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* * *

6. Juni
Der Himmel in uns

Zum morgigen Dreifaltigkeitsfest kann ich zwei Predigten anbieten: Wir feiern den Himmel und Gott über uns - Gott mit uns - Gott in uns.


6. Juni
Bischof Andrew Francis

Vor drei Jahren, am 6. Juni 2017, starb in Lahore im Alter von 70 Jahren Bischof Andrew Francis von Multan, Pakistan. Obwohl selber Opfer mehrerer islamistischer Anschläge, arbeitete er unter schwierigsten Bedingungen aus tiefem katholischen Glauben heraus an einer Aussöhnung zwischen Christen, Muslimen und Hindus. Am 8. Dezember 2012 weihte er seine Diözese dem Unbefleckten Herzen Mariens.


6. Juni
Die Märtyrer von Uganda

Vor 100 Jahren, am 6. Juni 1920, wurden die Märtyrer von Uganda seliggesprochen. Es handelt sich um den hl. Karl Langwa (1865-1886) und 21 Gefährten. Durch die Missionare des Kardinals Lavigerie waren sie zum Glauben gekommen. Wegen ihres Glaubens wurden sie unter Mwanga II. (1884–1903) bei lebendigem Leib zerstückelt und verbrannt. Am 8. Oktober 1964 wurden sie heiliggesprochen.


5. Juni
Den Sündern gnädig

Von P. Engelbert Recktenwald

Dieser Text ist als fünfter meiner Beiträge (von sieben) zu den Corona-Exerzitien der Tagespost erschienen. Die ersten vier finden Sie hier.

In seinen “Betrachtungen über die christliche Lehre” fragt der hl. John Henry Newman, woher es komme, dass wir in einer so elenden Welt leben. Von diesem Elend gibt er eine ausführliche Schilderung, in der es unter anderem heißt: “Welch schreckliche Plagen ziehen hin über die Erde: Krieg, Hungersnot und Seuchen! Warum das alles, o mein Gott!” Seine Antwort ist eindeutig: Alle diese Übel sind eine Frucht der Sünde, “sie sind nur die erste Rate der Sündenstrafe.”

Newman schildert drastisch alle möglichen Leiden, “Schmerzen in jedem Glied, Durst, Ruhelosigkeit und Fieberwahn”, um dann zu sagen, dass dies alles nichts im Vergleich sei zu der “furchtbaren Krankheit der Seele, die wir Sünde nennen.” Sie sind nur ein schwaches Bild der Sünde, ihr Schatten. “Lehre mich, was die Sünde ist!”, bittet Newman den Herrn in diesem Gebet, das sich an den “unendlich barmherzigen Gott” richtet. Es geht darum, zu erkennen, dass die Sünde “ein unendlich größeres Übel als Pest, Hunger und Krieg” sei.

Es ist interessant zu sehen, wie sehr selbst fromme Christen diese Sichtweise verlernt haben. Statt angesichts des Elends in der Welt eine klarere Erkenntnis über den Charakter der Sünde zu gewinnen, verdunkelt sich eher ihr Bild von Gottes Güte. Sie schieben Gott den Schwarzen Peter zu: “Wie kannst du das zulassen? Warum hast du das getan?”

Die richtige Sichtweise geht genau in die umgekehrte Richtung und wird uns in den Improperien, den Heilandsklagen des Karfreitags gelehrt. Da ist es der geschundene Herr, der uns fragt: “Mein Volk, was habe ich dir getan, womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.” So lautet der Refrain nach jeder Aufzählung dessen, was der Herr für sein Volk getan hat, z.B.: “Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste. Ich habe dich mit Manna gespeist und dich hineingeführt in das Land der Verheißung. Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.”

Newman hatte das verstanden: “Ich habe Dich ans Kreuz geschlagen, meine Sünde hat es getan”, schreibt er in seiner Betrachtung über die Hässlichkeit der Sünde. Er bekennt in vielen Wendungen vor dem Herrn seine Strafwürdigkeit. Und gerade deshalb ist die Barmherzigkeit des Herrn seine große Hoffnung, und wird er nicht müde, den Herrn zu loben: “Du bist überaus schön in Deiner ewigen Natur, o Herr. Du bist auch schön in Deinen Leiden.”

Was für ein Gegensatz zur heutigen Mentalität, die glaubt, dass erfahrenes Leid irgendeine Richterkompetenz über Gott verleihe! Als Seelsorger begegne ich immer wieder Menschen, die unter einem schweren Kreuz stöhnen. Diese meine ich nicht. Sie haben alles Recht auf Ernstgenommenwerden, Hilfe und Trost. Ich meine eher jene Betroffenheitsrhetorik und das Pseudopathos, mit dem selbst manche Theologen Gott anklagen, aber auch manche Fälle von Weinerlichkeit, mit der fromme Christen in Coronazeiten mehr sich selbst als den leidenden Herrn beklagen und bejammern!

Sind wir unzufrieden mit Gott? Bei vielen Heiligen können wir erkennen, dass sie nicht ein Problem damit hatten, dass Gott zu wenig, sondern dass er zu viel liebt. Seine kostbare Liebe verschwendet er an ein undankbares, widerspenstiges Geschlecht, dem er immer und immer wieder verzeiht. Deshalb wollte die kleine hl. Theresia sich als ein Ganz-Brandopfer der barmherzigen Liebe weihen, damit diese eine Herz findet, wo sie angenommen wird.

Wenn Christus im Gleichnis uns das Gebet des Zöllners „Sei mir Sünder gnädig“ als Vorbild hinstellt, dann bedeutet dies eine Absage an jede Anspruchsmentalität Gott gegenüber. Die Betrachtungen des hl. John Henry Newman sind nichts anderes als eine ausführliche Entfaltung dieses Gebets. Sie sind für uns ein kostbarer Wegführer, um uns auch in diesen schweren Zeiten dankbar als von Gottes Liebe Beschenkte zu wissen.

Diesen Text können Sie auch hören.


4. Juni
Monatsranking Mai 2020

Platz Monatsranking Mai 2020
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 670 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Zitatensammlung

+ 6
2

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

- 1
3

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 5
10

Recktenwald: Der Gottesbeweis Anselms v. Canterbury

- 5
20

Recktenwald: Die menschliche Handlung

- 2
30

Katholische Kirche und Nationalsozialismus

- 11
40

Swinburne: Gibt es einen Gott?

+ 18
50

Robert Spaemann

- 7
60

Maria Pinsker: Pater Pio und die geordnete Liebe

+ 28
100

Leo Kardinal Scheffczyk:
Entmythologisierung und Glaubenswahrheit in mythenloser Zeit

+ 89

Zum Ranking der Vormonate


4. Juni
Maria Elisabeth Hesselblad

Vor 150 Jahren, am 4. Juni 1870, wurde im schwedischen Herrljunga-Fåglavik Maria Elisabeth Hesselblad geboren. Mit 18 Jahren zog sie nach Amerika, lernte dort Katholiken kennen und konvertierte 1902 bei P. Giovanni Giorgio Hagen SJ zur katholischen Kirche. In Rom gründete sie ein Kloster der Birgittinnen, das während des Zweiten Weltkriegs Juden und andere Verfolgte aufnahm und rettete. Sie starb am 24. April 1957 in Rom. Im Jahr 2000 wurde sie seliggesprochen, 2005 wurde sie von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt und 2016 heiliggesprochen.


3. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über die Rose, von der wir leben, habe ich auf der Seite über Freiheit und Unterwerfung eingebettet, die über das unterschätzte Geschenk auf der Gebetsseite. Meine Podcastepisode über die Kirche finden Sie auf der Seite über den mündigen Christen, Bischof Voderholzers Kritik an der Themenauswahl des Synodalen Wegs (Worum geht es?) auf der Statistikseite.


3. Juni
Luigi Padovese

Vor zehn Jahren, am 3. Juni 2010, wurde im türkischen Iskenderun Luigi Padovese, Apostolischer Vikar von Anatolien und Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz, von seinem Chauffeur erstochen. Dieser schnitt ihm von hinten mit dem Ruf Allahu Akbar (Allah ist groß) den Hals durch. Dass der Chauffeur, ein Muslim, einige Jahre zuvor katholisch geworden sei, wurde von seinem Anwalt wie auch von Erzbischof Ruggero Franceschini von Smyrne zurückgewiesen. Dieser war der Vorgänger Padoveses in Anatolien und kannte den Chauffeur, der der Neffe eines früheren Bürgermeisters Iskenderuns war, persönlich.


2. Juni
Der Kulturrelativismus zwischen Fluch und Segen

Von P. Engelbert Recktenwald

Nicht nur Papst Benedikt XVI., auch der hl. Johannes Paul II. warnte eindringlich vor dem Relativismus. Er verhindere die klare Unterscheidung zwischen Gut und Böse und gefährde damit die sittlichen Grundlagen der Gesellschaft [1].

Nun ist die verbreitetste Form des Relativismus der sogenannte Kulturrelativismus, dem es gerade darum geht, jede Kultur in ihrem Eigenwert zu würdigen. Deshalb dürfe der Außenstehende, so die Doktrin, nicht die ihm eigenen, der Kultur aber fremden Maßstäbe an sie anlegen. Er dürfe nicht von außen über sie urteilen, sondern müsse den sogenannten emischen Standpunkt, also die jeweilige Innenperspektive der Kultur, einnehmen, um sie zu verstehen und ihr gerecht zu werden. Dahinter steht die Überzeugung, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen, angefangen von den Kulturen alter Naturvölker bis zu den Hochkulturen östlicher und westlicher Prägung, nicht nur die Lebensweise, Sitten, Bräuche und Konventionen betreffen, sondern auch die Maßstäbe dafür, wie sie moralisch zu bewerten sind. “Werturteile sind immer relativ zu dem kulturellen Hintergrund, aus dem sie erwachsen,” bringt es der Ethnologe Melville J. Herskovits (1895-1963), ein Schüler von Franz Boas, auf den Punkt [2]. Es gibt demnach keine allgemeinen, kulturübergreifenden Normen und Werte. Der Kulturrelativismus ist also mit einem ethischen Relativismus verbunden. Er leugnet nicht die Existenz moralischer Normen und Werte, sondern ihre universale Geltung. Mit anderen Worten: Was in dem einen Kulturkreis als gut gilt, kann in einem anderen als schlecht gelten, z.B. Infantizid und Senizid. Und eine andere Geltung als diese innerkulturelle gibt es nicht. Im Relativismus werden somit moralische Normen auf das Niveau gesellschaftlicher Konventionen herabgedrückt. Der Kulturrelativist wertet nicht, sondern lässt die Werte der jeweiligen Kultur gelten, weil es für ihn keinen absoluten Maßstab gibt, mit dem er wiederum diese Geltung, also die moralischen Standards der Kultur beurteilen könnte.

Begründer des modernen Kulturrelativismus ist der Ethnologe Franz Boas (1885-1942). Seine Schule dominiert bis heute die Ethnologie, so dass Bernard Williams den Relativismus als “die typische Häresie der Ethnologen” bezeichnen konnte [3].

Boas’ Relativismus bedeutete für die Kulturanthropologie einen Paradigmenwechsel. Bis dahin wurden die Kulturen auf dem Hintergrund eines kulturellen Fortschritts gesehen, dessen Spitze die europäische Kultur darstellt. Dieser Fortschrittsglaube war ein Produkt der Aufklärung. Die Unterschiede zwischen den Kulturen wurden im Sinne verschiedener Entwicklungsstufen gedeutet. Der damalige Stand der europäischen Kultur, nämlich der Vernunftglaube der Aufklärung, wurde dabei wie selbstverständlich als Maßstab an die als mehr oder weniger primitiv qualifizierten Kulturen der außereuropäischen Völker angelegt. Voltaire, Turgot und Condorcet haben dem Fortschrittsoptimismus am meisten gehuldigt. Dabei zeigten sie missionarischen Eifer. Die aufgeklärten Europäer sollten die “wilden Nationen” zivilisieren und ihnen die Segnungen der Aufklärung und der Vernunft bringen. Der Zustand der Vollkommenheit, auf den sich die Menschheit zubewege, bestehe gerade im Wegfall der kulturellen Unterschiede. Der Unterschied, so meinte Nicolas de Condorcet, zwischen “der Barbarei der afrikanischen Stämme, der Unwissenheit der Wilden” und dem Zustand der Zivilisation, “den die aufgeklärtesten, freiesten und vorurteilslosesten Völker, wie die Franzosen und die Anglo-Amerikaner, erreicht haben”, muss und wird verschwinden [4].

Diese naive Gleichsetzung der eigenen Kultur mit einem absoluten Maßstab, an dem sich andere Kulturen in einer Weise messen müssen, dass jeder Unterschied als Defizit erscheint, ist genau jener Ethnozentrismus, den Boas und seine Schüler mit Hilfe des Kulturrelativismus überwinden wollten. Insofern erscheint dieser Relativismus als Aufklärung über die Aufklärung; als Aufklärung, die sich der eigenen Standpunktbezogenheit bewusst ist, als die “wahre” Aufklärung.

Noch heute verstehen Relativisten sich so: “Wahre Aufklärung kann nur kulturrelativistisch argumentieren,” schrieb noch am 24. Januar 2017 der Ethnologe Bernhard Streck [5]. Gleichzeitig lassen sie oft mangelnde Reflexion über die Implikationen ihrer eigenen Position erkennen. Ist ihre Forderung nach Achtung, Würdigung oder zumindest Toleranz fremder Kulturen ihrerseits nur eine partikulare Norm der westlichen Kultur oder eine universale Norm?

Der Relativist hat zwei Optionen, was den Umgang mit der Toleranz angeht. Die eine beschreibt der Philosoph Paul W. Taylor (1923-2015) so: Der normativ-ethische Relativist “vertritt auch in bezug auf die Toleranz eine relativistische Auffassung” [6]; “... wenn er konsequent ist”, müsste Taylor allerdings hinzufügen. Der konsequente Kulturrelativist müsste sagen: Ich bin tolerant, weil Toleranz ein Wert der Kultur ist, der ich angehöre. Doch in Wirklichkeit - und das ist die zweite Option - folgern Boas und seine Schüler die Toleranz aus der Unterschiedlichkeit der Kulturen und deren jeweiligem Eigenwert. Das heißt, Toleranz ist für sie eine universale Norm, weil sie gerade kulturübergreifend das Verhältnis zwischen den Kulturen regeln soll. Herskovits etwa spricht von der “Würde”, “die allen Sitten und Gebräuchen zukommt”, vom “Wert der Vielfalt von Kulturen.” Er spricht von der “Notwendigkeit der Toleranz gegenüber allen Überzeugungen, selbst wenn sie von den eigenen abweichen”, und unterstreicht “die Gültigkeit jedes Regelsystems und aller seine Wertimplikationen für jene Menschen, die danach leben” (Herskovits 1978, S. 58). Er fordert die Toleranz also nicht deshalb, weil sie zufällig eine Partikularnorm seiner eigenen Kultur ist, sondern weil er sie für eine universale Norm hält, die dem kulturübergreifenden Wert der Kulturenvielfalt und dem jeweiligen Eigenwert einer jeden Kultur gerecht wird. Und dieser Eigenwert wird wiederum nicht verstanden als ein bloß relativer Wert in Bezug auf die der Kultur eigenen Wertmaßstäbe, sondern als ein absoluter Wert, weil er ja gerade auch die Achtung kulturfremder Menschen fordert.

So steht der Relativist vor einem Dilemma: Entweder hält er die Toleranzforderung für eine partikulare oder für eine universale Norm.

Im ersten Fall ist er konsequent und spricht der Toleranzforderung eine universale Geltung ab. Dann kann er Toleranz nicht im Namen des Wertes einer jeden Kultur, der von allen zu achten sei, einfordern, sondern nur von den Angehörigen jener Kulturen, in denen Toleranz als Partikularnorm sowieso anerkannt ist. Er kann auch nicht behaupten, dass eine tolerante Kultur besser sei als eine intolerante. Er hat auch keinen Maßstab zur Beurteilung von Bemühungen, durch Reformen, etwa durch die Abschaffung der Sklaverei oder die Emanzipation der Frau, die moralischen Standards einer Kultur zu ändern. Denn nach den Maßstäben einer Sklavenhaltergesellschaft sind solche Reformen schlecht, und universale Normen, auf die sich der Reformer gegenüber den Verfechtern des Status quo berufen könnte, gibt es laut den Relativisten nicht.

Im zweiten Fall ist der Relativist inkonsequent und erkennt doch implizit universale Normen und Werte an, obwohl er sie explizit verwirft. Er verwirft die universale Geltung moralischer Normen, propagiert aber die universale Geltung der Toleranz. Er leugnet universale Werte, reklamiert aber für Kulturgüter universale Anerkennung. Dieser Denkstil befindet sich in einem performativen Selbstwiderspruch. Bernard Williams nennt deshalb den Relativismus “die absurdeste Anschauung”, die in der Moralphilosophie je vertreten wurde (Williams 1978, S. 28).

Anmerkungen:

[1] Ansprache beim internationalen Treffen der Führer der Christdemokraten in Rom am 23. November 1991

[2] Melville J. Herskovits, Man and his Works, New York: Alfred A. Knopf 111970, dt. Übersetzung in: R. Ginters, Relativismus in der Ethik, Düsseldorf: Patmos 1978, S. 52.

[3] Bernard Williams, Der Begriff der Moral, Stuttgart: Reclam 1978, S. 28.

[4] Marie Jean Antoine de Condorcet, Der Fortschritt des menschlichen Geistes (1794), in: Barbara Stollberg-Rilinger, Europa im Jahrhundert der Aufklärung, Stuttgart: Reclam 2000, S. 368.

[5] Bernhard Streck, Alle Kultur ist prekär. Die relativistische Ethnologie als Aufklärung, mit Datum vom 24. Januar 2017 veröffentlicht auf der Website des Global South Studies Center Cologne http://gssc.uni-koeln.de/node/1416, abgerufen am 15. Februar 2017.

[6] Paul W. Taylor, Principles of Ethics, Encino und Belmont: Dickenson Publishing Company 1975, dt. Übersetzung in: R. Ginters, Relativismus in der Ethik, Düsseldorf: Patmos 1978, S. 38.

wird fortgesetzt

Dieser Aufsatz erschien zuerst in Die Neue Ordnung, Dezember 2017, S. 453-460. Sie können ihn auch hören.


1. Juni
Jahresranking 2019: Die Top 100

Vierter Teil: Die Plätze 61 bis 80

Wie im letzten Jahr gebe ich die 100 auf kath-info meistgelesenen Seiten des vorangegangenen Jahres in mehreren Schritten bekannt. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist.

Platz Jahresranking 2019
Die Top 100 von über 660 Seiten
4. Teil: Die Plätze 61-80
Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
61

Margot Hintzpeter: Eine Liebesgeschichte der besonderen Art: über Torsten Hartung

+ 55
62

Zum Thema Abtreibung

- 7
63

Erich Fink: Bruno Cornacchiola

+ 86
64

Recktenwald: Maria im Heilsplan Gottes

+ 14
65

Über Josef Pieper

+ 2
65

Das moralische Prinzip der doppelten Wirkung

+ 5
67

Josef Pieper: Was heißt philosophieren?

+ 10
68

Skandalöses im LThK

- 5
69

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

- 33
70

Walter Hoeres: Adorno oder der zweideutige Fortschritt

+ 27
71

Prosinger: Was heißt glauben? Ein biblischer Streifzug

+ 1
72

Eduard Kamenicky: Satan im Vormarsch?

+ 59
73

Franz Prosinger: Über Duc in altum

+ 3
74

Christa Meves: Die Mutter gehört zum Kind

+ 22
75

Recktenwald / Bordat: Fasten

- 30
76

Über den Missbrauchsskandal in der Kirche

- 16
77

Christian Spaemann: Die gegenwärtige Psychotherapieszene und die Frage nach dem Sinn

- 4
78

Der Streit um die Evolution

+ 1
79

Pius XII. und die Juden

- 13
80

Zur Hirntoddebatte

- 57

Zu den Plätzen 1 bis 60


31. Mai
So schnell kann’s gehen

Vor 100 Jahren, am 31. Mai 1920, wurde die hl. Ursula Ledóchowska (1865–1939) von Papst Benedikt XV. empfangen. Die Heilige wollte ihm ihren Plan der Gründung einer Gemeinschaft vorlegen, die ihr bereits erfolgreich begonnenes Apostolat unter Waisenkindern fortsetzen sollte. Diese Audienz wurde ein Fehlschlag, weil der Papst nur lückenhaft informiert war. Der Rückschlag war für Ursula so schlimm, dass sie eine heftige Fieberattacke bekam, so dass sie von ihrer Schwester, der seligen Maria Theresia Ledóchowska, gepflegt werden musste. Doch der Papst wurde nachträglich über den wahren Sachverhalt informiert und zögerte nicht, seine Entscheidung zu revidieren. Am 7. Juli 1920 ermächtige er sie, “ihr autonomes Kloster in eine religiöse Kongregation umzuwandeln. Dies war die Geburtsstunde der Kongregation der Ursulinen vom Herzen Jesu in Agonie, die sich um die Erziehung minderbemittelter junger Mädchen, um Arme, Alte und Kinder kümmern sollte” (Quelle).
Ursula Ledóchowska wurde 1983 selig- 2003 heiliggesprochen.


31. Mai
Texas

Vor 10 Jahren, am 31. Mai 2010, wurde die Niederlassung der Petrusbruderschaft in Tyler (Texas), das Haus St. Pedro Maldonado, kanonisch errichtet.


31. Mai
Wien

Vor 25 Jahren, am 31. Mai 1995, wurde die Niederlassung der Petrusbruderschaft in Wien, das Haus St. Leopold, kanonisch errichtet.


30. Mai
Die Seele der Kirche

Eine Predigt von mir zum Pfingstfest.


30. Mai
Chesterton-Video

Vor zehn Jahren habe ich mein erstes, selbstgebasteltes Video auf Youtube veröffentlicht. Es ging über Chesterton.


30. Mai
Pierina de Micheli

Vor zehn Jahren, am 30. Mai 2010, wurde Pierina de Micheli (1890-1945) seliggesprochen. Durch ein mystisches Erlebnis im Alter von elf Jahren wurde die Mailänderin zu einer großen Verehrerin des heiligsten Antlitzes Jesu.


29. Mai
Wir brauchen standhafte Christen!

Mein neuester Podcast: Die hl. Edith Stein zeigt uns, was Standhaftigkeit in Krisenzeiten bedeutet.


29. Mai
Mary Elizabeth Lancaster

Vor einem Jahr, am 29. Mai 2019, starb im Alter von 95 Jahren Mary Elizabeth Lancaster. Sie trat in den Benediktinerinnenorden ein und legte als Schwester Mary Wilhelmina mit 20 Jahren ihre Gelübde ab. 1995 gründete sie in der Diöese Scranton zusammen mit P. Arnauld Devillers FSSP die Benediktinerinnen von Maria, der Königin der Apostel, die sich dem Gebet für die Priester widmen.


28. Mai
Fenster in die Zeitlosigkeit

Die traditionelle Liturgie ist ein wunderbarer Ausdruck unseres Glaubens - reich an Symbolen, Handlungen und Ästhetik. Ich sehe, dass sich zunehmend junge Menschen für diese Liturgie interessieren, weil sie ein Fenster in die Zeitlosigkeit öffnet, während die Zeit immer schneller rennt. Sie bietet auch einen Gegenpol zu uns selbst, indem sie das Heilige, Ewige und Vollkommene in den Fokus rückt.

Aus: Kristina Bullova, In den Sinuskurven des religiösen Lebens, in: Vatican-Magazin Mai 2020, S. 67.

Weitere Zeugnisse über die traditionelle Liturgie


27. Mai
Das Zitat

Nichts darf Ihnen als Hindernis auf dem Weg zu Ihm erscheinen. Achten Sie nicht so sehr darauf, ob Sie begeistert oder mutlos sind; es gehört zum Gesetz der Verbannung, dass man so von einer Verfassung in die andere wechselt. Glauben Sie dann, dass er sich niemals verändert, dass Er in Seiner Güte sich immer über Sie neigt, um Sie mitzunehmen und in Sich zu bergen.

Hl. Elisabeth von der Dreifaltigkeit


27. Mai
Sklerotische Ortskirche

Schon bei seinem [Johannes Pauls II.] ersten Deutschland-Besuch 1980 trat ihm eine Vertreterin des BDKJ gegenüber und forderte nach Ton und Inhalt, was nach Ton und Inhalt auf dem Synodalen Weg bis heute nachhallt. Einem kraftstrotzenden Inspirator der Weltkirche auf dem Weg ins dritte Jahrtausend stand zunehmend eine in Abwehrkämpfen organisierte sklerotische Ortskirche gegenüber. Die Liste der Auseinandersetzung ist lang: die Weltjugendtage störten die Kreise der kirchensteuerfinanzierten Verbandsjugend. Der Weltkatechismus wurde als Rückfall in die schwarze Pädagogik entsorgt...

Aus: Oliver Maksan, Die verpasste Chance, in der Tagespost vom 22. Mai 2020.

Weitere Schlaglichter auf den Zustand der deutschen Kirche


26. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zeugnis von Pfr. Andreas Palocsay über seine Erfahrung mit den Brigittagebeten ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Predigt Christus in der Gewalt seiner Feinde ist auf der Christkönigtumsseite eingebettet, die Predigt Erlösung ist wie Fußball auf der Erbsündeseite. Das erhellende Schlaglicht, das Hedwig von Beverfoerde auf Kentlers pädophiles Netzwerk wirft, finden Sie auf der einschlägigen Themenseite (Genderideologie: Welches Netzwerk?).


26. Mai
Eisiges Schweigen

Erinnert man sich noch an den ebenso wütenden wie pöbelhaften Proteststurm, mit dem der Essener Katholikentag von 1968 auf Pauls VI. längst als prophetisch erkannte „Pillenenzyklika“ Humanae vitae geantwortet hat? Damals hatten sich nur zwei der deutschen Moraltheologen - Gustav Ermecke und Bernhard Schöpf – auf die Seite des Papstes geschlagen. Sie wurden gnadenlos dafür abgestraft. Weiß man noch, dass Kardinal Döpfner, Vorsitzender der DBK, jenen Brief des Berliner Kardinals Bengsch an die DBK, in dem die Bischöfe der DDR sich zur Enzyklika des Papstes bekannten, einfach unterschlagen hat? Nur so konnte es zu jener „Königsteiner Erklärung“ kommen, in welcher die DBK den Gebrauch von Antikonzeptiva dem individuellen Gewissensurteil überließ. Damit war ein Dammbruch geschehen. Johannes Pauls II. wiederholte Aufforderung, die fatale Erklärung zu revidieren, wurde seitens der DBK mit eisigem Schweigen beantwortet.

Aus: Walter Kardinal Brandmüller, Wer im Glashaus sitzt, in der Tagespost vom 7. Mai 2020


25. Mai
Das Zeugnis des Heiligen Geistes

Christus sagt voraus, dass der Heilige Geist Zeugnis von ihm ablegen wird. Worin besteht dieses Zeugnis? Nach dem hl. Thomas von Aquin ist es ein dreifaches. Das habe ich gestern in der Predigt zum Sonntag nach Christi Himmelfahrt erklärt.

Recktenwald-Predigten Sonntag nach Himmelfahrt: Das Zeugnis des Heiligen Geistes

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25. Mai
Christopher Dawson

Vor 50 Jahren, am 25. Mai 1970, starb in Budleigh Salterton, Devon, England, Christopher Dawson, einer der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde am selben Tag geboren wie Dietrich von Hildebrand, am 12. Oktober 1889. Beide wurden auch im selben Jahr katholisch, 1914. Seine Werke trugen dazu bei, dass der Philosoph Michael Dummett zum Glauben an Gott fand. Sein berühmtestes Werk ist Die Gestaltung des Abendlandes, ebenso lesenswert ist Die wahre Einheit der europäischen Kultur.


24. Mai
Das Leben des heiligen Franz Xaver

Von Wolfgang Reithmeier, bearbeitet von Joseph Firnstein und Paolo D'Angona

Zweites Kapitel

Franz Xaver reist nach Venedig - Seine Reise nach Rom - Seine Einsamkeit, seine erste heilige Messe - Xaver wird krank, sein Aufenthalt in Bologna - Er wird zum Missionar in Indien ernannt - Seine Reise nach Lissabon - Aufenthalt daselbst

Nachdem alle Gefährten des heiligen Ignatius im nächsten Jahr ihre theologischen Studien vollendet hatten, reisten sie am 15. November 1536 von Paris ab, um sich nach Venedig zu begeben, wo sie verabredungsgemäß Pater Ignatius treffen sollten, der schon früher, um Geschäfte in der Heimat zu ordnen, nach Spanien abgereist war. Kurz vor der Abreise hatte sich Xaver, den sein Eifer manchmal zu weit trieb, seine Arme und Schenkel mit dünnen Schnüren gebunden, um für sich für jene Regung der Eitelkeit zu bestrafen, die ihn bei der Erinnerung, die jungen Leute seines Alters im Laufen und Springen übertroffen zu haben, angewandelt hatte. Er glaubte nicht, daß ihn diese Schnüre im Gehen hindern würden; indes bald schwollen ihm die Beine an, und die Schnüre drangen so tief in das Fleisch ein, daß man sie kaum mehr sehen konnte. Den dadurch verursachten Schmerz ertrug er mit viel Geduld; jedoch bald konnte er nicht mehr weitergehen; die Ursache seines Unwohlseins konnte nun nicht mehr verborgen bleiben. Seine Gefährten riefen einen Wundarzt herbei, dieser aber erklärte, das Übel sei unheilbar, denn die Einschnitte, die man machen könnte, würden die Schmerzen nur vermehren. Peter Faber, Laynez und die Anderen verbrachten die Nacht im Gebet, und schon am nächsten Morgen fand Xaver beim Erwachen die Schnüre abgefallen und die Schenkel frei von jeder Geschwulst; nur die Male von den Schnüren waren noch sichtbar. Alle dankten Gott für die wunderbare Heilung und setzten trotz der rauhen Winterzeit ihre Reise weiter fort. Inzwischen nahm Xaver jede Gelegenheit wahr, seinen Gefährten zu dienen und ihnen Liebesdienste zu erweisen. So wanderten sie durch Lothringen und durch Deutschland zu Fuß über die Alpen nach Italien.

Am 8. Januar 1537 kamen sie in Venedig an, wo sie zu ihrer größten Freude Pater Ignatius antrafen. Sie verteilten sich dort in die Spitäler der Stadt, um die Kranken zu pflegen, bis sie eine Gelegenheit finden würden, in das Heilige Land zu reisen. Unserem Xaver wurde das Spital der Unheilbaren zugeteilt. Bei Tag verband er die Wunden der Kranken, richtete ihnen die Betten und erwies ihnen alle Dienste, die ihm die Liebe eingab; die Nacht hindurch gönnte er sich nur wenig Ruhe, die übrige Zeit brachte er, wie sein Heiland, im Gebete zu. Nicht bloß in körperlichen Leiden unterstützte er die Kranken, sondern bemühte sich auch, obwohl der Landessprache unkundig, mit ihnen von Gott und göttliche Dingen zu reden; ermahnte Leichtsinnige zur Buße, indem er ihnen begreiflich zu machen suchte, daß, wenn auch ihre leiblichen Krankheiten unheilbar wären, die Gebrechen ihrer Seelen es nicht seien, und daß, wie groß die Sünden auch sein mögen, die wir begangen haben, wir doch jederzeit auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen sollen. Eine besondere Vorliebe hatte er für diejenigen, die mit ekelhaften Krankheiten angesteckt waren. Einer dieser Unglücklichen hatte ein schauderhaftes Geschwür, dessen Geruch unerträglich war. Niemand wagte es, sich dem Unglücklichen zu nähern. Xaver selbst fühlte einen großen Abscheu, als er ihn bedienen sollte. Aber er erinnerte sich der Lehre des Ignatius, daß man nur so weit in der Tugend Fortschritte mache, wie man sich selbst überwinde, und daß man die Gelegenheit, Gott ein großes Opfer zu bringen, nicht ungenutzt vorübergehen lassen dürfe. Er faßte Mut, näherte sich dem Kranken, umarmte ihn, drückte den Mund auf das Eitergeschwür und sog den Eiter heraus. In demselben Augenblick war der Ekel überwunden, und dieser einmal errungene Sieg über sich selbst befreite ihn für immer davon und erlangte ihm die Gnade, gegen nichts mehr Ekel zu empfinden.

Zwei Monate hatte unser Franz Xaver mit diesen Liebensdiensten und anderen Übungen christlicher Frömmigkeit zugebracht.

Der heilige Ignatius schickte seine Gefährten nach Rom, um vor ihrer Abreise in das heilige Land von Papst Paul III. den Apostolischen Segen zu erbitten. Bei ständigem Regen und Mangel an Nahrungsmitteln mußten sie vieles auf dieser Reise nach Rom erdulden. Xaver, von Liebe zum Leiden erfüllt, richtete seine Gefährten immer wieder auf, wenn ihre Kräfte erschöpft waren und ihr Mut zu sinken begann.

In Rom angekommen, war es Xavers erste Sorge, die Kirchen zu besuchen und sich am Grab der heiligen Apostel Petrus und Paulus dem Dienst des Evangeliums zu weihen. Danach wurden Xaver und seine Gefährten durch den spanischen Doktor Peter Ortiz, der sie von Paris aus kannte, in den Vatikan zum Heiligen Vater geführt, der sie sehr wohlwollend aufnahm, ihnen den Segen für die Reise in das Heilige Land erteilte, und denjenigen, die noch nicht Priester waren, die Erlaubnis gab, sich die heiligen Weihen von jedem jedem beliebigen katholischen Bischof spenden zu lassen. Nach Venedig zurückgekehrt, legte Xaver mit den Anderen in die Hände des päpstlichen Nuntius, Hieronymus Veralli, das Gelübde der Armut und Keuschheit ab, und übernahm dann wieder sein früheres Amt im Spital der Unheilbaren.

Der bereits ausgebrochene Krieg zwischen den Türken und Venetianern hatte den Verkehr mit dem Orient aufgehoben, so daß in diesem Jahre nicht einmal das gewöhnliche Pilgerschiff nach Jerusalem abgehen konnte. Dies war für Xaver ein überaus großer Schmerz, denn er sah sich nicht bloß der Hoffnung beraubt, die heiligen Orte, wo der göttliche Heiland gewandelt, seine Wunder gewirkt und sein Blut zur Erlösung der Menschen vergossen hatte, zu besuchen, sondern auch des Glückes, zur Verherrlichung des göttlichen Namens sein Blut zu vergießen und die Krone des Martyrertodes zu erlangen. Er bereitete sich nun zur Feier seiner ersten heiligen Messe vor. Er zog sich in einen vier Meilen von Padua entfernten Marktflecken zurück, wo er eine ganz verfallene Hütte fand, die ihm für seinen Zweck passend schien. Hier verbrachte er vierzig Tage, schlief auf der Erde, war jedem Ungemach der Witterung preisgegeben, lebte von etwas Brot, das er sich in der Umgebung erbettelte. Sein Geist aber genoß in der Betrachtung der himmlischen Wahrheiten Trost und Freude. Nach vierzig Tagen lehrte er die Unwissenden in den Dörfern und Flecken dieser Gegend, besonders in Monfelice, wo das Volk sehr roh und in den Pflichten des Christentums sehr wenig unterrichtet war. Er hielt täglich Christenlehre und seine Worte, vom Geist der Buße durchdrungen, brachten große Wirkungen hervor. So verbrachte er zwei bis drei Monate. Danach empfing er die heilige Priesterweihe mit tiefster Andacht, Ehrfurcht und Demut aus den Händen des Vinzenz Nigusanti, Bischofs von Arba. Es war der 24. Juni 1537, an dem Xaver mit der priesterlichen Würde beschenkt wurde.

Ignatius ließ schließlich seine Gefährten nach Vicenza reisen, wohin sich auch Xaver nach seiner Geistessammlung begab, um sein erstes heiliges Meßopfer darzubringen. Bei dieser heiligen Handlung vergoß er so viele Tränen, daß dies alle Anwesenden rührte.

Sein ununterbrochener Eifer in Liebesdiensten und die ihn verzehrende Glut der Frömmigkeit griff seine Kräfte und seine Gesundheit so heftig an, daß er wenige Tage nach seiner ersten heiligen Messe krank wurde und in ein Spital gebracht werden mußte. Das Spital aber war arm und mit Kranken so überfüllt, daß ihm nur die Hälfte eines sehr schlechten Bettes in einer Kammer, die von allen Seiten offen war, gegeben werden konnte. Ebenso dürftig und ärmlich war die Nahrung. Aber je größer das irdische Elend, desto reicher war der Trost des Himmels.

Xaver hatte eine ganz besondere Andacht zum heiligen Hieronymus. Immer, wenn er eine Stelle in der Heiligen Schrift nicht verstand, nahm er zu ihm seine Zuflucht. Der Heilige erschien ihm eines Nachts von himmlischem Glanz umgeben, tröstete ihn in seiner Krankheit und verkündete ihm zugleich, daß ihn noch größere Trübsal in Bologna erwarte, wo er und einer seiner Gefährten den ganzen Winter zubringen müßten. Durch diese Erscheinung fühlte sich Xaver so gestärkt, daß er bald ganz gesund wurde. Der heilige Ignatius sandte Xaver wirklich mit Bobadilla nach Bologna, ohne von der Erscheinung Xavers etwas gewußt zu haben. Sobald er in Bologna angekommen war, begab er sich zum Grab des heiligen Dominikus, um dort das Meßopfer darzubringen, weil er diesen Ordensstifter besonders verehrte.

Zunächst wohnte er im Spital. Eine fromme Jungfrau, die seine Andacht und Glut bei der Feier des heiligen Opfers sah, erkannte in ihm einen Auserwählten des Herrn und bat ihren Onkel dringend, er möge Xaver in sein Haus aufnehmen.

Dieser, Hieronymus Casalini, ein durch Geburt und Tugenden hervorragender Geistlicher, besuchte den spanischen Priester im Spital und drang in ihn, in seinem Hause zu wohnen, womit Xaver schließlich einverstanden war; aber niemand konnte ihn überreden, bei Tisch sein Gast zu sein, sondern er erbettelte sein Brot von Haus zu Haus und lebte von den Almosen, die ihm gereicht wurden.

In der Kirche der heiligen Luzia, wo Casalini Pfarrer war, feierte er die göttlichen Geheimnisse, hörte die Beichten aller Personen, die ihn darum baten, besuchte dann die Gefängnisse und Spitäler, unterrichtete die Kinder in der christlichen Religion und predigte dem Volk. Weil er in der Landessprache zu wenig bewandert war, bediente er sich einer Mischung der französischen, spanischen und italienischen Sprache; aber er sprach mit solcher Kraft und Frömmigkeit, das niemand auf seinen Akzent oder die sonstigen sprachlichen Fehler achtete. Seine Zuhörer hörten ihn wie einen Gesandten des Himmels an und warfen sich nach seiner Predigt zu seinen Füßen, und baten ihn, er möge ihre Beichten hören.

Diese ununterbrochenen Anstrengungen während eines so rauhen Winters erschöpften abermals seine Kräfte, so daß er viel kranker wurde, als zuvor, womit sich die Prophezeiung des heiligen Hieronymus bestätigte. Denn ein bösartiges, hartnäckiges, viertägiges Fieber schwächte ihn und ließ ihn so sehr abmagern, daß er nur noch einem Knochengerippe glich. Jedoch erschien er, ungeachtet dieser Schwäche, auf den öffenlichen Plätzen, um die Vorübergehenden zur Buße zu mahnen. Wenn ihm vor Schwäche die Stimme brach, so sprach statt seiner - als ein Bild des Todes - sein blasses Gesicht, und schon seine Gegenwart brachte wunderbare Früchte hervor.

Hieronymus Casalini machte sich die Unterweisungen und Beispiele des heiligen Mannes wohl zu Nutze, so daß er in kurzer Zeit zu einer hohen Stufe der Heiligkeit gelangte. Er beobachtete den heiligen Xaver überall. Und von diesem tugendhaften Geistlichen weiß man, daß Xaver den ganzen Tag arbeitete und die Nacht im Gebet verbrachte; daß er an Freitagen, an denen er die Votivmesse vom heiligen Leiden Christi las, viele Tränen vergoß und oft in Ekstase geriet; daß er wenig sprach, aber alle seine Worte voll Geist und Frömmigkeit waren.

wird fortgesetzt.

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23. Mai
Trost und Hoffnung

Morgen feiern wir den Sonntag nach Christi Himmelfahrt. Dazu kann ich drei verschiedene Predigten anbieten, die ich 2016, 2017 und letztes Jahr gehalten habe.


23. Mai
Albert Christian Sellner

Vor 75 Jahren, am 23. Mai 1945, wurde in Litoměřice, Tschechoslowakei, der Publizist Albert Christian Sellner geboren. Zunächst überzeugter Kommunist, fand er schließlich zum katholischen Glauben. Als der emeritierte Papst Benedikt letztes Jahr wegen seiner Ursachenanalyse der kirchlichen Missbrauchsskandale heftig kritisiert wurde, gab ihm Sellner als ehemaliger 68er ausdrücklich recht. Sein Artikel Die "Sexuelle Revolution" und ihr Scheitern erschien im Vatican-Magazin, auf CNADeutsch und als Vorwort in dem Buch Ja, es gibt Sünde in der Kirche – Zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, fe-medienverlag.


23. Mai
Oliver Plunkett

Vor 100 Jahren, am 23. Mai 1920, wurde Oliver Plunkett (1625-1681), ein Märtyrer der anglikanischen Katholikenverfolgung unter Karl II., seliggesprochen. Die Heiligsprechung folgte am 12. Oktober 1975.


22. Mai
Hat Er uns verlassen?

Meine Predigt zu Christi Himmelfahrt: verstehen, welchen Vertrauensbeweis der Herr uns entgegengebracht hat.

Recktenwald-Predigten Christi Himmelfahrt: Hat Er uns verlassen?

22. Mai
Über den Sprachgenderismus

Redewendungen wie "Übung macht den Meister" oder "Der Klügere gibt nach" dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf. Sätze wie "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer" könnten überhaupt nicht mehr formuliert werden, da die sprachfeministisch korrekten Versionen "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen" oder "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen und Zuhörer" ad absurdum führen würden. (...) Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie ...

Der Dichter Reiner Kunze in den Passauer Neuen Nachrichten. Der Text ist zwar schon zwei Jahre alt, aber aktueller denn je und überaus lesenswert.


21. Mai
Das Zitat

Eine sorgfältige Hausmutter tut alle Tage den Staub von ihrem Hausgerät, damit er sich nicht zu dick und fest ansetzt. Ein sorgfältiger, kluger Schiffer schöpft alle Tage das Wasser aus, das unbemerkt und allmählich in das Schiff dringt. Will der Mensch ein reines Herz behalten, so ist es nötig, dass er alle Tage den Schmutz wieder auskehre und das Gewissen durch tägliche Prüfung sauber halte. Sonst wird es mit Schmutz dermaßen gefüllt, dass er sich endlich selbst scheut und schämt, hineinzugehen und den Greuel der Verwüstung anzuschauen.

Hl. Bernhard von Clairvaux


21. Mai
Das Erlebnis von Hellmut Laun

Eine Predigt zu Christi Himmelfahrt. Hellmut Laun war der Vater von Weihbischof Andreas Laun.


20. Mai
Zum Vater

Eine Predigt von Franz Prosinger über Joh 16, 28 zum fünften Sonntag nach Ostern.


20. Mai
Bücher mit Wirkung

Bücher wirken. Wenn es gut läuft, wirken sie in der Tiefe. Diese Erfahrung habe ich mehrfach mit Seewald-Ratzinger-Büchern gemacht. Nur ein Beispiel: “Salz der Erde” faszinierte einen Geschichts-Lehrer meiner früheren Schule - ein ziemlich kritischer Geist - derart, dass er begann, sich intensiv mit der Theologie Ratzingers zu befassen. Schließlich konvertierte er und wurde mit Freude katholisch. Warum ich das erwähne? Weil ich Ihrer Benedikt-Biografie genau solche Tiefenwirkung wünsche.

Markus Reder in seinem Offenen Brief an Peter Seewald in der Mai-Ausgabe des Vatican-Magazins, anlässlich der Publikation von Seewalds monumentaler Ratzinger-Biographie.


19. Mai
Was ist entscheidend?

Bitte schieben wir nicht immer alles auf die Bischöfe! Entscheidend ist doch, dass sich nun die wahren Christen zeigen, die Liebe, Hoffnung, Glaube, Zuversicht und Gottvertrauen ausstrahlen. Es gibt im Augenblick so viele Möglichkeiten, im eigenen Umfeld ein Zeugnis für Christus abzulegen, apostolisch und missionarisch zu sein, dass einem der Röhrenblick, mit dem manche einzig und allein auf die Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste schauen, schon verdächtig vorkommen muss.

Aus dem Editorial von Guido Horst Spiritualisierung der Herzen in der Mai-Ausgabe des Vatican Magazins.


18. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über die Glaubensprobe der Jünger habe ich auf der Glaubensjahrseite eingebettet, die Predigt Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen? auf der Seite mit dem Artikel von P. Conrad über Jesu Tod. Der Hinweis Stefan Meetschens auf die erstmalige deutschsprachige Erscheinung von Bellocs Werk über die Häresien Mit Stil und Analysekraft findet sich auf der Chesterton-Seite (ganz unten), das Schlaglicht (Kinsey, Kentler, Sielert) auf ein pädophiles Netzwerk auf der einschlägigen Themenseite.


18. Mai
Karol Józef Wojtyła

Vor 100 Jahren, am 18. Mai 1920, wurde in Wadowice Karol Józef Wojtyła geboren. Als Papst Johannes Paul II. regierte er die Kirche ab dem 22. Oktober 1978. Er starb am 2. April 2005 und wurde am 1. Mai 2011 selig-, am 27. April 2014 heiliggesprochen. Die Wirkung seines Pontifikats wurde zu einem großen Teil blockiert durch die Gegnerschaft vieler Vertreter einer von ihm so benannten pseudotheologischen Kultur.


17. Mai
Die Jungfrau von Guadalupe und ihr Weg nach Mexiko

Von Carolin Holterhoff

2. Folge

Königin Isabella finanzierte die Reise des Columbus mit seinen Schiffen Santa Maria, Pinta, La Niňa. Er entdeckte die Karibik. Von Hispaniola aus wurden in den folgenden Jahren immer wieder Fahrten nach Westen unternommen. 1517 n. Chr., in dem Jahr, in dem Martin Luthers 95 Thesen Europa in Aufruhr versetzten, landete Francisco Hernández de Córdoba auf der Halbinsel Yucatán, wo er in einen Kampf mit den dort ansässigen Indianern geriet, die zwar zu den Maya gehörten, aber viele Gebräuche der Azteken übernommen hatten. Córdoba verlor die Hälfte seiner Männer und starb nach der Rückkehr nach Hispaniola selbst an seinen Verletzungen. 1518 kehrte Juan de Grijalva mit der doppelten Anzahl an Männern nach Yucatán zurück; er wurde zwar auch angegriffen, hatte aber nur geringe Verluste und fuhr die Küste Richtung Norden entlang. Dort konnte er ein wenig Handel treiben und einen ersten, kurzen Kontakt mit den Azteken herstellen. So wie in Yucatán trafen sie auch hier auf die Tempel, in denen Menschenopfer dargebracht wurden. Noch vor ihrer Rückkehr bereitete Diego Velázquez, der Gouverneur Kubas, der bereits an den beiden vorherigen Fahrten finanziell beteiligt gewesen war, eine dritte Expedition vor. Als Kapitän wählte er Hernán Cortés aus. Allerdings änderte er seine Meinung, wahrscheinlich, weil er ihm nicht traute – sie hatten schon einige Differenzen gehabt, an denen Cortés nicht unschuldig war – und fürchtete, die Kontrolle über das Unternehmen zu verlieren (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 21). Allerdings schaffte er es nicht mehr, Cortés seines Postens zu entheben, da dieser frühzeitig von dem Plan erfahren hatte und die Segel setzte.

Hernán Cortés war 1485 in Medellin in der Extramadura in Spanien als Sohn eines Landadeligen geboren worden. Ganz in der Nähe liegt der Ort Guadalupe, in dem eine Marienstatue verehrt wird, die nach dem Einfall der Mauren zur Sicherheit vergraben worden war und im 13. Jahrhundert infolge einer Marienerscheinung wiedergefunden wurde. An dieser Stelle wurde eine Kirche gebaut, die von Hieronymitenmönchen betreut und zu einem wichtigen Pilgerort für die Spanier wurde (Br. Francis Mary, Guadalupe in Spain, in: A Handbook on Guadalupe, S. 24). Cortés kam mit neunzehn Jahren in die Karibik und nahm 1511 an der Eroberung Kubas unter der Leitung von Diege Velázquez teil; zwischenzeitlich war er dessen Sekretär und Zahlmeister. Er hatte auch Besitzungen auf der Insel, die ihm ein gutes Einkommen sicherten. Er setzte seinen ganzen Besitz zur Finanzierung der Fahrt ein und nahm dafür sogar Kredite auf. Cortés wird als schlank, kräftig, ernst und geduldig beschrieben und war ein sehr guter Reiter, konnte mit allen Waffen umgehen und schreckte vor nichts zurück. Er trug immer eine Kette mit einem Medaillon mit dem Bild der Gottesmutter, die seine Schutzheilige war; er verehrte auch den hl. Petrus, den hl. Johannes den Täufer und den hl. Jakobus, den spanischen Nationalheiligen (Diaz del Castillo, Die Eroberung von Mexiko, S. 613 ff). Er war auch sehr redegewandt, eine Eigenschaft, die ihm in den Verhandlungen mit den Indianern und unzufriedenen Soldaten zugute kam. Er ließ eigens für die Fahrt zwei Standarten in Rot und Schwarz anfertigen, auf denen neben dem königlichen Wappen Spaniens ein Kreuz und der Spruch “Amici, sequamur crucem, et si nos fidem habemus, vere in hoc signo vincemus” (“Freunde, lasst uns dem Kreuz folgen, und wenn wir festen Glaubens sind, werden wir in diesem Zeichen siegen.”) aufgestickt waren. Dieser Spruch verwies auf das Zeichen des Kreuzes, das Kaiser Konstantin vor der Schlacht bei der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 erschienen war. Es ist anzunehmen, dass Cortés von seiner christlichen Aufgabe überzeugt war. Der Vorwurf an Cortés und generell alle Spanier, sie seien nur gierig nach Gold und Reichtum gewesen, ist nicht gänzlich falsch. Sie alle waren daran interessiert, da sie Geld in diese privaten Unternehmen, „hueste“ genannt, stecken mussten und weil es nun mal in der Natur des Menschen liegt. Sie legitimierten ihre Fahrt damit, dass sie das entdeckte und eroberte Land für den König in Besitz nahmen, der aber kein Risiko einging, da er nichts finanzierte. Die Verbreitung des christlichen Glaubens war darüber hinaus selbstverständlich. Carroll schreibt, dass es allerdings an jedem einzelnen lag, in welcher Reihenfolge er seine Prioritäten setzte (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 50).

Wird fortgesetzt.

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16. Mai
Unsere Wunderwaffe

Morgen feiern wir den 5. Sonntag nach Ostern. Dazu kann ich meine Predigt über das Geschenk des Gebetes anbieten.


16. Mai
Kruzifixurteil

Vor 25 Jahren, am 16. Mai 1995, verkündete das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das berühmte Kruzifixurteil: Das Anbringen eines Kreuzes oder Kruzifixes in den Unterrichtsräumen einer staatlichen Pflichtschule verstoße gegen die Religionsfreiheit. Dazu schrieb ich einen Kommentar, der in der italienischen Zweimonatszeitschrift La Nuova Europa (Ausgabe vom März/April 1996) unter dem Titel Non è solo una questione di valori umani erschienen ist. Die deutsche Fassung kann man auf kath-info lesen.


16. Mai
Johanna von Orleans

Vor 100 Jahren, am 16. Mai 1920, wurde Jeanne d’Arc (1412-1431) heiliggesprochen. Drei Tage zuvor wurden Margareta Maria Alacoque (1647-1690) und Gabriel von der schmerzhaften Mutter (1838-1862) heiliggesprochen. Diese drei Heiligsprechungen waren die einzigen Heiligsprechungen im Pontifikat Benedikts XV. (1914-1922).


15. Mai
José Alves Correia da Silva

Vor 100 Jahren, am 15. Mai 1920, wurde José Alves Correia da Silva (1872-1957) zum ersten Bischof der neu errichteten Diözese Leiria ernannt. In dieser Diözese liegt Fatima. Am 13. September 1939 approbierte Bischof José die Übung der fünf Herz-Mariä-Sühnesamstage, die auf die Fatimaseherin Schwester Maria Lucia von Jesus zurückgeht. Diese hatte am 10. Dezember 1925 in Pontevedra als Novizin im Institut der hl. Dorothea eine Erscheinung der Muttergottes, die zu ihr sprach:
“Meine Tochter, siehe mein Herz, umgeben von Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen durch Lästerungen und Undankbarkeiten ständig durchbohren. Bemühe wenigstens du dich, mich zu trösten und mache bekannt, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mit mir eine Viertelstunde Gesellschaft leisten, indem sie die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.”


14. Mai
Louise-Thérèse Montaignac de Chauvance

Vor 200 Jahren, am 14. Mai 1820, wurde in Le Havre-de-Grâce Louise-Thérèse Montaignac de Chauvance geboren. Sie war eine glühende Verehrerin des Heiligsten Herzens Jesu, gründete die Kongregation der Oblatinnen des Heiligsten Herzens Jesu und starb am 27. Juni 1885 in Montluçon. Am 4. November 1990 wurde sie seliggesprochen.


13. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Osterpredigt, in der ich die ehrenvolle Aufgabe erwähne, die der Herr den Frauen anvertraut hat, habe ich auf der Seite über das Frauendiakonat eingebettet. Dort findet man auch das Zitat des Theologen Karl-Heinz Menke über das Zweite Vatikanische Konzil, über dessen Lehre sich die Befürworter des Frauendiakonats hinwegsetzen. Wer ist frauenfreundlich? Die Antwort von Stefan Rehder findet sich auf der Seite über den Marsch für das Leben. Die Predigt über das Wunder der Brotvermehrung ist auf der Kapharnaumsseite eingebettet.


13. Mai
Robert Bellarmin

Vor 20 Jahren, am 13. Mai 2000, hielt ich im Rahmen der Hauptversammlung der Vereinigung Pro Missa Tridentina die Predigt. Sie ging über den Tagesheiligen. Unter den Zuhörern waren die Philosophen Walter Hoeres und Robert Spaemann. Jener kritisierte im Anschluss, ich hätte die kirchliche Krise verharmlost, dieser widersprach. Liebenswürdige Erinnerungen...


13. Mai
Heiligsprechung

Vor 100 Jahren, am 13. Mai 1920, wurden Margareta Maria Alacoque (1647-1690) und Gabriel von der schmerzhaften Mutter (1838-1862) heiliggesprochen.


12. Mai
Marienweihe der Priester

Vor zehn Jahren, am 12. Mai 2010, weihte Papst Benedikt XVI. in Fatima die Priester dem Unbefleckten Herzen Mariens. Unter anderem betete er:

“Als Nachfolger Petri, dem die Sendung anvertraut wurde, in der Kirche Christi den Vorsitz in der Liebe zu führen und alle im Glauben und in der Hoffnung zu stärken, will ich zu deinem Unbefleckten Herzen die Freuden und Hoffnungen, die Schwierigkeiten und Leiden eines jeden dieser deiner Kinder bringen, die hier in der Cova da Iria zugegen sind oder uns aus der Ferne begleiten. O liebenswerte Mutter, du kennst jeden bei seinem Namen, kennst sein Gesicht und seine Geschichte, du hast alle lieb in mütterlicher Güte, die vom Herzen Gottes selbst kommt, der die Liebe ist. Alle vertraue ich dir an und weihe sie dir, heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter.”


10. Mai
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

10. Folge

22. Gott selbst erklärt uns, dass, wenn eine Seele es bereut, Ihn beleidigt zu haben, Er alle ihre Sünden vergisst: “Ich will aller seiner Missetaten nicht mehr gedenken” (Ez 18,22). Wende also, sobald du einen Fehler begangen hast, sogleich deine Augen auf Gott, erwecke einen Liebesakt, bekenne deine Schuld, hoffe stets, dass Er dir verzeihen werde, und sage Ihm: “Herr, siehe, den du liebst, der ist krank” (Jo 11,3), dies Herz, das Du liebst, ist krank, ist voll Wunden, heile mich, denn ich habe vor Dir gesündigt. Du selbst suchst die reumütigen Sünder auf, siehe hier einen großen Sünder, der Dich sucht, um Dir zu Füßen zu fallen; das Übel ist geschehen, was soll ich jetzt tun? Du willst nicht, dass ich verzage; selbst nachdem ich gesündigt habe, willst Du noch mein Bestes. Ich liebe Dich, ja mein Gott, ich liebe Dich von ganzem Herzen, es reut mich, dass ich Dir missfallen habe, ich nehme mir fest vor, es nie wieder zu tun, Du bist ja mein süßer, mein sanftmütiger, mein barmherziger Gott! Lasse mich, wie früher Magdalena, jene trostreichen Worte vernehmen: “Deine Sünden sind dir vergeben”, und stärke mich, damit ich Dir in der Folge treu bleibe.

23. Hast du einen Fehler begangen, so musst du auch, um nicht den Mut zu verlieren, alsbald auf Jesus am Kreuz blicken, du musst dem himmlischen Vater Seine Verdienste aufopfern und auf Verzeihung hoffen, da Gott, um dir deine Sünden zu vergeben, Seinen eigenen Sohn nicht verschont hat. Du musst mit Vertrauen zu Ihm sagen: “Blicke auf Deinen Gesalbten.” Bedenke, o mein Gott, dass Dein eigener Sohn für mich gestorben ist, aus Liebe zu Ihm vergib mir. Vergiss nie, geliebte Seele, die Lehre, die dir alle geistlichen Seelenführer geben, jedesmal, nachdem du einen Fehler begangen hast, sollte dies auch hundertmal am Tage geschehen, schnell zu Gott deine Zuflucht zu nehmen, und darauf dich alsbald zufrieden zu geben; tust du das nicht, so wirst du mutlos und unruhig werden wegen des begangenen Fehlers, du wirst dich immer weniger mit Gott unterhalten, der Wunsch, Ihn zu lieben, wird immer mehr in dir erkalten, dein Vertrauen wird abnehmen, und du wirst geringe Fortschritte auf dem Weg des Heils machen. Wenn du hingegen dich als bald an Gott wendest, wenn du Ihn um Verzeihung bittest, wenn du Ihm versprichst, dich zu bessern, so werden deine Fehler sogar dazu beitragen, deine Liebe zu Gott zu vermehren. Die Freundschaft zwischen Menschen wird oft weit enger, wenn, nachdem einer den andern beleidigt hat, der Fehlende sich demütigt und um Verzeihung bittet. So musst du es mit Gott machen, du musst machen, dass deine Fehler dazu beitragen, dich immer mehr in der Liebe zu Gott zu befestigen.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


9. Mai
UnpopuläreThemen

Morgen feiern wir den 4. Sonntag nach Ostern. Dazu kann ich meine Predigt über Sünde, Gerechtigkeit, Gericht anbieten.


9. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über den hl. Joseph als den Verwalter des eucharistischen Brotes wurde auf der Opferungsseite eingebettet, die Predigt Von diesem Augenblick an auf der Glaubensseite mit der wunderschönen Betrachtung des seligen Charles de Foucauld. Die Bemerkungen Barbara Stühlmeyers über das Leiden von Sr. Isa Vermehren an der Liturgiereform sind sich auf der Freigabeseite untergebracht(ganz unten: Was ist der Maßstab?). Der Bericht Kubys über die totalitären Durchsetzungsmethoden der Genderideologien findet sich unter meinem Artikel über die Verächter der Wissenschaft.


8. Mai
Totgesagte leben länger

Mitten in die gegenwärtige Corona-Krise hinein hat die Glaubenskongregation am Fest des hl. Joseph in zwei Dekreten für die Feier des Römischen Ritus in seiner außerordentlichen Form verfügt, dass sieben weitere Präfationen zu besonderen Anlässen verwendet und neue Heiligenfeste gefeiert werden können, die nach dem Messbuch von 1962 hinzugekommen sind und künftig hinzukommen werden. Besonders Letzteres entspricht dem Wunsch zahlreicher Priester und Laien. Die beiden Dekrete dürfen als Zeichen gewertet werden, dass der überlieferte Ritus entgegen einem von gewisser Seite gepflegten Vorurteil eben doch ein „lebendiger Ritus“ ist, dem die organische Weiterentwicklung innewohnt und der darum nicht bei einem bestimmten Jahr stehen geblieben und erstarrt ist. In einem eigenen Beitrag würdigt unser Mitbruder, Pater Conrad, die neuen vatikanischen Bestimmungen. Dass diese „Lebendigkeit“ den Gegnern des „außerordentlichen Römischen Ritus“ nicht gefällt, ist für uns keine Überraschung. So haben über 130 Theologen, unter ihnen der bekannte deutsche Liturgiewissenschaftler Prof. Albert Gerhards, gegen die Verfügung der Römischen Glaubenskongregation protestiert und sich an Papst Franziskus gewandt, die neuen Optionen wieder zurückzunehmen. Je offensichtlicher die Krise des Glaubens und der Liturgie wird, umso mehr gewinnt die überlieferte Liturgie an Bedeutung, gerade auch bei jungen Menschen. Sie wird von Jahr zu Jahr mehr als „verborgener Schatz im Acker“ entdeckt. Das sollte doch den Kritikern zu denken geben ...

P. Bernhard Gerstle FSSP im Editorial der Maiausgabe des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus


7. Mai
Wer schützt die Wehrlosen?

Wie kann es sein, Deutschland, dass Du im Kampf gegen das Virus SARS-CoV-2 einerseits alles dafür tust, um vulnerable Personen vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen, andererseits aber zusiehst, wie Jahr für Jahr hunderttausende wehrlose Menschen auf Verlangen Dritter vor ihrer Geburt getötet werden? Wie kann es sein, dass Du Deine ganze Wirtschaft herunterfährst, damit aus Pflege- und Seniorenheimen keine Sterbebunker werden, aber keinen Finger krümmst, damit der Mutterleib nicht für Hunderttausende zur Todeszelle wird? Wie soll jemand verstehen können, Deutschland, dass Du mit deiner einen Hand Milliarden Schulden aufnimmst, um Dein Gesundheitssystem fit für den Kampf um das Leben von COVID-19-Kranken zu machen, während Du mit deiner anderen Millionen ausgibst, um schwangeren Müttern, die sich ihrer Kinder entledigen wollen, die Kosten vorgeburtlicher Kindstötungen zu erstatten?

Aus: Deutschland, wir müssen reden!, einem offenen Brief von Stefan Rehder an das deutsche Vaterland, in der Tagespost vom 30. April 2020.


7. Mai
Selige

Vor 25 Jahren, am 7. Mai 1995, wurde Maria Barbantini (1789-1868) seliggesprochen. Maria Domenica Brun stammte aus Lucca und heiratete 1811 Salvatore Barbantini. Nach einem halben Jahr verstarb ihr Mann. Ihr Sohn Lorenzo starb mit acht Jahren. Daraufhin entschloss sie sich, nur noch Christus in den Armen zu dienen. Sie gründete die Kongregation der Dienerinnen der Armen des hl. Kamillus, die 1852 päpstlich anerkannt wurde.

Am selben Tag wurde Laura Alvarado Cardozo (1875-1967) seliggesprochen. Sie wurde in Choroni, Venezuela, geboren, legte mit 17 Jahren das private Gelübde der Jungfräulichkeit ab und begann im Alter von 18 Jahren mit vier Freundinnen, neun Jahre lang in einem von Pfr. López Aveledo gegründeten Spital unentgeltlich die Kranken zu pflegen. “Mein Jesus, Du bist mein Ideal und nur Dir folge ich, nichts macht mir Angst. Ich will heilig sein, wirklich heilig,” lautete ihr Grundsatz. 1901 gründete sie eine Kongregation, die 1954 die päpstliche Approbation und den Namen Augustiner-Rekollektinnen des Herzens Jesu erhielt.

Ebenso wurde Agostino Rocelli (1878-1902) seliggesprochen. Er wurde in Bargone di Casarza Ligure geboren, empfing am 19. September 1846 die Priesterweihe und wurde ein begnadeter Beichtvater. Am 15. Oktober 1876 gründete er die Immakulata-Schwestern von Genua. In Genua starb er am 7. Mai 1902. 2001 wurde er heiliggesprochen.

Ebenso seliggesprochen wurden Helena Stollenwerk, Giuseppina Bonino, Petrus Ruiz de los Panos, Vinzenz Vilar David, Dionysius Pamplona und Angela Lloret Marti mit ihren 16 Gefährtinnen im Martyrium.


6. Mai
Das Zitat

Was das Vertrauen betrifft, so genügt es, seine eigene Schwäche zu kennen und dem Herrn zu sagen, dass man sein ganzes Vertrauen auf ihn setzen will. Der Maßstab der göttlichen Vorsehung an uns ist das Vertrauen, das wir auf sie setzen. O Gott, verlassen wir uns doch ganz auf diese heilige Vorsehung und bleiben wir in ihren Armen, wie ein kleines Kind auf dem Schoß seiner Mutter!

Hl. Franz von Sales in einem Brief an die hl. Johanna Franziska von Chantal


5 Mai
Plädoyer für mehr Humor

In meinem siebten Beitrag zu den Corona-Exerzitien der Tagespost schaue ich auf Chesterton, um von ihm zu lernen: diskutieren statt streiten.


5. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt In den Himmel entrückt wurde auf der Bernanosseite eingebettet, die Predigt Was Gott von uns will auf der Erlösungsseite. Auf der Viganoseite finden Sie eingebettet meinen Podcast Unfehlbares Konklave? und außerdem die Kurzmeldungen von Guido Horst Römische Aufklärungsverweigung und Schweigen statt Untersuchung?


5. Mai
Schmerzlicher Mangel

So sehr ich die geistliche Kommunion schätze: Der gegenwärtige Mangel setzt mir persönlich zu, natürlich nicht in einem pathologischen, sondern in einem römisch-katholischen Sinne. Wer diesen Mangel, wer diesen Schmerz nicht spürt, den verstehe ich nicht. Mit Hoffnung und Zuversicht freue ich mich auf den Empfang des Allerheiligsten Sakraments. Wer das "Brot der Engel" anbetet, liebt und empfangen möchte, scheint mir, ist darauf nicht fixiert. Warum nicht? Weil Liebende bloß lieben – und nicht von einem pathologischen Begehren beherrscht sind. Der Begriff "Fixierung" ist gegenwärtig in liturgietheologischen Diskussionen sehr präsent. Warum das so ist, verstehe ich nicht. Der Erfurter Theologe Benedikt Kranemann sprach jüngst von der "Eucharistie-Fixiertheit" in Zusammenhang mit den Bestrebungen der Bistümer, möglichst schnell wieder öffentliche heilige Messen feiern zu können.

Aus: Thorsten Parotny, Johannes Paul II.: "Die Kirche lebt von der Eucharistie", auf CNA Deutsch.


4. Mai
Cornelio Fabro

Vor 25 Jahren, am 4. Mai 1995, starb in Rom im Alter von 83 Jahren der aus Udine stammende Philosoph Cornelio Fabro. Er gilt als einer der Erneuerer des Thomismus im 20. Jahrhundert. Er beschäftigte sich viel mit Kierkegaard und kritisierte Karl Rahner als einen Verfälscher des Thomismus.


4. Mai
Alfred Häußler

Vor zehn Jahren, am 4. Mai 2010, starb der Lebensrechtler Dr. med. Alfred Häußler. Der 1917 geborene Internist in Neckarsulm war lange Jahre Zweiter Vorsitzender der von Dr. Siegfried Ernst gegründeten Europäischen Ärzteaktion und ein großer Verteidiger der Enzyklika Humanae vitae.


3. Mai
Die geistige Kommunion, bloß eine Vertröstung?

Ein Zeugnis von N. L.

Seit vielen Wochen ist es uns Katholiken kaum oder nicht mehr möglich, Jesus Christus in der heiligen Kommunion zu empfangen. Dieses Privileg des regelmäßigen Empfanges ist uns derzeit genommen.

Privilegien haben immer zwei Dimensionen. Zum einen zeigen sie uns, dass es einmal anders war, und zum Zweiten, dass es für uns nicht zur Selbstverständlichkeit werden sollte.

Noch bis vor einigen Jahrzehnten war es so, dass die wenigsten regelmäßig zur hl. Kommunion gingen. In einer Kirchenchronik las ich einmal, dass das Ordinariat einen Pfarrer in den späten 60er Jahren ermahnte, dass die Gläubigen häufiger zur hl. Kommunion gehen sollten. Heute ist es eher die Ausnahme, dass wir sie nicht empfangen. Auch große Heilige gingen nicht so oft zur hl. Kommunion, wie wir heute.

Eine Praxis, die die Kirche nie aufgab und seit langem pflegt, ist die geistige Kommunion. Für viele, auch für mich war diese geistige Übung bis vor wenigen Wochen ungewohnt, und es fühlte sich an wie ein Trostpflaster.

Ist das aber wirklich so? Dass es nicht so ist, kann ich nur bezeugen. Seit Wochen feiere ich per Livestream die hl. Messen im außerordentlichen Ritus mit, die die Petrusbruderschaft anbietet. Ich konnte mich noch mehr in die Texte der hl. Messe vertiefen. Und gerade das Praktizieren der geistigen Kommunion hat mich sehrerfüllt und bereichert.

Ich habe Jesus Christus immer wieder eingeladen, mich ganz auszufüllen: meine Gedanken, meine Worte, meineWerke, meineVergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. In all das sollte Er kommen. Ja, ich bat Ihn, zu allen zu kommen, die mir auf dem Herzen lagen.“Ach zieh mit Deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein” (aus dem Adventslied Macht hoch die Tür). Ich durfte erfahren, wie Er alte Wunden aufdeckte und mir neu ins Bewusstsein rief. Was ich schon vergessen hatte, brachte Er neu ans Tageslicht. Heilung und Vergebung zogen ganz neuin viele Bereiche meines Lebens ein.

Diese Krise, in der wir derzeit leben, ist furchtbar und furchtbar anstrengend. Aber ich durfte indieser Krise Jesus Christus ganz neu entdecken. Es war ein anderes Ostern als sonst. Aber es warfür mich nicht weniger mit Gnade erfüllt, und das verdanke ich der geistigen Kommunion. Er zog ein in mein Herz, und ich war so erfüllt mit Osterjubel und Freude, dass ich am Ostersonntagnachmittag in einem Hausflur so laut das Osterhalleluja sang, dass es bis auf die Straße zu hören war.

Ich freue mich sehr, dass wir schon bald wieder in die hl. Messe gehen können. Aber die geistige Kommunion werde ich weiter praktizieren. Nicht nur, weil es wahrscheinlich verboten sein wird, die Mundkommunion zu empfangen, sondern auch, weil ich erfahren durfte, dass die geistige Kommunion eine ganz tiefe Dimension besitzt. Es ist nicht dasselbe, wie Ihn in der heiligen Hostie zu empfangen, aber es ist derselbe Herr, der zu mir kommt.

N.L., männlich, 31 Jahre alt.


2. Mai
Noch eine kleine Weile

Zum morgigen 3. Sonntag nach Ostern kann ich diese Predigt anbieten mit einem Titel, der aufgrund unseres Wartens auf die Rückkehr zur eucharistischen Normalität neue Aktualität gewinnt. Ob ihr Inhalt darauf anwendbar ist?


2. Mai
Lebensschutz wird cool

Christliche Aktivisten, die jährlich 100.000 Schwangerschaftsabbrüche für eine Tragödie halten, trauen sich nur einmal im Jahr zur Demo ins Regierungsviertel und werden dabei von Gegendemonstranten verhöhnt und bespuckt. In diesem Jahr sollten sie vielleicht T-Shirts tagen: ‚Ich war schon für Lebensschutz, als es noch nicht cool war.‘

Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur der Welt, in seinem Artikel Wo waren die Verteidiger des Lebens, als man sie brauchte? angesichts der neu erwachten Sensibilität für den Lebensschutz aufgrund von Corona und Boris Palmer. Kath.net hat reagiert.


2. Mai
Wissenschaftlich unredlich

Um [Hubert] Wolf hier eines Besseren zu belehren, muss man nicht einmal in die Vatikanischen Archive. Sogar die vielen liberalen Historiker aus Italien haben die Tätigkeit Pius' XII. seriöser und ausgewogener gewürdigt als Wolf, der dem Papst faktenfrei Versagen vorwirft. Wolfs Vorgehen ist ebenso bedauerlich wie wissenschaftlich unredlich, wobei er auch noch gegen seine eigenen Grundsätze verstößt, nämlich, sich nicht wegen eines möglicherweise bemerkenswerten Einzelfundes gleich mit einer vermeintlichen Neubewertung hervorzutun.

Aus: Michael Feldkamp, Pius XII.: Kirchenhistoriker Wolf kämpft gegen Attrappen, erschienen in der Tagespost.

Weitere Infos zum Streit über Pius XII.


30. April
Auferstehung jetzt!

Mein Corona-Exerzitien-Beitrag Auferstehung jetzt! ist nun auch als Podcast erschienen.


30. April
Augustin Kardinal Mayer

Vor zehn Jahren, am 30. April 2010, starb im Alter von 99 Jahren Augustin Kardinal Mayer. Der aus Altötting stammende Benediktiner wurde 1988 Präsident der neu errichteten Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. In dieser Eigenschaft errichtete er am 18. Oktober 1988 die Priesterbruderschaft St. Petrus als Klerikergemeinschaft des Apostolischen Lebens Päpstlichen Rechtes.
Am 10. Dezember 1988 spendete er für dieselbe in Rom die erste Priesterweihe. Darüber schrieb er zehn Jahre später: “Vor fast 10 Jahren, am 10. Dezember 1988, durfte ich in der Kirche der Anima in Rom den ersten Kandidaten aus der Bruderschaft St. Petrus zum Priester weihen. Unterdessen sind viele Priester in eifrigem Einsatz, und eine große Schar froher junger Menschen bereitet sich auf die Weihe und Sendung als Priester vor. Gegenüber der heutigen Gefahr, den Sinn für das Sakrale zu verlieren, wird die Liturgie in der Bruderschaft mit der dem Mysterium geschuldeten Ehrfurcht gefeiert und so in vielen Menschen durch Vorbild und Lehre der Glaube vertieft, die Gabe des Betens erneuert und die Liebe zur Kirche gefestigt.”


29. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen englischsprachigen Artikel Of Roman Days and Florentine Nights kann man auf einer eigenen Seite nachlesen. Meine Predigt über das Mutmachergleichnis vom Sämann ist auf der Seite eingebettet, die die beiden Artikel von Kamenicky In Christo Jesu und Die Heilsrepublik enthält. Der Bericht Ralph Weimanns über die Warnung von Prof. Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger, Exegese auf eine Methode zu reduzieren, wurde auf der Exegeseseite untergebracht.


29. April
Paul Devos

Vor 25 Jahren, am 29. April 1995, starb in Brüssel im Alter von fast 82 Jahren der Orientalist Paul Devos. 1930 trat er in die Gesellschaft Jesu ein und empfing 1943 die Priesterweihe. Seit 1946 gehörte er zu den Bollandisten. Schwerpunkt seiner Arbeit war die syrische, koptische, ägyptische und slawische Hagiographie.


28. April
Predigtranking 2019 X

An 19. Stelle der im Jahr 2019 am häufigsten gehörten Predigten steht die Predigt Die DNA des Christentums. An 20. Stelle von insgesamt 120 Predigten kommt die Predigt Freude aus der Herrlichkeit.


28. April
Standhaftigkeit, die überzeugt

In meinem sechsten Beitrag zu den Corona-Exerzitien der Tagespost mache ich mir Gedanken darüber, was wir brauchen, um Menschen von der Wichtigkeit der Eucharistie zu überzeugen.


27. April
Ich kenne die Meinen

Eine schöne Predigt zum Guten-Hirten-Sonntag, die Franz Prosinger gestern auf einer Alm gehalten hat, können Sie hier hören.


27. April
Québec

Vor zehn Jahren, am 27. April 2010, wurde die Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Petrus in Québec errichtet. Sie ist benannt nach dem hl. Isaac Jogues. Die ihr anvertraute Kirche ist die Église St-Zéphirin-de-Stadacona.


25. April
Über die Heilsrelevanz der Rosen

Zum morgigen Guten-Hirten-Sonntag kann ich zwei Predigten anbieten: Wir leben von seinen Rosen und Das Kennen des Hirten.


25. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen englischsprachigen Artikel Is Morality without God an Illusion? kann man auf einer eigenen Seite nachlesen. Meine Predigt Was wir von der Präfation lernen können ist auf der Gutenrufseite eingebettet. Die Vorstellung des neuen Büchleins von P. Martin Ramm Gaben des Geistes wurde auf der Seite über unser Medienapostolat untergebracht.


24. April
Die richtige Frage stellen

Wir müssen acht geben, dass Unmut nicht in Wut umschlägt und uns am Ende den Seelenfrieden raubt. Denn in ein Herz ohne Frieden kehrt auch der eucharistische Herr nur widerwillig ein. Beten wir lieber für unsere Hirten um die rechte Entscheidung und fragen wir uns, welche Gnade die jetzige Stunde für uns bereit halten mag, die Gottes Wille nun so und nicht anders für uns bestimmt hat.

Aus: Nina Heereman, Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.


24. April
Johann Baptist Lüft

Vor 150 Jahren, am 23. April 1870, starb in Darmstadt im Alter von 69 Jahren der Theologe Johann Baptist Lüft. Er war in Gießen Professor für Homiletik, Liturgik und Moraltheologie und schrieb mit seiner zweibändigen Liturgik oder wissenschaftliche Darstellung des katholischen Cultus eines der ersten liturgiewissenschaftlichen Werke.


24. April
Horst Bürkle

Vor fünf Jahren, am 24. April 2015, starb im Alter von 89 Jahren der Missionswissenschaftler Horst Bürkle. 1987 konvertierte er von der evangelischen zur katholischen Kirche. “Damit protestierte er gegen ‘geistliche Dürre und Verfremdungserscheinungen’ im deutschen Protestantismus. Bei den Katholiken habe er ein klareres Heilsverständnis vorgefunden, sagte er später” (IdeaSpektrum vom 6. Mai 2015, S. 24). Benedikt XVI. würdigte ihn in einem Grußwort zu seinem Begräbnis als einen großen Theologen, dem er sich sehr nahe gefühlt habe.


22. April
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

6. Folge

Eine kurze Vergegenwärtigung von Zuständen, in denen das Ich-Bewusstsein sei es vollständig fehlt, sei es krankhaft verändert ist, mag zur Bekräftigung unserer Ausführungen dienen! Im frühesten Kindesalter fehlt jedes Selbstbewusstsein, weil die selbständigen Regungen noch nicht stark genug sind, um eine Accentuierung in Ich und Nicht-Ich anzuregen. Im Traume ist es für gewöhnlich ebenfalls nicht vorhanden, weil die Lockerung der Vorstellungsbeziehungen, wie sie mit der Herabsetzung des seelischen Lebens im Schlafe gegeben ist, das vereinheitlichende Moment völlig zurücktreten, wenn nicht ganz verschwinden last. Aus dieser Dissoziation der einzelnen dispositionellen Verknüpfungen und zwar aus einer eigenartigen Auflösung in einzelne, in sich abgeschlossene Komplexe von Dispositionen erklärt sich auch die krankhafte Erscheinung der sog. “Spaltung der Persönlichkeit” und das alternierende Auftreten verschiedener “Persönlichkeiten” in einem Subjekt. Gerade diese Anomalien sind besonders lehrreich, da in ihnen die formale Ichkomponente augenscheinlich wirksam ist. Wegen der vollständigen Loslösung einzelner Komplexe der materialen Ich-Komponente erscheint sie sich aber, weil sie jeden einzelnen Komplex als Stützpunkt benutzt, in den einzelnen Stadien als “nicht dieselbe” Persönlichkeit. Aber auch im normalen entwickelten Bewusstseinsleben kommen Trübungen des Ich-Bewusstseins vor: Wer “in den Tag” hineinlebt und heute um das sich nicht kümmert, was gestern war, bei dem ist das Identitätsbewusstsein des Ich zum mindesten sehr schwach. In die früheste Kindheit kann sich kaum einer von uns zurückversetzen, weil die allmähliche Umwandlung der materialen Ich-Komponente im Laufe der Jahre einen solchen Umfang angenommen hat, dass die Beziehungsfäden zu jenem ersten Stadium fast gänzlich für unser Bewusstsein verloren sind: wir sagen “fast gänzlich”, denn es kann vorkommen, das bei etwas günstigeren Bedingungen, bei einem mit der Kindheitsstimmung verwandten Gesamtgefühlszustand z. B., auch von weit entfernten Erlebnissen sich gleichsam der Schleier lüftet. Zum Schluss sei noch auf die gewaltsamen Erschütterungen des Seelenlebens — nach Krankheiten, Trauerfällen u. ähnl. — hingewiesen, die unter Umständen derartig revolutionierend auf das Ichbewusstsein einwirken, das “ich” “mich selbst”, wie “ich” unmittelbar vor dem Vorfall war, nicht mehr wiedererkenne! — Das “Ich”-Bewusstsein ist also einer Vervollkommnung ebenso fähig, wie es jederzeit der Gefahr einer Herabsetzung ausgesetzt ist. Wollen wir dieser Gefahr begegnen und jene Vervollkommnung immer mehr realisieren, dann gilt es eben, durch selbständige, vielseitige Vereinheitlichung und Ordnung des in der materialen Ich-Komponente aufgespeicherten Materials das “Ich” in seiner einheitbildenden Bedeutung für unser Bewusstsein im “Querschnitt” und im “Längsschnitt” scharf zu entwickeln.

Das “Ich”, so können wir sagen, “ist” nicht, es “wird”, und es wird um so bestimmter zur Geltung kommen, je mehr ich mir einerseits die Identität der formalen Ich-Komponente im Wechsel der Bewusstseinsstadien vergegenwärtige und anderseits diese Stadien selbst genau auseinanderhalte und ihnen jeweils die entsprechende Entwicklungsstufe der materialen Ich-Komponente zuordne. Eine besondere Hilfe für diese Vervollkommnung des Ich-Bewusstseins bietet die Ausbildung des Zeitbewusstseins. Je genauer mein Begriff von einem stetigen Nacheinander ist, je mehr ich imstande bin, konkrete zeitliche Verhältnisse sorgfältig in ihrer Aufeinanderfolge zu bestimmen, um so mehr werde ich auch in der Lage sein, mir über die Phasen meiner Entwicklung Rechenschaft abzulegen, ja, wir können geradezu sagen, dass wir nur so viel von unseren früheren Erlebnissen in sichern Eigenbesitz geborgen haben, als wir in eine übersichtliche zeitliche Ordnung einzureihen vermögen. Indem wir vom Standpunkt der Gegenwart auf das Vergangene zurückblicken, suchen wir unser früheres Leben zu rekonstruieren, und nur soweit lässt es sich eben rekonstruieren, als wir es zeitlich wenigstens annähernd genau bestimmen können.

Wir haben nun noch die Resultate unserer Analyse des Ich-Bewusstseins nach ihrer Bedeutung für den Erkenntnisprozess zu würdigen. Zunächst, ein negatives Ergebnis: Wegen der Wandelbarkeit des Ich-Bewusstseins und wegen der nur allmählich fortschreitenden Aktualisierung des Bewusstseinssubjekts im Ich-Bewusstsein darf das erkennende Ich einer Phase nicht ohne weiteres als gleichwertig mit dem Ich einer anderen Phase meines Bewusstseins betrachtet werden. Die in den verschiedenen Entwicklungsstadien gewonnenen

Erkenntnisse sollen also nicht bloß sachlich miteinander verglichen werden; will man vielmehr ihnen vollkommen gerecht werden und zugleich ihren Sinn möglichst adäquat erfassen, so muss man sie auf den Zustand des Ich-Bewusstseins beziehen, von dem aus sie gebildet sind. Jeder Versuch einer unterschiedslosen Gleichsetzung der einzelnen Ich-Stadien oder gar einer Verabsolutierung eines unter ihnen führt zu einem Begriffsrealismus schlimmster Art und verwickelt in unheilvolle Widersprüche. Wir ersehen daraus, wie logisch widersinnig es ist, bei seinen Entscheidungen auf sein Ich zu pochen, als wäre es eine unwandelbare, in jedem Augenblicke klar umrissene Größe!

wird fortgesetzt.


21. April
Predigtranking 2019 IX

An 17. Stelle der im Jahr 2019 am häufigsten gehörten Predigten steht die Predigt Lead, Kindly Light. An 18. Stelle von insgesamt 120 Predigten kommt die Predigt Von diesem Augenblick an Gott lieben.


21. April
Newman als Wegführer in Corona-Zeiten

Mit Den Sündern gnädig ist nun mein fünfter Beitrag zu den Corona-Exerzitien der Tagespost erschienen.


19. April
Das Zitat

Wenn die Seele nicht in irgendeiner Weise Barmherzigkeit übt, wird sie am Tage des Gerichts Meine Barmherzigkeit nicht erfahren. Wenn doch die Seelen ewige Schätze ansammeln wollten, würden sie nicht gerichtet - sie würden mit Barmherzigkeit Meinem Urteil zuvorkommen.

Worte des Herrn an die hl. Sr. Faustina


19. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die erstklassige Besprechung von Lewis’ bestem Roman Du selbst bist die Antwort durch Anna Diouf kann man auf einer eigenen Seite nachlesen (Die Kunst, die Wahrheit auszuloten). Meine Predigt über die letzte Chance vor der hl. Kommunion ist auf der Kommunionseite eingebettet. Die beiden interessanten Bemerkungen des niederländischen Dirigenten Ton Koopman über den theologischen Substanzverlust und des Hannoveraner Gelehrten Thorsten Paprotny über die Steinbruchmentalität, die sich in die moderne Theologie eingeschlichen hat, wurden auf der Seite über Pseudotheologie untergebracht.


19. April
Das Zitat

Wenn sich eine Seele mit Vertrauen mir nähert, überhäufe ich sie mit einem solchen Überfluss an Gnaden, dass sie nicht imstande ist, alle diese Gnaden in sich selbst zu behalten, sondern sie strömt sie auf andere Seelen aus. Jene Personen, welche die Andacht zu meiner Barmherzigkeit verbreiten, beschütze ich während ihres ganzen Lebens wie eine liebende Mutter ihre Kinder; und in der Todesstunde werde ich nicht ihr Richter, sondern barmherziger Erlöser sein... Die Sünden, die mich am meisten verwunden, sind jene des Misstrauens.

Worte des Herrn an die hl. Sr. Faustina


18. April
Nicht Bittsteller, sondern Grundrechtsträger

In der Krise zeigt sich, wie stark eine freiheitliche Verfassungsordnung ist. Dazu kann und muss es bisweilen gehören, Freiheitsrechte um der Freiheit und des Lebens willen deutlich einzuschränken – aber eben nicht ganz auszusetzen, wenn das Gemeinwesen ein freiheitliches bleiben soll. Wenn die Kirchen einfordern, bei eventuellen Lockerungen von Anfang an einbezogen zu werden, dann tun sie das nicht als Bittsteller, sondern als Grundrechtsträger.

Aus dem Kommentar Auch in der Corona-Krise: Religionsfreiheit ist ein Grundrecht von Felix Neumann.


18. April
Predigtranking 2019 VIII

An 15. Stelle der im Jahr 2019 am häufigsten gehörten Predigten steht die Predigt zu Christi Himmelfahrt Das Erlebnis von Hellmut Laun. An 16. Stelle von insgesamt 120 Predigten kommt die Predigt über das Banausentum des Modernismus.


18. April
Bernardo Francisco de Hoyos

Vor zehn Jahren, am 18. April 2010, wurde der Mystiker Bernardo Francisco de Hoyos SJ seliggesprochen. Am 21. August 1711 in Torrelobatón (Valladolid, Spanien) geboren, trat er 1726 in die Gesellschaft Jesu ein, wurde am 2. Januar 1735 zum Priester geweiht und starb am 29. November desselben Jahres in Valladolid an Fleckfieber. Er hatte Herz-Jesu-Visionen und gilt als der Herz-Jesu-Apostel Spaniens.


17. April
James V. Schall

Vor einem Jahr, am 17. April 2019, starb in Los Gatos, Kalifornien, im Alter von 91 Jahren der Philosoph James V. Schall SJ. Er war ein Spezialist für Chesterton, den Islam und die politische Philosophie überhaupt. Von seinen zahlreichen Werken sind leider viel zu wenige ins Deutsch übersetzt. Eine Reihe von Würdigungen sind auf der Website von The Catholic Thing veröffentlicht.


17. April
Francis Kardinal George

Vor fünf Jahren, am 17. April 2015, starb in Chicago im Alter von 78 Jahren Francis Kardinal George, genannt der “amerikanische Ratzinger”. 1997 wurde er Erzbischof von Chicago.
Seine übernatürlich motivierte Loyalität zu Papst Franziskus hinderte ihn nicht daran, freimütig zu bekennen, dass er unter dessem Regierungsstil leide: “Er sendet so viele unterschiedliche Signale, das geht manchmal etwas wild durcheinander. Ich denke, er selbst ist nicht verwirrt, aber viele Leute verwirrt er mit dem, was er sagt, manchmal auch mich. Mir wäre es lieber, manches wäre etwas klarer, so dass ich ihn besser unterstützen kann.”
Im Original: “He sends out so many signals it gets a bit jumbled at times, I'm sure he's not confused, himself. It's confusing for a lot of people, including myself at times. For someone who appreciates clarity I would like to get a few things clear so I can cooperate.”


17. April
Marguerite Bourgeoys

Vor 400 Jahren, am 17. April 1620, wurde in Troyes Marguerite Bourgeoys geboren. 1653 kam sie nach Kanada, und zwar auf Einladung des Gründers und Gouverneurs von Montreal (damals Ville Marie), Paul Chomody de Maisonneuve. Dieser hatte sie in Troyes besucht und wurde von ihr sogleich als jener Mensch erkannt, den Gott ihr vorher in einem inneren Licht als das Werkzeug gezeigt hatte, “dessen er sich bedienen wolle, um sie in das ihr noch unbekannte Land ihrer Bestimmung zu führen” (Ferdinand Baumann, Die selige Mutter Margareta Bourgeoys, in: Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 270).
Am 30. April 1657 eröffnete sie in Kanada ihre erste Schule. Als danach die Arbeit immer mehr anwuchs, entschloss sie sich, vorübergehend nach Frankreich zurückzukehren, um Mitarbeiterinnen zu gewinnen. “Sie begleitete darum Fräulein Mance, die Gründerin des Spitals von Montréal, die gerade wegen einer Verletzung die Heimat aufsuchen wollte. Die Reise ward von Gott gesegnet, denn Fräulein Mance wurde durch Olier (...) wunderbar, wie es scheint, geheilt und Margareta Bourgeoys fand in ihrer Heimatstadt Troyes vier Töchter aus guten Familien, die sich ihr anschlossen. Mit diesen Gefährtinnen gründete Margareta das Institut Unserer Lieben Frau in Montréal” (Baumann, S. 271 f.). Das Institut wurde 1675 von François de Montmorency-Laval, dem Erzbischof von Quebec (1980 seliggesprochen), bestätigt und breitete sich bald in Kanada aus. 1701 gehörten ihm 55 Schwestern an.
Das Wirken Marguerites in Kanada war so segensreich, daß sie die "Mutter der Kolonie" genannt wurde. Am 12. November 1950 wurde sie selig-, am 31. Oktober 1982 heiliggesprochen.


16. April
Dem Herrn entgegen

Wenn es der Herr ist, lässt der hl. Petrus die Fische hinter sich. Meine Predigt über die Erscheinung am See Tiberias.

Achtung: Falls hier nicht die angegebene Predigt erscheint, sondern eine ältere Predigt oder das Video von gestern, dann schließen Sie bitte das Fenster, löschen das Cookie von kath-info in Ihrem Browsercache und gehen von Neuem auf kath-info! Wahlweise können Sie auch diesem Link folgen.


16. April
Maria Magdalena von der Menschwerdung

Vor 250 Jahren, am 16. April 1770, wurde in Porto Santo Stefano, Italien, Katharina Sordini geboren.
1789 hatte sie als Novizin namens Maria Magdalena von der Menschwerdung im Franziskanerinnenkloster in Ischia di Castro (Viterbo) die Vision ihres Lebens: Während sie das Refektorium putzte, sah sie in visionärer Schau die Mauer fallen, die das Refektorium von der Kapelle trennte, erblickte Engel, die das Allerheiligste anbeteten, und hörte die Stimme des Herrn: “Ich habe dich erwählt, das Werk ewiger Anbeterinnen zu gründen, die mir Tag und Nacht ihre demütige Anbetung aufopfern.”
1808 konnte das Werk der ununterbrochenen Anbetung mit Genehmigung des päpstlichen Generalvikars endlich beginnen, und zwar im Kloster S. Anna alle Quattro Fontane. Als im selben Jahr die Truppen Napoleons I. Rom besetzten und alle Klöster schlossen, blieb S. Anna als einziges Kloster von der Schließung verschont. Erst 1811 wurde auch es geschlossen. Als Papst Pius V. am 24. Mai 1814 nach fünfjähriger Gefangenschaft nach Rom zurückgekehrte, wurde als erstes das Annaklösterchen auf dem Quirinal wieder geöffnet. Dort wurde am 13. Juli 1814 wieder mit der ewigen Anbetung bis heute begonnen.
Sr. Maria Magdalena starb am 29. November 1824. Am 3. Mai 2008 wurde sie seliggesprochen.


15. April
Was wäre, wenn ich mehr wie Jesus wäre?

Eine Meditation.


15. April
Louis Gaston de Ségur

Vor 200 Jahren, am 15. April 1820, wurde in Paris der Apologet Louis Gaston Adrien de Ségur geboren. Am 17. Dezember 1847 empfing er die Priesterweihe. 1854 erblindete er, was ihn aber nicht davon abhielt, unermüdlich seelsorgerisch, missionarisch, schriftstellerisch und sozial caritativ tätig zu sein. Er gehörte zu den Initiatoren des ersten Eucharistischen Kongresses, der am 21. Juni 1881 in Lille stattfand. Ségur erlebte ihn nicht mehr: Er starb zwölf Tage davor in Paris.


14. April
Herkunftsstatistik

Meine Corona-Predigt auf Soundcloud wurde bis jetzt 640 Mal gehört. 250 Mal kamen die Zuhörer durch die Verlinkung von einer anderen Website zur Predigt. Wie viele kamen woher? Hier die Aufschlüsselung

Kath-info: 73
Facebook: 55
Cathwalk: 42
Google: 30
CNA Deutsch: 23
Petrusbruderschaft.de: 12
Sonstige: 15

Mit 23 Likes ist die Predigt die beliebteste unter den 127 Predigten, die ich bis jetzt auf Soundcloud veröffentlicht habe.


14. April
Auferstehung jetzt

Wussten Sie, dass wir unsere Auferstehung schon hinter uns haben? Ich erkläre es in meinem vierten Beitrag zu den Corona-Exerzitien der Tagespost.


14. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die englische Übersetzung meines Aufsatzes über das Gewissen zwischen Vision und Illusion kann man auf einer eigenen Seite nachlesen. Meine Predigt über die Weise, wie Jesus ein altbekanntes Naturgesetz auf den Kopf stellt, ist auf der Seite über Candidus Sierro und Peter Donders eingebettet. Die beiden Bemerkungen von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und Regina Einig über katholische Versionen des Feminismus (Viele Anlässe zum Protest und Machtgebaren) sind auf der Frauenseite untergebracht.


13. April
Der einzige Kampf, der des Kämpfens wert ist

Die Familie des hl. Bernhard von Clairvaux

Von Dr. Alexandra Kehl

Sie kann wohl als eine der erstaunlichsten unter den christlichen Familien gelten, die Familie des hl. Bernhard von Clairvaux. Es traten nicht nur alle sieben Kinder und schließlich der Vater in den geistlichen Stand ein; alle Familienmitglieder, einschließlich der früh verstorbenen Mutter, werden bis heute im Zisterzienserorden hoch verehrt. Obwohl sie im 12. Jahrhundert lebten, sind sie ein Vorbild für die christliche Familie auch unserer Tage.

Will man dem Geheimnis dieser ungewöhnlichen Familie auf die Spur kommen, so muss man vor allem die Mutter betrachten. Alice oder Aleth – es werden in den verschiedenen Quellen unterschiedliche Schreibweisen angegeben – stammte aus der adligen Familie von Montbard. Ursprünglich hatten sie ihre Eltern für den geistlichen Stand bestimmt und entsprechend erziehen lassen. Dass die Eltern die Entscheidung für ihre Kinder trafen, ob und welches Kloster oder welcher Ehepartner, war damals üblich, wenn auch nicht unumstritten. Alices Vater, Bernhard von Montbard, änderte jedoch seinen Entschluss und gab die 15-Jährige dem rund 20 Jahre älteren Tescelin von Fontaines, einem adligen Ritter in Diensten des Herzogs von Burgund, zur Frau.

Alice war die Seele der Familie. Sie machte nicht den Fehler, bei der Erziehung ihrer Kinder nur das irdische Leben im Auge zu haben, nur die Stellung, die sie einmal in der Gesellschaft einnehmen sollten, sondern hatte die ewige Bestimmung der ihr Anvertrauten ebenso im Blick. Dabei setzte sie nicht auf ständiges Ermahnen und Predigen, vielmehr lebte sie den Kindern Heiligkeit vor. Sie verband das Übernatürliche mit dem Natürlichen, verrichtete ihre Standespflichten, weil sie in ihnen Gottes Willen sah, und schenkte sieben Kindern das Leben, weil sie dies als ihre von Gott gegebene Aufgabe ansah. Und dies alles ohne Frömmelei.

Ein besonders inniges Verhältnis hatte Alice zu ihrem dritten Sohn Bernhard. Während die übrigen fünf Söhne ihrem Vater nacheiferten und nach dem Rittertum strebten, war er mehr den geistlichen Dingen zugeneigt und besuchte die Schule der Kanoniker von Chatillons-sur-Seine. Als sie mit ihm schwanger war, hatte Alice einen sonderbaren Traum. Sie träumte, sie trage einen kleinen weißen Hund mit rotem Rücken in ihrem Schoß. Ein Einsiedler, so wird erzählt, habe ihr den Traum gedeutet: Sie trage den künftigen Wachhund Gottes unter ihrem Herzen. Vielleicht ahnte sie, dass er einmal eine besondere Aufgabe in der Kirche zu erfüllen haben werde. Erlebt hat sie es nicht mehr. Alice starb, als Bernhard gerade mal 15 Jahre alt war. Auch den Lebensweg der übrigen Kinder hat sie nur von der Ewigkeit aus verfolgen können.

Dass alle ihre Kinder den geistlichen Stand wählen würden, war anfangs nicht abzusehen. Gerhard, der Älteste, trat vielmehr in die Fußstapfen des Vaters, wurde Ritter und heiratete. Der Zweitgeborene, Guido, heiratete zwar nicht, doch all sein Sinnen und Trachten war darauf ausgerichtet, ein berühmter Ritter zu werden. Andreas, der vierte Sohn, eiferte den älteren Brüdern nach und wurde schon in jungen Jahren zum Ritter geschlagen. Kampf, Ehre und Ruhm – das sollten die Ziele ihres Lebens sein.

Doch dann kehrte Bernhard von seinen Studien zurück. Von glühender Liebe zu Christus erfasst, leidenschaftlich und redegewandt, rief er seine Brüder auf, sich in einem neuen Kampf zu engagieren – im Turnier der Gottesliebe. Es gelang ihm, nach und nach jeden seiner Brüder für das Ordensleben als Zisterzienser zu gewinnen. Leicht wurde es ihm nicht. Gerhard brauchte die Zustimmung seiner Ehefrau, die diese zunächst verweigerte. Guido war überhaupt nicht geneigt, den Waffenrock gegen die Kutte zu tauschen. Erst nach einer schweren Verwundung und monatelanger Gefangenschaft änderte er seinen Sinn. Auch Andreas leistete anfänglich heftigen Widerstand – bis er bei einem der Streitgespräche hinter Bernhard das Antlitz seiner verstorbenen Mutter erscheinen sah. Da gab er sein Sträuben auf. Bartholomäus, gerade mal 16 Jahre alt, schloss sich den älteren Brüdern an. Hinzu kamen noch Bernhards Onkel Gauderich und weitere Verwandte und Freunde, sodass Bernhard 1112 mit insgesamt 30 Männern im Kloster Citeaux erschien.

Dieses Kloster war 1098 von Robert von Molesmes gegründet worden.

So blieb nur der Jüngste, Nivard, noch zu Hause. Er würde, so erklärten ihm die älteren Brüder, später einmal alles erben und Herr der Burg Fontaines werden. Nivard war über diese Aussicht gar nicht glücklich. „Ihr nehmt euch den Himmel und lasst mir die Erde“, rief er aus. Wenige Jahre später folgte auch der jüngste Sohn.

Was dies für den Vater, Tescelin von Fontaines, als adligen Burgherrn bedeutet hat, kann sich heute nur noch der Chef eines Familienunternehmens vorstellen, der mangels eigener Kinder seinen mühsam aufgebauten Betrieb an einen Fremden verkaufen muss. Die Familie, die Dynastie, galt den Adligen des Mittelalters alles. Selbst die Kirche erkannte dies an und gestattete einem nachgeborenen Sohn, der in den geistlichen Stand eingetreten war als Kanoniker oder die niederen Weihen empfangen hatte, die Rückkehr in den Laienstand und die Eheschließung, wenn anders die Familie ausstarb.

Tescelin stellte sich den Söhnen jedoch nicht entgegen. Wie seine Ehefrau Alice, so war auch Tescelin in seiner Lebensführung ganz auf Gott ausgerichtet. Wollte Gott also sein Söhne und auch die einzige Tochter, so sollte er sie haben. Welch ein Opfer es für den Vater war, das weiß Gott allein. Gegen Ende seines Lebens trat Tescelin dann selbst als Laienbruder bei den Zisterziensern ein.

Alexandra Kehl beschreibt diese ungewöhnliche Familie, indem sie einzelne Episoden aus dem Roman „The Family that overtook Christ“ des Trappisten M. Raymond in eine szenische Lesung mit drei Sprechern umsetzt.

Alexandra Kehl: Auf zum ruhmreichen Kampf. Die Familie des heiligen Bernhard von Clairvaux, Künzell 2018, mp3-Format, ca. 122 Minuten Spielzeit, € 14,90

Eine weitere CD: Christoph von Schmids "Josaphat"


12. April
Das Zitat

Nicht Kerker, nicht Fesseln, auch nicht der Tod sind imstande, einen von der Liebe Gottes zu trennen, ihm seinen Glauben und den freien Willen zu rauben. Gottes Macht ist unbesiegbar.

Der selige Franz Jägerstätter, während er im Gefängnis auf seine Hinrichtung wartete


12. April
Maria Teresa de los Andes

Vor 100 Jahren, am 12. April 1920, starb in Los Andes, Chile, im Alter von 19 Jahren die Karmelitin Maria Teresa de los Andes. Am 3. April 1987 wurde sie selig-, am 21. März 1993 heiliggesprochen.
Bei ihrer Seligsprechung sagte Papst Johannes Paul II. unter anderem über sie: “Ihre brennende Liebe führte Teresa zu dem Wunsch, mit Jesus und wie Jesus auch zu leiden. ‚Leiden und lieben wie das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt‘, so sagt sie uns. Sie wollte eine unbefleckte Hostie sein, die in einem ständigen und schweigenden Opfer für die Sünder dargebracht wird. ‚Wir sind Miterlöserinnen der Welt und die Erlösung der Seelen gelingt nicht ohne Kreuz‘, schrieb sie in einem Brief vom September 1919.”


11. April
Die Selbstmarginalisierung der Kirche

Bis jetzt dachten wir, der Empfang des Leibes Christi sei für Gläubige eine ständige und gerade in Krisenzeiten besonders zentrale Quelle der Stärkung. Virtuelles Mitfeiern der Heiligen Messe sei wichtig, könne aber den Empfang des Leibes Christi nicht ersetzen und Mutter Kirche wäre zu allen Zeiten unermüdlich dahinter, ihren Gläubigen ein Zusammenkommen vor dem Altar und den Empfang der Heiligen Kommunion zu ermöglichen. Corona zeigt: dem ist nicht so.

Aus: Prof. Dr. Wolfgang Mayrhofer und Univ.Prof. Dr. Michael Meyer, Weniger als Pizzaservice: Lamento einfacher Katholiken zum Status Quo, in der Presse von gestern


11. April
Ein Herr, zwei Auferstehungen, drei Frauen

Vier Osterpredigten kann ich anbieten:
- Die drei Frauen am Grab
- Brannte nicht unser Herz?
- Die doppelte Auferstehung
- Ostern ist wie Fußball.


11. April
Benedikts Analyse

Vor einem Jahr, am 11. April 2019, veröffentlichte der emeritierte Papst Benedikt seine Ursachenanalyse der kirchlichen Missbrauchsskandale, die ebenso zutreffend war wie auch triggernd - auf manchen zeitgeistkonformen Theologen.


10. April
Das Kreuz als Offenbarung

Eine Betrachtung von mir zum Kreuzestod unseres Herrn.


10. April
Das Kreuz als göttliches Skalpell

Eine Predigt von Franz Prosinger zum Palmsonntag


9. April
Theodor Haecker

Von 75 Jahren, am 9. April 1945, starb in Ustersbach im Alter von 65 Jahren der Konvertit und Philosoph Theodor Haecker. Seinen Versuch einer Theodizee gehört neben C. S. Lewis' Über den Schmerz zum Besten dessen, was ich zu diesem Thema kenne.


9. April
Predigtranking 2019 VII

An 13. Stelle der im Jahr 2019 am häufigsten gehörten Predigten (von insgesamt 120 Predigten) stehen gleichauf zwei Predigten: Das antiutilitaristische Fest und Preiset Gott dankbaren Herzens.


9. April
Möglichst bald Rückkehr zur Normalität!

Wir müssen schon mit Blick auf diese gesellschaftsbezogenen religiösen Grundformen wie Eucharistiefeiern oder andere sakramentale Handlungen wie Beerdigungen und so weiter möglichst bald zur Normalität zurückkehren können, also es muss schon geschaut werden, ob im Sinne einer Verhältnismäßigkeitsabwägung diese krassen Beschränkungen wirklich noch aufrechterhalten werden müssen.

Franz-Josef Bormann, Professor der Moraltheologie in Tübingen und Mitglied des Deutschen Ethikrates, im Bayerischen Rundfunk am 6. April.


9. April
Katholisch wegen der traditionellen Liturgie

“Ich bin 23. Ich bleibe wegen der Wahrheit, die in der Tradition der Kirche (besonders der TLM) verwurzelt ist.”

TLM ist eine in Amerika geläufige Abkürzung für Traditinal Latin Mass.

“Die Entdeckung der TLM und das Kennenlernen all der schönen traditionellen Lehren unserer Kirche hat mich zum Katholiken gemacht.”

“Die Entdeckung der lateinischen Messe hat meinen Glauben gestärkt. Ich fand es zu einer Zeit im College, als ich mich losgelöst habe. Mein Mann ist nicht in der Kirche aufgewachsen, wurde katholisch und liebte auch die lateinische Messe.”

“Die traditionelle lateinische Messe, die die Verehrung, die wahre Anbetung, die Bitte und den Dank der Eucharistie einschließt.”

So lauten vier von zahlreichen Zeugnissen über die Rolle der traditionellen Liturgie als Motiv, katholisch zu werden oder zu bleiben. Sie gehören zu den 1494 Antworten von Katholiken auf die Frage: “Also fragen wir euch jetzt, wenn ihr auf Facebook lest und ein junger Katholik seid: Was hat euch zum Bleiben bewegt?”
Diese Frage hatte am 11. Juni 2019 Weihbischof Robert E. Barron als Zuständiger der Amerikanischen Bischofskonferenz für Evangelization and Catechesis gestellt.

Nachzulesen in dem Artikel Was zeigt sich in den USA? von Dorothea und Wolfgang Koch, veröffentlicht in Kirche heute, Februar/März 2020, S. 15-17.


8. April
Hauskirche

Eine christliche Familie sollte zuhause nicht bloß Advent, Weihnachten und Ostern feiern, sondern das ganze Kirchenjahr. So kann eine „Hauskirche“ entstehen, die tatsächlich in der Lage ist, den Glauben an die junge Generation weiterzugeben. Wie bedeutungsvoll die Familie als Hauskirche ist, zeigt eine wahre Begebenheit aus der Kirchengeschichte Japans:

Am 17. März 1865 feierte der französische Missionar Pater Petit Jean nach seiner Ankunft in Japan die heilige Messe am Fuß des Nagasaki. Nach 200 Jahren Abwesenheit von Missionaren – sie wurden umgebracht, die Kirchen zerstört oder als Lagerhäuser benutzt – glaubte niemand mehr, dass der Glaube auch nur in Resten überlebt hätte. Doch es stellten sich einige Japaner ein. Höflich, scheu, vorsichtig fragten sie Pater Jean nach seinem Glauben: Welchen Namen sein Gott habe, ob er Jesus Christus kenne, ob er die Muttergottes verehre, ob er ehelos sei und ob die Gläubigen einem gewissen Papst gehorchen würden?
Er konnte alles bejahen. Überglücklich erkannten sie ihn als Boten jenes wahren Glaubens, wie sie ihn von ihren Vorfahren überliefert bekamen. Über zwei Jahrhunderte blutige Verfolgung hatte der Glaube in den Häusern überlebt, ohne äußere Strukturen, ohne Kirchen und Priester.

Hauskirche ist die Katakombe sowohl in Zeiten der Verfolgung als auch des Glaubensabfalls der Säkularisierung.

Aus: Maria Prügl, Die Bedeutung der Familie als Hauskirche, in: Kirche heute, April 2017.


8. April
Hausaltar

Ich verweise auch auf die alte Tradition, daheim einen Hausaltar zu gestalten: ein Kreuz, ein Bild, die aufgeschlagene Bibel, Blumen, Kerzen. Gerade im Monat Mai war es in vielen Häusern üblich, einen Mai-Altar zu bauen, und ich lade ein, diese Traditionen lebendig zu halten oder wiederzubeleben.

Aus dem Hirtenbrief von Bischof Rudolf Voderholzer vom 25. März 2020.


7. April
Corona: Es gibt eine schlimmere Seuche

In meinem dritten Beitrag zur Corona-Serie der Tagespost widme ich mich einem merkwürdigen Phänomen: dem Verhalten von Bischöfen angesichts der Corona-Pandemie und ihrem ganz anderen Verhalten gegenüber einer schlimmeren Seuche.


7. April
Faszinierende Philosophie des Mittelalters

Markus Schwering: Ich bemerke bei Ihnen eine – so vorderhand nicht vermutete – starke Sympathie mit den philosophischen Denkleistungen des christlichen Mittelalters. Ist diese Sympathie vielleicht das Ergebnis eines auch für Sie selbst überraschenden Lernprozesses?

Jürgen Habermas: Ich hatte mich in meiner letzten Vorlesung vor der Emeritierung, das ist lange her, schon einmal mit Thomas befasst. Damals war ich schon fasziniert von der konstruktiven Kraft und inneren Konsistenz dieses großartigen Systems. Nun hat mich die Lektüre von Duns Scotus und Wilhelm von Ockham ähnlich beeindruckt. Ja, das sind nachgeholte Lernprozesse, mit denen ich mich aber, wenn ich recht beobachte, nur in einen schon länger bestehenden Forschungstrend der erneuten Aufwertung des hohen, an die Moderne näher herangerückten Mittelalters einfädele.

Aus dem Interview mit Jürgen Habermas: „So viel Wissen über unser Nichtwissen gab es noch nie“ in der Frankfurter Rundschau, online am 6. April 2020


5. April
Auch in Coronazeiten Gott verherrlichen!

Meine Predigt zum Evangelium vom Samstag vor Palmsonntag.

Achtung: Falls hier jetzt nicht meine Predigt zu Joh 12, 27 erscheint, sondern eine ältere Predigt, die auf dieser Seite eingebettet wurde, dann schließen Sie bitte das Fenster, löschen das Cookie von kath-info in Ihrem Browsercache und gehen von Neuem auf kath-info!


5. April
Wenigstens kirchliche Notprogramme!

Als vor drei Wochen alle öffentlichen Gottesdienste abgesagt wurden, war meine erste Reaktion: Wir müssen diese Maßnahmen akzeptieren. Sie sind ja Teil eines allgemeinen Versammlungs- und Kontaktverbotes im Interesse der Gesundheit aller, und es ist gut, wenn die Kirche das mitträgt. Katholiken können keine Sonderrolle beanspruchen, so als ob sie aufgrund ihres Glaubens gegen jede Ansteckungsgefahr gefeit wären. Zwar gab es von Anfang an Virologen und andere Experten, die die Notwendigkeit solcher Maßnahmen in Frage gestellt haben. Aber erstens kommen solche Dissidentenmeinungen bei allen Gelegenheiten vor, und zweitens fehlt uns das nötige Fachwissen, um beurteilen zu können, wer Recht hat. Mit Sorge hatte ich auch beobachtet, dass manche zu Verschwörungstheorien neigen, die Gefahr leugnen und sich über alle Vorsichtsmaßnahmen lustig machen. Es ist eine Schande, wenn gläubige Katholiken in dieser Beziehung mit schlechtem Vorbild vorangehen und Ärgernis geben.

Auch schien mir in übernatürlicher Hinsicht ein volles Ja zum Willen Gottes und dem Opfer, das er uns zumutet, angebracht und passend zur Fastenzeit.

Doch wie würde es an Ostern aussehen? Die Kirche hatte vier Wochen Zeit, sich zu überlegen, welche Möglichkeiten es selbst bei Fortdauer der staatlichen Auflagen gibt, den Gläubigen den Empfang der Sakramente einschließlich der Osterkommunion zu ermöglichen. Um die Mitfeier der öffentlichen Liturgie geht es meines Erachtens erst in zweiter Linie. In erster Linie geht es um den Empfang der Sakramente. Sie bilden den harten, unaufgebbaren Kern der Seelsorge. Ist in der Osterzeit wenigstens ein “Notprogramm” möglich?

Das Institut St. Philipp Neri in Berlin macht es uns vor: Es werden fünf Zeiten pro Tag angegeben, an denen der Empfang der hl. Kommunion möglich ist, ebenso die Zeiträume für Beichte und stille Anbetung. Die Plätze in der Kirche, die belegt werden können und die den Mindestabstand garantieren, sind gekennzeichnet. Hier haben wir ein “Notprogramm”, das im Hinblick auf die Ansteckungsgefahr sicherer ist als der Besuch eines Supermarkts.

Das wäre ein Modell für Pfarreien. Warum suchen die Bischöfe keine solchen oder ähnliche Notlösungen für die Osterzeit? Jedenfalls hört man nichts davon. Fußballvereine kennen bereits kleine Schritte zurück in die Normalität: Sie lassen ihre Mannschaften schon wieder in kleinen Gruppen trainieren. Manche Diözesen stellen dagegen ihre Gläubigen so in geistliche Quarantäne, dass sie - außer in Sterbefällen - radikal von allen Sakramenten abgeschnitten sind.

Kann das auf Dauer der Weisheit letzter Schluss sein?


4. April
Was erwartet der Herr am Kreuz von mir?

Zum Passionssonntag eine schöne Predigt von Franz Prosinger, die uns die Augen öffnet für die Weise, wie wir mit dem Herrn durch die Passionszeit gehen sollen.


4. April
Freude aus dem Wort Gottes

Meinen ersten Beitrag zu den Corona-Exerzitien der Tagespost gibt es jetzt auch als Podcast.


4. April
Erich Zenger

Vor zehn Jahren, am 4. April 2010, starb in Münster im Alter von 70 Jahren der Exeget Erich Zenger, mit dessen Kritik an einer Maßnahme Benedikts XVI. sich Franz Prosinger auseinandergesetzt hat.


3. April
Petition für Gottesdienste

Es steht außer Frage, dass der Staat das Recht und die Pflicht hat, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung einer Pandemie zu verhindern. Dennoch muss er die Verhältnismäßigkeit der Mittel beachten. Die flächendeckende “Untersagung der Religionsausübung in Gemeinschaft auf unbestimmte Zeit” stößt deshalb auf verfassungsrechtliche Bedenken, da es, wie der Staatsrechtler Christian Hillgruber sagt, Alternativen gibt, “etwa eine Erhöhung der Anzahl der Messen mit eng begrenzter Teilnehmerzahl und entsprechendem Sicherheitsabstand.”

Genau für dieses Anliegen setzt sich eine sorgfältig argumentierende Petition ein, die sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags richtet: “So sehr wir die staatlichen Sicherheitsmaßnahmen auch in der Kirche unterstützen, so sehr sind wir der Überzeugung, dass ein gemeinsamer Gottesdienst auch in der Krisenzeit unter Einhaltung der verlangten Sicherheitsmaßnahmen möglich ist.” Man kann man sie online unterzeichnen.


3. April
Jetzt wird auch noch Corona instrumentalisiert

Man wird am Ende den Verdacht formulieren müssen, dass das temporäre Versammlungsverbot in der Corona-Krise als Reformkatalysator instrumentalisiert wird. Die Debatte ist – bei aller berechtigten Kritik am Klerikalismus – nicht selten auch von antiklerikalen Affektlagen geleitet, die die Wertschätzung für den Dienst der allermeisten Priester vermissen lässt. Anstatt dankbar anzuerkennen, dass Priester den Laien geben können, was diese sich nicht selbst zu geben vermögen, werden Messfeiern ohne Gläubige nicht nur als priesterzentriert kritisiert, sondern auch als vorkonziliar diffamiert. Jeder, der die Dokumente des II. Vatikanischen Konzils aufmerksam gelesen hat, weiß, dass diese Kritik nicht zutrifft.

Aus: Jan-Heiner Tück, Warum Do-it-yourself-Messen keine Antwort auf die Krise sein können. Tück bezieht sich auf Vorschläge von Theologen, die Eucharistie zu Hause ohne Priester zu feiern.


2. April
Die Kirche steht Kopf!

Von P. Sven Conrad FSSP

Alles scheint derzeit aus den Fugen zu geraten. Der Winter ist kein Winter mehr, in der Politik herrscht nur noch die Frage der Mehrheit ohne Fundierung im Naturrecht, und wenn wir auf die Kirche schauen, dann wird unser Blick noch trüber. An die Veränderung und Entchristlichung der Gesellschaft haben wir uns vielleicht in einer langen Entwicklung seit den beiden Weltkriegen schon gewöhnt, so daß uns hier vieles gar nicht mehr überrascht. Zumindest der Glaube schien aber weiterhin Sicherheit zu bieten; doch mit einer – nennen wir es einmal – „Sicherheit aus Gewohnheit“ ist nun Schluß. Die Lage ist so ernst geworden wie vielleicht seit der Reformation des 16. Jahrhunderts nicht mehr, die eine fürchterliche Spaltung der Christenheit hervorgebracht hat, die bis heute andauert.

In Rom mußte man um die Rettung des Zölibats kämpfen im Wissen, daß einflußreiche Oberhirten ihn längst abgeschrieben haben. Noch schlimmer ist der nun begonnene sog. „Synodale Weg“ in Deutschland. Was dabei vor allem erschüttern muß, ist die ... weiterlesen


1. April
Gottes Licht ist stärker

Ganz gleich, ob wir jung sind, in mittleren Jahren oder im Alter stehen, mit – wie man heute sagt – "Vorerkrankungen" bezeichnet, oder ob wir uns gesund, stark und kräftig fühlen: Wir wissen nicht, was uns selbst, was unseren Angehörigen und unseren Mitmenschen verhängt sein wird. Doch worauf wir zugehen, das wissen wir eigentlich schon. Papst Benedikt sagte am 16. April 2012: "Aber ich weiß, daß das Licht Gottes da ist, daß er auferstanden ist, daß sein Licht stärker ist als alles Dunkel; daß Gottes Güte stärker ist als alles Böse dieser Welt. Und das läßt mich in Gewißheit weitergehen."

Aus: Thorsten Paprotny, "Seele Christi, heilige mich!" – Wie wir heute beten können.


1. April
Kardinal Lehmann und die Missbrauchskrise

Vor zehn Jahren, am 1. April 2010, veröffentlichte Kardinal Lehmann in der FAZ seine ausführliche Analyse der Missbrauchskrise von damals, die ich einem Artikel für Kirche heute (auch hier auf kath-info veröffentlicht) kommentiert habe. Sie deckt sich mit der Diagnose von Papst Benedikt von letztem Jahr, dass es eine Schwäche der Kirche war, sich den Einflüssen der sexuellen Revolution zu sehr geöffnet zu haben. Die Verständnislosigkeit, mit der Theologen darauf reagiert haben, offenbart den ungebremsten Niedergang der Theologie in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt.


31. März
Zeit der Umkehr

Wie vor einer Woche berichtet, hat die Tagepost auf ihrer Website mit einem täglich Impuls zu Corona-Exerzitien begonnen. Ich bin jeweils dienstags dran. Mein zweiter Beitrag zu dieser Serie heißt Buße statt Streit.


31. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
P. Denekes Gedanken zum Fest der Unbefleckten Empfängnis Maria, die neue Materie kann man auf einer eigenen Seite nachlesen. Die Predigt Du bist der Mittelpunkt seiner Liebe ist auf der Seite Die Liebe - Wahrheit oder Schein? eingebettet. Der Interviewauszug mit der Erfahrung des Churer Bischofsvikars für den überlieferten Ritus mit demselben (Ehrfurcht, Klarheit, Freude) wurde dem Zeugnis von Bernward Deneke über seine erste Begegnung mit der “Alten Messe” beigesellt.


30. März
Predigtranking 2019 VI

An elfter Stelle der im Jahr 2019 am häufigsten gehörten Predigten steht die Predigt Gerufen zu einer folgenschweren Entscheidung. An zwölfter Stelle von insgesamt 120 Predigten kommt die Predigt Früchte der Heiligkeit.


30. März
Gemeindeleitung nur durch Priester

Auch angesichts eines oft bedrängenden Priestermangels darf es keine Gemeindeleitung durch Personen geben, die nicht sakramental ordiniert wurden. Durch die Unterscheidung des besonderen vom gemeinsamen Priestertum muss strukturell sichtbar bleiben, dass die Gemeinde sich nicht selbst leitet. Was mit Berufung auf den häufig falsch zitierten can. 517 des CIC möglich bleibt, ist die zeitlich befristete Kooperation gefirmter Christinnen und Christen mit einem ordinierten Gemeindeleiter. Klar widerlegt hat Kardinal Cordes die von Professor Michael Böhnke verbreitete These, Papst Franziskus habe in seinem Schreiben zur Amazonas-Synode die Bindung der Gemeindeleitung an das Sakrament des Ordo außer Kraft gesetzt.

Der Theologie Prof. Dr. Karl-Heinz Menke im Interview mit Til Schneider, erschienen in der Tagespost.


29. März
Vergewaltigende Transfrauen in Frauengefängnissen

Wer will schon ernsthaft absichtlich diskriminieren? Ich kenne persönlich keinen derartigen Menschen. Wenn jedoch die Interessen verschiedener „Geschlechter“ aus der bunten Vielfalt aufeinanderprallen, können auch mal Mehrheiten zu Opfergruppen werden. Zum Beispiel 50 Prozent der Bevölkerung. Jene nämlich, die als Frau geboren wurden und nicht nur wünschten, sie wären eine. Reden wir also praktisch über den real existierenden „weiblichen Penis“. Jenen, der in britischen Gefängnissen bereits Frauen sexuell belästigt hat. Weil der Herr „Transfrau“ Anspruch auf Unterbringung im Frauengefängnis hat, selbst wenn er vorher als Sexualstraftäter verurteilt wurde. Geltendes britisches Recht. Es ist sicher ein Trost für die Opfer, dass sie nicht von einem Mann, sondern offenbar von einem weiblichen Penis vergewaltigt wurden. Das gibt ganz neue „Straftäter*Innenstatistiken“. In England kämpfen Frauengruppen inzwischen gegen die Gesetzgebung an, um Frauen in Gefängnissen vor Transfrauen zu schützen, weil es kein Einzelfall mehr ist, sondern langsam Schule macht.

Aus: Birgit Kelle, Der weibliche Penis, ein Artikel auf Achgut über die Auswüchse der Transgenderbewegung.


29. März
Tulsa

Vor zehn Jahren, am 29. März 2010, hat die Priesterbruderschaft St. Petrus das St. Padre Pio House, ihre Niederlassung in Tulsa, Oklahoma, kanonisch errichtet.


28. März
Live-Streams der FSSP

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat die Anzahl der Orte erheblich vermehrt, aus denen Gottesdienste gestreamt werden. Türkheim, Neckarsulm, Oberhausen, Mittersthal und Oberrüti (Schweiz) sind aus dem deutschsprachigen Raum hinzugekommen. Eine vollständige Übersicht mit den zugehörigen Links finden Sie auf der Website der Petrusbruderschaft.


28. März
Das Leiden Christi beginnt

Zum morgigen Passionssonntag kann ich drei Predigten anbieten:
- Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen?;
- Christus in der Gewalt seiner Feinde;
- Zu wem machst du dich selbst?


28. März
Vor welchen Viren warnt die Kirche?

Es wäre zu erwarten, dass sich gläubige Menschen eher Gedanken darüber machten, inwiefern die Pandemie vielleicht ein Abbild dessen ist, was sich auf geistigem Gebiet abspielt. Sind da nicht hochgefährliche, ansteckende Viren unterwegs: Ideen, die den Geist von der Wahrheit abbringen, verwirren und verfinstern; Parolen, die die Menschen zur Rebellion gegen Gottes Ordnung aufstacheln; Worte und Bilder, die die Phantasie verderben, die Gefühle verkehren und in die Irre führen? Vor solchen Einflüssen hat die Kirche in aller Deutlichkeit zu warnen, aber ausgerechnet darüber vernehmen wir kaum ein Wort, eher noch die Aufforderung, uns zu öffnen, nicht zu verurteilen.

Aus: P. Bernward Deneke, Die Herrschaft des Virus, in: Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt vom 29. März 2020, Seite 6.


27. März
God’s Love as the Source of Morality

By P. Engelbert Recktenwald

The mystery of the Incarnation reveals the love of God and thereby places love at the center of morality. For most ethical approaches in philosophy, the fundamental concept is not love, but rather some form of justice. The Good is seen as the Ought, as that which is owed to our fellow man or to the common good. It is a matter of acknowledging human dignity, respecting rights and fulfilling duties.

In such law ethics, in the broadest sense, it is difficult to retroactively make space for a love which extends beyond the fulfillment of the demands of justice. A case in point is Immanuel Kant. He contrasts duty and inclination. We only act in a morally good manner when we act out of respect for the moral law, that is, out of duty. Respect is the singular moral feeling which he accepts as valid. Acting out of love, on the other hand, is in his view morally worthless, because it stems from inclination. This holds true for every love which extends beyond respect for the law. Such love is for him pathologically, that is... weiterlesen.


26. März
Das Zitat

Habt gar kein Vertrauen auf euch selber, werft euch mit allen euren Prüfungen und Versuchungen der Immaculata hin, und ihr werdet siegen.

Hl. Maximilian Kolbe


26. März
Jerusalem und Maria

Zwei Predigten von Franz Prosinger: zum Sonntag Laetare und zum Fest Mariä Verkündigung.


26. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein sechs Jahre alter Aufsatz aus der Communio über die Unmöglichkeit einer naturalistischen Erklärung von Gut und Böse gibt es in polnischer Sprache auf einer eigenen Seite: Dobro i zło. O niemożliwości ich naturalistycznego wyjaśnienia. Meine Predigt Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen ist auf der Seite über den Bauer von Ars eingebettet. Die beiden Kurzmeldungen Zweckentfremdung und Wachkoma-Patient kirchliche Bürokratie? habe ich auf der Kirchensteuerseite untergebracht.


25. März
Befinden wir uns im Bann des Coronavirus?

Wohl dem, der in geöffneten Kirchen verweilen und geistlich kommunizieren darf. Wohl dem, der ganz auf den Herrn vertraut in diesen Zeiten. Wohl dem, der seine Sinne, sein Herz und seine Vernunft, seine ganze Person auf Christus richten kann, der gegenwärtig ist im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Wohl dem, der auch jene Schwestern und Brüder im Gebet mitträgt, die in diesen Tagen voller Angst sind, zu zweifeln beginnen oder zu verzweifeln drohen.

Aus: Thorsten Paprotny, Auf Christus schauen - JETZT


24. März
Göttliche Nahrung

Die Israeliten murrten, bevor sie das Manna bekamen, in der Wüste, weil sie Hunger hatten. Die 5000 murrten nicht, bevor sie durch die wunderbare Brotvermehrung gesättigt wurden, obwohl sie Hunger hatten. Warum das so war, erkläre ich in meiner diesjährigen Predigt zu Laetare.


23. März
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

70. Folge

So durch den Heiligen Geist mit dem Sohne als Schwester und Braut, mit dem Vater als Tochter vereint, wird die Seele durch denselben in die innigste Gemeinschaft, in die Gesellschaft und Genossenschaft beider aufgenommen, in die wunderbare Gesellschaft des Vaters und des Sohnes, welche der heilige Johannes als das Ziel der Inkarnation bezeichnet (1 Jo 1, 3: “Ut societas nostra sit cum Patre et cum Filio eius Iesu Christo.”). Der Heilige Geist ist das Band, das, wie den Vater mit dem Sohne, in seinem Ausgang von beiden, so Vater und Sohn mit der Kreatur durch seine Einkehr in dieselbe verbindet. Das ist im höchsten Sinne die communicatio (koinonia) des Heiligen Geistes, von welcher der Apostel redet [66], d. h. eine Gemeinschaft nicht bloß mit dem Heiligen Geiste selbst, sondern eine durch ihn selbst, in seinem Ausgang und Eingang begründete Gemeinschaft der Kreatur mit den göttlichen Personen, eine Gemeinschaft, in welcher der Heilige Geist nicht nur jede einzelne, sondern alle geheiligten Kreaturen zusammen mit den göttlichen Personen und darum auch untereinander vereinigt, wie ein goldenes Band alle miteinander durchdringend und umschlingend. Die geistliche Einheit, zu deren Bewahrung uns der Apostel ermahnt (Eph 4, 3: “Sollicite servantes unitatem Spiritus in vinculo pacis.”), besteht daher nicht bloß in der Einheit des Affektes, nicht bloß in der Einmütigkeit der durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossenen Liebe. Vielmehr sollen wir gerade deshalb unter uns die Einheit der Liebe bewahren, weil ein geistiges “vinculum pacis”, der Heilige Geist selbst, uns alle umschlingt, weil, wie in einem Leibe, ein Geist für alle da ist (“Unum corpus, unus Spiritus”, ebd. V. 4) und weil die im Heiligen Geiste sich vollziehende Einheit unser aller mit den göttlichen Personen auch von uns eine ähnliche Einheit der Gesinnung verlangt, wie sie Vater und Sohn in der Spiration des Heiligen Geistes betätigen [67].

Anmerkungen:

[66] 2 Kor 13, 13: “Gratia Domini nostri Iesu Christi et caritas Dei et communieatio Spiritus sancti sit cum omnibus vobis.” Phil 2, 1: “Si quod solatium caritatis, si qua communicatio Spiritus.”

[67] Über die Stellung des Heiligen Geistes in unserer Verbindung mit Gott wollen wir einige weniger bekannte, aber überaus schöne Väterstellen hierhin setzen, die unsere Gedanken besonders beleuchten und bekräftigen können. Der Verfasser des “Libellus de vita solitaria ad fratres de monte Dei” sagt: “Dicitur haec unitas spiritus” (die Vereinigung Gottes mit dem Menschen) “non tantum, quia efficit eam, vel adficit ei spiritum hominis Spiritus Sanctus, sed quia ipsa ipse est Spiritus Sanctus, Deus caritas: cum per eum, qui est amor Patris et Filii, et unitas, et suavitas, et bonum, et osculum, et amplexus, et quidquid commune potest esse amborum in summa illa unitate veritatis et veritate unitatis: hoc idem homini suo modo fit ad Deum, quod consubstantiali unitate Filio est ad Patrem vel Patri ad Filium, cum in amplexu et osculo Patris et Filii mediam quodammodo se invenit beata conscientia.” Ähnlich sagte schon der heilige Augustinus (Serm. II de verbis Domini): “Insinuatur nobis in Patre auctoritas, in Filio nativitas, in Spiritu Sancto Patris et Filii communitas, in tribus aequalitas. Quod ergo commune est Patri et Filio, per hoc nos voluerunt habere communionem et inter nos et secum, et per illud donum nos colligere in unum, quod ambo habent unum, id est per Spiritum Sanctum, Deum et donum Dei. In hoc enim reconciliamur Trinitati eaque delectamur.” Nicht so enge an unsere letzten Ausführungen anschließend, aber darum nicht weniger schön und lehrreich ist folgende Stelle des S. Fulgentius ad Monim. I, 2, c. 11: “Et propterea petimus, ut scilicet ea gratia, qua factum est, ut Ecclesia Christi corpus fieret, eadem gratia fiat, ut omnia membra, caritatis manente compage, in unitate corporis perseverent. Hoc autem digne petimus illius in nobis dono Spiritus fieri, qui est unus Spiritus et Patris et Filii; quia sancta naturalis unitas et aequalitas et caritas Trinitatis, quae unus solus et verus est Deus, unanimitate sanctificat, quos adoptat. In illa quippe una substantia Trinitatis, unitas est in origine, aequalitas in prole, in caritate autem unitatis aequalitatisque communio; nulla est divisio illius unitatis, nulla diversitas illius aequalitatis, nullum fastidium illius caritatis: ibi enim nihil discrepat, quia aequalitas cara et una, et unitas aequalis et cara, et caritas aequalis atque una, naturaliter et incommutabiliter perseverat. Quia igitur ex ipsa, si dicendum est, communione Spiritus sancti caritas una demonstratur Patris et Filii, quam communionem beatus Apostolus tali sermone commendat: Gratia Domini Iesu Christi, et caritas Dei et communicatio Spiritus sancti sit cum omnibus vobis (2 Cor ult, 13), et alio loco: Si quod solatium caritatis, si qua communicatio Spiritus (Phil 2, 1), propter hoc dicitur: quia caritas Dei diffusa est in cordibus nostris per Spiritum Sanctum, qui datus est nobis (Rom 2, 5). Spiritus quippe sanctus, qui unus est Patris et Filii, hoc operatur in his, quibus gratiam tribuit adoptionis divinae, quod operatus est etiam in illis, qui in libro Actuum Apostolorum inveniuntur eundem Spiritum accepisse. De quibus dicitur: Multitudinis autem credentium erat cor et anima una (Act 4, 32). Unum enim cor et animam fecerat multitudinis credentium in Deo, qui Patris et Filii unus est Spiritus, et cum Patre ac Filio unus est Deus. Unde et Apostolus hanc spiritualem unitatem in vinculo pacis sollicite dicit esse servandam, sie Ephesios monens: Obsecro itaque vos ego vinctus in Domino, ut digne ambuletis vocatione, qua vocati estis, cum omni humilitate et mansuetudine, cum patientia, supportantes invicem in caritate, solliciti servare unitatem Spiritus in vinculo pacis, unum corpus et unus Spiritus (Eph 4, 1 sqq.).”

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