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Buße als Aufklärung

Von P. Engelbert Recktenwald

Im neuen Gotteslob wurde das Bußlied “Tu auf, tu auf” getilgt, das Friedrich Spee um 1630 gedichtet hatte. Es findet sich nur noch in den Eigenteilen von Trier und Köln, und in Köln ohne die vierte Strophe.

Daran haben nun Hansjakob Becker und Hermann Kurzke (Autor des Buches Kirchenlied und Kultur) in Christ in der Gegenwart (Ausgabe Nr. 48/2014) eine bemerkenswerte Kritik geübt. Gerade die vierte Strophe mit der Aussicht auf eine mögliche Verdammung tut heutigen Ohren weh: “Das klingt nach Drohbotschaft statt Frohbotschaft”, bemerken die Autoren, um die Sache im Lichte der Bibel gleich richtigzustellen: “Wir Gutmütigen fragen dagegen: Kann es ein ‘ewiglich verloren’ überhaupt geben? Kann ein liebender Gott solch ein Urteil sprechen? Biblisch gesehen schon. Jesus selbst sagt in seiner Gerichtsrede: ‘Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer’ (Mt 25,41). Eine Liedstrophe kann man streichen, eine unpopuläre Passage aus dem Evangelium nicht.”

Auch wenn Gott den Tod des Sünders nicht will, wie es in der ersten Strophe heißt, die den frohen Teil der Botschaft zum Ausdruck bringt, ist dadurch die Mahnung zur Umkehr nicht überflüssig geworden. Denn wir sündigen, wie die Autoren betonen, immer wieder. Die einen zittern und beben deshalb, die anderen verdrängen es: “Das schlechte Gewissen abschütteln gilt als empfehlenswert, weil Sündenzerknirschtheit im Verdacht steht, geduckte Menschen zu erschaffen, aber umgekehrt liegt in der unaufhörlichen Infragestellung unserer Selbstgerechtigkeit auch etwas tief Christliches, eine Türen öffnende Kraft.”

Das Räumen der Festung in der zweiten Strophe sieht zwar, wie die Autoren bemerken, nach einer militärischen Niederlage aus, ist aber ein moralischer Sieg. Denn das neue Ich, das sich der Gnade geöffnet hat, ist “liebevoll kraft dieser Gnade - nicht kraft seiner Autonomie.”

Die Vernunft bedarf der Gründung in der Gnade, der Christ bedarf der immer erneuten Umkehr. Das ist eine Kampfansage an säkulare wie an christliche Selbstgerechtigkeit und Selbstzufriedenheit. “Die wahre Aufklärung ist die immerwährende Buße. In der Kapitulation liegt die Souveränität.”

________

Das Bußlied von Friedrich Spee, veröffentlicht 1649 in seiner Gedichtsammlung Trutz-Nachtigall:

1. Tu auf, tu auf, du schönes Blut / Gott will zu dir sich kehren! / O Sünder greif nun Herz und Mut / Hör auf die Sünd zu mehren; / Wer Buß zu rechter Zeit verricht´, / Der soll in Wahrheit leben. / Gott will den Tod des Sünders nicht / Wann willst du dich ergeben?

2. Vergebens ist all Rat und Tat, / Was will du länger säumen ? / Es sei nun gleich früh oder spat, / Die Festung mußt du räumen. / O armes Kind! O Sünder blind! / Was hilft das Widerstreben? / Dein Stärk verschwindt als wie der Wind, / Laß ab, es ist vergebens!

3. Tu auf, tu auf, glaub mir´s fürwahr, / Gott läßt mit sich nicht scherzen! / Dein arme Seel steht in Gefahr, / und wird dich´s ewig schmerzen. / Kehr wieder, o verlorner Sohn, / reiß ab der Sünden Banden! / Ich schwör dir bei dem Gottesthron / Die Gnad ist noch vorhanden.

4. Geschwind, geschwind, all Uhr und Stund / Der Tod auf uns kommt eilen; / ist ungewiß, wen er verwundt / Mit seinen bleichen Pfeilen. / Wen er nicht findt in Gnadenzeit, wär nützer nie geboren; / Wer unbereit von hinnen scheidt, ist ewiglich verloren.

5. O Ewigkeit, o Ewigkeit! / Wer wird sich können messen? / Sind deiner doch schon allbereit / Die Menschenkind vergessen./ O Gott vom höchsten Himmel gut, / Wann wird es besser werden? / Die Welt nur immer scherzen tut. / Kein Sinn ist mehr auf Erden.


Vergebung statt Wegschauen

Wenn sie [die Kirche] die Sakramente der Buße und der Eucharistie anbieten würde, nur um das Gefühl des Dazugehörens nicht zu stören, ohne auf die Überwindung des objektiven Hindernisses des Sakramentenempfangs aufmerksam zu machen, würde sie den Menschen in einer falschen Heilssicherheit wiegen. Nur Gott allein schaut in die Herzen; und ihm steht das letzte Urteil über jeden einzelnen Menschen zu. Aber die Kirche muss ich an den Weg der sakramentalen Heilsvermittlung halten. Das Bußsakrament ist nicht dazu da, um den Menschen das Sündenbewusstsein auszureden, sondern um in ihm Reue zu erwecken mit dem Vorsatz, sein Leben zu bessern, damit durch die Absolution die Schuld wirklich ausgelöscht wird. Die Absolution ist eine wirkliche Sündenvergebung und nicht nur eine Erklärung, dass Gott über sie hinwegsieht.

Gerhard Kardinal Müller in seinem Buch Der Papst. Sendung und Auftrag, Herder 2017, 608 Seiten, S. 105.


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