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Unsere Liebe Frau von Walsingham

Von Carolin Holterhoff

Papst Benedikt XVI veröffentlichte am 4. November 2009 die Apostolische Konstitution Coetibus Anglicanorum, die es Anglikanern ermöglicht, in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche zurückzukehren, ohne dass sie ihr besonderes anglikanisches Erbe aufgeben müssen. Dafür wurde am 15. Januar 2011 das Personalordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham für England gegründet.

Der Name nimmt Bezug auf den englischen Wallfahrtsort Walsingham. Er liegt an der Ostküste in der Grafschaft Norfolk und in der katholischen Diözese East Anglia. Im Mittelalter gehörte er zu den vier wichtigsten Wallfahrtsorten neben Rom, Jerusalem und Santiago de Compostela.

Sein Ursprung reicht bis in das Jahr 1061 AD zurück. Der Legende nach erschien dort einer Rycheldis dreimal im Traum die Gottesmutter, die sie mit nach Nazareth nahm und ihr das kleine Haus zeigte, in dem ihr der Erzengel Gabriel erschienen war und die Frohe Botschaft verkündet hatte. Maria gab ihr den Auftrag, in Walsingham dieses Haus nachzubauen, dazu musste sie es genau abmessen. Es sollte an einer von Maria ausgewählten Stelle stehen. Die allerseligste Jungfrau versprach ihr, dass niemand, der zu ihr an diesen Ort komme, mit leeren Händen gehen würde. Rycheldis, die die Gottesmutter gebeten hatte, ihr einen Dienst erweisen zu dürfen, beauftragte daraufhin Handwerker mit der Errichtung des Hauses. Sie taten ihr Bestes, aber sie kamen nicht voran; nichts passte zusammen, nichts wollte gelingen. Als sie Rycheldis von ihren Schwierigkeiten erzählten, verbrachte sie die folgende Nacht im Gebet. Am nächsten Morgen trauten die Menschen ihren Augen nicht. In einiger Entfernung der ursprünglichen Stelle stand das vollständige kleine Haus von Nazareth fertig gebaut.

Da das Haus nur aus Holz bestand, wurde nicht allzu lange später eine Kapelle darum gebaut, um es vor der Witterung zu schützen. Eine Statue der Muttergottes mit dem Jesuskind kam auch bald dazu. Es sind Siegel und Abzeichen mit dem Bild der Statue erhalten, die in London und Oxford im Museum zu sehen sind. Diese zeigen Maria, die auf einem Thron sitzt, an dessen hoher Rückenlehne zu beiden Seiten Schriftrollen zu sehen sind, auf denen die Sakramente stehen. Maria trägt eine davidische Krone und hält in ihrer rechten Hand den Stamm des Jesse mit einem blühenden Zweig. Mit der Linken hält sie das Jesuskind auf ihrem Schoß. Jesus hat in der linken Hand eine Bibel, die die Textstelle der Prophezeiung des Jesse zeigt, während er mit der Rechten auf den Stamm des Jesse weist [1].

Die frühesten Darstellungen der biblischen Textstelle Jes 11,1 gehen auf den Anfang des 11. Jahrhunderts zurück und greifen die Lehre der frühen Väter auf. Jesse als Wurzel des königlichen Stammbaums aus dem Hause Judah und Vater des Königs David mündet in den Zweig Maria, aus dem der davidische Messias hervorgeht und die Erfüllung der Prophezeiung ist. Der Stammbaum wird in Walsingham mit nur einem blühenden Zweig dargestellt, während sich ab dem 12. Jahrhundert im Norden Europas die Darstellung mit mehreren Knospen, die in Christus münden, durchgesetzt hat. Gut zu sehen ist dies in dem Fenster von Chartres, welches die Wurzel Jesse zeigt; dieses kann genau auf das Jahr 1145 AD datiert werden. Wenn Walsingham also 1130 AD gegründet worden wäre, wie im 19. Jahrhundert angenommen worden ist, wäre sehr wahrscheinlich auch dort die spätere Darstellung übernommen worden.

Die besondere Aussage der Statue in Walsingham ist, dass Christus der Nachkomme des Jesse durch seine Mutter aus dem Hause Judah ist. Da bei den Juden die mütterliche Linie entscheidend ist, kommt ihr als Mutter des davidischen Messias eine außergewöhnliche Stellung zu. Deutlich wird dies daran, dass sie auf dem Thron der Weisheit sitzt und damit die Mutter der Kirche Christi ist. Sie hat Jesus, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, durch den Hl. Geist empfangen. Seine Herrschaft bezieht sich nicht nur auf das ewige Himmelreich, sondern auch auf das irdische Reich. Damit unterstehen Ihm alle Menschen, auch und vor allem die gesalbten Monarchen. In der Folgezeit verneinten aber die Herrscher nicht nur in England, sondern in ganz Europa, dass sie Christus schon hier auf Erden unterstanden, und nahmen auch für sich in Anspruch, anstelle der Päpste selbst die Bischöfe einsetzen zu können. Damit wurde aber auch Maria der ihr zustehende erhabene Platz versagt.

Anmerkungen:

[1] Flint, Bill. Edith the Fair. Visionary of Walsingham. Gracewing, Leominster, 2015, S. xxxiii ff. Flint gibt anhand der Darstellungen auf dem Siegel und der Abzeichen, die sehr klein sind, eine detaillierte Beschreibung der Statue. In Verbindung mit einer historischen und theologischen Einbettung ist seine Interpretation eine fast zwingende und logische Schlussfolgerung.

Das Bild zeigt die neue Statue von 1954. Sie wurde 1982 von Papst Johannes Paul II. im Rahmen seines Englandbesuchs gesegnet.

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