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* * *

30. April
Hans Meyer

Vor 50 Jahren, am 30. April 1966, starb in Frontenhausen im Alter von 81 Jahren der Philosoph Hans Meyer. Der Schüler Georg von Hertlings lehrte von 1922 bis 1955 in Würzburg, war ein Fachmann für mittelalterliche Philosophie und veröffentlichte die sechsbändige Geschichte der abendländischen Weltanschauung. Zu seinen Schülern gehörten Alois Dempf und der im Januar verstorbene Walter Hoeres.


30. April
Luigi Biraghi

Vor zehn Jahren, am 30. April 2006, wurde der Priester Luigi Biraghi (1801-1879) seliggesprochen. Er wurde 1833 Regens des Mailänder Priesterseminars und gründete 1838 zusammen mit Mariana Videmari das Institut der Schwestern der hl. Marcellina. Seine Mahnung an die Jugend: “Sich gleich in den Jünglingsjahren hingeben; die Jugend gefällt Gott. In ihr ist das Herz liebevoll, der Wille unschuldig und die Gefühle gesund und rein. Jesus Christus liebte Kinder.... Also auf, gebt Euch gleich und sagt nicht: später, später.”


29. April
Joseph Dixon

Vor 150 Jahren, am 29. April 1866, starb in Coalisland, Irland, im Alter von 60 Jahren der Exeget Joseph Dixon. 1852 wurde er Erzbischof von Armagh und Primas von Irland.


29. April
Harry Wu

Vor drei Tagen ist in Honduras im Alter von 79 Jahren der katholische, chinesische Menschenrechtsaktivist Harry Lu gestorben. Sein Leben in China, das von 19 Jahren schlimmer Lagerhaft geprägt war, schilderte er in seinem bewegenden Buch Donner der Nacht.


28. April
Barmherzigkeit: Wer ist ihr authentischer Interpret?

Wie zuvor schon Karl Rahner in den 1950-iger Jahren in einem Aufsatz, der alle wesentlichen, noch heute gültigen Argumente enthält, hat Johannes Paul II. die Situationsethik abgelehnt und in seiner Enzyklika Veritatis Splendor verurteilt. Auch mit diesem Lehrschreiben bricht Amoris Laetitia. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es Johannes Paul II. war, der sein Pontifikat unter das Thema der göttlichen Barmherzigkeit gestellt hat, ihr seine zweite Enzyklika widmete, in Krakau das Tagebuch der Schwester Faustyna entdeckte und sie später heiligsprach. Er ist ihr authentischer Interpret.

Robert Spaemann im Interview mit Anian Christoph Wimmer von der CNA: “Ein Bruch mit der Lehrtradition" – Robert Spaemann über Amoris Laetitia


28. April
Irma Grivot

Vor 150 Jahren, am 28. April 1866, wurde in Baune, Dijon, die hl. Irma Grivot geboren. Sie trat in das Institut der Franziskaner Missionarinnen von Maria ein und erhielt den Namen Maria Hermeline von Jesus. 1899 kam sie nach China, wo sie am 9. Juli 1900 während des Boxeraufstands mit sechs Mitschwestern das Martyrium erlitt. 1946 seliggesprochen, wurde sie am 1. Oktober 2000 mit 119 weiteren Märtyrern heiliggesprochen.


28. April
Ludwig Maria Grignion von Montfort

Vor 300 Jahren, am 28. April 1716, starb in Saint-Laurent-sur-Sèvre bei Cholet im Alter von 43 Jahren der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort. Bekannt wurde er durch eine spezielle Weihe an Maria, die er in seiner Abhandlung über die vollkommene Andacht zu Maria darlegte. 1888 wurde er selig-, 1947 heiliggesprochen.


27. April
Jahresranking 2015

Die Aufsteiger des Jahres: Die Top 30

Welche von den 571 Seiten, die keine Neueinsteiger sind, haben 2015 die größten Sprünge nach oben gemacht? Ich gebe die Top 30 in zwei Schritten bekannt: Hier kommen die Top 15. In der rechten Spalte sind die Plätze angegeben, um welche die jeweilige Seite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.

Platz Die Aufsteiger des Jahres 2015
Die Top 30
Erster Teil: Die Top 15
gestie-
gene Plätze
1

Beiträge zum Verhältnis von Islam, Djihad und Gewalt

405
2

Spaemann: Wiederverheiratete Geschiedene

373
3

Frühzeitige Warnung aus Rom vor der Genderideologie

239
4

W. Eberschweiler: Das apostolische Herz

201
5

Recktenwald: Missbrauch in der Kirche. Diagnose und Therapie nach Kardinal Lehmann

200
6

Recktenwald: Faszinierende Metamorphose. Eine Filmrezension

187
7

Recktenwald: Verächter der Wissenschaft

179
8

Die wahren Verhältnisse

165
9

Recktenwald: Tödliche Normenverschiebung

164
10

Urs Keusch: Eine Jungfrau namens Barmherzigkeit

157
10

Korbinian Kleber: Rettet die Menschlichkeit. Alfred Delp und der “Theonome Humanismus”

157
12

Recktenwald: Toleranz

150
13

Max Scheler: Reue und Wiedergeburt

149
14

Isa Vermehren

136
15

Rudolf Voderholzer: Der Geist des Konzils

135

Jahresranking 2015 und die Top 15 der Newcomer 2014


26. April
Patrona Bavariae

Vor 100 Jahren, am 26. April 1916, erhob Papst Benedikt XV. durch Dekret der Ritenkongregation auf Bitten des letzten Bayernkönigs Ludwig III. (1913-1918) und dessen Gemahlin Marie Therese die allerseligste Jungfrau Maria zur Patrona Bavariae, zur Schutzfrau des Königreiches Bayern. Es handelte sich dabei um eine Bestätigung: 300 Jahre zuvor hatte Herzog Maximilian I. Maria zur Patrona Bavariae erklärt. Am 14. Mai 1916 wurde zum ersten Mal das kirchliche Fest Maria, Patrona Bavariae gefeiert. 1970 verlegte es die Freisinger Bischofskonferenz auf den 1. Mai.


25. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht meine Beobachtung über die Weltfremdheit der katholischen Genderverharmlosungsstrategen und der Artikel von Dr. Petra Kehl über König Konrad I. Meinen Hinweis auf das interessante Buch von Mathias Schickel und Daniel Zöllner Evolution - Geist - Gott. Beiträge zu einer christlichen Philosophie, das u.a. meinen Artikel über Thomas Nagel aufgreift, habe ich auf diese Seite platziert.


25. April
Naturalistische Denkfehler

Die Neurowissenschaften sind eine fundierte Wissenschaft, die Dinge über das menschliche Gehirn herausgefunden hat, die man sich vor hundert Jahren ganz anders vorgestellt hätte. Nun ist es leider so, dass ein ganzer Typus dieser Wissenschaftler, bekannte Vertreter sind Wolf Singer und Gerhard Roth, sich teils unbewusst auf philosophische Gebiete wagen und dort so schlecht sind, wie wenn ich in der Chemie forschen und Wasser mit Kohlenstoff verwechseln würde. Was man dort philosophisch geboten bekommt, wäre nicht vertretbar, wenn man einige Semester Philosophie studiert und verstanden hätte. Ich richte mich gegen den Denkfehler, dass man Einsichten über die Struktur des Gehirns für Einsichten über die Struktur des Denkens hält.

Der Philosoph Markus Gabriel im Artikel Wir brauchen mehr Philosophie im Bonner General-Anzeiger vom 10. Januar 2016

Weitere Meldungen zum Naturalismus in den Neurowissenschaften


24. April
Anastasius Hartmann

Vor 150 Jahren, am 24. April 1866, starb im indischen Patna im Alter von 63 Jahren der aus dem Kanton Luzern stammende Missionsbischof Anastasius Hartmann OCap. 1843 kam er nach Indien und wirkte so segensreich und erfolgreich, dass er der “Canisius von Hindustan” genannt wurde. 1998 wurde vom Heiligen Stuhl sein heroischer Tugendgrad anerkannt.


24. April
Horst Bürkle

Vor einem Jahr, am 24. April 2015, starb im Alter von 89 Jahren der Missionswissenschaftler Horst Bürkle. 1987 konvertierte er von der evangelischen zur katholischen Kirche. “Damit protestierte er gegen ‘geistliche Dürre und Verfremdungserscheinungen’ im deutschen Protestantismus. Bei den Katholiken habe er ein klareres Heilsverständnis vorgefunden, sagte er später” (IdeaSpektrum vom 6. Mai 2015, S. 24). Benedikt XVI. würdigte ihn in einem Grußwort zu seinem Begräbnis als einen großen Theologen, dem er sich sehr nahe gefühlt habe.


23. April
Versuch einer Theodizee

Von Theodor Haecker

Vierte Folge

Der eigentliche Zweck der Erschaffung der Welt ist nun nicht mehr das berauschende Kunstwerk - objektiv betrachtet -, die selige, fast kindliche Freude des spielenden Schöpfergottes, der ohne Verantwortung ist in betreff der mit der Schöpfung, wie es scheint, notwendig verbundenen, unermeßlichen Leiden der Geschöpfe, ohne Verantwortung nicht nur gegenüber den Geschöpfen, sondern auch gegenüber sich selber, und zwar um der letzten Schönheit und Harmonie des Ganzen willen. Der eigentliche Zweck der Erschaffung der Welt ist nach der impliziten Theodizee Kants die Bildung der freien sittlichen Person, welche, das ist freilich die irrende Übertreibung, aber die Übertreibung einer Wahrheit, Gott fast absolut und autonom die Verantwortung abnimmt, selbst entscheidend wählt, eigentlich kein Schicksal mehr hat, sondern es bestimmt, ja es macht, ja es ist. Es ist die zufällige historische, eben erst in die Vergangenheit gesunkene Tatsache, daß Kant und der deutsche Idealismus in Fichte dieses zweite Motiv einer Schöpfung und Theodizee besonders betont haben, die mich diese Namen nennen läßt. An sich völlig unabhängig von dem falschen Akzent, den die deutsche, idealistische Philosophie ihm gegeben hat, drückt dieses zweite, ethische Motiv, das, für sich allein betrachtet, Gott nur zu einem ewigen Erzieher und Pädagogen macht, eine feierliche Wahrheit aus, der der menschliche Geist nur aus Feigheit sich entziehen kann, die er reuevoll immer wieder anerkennen muß: die feierliche Betonung des großen Mysteriums in der Erschaffung des Menschen als eines Ebenbildes Gottes, des großen Mysteriums der Mitteilung der Freiheit, als welche nahezu wie eine Entäußerung Gottes aussieht, so über alle Maßen groß ist diese Gabe. In dieser Sphäre kann keiner auf den andern sich hinausreden! Wenn die Menschen alles täten - kann man sagen -, was ihnen jeden Sonntag die Priester sagen, daß sie tun sollen, dann würden auch alle Priester nicht mehr umhin können, selber es zu tun. Aber dieses zweite mögliche Motiv einer Weltschöpfung kann ebensowenig für sich allein stehen wie das erste, das künstlerische. Gewiß, das schwerste Problem, welches die Welt als Schönheit und Werk eines spielenden Künstlergottes übrig ließ und das schlimme Schatten über das Ganze warf, wird auf diesem zweiten, ethischen Felde erhellt: die Schuld und das Strafleiden wird erhellt durch die geheimnisvolle Gabe der Freiheit, die der Schöpfer dem Menschen mitgegeben hat. Denn es ist allerdings keine Schuld möglich ohne Freiheit, d. h. ohne Mißbrauch der Freiheit. Wollte aber einer dieses zweite Motiv einer Weltschöpfung zum einzigen und absoluten erheben, er würde dem gemeinen Menschenverstande noch viel unnatürlicher vorkommen und schließlich von ihm zurückgewiesen werden, als der dem Weltenschöpfer das Prinzip l' art pour l' art zuschreiben möchte. Er würde den Menschen fälschen. Auch hat die Vereinzelung dieses ethischen Motivs in einem Denker ebenso gefährliche Folgen wie die des ästhetischen. Die Gefahr ist eine immer größer werdende, ja schließlich eine qualitative Entfernung sowohl von der Natur wie von Gott. Die Natur verliert ihren Eigenwert, den sie neben der freien Person von Gott her hat, und wird nur noch zum Tummelplatz und Trümmerfeld freier oder unfreier Entscheidungen. Gott selber aber wird für einen fanatischen Ethizismus überflüssig, ja unerwünscht. Es gibt heute Philosophen, die in allem Ernst in einer göttlichen Führung eine Beeinträchtigung der Freiheit des Menschen sehen, die die Gnade Gottes für einen ungesetzlichen Eingriff in die letzte Würde des Menschen, seine ethische Autonomie halten. Diese furchtbaren Abstraktionen schaffen leere und öde Räume im Menschengeist, in die Dämonen aller Art einbrechen können und auch einbrechen. Für solche aber, die die hierarchische Ordnung einhalten, ist dieses zweite Feld um ein gewaltiges Mysterium größer noch als das erste: durch das Mysterium der Freiheit - der Mensch ist keine Marionette, sondern er ist frei, er kann mitwirken im seinem Heil, aber in inniger Verbundenheit sowohl mit der Natur wie mit Gott, mit dem Zwang und den Trieben jener, wie mit dem Gericht und der Barmherzigkeit dieses, in einer unsagbaren, immer einmaligen Konkretheit. Jede Abstraktion ist hier eine Unwahrheit.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


22. April
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

83. Folge

Erstens sei keine feste und tiefe Überzeugung von der Wahrheit möglich, daß nur Gottes Barmherzigkeit das Heil des Menschen begründe, wenn der Gläubige nicht wisse, daß nicht alle zur Seligkeit bestimmt seien, daß Gott vielmehr dem einen gebe, was er dem andern versage. Zweitens verdunkle die Unwissenheit hierin den Ruhm Gottes, reiße die Demut mit der Wurzel aus (ipsam humilitatis radicem evellunt), mache ein inniges Dankgefühl gegen Gott unmöglich, und verhindere die Ruhe des Gewissens in dem Frommen; denn eben das Bewußtsein, daß rücksichtlich der Sünden zwischen ihnen und den Verworfenen kein Unterschied bestehe, und der Glaube allein denselben begründe, enthalte den sichersten Trost [125].
[125] Calvin. 1. c. c. 21. § 2. fol. 336. c. 24. § 17. fol. 360. Nempe tutius piorum conscientiae acquiescent, dum intelligunt, nullam esse peccatorum differentiam, modo adsit fides. Calvin, de aeterna Dei praedest. Opusc. p. 883. ist dies weiter ausgeführt: Imprimis rogatos velim lectores ... non esse, ut quibusdam falso videtur, argutam hanc vel spinosam speculationem, quae absque fructu ingenia fatiget: sed disputationem solidam et ad pietatis usum maxime accommodatam, nempe quae et fidem probe aedificet, et nos ad humilitatem erudiat, et in admirationem extollat immensae erga nos Dei bonitatis: et ad hanc celebrandam excitet etc.

wird fortgesetzt


21. April
Alternative zum Naturalismus

“Angesichts des Erklärungserfolgs der Wissenschaft liegt es nahe, einen Schritt weiter zu gehen und zu behaupten, dass es nichts anderes gibt als nur diese Erfahrungswelt. Diese Haltung bezeichnen wir als Naturalismus. Sie geht aber deutlich über die Ergebnisse der Wissenschaften hinaus, denn aus den Ergebnissen der Wissenschaften folgt immer nur, dass es die Erfahrungswelt gibt und dass sie so beschrieben werden kann, wie die Wissenschaften es tun.”
“Wenn Gott der Schöpfer der Welt ist, dann wird die Welt nicht, wie der Naturalist behauptet, im Innersten durch materielle Teilchen zusammengehalten, die nach sinn- und moralfreien Naturgesetzen miteinander interagieren. Vernunft und Geist halten die Welt im Innersten zusammen.”

Aus einem Gespräch von Magdalena Hegglin, Sarah Luger und Lauren Lauer mit dem Philosophen Holm Tetens über Wunschdenken, vernünftige Hoffnung, das Leiden und offene Fragen, in der Zeitschrift Melchior. Auf der Suche nach dem Schönen, Wahren, Guten Nr. 4/2016, S. 71-75. Holm Tetens, emeritierter Professor für theoretische Philosophie (Logik und Wissenschaftstheorie) an der Freien Universität Berlin, ist Autor des Büchleins Gott denken. Ein Versuch über rationale Theologie, Reclam 2015.

Link: Bordat über den Naturalismus


20. April
Ist das Knie ein Denkorgan?

“Der Theologe soll fromm sein, gläubig, demütig, reinen Herzens, in beständiger liebender Verbundenheit mit Gott uns Seiner Kirche.”
So schrieb Ida Friederike Görres in ihrem Aufsatz Über die Spiritualität des Theologie-Studiums. Ein Vortrag vor Laientheologen, der 1970 mit fünf weiteren Versuchen im Sammelband Im Winter wächst das Brot erschienen ist (aus dem Joseph Ratzinger 1971 beim Requiem für Görres mehrmals zitiert hat). Sie ist sich der Provokation ihrer Worte bewusst: “Sind das etwa Binsenwahrheiten? Keineswegs. Für viele Christen, oder die sich so nennen, sind diese Worte Schimmelklumpen aus der Mottenkiste oder Fossilien, auf die es nur gelangweilte oder belustigte Reaktion gibt” (S. 60). (Dass solche Frömmigkeit nicht gegen eine “wissenschaftliche” Grundhaltung ausgespielt werden darf, hat Görres zuvor ausgeführt).

Auch fast 50 Jahre später sind jene Worte noch nicht zu Binsenweisheiten geworden. Das zeigt die Reaktion des katholischen Theologieprofessors Hans-Joachim Höhn auf Bischof Stefan Oster. Dieser hatte in seiner Stellungnahme zur Theologenerklärung vom Dezember 2015 genau jene Frömmigkeit angemahnt: “Dank und Anbetung müssten und müssen damit der theologischen Reflexion vorausgehen und letztlich ihr auch folgen.” Darauf reagiert Höhn mit böser Polemik: Er macht sich über die Forderung, ein “reines Herz” zu haben, lustig, und unterstellt dem zur knieenden Anbetung Mahnenden die Meinung, “beim Knie handele es sich um ein menschliches Denkorgan.”


19. April
Die Welt und das Heilige

Von Eduard Kamenicky

Vierte Folge

Wir haben im Versuch des gedanklichen Rückganges auf unser zunächst unreflexes Begriffsverständnis im Falle von ,Welt' erwähnt und berücksichtigt, daß wir uns spontan auf Welt beziehen und zu Welt verhalten, was unausgesprochen die Überzeugung zum Ausdruck bringt, daß im Raum des uns erschlossenen Wirklichen durchgehende Gesetze herrschen (die uns sozusagen vor der prinzipiellen Überraschung bewahren und die selbstverständliche Auswertung dessen ermöglichen, was wir Erfahrung oder auch fraglose Welterwartung nennen) und daß in diesem Bereich, den wir anders zu Unrecht als Welt betrachteten und bezeichneten, universale Beziehungen wirksam sind. Es ist durchaus irrig anzunehmen, daß damit bereits Momente in unsere Erwägung einbezogen werden, die bestenfalls späte Ergebnisse philosophischer Forschung und wissenschaftlicher Synthese sind. Wir dürfen nicht das Faktum mit seiner Formulierung verwechseln. Gewiß gibt sich der Mensch auf der Ebene des erläuterten Vorwissens um Welt und im Vollzug seines spontanen Weltverhaltens nicht in der hier vorgelegten Weise Rechenschaft von den Voraussetzungen und Implikationen seines Tuns. Der Sache nach wird aber eben das angenommen und als ein immer neu Sich-Bewährendes erfahren, was wir hier mit Hilfe der philosophischen Terminologie für unser gemeinsames einhelliges Verständnis prägnant und eindeutig zu machen wünschen. Die Elementarität des von uns hier Herangezogenen in den Grundüberzeugungen des Menschen betreffend die Welt, in der er sich vorfindet, kann negativ vielleicht noch eindrucksvoller aufgewiesen werden: wollten wir die eben erinnerten Momente unseres ursprünglichen Welt-Verständnisses samt allen ihren Auswirkungen prinzipiell in Frage stellen, würde die geistige Existenz des Menschen - und eine andere als diese steht ihm als Mensch gar nicht offen - nicht nur gegenstandslos, aller Resonanz und allen Sinnes bar, sondern in sich unmöglich. Dies stellt aber zweifellos auch bei sehr großer Skepsis sicher, daß wir mit der erwähnten Grund-Annahme bezüglich der Welt im weiten Rahmen einer noch ganz undistinkt verbleibenden und im Einzelnen wie im Ganzen undurchschauten Rationalität offenbar recht haben.

Diese innere Gesetzlichkeit und geistige Beziehungsfülle der uns erschlossenen Welt bringt im Zusammenhang unserer Überlegungen als erstes Faktum die Annahme zweier, einander strikt ausschließender und gegeneinander unüberbrückbar abgesetzter Sphären ins Wanken. Denn solche dem Menschen universal vorgegebene Vernünftigkeit und Ordnung jenes Gesamt, das er Welt nennt, plädiert sehr deutlich für eine Offenheit dieser Welt nicht nur dem Ordnung rezipierenden und verwertenden Menschen gegenüber, sondern auch in Richtung auf einen anderen Bereich, der zufolge nicht-rezeptiver, sondern creativer Rationalität eine solche Ordnung urgründig zu unterfangen imstande wäre. Das heißt mit anderen Worten: unsere ursprüngliche Welterfahrung und die sie beinhaltenden Momente unreflexer Welteinsicht legen durchaus keine Abgeschlossenheit der Welt einer anders gearteten Sphäre gegenüber nahe, sondern postulieren indirekt geradezu das Gegenteil.

In der uns in der hier gemeinten, sehr allgemeinen Weise ,erschlossenen' Welt finden wir nun nicht nur die Vielzahl und Vielfalt jener typischen Welt-Dinge, deren wir, unsere Gedanken natürlich illustrierend, zwischen den Zeilen bisher gedacht haben und die sich fast unvermeidlich in unserem Denken in den Vordergrund drängen, wenn das Stichwort ,Welt' fällt, wir finden ebenso in ihr, was hier eigens bedacht werden muß, die geistigen Größen vor, wie etwa auch die Idee des Heiligen. Es ist eine durchaus geläufige und begreifliche aspektbedingte Fehlleistung, als mit der Bestandsaufnahme von Anwesendem Befaßter sich selbst und seine Anwesenheit (und erst recht das geistige Faktum der Bestandsaufnahme selbst!) zu vernachlässigen. Wer inmitten eines Kreises stehend die Zahl der gegenwärtigen Personen festzustellen bemüht ist, vergißt leicht darauf, sich mitzuzählen. Analog besteht eine gewisse Neigung bei uns, Welt unter charakteristischer Ausklammerung des Menschen oder, in gesteigerter Deutlichkeit, des Ich, vor allem aber ohne die nötige Berücksichtigung aller jener geistigen Größen zu denken, die wir als vernunftimmanent dem Menschen als dem Subjekt, welches das Objekt Welt hat, reservieren. Die mentalen Größen und das in ihnen Erfaßte fällt allzu leicht in den toten Winkel jenes geistigen Sehfeldes, in dem uns ,Welt' erscheint. In bewußter Vermeidung dieses Fehlers stellen wir also klar, daß der Mensch trotz seiner Subjektivität und Subjektrolle samt seinem Denken und dessen Inhalten in die umfassende Objektivität der Welt gehört und mit seinen Vernunftleistungen selber ein Aspekt jenes Votums der Wirklichkeit ist, das wir in wissenschaftlicher Redlichkeit als eine für unsere Einsicht verbindliche Größe zur Kenntnis nehmen müssen. Daß damit nicht die materiale Richtigkeit alles Gedachten (zufolge seines faktischen Gedachtwerdens) oder gar alles Denkbaren behauptet, sondern bloß die reale Faktizität des Gedankens beispielsweise als einer für die Welt im ganzen ebenfalls signifikanten Komponente in Erinnerung gebracht sein soll, versteht sich von selbst. Ebenso dürfte deutlich sein, daß das Erleben der Welt als eines gewissen Gegenübers zum denkenden und handelnden Menschen keine echte Instanz gegen die hier urgierte tätige und zu Konsequenzen bereite Einbeziehung des Menschen und seiner Gedanken in diese Welt darstellt, da ein derartiges, wirkliche Welthaftigkeit verbürgendes Einbezogensein des Menschen und seines Denkens in die Welt eine wesentliche Voraussetzung jenes elementaren Verhaltens des Menschen zu Welt bildet, das in seinem unreflexen Verständnis des Weltbegriffes zum Ausdruck kommt.

Die ideelle Präsenz einer an sich unweltlichen Größe, wie sie das Heilige darstellt, im Denken des Menschen und damit in Welt ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern wäre unter Zugrundelegung der Richtigkeit jenes erwähnten simplen Dualismus gar nicht möglich. Welt und Nicht-Welt als geistiger Raum der Gottheit wären einander so fremd, so unvergleichbar, einander so sehr abgewandt und entgegengesetzt als auch gedanklich in einander nicht übersetzbare Bereiche, daß sich die ideelle Konzeption und mentale Rezeption von Göttlichem, wie es das Heilige ja in sich ist, im Denken des Menschen von selbst verböte. Da nun aber das Heilige ohne Zweifel in unserem Denken an hervorragender Stelle figuriert, ist auch von dieser Seite her das Bedenken eines Aufeinander-zu jener beiden Bereiche erforderlich.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


18. April
Jahresranking 2015

Die Top 15 unter den Newcomern

2015 wurden auf kath-info 29 Seiten neu eingerichtet. Hier finden Sie die fünfzehn meist gelesenen, ergänzt um die Angabe im Gesamtranking der insgesamt 600 Seiten.

Platz Jahresranking 2015
Die Top 15 unter den Newcomern
Platz im Gesamt
ranking
1

Recktenwald: Barmherzigkeit

152
2

Beiträge zur Familiensynode

252
3

Recktenwald: Die Liebe als Schlüssel zur Erkenntnis

256
4

Larry Richards: Sei stark und werde ein heiliger Mann!

279
5

Recktenwald: Der mündige Christ und die Kirche

309
6

Jakob Knab: Hans Scholls Quellen des Widerstands

333
7

Edith Stein: Können, Sollen und inneres Leben

348
8

Möhler: Symbolik, 3. Seite

413
9

Recktenwald: Die Missbrauchssünden und der Mainstream der deutschen Moraltheologie

415
10

Petra Kehl: Wer will da nicht Prinzessin werden?

432
10

Markus Reder: Die Scheidung der Geister

432
12

Alfons Väth: Religiöse Wandlungen in Indien im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

447
13

Recktenwald: Die konziliare Aufwertung des Wunders

458
14

Petra Kehl: St. Brendan der Seefahrer

466
15

Anton Bordoni: Die dreifache Größe der göttlichen Barmherzigkeit

472

Jahresranking 2015 und die Top 15 der Newcomer 2014


17. April
Francis Kardinal George

Vor einem Jahr, am 17. April 2015, starb in Chicago im Alter von 78 Jahren Francis Kardinal George, genannt der “amerikanische Ratzinger”. 1997 wurde er Erzbischof von Chicago.
Seine übernatürlich motivierte Loyalität zu Papst Franziskus hinderte ihn nicht daran, freimütig zu bekennen, dass er unter seinem Regierungsstil leide: “Er sendet so viele unterschiedliche Signale, das geht manchmal etwas wild durcheinander. Ich denke, er selbst ist nicht verwirrt, aber viele Leute verwirrt er mit dem, was er sagt, manchmal auch mich. Mir wäre es lieber, manches wäre etwas klarer, so dass ich ihn besser unterstützen kann.”
Im Original: “He sends out so many signals it gets a bit jumbled at times, I'm sure he's not confused, himself. It's confusing for a lot of people, including myself at times. For someone who appreciates clarity I would like to get a few things clear so I can cooperate.”


16. April
Die Madonna von Puig

Von Sophie zu Eltz

Fünfte Folge

Außerhalb Valencias lag ein kleiner Hügel, Puig oder Puché genannt. Er war von Weideland bedeckt. Gerade über diesem Hügel nun löste sich langsam Stern um Stern vom Himmelsgewölbe. Alle Anwesenden sahen es deutlich. Es waren keine Sternschnuppen, sondern ganz langsam stiegen sieben leuchtende Himmelslichter hernieder, bis sie als glorreicher Kranz um den kleinen Hügel strahlten. Mehrere Stunden lang zeigte sich das unerklärliche Schauspiel. Der König war vom Pferd gestiegen und auf die Knie gesunken. „Hier spricht Gott der Herr mit uns!“, rief er und harrte unbeweglich während der langen Dauer der Erscheinung aus. Petrus Nolascus riet dem Fürsten, an dieser Stelle nachgraben zu lassen, was auch geschah.

Einige Tage lang gruben die Leute, die bei ihrer Arbeit stets von einer Schar Neugieriger umgeben waren. Plötzlich stieß einer mit der Hacke auf einen eisernen Gegenstand. Sofort wurde die Arbeit eingestellt und dem König Meldung gemacht, wie es Jakob befohlen hatte. In Gegenwart des Fürsten und des ganzen Hofes wurde dann weiter gegraben. Eine gewaltige Metallglocke kam zum Vorschein und unter ihr eine steinerne Platte, auf der in schöner und seltsamer Arbeit die Himmelfahrt Mariens in Steinrelief zu sehen war.

Mit entblößtem Haupt stand der König da, während er den geheimnisvollen Fund in Händen hielt. Er übergab ihn Petrus Nolascus. Auch die Metallglocke war von uralter Art; jahrhundertelang musste sie hier unter der Erde ihr Heiligtum geschützt haben. An ihrem Rand fand sich eine lange Aufschrift, aber keiner der Anwesenden konnte die alten Zeichen lesen. So ließ man sich einen gelehrten Mann aus Salamanca kommen, der die seltsamen Buchstaben entziffern konnte. An einem großen Marienfeiertag, mittags nach dem Hochamt, berief der König die Einwohner von Valencia, dass sie die Botschaft der Glocke vernehmen sollten.

Sie war wohl wunderbar genug! Es stand geschrieben, dass St. Jakobus der Ältere, der Apostel Spaniens, diese steinerne Tafel aus dem Heiligen Land gebracht hätte. Man wusste in den ersten Christengemeinden Spaniens nichts anderes, als dass jene Platte vom Grab der Gottesmutter herstamme und Engelshände die kunstreichen Formen in sie getrieben hätten. Wie dem auch sei, die Jünger hielten sie in großen Ehren. Als der hl. Eugenius, der Schüler des Jakobus und erste Bischof von Valencia, dort eine Marienkapelle erbaute, stellte er die Tafel darin auf. Hier blieb sie auch bis zum Jahr 622. Dann aber drohten die Einfälle der Mauren. Die Leute bangten um ihr Heiligtum. Darum vergruben sie das Bild unter der Glocke, auf deren Rand sie die ganze Geschichte einritzten.

Grenzenloser Jubel brach aus, als das Volk erfuhr, was für ein wunderbarer Schatz ihm geschenkt worden war. Und besonders die Freude der Mercedarier kannte keine Grenzen; denn niemand bezweifelte: Um ihrer Ritter Willen hatte Maria dieses Geheimnis gerade jetzt preisgegeben. Zimens von Daroca, der Priester, und Guimeano, der Chronist, trugen alle Begebenheiten getreulich in alte Bücher ein, in denen die kostbaren Handschriften für alle späteren Geschlechter aufbewahrt wurden. So konnte auch Papst Benedikt XII., als er 1407 eine Bulle zugunsten des Wallfahrtsortes Puig herausgab, die Geschichte der Auffindung und der alten Aufschrift als historisch einwandfrei bezeugen. Bis auf den heutigen Tag wird Unsere Liebe Frau von Puig in Spanien hoch verehrt.

Kurze Zeit nach der Auffindung unternahmen die Mauren einen neuen großen Einfall in das Innere Spaniens. König Jakob, der für das Heiligtum auf dem Gnadenberg von Puig eine Kapelle errichtet hatte, zog im Vertrauen auf Marias Schutz mit den Seinen in die Schlacht. Mit nur 2500 Mann war der König gegen zahlreiche Mauren ausgerückt, man sprach sogar von 40.000. Trotzdem errang er einen vollkommenen Sieg. Das bedrohte Valencia und weite Gegenden südlich davon wurden befreit, zahllose Feinde blieben tot auf dem Schlachtfeld, von dem siegreichen Heer fielen nur wenige. Spanier und Mauren aber sahen über den Kämpfenden St. Jakobus mit gezogenem Schwert; er ritt auf einem weißen Ross und trug ein Kreuz auf der Brust. Da wussten alle: Das war Gottes Sieg, nicht der eines Menschen.

Nach dieser Schlacht, der ersten von vielen, die König Jakob schließlich den Namen des Eroberers einbrachten und Spanien bis nach Granada vom maurischen Joch befreiten, war es des Fürsten brennendster Wunsch, Puig mit einem würdigen Gotteshaus zu schmücken. Er führte das Werk auch durch. Auf dem Castillo, wie die Leute den geweihten Hügel nannten, ragte bald eine prachtvolle Wallfahrtskirche auf. Als sie vollendet war, trug der König die Schlüssel von Valencia herbei und übergab sie für alle Zeiten der Schutzfrau von Puig. Ganz Aragon hatte sich an dem frommen Werk beteiligt.

Und der Segen des Himmels ruhte nunmehr auf ihm. Immer wieder sah man sieben Sterne, die von neuem einen Kranz um den auserwählten Ort wanden. Auch hörte man häufig Engelsgesang, besonders wenn die Mönche das Chorgebet verrichteten und das Salve Regina anstimmten. Noch jahrhundertelang sollte dieses Wunder anhalten, von Tausenden erlebt werden. Ja, als im Jahr 1588 Philipp II. das Gnadenbild nach Valencia hineinnahm, um es 16 Tage hindurch bei einer besonderen Gelegenheit dort zu verehren, sah man die Sterne zwischen Puig und Valencia hin und her ziehen. Auch hörte man den Engelsgesang nun in Valencia. Der Raum, in dem das Gnadenbild aufgehoben wurde, erhielt den Namen Engelszimmer.

Zu diesem Heiligtum kam Artur d’Alvez. Hier fand er auch die Gewissheit, dass Maria ihn würdigte, einer ihrer Ritter zu werden. Da kamen Friede und Freude in sein Herz. Nun konnte er auch warten. Er ritt zu Ludwig dem Heiligen, um ihm für seine Befreiung zu danken. Und als das Probejahr verstrichen war, erhielt er in der Gnadenkirche selbst das Ehrengewand des Mercedariers.

Der junge Ordensmann gewöhnte sich bald an sein neues Leben. Das lange Zusammensein mit Petrus Nolascus ließ ihn ungemein rasch alle geistlichen Dinge verstehen. Durch die furchtbaren Verluste, die ihn betroffen hatten, war seine Seele eine weite, leere Wohnung geworden. Nichts Irdisches gab es ja mehr, das sie anfüllen konnte. Weil er aber den heldenhaften Akt der Feindesliebe gemacht hatte, segnete Maria ihren Ritter mit Händen, die von Gnade überströmten. Der junge Mann staunte oft über sich selbst. Wie Furchtbares hatte er erlebt! Und dennoch, er konnte es nicht anders sagen, er fühlte sich restlos glücklich.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


15. April
Allesamt Kämpfer

"Bloy, Bernanos, Péguy sind meine Hausgötter. Sie schreiben in einer Zeit, die der unseren stark ähnelt: in einer kirchenfeindlichen, positivistischen Umgebung, in der für viele Menschen der unmittelbare Glaube an das Nicht-Sichtbare absurd erschien. Aus diesem Konflikt heraus fanden sie großartige Bilder, die die Mystik neu definierten. Und: Sie waren allesamt Kämpfer. Sie waren bereit, für Gott zu streiten. Das ist etwas, was mir an den heutigen Katholiken fehlt: die Bereitschaft, auch einmal deutlich zu werden, wenn es um die Wahrheit geht."

So Alexander Pschera in einem Interview, das Anian Christoph Wimmer von der CNA mit ihm und Stefan Meetschen führte, den beiden Herausgebern des neu erschienenen Sammelbandes Poeten, Priester und Propheten. Leben und Werk inspirierender Schriftsteller. Die Tagespost-Literaturserie. Das Buch stellt auf 461 Seiten 50 Schriftsteller vor, von Manzoni über Solowjew, Belloc und Heimito von Doderer bis zu Botho Strauß und Natalia Senmartin Fenollera (Péguy fehlt allerdings). Die Beiträge stammen von 26 verschiedenen Autoren, darunter Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Jakob Knab und Alfred Sobel. Auf kath-info sind die Porträts von Hopkins und Julien Green aus der Feder von Michael Hanke und Katrin Krips-Schmidt erschienen. Das äußerst inspirierende Werk verfolgt nicht zuletzt den Zweck, verschüttete Einsichten neu zu heben und zu entdecken, “wie nachhaltig und brandaktuell viele Gedanken und Fragen sind, die beispielsweise Schriftsteller wie G.K. Chesterton oder T.S. Eliot, Ernst Jünger oder C.S. Lewis formulierten. Manchmal auch jenseits der Werke, die man von ihnen am besten kennt oder zu kennen meint. Es war uns wichtig, all diese verborgenen Erkenntnisse und Einsichten neu an die Oberfläche zu bringen, sie aus dem Giftschrank des Vergessens zu befreien” (aus dem Vorwort der Herausgeber).
Ich wünsche dem Werk eine weite Verbreitung, auf dass es zu einer christlichen Kulturrenaissance beitrage.


15. April
Johann Baptist Georg Franzelin

Vor 200 Jahren, am 15. April 1816, wurde in Aldein, Südtirol, der von Scheeben hochgeschätzte Theologe Johann Baptist Georg Franzelin geboren. Er studierte bei Perrone und Passaglia, dessen Nachfolger als Dogmatikprofessor am römischen Colleg er 1857 wurde. Als theologischer Berater war am Ersten Vatikanischen Konzil wie auch an dessen Vorbereitung beteiligt. 1876 wurde er zum Kardinal erhoben, am 11. Dezember 1886 starb er in Rom.


13. April
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

Elfte Folge

Hocherfreut über diese guten Gesinnungen des Kaisers, dachten die Missionäre daran, ohne Verzug mit der Predigt des Evangeliums im Reiche zu beginnen. Allein bevor Akbar die Erlaubnis dazu gab, wünschte er, zunächst selbst im Christentum unterrichtet zu werden. Aquaviva erklärte sich bereit und bat, da die Staatsgeschäfte dem Kaiser nicht viele Zeit ließen, einen Tag in der Woche zu bestimmen. Akkbar setzte hierfür den Samstag fest, wünschte aber zugleich, damit ihm, wie er sagte, das Verständnis der vorgetragenen Wahrheiten erleichtert würde und weil es ihm so besser zusage, daß die christliche Religion auch bei den öffentlichen Disputationen in der Ibadat Chana zur Sprache käme. Demgemäß befahl er den gelehrtesten mohammedanischen Ulemas und Mollas, sich wohlvorbereitet zum Religionsstreit in Fatihpur einzufinden. Sie gehorchten und kamen in großer Zahl. Manche unter ihnen waren Männer von nicht geringem Geist und großer Gelehrsamkeit und traten, da sie sich als Vertreter des herrschenden Glaubens im eigenen Hause fühlten, mit großer Zuversicht auf. Ihnen stand als Verteidiger des christlichen Glaubens zunächst allein Aquaviva gegenüber. Denn P. Henriquez, der nur wegen seiner Vertrautheit mit der persischen Hofsprache mitgekommen, war kein Mann der Wissenschaft, P. Monserrat aber meist entweder krank oder von Fatihpur abwesend. Aquaviva hatte sich seinerseits bereits in Goa durch das Studium des Korans auf seine Aufgabe vorbereitet und schon auf der Reise die Anfangsgründe der persischen Sprache sich angeeignet. Eine portugiesische Übersetzung des Korans, die man von Goa mitgenommen, leistete gleichfalls gute Dienste. Ausgerüstet mit solidem theologischem Wissen, den scharfen Waffen scholastischer Dialektik und vor allem mit der machtvollen Überzeugung der Wahrheit und einem glühenden Verlangen, für die Wahrheit seines Glaubens zu kämpfen und zu sterben, trat Aquaviva auf den Kampfplatz.

6. Die Religionsgespräche

In der ersten Disputation kam im Anschluß an die feierliche Übergabe der heiligen Bücher des Alten und Neuen Testamentes die Frage über den göttlichen Charakter der religiösen Schriften beider Bekenntnisse zur Verhandlung. Aquaviva bewies siegreich den göttlichen Ursprung der Heiligen Schrift und stellte daneben in grellsten Gegensatz den lügnerischen und unheiligen Charakter des Korans. Er betonte unter anderem auch namentlich, daß das Evangelium in all seinen Teilen mit dem Alten Testament, sowohl in seinen sittlichen Vorschriften wie in seinen Vorbildern, die sich zu ihrer Erfüllung im Neuen Testament wie Abbild zum Urbild verhielten, völlig übereinstimmte, während der Koran dieser Übereinstimmung mit dem Alten Testament gänzlich entbehre.

Akbar, der von der Haltlosigkeit der Bücher des falschen Propheten längst überzeugt war, freute sich über die Niederlage der Mollas. „Wenn die Bücher Moses' und die Psalmen“, so führte er das Argument selbst weiter aus, „inspiriert sind, wie Mohammed selbst zugesteht, weshalb verbietet er dann deren Lesung?“ Auch stehe im Koran, daß das Evangelium Jesu Christi zu den wahren Offenbarungsschriften gehöre. Und doch stelle der Koran Lehrsätze und Vorschriften auf, die im vollsten Gegensatz zu jenen heiligen Büchern ständen. Der Ewige könne sich aber nicht widersprechen. Da nun beide Parteien darin übereinkämen, daß das Evangelium heilig sei, während die Christen dies vom Koran nicht einräumten, so verlange die Vernunft, letzteren zu verwerfen und das Evangelium anzuerkennen [1].

Drei Tage nach der ersten Disputation folgte die zweite. Die Patres brachten diesmal die Vorstellungen und Schilderungen des Paradieses zur Sprache, welches Mohammed seinen Anhängern verheiße, und brandmarkten den lüsternen und unreinen Charakter dieses Prophetenhimmels, der eher für Tiere als für unsterbliche Menschenseelen passe. Beschämt schwiegen die Mollas. Als der Kaiser ihre Verlegenheit gewahrte, griff er selbst ein und suchte ihre Sache zu retten, was ihm aber schlecht gelang.

Bei der dritten Besprechung hoben die Missionäre den Gegensatz hervor, der zwischen Mohammed und Christus in Bezug auf ihre göttliche Beglaubigung und ihren Charakter bestehe. Es war die glänzendste Disputation, von der wir Kunde haben. Für die Ankunft Mohammeds, betonten die Missionäre, für sein Gesetz und für sein angebliches Erlösungswerk sei auch nicht die leiseste Spur eines prophetischen Zeugnisses in den heiligen Schriften zu ermitteln, während Christus als Messias und Erlöser des Menschengeschlechtes von allen Propheten ohne Ausnahme so viele Jahrhunderte vor seiner Ankunft mit Erwähnung zahlreicher und genauer Umstände aus seinem Leben und Wirken, bis in geringfügige Einzelheiten hinein, vorherverkündet worden sei. Und Mohammed selbst müsse der Wahrheit Zeugnis geben, indem er Christus im Koran einen „Propheten“ und „Heiligen“ nenne. Darauf stellten sie den Stolz, die Anmaßung, das verbrecherische und sittenlose Leben des Propheten von Mekka dem wundervoll makellosen, heiligen, demutsvollen Leben des Heilandes gegenüber und verglichen dessen reine, erhabene, durch zahlreiche unumstößliche Wunder und durch die Heiligkeit seiner Glaubensboten beglaubigte Lehre mit den Fabeln, Lügen, lächerlichen Erfindungen des Korans, dessen Lehre den niedersten Leidenschaften schmeichle, den Geist des Hasses atme und durch Feuer und Schwert verbreitet worden sei.

Anmerkungen:

[1] Ausführlich handelt über diese Disputationen Souza, Do Oriente Conquistado c.1, dir. 2, n. 61 ff. Ihm lagen die genauen Berichte der Missionäre über die Vorgänge am Hofe vor. Der Dabistan (The Dabistan, transl. by Shea and Troyer, Paris 1848), die ausführlichste einheimische Quelle, die über diese Religionsgespräche berichtet, faßt das Ergebnis der Disputationen zwischen „Muselmann“ und „Nazarener“ (Jesuiten) in die Worte zusammen: „Der Muselmann wurde zu Schanden gemacht.“ Nach ihm hatten auch Juden, Parsis, Hindus und der Hofphilosoph Akbars an den Disputationen teilgenommen. „Dem Padri Radalf (Aquaviva)“, so bezeugt Abul Fazil in seiner Geschichte Akbars, „war keiner der christlichen Lehrer an Geist und Wissen gleich. Einige nörgelnde Eiferer suchten zwar ihn zu widerlegen, allein er zerriß ihre Einwürfe in Fetzen und beschämte sie.“ Vgl. Fanthome, Reminiscences of Agra. 2. ed., Calcutta 1895, 53.

wird fortgesetzt


12. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht mein Artikel Buße als Aufklärung über eine bemerkenswerte Kritik am neuen Gotteslob, die in Christ in der Gegenwart erschienen ist, und der Artikel von Michael Hanke über Gerard Manley Hopkins. Das Zitat aus dem Kommentar von Guido Horst zur Ansprache von Papst Franziskus an die deutschen Bischöfe bei ihrem Ad-Limina-Besuch, das ich mit Den kirchlichen Apparat revolutionieren überschrieben habe, findet sich auf der Themenseite über das bischöfliche Amt.


12. April
Gerd-Klaus Kaltenbrunner

Vor fünf Jahren, am 12. April 2011, starb in Lörrach im Alter von 72 Jahren der Schriftsteller Gerd-Klaus Kaltenbrunner. Über ihn hat Pirmin Meier auf kath-info einen bemerkenswerten Artikel geschrieben.


11. April
Kriterien der Mündigkeit

Von daher müssen wir auch einen kritischen Blick auf die nachkonziliare Entwicklung werfen. M.E. war ein gravierender Fehler, dass jeder getaufte und gefirmte Mensch ohne Weiteres als mündiger Laie angesehen wurde. Übersehen wurde dabei, dass gültige Sakramente allein keinen – jedenfalls keinen reifen – Glauben garantieren. War im Konzil von Trient die Betonung des opus operatum, (also der grundlegenden Wirksamkeit eines Sakramentes allein aus dem gültigen Empfang heraus) in der Auseinandersetzung mit den reformatorischen Ansichten berechtigt und notwendig, so wäre im Geiste des II. Vatikanischen Konzils notwendig gewesen, den Akzent auf das Hineinwachsen in einen gelebten Glauben zu legen. Dabei geht es um ein Doppeltes: Wachsende Kenntnis und tieferes Verständnis des Glaubens-Inhalts und lebensprägende Glaubens-Praxis, was vor allem eine persönliche Gebets-Praxis im Alltag einschließt. Dies hätte als Kriterium für mündiges Christsein und für verantwortliche Mitwirkung in der Kirche formuliert werden müssen.

Aus: Alex Lefrank SJ: Kirche im Umbruch - wohin soll es gehen?


11. April
Ulrich Kraft

Vor 500 Jahren, am 11. April 1516, starb in Trier im Alter von ca. 56 Jahren der aus Ulm stammende Prediger Ulrich Kraft. Er lehrte bürgerliches Recht in Tübingen, Freiburg und Basel und war von 1500 bis 1516 Münsterpfarrer in Ulm. Schon vor Luther predigte er gegen Auswüchse des Ablasswesens.

Link: Luther und der Ablassstreit


10. April
Evelyn Waugh

Vor 50 Jahren, am 10. April 1966, starb in Taunton im Alter von 62 Jahren der Schriftsteller Evelyn Waugh, über den ich auf kath-info einen Essay von T. M. Doran veröffentlicht habe.


9. April
Elias Nieves del Castillo

Vor 100 Jahren, am 9. April 1916, wurde der selige Elias Nieves del Castillo OSA zum Priester geweiht. Unter der blutigen Katholikenverfolgung in Mexiko erlitt er am 10. März 1928 im Alter von 45 Jahren das Martyrium. Er starb mit den Worten Viva Cristo Rey! Am 12. Oktober 1997 wurde er seliggesprochen.


8. April
Anna Moreau

Vor 150 Jahren, am 9. April 1866, wurde in Rouen die hl. Anna Moreau FMM geboren. 1890 trat sie bei den Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens ein, erhielt den Namen Maria vom hl. Justus und ging 1899 nach China in die Mission. Dort erlitt sie am 9. Juli 1900 das Martyrium. 1946 wurde sie selig-, am 1. Oktober 2000 mit 119 weiteren Märtyrern heiliggesprochen.


8. April
Meine Predigten

Auf mehrfachen Wunsch hin habe ich mich dazu entschlossen, meine Predigten als Audiodateien zu veröffentlichen. Sie finden sie auf soundcloud.


7. April
Julie Billiart

Vor 200 Jahren, am 8. April 1816, starb in Namur im Alter von 64 Jahren die Mystikerin Julie Billiart SND. Sie gründete die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau. 1906 wurde sie selig-, 1969 heiliggesprochen.


7. April
Jahresranking 2015

Die Top 100: Fünfter Teil: Die Plätze 81 bis 100

Die Aufsteiger des Jahres in diesem Bereich sind die Ausführungen Kamenickys über den Fall Klingenberg und die Beiträge über den hl. Pfarrer von Ars und über die Unauflöslichkeit der Ehe.

Platz Jahresranking 2015
Die Top 100 von genau 600 Seiten

5. Teil: Die Plätze 81-100

Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
81

Die Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria

- 19
82

Über den Missbrauchsskandal in der Kirche

- 33
82

Josef Pieper

- 16
82

Gertrud von Le Fort: Die Letzte am Schafott

- 2
85

Walter Hoeres: Adorno oder der zweideutige Fortschritt

- 8
86

Kamenicky: Die auf dich warten

- 12
87

Michael Novak: Einsame Atheisten

- 12
88

Urs Keusch: “Alles wird gut werden”

- 15
89

Das moralische Prinzip der doppelten Wirkung

+/- 0
90

Michael Wildfeuer: Felix culpa

+ 5
91

Spaemann: Wirklichkeit als Anthropomorphismus

- 24
92

Ratzinger: Wir müssen die Dimension des Heiligen in der Liturgie zurückerobern

- 22
93

Beiträge zur Unauflöslichkeit der Ehe

+ 30
94

Beiträge zur Kirchenkrise

- 26
95

Über die Beichte

+ 5
96 Über den hl. Pfarrer von Ars + 34
97

Spaemann: Ist ein opferloses Christentum möglich?

+ 9
98

Kirsten Brodde: Die Jagd nach den Eizellen

- 3
99

Recktenwald: Maria im Heilsplan Gottes

- 23
100

Eduard Kamenicky: Satan im Vormarsch?

+ 119

Zu den Top 80


5. April
Veronika Giuliani

Vor 300 Jahren, am 5. April 1716, wurde die Mystikerin Veronika Giuliani (1660-1727) zur Äbtissin des Konvents der Klarissen-Kapuzinerinnen von Citta di Castello bei Perugia in Umbrien gewählt. 1804 wurde sie selig-, 1839 heiliggesprochen.
Papst Benedikt XVI. widmete ihr am 15. Dezember 2010 seine Ansprache in der Generalaudienz und beschrieb ihre Mystik auf folgende Weise: “Die hl. Veronica hat eine ausgeprägte christologisch-bräutliche Spiritualität: Es ist die Erfahrung, von Christus, dem treuen und aufrichtigen Bräutigam, geliebt zu sein und ihm eine immer tiefere und leidenschaftlichere Liebe entgegenzubringen. Darin wird alles durch die Liebe ausgelegt, und das schenkt ihr tiefen inneren Frieden. Alles wird in Vereinigung mit Christus gelebt, um seiner Liebe willen und mit der Freude, ihm alle Liebe beweisen zu können, zu der ein Geschöpf fähig ist.” Er zitiert ihre Worte: “O Sünder, o Sünderinnen … kommt alle zum Herzen Jesu; kommt zur Reinigung durch sein kostbares Blut… Er erwartet euch mit offenen Armen, um euch darin einzuschließen.” Die hl. Veronika starb mit den Worten: “Ich habe die Liebe gefunden, die Liebe hat sich gezeigt! Das ist der Grund meines Leidens. Sagt es allen, sagt es allen!”


4. April
Monatsranking März 2016

Erwähnenswert ist der Monatsaufsteiger in die Top 10: Die Ostermontagspredigt von P. Bernhard Gerstle über Emmaus einst und jetzt ist um 48 Plätze auf Platz 9 gestiegen.

Platz Monatsranking März 2016
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von 610 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+ 1
2

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+ 2
3

In-vitro-Fertilisation

+ 2
10

Recktenwald / Bordat: Fasten

- 7
20

Prosinger: Was heißt glauben? Ein biblischer Streifzug

+ 1
30

Beiträge zur Hirntoddebatte

-9
40

Recktenwald: Ist ohne Gott alles erlaubt? (Schnaedelbach)

+/- 0
50

G. K. Chesterton

- 4
60

Recktenwald: Der Gottesbeweis Anselms v. Canterbury

+ 13
100

Shahbaz Bhatti; Jean-Théophane Vénard; Petrus To Rot

+ 377

Zum Ranking der Vormonate

Zum Jahresranking


4. April
Kaspar Franz Krabbe

Vor 150 Jahren, am 4. April 1866, starb in Münster im Alter von 71 Jahren der Domdechant von Münster Kaspar Franz Krabbe. Er war Mitglied im preußischen Abgeordnetenhaus, setzte sich für das Volksschulwesen im Münsterland ein und machte sich um die selige Anna Katharina Emmerick verdient.


2. April
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

42. Folge

§ 19. Die Dreieinigkeit in der Dreifaltigkeit

Bisheran haben wir uns bemüht, unter Voraussetzung der Einheit und Einfachheit des göttlichen Wesens, aus dem Glaubenssatz der innern Produktionen die Dreifaltigkeit der Personen in demselben nach ihren wichtigsten Momenten konsequent und stufenweise, von der einfachsten und unbestimmtesten bis zur konkretesten Auffassung fortschreitend, zu entwickeln. Wir glauben gezeigt zu haben, wie sich die geheimnisvolle Lehre von der göttlichen Dreifaltigkeit in den Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist, vom Standpunkt des Glaubens aus wissenschaftlich begründen, entwickeln und erklären und, wenn man will, konstruieren läßt.

Es bleibt uns nur noch übrig, nachzuweisen, daß in der Dreifaltigkeit in Gott sich zugleich die größte Einheit findet, daß sie, obgleich eine Vielfältigkeit im realsten Sinne des Wortes, nichtsdestoweniger nach allen Richtungen hin von der höchsten Einheit getragen, durchdrungen und durchwaltet ist. Die Ringe, wodurch diese Einheit hergestellt wird, haben wir schon bei der Entwicklung der Dreifaltigkeit gefunden; wir brauchen daher nur auf diese zurückzublicken. Einheit herrscht hier überall. Eine ist die göttliche Natur und Substanz in allen drei Personen, und diese hinwiederum sind eins mit der Wesenheit, von der sie sich reell nicht unterscheiden, und in der Wesenheit auch unter sich, - sie sind ein höchstes Wesen, "una summa res". Der Übergang der Wesenheit aus einer Person in die andere bringt keine Trennung oder Teilung in dieselbe hinein; vielmehr kann sie nur dadurch auf eine andere Person übergehen, daß diese in Beziehung zur ersten Person tritt und in der Wesenheit zur Einheit mit derselben verbunden wird.

Eines ist ferner das erste Prinzip, einer der ursprüngliche Inhaber der göttlichen Natur; und die Verschiedenheit der Personen geht gerade von diesem einen Prinzip aus. Die Verschiedenheit bricht aus der Einheit hervor und wird durch dieselbe auch wieder zusammengehalten. Denn die übrigen Personen sind nur deshalb von der ersten verschieden, weil sie aus derselben ihren Ursprung haben und kraft dieses Ursprungs zu derselben in Beziehung stehen.

Aber dieser Ursprung ist zugleich ein innerer, aus dem Innersten der produzierenden Person auftauchend und in ihrem Innersten verbleibend. Der Sohn tritt bei seiner Zeugung nicht aus dem Schoße des Vaters heraus; er bleibt in demselben wohnen; er unterscheidet sich vom Vater, ohne sich von ihm zu trennen. Und der Heilige Geist ebenfalls entfernt sich in seinem Ursprung nicht vom Herzen des Vaters und des Sohnes; er bleibt mit demselben untrennbar verbunden wie die Flamme mit der Glut, der sie entspringt, wie die Blüte mit der Pflanze, der sie entsproßt. Die Ordnung der Ursprünge in Gott weist also nicht bloß auf ein einheitliches Urprinzip hin, sie läßt auch keine Trennung von demselben aufkommen. Sie bewirkt einen bloßen persönlichen Unterschied.

Doch auch dieser Unterschied ist nur ein relativer, d. h. er liegt nur in der Beziehung der Personen aufeinander und namentlich der zweiten und dritten auf die erste. Diese Beziehung scheidet die eine Person von der andern, ihr gegenübertretenden, auf welche sie sich bezieht; aber zugleich verbindet sie beide miteinander, in der Wirklichkeit und in unserem Gedanken; denn das Relative kann als solches ohne das, worauf es bezogen wird, weder sein noch gedacht werden. Der Vater kann nicht ohne den Sohn Gott sein und die göttliche Natur besitzen, Vater und Sohn nicht ohne den Heiligen Geist. Jeder besitzt die Natur in sich und für sich, aber nur insofern er sie zugleich aus dem andern oder für den andern besitzt: aus dem andern, von dem er sie empfängt, für den andern, dem er sie gibt. Der Unterschied im Besitze schließt also die Gemeinschaft desselben nicht nur nicht aus, er schließt sie wesentlich ein.

Diese Verbindung und Gemeinschaft zwischen den Personen als solchen tritt noch mehr hervor, wenn wir betrachten, daß nicht nur je zwei Personen untereinander in unmittelbarer Beziehung und Verbindung stehen, sondern daß auch jede Person in ihrer Art ein Mittel- und Brennpunkt ist, auf den sich die übrigen beiden beziehen und in dem sie sich untereinander verbinden. Der Vater verbindet die beiden übrigen Personen mit sich und in sich als deren gemeinschaftliche Wurzel und Quelle; denn er ist das gemeinschaftliche Prinzip beider: das des Sohnes ist er allein, das des Heiligen Geistes mit dem Sohne, aber darum doch nicht bloß mittelbar, nicht bloß durch den Sohn, sondern ebenfalls unmittelbar. In umgekehrter Weise verbindet der Heilige Geist mit sich und in sich den Vater und den Sohn, nicht als deren Prinzip, sondern als deren gemeinschaftliches, unmittelbares Produkt, und noch mehr, wenn wir ihn genauer auffassen, als das Produkt ihrer gegenseitigen Liebe, in dem sie ihre Einheit darstellen und sich als eines Geistes zeigen. Er ist die Krone, das Siegel der Einheit in der Dreifaltigkeit, wie der Vater die Wurzel und Quelle derselben. Der Sohn endlich ist weder Prinzip noch Produkt zweier anderer Personen; er ist Produkt des Vaters und Prinzip des Heiligen Geistes. Aber eben als solches behauptet auch er eine zentrale Stellung, ist auch er ein Ring, der die übrigen Personen in sich zu einer goldenen Kette zusammenschließt. Sein Ausgang vom Vater ist die wesentliche Vorbedingung, gleichsam der Durchgangspunkt für den Ausgang des Heiligen Geistes, so zwar, daß das Verhältnis des letzteren zum Vater ohne ihn gar nicht gedacht werden kann. Wie der Unterschied des Heiligen Geistes vom Vater, so ist auch seine Verbindung mit demselben nur im Sohne und durch den Sohn denkbar.

Nirgendwo sehen wir also in der göttlichen Dreifaltigkeit einen Riß, eine Trennung, eine Scheidung, nicht einmal einen Unterschied, der nicht schon in sich selbst zugleich das Prinzip der Verbindung und Einheit trüge. Alles ist hier Einheit, Verbindung, Harmonie im höchsten und schönsten Sinne des Wortes. Die Dreifaltigkeit hebt die Einheit und Einfachheit Gottes nicht nur nicht auf: diese Einheit und Einfachheit offenbart sich vielmehr erst in ihrer vollen Macht und Größe durch die Dreieinigkeit, durch die absolute Eintracht und Harmonie, womit sie die Dreifaltigkeit in Gott durchdringt und durchwaltet. Hier erscheint sie eben als eine überaus reiche, lebendige Einheit, ebenso reich an Bewegung wie an Ruhe, an Mitteilsamkeit wie an Selbstgenügsamkeit, an Mannigfaltigkeit wie an Einfachheit, an Gemeinsamkeit wie an Selbständigkeit.

Wird fortgesetzt


1. April
Was die Tagesschau bringt und was nicht

Ganze 1.600 Linke und Linksradikale demonstrierten am Karsamstag in Berlin für Frieden, den Atomausstieg u.a. beim sogenannten Ostermarsch. Darüber brachte die “Tagesschau” eine eigene Meldung samt Bildern. Als am 19. September 2015 rund 7.000 Christen gegen Abtreibung und Sterbehilfe demonstrierten, war dies der “Tagesschau” und fast allen anderen Fernsehstationen keine Nachricht wert.

Meldung von ideaSpektrum vom 31. März 2016, S. 9.


1. April
Georg May

Heute feiert der Kirchenrechtler Prof. Dr. Georg May sein eisernes Priesterjubiläum: Am 1. April 1951 wurde er von Bischof Heinrich Wienken von Meißen für die Diözese Breslau zum Priester geweiht. Unter anderem tat sich Prof. May als unbestechlicher Analytiker der Kirchenkrise hervor, deren Ursache er vor allem im innerkirchlichen Wirken der Falschlehrer erkannte.


30. März
Wahhabismus: Die Rückkehr zum Ur-Islam

Eine liberale Reform des Islam mag vielleicht einmal von der islamischen Peripherie oder aus dem Westen kommen, doch bestimmt nicht aus Saudiarabien, das im Jahr 2015 mehr Menschen köpfte als der IS, seit Generationen eine extrem rückwärtsgewandte, intolerante und sektiererische Lesart des Glaubens konserviert und – schlimmer noch – diese in alle Welt exportiert. Gemeinhin wird diese Doktrin als Wahhabismus bezeichnet. Seine Anhänger nennen sich selber die «Muwahhidun» (Unitarier). Sie berufen sich auf einen im 18. Jahrhundert lebenden Prediger namens Mohammed ibn Abd al-Wahhab. Dieser träumte davon, zu einem Ur-Islam zurückzukehren, wie er angeblich zu Zeiten des Propheten gelebt wurde, und forderte, die Religion von verfälschenden Einflüssen zu «reinigen».

Aus dem Artikel von Daniel Steinvorth Nährboden des Terrors. Die giftige Saat der Wahhabiten, in der NZZ vom 19. Dezember 2015.

Weitere Infos zum Islam


30. März
Koreanische Märtyrer

Vor 150 Jahren, am 30. März 1866, erlitten die heiligen Marie Nicolas Daveluy (Apostolischer Vikar von Korea), Petrus Aumaitre (Missionspriester), Lucas Huin (Missionspriester), Lucas Hwang (Katechist) und Joseph Chang (Katechist) das Martyrium. Alle fünf Märtyrer wurden mit 98 weiteren Märtyrern am 6. Mai 1984 heiliggesprochen.


28. März
Tagebuch

Das vollständige Tagebuch der hl. Schwester Faustina in deutscher Sprache ist auf der mehrsprachigen Internetpräsenz der polnischen Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit online.
"Seelen, die den Ruhm Meiner Barmherzigkeit verbreiten, beschütze Ich ihr Leben lang, wie eine zärtliche Mutter ihren Säugling beschützt, und in der Stunde des Todes werde Ich ihnen nicht Richter, sondern barmherziger Erlöser sein" (Tagebuch n. 1075).


28. März
James Hagan

Vor 50 Jahren, am 29. März 1966, resignierte James Hagan CSSp als Bischof von Makurdi. Makurdi ist ein Bistum in Nigeria, das am 2. April 1959 aus der apostolischen Präfektur Oturpa (Oturkpo) errichtet wurde. Den heutigen Namen erhielt es am 28. Juni 1960. Die Apostolische Präfektur Oturkpo war am 9. Juli 1934 unter dem Namen Benue errichtet und den Spiritanern anvertraut worden. Auf Joseph Kirsten CSSp (1937-1947) folgte James Hagan CSSp (1948-1966).


27. März
Zwölf Gründe, warum das progressive Christentum aussterben wird

Von Dwight Longenecker

Zweiter und letzter Teil

4. Progressives Christentum ist historisch revisionistisch. Sie schreiben Geschichte um, wie es mit ihren Vorurteilen gerade zusammenpasst. Religiös gesprochen bedeutet dies, dass sie von der Tradition abgeschnitten sind. Sie sind abgeschnitten vom Lebensfluss echter Religion. Und so wie sie sich von der Tradition abschneiden, werden sie nur den neusten Gag, die neuste Modeerscheinung oder Adaptation zeitgenössischer Kultur haben. Eine solch vergängliche Einstellung kann kein Nährboden für dauerhafte religiöse Langlebigkeit sein. Religion gedeiht als Tradition und wird durch die Jahre genährt und erweitert. Eine Religion, die Tradition zerstört, zerstört sich selbst.

5. Progressives Christentum basiert auf veralteter Bibelforschung. Der Hohn, der modische Zweifel und die Verabschiedung von der Glaubwürdigkeit der Bibel basieren auf einer rationalistischen Bibelforschung, die schon lange ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat. Die archäologischen, textuellen und historischen Entdeckungen des letzten Jahrhunderts lassen die Annahmen der protestantischen Bibelkritiker des zwanzigsten Jahrhunderts bizarr aussehen. Neue, jüngere Bibelforscher benutzen die gleichen textkritischen Methoden, um zu zeigen, dass die Bibel sehr viel historischer ist, als die alten Deutschen dachten. Das Kartenhaus der modernistischen Bibelforschung ist am Purzeln und wird weiter in sich zusammenfallen. Progressive Christen werden dann entweder zum historischen Christentum zurückkehren, oder ohne jeden Rest von Glauben den Ausgang suchen müssen.

6. Progressives Christentum wird aussterben, weil es keine großen Anforderungen an die Religiosität seiner Anhänger stellt. Fragen Sie irgendeinen Modernisten: „Warum sollte ich zur Kirche gehen?“. Was würde er antworten? „Du musst nicht zur Kirche gehen. Sie ist da, wenn du willst. Wenn es dir gut tut und du dich besser damit fühlst, sind wir für Sie da.“ Modernistische katholische Priester ringen ihre Hände und wundern sich, warum niemand mehr zur Messe kommt. Es liegt daran, dass sie vierzig Jahre lang gesagt haben „Es nicht wirklich eine Todsünde die Messe zu versäumen. Ihr solltet kommen, weil ihr Gott liebt, nicht weil ihr ihn fürchtet.“ Wenn auch dieser Gedanke durchaus löblich sein mag, sollten sie sich nicht wundern, wenn niemand mehr zur Messe kommt.

7. Der Progressive versteht selbst nicht wirklich, warum jemand religiös sein sollte. Er begann als religiöser Mensch, der an Sünde, Erlösung und die übernatürliche Geschichte geglaubt hat. Er wurde allmählich modernistisch, setzte seine religiöse Praxis jedoch fort, ohne jemals deren Notwendigkeit zu hinterfragen. Wenn er ehrlich ist und sich diese Frage stellt, wird er bald auch die religiöse Praxis einstellen. Außer, natürlich, er ist ein Kleriker. Wenn er berufsmäßig religiös ist, müsste er sich einen neuen Job suchen, also ist es einfacher für ihn, mit der Show weiter zu machen.

8. Progressive öffnen dem sittlichen Verfall Tür und Tor, was echte Religion ihrer Kraft beraubt. Alle supranaturalistischen Religionen fordern moralische Integrität, Selbstdisziplin und Zurückhaltung. Der Modernist betrachtet Religion nicht als Selbstverleugnung, sondern Selbsterfüllung. Hedonisten werden schnell erkennen, dass Religion – auch in ihrer verwässerten modernistischen Form – der Mühe nicht wert ist.

Ein weiterer Aspekt ist, dass progressive Christen künstliche Empfängnisverhütung benutzen und Abtreibung gutheißen. Es ist keine schwarze Kunst zu schließen, dass eine Population, das keine Babys mehr kriegt, in absehbarer Zeit aussterben wird.

9. Die Kirche des Südens ist im Aufstieg begriffen. Das Christentum ist in Afrika, Asien und Südamerika am lebendigsten. Die Christen dort sind sowohl historisch, als auch modern. Sie sind jung, sie sind tatkräftig und sie folgen einem freudigen und dynamischen Evangelium. Das Verfahren der afrikanischen Anglikaner, die Episkopalisten auszuschließen, ist ein Wink aus der Zukunft. Historisches Christentum wird sich erheben und das progressive Christentum besiegen, allein weil das Erste authentisch und das Zweite eine Fälschung ist.

10. Progressive sind langweilig und wohlanständig. Sie dachten einmal, dass sie die Radikalen sind, aber sie sind grau und spießig und Teil des Establishments geworden. Sie schwimmen immer mit dem Strom, besonders wenn der Strom vorgibt, „radikal“ oder „subversiv“ zu sein. Wohlanständigkeit ist der Todeskuss für echte Religion, und spießbürgerlicher Radikalismus ist das absolut Letzte.

11. Historische Christen sind nun die Radikalen. Wenn die ganze Welt liberal wird, dann ist der Konservative nunmehr der Radikale. Wenn die ganze Welt in moralischem Verfall verstrickt ist, dann wird Keuschheit radikal. Wenn die ganze Welt in Maßlosigkeit verzehrt wird, dann ist der, der fastet, ein Radikaler. Wenn die ganze Welt vom Relativismus verschlungen wird, dann ist der Dogmatiker der Radikale. Wenn die ganze Welt vom Materialismus geblendet wird, dann ist es der Supranaturalist, der radikal ist. Christentum ist nur frohe Botschaft, wenn es radikal ist, und deshalb sind es die historischen und heroischen Christen, die obsiegen werden.

12. Alle sind eingeladen... zu gehen. Die Ironie ist, dass „alle sind willkommen“ das letzte, unfehlbare Dogma der Progressiven ist. Sie werden nie realisieren, dass eine Religion nur eine Religion sein kann, wenn sie Grenzen hat. Es ist kein Verein, wenn es keine Mitgliedschafts-Regelungen gibt, und es ist keine Kirche, wenn sie keine Dogmen oder moralischen Anforderungen hat. Folglich wird es, während sie fröhlich rufen: „Dies ist ein Haus des Gebetes für alle Menschen“ zunehmend ein leeres Haus des Gebetes für keinen Menschen werden. Die Türen der progressiven Kirchen mögen weit geöffnet sein... aber nur, damit die Menschen so schnell wie möglich raus kommen.

Zum ersten Teil


25. März
Pierre Goursat

Vor 25 Jahren, am 25. März 1991, starb in Neuilly-sur-Seine im Alter von 76 Jahren Pierre Goursat, der Gründer der katholischen Gemeinschaft Emmanuel. 2010 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet.


25. März
Marcel Lefebvre

Vor 25 Jahren, am 25. März 1991, starb in Martigny im Alter von 85 Jahren Erzbischof Marcel Lefebvre. Den letzten Brief, den ich an ihn schrieb - aus Anlass der damals bevorstehenden Bischofsweihen - habe ich auf kath-info dokumentiert.


24. März
Abert Vanhoye

Vor zehn Jahren, am 24. März 2006, wurde Albert Vonhoye zum Kardinal ernannt. Albert Vonhoye wurde am 24 Juli 1923 im französischen Hazebrouck, westlich von Lille, geboren. Mit 18 Jahren trat er bei den Jesuiten ein. 1954 wurde er zum Priester geweiht, 1961 promovierte er in Exegese. 1990 bis 2001 war er Sekretär der Päpstlichen Bibelkommission. Eines seiner Hauptforschungsgebiete war der Hebräerbrief. Papst Benedikt XVI. nannte ihn bei der Ankündigung der Ernennungen einen "großen Exegeten". Vanhoye war von 1963 bis 1993 Professor am Päpstlichen Bibelinstitut. Dort wurde von ihm die Lizentiatsarbeit P. Franz Prosingers über die Wandlungsworte "Zur Übersetzung und Interpretation des Hyper pollon in Mk 14,24" betreut, die dazu beitrug, Papst Benedikt zu einer Korrektur jener Übersetzungen der Wandlungsworte zu bewegen, die das pro multis wie ein pro omnibus behandeln.


24. März
Poseners Bestätigung

Vor fünf Jahren, am 24. März 2011, übte bei Disput Berlin Alan Posener jene unlogische Kritik an Papst Benedikt, auf die ich unter dem Titel Poseners Bestätigung geantwortet hatte.


23. März
Erfolgreiche Aufklärung

Die Initiative Familienschutz hat ein Aufklärungsfaltblatt über die Gender-Ideologie und die Frühsexualisierung mit dem Titel Ein Fisch ist kein Fahrrad und ein Mann ist keine Frau herausgebracht und kann einen großen Erfolg verbuchen: Innerhalb weniger Wochen konnten schon über 200.000 Exemplare verteilt werden. Auf der Website der Initiative kann man es bestellen. Als PDF-Dokument ist das Faltblatt hier erhältlich.


23. März
Das Tauschgeschäft zwischen Brüssel und Riad

Die politische Weichenstellung zur Radikalisierung marokkanischer und algerischer Einwanderer in Belgien “begann de facto 1967 mit einem Tauschgeschäft zwischen Belgiens damaligem König Baudouin und dessen saudischem Königskollegen Faisal. Liefert uns preiswertes Öl, dann dürft ihr in Brüssel und ganz Belgien missionieren, lautete Beaudoins Angebot an Riad. Das bereits damals chronisch finanzschwache Belgien bekam das saudische Öl zum Vorzugspreis. Und im Gegenzug überließ Baudouin den Saudis den orientalischen Pavillion in Brüssels berühmten Park Cinquentenaire - und zwar per Pachtvertrag für 99 Jahre. Aus dem Pavillion wurde das Islamische Zentrum, die größte Moschee Brüssels, mittlerweile seit Jahrzehnten ein westliches Mekka für radikal-islamische Prediger.”
Außerdem ist Saudi-Arabien ein wichtiger Waffenabnehmer Belgiens: “Rund ein Drittel der in Belgien produzierten Handfeuerwaffen und Munition wird nach Recherchen des flämischen Friedensinstituts nach Saudi-Arabien exportiert.”

Das alles erfahren wir aus dem Beitrag Salafismus in Brüssel. Günstiges Öl gegen radikale Missionierung, von Ralph Sina, ausgestrahlt im Deutschlandradio am 26. November 2015.


22. März
Tolkien

Vor 100 Jahren, am 22. März 1916, heiratete der 24jährige J. R. R. Tolkien die um drei Jahre ältere Edith Mary Bratt. Diese war zuvor, am 8. Januar 1914, von der anglikanischen zur katholischen Kirche konvertiert. Ihrer lebenslänglichen, alle Hindernisse überwindenden Liebe setzte Tolkien im Silmarillion ein literarisches Denkmal in der Liebe zwischen Beren und der Elbenprinzessin Lúthien Tinúviel.

Vgl. auch: Tolkiens christliche Botschaft


21. März
Die kath-info-Glosse (13)
Wie die Kirche ihre Krise überwindet

Nur 38 % der deutschen Katholiken glauben, dass Jesus unser Erlöser ist, wie das Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) herausgefunden hat. Ich weiß ja nicht, ob die Tatsache, dass 62 % der Katholiken nicht an den Erlöser glauben, so wichtig ist, dass die Deutsche Bischofskonferenz auch ein solches Randthema einmal zum Gegenstand ihrer Beratungen auf der Vollversammlung machen könnte. Wichtiger für einige Theologen dagegen ist es, dass das Volk stärker in die Besetzung von Bischofsstühlen eingebunden wird. Demokratisierung der Kirche wird dieser Vorgang genannt, von dem jene Theologen das Heil erwarten. Tatsächlich wäre es doch wichtig, dass die erwähnten 62 % auch eine entsprechende Repräsentanz unter den Bischöfen fänden, oder nicht? Erst wenn zwei Drittel der Bischöfe die Rede von Jesus als unserem Erlöser für überholt halten, wäre die Kirche doch endlich auf der Höhe der Zeit angekommen, in der Gesellschaft anschlussfähig geworden und hätte ihre Krise überwunden.

Weitere Glossen


21. März
Zehn Jahre kath-info

Heute vor zehn Jahren, am 21. März 2006, ging das Portal zur katholischen Geisteswelt online.


20. März
Dettelbach

Vor 400 Jahren, am 20. März 1616, kamen die Franziskaner ins unterfränkische Dettelbach. Sie waren vom Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gerufen worden, um die Wallfahrt zur Wallfahrtskirche Maria im Sand zu betreuen, die auf eine wunderbare Heilung des Nikolaus Lemmerer im Jahre 1504 zurückgeht. Das Franziskanerkloster in Dettelbach wird im Januar 2017 geschlossen werden.


20. März
Battista Mantovano

Vor 500 Jahren, am 20. März 1516, starb im Alter von 68 Jahren in seiner Geburtsstadt Mantua der selige Battista Mantovano Spagnoli. Er trat 1463 in den Karmeliterorden ein, wurde ein bedeutender Dichter und Humanist und war befreundet mit Pico della Mirandola und Erasmus von Rotterdam, der ihn den “christlichen Vergil” nannte. 1885 wurde er seliggesprochen.


19. März
Neues Buch: Sakrament des Altares

P. Martin Ramm FSSP, Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus und Pfarrer der Personalpfarrei Hl. Maximilian Kolbe, hat ein neues Büchlein zur Vorbereitung auf die Erstkommunion herausgegeben. Es trägt den Titel Sakrament des Altares, hat 140 Seiten und ist ausgeschmückt mit Illustrationen von Dorothea Hageböck.
Der Inhalt des Kurses ist durch eine mehrjährige katechetische Erprobung gegangen. “Wir legen das Buch in die Hände von Priestern, Katecheten, Konvertiten, Müttern und Großmüttern. Überlegen Sie, wem Sie es schenken könnten!”, schreibt P. Ramm. Es kann kostenlos bzw. gegen eine freiwillige Spende auf der Website von Introibo bestellt werden.


19. März
Joseph Amberger

Vor 200 Jahren, am 19. März 1816, wurde im niederbayerischen Pfahl der Pastoraltheologe Joseph Amberger geboren. Seit 1845 dozierte er als Professor der Pastoral in Regensburg. “Sein gemütstiefes, teilweise mehr mystisch-erbauliches Hauptwerk, die Pastoraltheologie (3 Bde [Regensburg 1850-1857, 41883-87]), führt die von Drey und Möhler inspirierte und von A. Graf skizzierte historisch-ekklesiologische Konzeption der Pastoral durch. In seiner ganzheitlichen Schau der seelsorglich handelnden Kirche erreicht die Pastoral des 19. Jh. einen später wieder verlassenen Höhepunkt” (F. X. Arnold im LThK, 2. Auflage). Amberger starb am 19. Oktober 1889 in Regensburg.


18. März
Elia di San Clemente

Vor 10 Jahren, am 18. März 2006, wurde Sr. Elia di San Clemente OCD (mit bürgerlichem Namen Theodora Fracasso, 1901-1927) seliggesprochen. Sie war eine geistliche Tochter der kleinen hl. Theresia vom Kinde Jesu, die ihr im Alter von zehn Jahren in der Nacht vor ihrer Erstkommunion erschien. Diese Vision und die Lektüre der Geschichte einer Seele bedeutete für sie die Entdeckung des Kleinen Wegs zur Heiligkeit und ihrer Berufung in den Karmel.

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