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Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

(...)
7. Die Kirche, die ihrem Herrn gehorsam ist, der sie gegründet und ihr das sakramentale Leben eingestiftet hat, feiert den göttlichen Plan der Liebe und der Leben schenkenden Vereinigung von Mann und Frau im Sakrament der Ehe. Einzig und allein in der Ehe kann der Gebrauch der Geschlechtskraft moralisch gut sein. Deshalb handelt eine Person, die sich homosexuell verhält, unmoralisch.

Sich einen Partner gleichen Geschlechts für das sexuelle Tun auswählen, heißt die reiche Symbolik verungültigen, die Bedeutung, um nicht von den Zielen zu sprechen, des Plans des Schöpfers bezüglich der Geschlechtlichkeit des Menschen. Homosexuelles Tun führt ja nicht zu einer komplementären Vereinigung, die in der Lage wäre, das Leben weiterzugehen und widerspricht darum dem Ruf nach einem Leben solcher Selbsthingabe, von der das Evangelium sagt, daß darin das Wesen christlicher Liebe bestehe. Dies will nicht heißen, homosexuelle Personen seien nicht oft großzügig und würden sich nicht selbstlos verhalten; wenn sie sich jedoch auf homosexuelles Tun einlassen, bestärken sie in sich selbst eine ungeordnete sexuelle Neigung, die von Selbstgefälligkeit geprägt ist. Wie es bei jeder moralischen Unordnung der Fall ist, so verhindert homosexuelles Tun die eigene Erfüllung und das eigene Glück, weil es der schöpferischen Weisheit Gottes entgegensteht. Wenn die Kirche irrige Meinungen bezüglich der Homosexualität zurückweist, verteidigt sie eher die - realistisch und authentisch verstandene - Freiheit und Würde des Menschen, als daá sie diese einengen würde.

8. Die Unterweisung der Kirche heute steht demgemäß in organischem Zusammenhang mit der Sichtweise der Heiligen Schrift und der beständigen Überlieferung. Obwohl die Welt von heute sich in vielerlei Hinsicht wirklich verändert hat, spürt die Christenheit die tiefen und dauerhaften Bande, die uns mit den Generationen verbinden, die uns vorangegangen sind, "bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens".

Nichtsdestoweniger übt heute eine wachsende Zahl von Menschen, auch innerhalb der Kirche, einen enormen Druck aus, damit sie die homosexuelle Veranlagung akzeptiere, als ob sie nicht ungeordnet wäre, und damit sie die homosexuellen Akte legitimiere. Diejenigen, die innerhalb der Kirche das Problem in dieser Richtung vorantreiben, unterhalten oft enge Beziehungen zu denen, die außerhalb der Kirche ähnlich handeln. Die zuletzt genannten Gruppen sind von einer Auffassung geleitet, die jener Wahrheit über die menschliche Person zuwiderläuft, die uns im Geheimnis Christi vollends offenbart worden ist. Selbst wenn es ihnen nicht voll bewuát ist, bekunden sie eine materialistische Ideologie, welche die transzendente Natur der menschlichen Existenz leugnet, wie auch die übernatürliche Berufung jedes einzelnen.

Die kirchlichen Amtsträger müssen sicherstellen, daß homosexuelle Personen, die ihrer Sorge anvertraut sind, durch diese Meinungen nicht irregeleitet werden, welche der Lehre der Kirche zutiefst widersprechen. Die Gefahr ist jedoch groß, und es gibt viele, die bezüglich der kirchlichen Position Verwirrung zu stiften trachten, um dann die entstandene Verwirrung zu ihren eigenen Zwecken auszunutzen.

9. Auch innerhalb der Kirche hat sich eine Tendenz entwickelt, die, von Pressionsgruppen mit unterschiedlichen Namen und verschiedenem Umfang gebildet, den Eindruck zu erwecken sucht, als ob sie sämtliche homosexuelle Personen, die katholisch sind, vertreten würde. Tatsächlich sind jedoch ihre Anhänger zumeist auf jene Personen begrenzt, die entweder die Lehre der Kirche nicht kennen oder sie irgendwie zu untergraben suchen. Man versucht, auch solche homosexuelle Personen unter dem Schild der Katholischen zu sammeln, die keinerlei Absicht haben, ihr homosexuelles Verhalten aufzugeben. Eine der dabei verwendeten Taktiken besteht darin, im Ton des Protestes zu erklären, daß jede Art von Kritik oder Vorbehalt gegenüber homosexuellen Personen, ihrem Verhalten und ihrem Lebensstil lediglich Formen ungerechter Diskriminierung seien.

Daher ist in einigen Ländern ein regelrechter Versuch einer Manipulation der Kirche in der Art im Gang, daß man die häufig gutgläubig gegebene Unterstützung ihrer Hirten für die Änderung staatlicher Regelungen und Gesetze zu gewinnen versucht. Die Absicht solcher Aktionen ist es, die Gesetzgebung der Konzeption jener Pressionsgruppen anzugleichen, nach deren Auffassung Homosexualität zumindest eine völlig harmlose, wenn nicht sogar eine ganz und gar gute Sache ist. Obgleich die Praxis der Homosexualität Leben und Wohlfahrt einer großen Zahl von Menschen ernsthaft bedroht, lassen die Verteidiger dieser Tendenz von ihrem Tun nicht ab und weigern sich, das Ausmaß des eingeschlossenen Risikos in Betracht zu ziehen.

Die Kirche kann demgegenüber nicht ohne Sorge sein; deshalb hält sie an ihrer klaren Position diesbezüglich fest, die weder durch den Druck staatlicher Gesetzgebung noch durch den gegenwärtigen Trend geändert werden kann. Sie bemüht sich aufrichtig um die vielen Menschen, die sich von den Bewegungen zugunsten der Homosexualität nicht vertreten fühlen, und zugleich um diejenigen, die versucht sein könnten, an deren trügerische Propaganda zu glauben. Sie ist sich bewußt, daß die Ansicht, homosexuelles Tun sei dem geschlechtlichen Ausdruck ehelicher Liebe gleichwertig oder zumindest in gleicher Weise annehmbar, sich direkt auf die Auffassung auswirkt, welche die Gesellschaft von Natur und Rechten der Familie hat, und diese ernsthaft in Gefahr bringt. (...)

Aus dem "Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen" vom 1. Oktober 1986.

Das vollständige Schreiben


Seelsorge und Homosexualität

“8. Im Gegensatz zur beständigen Lehre des kirchlichen Lehramtes und des sittlichen Empfindens des christlichen Volkes haben heute einige unter Berufung auf Beobachtungen psychologischer Natur damit begonnen, homosexuelle Beziehungen mit Nachsicht zu beurteilen, ja sie sogar völlig zu entschuldigen.

Sie unterscheiden - was übrigens nicht ohne Begründung zu geschehen scheint - zwischen Homosexuellen, deren Neigung sich von einer falschen Erziehung, von mangelnder sexueller Reife, von angenommenen Gewohnheiten, von schlechten Beispielen oder anderen ähnlichen Ursachen herleitet und eine Übergangserscheinung darstellt oder wenigstens nicht unheilbar ist, und Homosexuellen, die durch eine Art angeborenen Trieb oder durch eine pathologische Veranlagung, die als unheilbar betrachtet wird, für immer solche sind.

Was nun die letzteren Personen betrifft, kommen einige zu dem Schluss, dass ihre Neigung derart natürlich ist, dass sie für sie als Rechtfertigungsgrund für ihre homosexuellen Beziehungen in einer eheähnlichen aufrichtigen Lebens- und Liebesgemeinschaft angesehen werden muss, falls sie sich nicht imstande fühlen, ein Leben in Einsamkeit zu ertragen.

Sicher muss man sich bei der seelsorglichen Betreuung dieser homosexuellen Menschen mit Verständnis annehmen und sie in der Hoffnung bestärken, ihre persönlichen Schwierigkeiten und ihre soziale Absonderung zu überwinden. Ihre Schuldhaftigkeit wird mit Klugheit beurteilt werden. Es kann aber keine pastorale Methode angewandt werden, die diese Personen moralisch deswegen rechtfertigen würde, weil ihre Handlungen als mit ihrer persönlichen Verfassung übereinstimmend erachtet würden. Nach der objektiven sittlichen Ordnung sind homosexuelle Beziehungen Handlungen, die ihrer wesentlichen und unerlässlichen Zuordnung beraubt sind. Sie werden als die traurige Folge einer Verleugnung Gottes dargestellt [1]. Dieses Urteil der Heiligen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an dieser Anomalie leiden, persönlich dafür verantwortlich sind, bezeugt aber, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind und keinesfalls in irgendeiner Weise gutgeheißen werden können.”

[1] Röm 1, 24-27: “Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten: sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen. Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den gebührenden Lohn für ihre Verirrung”. Vgl. auch, was der hl. Paulus über die Knabenschänder in 1 Kor 6,10 und 1 Tim 1,10 sagt.

Aus: Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Persona Humana zu einigen Fragen der Sexualethik, vom 29. Dezember 1975; abgedruckt in: Johannes Stöhr (Hg.), Ehe und Familie im Lichte christlicher Spiritualität. Handbuch kirchlicher Texte, Band 1, Bamberg 2000 (Schriftenreihe der Gustav-Siewerth-Akademie), S. 340 f.


Schwerwiegend unsittliche Handlung

“Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren. Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung."

Aus der Verlautbarung Ewägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaft zwischen homosexuellen Personen der Glaubenskongregation vom 3. Juni 2003.


Wie dachte Immanuel Kant über Homosexualität?

Die katholische Kirche steht heute mit ihrer Lehre über die Sexualität weitgehend allein. Ihre Lehre erscheint als etwas Exotisches. Dabei war dieselbe einmal Allgemeingut, nicht nur der Christenheit, sondern selbst noch solch exponierter Vertreter der Aufklärung wie Immanuel Kant. Leute wie Alan Posener bedienen gerne das Klischee von der Überwindung dieser Lehre durch die Aufklärung. Deshalb lohnt es sich, dem einmal auf den Grund zu gehen.

Die katholische Lehre sieht die Sexualität ihrer Natur nach innerlich hingeordnet auf die Zeugung neuen Lebens (die zudem nur innerhalb des geschützten Rahmens der Ehe erlaubt ist). Jede künstliche Abkoppelung von diesem natürlichen Ziel, sei es in Form der Selbstbefriedigung, der Homosexualität oder der künstlichen Empfängnisverhütung, bedeutet einen Missbrauch der Sexualität, indem diese ihres natürlichen Zieles beraubt wird, und ist in diesem Sinne contra naturam.

Ein Blick in Kants Metaphysik der Sitten kann uns davon überzeugen, dass dieser Philosoph, der in seinem Denken von jeder religiösen Vorgabe absah und sich nur auf die Vernunft stützte, genau so dachte.

Für Kant ist die Unkeuschheit jenes Laster, welches durch den Trieb der Fleischeslust oder Wollust erzeugt wird. Der Zweck der Sexualität ist für ihn die Erhaltung der Spezies und deshalb noch wichtiger als er Zweck der Liebe zum Leben. Denn deren Zweck ist die Erhaltung des Individuums, die in ihrer Wichtigkeit hinter der Erhaltung der Spezies zurücktritt. Wird die Wollust von diesem Zweck abgekoppelt, dann wird sie für Kant zweckwidrig und damit unnatürlich. Den entsprechenden Gebrauch der Geschlechtseigenschaften nennt er naturwidrig und deshalb einen Missbrauch derselben. Dieser Missbrauch der Geschlechtskraft stellt die Verletzung einer Pflicht gegen sich selbst dar. Diese Verletzung widerstreitet “im höchsten Grad” der Sittlichkeit, so sehr, “dass selbst die Nennung eines solchen Lasters bei seinem eigenen Namen für unsittlich gehalten wird.” Der Mensch behandelt in einem solchen Falle seine Person so, dass er “sich selbst unter das Vieh” herabwürdigt. Es handelt sich um “eine Schändung (nicht bloß Abwürdigung) der Menschheit in seiner eigenen Person”. Der Grund liegt darin, dass er Mensch “sich bloß zum Mittel der Befriedigung tierischer Triebe braucht.” Der Selbstmord, “die trotzige Wegwerfung seiner selbst”, erfordert immerhin noch Mut und enthält “immer noch Achtung für die Menschheit in seiner eigenen Person”. Die Unkeuschheit dagegen, die “weichliche Hingebung an tierische Reize”, macht den Menschen “zur genießbaren, aber hierin doch zugleich naturwidrigen Sache, d. i. zum ekelhaften Gegenstande” und beraubt ihn somit “aller Achtung für sich selbst.”

Das sind harte Worte, härter als die Formulierungen, die das kirchliche Lehramt benutzt, um einerseits die Lehre der Sache nach klar darzulegen, andererseits um deutlich zu machen, dass es nicht darum geht, Sünder gegen das sechste Gebot verächtlich zu machen, sondern sie vielmehr in Liebe und Achtung vor ihrer Würde als Mensch auf den rechten Weg zurückzuführen. Es stellt sich aber die Frage, ob die Drastigkeit der Worte Kants nicht doch der Drastigkeit vieler Darstellungen im Bereich der Pornographie und der Schamlosigkeit mancher Zurschaustellungen auf den Christopher Street Days korrespondiert.

Im folgenden geben wir den Kantschen Text in seiner Vollständigkeit wieder. Es handelt sich um den zweiten Artikel Von der wollüstigen Selbstschändung des ersten Hauptstücks Die Pflicht des Menschen gegen sich selbst als einem animalischen Wesen des ersten Buches Von den vollkommenen Pflichten gegen sich selbst des ersten Teils der Tugendlehre: Ethische Elementarlehre. Die Tugendlehre, genauer: die Metaphysischen Anfangsgründe der Tugendlehre stellen ihrerseits den Zweiten Teil der Metaphysik der Sitten dar, deren erster Teil die Metaphysischen Anfangsgründe der Rechtslehre sind.

Von der wohllüstigen Selbstschändung

Von Immanuel Kant

So wie die Liebe zum Leben von der Natur zur Erhaltung der Person, so ist die Liebe zum Geschlecht von ihr zur Erhaltung der Art bestimmt; d.i. eine jede von beiden ist Naturzweck, unter welchem man diejenige Verknüpfung der Ursache mit einer Wirkung versteht, in welcher jene, auch ohne ihr dazu einen Verstand beizulegen, diese doch nach der Analogie mit einem solchen, also gleichsam absichtlich Menschen hervorbringend gedacht wird. Es fragt sich nun, ob der Gebrauch des letzteren Vermögens, in Ansehung der Person selbst, die es ausübt, unter einem einschränkenden Pflichtgesetz stehe, oder ob diese, auch ohne jenen Zweck zu beabsichtigen, den Gebrauch ihrer Geschlechtseigenschaften der bloßen tierischen Lust zu widmen befugt sei, ohne damit einer Pflicht gegen sich selbst zuwider zu handeln. – In der Rechtslehre wird bewiesen, daß der Mensch sich einer anderen Person dieser Lust zu – Gefallen, ohne besondere Einschränkung durch einen rechtlichen Vertrag, nicht bedienen könne; wo dann zwei Personen wechselseitig einander verpflichten. Hier aber ist die Frage: ob in Ansehung dieses Genusses eine Pflicht des Menschen gegen sich selbst obwalte, deren Übertretung eine Schändung (nicht bloß Abwürdigung) der Menschheit in seiner eigenen Person sei. Der Trieb zu jenem wird Fleischeslust (auch Wohllust schlechthin) genannt. Das Laster, welches dadurch erzeugt wird, heißt Unkeuschheit, die Tugend aber, in Ansehung dieser sinnlichen Antriebe, wird Keuschheit genannt, die nun hier als Pflicht des Menschen gegen sich selbst vorgestellt werden soll. Unnatürlich heißt eine Wohllust, wenn der Mensch dazu, nicht durch den wirklichen Gegenstand) sondern durch die Einbildung von demselben, also zweckwidrig, ihn sich selbst schaffend, gereizt wird. Denn sie bewirkt alsdann eine Begierde wider den Zweck der Natur, und zwar einen noch wichtigem, als selbst der der Liebe zum Leben ist, weil dieser nur auf Erhaltung des Individuum, jener aber auf die der ganzen Spezies abzielt.

Daß ein solcher naturwidrige Gebrauch (also Mißbrauch) seiner Geschlechtseigenschaft eine und zwar der Sittlichkeit im höchsten Grad widerstreitende Verletzung der Pflicht wider sich selbst sei, fällt jedem, zugleich mit dem Gedanken von demselben, so fort auf, erregt eine Abkehrung von diesem Gedanken, in der Maße, daß selbst die Nennung eines solchen Lasters bei seinem eigenen Namen für unsittlich gehalten wird; welches, bei dem des Selbstmords, nicht geschieht, den man, mit allen seinen Greueln (in einer species facti) der Welt vor Augen zu legen im mindesten kein Bedenken trägt; gleich als ob der Mensch überhaupt sich beschämt fühle, einer solchen ihn selbst unter das Vieh herabwürdigenden Behandlung seiner eigenen Person fähig zu sein: so daß selbst die erlaubte (an sich freilich bloß tierische) körperliche Gemeinschaft beider Geschlechter in der Ehe im gesitteten Umgange viel Feinheit veranlaßt und erfodert, um einen Schleier darüber zu werfen, wenn davon gesprochen werden soll.

Der Vernunftbeweis aber der Unzulässigkeit jenes unnatürlichen, und selbst auch des bloß unzweckmäßigen Gebrauchs seiner Geschlechtseigenschaften, als Verletzung (und zwar, was den ersteren betrifft, im höchsten Grade) der Pflicht gegen sich selbst, ist nicht so leicht geführt. – Der Beweisgrund liegt freilich darin, daß der Mensch seine Persönlichkeit dadurch (wegwerfend) aufgibt, indem er sich bloß zum Mittel der Befriedigung tierischer Triebe braucht. Aber der hohe Grad der Verletzung der Menschheit in seiner eigenen Person durch ein solches Laster in seiner Unnatürlichkeit, da es, der Form (der Gesinnung) nach, selbst das des Selbstmordes noch zu übergehen scheint, ist dabei nicht erklärt. Es sei denn, daß, da die trotzige Wegwerfung seiner selbst im letzteren, als einer Lebenslast, wenigstens nicht eine weichliche Hingebung an tierische Reize ist, sondern Mut erfordert, wo immer noch Achtung für die Menschheit in seiner eigenen Person Platz findet, jene, welche sich gänzlich der tierischen Neigung überläßt, den Menschen zur genießbaren, aber hierin doch zugleich naturwidrigen Sache, d.i. zum ekelhaften Gegenstande macht, und so aller Achtung für sich selbst beraubt.


Homosexualität: Veränderung ist möglich

In den kritischen Sexualwissenschaften geht man davon aus, dass in den Sexualitäten oft nichtsexuelle Sehnsüchte eine wesentliche Rolle spielen. Wenn aber unsere sexuellen Empfindungen so eng mit unseren unbewussten Sehnsüchten und nichtsexuellen Bedürfnissen verbunden sind, dann kann gerade hier auch ein Schlüssel für gezielte Veränderung liegen. So haben Studien nachgewiesen, dass der homosexuellen Sehnsucht beim Mann oft das tiefe, nicht-sexuelle Bedürfnis nach Annahme und Bestätigung der eigenen Männlichkeit zugrunde liegt. Wird aber dieses Bedürfnis auf nicht-sexuelle Weise befriedigt, kann sich das homosexuelle Verlangen dadurch deutlich verringern. Homosexualität ist also veränderbar. Es gab in den letzten vierzig Jahren immer wieder Forschungsergebnisse, die die Möglichkeit der Veränderung einer homosexuellen Orientierung bestätigt haben.
Die jüngste Untersuchung dazu legte Professor Robert L. Spitzer von der Columbia Universität vor. Er sagt von sich selbst: „Wie die meisten Psychiater dachte ich, dass man dem homosexuellen Verhalten widerstehen kann – aber dass niemand wirklich seine sexuelle Orientierung verändern könne. Ich glaube jetzt, dass das nicht wahr ist – einige Leute können sich verändern und tun dies auch.“ Viele Psychotherapeuten weltweit, die Homosexuelle behandeln, können von einer großen Zahl Patienten berichten, die grundlegende Veränderung erfahren haben.

Uwe Buß, ehemals homosexuell, im Interview mit Guido Horst von der Tagespost.


Wider besseres Wissen

Der Kampf um die Frage, ob homosexuelle Neigung veränderbar ist oder nicht, ist nur ein Teilstück des Kampfes um die Freiheit, und dieser Streit ist absurd! Denn die lässt sich nicht durch Diskussionen beantworten, auch nicht durch Parlaments-Debatten, nicht durch Meinungsumfragen, nicht durch Bischofskonferenzen. Es ist wie bei der Frage, ob es Elefanten gibt oder nicht: Diskussionen und philosophische Erörterungen sind zwecklos, die einzige Möglichkeit sie zu klären, ist es, jemanden nach Afrika zu schicken und nachschauen zu lassen! Besonders grotesk, aber auch besonders gefährlich wird es dann, wenn eine Seite jeden, der von der Existenz der Elefanten überzeugt ist, als unmoralisch beschimpft! Was nun die Frage der Veränderbarkeit von homosexuellen Neigungen betrifft, ist genau dies der Punkt: Es ist eine empirische Frage, sie ist durch Erfahrung und Zeugen längst beantwortet! Alle, die sie bestreiten, tun dies wider besseres Wissen. Wenn sie es trotzdem tun, wenn sie dabei die Interessen der Betroffenen ihrer Ideologie opfern und vor allem, wenn sie nach Diskussionsverboten rufen und Methoden von Talibans anwenden, um Denken und Reden zu verhindern, ist höchste Gefahr in Verzug, weil solche Ideologien gefährlich sind...

Weihbischof Andreas Laun in seinem Kommentar zur Petition Für Freiheit und Selbstbestimmung, die sich gegen Versuche von Lesben- und Schwulenverbänden richtet, den VI. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg zu verhindern. Der Kommentar erschien in Kirche heute, Mai 2009, S. 13.


Emotionale Störung

Anna Freud fand ein wichtiges Motiv für homosexuelle Neigungen beim Mann: Der homosexuelle Akt soll die in der Entwicklung des Jungen nicht gelungene Identifizierung mit der Männlichkeit „herstellen“. Sie entwickelte den Begriff der Homosexualität als „reparativer“ (herstellender) Antrieb, ein Konzept, auf dem heute die Reparativtherapie beruht.
Irving Bieber fand heraus, dass die nicht gelungene Beziehung zwischen Vater und Sohn in der Kleinkindphase ein typisches Merkmal in der Geschichte homosexuell orientierter Männer bildet. Diese Forschungen wurden nie widerlegt.
Siebzig Jahre lang blieb es Lehrmeinung von Therapeuten und Psychiatern, dass Homosexualität psychologisch gesehen einen ungelösten Geschlechts-Identitätskonflikt darstellt. Bis 1973 war deshalb Homosexualität als emotionale Störung in der einflussreichen Diagnoseliste der Amerikanischen Psychiater-Vereinigung (APA) zu finden. Als sich das änderte, waren nicht neue Forschungsergebnisse der Grund, sondern ein verändertes gesellschaftliches Klima.

Aus der Studie Homosexualität verstehen von Christl Ruth Vonholdt. Die Studie klärt über Wesen der Homosexualität und über Hintergründe und Methoden der Homosexuellenbewegung auf.


Die Homosexualitätsideologie als Bremserin der Wissenschaft

Auf die auf breiter empirischer Basis durchgeführte Untersuchung des Anthropologen Joseph D. Unwin (1895 - 1936) über den Zusammenhang zwischen sexueller Regulierung und kulturellem Standard haben wir schon in einem Zitat aus dem Buch Ausbruch zur Liebe aufmerksam gemacht. Nun hat Prof. Dr. Josef Spindelböck in einem Vortrag Von der notwendigen Wiederentdeckung der Keuschheit: Ein Ausweg aus sozialer und kultureller Dekadenz, den er im August 2009 auf dem Forum Moraltheologie Mitteleuropa gehalten hat, von neuem daran erinnert (abgedruckt in Theologisches Sept./Okt. 2009). Er teilt mit, dass “die Grundthese Unwins, wonach es einen eindeutig feststellbaren empirischen Zusammenhang zwischen vorehelicher sexueller Enthaltsamkeit und strikter Monogamie auf der einen und dem höheren kulturellen Status einer Gesellschaft auf der anderen Seite gibt”, bis heute nicht widerlegt sei. Über die Rezeption der Erkenntnisse schreibt er: “Die von Unwin in seiner Hauptthese aufgezeigten Zusammenhänge sind zwar in einschlägigen Kreisen bekannt und anerkannt; im öffentlichen gesellschaftlichen Diskurs hindert es gegenwärtig eine so genannte ‘political correctness’ im Rahmen der Gender- und Homosexualitäts-Ideologie, dass die Ergebnisse Unwins zum Gegenstand weiterer Analysen und Schlussfolgerungen gemacht werden.”


Absurd

Während es in der christlichen Welt kriselt und immer mehr Katholiken die Autorität des Papstes in Frage stellen, glauben ausgerechnet die Lesben, Schwulen und Transgender an die Allmacht des Heiligen Vaters. Da er sie nicht von ihrer sexuellen Orientierung erlösen kann, soll er ihnen wenigstens seinen Segen geben. Das ist so absurd, als würden sich Bier-Trinker bei den Guttemplern die Absolution holen, bevor sie zum Oktoberfest aufbrechen.

Henryk M. Broder in seinem Kommentar Der Papst lässt keine Schwulen steinigen zum geplanten Protest des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg (LSVD) gegen den Berlinbesuch Papst Benedikts XVI., veröffentlicht in der Welt vom 25. Juni 2011


Diskriminierung

Im Dezember 2012 entschied der Kirchenvorstand der evangelischen Petersgemeinde in Leipzig, einer Gruppe von Theologiestudenten namens Theo-Kreis die Semestergottesdienste in ihrer Kirche zu verbieten. Der Grund des Verbots: Der Theo-Kreis hält praktizierte Homosexualität für sündhaft und kritisiert die Öffnung evangelischer Pfarrhäuser für gleichgeschlechtliche Partnerschaften (laut IdeaSpektrum vom 6. Februar 2013).


Die Grünen und die Selbstbestimmung Homosexueller

Letztlich sind die Grünen gegen jedes therapeutische Angebot, das eine Abwendung von Homosexualität zur Folge hat, und das seit vielen Jahren. Sie sind dagegen, dass Homosexuelle, die nicht homosexuell sein wollen, professionelle Hilfe finden. Jedes entsprechende Angebot wollen sie kappen. Und das bedeutet, dass die Grünen gegen die Selbstbestimmung Homosexueller sind, die nicht homosexuell sein wollen, die also nicht ihren Interessen dienen.

Aus: Andreas Lombard, Volker Beck dreht durch, in der Internetzeitschrift Die Freie Welt am 11. April 2013


Unterschiedliches Strafmaß

Wenn in Frankreich ein Bürgermeister aus Gewissensgründen sich weigert, ein homosexuelles Paar zu trauen, droht ihm eine Strafe von bis zu 75.000 Euro und fünf Jahre Gefängnis. Wenn dagegen ein Gewalttäter jemanden so brutal zusammenschlägt, dass das Opfer für lange Zeit arbeitsunfähig wird, dann droht ihm bloß eine Strafe von 45.000 Euro und drei Jahre Haft (Quelle: Le Figaro und Vision2000 6/2013.)


Sittenwärter

Viele Wortmeldungen vermitteln den Eindruck, dass nur dumme oder verstockte Menschen die Gleichwertigkeit von Hetero- und Homosexualität in Frage stellen können. Gingen die Sittenwärter früher mit gnadenloser Härte gegen die Homosexuellen vor, haben sie sich heute deren Kritiker vorgenommen.

Aus: Gerhard Beestermöller, Forschungsdirektor des Instituts für Theologie und Frieden in Hamburg: “Geben Sie Gedankenfreiheit!”, in: Der Tagesspiegel vom 20. Januar 2014.


Servais Pinckaers Erneuerung der christlichen Morallehre

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