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Die Kraft der Vergebung

Eine Frau, Anfang 30, ein Kind im Kindergarten, eines in der ersten Klasse Volksschule, wird von ihrem Mann in einer Weise verlassen, dass sie von heute auf morgen ohne finanzielle Mittel dasteht. In ihrer Not beginnt sie ein inoffizielles Arbeitsverhältnis bei einem Gastronomen. Dieser vertröstet sie am Ende des ersten Monats mit der Bezahlung auf den nächsten Monat. Dies wiederholt sich und der jungen Mutter wird klar: Er hat mich völlig in der Hand, er wird mir kein Geld geben. Das hat die Frau extrem verbittert. Das erste Mal habe ich das Schriftwort verstanden, dass, den Lohn vorzuenthalten, eine himmelschreiende Sünde ist. Sie hatte sich nämlich von Freunden Geld ausgeliehen, um irgendwie über die Runden zu kommen und konnte es nun nicht zurückzahlen. Für sie als sehr zuverlässige Person war das furchtbar!

Diese Frau nahm Jahre später an einem Versöhnungsseminar teil. Sie wurde dort aufgefordert, in einem Rollenspiel diesem Gastronomen gegenüberzutreten und ihm zu vergeben. Ihr Kampf dauerte fast drei Tage. In ihr lehnte sich alles auf. Die damals erlittene Not, die Verbitterung wurden wieder lebendig. Ihr war doch ein zutiefst verletzendes Unrecht geschehen! Warum musste sie nun vergeben, wo der andere ja noch nichts von seiner Schuld beglichen hatte? Und da sollte sie sogar selbst um Verzeihung bitten! Begleitet vom Gebet und Lobpreis konnte sie sich am dritten Tag dann doch hinsetzen und ihrem Gegenüber, der diesen Gastronomen spielte, vergeben: „Ja, ich vergebe dir, ich bitte Gott um Verzeihung, dass ich dich gehasst habe… Jesus, komm jetzt in mein Herz und befrei mich von all dem Bösen, das mich so lange gefangen gehalten hat …“

Zur selben Zeit als sie im Seminar um Vergebung rang, begann dieser Gastronom krampfhaft, diese Frau zu finden. Weil sie zwischenzeitlich umgezogen war, kein leichtes Unterfangen. Schließlich gelang es, deren Mutter ausfindig zu machen. Er ließ ihr keine Ruhe, bis sie ihm mitteilte, wie er sofort ihre Tochter kontaktieren könne. Unverzüglich – also am selben Tag, als die Frau sich zur Vergebung durchgerungen hatte – meldete er sich bei ihr, entschuldigte sich und hat ihr später das ganze Geld mit großzügigen Zinsen ausbezahlt.

Diese Begebenheit erzählt P. Anton Lässer in seinem Artikel Den anderen aus seiner Schuld entlassen, erschienen in Vision 2000, Nr. 2/2013


Vergebung

Wenn Friede in euren Herzen herrschen soll, müßt ihr gewillt sein zu vergeben, vollständig und aufrichtig zu vergeben. Keine Gemeinschaft kann ohne Vergebung überleben. Ohne wiederholte Vergebung kann keine Familie in Harmonie leben, kann keine Freundschaft überdauern. Vergebung ist ein freies und unverdientes Geschenk, das Gott uns schenkt, damit wir es unsererseits anderen schenken können. Vergeben heißt die Tür zu einem neuen Anfang öffnen. Es ermöglicht eine Gemeinschaft in Liebe auf der Grundlage von Wahrheit und Mitgefühl. Vergebung läßt schmerzhafte Erinnerungen der Vergangenheit vergessen und hofft auf eine Zukunft, die auf dem gründet, was recht und gut ist. Sie ermöglicht Versöhnung und Frieden.

Papst Johannes Paul II. am 15. September 1988, in seiner Ansprache beim Treffen mit der Jugend in Maseru, Lesotho.


Die Kunst der Vergebung

Vergeben und sich vergeben lassen sind sehr wichtig für die psychische Gesundheit. Wer nicht vergibt, verbittert. Die Verbitterungsstörung ist die, die leider erst vor 15 Jahren entdeckt worden ist und die rasend um sich greift. Immer mehr Menschen verbittern, immer mehr Menschen hadern mit ihrem Schicksal, mit der scheinbaren Ungerechtigkeit, mit der sie leben müssen. Der Königsweg da heraus ist die Fähigkeit, zu vergeben. All dieses Böse, mit dem man konfrontiert wird, dort zu lassen und im Frieden damit abzuschließen. Leichter ist es, wenn der andere um Vergebung bittet. Die große Kunst ist zu vergeben, wenn nicht um Vergebung gebeten wird.

Aus: Vergebung ist der Königsweg, Interview von Norbert Schäfer mit Raphael M. Bonelli, Pro-Medienmagazin 4/2014, S. 11


Vergeben ist gesund

Viele medizinische Studien deuten darauf hin, dass vergeben gesund ist. Vergebung hat keinerlei negative Folgen, dafür aber sehr viele positive Auswirkungen, z. B. dass der Blutdruck sinkt und Entzündungen schneller heilen. Wenn man nicht vergeben kann, ist es dagegen genau gegensätzlich. Schmerzen halten länger an, Entzündungen und Wunden heilen nicht so gut. Das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten steigt. Vergebung ist also einer der Schlüssel zu einem glücklichen Leben und zu gelingenden Beziehungen. Es gibt aber noch weitere Schlüssel. Dankbarkeit zum Beispiel oder Demut.

Psychotherapeut Klaus Hettmer im Interview Vergeben kann man lernen mit ERF-Redakteur Claas Kaeseler, in: idealisten.net Magazin 1/2016, S. 33


Die größte Fähigkeit des Menschen

Es ist interessant, dass in den Ethikhandbüchern der Neuzeit zwei Begriffe kaum vorkommen, die zwar mit Glück zu tun haben, auf die aber ebensowenig Anspruch geltend gemacht werden kann. Der erste ist Freundschaft. Bei Aristoteles gibt es ein langes Kapitel darüber, in der modernen Ethik hingegen ist das kein prominentes Thema. Das andere ist Verzeihung. Verzeihung ist etwas Schöpferisches. Es bedeutet, etwas, das ganz falsch war, durch Verzeihung zu annullieren. Es ist die größte Fähigkeit des Menschen, verzeihen zu können. Dadurch schöpft man die Wirklichkeit um, aber nicht durch Betrug, nicht durch Täuschung, sondern durch eine reale Veränderung der Situation. Wie bei der Glückseligkeit gibt es auch darauf keinen Anspruch.

Robert Spaemann im Interview Zufriedenheit oder Glück mit Magdalena Hegglin, erschienen in Melchior Nr. 6/2017, S. 65-69.


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