrem sozialen Ehrgeiz und den Vergnügungen des Trinkens und Sex hingegeben. Ihr Leben ist selbstsüchtig und egozentrisch. In einem Leben, das sich nur um sie selbst dreht, haben sie kein Verlangen nach Gott. Sie kommen jedoch zu Taufen und Hochzeiten. Sie treten sogar vor den Altar, um die heilige Kommunion zu empfangen. „Warum denn nicht? Ich bin schließlich katholisch!“

Das Endprodukt dieses Lebensstils ist eine tiefe Unzufriedenheit. Es ist eine Tatsache, dass wir für Gott geschaffen sind und dass der Raum in unserem Herzen, der für Ihn bestimmt ist, nie von la dolce vita ausgefüllt werden kann. Weder ein Jet-Set-Leben noch Drogen, Alkohol, Sex oder irgendetwas anderes können uns je glücklich machen oder die Leere ausfüllen, die durch die Abwesenheit des lebendigen Gottes entsteht.

Der heilige Augustinus drückte mit seinen oft zitierten Worten eine Realität aus, der kein Mensch entfliehen kann:
“Groß bist du, o Herr, und deines Lobes ist kein Ende; groß ist die Fülle deiner Kraft, und deine Weisheit ist unermesslich. Und loben will dich der Mensch, ein so geringer Teil deiner Schöpfung; der Mensch, der sich unter der Last der Sterblichkeit beugt, dem Zeugnis seiner Sünde, einem Zeugnis, dass du den Hoffärtigen widerstehest; und doch will dich loben der Mensch, ein so geringer Teil deiner Schöpfung. Du schaffest, dass er mit Freuden dich preise, denn zu deinem Eigentum erschufst du uns, und ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in dir” (Augustinus, Bekenntnisse, Buch 1, I).

Letztlich können solche Leute so sehr jeglichen Kontakt mit Gottes Gnade verlieren, dass ihnen noch nicht einmal bewusst ist, wie sündig ihr Leben geworden ist. Sie leben buchstäblich in einem Zustand tödlicher Sündhaftigkeit. Ihr moralischer Kompass funktioniert nicht mehr, langsam aber sicher werden sie so durcheinander, dass ihnen Finsternis hell erscheint und das Böse gut. Satan ist nie weit weg von solchen Leuten, er drängt sie zur endgültigen Zerstörung. Doch auch Gott ist nicht fern von ihnen, „denn seine Huld währt ewig!“ (Psalm 136).

Nicht jeder führt nun ein so dunkles und sündiges Leben. Gott beruft alle zu einem Leben der Heiligkeit im Bund mit Ihm, doch leider geraten viele in ein Leben der Kompromisse, sie sind lauwarm. Ihr Lebensziel ist dasselbe wie das so vieler – die Suche nach Reichtum und sozialem Ansehen. Sie werden von der Meinung anderer und verschiedenen Formen der „Korrektheit“ regiert. Sie beten wenig. Gott wird auf Abstand gehalten. Sie befinden sich auf einer Startbahn und der Tower hat ihnen die Starterlaubnis gegeben – doch sie heben nie ab.

Einmal fragten mich Leute nach den Themen meiner Einkehrtage. Als ich ihnen sagte, dass unser erster Abend unter dem Thema der Umkehr und des Sakraments der Versöhnung stände, sagte einer von ihnen: „Wissen Sie, ich bin seit zwanzig Jahren nicht mehr beichten gewesen. Ich dachte, all das sei nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft worden!“

Es gibt viele Katholiken, die irgendwie den Eindruck haben, das Sakrament der Versöhnung sei für die Praxis unseres katholischen Glaubens nicht mehr nötig. Dem ist jedoch nicht so. Um die Wahrheit zu sagen: Für unsere Kirche ist es heutzutage sehr notwendig, Menschen dazu aufzurufen, in dieser barmherzigen Begegnung mit dem auferstandenen, vergebenden Christus im Sakrament der Versöhnung ihre Sünden zu bereuen.

Eine andere bedauerliche Haltung hinsichtlich dieses Sakraments möchte ich als „Autowasch-Mentalität“ bezeichnen. Viel zu viele Menschen meinen, nur die Beichte sei erforderlich, es sei nicht wirklich nötig, sein Leben zum Besseren hin zu verändern. Der Empfang des Sakraments der Versöhnung setzt ein Verlangen zur Umkehr und zur Veränderung seines Lebens voraus.

Vor einigen Jahren feierte ich in Asien während einer großen Versammlung die heilige Messe. Das Auditorium war mit etwa zweitausend Menschen gefüllt. Auf dem Weg zur Eucharistiefeier, während der Prozession, näherte sich mir ein Mann und fragte, ob ich seine Beichte hören könne. Ich antwortete: „Nein, das kann ich nicht, ich muss die heilige Messe feiern.“

Als ich mich von ihm entfernte, hörte ich eine Stimme, die mir sagte: „Geh zurück und höre seine Beichte!“ Sofort kehrte ich um und ging zurück, nahm ihn zur Seite und hörte seine Beichte. Später wurde mir erzählt, dass dieser Mann eine außergewöhnliche Erfahrung mit dem barmherzigen, vergebenden Christus hatte, die offensichtlich sein ganzes Leben veränderte. Als Priester bin ich Zeuge vieler solcher Gnaden durch das Sakrament der Versöhnung geworden, und an jenem Tag fasste ich den Vorsatz, immer die Beichte eines jeden zu hören, der mich darum bittet – ganz gleich, wie sehr ich zeitlich unter Druck stehen mag.

Die Menschen sollten keine Angst haben, ihren Sünden und Dämonen ins Gesicht zu sehen. Gott schenkt uns die Gebote, und die Kirche lehrt und hilft uns, unser Gewissen zu bilden. Die Sünde verändert sich nicht sehr; sie legt sich lediglich ein neues Gesicht zu.

Bei diesem Text handelt es sich mit freundlicher Abdruckgenehmigung des Verlags um ein Kapitel aus dem Buch von P. Kevin Scallon C.M. Ich will selbst kommen! Den auferstandenen Christus erfahren, Miriam-Verlag Jestetten, 22010


Eduard Kamenicky: Der Christ und die Veränderung

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