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* * *

24. Juli
Niemals ist ein Gebet vergeblich

Eine Predigt zur Votivmesse zur Verteidigung der Kirche.


24. Juli
“This is just absolutely false!" (Pope Benedict XVI)

9. Regarding the perceived grave evil constituted by the UA [Usus Antiquior], I have a wide experience over many years and in many different places with the faithful who regularly worship God according to the UA. In all honesty, I must say that these faithful, in no way, reject “the Church and her institutions in the name of what is called the ‘true Church’.” Neither have I found them out of communion with the Church or divisive within the Church. On the contrary, they love the Roman Pontiff, their Bishops and priests, and, when others have made the choice of schism, they have wanted always to remain in full communion with the Church, faithful to the Roman Pontiff, often at the cost of great suffering. They, in no way, ascribe to a schismatic or sedevacantist ideology.
10. The Letter accompanying the Motu Proprio states that the UA was permitted by Pope Saint John Paul II and later regulated by Pope Benedict XVI with “the desire to foster the healing of the schism with the movement of Mons. Lefebvre.” The movement in question is the Society of Saint Pius X. While both Roman Pontiffs desired the healing of the schism in question, as should all good Catholics, they also desired to maintain in continuance the UA for those who remained in the full communion of the Church and did not become schismatic. Pope Saint John Paul II showed pastoral charity, in various important ways, to faithful Catholics attached to the UA, for example, granting the indult for the UA but also establishing the Priestly Fraternity of Saint Peter, a society of apostolic life for priests attached to the UA. In the book, Last Testament in his own words, Pope Benedict XVI responded to the affirmation, “The reauthorization of the Tridentine Mass is often interpreted primarily as a concession to the Society of Saint Pius X,” with these clear and strong words: “This is just absolutely false! It was important for me that the Church is one with herself inwardly, with her own past; that what was previously holy to her is not somehow wrong now” (pp. 201-202). In fact, many who presently desire to worship according to the UA have no experience and perhaps no knowledge of the history and present situation of the Priestly Society of Saint Pius X. They are simply attracted to the holiness of the UA.

Aus dem 19 Punkte umfassenden Statement on the Motu Proprio «Traditionis Custodes», das Raymond Leo Cardinal Burke am 22. Juli 2021 auf seiner Website veröffentlicht hat.


23. Juli
Ausdruck der Schwäche

Ein Verbot der alten Messe ist letztlich Ausdruck der Schwäche. Es traut der erneuerten Liturgie nicht zu, dass sie sich von selbst als die bessere Variante durchsetzt. Das kann sie nur, wenn sie vor bunten Optimierungsversuchen bewahrt bleibt. Das Dekret von Franziskus ist in der traditionalistischen Piusbruderschaft bejubelt worden. Sie sieht sich in ihrem Misstrauen gegenüber dem Papst bestärkt, der 2015, im Jahr der Barmherzigkeit, noch mit elastischen Charmeoffensiven für die Rückkehr in den Schoss der katholischen Kirche geworben hatte. Die Petrusbruderschaft hingegen wird nun für die Treue zum Papst vom Papst selbst abgestraft. (...) Am Ende wird in «Traditionis Custodes» mit ungleichem Mass gemessen: Während reformfreudige Gruppen an römischen Vorgaben vorbei zeitgeistaffine Gottesdienstangebote unterbreiten, ohne «Hüter der Tradition» auf den Plan zu rufen, wird die alte Messe nun «musealisiert» (Helmut Hoping).

Aus: Jan-Heiner Tück, Nein zur alten Messe: Papst Franziskus stösst einen Entscheid seines Vorgängers um und gefährdet damit die Autorität des Amts, NZZ online vom 22. Juli 2021


23. Juli
Xavier Tilliette

Vor 100 Jahren, am 23. Juli 1921, wurde in Corbie der Philosoph Xavier Tilliette SJ geboren. Orte, an denen er lehrte, waren Paris, Chantilly, das Institut Catholique und die Gregoriana in Rom. Er war ein Spezialist für Schelling und Fichte, wurde der “Universalgelehrte in Sachen Deutscher Idealismus” (Erich Fuchs) genannt und arbeitete auch mit Reinhard Lauth zusammen, dem Herausgeber der Fichte-Gesamtausgabe. In Paris starb er am selben Tag wie Robert Spaemann.


22. Juli
Das Zeugnis Cariots

Pater Guy-Emmanuel Cariot, Rektor der Basilika von Argenteuil, der normalerweise nicht nach dem alten Ritus zelebriert, versteht die im Motu Proprio Traditionis Custodes erhobenen Vorwürfe nicht, weil sie seinen Erfahrung widersprechen. Gegenüber der Zeitschrift Famille chrétienne sagte er: “Ich verstehe dieses Motu proprio nicht. Was der Papst in seinem Begleitbrief erwähnt, trifft nicht auf die Traditionalisten zu, die ich kenne. Es scheint eher an die Mitglieder der Piusbruderschaft gerichtet zu sein. Ich habe noch nie gehört, dass Mitglieder von Ecclesia Dei-Gemeinschaften von der ‘wahren Kirche’ sprechen, wenn sie sich auf sich selbst beziehen. Benedikt XVI. wollte, dass das Zweite Vatikanische Konzil anerkannt wird, und ich denke, dass auf der Seite der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften in diesem Sinne eine Menge Arbeit geleistet worden ist. Ich empfinde große Traurigkeit, weil dieser Text die Bemühungen Benedikts XVI. um die Einheit der Kirche hinwegzufegen und die Bemühungen der traditionalistischen Gemeinschaften der letzten fünfzehn Jahre zu verachten scheint. Außerdem bin ich in einer Zeit, in der so viel von Synodalität die Rede ist, überrascht, dass die Dinge so endgültig und verächtlich behandelt werden.”


22. Juli
Ohne Scheu

... Während allerorten Teile des Ordinariums weggelassen, Einsetzungsworte verändert werden, der Priester unverfroren den Gläubigen „Brot und Wein zur Stärkung auf unserem Lebensweg“ anbietet statt „das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“, wo Messtexte als bloße Anregung verstanden werden etc. etc.: Während all dies ohne jegliche Sanktion geschehen kann, zerschlägt der Heilige Vater mit einer Unterschrift jahrzehntelange Mühen, Leiden, Schmerzen, die Bereitschaft, sich als Außenseiter diffamieren zu lassen, Argwohn zu ertragen, vielfach am Sonntag viele Kilometer Anreise auf sich zu nehmen, tausendfachen persönlichen Einsatz der Gläubigen für eine würdige Liturgie. Hier, wo keinerlei Gefahr echter Auflehnung besteht – die Gläubigen, die die Außerordentliche Form des Römischen Ritus vorziehen, hätten ja jederzeit die Möglichkeit, auf die gut vernetzte, sehr gut aufgestellte Piusbruderschaft zurückzugreifen, was sie bewusst nicht getan haben - hat der Papst keine Scheu, ...

Die Bloggerin Anna auf Katholisch ohne Furcht und Tadel


21. Juli
Wachstum

Wir haben etliche Häuser mit Zustimmung der Bischöfe kanonisch errichten können, was unseren Apostolaten eine kirchenrechtlich nicht unbedeutende Stabilität verleiht und ein Hinweis ist auf eine gewachsene Wertschätzung. In einigen Niederlassungen haben sich die äußeren Rahmenbedingungen wesentlich verbessert, indem uns schöne und geeignete Kirchen zur Haupt- oder Alleinnutzung zur Verfügung gestellt wurden. In Tschechien, das ebenfalls zum deutschsprachigen Distrikt gehört, durften wir vor zwei Jahren in der Diözese Budweis die Verantwortung für einen altehrwürdigen Wallfahrtsort mit Pfarrei übernehmen. Erfreulich ist, dass gegen den allgemeinen Trend, die Zahl unserer Messbesucher seit Jahren in den meisten der von uns betreuten Gemeinden kontinuierlich zunimmt.

Aus dem Interview von P. Bernhard Gerstle FSSP mit der Tagespost vom 15. Juli 2021


21. Juli
Betrübnis, Treue und Hoffnung

Offizielles Kommuniqué der Priesterbruderschaft St. Petrus zum Motu Proprio Traditionis Custodes

Fribourg, 20. Juli 2021

Die Priesterbruderschaft St. Petrus, deren Ziel die Heiligung der Priester durch die Befolgung der liturgischen Traditionen vor der vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünschten Reform ist (vgl. Konstitutionen Nr. 8), hat das Motu Proprio Traditionis Custodes von Papst Franziskus mit Verwunderung aufgenommen.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus, die gemäß den Bestimmungen des Motu Proprio Ecclesia Dei Adflicta vom hl. Johannes Paul II. (2. Juli 1988) gegründet und kanonisch anerkannt wurde, hat sich stets zum gesamten Lehramt der Kirche und zur Treue gegenüber dem Papst und den Nachfolgern der Apostel bekannt und übt ihren Dienst unter der Verantwortung der Diözesanbischöfe aus. Indem sie sich in ihren Konstitutionen auf die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils beruft, hat sie immer versucht, Teil dessen zu sein, was der emeritierte Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 „die Hermeneutik der Reform unter Wahrung der Kontinuität der Kirche“ nannte (vgl. Ansprache an die Römische Kurie, 22. Dezember 2005).

Wir sind daher zutiefst betrübt über die Motive, die angeführt werden, um den Gebrauch des Messbuchs des hl. Johannes XXIII. einzuschränken, das im Zentrum unseres Charismas steht. Die Petrusbruderschaft erkennt sich in keiner Weise in den vorgebrachten Kritikpunkten wieder. Es ist erstaunlich, dass die vielen Früchte, die in jenen Apostolaten sichtbar werden, die mit dem Messbuch des hl. Johannes XXIII. verbunden sind, sowie die Freude der Gläubigen, die von dieser liturgischen Form profitieren, nicht erwähnt werden. Viele Menschen haben dank dieser Liturgie den Glauben entdeckt oder sind zum Glauben zurückgekehrt. Es ist nicht zu übersehen, dass aus den oft jungen und blühenden Gemeinden viele christliche Familien, Priester- und Ordensberufungen hervorgegangen sind.

In diesem Zusammenhang möchten wir einerseits unsere unerschütterliche Treue zum Nachfolger Petri bekräftigen und andererseits zum Ausdruck bringen, dass wir unseren Konstitutionen und unserem Charisma treu bleiben und den Gläubigen weiterhin dienen wollen, wie wir es seit unserer Gründung getan haben. Wir hoffen, auf das Verständnis der Bischöfe zählen zu können, deren Autorität wir immer respektiert und denen gegenüber wir uns stets loyal verhalten haben.

Im Vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter und unseres Schutzpatrons, des hl. Petrus, wollen wir diese Prüfung in Glauben und Treue annehmen.


20. Juli
Ächtung

Wichtig für die rechte Bewußtseinsbildung in Sachen Liturgie ist auch, daß endlich die Ächtung der bis 1970 gültigen Form von Liturgie aufhören muß. Wer sich heute für den Fortbestand dieser Liturgie einsetzt oder an ihr teilnimmt, wird wie ein Aussätziger behandelt; hier endet jede Toleranz. Derlei hat es in der ganzen Geschichte nicht gegeben, man ächtet damit ja auch die ganze Vergangenheit der Kirche. Wie sollte man ihrer Gegenwart trauen, wenn es so ist? Ich verstehe, offen gestanden, auch nicht, warum viele meiner bischöflichen Mitbrüder sich weitgehend diesem Intoleranzgebot unterwerfen, das den nötigen inneren Versöhnungen in der Kirche ohne einsichtigen Grund entgegensteht.

Aus: Joseph Kardinal Ratzinger, Gott und die Welt, München 2000, 2. Auflage, 357


20. Juli
Franz Hitze

Vor 100 Jahren, am 20. Juli 1921, starb in Bad Nauheim im Alter von 70 Jahren der Priester und Sozialpolitiker Franz Hitze. Er war ein “bedeutender Vertreter der katholisch-sozialen Bewegung in Deutschland” (LThK, 3. Auflage), “die führende Gestalt im sozialen Katholizismus Deutschlands” (NDB 9). 1880 wurde er Generalsekretär des Verbandes “Arbeiterwohl”, von 1882 bis 1893 und von 1898 bis 1912 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, von 1884 bis 1921 Mitglied des Deutschen Reichstags bzw. der Deutschen Nationalversammlung. 1890 gründete er mit anderen den “Volksverein für das katholische Deutschland”, dessen erster Generalsekretär er wurde. Seit 1893 lehrte er als Professor in Münster christliche Gesellschaftslehre. In der Zentrumspartei war er der Fachmann für sozialpolitische Fragen, der sich erfolgreich für den Schutz der Arbeiter und für christliche Gewerkschaften einsetzte.


20. Juli
Maurice-Jean-Madelein Broglie

Vor 200 Jahren, am 20. Juli 1821, starb in Paris im Alter von 54 Jahren Bischof Maurice-Jean-Madelein Broglie. 1807 war er von Kaiser Napoleon zum Bischof von Gent ernannt worden. Er wurde "wegen Verteidigung der päpstlichen Rechte 1811 verbannt und zur Resignation gezwungen. 1814 wieder Bischof von Gent, leitete Broglie die Opposition gegen die Verfassung der Vereinigten Niederlande und verfasste das auch von andern Bischöfen unterschriebene Jugement doctrinal, das den Eid auf die Verfassung verbot” (M. Dierickx im LThK, 2. Auflage). Er flüchtete nach Paris, wo er 1821 starb.


19. Juli
Ich bestätige

Eine bischöfliche Stellungnahme aus Frankreich

Wir dokumentieren hier in deutscher Übersetzung das Kommuniqué zum Motu proprio Traditionis custodes, das Mgr Marc Aillet, Bischof von Bayonne, Lescar und Oloron auf der Website seiner Diözese veröffentlicht hat.

Liebe Brüder und Schwestern,

Am Freitag, dem 16. Juli 2021, am Gedenktag Unserer Liebe Frau vom Berge Karmel, hat Papst Franziskus ein Motu proprio mit dem Titel Traditionis Custodes - Hüter der Tradition - über den Gebrauch der römischen Liturgie vor der Reformation 1970 promulgiert. Es versteht sich von selbst, dass wir dieses Motu proprio mit demselben Sinn für die Kirche und die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri begrüßen werden wie das Motu proprio Summorum Pontificum, das Papst Benedikt XVI. am 7. Juli 2007 promulgiert hat.

Der Papst erinnert daran, dass die Bischöfe als "Hüter der Tradition in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom das Prinzip und die sichtbare Grundlage der Einheit in ihren Teilkirchen bilden". Deshalb heißt es in Art. 2 des Motu proprio: "Als Moderator, Förderer und Hüter des gesamten liturgischen Lebens in der ihm anvertrauten Teilkirche ist der Diözesanbischof für die Regelung der liturgischen Feiern in seiner eigenen Diözese verantwortlich. Folglich ist es seine ausschließliche Kompetenz, den Gebrauch des Römischen Messbuchs von 1962 in der Diözese zu genehmigen, gemäß den Richtlinien des Heiligen Stuhls.”

Im Begleitbrief zum Motu proprio an die Bischöfe erklärt Papst Franziskus, warum er sich veranlasst sah, neue Bestimmungen zu erlassen, die die seiner verehrten Vorgänger aufheben. Während er die väterliche Fürsorge und den Großmut des heiligen Johannes Paul II. und des emeritierten Papstes Benedikt XVI. bei der Erleichterung des Gebrauchs des Missale von 1962 lobte, um die Gemeinschaft innerhalb der Kirche zu fördern, drückte der Heilige Vater seine Traurigkeit über die Tatsache aus, dass ... weiterlesen


19. Juli
Podcast

Vor vier Jahren, am 19. Juli 2017, ging mein Podcast online. Bis jetzt sind 65 Episoden erschienen.


18. Juli
Das Leben des heiligen Franz Xaver

Von Wolfgang Reithmeier, bearbeitet von Joseph Firnstein und Paolo D'Angona

17. Folge

Am Ende seiner Rede sagte er, daß er bei seiner Unternehmung nichts zu fürchten habe. Gott rufe ihn nach der Insel More, und die Menschen könnten ihn nicht hindern, der Stimme Gottes zu folgen. Seine Rede machte einen solchen Eindruck, daß sich sogar viele als Begleiter anboten.

Der Heilige ging nun mit einigen seiner Freunde zu Schiff, wohin ihn das Volk begleitete mit dem Gedanken, ihn nie wieder zu sehen. Ehe er abreiste, schrieb er noch einen Brief an die Gesellschaft Jesu in Rom und schilderte den Vätern die Gefahren auf diesen Inseln, sowie seinen Entschluß, im Vertrauen auf Gott hinzugehen, selbst wenn er sein Leben opfern müßte.

Nachdem Xaver mit seinen Gefährten 180 Meilen zurückgelegt hatte, rief er plötzlich mit einem tiefen Seufzer aus: "Ach, Jesus, die armen Menschen werden ermordet!" Diese Worte wiederholte er öfters und richtete den Blick nach einer bestimmten Gegend hin. Die Matrosen und Reisenden fragten ihn, aber der Heilige war in Verzückung geraten, und auch nachdem er wieder zu sich gekommen war, gab er keine Antwort.

Aber bald sahen sie auf einer Insel acht blutige Leichname ermordeter Portugiesen. Sie begruben dieselben und errichteten ein Kreuz, dann setzten sie ihre Reise nach der Insel More fort.

Sobald sie die Insel erreicht hatten, ging der Heilige sogleich an Land und besuchte das nächste Dorf. Beim Anblick der Fremden flohen die Einwohner in ihre Waldungen. Durch Xavers freundliches Zureden ließen sie sich bewegen, in ihr Dorf zurückzukehren. Nachdem die Furcht allmählich geschwunden war, begann Xaver seinen Unterricht. Die Einwohner waren zwar getauft, aber ihre Religion bestand in einer Mischung aus Mohammedanismus und Heidentum. Durch seinen heiligen Eifer und seine unausgesetzten Anstrengungen gelang es ihm, die Hauptstadt Tolo, die 25 000 Seelen zählte, und Momoya ganz zu bekehren. Nur einige Wilde blieben, was sie waren. Das grausame und wilde Volk der Javaren, das nur in Höhlen und Wäldern wohnte, wollte nicht nur dem Unterricht des Heiligen kein Gehör geben, sondern versuchte auch noch, ihn zu steinigen. Nach menschlicher Berechnung war es unmöglich, zu entkommen: vorn befanden sich wütende Heiden, hinten ein breiter Fluß. Da faßte Xaver einen am Ufer liegenden Balken, warf ihn in den Fluß, stellte sich darauf und entkam so auf wunderbare Weise an das gegenüberliegende Ufer, wo ihn kein Steinwurf mehr erreichen konnte. Für das Elend, den Hunger und Durst, den er bei diesen Heiden zu ertragen hatte, wurde er entschädigt durch himmlische Tröstungen, die ihm seine schwere Arbeit versüßten, wie er in einem Brief an den heiligen Ignatius schrieb.

Nachdem er ein Vierteljahr in More zugebracht hatte, kehrte er wieder nach den Molukken zurück. In Ternate hielt er sich drei Monate auf, die er mit Unterricht, Beichthören und Werken der Nächstenliebe verbrachte. Alle seine Bemühungen, den durch seine Wollust verblendeten König von Ternate zu bekehren, waren vergeblich. Doch gelang es dem Heiligen, einige Männer und Frauen am Hof für die christliche Religion zu gewinnen. Als die Zeit seiner Abreise herannahte, schrieb er in malaysischer Sprache eine ziemlich vollständige Glaubens- und Sittenlehre, die an Sonn- und Feiertagen öffentlich vorgelesen wurde. Einige junge Leute nahm er mit sich nach Goa, um sie im Collegium der Gesellschaft Jesu unterrichten zu lassen, und dann nach den Molukken zu schicken.

Siebtes Kapitel

Xaver verläßt Ternate - Ankunft in Amboina - Wunderbarer Regen - Ankunft in Malakka - Wunderbarer Sieg der Portugiesen über die Mohammedaner durch Xavers Fürbitte - Bekehrung eines Japaners - Abreise nach Cochin - Seesturm - Xavers Briefe nach Europa

Xaver bemühte sich auf alle Weise, seine Abreise von Ternate geheimzuhalten, und wollte darum bei Nacht das Schiff besteigen. Aber die Einwohner bemerkten dies. Eine große Zahl von Männern, Frauen und Kindern drängten sich klagend um ihn, baten um seinen Segen und beschworen ihn, er möge doch bald zurückkommen.

Dies ging ihm tief zu Herzen, so daß er anfangs glaubte, sein Weggang könne den Ternatern schaden. Aber weil der den Willen Gottes erkannte, anderswo hinzugehen, empfahl er ihnen, sich täglich in der Kirche zu versammeln, den Katechismus zu wiederholen und einander zur Tugend anzuspornen.

Insbesondere die Neubekehrten ermahnte er, die Auslegung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses auswendig zu lernen. Ein großer Trost war es ihm bei seiner Abreise, daß ihm ein gerade anwesender Priester versprach, täglich zwei Stunden dem Unterricht des Volkes und wöchentlich eine Stunde dem Unterricht der portugiesischen Frauen zu widmen, um sie im Glaubensbekenntnis und in dem, was zum Empfang der hll. Sakramente notwendig ist, zu unterweisen.

Pater Franz trennte sich nun seinen lieben Kindern, die am Ufer ein großes Geschrei erhoben, das tief in sein Herz eindrang.

Bei seiner Ankunft im Hafen von Amboina traf er auf vier portugiesische Schiffe, die neue Soldaten und Matrosen an Bord hatten. Diese Leute wissen gewöhnlich von der Religion sehr wenig, und kümmern sich überhaupt nicht besonders um die Erfüllung ihrer höheren Pflichten. Um diesem Übel einigermaßen abzuhelfen, errichtete er am Ufer eine Hütte aus Stroh und daneben eine kleine Kapelle, wo er manchmal einzelne, manchmal alle versammelte, um sie in den Wahrheiten ihres ewigen Heils zu unterrichten. Das Wort des Heiligen war nicht vergeblich. Einer jener Soldaten starb unter sichtbaren Zeichen einer vollkommenen Reue über seine Sünden. "Gott sei gepriesen", sagte der Heilige, "daß er mich zum Heil dieser Seele hierher gerufen hat." Man konnte daraus schließen, daß er darüber von oben eine besondere Erleuchtung erhalten hatte.

Während einer Predigt hielt er plötzlich inne und sagte: "Empfehlt Gott den Jakob Gill, der jetzt in den letzten Zügen liegt." Bald kam die Nachricht von Ternate, daß dieser gestorben sei.

Nachdem sich die vier Schiffe in Amboina nur vier Tage aufgehalten hatten, segelten sie nach Malakka ab. Man lud den Heiligen ein, das größte und stärkste Handelsschiff zu besteigen. Aber er lehnte dies ab wegen der vielen Sünden, die dort begangen wurden, und sagte: "Dieses Schiff wird eine große Gefahr zu bestehen haben. Gott gebe, daß es sie glücklich überwinde."

Die Vorhersage und der Wunsch Xavers erfüllten sich, denn das Schiff stieß in der Meerenge von Seban mit solcher Heftigkeit an eine verborgene Klippe, daß das Eisen am Steuerruder zerbrach und das Schiff beinahe unterging - doch es wurde gerettet.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


17. Juli
Klugheit fürs Himmelreich

Zum morgigen achten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: Der ungerechte Verwalter


17. Juli
Joachim Zimmermann

Vor zehn Jahren, am 17. Juli 2011, starb in Bergisch-Gladbach im Alter von 83 Jahren Pfarrer Joachim Zimmermann. 1956 zum Priester geweiht, engagierte sich der in Remscheid Geborene seit den sechziger Jahren in der UNA VOCE Bewegung. Stets hielt er an der Feier der hl. Messe in der überlieferten außerordentlichen Form des römischen Ritus fest. 1976 kam er in die Düsseldorfer Pfarrei St. Petrus Canisius zu Pfarrer Heinrich Krah, der denselben Weg eingeschlagen hatte und dessen Nachfolger Zimmermann wurde, bis die Kirche 1998 abgerissen wurde. Pfr. Zimmermann konnte zunächst nach St. Hedwig in Eller, dann 2006 nach St. Dionysius in Volmerswerth ausweichen. Als er sich aus Altersgründen nach Düsseldorf-Niederkassel zurückzog, übernahm seinem Wunsch gemäß die Priesterbruderschaft St. Petrus sein Apostolat.


5. Juli
Allgegenwärtiger Sinn

Zum kommenden siebten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: Früchte der Heiligkeit.


5. Juli
De salute animarum

Vor 200 Jahren, am 16. Juli 1821, erließ Papst Pius VII. die Bulle De salute animarum, die einen wichtigen Schritt in der Normalisierung der Beziehungen der Kirche zum preußischen Staat darstellte. Näheres dazu kann man bei Julius Bachem nachlesen.


5. Juli
Stimmen aus Maria Laach

Vor 150 Jahren, am 15. Juli 1871, erschien die erste Nummer der Jesuitenzeitschrift Stimmen aus Maria Laach.


5. Juli
Clara Stettenheimer

Vor 100 Jahren, am 14. Juli 1921, starb in Stuttgart im Alter von 57 Jahren Clara Stettenheimer, geb Weil, die Mutter von Anne Reinach, der Frau des Philosophen Adolf Reinach. Anne Reinach war mit der hl. Edith Stein befreundet und trug durch das Vorbild ihrer Tapferkeit, mit dem sie das Kreuz trug, als sie vom Tod ihres Mannes erfuhr, der mit 34 Jahren im Ersten Weltkrieg fiel, wesentlich dazu bei, dass sich Edith Stein dem Christentum zuwandte.


4. Juli
Alois Knöpfler

Vor 100 Jahren, am 14. Juli 1921, starb in Schomburg im Alter von 73 Jahren der Kirchenhistoriker Alois Knöpfler. Er war “aus der Tübinger Schule hervorgegangen und hauptsächlich von Hefele aufs tiefste beeinflusst; als Lehrer ausgezeichnet durch Klarheit (besonders in dogmengeschichtlichen Fragen), Wahrheitsdrang und warme Begeisterung” (LThK, 2. Auflage). Er lehrte in Passau und München.


4. Juli
William Postgate

Vor 400 Jahren, am 11. Juli 1621, trat der selige William Postgate (1596-1679) , in das Kolleg von Douai ein und empfing 1628 die Priesterweihe. Er bekehrte ca. 1000 Anglikaner zum katholischen Glauben und starb 1679 als Märtyrer in York. 1987 wurde er seliggesprochen.


4. Juli
Thomas Stapleton

Vor 450 Jahren, am 10. Juli 1571, promovierte Thomas Stapleton (1535-1598) in Douai zum Doktor der Theologie. Stapleton war “einer der besten Kontroversisten seiner Zeit” (F. Stegmüller). Scheeben schätzte ihn sehr und schreibt über ihn: “Thomas Stapleton (Engländer, tätig in Löwen, +1598), den Vorgenannten [sc. Robert Bellarmin und Gregor von Valentia] vollkommen ebenbürtig und in der Behandlung des protestantischen und katholischen Formalprinzips unstreitig der bedeutendste, konzentrierte seine ganze polemische Tätigkeit in zwei Hauptwerken mit je 12 Büchern, von denen das eine in bisher noch unübertroffener Weise das Formalprinzip, die Quellen und Regeln des Glaubens, das andere das Materialprinzip des Protestantismus, die Rechtfertigung durch den Glauben, durch eine erschöpfende Darstellung und Verteidigung der katholischen Lehre über die Prinzipien des Glaubens und die Rechtfertigung bekämpft. Ersteres geschieht in: Principiorum fidei doctrinalium demonstratio methodcia (Paris 1579), woran sich eine mehr scholastisch gehaltene Überarbeitung (Relectio scholastica et compendiaria de princ. fid. doctr.) und eine ausführliche Verteidigung gegen Whitaker anschließt; das Zweite in dem Werke: Universa iustificationis doctrina catholica hodie controversa (Paris 1582), ein Seitenstück zum zweite Teile Bellarmins, doch diesem nicht gleichkommend” (Handbuch der katholischen Dogmatik, Erstes Buch).


3. Juli
Das einzige Wunder?

Zum morgigen sechsten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: Das andere Wunder bei der Brotvermehrung


3. Juli
Dialogprozess

Vor zehn Jahren, am 8. Juli 2011, begann in Mannheim die Auftaktveranstaltung zum Dialogprozess, den Erzbischof Robert Zollitsch am 20. September 2010 in seinem Impulsreferat vorgeschlagen hatte. Hier meine Meinung, was ich davon halte.


3. Juli
Kulturkampf

Vor 150 Jahren, am 8. Juli 1871, löste Bismarck die katholische Abteilung im preußischen Kultusministerium auf. Es war dies eine “administrative Kampfmaßnahme von weittragender Bedeutung” (Rudolf Lill).


3. Juli
Times-Petition

Vor 50 Jahren, am 6. Juli 1971, erschien in der Times jene berühmte Petition prominenter Persönlichkeiten gegen das Verbot der überlieferten Liturgie, die zu dem "Agatha-Christie-Indult" vom 5. November 1971 führte. Agatha Christie war die bekanntest Unterzeichnerin der Petition. Weitere Unterzeichner waren z.B. Vladimir Ashkenazy, Graham Greene, Yehudi Menuhin, Malcolm Muggeridge und David Jones. Die vollständige Liste finden Sie hier.


2. Juli
Hugo Staudinger

Vor 100 Jahren, am 5. Juli 1921, wurde in Dresden der Historiker Hugo Staudinger geboren. Er studierte in Dresden und Münster Physik, Geschichte, Philosophie, Latein und Theologie. 1962 wurde er Professor für politische Bildung und Didaktik in Paderborn. Von 1958 bis 1966 leitete er das Deutsche Institut für Bildung und Wissen. 1992 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Er war einer der letzten Gesprächspartner von Max Horkheimer. Am 3. September 2004 starb er in Paderborn.
In seinem Werk Gott - Fehlanzeige? (Trier) setzt er sich mit den wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen der Gottesfrage aus der Perspektive der Geschichtswissenschaft auseinander. Besonders wertvoll ist sein Buch Die historische Glaubwürdigkeit der Evangelien, das aus der Sicht des Profanhistorikers auf die Versuche von Exegeten wie Rudolf Bultmann und Willi Marxsen, den Evangelien ihren historischen Charakter weithin abzusprechen, antwortet. Es erschien seit 1969 in mehreren Auflagen in verschiedenen Verlagen.


2. Juli
Otto von Habsburg

Vor zehn Jahren, am 4. Juli 2011, starb in Pöcking im Alter von 98 Jahren Otto von Habsburg. “Der Kampf um die Seele Europas ist der Kampf um den Gottesbezug in der Verfassung. Wenn die Menschenrechte, die eines der wesentlichen Elemente Europas sind, einen Sinn und einen Inhalt haben sollen, muss es logischerweise einen Gott geben. Denn das Menschenrecht fußt schließlich auf dem Gedanken, dass der Mensch als von Gott erschaffenes Wesen eigene Rechte hat”, sagte 2007 er in einem Interview mit Kirche in Not.


2. Juli
Franz Seraph Kurz

Vor 250 Jahren, am 2. Juli 1771, wurde in Kefermarkt Franz Seraph Kurz geboren, der “Begründer der wissenschaftlichen Historiographie und der Kulturgeschichtsschreibung in Österreich.” Er “ist der typische Geschichtsforscher mit unermüdlichem Eifer und vielem Erfolg in der Auffindung neuer Quellen, mit strenger Kritik und edler Objektivität. Diese Fundierung gibt seinen Arbeiten, die wohl in Details und Einzelauffassungen überholt sind, bleibenden Wert. Ihm ist es zu danken, dass die Archivalien der aufgehobenen Klöster nicht vollständig zu Grunde gingen. Als erster in Österreich rief er zum Zusammenschluss der Geschichtsfreunde auf. Er begründete die historische Schule im Stifte St. Florian. Seine bedeutendsten Schüler sind Jodok Stülz und Joseph Chmel” (LThK, 1. Auflage). Der Augustiner-Chorherr starb am 12. April 1843 im Stift St. Florian.


1. Juli
Monatsranking Juni 2021

Platz Monatsranking Juni 2021
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 720 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Zitatensammlung

+ 1
2

Recktenwald: Ist das noch die Kirche Christi?

neu
3

Erich Fink: Bruno Cornacchiola

+ 12
10

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

- 6
20

Andreas Palocsay: Ein Zeugnis über die Brigittagebete

+ 27
30

Pastor: Michelangelo und die Sixtinische Kapelle

- 8
40

Maria Pinsker: Pater Pio und die geordnete Liebe

+ 11
50

Hl. Alfons: Unser Heil hängt vom Beten ab

+ 17
60

Dominik Klenk, Das Ende von Mann und Frau?

+ über 300
100

Das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes

- 18

Zu erwähnen wäre auch noch, dass auf Platz 4 auf Anhieb die neue Seite Unfehlbares Konklave? gelandet ist.

Zum Ranking der Vormonate


30. Juni
Bewahre unirdisch sein Herz ...

Eine Betrachtung von P. Engelbert Recktenwald

O Jesus, ewiger Hoherpriester,
bewahre Deinen Priester
im Schutz Deines heiligsten Herzens,
wo keiner ihm schaden kann.
Bewahre unbefleckt seine gesalbten Hände,
die täglich Deinen heiligen Leib berühren.
Bewahre rein die Lippen,
die gerötet sind von Deinem kostbaren Blute.
Bewahre rein und unirdisch sein Herz,
das gesiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen Deines glorreichen Priestertums.
Laß ihn wachsen in der Liebe und Treue zu Dir
und schütze ihn vor der Ansteckung der Welt.
Gib ihm mit der Wandlungskraft über Brot und Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen.
Segne seine Arbeit mit reichlicher Frucht
und schenke ihm dereinst
die Krone des ewigen Lebens.
Amen.

Heilige Theresia vom Kinde Jesu.

Das Gebet der heiligen Theresia von Lisieux enthält in nuce die ganze katholische Lehre über das Priestertum. Die Heilige macht eine dreifache Aussage über das Sein des Priesters:

1. Er gehört Jesus (“...bewahre Deinen Priester...”);
2. Sein Herz ist gesiegelt;
3. Er besitzt die Wandlungskraft über Brot und Wein.

Zu 1: Der Priester gehört Jesus, d.h. er ist durch die Priesterweihe ihm in besonderer Weise übereignet, ihm geweiht. Das Priestertum des einzelnen Priesters ist nichts anderes als eine Teilhabe an dem einen Hohenpriestertum Jesu Christi. Der Stand der Gottgeweihtheit macht die Sakralität des Priesters aus, seine objektive Heiligkeit. So wie sakrale Gegenstände, etwa ein Messkelch, durch die Weihe ... weiterlesen


29. Juni
Der Kampf um das Naturrecht

Gestern habe ich die 65. Folge meines Podcasts veröffentlicht: Der Kampf um das Naturrecht. Wenn katholische Gelehrte dem Papst in den Rücken fallen. Durch sein breiter aufgestelltes Problembewußtsein ist Papst Benedikt XVI. ein glaubwürdigerer Verteidiger aufklärerischer Vernunftansprüche als seine Ankläger. Das zeigte er 2011 in seiner Rede in Berlin vor dem Deutschen Bundestag. Seine Kritiker Rudolf Langthaler und Christoph Hübenthal können nicht überzeugen.


29. Juni
Die Oxford-Declaration

Vor 25 Jahren, am 29. Juni 1996, wurde die Oxford-Declaration on Liturgy veröffentlicht, die von Joseph Kardinal Ratzinger dankbar begrüßt wurde als das Zeugnis einer entschiedenen neuen “Zuwendung zum Mysterium, zur Anbetung, zum sakralen, zum kosmischen und eschatologischen Charakter der Liturgie” im Gegensatz zur bedenklichen Tendenz, “den Opfercharakter zu minimalisieren, das Moment des Mysteriums und überhaupt das Sakrale über dem Anliegen schneller Verständlichkeit fast ganz verschwinden zu lassen”, so in seiner Rede vom 24. Oktober 1998, die auf kath-info dokumentiert ist.


29. Juni
Martin Ramm

Vor 25 Jahren, 29. Juni 1996, wurde in Wigratzbad P. Martin Ramm FSSP zum Priester geweiht, der Herausgeber des deutsch-lateinischen Volksmissales und Autor vieler Bücher zur Glaubensvertiefung und -verbreitung.


29. Juni
Firmin Gbagoua

Vor drei Jahren, am 29. Juni 2018, wurde in der Zentralafrikanischen Republik der katholische Priester Firmin Gbagoua, Generalvikar der Diözese Bambari, getötet. Gbagoua war 2018 bereits der vierte katholische zentralafrikanische Priester, auf den ein Attentat ausgeübt wurde. Seit Jahren wird das Land durch islamistische Gewalt erschüttert. “Die gezielte Agression der muslimischen Rebellengruppe Seleka und ihrer zum Teil ausländischen Kämpfer, vor allem gegen Christen und christliche Einrichtungen, habe eine andere Qualität als die rein ethnischen Rivalitäten, die früher für Konflikte gesorgt hätten, so Beobachter vor Ort,” berichtete CNA.


28. Juni
Die Freiheit des Christen

Von P. Engelbert Recktenwald

Im Galaterbrief schreibt der hl. Paulus, dass Christus uns zur Freiheit befreit habe (5,1). Die Freiheit ist also ein besonderes Kennzeichen und ein Vorzug des Christen. Wie meint das der hl. Paulus?

Es gibt eine Freiheit von etwas und eine Freiheit zu etwas. Zunächst einmal meint der hl. Paulus nur die erste Art der Freiheit, nämlich die Freiheit vom alttestamentlichen Gesetz. Er stellt im Galaterbrief die beiden Testamente, das alte und das neue Testament, einander gegenüber. Er sieht sie symbolisiert in den beiden Frauen Abrahams, Hagar und Sarah. Hagar war die Magd, Sara die Freie. Die Magd gebiert zur Knechtschaft. Die Christen aber, so Paulus, sind Kinder der Freien. Paulus warnt die Galater davor, sich wieder unter das Joch der Knechtschaft zu begeben. Mit diesem Joch meint er die Beschneidung, die ihrerseits die Pflicht zur Beobachtung des ganzen Gesetzes nach sich zieht. “Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu tun halten. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen” (Gal 5,2-4).

Doch Freiheit vom alttestamentlichen Gesetz ist ja noch recht wenig. Auch die Heiden waren ja frei von diesem Gesetz. Die Freiheit, die uns Christus gebracht hat, muss schon ein wenig mehr sein. Welche Freiheit mag das sein?

Versuchen wir zunächst, die beiden genannten Freiheitsbegriffe zu verstehen.

Die Freiheit von etwas kann viele Formen haben. Aus meiner Gymnasialzeit kann ich mich an meinen Deutschlehrer erinnern, der politisch links stand. Damals in den 70er Jahren gab es in der Sowjetunion noch die Christenverfolgung durch das kommunistische Regime. Diese Christenverfolgung wurde hier im Westen von den Linken geleugnet oder kleingeredet. Als im Deutschunterricht einmal die Rede darauf kam, meinte unser Lehrer: “Naja, immerhin sind dort die Menschen dann frei von der Religion.” Das war eine eigenartige Definition von Religionsfreiheit. Mir wurde bewusst, was für ein schillernder Begriff die “Freiheit” ist und wie genau man hinschauen muss, was mit ihm im jeweiligen Kontext gemeint ist.

Der Logik dieses Lehrers folgend könnte ich auch sagen: Wenn ein Mensch Hunger leidet, ist er frei von Nahrung. Ein Verwandter von mir wurde einst von einem Zug überrollt und verlor beide Beine. Ich wäre nie ... weiterlesen


27. Juni
Die Jungfrau von Guadalupe und ihr Weg nach Mexiko

Von Carolin Holterhoff

12. Folge

Als Nachrichten über diese Zustände in Spanien ankamen, schickte Kaiser Karl V. den Lizentiaten Luis Ponce de León nach Mexiko, der eine Untersuchung durchführen sollte. Er traf fast zeitgleich mit Cortés in Vera Cruz ein, der nach unsäglichen Mühen und Strapazen nach Honduras gelangt war, aber da Olid bereits hingerichtet worden war, war das ganze Unternehmen überflüssig. Ponce de León starb aber, bevor er mit seiner Arbeit beginnen konnte; doch er ernannte einen kränklichen älteren Anwalt namens Marcos de Aguilar zu seinem Nachfolger, aber auch dieser starb bald und ernannte seinerseits Estrada zu seinem Nachfolger. Es gab keine Untersuchung, da die rechtliche Lage unklar war, aber Verleumdungen gegen Cortés, an denen sich viele Freunde und Anhänger von Velázquez und Narváez beteiligten, waren an der Tagesordnung. Estrada ernannte einen gewissen Nuňo de Guzman zum Gouverneur der Provinz am Panucofluss, der sich sogleich daran machte, einen florierenden Sklavenhandel aufzubauen. Cortés, dem die Hände gebunden waren, entschloss sich 1528, selbst nach Spanien zu reisen, um mit Hilfe des Kaisers die Situation zu klären und wieder als Gouverneur eingesetzt zu werden, sowie seinen Besitz zurückzuerhalten, der inzwischen aufgeteilt worden war. Karl V. bestätigte ihn zwar als Generalkapitän und verlieh ihm den Titel des Marques von Oaxaca, aber er ernannte ihn nicht noch einmal zum Gouverneur. Er setzte Nuňo de Guzman als Präsidenten einer neuen Audiencia, der ersten Zivilregierung, ein, der mit vier Auditoren die Vorwürfe gegen Cortés untersuchen sollte. Die Ernennung Guzmans kann nur mit dessen alten Kontakten am spanischen Hof erklärt werden und der Tatsache, dass seine Machenschaften dort noch nicht bekannt geworden waren (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 91). Gleichzeitig ernannte Karl V. den Franziskaner Juan de Zumárraga zum neuen Bischof von Mexiko und Beschützer der Indianer.

Damit ging der Kampf um Mexiko und seine Einwohner in eine neue Phase, denn die beiden konnten nicht unterschiedlicher sein. Guzman begann seine Tätigkeit, die ihn faktisch zum Gouverneur und Richter von Cortés machte, im Januar 1529. Zwei der vier Auditoren waren während der Überfahrt gestorben, aber die anderen beiden machten schnell gemeinsame Sache mit Guzman und bauten einen großen und lukrativen Sklavenhandel auf. Bischof Zumárraga, der mit den beiden Auditoren angekommen war, wurde sofort in aller Deutlichkeit gesagt, dass er sich nicht mit den Klagen der Indianer abgeben solle und dass er nicht erwarten könne, irgendeine Autorität als Beschützer der Indianer auszuüben, denn dies würde als Beschränkung der Befugnisse der Auditoren betrachtet (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 92). Die Lage der Indianer verschlechterte sich zusehends, da ihre rechtliche Stellung noch nicht geklärt war. Karl V. hatte zwar bereits bei der Ernennung von Cortés zum Gouverneur 1522 gefordert, die Indianer gut zu behandeln und in Glaubensfragen zu unterrichten und im Juni 1523 Instruktionen erteilt, die den Umgang mit den Indianern in den neuen Gebieten betrafen, aber der Kaiser war weit weg und die falschen Männer waren in den wichtigen Positionen in Neuspanien. Trotzdem kamen die Indianer mit ihren Klagen und ihrem Leid zu Bischof Zumárraga. Vielen Spaniern erging es unter der Herrschaft Guzmans nicht viel besser und auch sie gingen mit ihren Beschwerden zum Bischof.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


26. Juni
Hoffnung und Gerechtigkeit

Zum morgigen fünften Sonntag nach Pfingsten kann ich diese drei Predigten anbieten:

Unsichtbare Güter

Haltet Christus heilig in euren Herzen

Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener ist als die der Pharisäer


26. Juni
César Guillaume de La Luzerne

Vor 200 Jahren, am 26. Juni 1821, starb in Paris im Alter von 82 Jahren Kardinal César Guillaume de La Luzerne. 1770 wurde er Bischof von Langres. Er “verteidigte mit Mut und Eifer die kirchlichen Rechte gegen die Grundsätze der Revolution” (LThK, 1. Auflage). 1817 wurde er Kardinal. “Nicht ganz frei von gallikanischen Ideen, ist er doch durch seine zahlreichen Schriften, ihre gründliche Beweisführung und elegante Sprache einer der ersten französischen Apologeten” (ebd.).


25. Juni
Gender und die Kindererziehung

Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus verschiedenen Formen einer Ideologie, die gemeinhin Gender genannt wird und die » den Unterschied und die natürliche Aufeinander-Verwiesenheit von Mann und Frau leugnet. Sie stellt eine Gesellschaft ohne Geschlechterdifferenz in Aussicht und höhlt die anthropologische Grundlage der Familie aus. Diese Ideologie fördert Erziehungspläne und eine Ausrichtung der Gesetzgebung, welche eine persönliche Identität und affektive Intimität fördern, die von der biologischen Verschiedenheit zwischen Mann und Frau radikal abgekoppelt sind. Die menschliche Identität wird einer individualistischen Wahlfreiheit ausgeliefert, die sich im Laufe der Zeit auch ändern kann. « Es ist beunruhigend, dass einige Ideologien dieser Art, die behaupten, gewissen und manchmal verständlichen Wünschen zu entsprechen, versuchen, sich als einzige Denkweise durchzusetzen und sogar die Erziehung der Kinder zu bestimmen.

Aus: Papst Franziskus, Amoris laetitia Nr. 56


25. Juni
Ungarns umstrittenes Gesetz

LifePetition wirbt um Unterschriften für eine Solidaritätsaktion für jenes ungarische Gesetz, das von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Schande genannt wurde. In englischer Sprache kann man es hier nachlesen.


25. Juni
Giovanni Riccioli

Vor 350 Jahren, am 25. Juni 1671, starb in Bologna im Alter von 73 Jahren der Astronom Giovanni Riccioli SJ. Er war ein Pionier der Selenografie, Entdecker der Schatten der Jupitermonde auf dem Jupiter und Verfasser astronomischer Werke, die ihren Wert der detailreichen Fülle beobachteter astronomischer Tatsachen verdankten.


25. Juni
Kevin Scallon

Vor drei Jahren, am 25. Juni 2018, starb in Palm Harbor, Florida, im Alter von 83 Jahren der irische Priester Kevin Scallon CM, Autor des Buches Ich will selbst kommen! Aus diesem Buch habe ich auf kath-info ein Kapitel veröffentlicht.


24. Juni
We have believed in love

By P. Engelbert Recktenwald

“Credidimus Caritati” – “We have believed in love”. So read the motto in the coat of arms of Archbishop Marcel Lefebvre. From him of all people? “He was more interested in faith than in love!” Such could be the astonished exclamation of a Catholic who has fallen for that tale which is commonplace today, constructing a contradiction between faith and love, more precisely: between orthodoxy on the one hand and “generous” love on the other. Orthodoxy is associated with restriction and paternalism, love is associated with liberation. On the one hand we have the narrow-minded fundamentalist, on the other hand the charitable pastor, here the unloving Pharisee, for whom the true faith is important, there the modern preacher of mercy, for whom the people are more important. That’s why he doesn’t take the dogmas so seriously. That is proof of his charity. Love as a competing authority to faith, truth as restriction of liberty: This construction has established itself in the minds of many people today.

The fact that Archbishop Lefebvre, my ordination bishop, made mistakes and that I therefore distanced myself from him is something which I have often – in the eyes of some of my critics too often – expressed and explained. But I must defend him against the accusation of uncharitableness. And yet these reflections are not chiefly about him personally, but rather about the above-mentioned strategy of raising suspicion that orthodoxy is hostile to love. Cardinal Ratzinger / Pope Benedict also fell victim to this strategy. He was called “the armored Cardinal” (“Panzerkardinal”) as soon as he happened to fulfill his duty to ensure that the Faith is passed on pure and unaltered in the Church.

Facing his imminent death, Archbishop Lefebvre once acknowledged what it had been that had motivated him throughout all the years: He wanted to ... weiterlesen


23. Juni
Alter Wunschzettel

Karin Kortmann (ZdK) hat gegenüber Martin Lohmann behauptet, der "Synodale Weg" agiere aus der Perspektive der Opfer. Das ist ziemlich unglaubwürdig. Man diskutiert einen alten Wunschzettel innerkirchlicher Reformen. Keins dieser Projekte konnte bislang mit der "Opferperspektive" begründet werden. Denn auch die protestantischen Kirchen haben ein Problem mit sexuellen Übergriffen, wenn auch der Anteil homosexueller Täter dort geringer zu sein scheint. Dort sind alle "Reformen" verwirklicht. Nicht einmal die Verlagerung kirchlicher Macht vom Küchenkabinett rund um einen Bischof hin zu Gremien behaupteter Partizipation "aller" hat irgendeinen Nutzen für potenzielle Opfer. Macht aber nichts! Man zieht das Programm trotzdem durch und nutzt den Enthusiasmus einiger Jugendlicher überdies als Werbemittel für das zwecklose Spektakel aus.

Aus: Franz Norbert Otterbeck, Lifestyle "links". Die Kirche der Zukunft?

Weitere Meldungen zum Synodalen Weg


23. Juni
Bekennermut statt Opportunismus

Vor 25 Jahren, am 23. Juni 1996, sprach in Berlin Papst Johannes Paul II. während seines Pastoralbesuchs in Deutschland Karl Leisner und Bernhard Lichtenberg selig. In seiner Predigt im Olympiastadion führte der Papst u.a. aus:
“Nicht der Beifall der Welt, sondern das treue Bekenntnis zu Jesus Christus ist der Ausweis einer echten Nachfolge Christi, Der Herr verlangt von seinen Jüngern kein Allerweltsbekenntnis, sondern ein Glaubensbekenntnis, das bereit ist, auch Opfer zu bringen. Dieses Bekenntnis haben Bernhard Lichtenberg und Karl Leisner abgelegt, nicht nur mit Worten, sondern mit ihrem Leben und ihrem Sterben. Sie haben sich in einer unmenschlich gewordenen Welt zu Christus bekannt, der allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Christus ist der Weg, Bernhard Lichtenberg und Karl Leisner haben dies in einer Zeit bezeugt, in der viele den rechten Weg verlassen hatten und aus Opportunismus oder Angst in die Irre gegangen sind.”


22. Juni
Der Beweggrund der Liebe

Auf CNA ist heute die 20. Folge meiner Philosophie-Serie erschienen.


22. Juni
Das Staunen des Petrus

Meine Predigt vom Sonntag über den wunderbaren Fischfang


22. Juni
Vergebliche Mahnungen

Vor 25 Jahren, am 22. Juni 1996, hielt Papst Johannes Paul II. im Collegium Leoninum in Paderborn an die deutschen Bischöfe eine Ansprache, in der es unter anderem heißt: "Wir müssen als Kirche verstärkt die Aufgabe des moralischen Gewissens der Gesellschaft wahrnehmen. Als Christen müssen wir wieder das ‘Salz der Erde' und ‘Licht der Welt' (Mt 5,13.14) werden. Kirchliches Leben, das sich ausschließlich auf den Wahrheiten des Glaubens zu gründen hat, muß Christus und der Botschaft des Evangeliums treu bleiben, wenn wir den Gliedern der Kirche helfen wollen, die sich in einer Gesellschaft befinden, die alle Lebensbereiche zu relativieren und zu säkularisieren versucht.”
Man vergleiche diese Orientierung mit den Zielsetzungen des Synodalen Weges, um die Kluft zu erkennen...


21. Juni
Die Steine, die Theologen auf Benedikt werfen, treffen sie selber

Eine Analyse von P. Engelbert Recktenwald von 2019, die leider immer noch genau so zutreffend ist.

In der Erklärung der Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie zur Analyse Joseph Ratzingers zum sexuellen Missbrauch weisen die Professoren Christof Breitsameter und Stephan Goertz auf die Tatsache hin, "dass erst eine moralisch sensible Öffentlichkeit und ihre Medien die Kirche aus ihrer moralischen Lethargie wecken mussten".

Dem kann man nur zustimmen. Und zu dieser Kirche gehörten auch die von Benedikt kritisierten Moraltheologen. "Kirche" ist eben nicht nur Papst und Hierarchie, Kirche sind wir alle. Und wenn nicht der Theologie die Aufgabe zukommt, für übersehene Nöte in Kirche und Gesellschaft zu sensibilisieren, wem dann? Aber nicht unsere theologischen Beamten, sondern feministische Kreise hatten seit der "sexuellen Befreiung" vor der Tendenz gewarnt, Pädophilie zu verharmlosen. Diese Tendenz war damals tief in die Reihen der Linken, der Grünen und eben auch der fortschrittlichen Geistlichkeit eingedrungen, so etwa im Jesuitenorden, wo "an die Stelle der fatalen Schläge das fatale Streicheln" trat, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" im Jahr 2010 in einem Artikel schrieb. Dieser Artikel befasste sich mit einer Klausurtagung des Ordens, die die Vergangenheit aufarbeiten sollte: "Die weltliche Wende von 68 hatte auch die Jesuiten erfasst", schreibt die "Zeit", und belegt diese Behauptung unter anderem mit der bezeichnenden Tatsache, dass Pater S., ein Täter, "einige Zeit an der Odenwaldschule zugebracht" hatte, und fährt fort: "Damit ist die letzte Mauer zwischen beiden Skandalen durchbrochen, die zwischen konfessionell-katholisch und reformerisch-kulturprotestantisch."

Und jetzt wagen katholische Theologen, diese offensichtlichen und längst eingestandenen Verbindungen zwischen 1968 und kirchlichem Missbrauchsskandal zu leugnen, um Papst Benedikt Vorurteile vorzuwerfen?

Klar: Wer dem Zeitgeist hinterherhechelt, kann ihm nicht vorausgehen. Es ist leicht, nachträglich auf den Zug aufzuspringen. Dabei gibt es in unserer Zeit genügend dringende Anliegen, die unseren Moraltheologen Gelegenheit böten, Trendsetter zu werden. Hat man irgendwo gehört, dass diese Theologen sich zum Beispiel laut und vernehmlich gegen das tausendfache Töten von Menschen im Mutterleib engagieren, zu Märschen für das Leben aufrufen oder sonstige Aktionen setzen, um die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren?

Wenn es in der Zukunft einmal zu einer Trendwende kommt und sich wieder eine Kultur des Lebens durchsetzt, wird man im Rückblick nicht auf die deutsche "Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie" stoßen, der diese Trendwende zu verdanken sein wird; eher aber auf einen hl. Papst Johannes Paul II., der nicht müde wurde, sich für eine solche Kultur einzusetzen - und der genau dafür von sich fortschrittlich wähnenden Theologen kritisiert wurde: Goertz etwa verunglimpft die strikte Ablehnung der Abtreibung als Folge rigider Sexualmoral! Der Papst, so wird man einmal feststellen müssen, war die Lokomotive, die voranstürmte, und deutsche Moraltheologen jene Waggons, die sich abkoppelten, um in einer Kultur des Todes in lethargischen Schlaf zu fallen.

Diese Beschwerdeführer stehen für eine Art von Theologen, die durch ihre moralische Lethargie genau jene Zustände fördern, für die sie dann, wenn sich das Blatt gewendet hat, Papst und Kirche kritisieren.

Dieser Artikel erschien zuerst am 18. April 2019 auf CNA Deutsch. Sie können ihn auch hören.

Zum Thema: Benedikts Analyse: Ein Stein des Anstoßes


20. Juni
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

13. Folge

Wichtiger noch ist eine weitere Erkenntnisschwierigkeit, die wir geradezu als die Quelle aller Hemmnisse für unsere Erkenntnisbetätigung bezeichnen können: Es ist die Verwicklung, die durch die Veränderlichkeit, das allmähliche Auswirken also, des Bewusstseinssubjekts einerseits und der übrigen Wirklichkeit anderseits verursacht wird. Das Ziel unserer Wirklichkeitserkenntnis, die sachlich bedingte und darum allgemeingiltige Erfassung dessen, was ist, besteht, genauer betrachtet, aus zwei Einzelzielen, nämlich aus einer scharfen Sonderung des Subjektiven und des Objektiven und aus einer eindeutigen Zuordnung der Glieder der Erkenntnisreihe einerseits und der sei es subjektiven sei es objektiven Wirklichkeitsreihe andrerseits; und von diesen beiden Einzelzielen ist die Zuordnung deswegen besonders zu betonen, weil nur vermittelst einer sachlich gerechtfertigten Zuordnung der beim Erkenntnisprozess beachteten Bestandteile die Sonderung zwischen Subjektivem und Objektivem überhaupt erst vollziehbar ist. Befanden sich nun die beiden Beziehungsglieder, Erkenntnissubjekt und Gegenstand, in vollständiger Ruhelage, so konnte, vorausgesetzt, dass beide Reihen sich vollständig deckten, die Zuordnung mühelos erzielt werden. Schwieriger wäre schon die Herstellung einer solchen eindeutigen Beziehung, wenn nur eines dieser beiden Glieder in steter Veränderung begriffen wäre. Man denke doch nur, um ein Beispiel aus dem Gebiete der sinnlichen Wahrnehmung anzuführen, wie schwer es uns fällt, ja, wie es ohne Zuhilfenahme sonstiger Erfahrungen eigentlich unmöglich ist, im Laufe über die Ordnung ruhender räumlicher Gegenstande sich zu orientieren. Nun kann man bereits ahnen, welche Schwierigkeiten unser Erkenntnisprozess zu überwinden hat, bei dem zwei, eigentlich drei variable Reihen in Betracht zu ziehen sind. Haben wir es doch beim Erkennen zunächst mit der Veränderlichkeit der subjektiven Erlebnisreihe und der objektiven Reihe zu tun, die wir gewöhnlich als „Wirklichkeit" im engern Sinne unserem realen Bewusstseinssubjekt gegenüberstellen, und kommt doch zu diesen zwei Variablen die Reihe des Erkenntnisprozesses hinzu, der, selbst eine Bewusstseinsfunktion, die Aufgabe hat, die Veränderungen jener Reihen in die Form allgemeingiltiger Urteile zu prägen, und diese Aufgabe nur in stetig fortschreitender Verbesserung, also in veränderlicher Form zu lösen vermag! Es liegt nahe angesichts dieser Schwierigkeiten, an einer eindeutigen, allgemeingiltigen und deshalb unveränderlichen Erkenntnis überhaupt zu verzweifeln, und unsere Urteilsakte mitsamt ihrer Giltigkeit mutlos dem Strome einer alles mit sich fortreißenden Veränderung zu überliefern. Es ist die Stimmung des modernen Relativismus, die wir damit angedeutet haben! Geht aber nun wirklich alle Erkenntnisgewissheit im Verlaufe des Erkenntnisprozesses unter? Ist es uns also nicht gegeben, zu festen, endgiltigen oder doch der Endgiltigkeit sich nähernden Erkenntnissen zu gelangen? Man könnte zur Widerlegung des Relativismus darauf hinweisen, dass er selbst doch auch wenigstens eine unerschütterliche Erkenntnis zu haben behaupte, eben die Einsicht in die alles beherrschende Relativität. Doch dürfte damit kaum der Kernpunkt des relativistischen Bedenkens getroffen werden. Man kann aber auch, — und das scheint uns zutreffender zu sein —, auf die tatsächlich feststellbaren Einsichten verweisen, an denen im Ernst keiner rüttelt, auf die unleugbaren Erfolge wissenschaftlichen Forschens und auf die Allgemeingiltigkeit und Folgerichtigkeit als das unentbehrliche Knochengerüst jedes wissenschaftlichen Systems. Aber auch mit dieser Antwort dürfte sich der Relativismus kaum für vollbefriedigt erklären: ohne weiteres wurde er die Einstimmigkeit und Solidität des Wissensaufbaues als notwendiges Erfordernis eines vollendeten Wissenssystems einräumen, aber, ob „Wissen" überhaupt erreichbar, ob die in ihm zu fordernde eindeutige Zuordnung unserer Erkenntnisse zu den ihnen entsprechenden Gegenständen überhaupt realisierbar ist, würde er nach wie vor bezweifeln. Mit den allgemeingiltigen Feststellungen, auf die wir als auf unerschütterliche Ansatzpunkte der Gewissheit hindeuteten, befänden wir uns, so wird er uns als echter Idealist entgegenhalten, immer nur im Bereich begrifflicher Konstruktionen. Die Zuordnung dieser Gebilde zu realen Entwicklungsphasen bleibe aber nach wie vor problematisch!

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


19. Juni
Übernatürliche Erfolgsgarantie

Zum morgigen Vierten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese zwei Predigten anbieten:

Der Herr ist mein Heil, wen sollte ich fürchten?

Das Wort Gottes - Das Geheimnis des Erfolgs


19. Juni
Edward Fenwick

Vor 200 Jahren, am 19. Juni 1821, wurde Edward Fenwick OP (1768-1832) zum ersten Bischof von Cincinnati ernannt. In Bornem bei Antwerpen war er dem Dominikanerorden beigetreten, war während der Französischen Revolution eingekerkert worden und begründete 1804 mit drei weiteren Dominikanern den Orden in Nordamerika. Wegen seines rastlosen und selbstlosen Einsatzes wurde er der “Apostel von Ohio” genannt.


18. Juni
Celeste Crostarosa

Vor fünf Jahren, am 18. Juni 2016, wurde die Mystikerin Celeste Crostarosa (1696-1755) seliggesprochen. Sie gründete 1731 den Orden der Redemptoristinnen und bewog den hl. Alfons Maria von Liguori zur Gründung der Redemptoristen im darauffolgenden Jahr. Der hl. Alfons trug zu seinem Trost immer den Brief bei sich, in dem die Selige ihm mitgeteilt hatte, dass sie den Platz im Himmel, den er einmal erreichen würde, geschaut habe. Unter den zahlreichen Botschaften, die sie erhielt, findet sich auch diese Passage:
“Schau auf dich, was du in Wirklichkeit bist: wie ein kleines Kind im Mutterschoß, das mehr in der Mutter als in sich selbst Leben hat. Es leistet nichts außer dem, was die Mutter tut, es läßt sich von der Mutter nähren. So sei es mit dir, Tochter. Ich bin deine Mutter; in der Schöpfung habe Ich dich aus Meiner Liebe heraus geschaffen. Ich erhalte dich im Schoß Meiner ewigen Liebe. Ich nähre und behüte dich. Aus dir selbst hast du kein Vermögen zu irgendeinem guten Werk, es sei denn aus dem Wirken deiner Mutter. Würdest du diesen Mutterschoß verlassen, so wäre es um all deine Lebenskraft geschehen, und du würdest zugrunde gehen. Jeder Erdenpilger ist wie ein Embryo nach seiner Empfängnis im Mutterschoß der Frau; stößt ihn die Natur unreif aus dem Mutterschoß aus, so ist es um sein Leben geschehen; so verhält es sich mit dem Erdenpilger, wenn er sich von seinem Ursprung trennt. Nun will Ich dich also wie ein Kind im Schoß deiner Mutter! Auch du sollst nichts anderes wollen als diesen Mutterschoß, der dir Leben und Schutz gibt, und du wirst frei sein von jeder menschlichen Gefährdung. Du birgst dich in deinem Mutterschoß, indem du dich ganz Meiner Weisung anheimstellst, dich der Sorge und dem Schutz deiner Mutter anvertraust. Sorge dich um nichts anderes, als um die Ruhe in dieser sicheren Heimstätte, wo dich kein Übel treffen kann. Pflege diese Ruhe in allen Dingen: in den Mühsalen, in dich bedrängenden Zweifeln und Ängsten; in Verfolgungen und bei Demütigungen schmiege dich an die Brust deiner Mutter. Tust du das, so kann dich kein Unheil überwältigen: kein Schmerz vermag in dieses Innerste der Freude vorzudringen. Ich bin jenes Gut, das ihr Güte nennt” (Maria Celeste Crostarosa, Zwiesprachen, Geistliche Dialoge, Brendow-Verlag, Moers 1994).


17. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Aufsatz Ist ohne Gott die Moral eine Illusion? ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Thorsten Paprotnys Erinnerung an die tröstliche Wahrheit Gottes Licht ist stärker finden Sie auf der Krankenseite. Dort habe ich auch die Predigt Den guten Geist für jene, die ihn darum bitten eingebettet, die Predigt Das Zeugnis des Heiligen Geistes dagegen auf der Exzess-Seite Dario Pizzanos. Den Podcast Wir haben an die Liebe geglaubt finden Sie bei Eduard Kamenickys Aufsatz Der Christ und die Veränderung.


17. Juni
Clément Bonnand

Vor 200 Jahren, am 17. Juni 1821, wurde der Missionar Clément Bonnand (1796-1861) zum Priester geweiht. 1823 schloss er sich der Gesellschaft der ausländischen Missionen zu Paris (MEP) an, von der er 1824 nach Indien gesandt wurde. 1836 wurde er Apostolischer Vikar von Pondicherry. 1859 wurde er “von der Propaganda mit einer Visitation Vorderindiens betraut, während der er 1861 zu Benares starb” (LThK , 1. Auflage).


16. Juni
Papst Benedikt und das Naturrecht

Eine “Wiederverzauberung der Natur” wurde Benedikt XVI. nach seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag vor zehn Jahren vorgeworfen, und zwar von einem katholischen Theologen. In dieser Podcastfolge fühle ich dieser theologischen Kritik an Benedikt auf den Zahn.


16. Juni
Hermann Döring

Vor 100 Jahren, am 16. Juni 1921, wurde der aus Bocholt stammende Missionar Hermann Döring SJ (1859-1951) zum Apostolischen Vikar des zum damaligen Zeitpunkt noch zu errichtenden Apostolischen Vikariats von Hiroshima ernannt.


15. Juni
Unfehlbares Konklave?

Von P. Engelbert Recktenwald

Immer wieder erlebe ich, dass das Wirken des Hl. Geistes bei der Papstwahl in Anspruch genommen wird, um den Papst a priori gegen jede Kritik in Schutz zu nehmen - so als ob der Heilige Geist garantiere, dass die Teilnehmer des Konklaves unfehlbar immer einen geeigneten Kandidaten für das höchste Hirtenamt wählen würden. Merkwürdig, dass mir dieses Dogma bisher noch nie begegnet ist. Das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes wurde auf dem Ersten Vatikanischen Konzil verkündet. Es bestimmt diese Unfehlbarkeit in engen, präzisen Grenzen. Aber von einer Unfehlbarkeit der Papstwähler beim Konklave habe ich noch nie etwas gehört. Auf welchem Konzil wurde diese Lehre verkündet?

Natürlich kann man im gewissen Sinne sagen, dass Gott selbst den Papst einsetzt. Das ist richtig, insofern der Papst seine Hirtengewalt von Gott empfängt. Aber das gilt auch für die Bischöfe. Auch sie haben ihre Hirtengewalt von Gott. Und trotzdem kommt es vor, dass ... weiterlesen


14. Juni
Gott verlässt uns nicht

Der zentrale Gedanke, unter dem die liturgischen Texte des 3. Sonntags nach Pfingsten stehen, ist Gottes Schutz, auf den wir jederzeit hoffen dürfen.

Falls hier nicht die Soundcloudpredigt "Göttlicher Schutz" erscheint, dann folgen Sie bitte diesem Link.


14. Juni
Wird auch die Bischofskonferenz sich kapern lassen?

Mit trojanischen Pferden ins Innere der gegnerischen Festung einzudringen ist eine altbewährte Kampfführung. Sie ist auch heute immer noch wirksam. Wie man die christlichen Kirchen am effektivsten zerstören kann? Baut eine Kirche in der Kirche. Schafft einen Götzen. Tragt den Baal ins Heiligtum und nennt ihn Gott Israels, nennt ihn Gott (je)der Liebe. Nennt den Eros am besten gleich selbst „Gott“ und huldigt ihm. Die LGBTQI-Agenda hat längst die Institutionen des Protestantismus und der anglikanischen Tradition gekapert (...) Jetzt soll der Kompass nach diesem Muster in der katholischen Kirche umgebaut werden. Im September dieses Jahres wird die Deutsche Bischofskonferenz tagen, um, angefeuert von den Funktionären der Laien-Kaste, über die Vorschläge des Synodalen Weges zu befinden. Der Kompass des Lebens und eine neue Sexualethik werden ganz oben auf der Agenda stehen. Es wird sich zeigen, ob die Bischöfe sich daran erinnern, welches Mandat sie ausüben, für welches Gottes- und Menschenbild sie in Verkündigung und Pastoral einstehen.

Aus: Dominik Klenk, Trojanischer Segen. Wie die katholische Kirche gerade ihren Kompass verliert. Ein protestantisches Déja-vu, in: Idea Spektrum 20/2021, S. 21

Weiteres zum Thema

Ein Buch, das Dominik Klenk zum Thema herausgegeben hat.


13. Juni
Andreas Hieronymus Andreucci

Vor 250 Jahren, am 13. Juni 1771, starb in Rom im Alter von 86 Jahren der Theologe Andreas Hieronymus Andreucci SJ. Er “verfaßte zahlreiche geschätzte Werke über Moral, Pastoral und Kirchenrecht” (LThK, 1. Auflage).


13. Juni
Alois Andritzki

Vor zehn Jahren, am 13. Juni 2011, wurde der im KZ Dachau ermordete Märtyrer Alois Andritzki (1914-1943) seliggesprochen. Ein Zeugnis von seinem Gottvertrauen gibt dieses Zitat: "Ich habe das tiefe Vertrauen zu meinem lieben Vater im Himmel, dass alles gut wird, und darum harre ich mit innerer Ruhe all der Dinge, die da kommen."


13. Juni
Achille Ambrogio Damiano Ratti

Vor 100 Jahren, am 13. Juni 1921, wurde Achille Ambrogio Damiano Ratti (1857-1939) zum Erzbischof von Mailand und zum Kardinal ernannt. Acht Monate später wurde er zum Papst gewählt und nannte sich Pius XI.


12. Juni
Zurück nach Ägypten!


12. Juni
Richard Alois Schneider

Vor 100 Jahren, am 12. Juni 1921, wurde in Freiburg/St. Peter Richard Alois Schneider im Alter von 28 Jahren zum Priester geweiht. Weil er vor dem Eintritt in die SS warnte, kam er am 22. November 1940 ins KZ Dachau, aus dem er erst am 29. März 1945 nach schweren Leiden wieder entlassen wurde. Im KZ erlebte er die geheime Priesterweihe des seligen Karl Leisner mit, in dessen Seligsprechungsprozess er 1982 als Zeuge aussagte. Er starb am 6. September 1987 in Buchen.


12. Juni
Lu Zhengxiang

Vor 150 Jahren, am 12. Juni 1871, wurde in Shanghai der Politiker und Dipolmat Lu Zhengxiang geboren. Er war chinesischer Botschafter in den Niederlanden, in Russland und in der Schweiz. Am 25. Oktober 1911 konvertierte er in St. Petersburg zur katholischen Kirche. Von P. Antonin Éveillé-Lagrange O.P. wurde er bedingungsweise getauft, da er im Alter von etwa neun Jahren die Taufe der Methodisten empfangen hatte. “Der Protestantismus war für mich ein Durchgang, ohne den ich, wie ich glaube, nicht zum Katholizismus gelangt wäre”, schrieb er später. 1926 starb seine Frau, 1927 trat er in die Benediktinerabtei Sint-Andries in Brügge (Sevenkerken) ein und erhielt den Ordensnamen Pierre-Célestin. Er schrieb Bücher unter anderem über die französische Mystikerin Élisabeth Leseur und starb am 15. Januar 1949.


11. Juni
Fatale Verknotung

Wenn Kardinal Marx etwas vorzuwerfen ist, dann, kirchenpolitische Agenda und Missbrauchsaufarbeitung mit dem Synodalen Weg zu einem unentwirrbaren Knäuel verknotet zu haben. Deutschlands Kirche steckt in dieser falsch geknüpften Zwangsjacke fest. Der von Marx beklagte "tote Punkt" wird nicht überwunden werden, ehe sie nicht daraus befreit ist.

Aus: Oliver Maksan, Amtsverzicht als Erlösergestus, Tagespost vom 10. Juni 2021

Zum Synodalen Weg


11. Juni
Das Zitat

Die Waffen, mit denen der Glaube verteidigt sein will, sind: das heilige Leben derer, die den Glauben predigen und lehren, und die Geduld in Leiden und Verfolgung.

Hl. Laurentius von Brindisi


10. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der schöne Text der hl. Edith Stein über das Weihnachtsgeheimnis ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Katharina Westerhorstmanns bemerkenswerte Einschätzung über das Sich-Schuldig-Machen der Reformer finden Sie beim Kommentar Allmächtige Henne? von Barbara Wenz. Die Predigt Dem Herrn entgegen habe ich auf der Dämmerscheinseite, die Predigt Hat Er uns verlassen? auf der Marillacseite eingebettet. Den Podcast Wir brauchen standhafte Christen finden Sie auf der Castroseite.


10. Juni
Alois Dempf

Vor 100 Jahren, am 10. Juni 1921, reichte der Philosoph Alois Dempf (1891-1982) bei Hans Meyer und Clemens Bäumker seine Doktorarbeit zum Thema Der Wertgedanke in der Aristotelischen Ethik und Politik ein.


9. Juni
Ist das noch die Kirche Christi?

Von P. Engelbert Recktenwald

“Von Bethlehem her zieht sich eine Lichtspur, eine Spur der Liebe und der Wahrheit durch die Jahrhunderte: Wenn wir auf die Heiligen hinschauen von Paulus über Augustinus hinauf zu Franz von Assisi und Dominikus, über Franz Xaver und Teresa von Avila bis herauf zu Mutter Teresa ‒ dann sehen wir diesen Strom der Güte, diesen Weg des Lichtes, der sich immer neu am Geheimnis von Bethlehem entzündet, an dem Gott, der ein Kind geworden ist.” So schrieb Papst Benedikt XVI. 2005 in seiner Weihnachtsbotschaft. Dieser Strom der Güte war für ihn “der wirkliche Beweis für die Wahrheit des Christentums,” so wie für das Erste Vatikanische Konzil die Kirche selber “ob der wunderbaren Art ihrer Ausbreitung, ihrer außerordentlichen Heiligkeit und unerschöpflichen Fruchtbarkeit an allem Guten, ob ihrer allumfassenden Einheit und unüberwindlichen Fortdauer ein mächtiger, stets wirksamer Beweisgrund für ihre Glaubwürdigkeit, ein unwiderlegliches Zeugnis für ihre göttliche Sendung” ist.

Dieser Beweis scheint nun zusammengebrochen zu sein. Nach den Enthüllungen der letzten Jahre ist aus der Kirche eine “Täterorganisation” (Bischof Bätzing) geworden, eine Bande von Kinderschändern und Vertuschern. Dass sie einen massiven Vertrauensverlust erleidet, ist die logische Folge. Dass treue Katholiken aber einen Glaubensverlust erleiden, ist keine logische, sondern eine ... weiterlesen


8. Juni
Werte und Bedürfnisse

Auf CNA ist heute die 19. Folge meiner Philosophie-Serie erschienen.


8. Juni 2021
Anne de Xainctonge

Vor 400 Jahren, am 8. Juni 1621, starb in Dôle (Burgund) im Alter von 53 Jahren Anne de Xainctonge. Sie stammte aus Dijon und gründete 1606 die Gesellschaft der hl. Ursula, ein Erziehungsinstitut im Geiste des hl. Ignatius von Loyola. 1972 wurde ihr Seligsprechungsprozess eingeleitet.


7. Juni
Logik

Vor 100 Jahren, im Jahre 1921, erschien im vierten Band des Jahrbuches für Philosophie und phänomenologische Forschung die berühmte Logik des Phänomenologen Alexander Pfänder. Aus ihr haben wir auf kath-info das Kapitel Das Urteil und sein Anspruch auf Wahrheit veröffentlicht.


7. Juni
Florian Bahr

Vor 250 Jahren, am 7. Juni 1771, starb in Peking im Alter von 64 Jahren der aus Oberschlesien stammende Chinamissionar Florian Bahr SJ. Er trat 1726 in die Gesellschaft Jesu ein und wurde 1736 als Missionar nach China gesandt. Am kaiserlichen Hof wurde er Musiklehrer der kaiserlichen Prinzen. 1768 wurde er Provinzial der Ostasiatischen Ordensprovinz.


6. Juni
Facetas do Amor

Por Padre Engelbert Recktenwald

“Aceitar alguém como ele é, é a forma mais extrema de resignação“ escreve Robert Spaemann (N.T. filósofo católico alemão) em seu ensaio “Antinomias do amor“, publicado na recomendável Coletânea Passos para além de nós - Parte 2. Isto soa provocador, no entanto nós estamos acostumados a considerar esta aceitação justamente como expressão do amor. O amor, assim supomos, precisa ser incondicional. Afinal se eu serei amado somente sob a condição de que eu corresponda a certas expectativas, então não serei eu amado, mas sim meramente aquele ideal, que o outro tem de mim. Isto vale especialmente para o amor divino. É lugar-comum hoje em dia, que não se possa merecer este amor por meio dos próprios esforços. Se o amor divino, como pura graça, é imotivado, eu não posso contribuir em nada, para dar a Deus um motivo para o Seu amor.

Contudo o dito de Spaemann é verdadeiro e bem fundado, quando ele acrescenta: “A mensagem de Jesus não começa com as palavras: ‚Deus vos aceita, como sois‘, mas sim com a expressão: ‚Convertei-vos. Sede diferentes disto que sois agora.‘“

A contradição é resolvida quando nós ... weiterlesen


6. Juni
Ecône

Vor 50 Jahren, am 6. Juni 1971, segnete Erzbischof Marcel Lefebvre den Grundstein des ersten Seminargebäudes der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Ecône (Kanton Wallis). Ecône wurde zum Symbol des erfolgreichen Widerstands gegen den nachkonziliaren Niedergang der Kirche. Während sich fast überall auf der Welt die Priesterseminare aufgrund der Reformen und des Einzugs häretischer Theologie in die Priesterausbildung leerten, platzte Ecône bald aus allen Nähten. Das bereitete den Reformern ernsthafte Sorgen. Die Folge war eine Visitation ...


5. Juni
Erste Provinz

Die Priesterbruderschaft St. Petrus bekommt ihre erste Provinz: Am 1. Juli wird die Nordamerikanische Provinz errichtet, die die USA und Kanada umfassen wird. Zum selben Zeitpunkt wird ein neuer Distrikt errichtet, nämlich die Region „Kreuz des Südens“, die Australien und Neuseeland umfasst.


5. Juni
Einladung zum Glück

Zum morgigen Zweiten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese zwei Predigten anbieten:

Das tägliche Gastmahl des Herrn

Das Geheimnis der göttlichen Einladung


5. Juni
Lisl Gutwenger

Vor zehn Jahren, am 5. Juni 2011, starb in Wien im Alter von 91 Jahren die Autorin Lisl Gutwenger. Sie schrieb Biographien über P. Leopold Mandic, Maximilian Kolbe, Severin von Lama und die Seherin von Marienfried.


3. Juni
Das Zitat

Aus dem Dunkel meines so oft frustrierten Lebens zeige ich Dir das Große, das man auf dieser Erde lieben muss: das Allerheiligste Sakrament. Dort wirst Du Abenteuer, Ruhm, Ehre, Treue und den wahren Weg all Deiner Herzensneigungen auf der Erde finden, ja, mehr als das.

J. R. R. Tolkien an seinen Sohn Michael

Im Original:
Out of the darkness of my life, so much frustrated, I put before you the one great thing to love on earth: The Blessed Sacrament. There you will find romance, glory, honor, fidelity, and the true way of all your loves upon earth, and more than that!


3. Juni
Ezechiel Moreno

Vor 150 Jahren, am 3. Juni 1871, empfing der hl. Ezechiel Moreno (1848-1906) in der Nähe von Manila die Priesterweihe. 1888 wurde er nach Kolumbien gesandt und wurde dort 1895 Bischof von Pasto.


3. Juni
Julien Green

Vor 50 Jahren, am 3. Juni 1971, wurde Julien Green (1900-1998) Mitglied der Academie Française auf Sitz 22 als Nachfolger François Mauriacs (1895-1970).


2. Juni
Websites

Seit kurzem gibt es eine neue Website über Leben, Denken und Wirken Benedikts XVI., erstellt von der Tagespost Stiftung für katholische Publizistik.
Außerdem gibt es eine neue Website der Bewegung Maria 1.0, die unter ihrer neuen Leitung Clara Steinbrecher an Fahrt aufnimmt.


2. Juni
Ägidius Maria vom hl. Joseph Pontillo

Vor 25 Jahren, am 2. Juni 1996, wurde Ägidius Maria vom hl. Joseph Pontillo OFM (1729-1812) heiliggesprochen. Er stammte aus Taranto, Süditalien, trat in Lecce in den Orden der Franziskaner-Diskalzeaten ein und wirkte 53 Jahre lang in Neapel als Pförtner des dortigen Klosters und als Almosensammler. So kam er mit unzähligen Menschen in Kontakt, denen er durch Wort und Wunder weiterhalf, so dass er im Volksmund den Namen der “Tröster Neapels” erhielt. 1888 wurde er seliggesprochen. Mit ihm wurden außerdem Johannes Gabriel Perboyre und Johannes Grande heiliggeprochen.


1. Juni
Gesucht: Kritischer Verstand!

Von P. Engelbert Recktenwald

In vielen innerkirchlichen Kontroversen lässt sich ein bestimmtes Argumentationsmuster erkennen, das immer wiederkehrt: Demjenigen, der die kirchliche Lehre hinterfragt, wird der Gebrauch der Vernunft unterstellt, dem Gläubigen dagegen ein Mangel an Vernunftgebrauch: dort der kritische Hinterfrager des Glaubens, der sich seines eigenen Verstandes zu bedienen wagt, hier der naive Gläubige, der es sich im Vernunftgebrauch bequem macht und unreflektiert das übernimmt, was die Kirche ihm vorkaut. Nun will ich gar nicht leugnen, dass es so etwas gab und heute vereinzelt auch noch gibt. Aber ich behaupte, dass es sich heute grosso modo genau umgekehrt verhält: Der Zeitgeist weht heute dem Gläubigen so sehr ins Gesicht, dass es viel bequemer ist, unreflektiert dessen Parolen zu übernehmen, als sich zur kirchlichen Lehre zu bekennen. Es gehört mehr Verstand dazu, sie zu verstehen und zu vertreten, als sie zu leugnen und zu verspotten. Mit welchem Tiefgang und welcher anspruchsvollen Anthropologie hat etwa Johannes Paul II. in seinen berühmten Katechesen jahrelang die kirchliche Lehre über Ehe, Familie und Geschlechtlichkeit begründet und die Theologie des Leibes ausgearbeitet! Von wenigen Ausnahmen abgesehen findet man hierzulande in der kirchlichen Verkündigung oder theologischen Lehre nichts davon. Leichter finden die flutschigen Parolen der Genderideologie Eingang in die Köpfe als die Reflexionen des heiligen Papstes.

Und auch mit dem kritischen Verstand ist es so eine Sache. Natürlich muss man kritisch sein. Die Frage ist nur: kritisch wem gegenüber? Kürzlich erzählte mir ein Theologiestudent von seiner Uni-Erfahrung: Man dürfe alles kritisieren, Kirche, Rom und Bibel, nur nicht den Professor. Der Modernist stellt die richtige Ordnung auf den Kopf: Er ist kritisch gegenüber dem Glauben und unkritisch gegenüber dem Zeitgeist. Zu einem erleuchteten Glauben gehört die Fähigkeit zu unterscheiden, wo eine kritische und wo eine kindliche Haltung gemäß Lk 18,17 angemessen ist. Ein solcher Glaube ist heute selten geworden.

Aber nicht nur kritischer Verstandesgebrauch, auch Mut und Charakter sind notwendig! Von Kurt Tucholsky stammt das Wort: “Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!”

Man könnte heute hinzufügen: “Nichts ist leichter und erfordert weniger Charakter, als sich in offenem Gegensatz zum Lehramt zu befinden und laut zu sagen: Nein!” Ein solcher Neinsager hat heutzutage nichts zu befürchten. Er wird von Medien und innerkirchlichen Pressure-Groups als Held gefeiert.

Zum Thema: B. Deneke: Theologie


31. Mai
Transphobe Transgenderideologen

Jedoch sind längst nicht alle (vermutlich nicht einmal die meisten) Transsexuellen auch Transgenderideologen. Viele von ihnen, selbst einige jener, die sich in der Tat als „Transfrauen“ bezeichnen, vermerken ausdrücklich – stellvertretend etwa Debbie Hayton in The Times –, dass sie keine Frauen sind, und lehnen Forderungen wie jene ab, dass „Transfrauen“ (postoperativ oder nicht) Zugang zu Frauensport, Frauengefängnissen, Frauenhäusern oder speziell für Frauen geschaffene Preise und Stipendien haben sollten. Für diese Zurückweisung der Anmaßungen von Transgenderideologen werden sie von letzteren im Internet mit wüsten Hasstiraden überzogen und propagandistisch ebenfalls als „transphobisch“ bezeichnet – obwohl sich der geforderte Ausschluss von den besagten Einrichtungen nicht gegen „Transfrauen“ im Besonderen, sondern gegen Männer im Allgemeinen richtet. Der Parteidoktrin darf nicht widersprochen werden, offenbar nicht einmal von jenen, deren Interessen sie angeblich vertritt.

Aus: Uwe Steinhoff (Professor am Department of Politics and Public Administration der Universität Hongkong sowie Senior Research Associate im Oxford University Programme on the Changing Character of War), Die Transgender-Ideologie ist totalitär und frauenfeindlich, in: Cicero vom 30. Mai 2021

Weiteres zu Thema


31. Mai
Immensee

Vor 100 Jahren, am 31. Mai 1921, wurde durch päpstliches Dekret das 1895 von Pierre Marie Barral gegründete Missionshaus Bethlehem zu Immensee (Kanton Schwyz) zum schweizerischen Missionsseminar für auswärtige Missionen erhoben. Es war das erste deutschsprachige Weltpriester-Missionsseminar.


30. Mai
Moralfreies Christentum?

In diesem Podcast erkläre ich, wie es dazu kommt, dass manche Kritiker Recht haben, wenn sie dem Christentum vorwerfen, die Moral zu untergraben.


30. Mai
Franz-Xaver Wernz

Vor 150 Jahren, am 30. Mai 1871, wurde in Maria Laach Franz-Xaver Wernz SJ (1842-1914) zum Priester geweiht. Der aus Rottweil stammende Kanonist wurde 1875 Professor für Kirchenrecht, 1886 Konsultor von drei römischen Kongregationen, 1906 Ordensgeneral. Er war der 25. Ordensgeneral in der Geschichte der Gesellschaft Jesu.


29. Mai
Dreifaltige Vollendung

Zum morgigen Dreifaltigkeitsfest kann ich diese drei Predigten anbieten:

- Gott über uns - Gott mit uns - Gott in uns

- Der Heilige Geist, der Vollender

- Wir feiern den Himmel


29. Mai
Calvin

Vor 500 Jahren, am 29. Mai 1521, wurde Johann Calvin im Alter von elf Jahren Kaplan an der Kathedrale Notre-Dame von Noyon. Noyon ist die Geburtsstadt des Reformators und liegt im heutigen Département Oise, ca. 95 km nordöstlich von Paris. Sein Vater hatte ihm diese Stelle besorgt, so dass durch die mit ihr verbundene Pfründe sein Studium finanziert werden konnte, das er 1523 in Paris begann.


27. Mai
Göttliche Nähe

Die andere Fassung meiner diesjährigen Pfingstpredigt.

Falls hier nicht das Youtube-Video "Die göttliche Pfingstgnade" erscheint, benutzen Sie bitte diesen Link.


27. Mai
Edith Stein

Vor 100 Jahren, am 27. Mai 1921, verließ die hl. Edith Stein Göttingen in Richtung Bergzabern zu ihrer Freundin, der Philosophin Hedwig Conrad-Martius. In ihrem Gepäck mit dabei hatte sie die Autobiographie der hl. Teresa von Avila, deren Lektüre für sie zum entscheidenden Schritt auf ihrem Weg zum katholischen Glauben wurde. Das Buch war ein Geschenk von Pauline Reinach, der Schwester des Philosophen Adolf Reinach (1883-1917), der zum Kreis der Phänomenologen um Edmund Husserl gehört hatte.


26. Mai
Unser Herz als göttliches Zuhause

In meiner diesjährigen Pfingstpredigt bin ich auf die Aussage des Herrn eingegangen, dass Er und sein Vater kommen und bei uns Wohnung nehmen wollen.

Recktenwald-Predigten · Pfingstsonntag: Gottes Wohnung

Falls hier nicht die Soundcloudpredigt "Pfingstsonntag: Gottes Wohnung" erscheint, sondern eine ältere Predigt, dann folgen Sie bitte diesem Link.


26. Mai
Pierre Olivaint

Vor 150 Jahren, am 26. Mai 1871, starb in Paris als Märtyrer im Alter von 55 Jahren Pierre Olivaint. Durch die Predigten Lacordaires zum Glauben bekehrt, trat er in die Gesellschaft Jesu ein und wurde Priester. Er war ein fähiger und erfolgreicher Prediger, Seelenführer (u.a. von der seligen Eugenie Smet) und Exerzitienmeister. Zusammen mit zwei Mitbrüdern wurde er von der Pariser Kommune erschossen.
Von ihm stammt das bekannte Gebet: “Wachse, Jesus, wachse in mir. In meinem Geist, in meinem Herzen, in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen. Wachse in mir in Deiner Milde, in Deiner Reinheit, in Deiner Demut, Deinem Eifer, Deiner LIEBE: Wachse in mir mit Deiner Gnade, Deinem Licht und Deinem Frieden. Wachse in mir zur Verherrlichung Deines Vaters, zur größeren Ehre Gottes. Amen.”


25. Mai
Die Erkenntnisrelevanz des moralischen Werts

Auf CNA ist heute die 18. Folge meiner Philosophie-Serie erschienen.


25. Mai
Hermann Ludwig Rolfus

Vor 200 Jahren, am 25. Mai 1821, wurde in Freiburg im Breisgau der Pädagoge Hermann Ludwig Rolfus geboren. Er “übte auf die praktische katholische Pädagogik namentlich in Süddeutschland gemeinsam mit A. Pfister durch die Herausgabe des Süddeutschen katholischen Schulwochenblatts (1861-1867) und der Realenzyklopädie des Erziehungs- und Unterrichtswesens nach katholischen Prinzipien (4 Bde, 1863/66, 21871/74, Suppl.-Bd 1884; ersetzt durch E. M. Roloffs LexPäd) sowie als politischer und pädagogischer Tages- und Broschürenschriftsteller und Versammlungsredner großen Einfluß aus” (LThK, 1. Auflage). Am 27. Oktober 1896 starb er in Bühl.


25. Mai
Georges Darboy

Vor 150 Jahren, am 24. Mai 1871, wurde Erzbischof Georges Darboy von Paris von der Pariser Kommune erschossen. Er war 58 Jahre alt.


24. Mai
Das Zitat

Der Heilige Geist ist Licht und Stärke. Er ist es, der uns das Wahre vom Falschen und das Gute vom Bösen unterscheiden lässt. Gleich den Ferngläsern, welche die Gegenstände vergrößern, lässt uns der Heilige Geist das Gute und das Böse im Großen sehen. Mit dem Heiligen Geist sieht man alles im Großen: Man sieht die Größe der kleinsten für Gott vollbrachten Handlungen und die Größe der kleinsten Fehler.

Hl. Pfarrer von Ars


24. Mai
Ferdinand Sterzinger

Vor 300 Jahren, am 24. Mai 1721, wurde in Schloß Lichtwehr, Tirol, der Theologe Ferdinand Sterzinger geboren. 1740 trat er bei den Theatiner ein, empfing 1744 die Priesterweihe und lehrte im Laufe der Jahre Moraltheologie, Philosophie, Kirchenrecht und Kirchengeschichte in Prag und München. Er bekämpfte den Hexenglauben und hatte entscheidenden Anteil am Ende der Hexenprozesse in Bayern. “Unermüdlich für wahre Volksaufklärung tätig, hat der milde, feingebildete Ordensmann immerhin der Zeitphilosophie und dem Fürstenabsolutismus seinen Tribut gezollt, ohne sich aber je in bewußten Gegensatz zur katholischen Kirche zu stellen” (LThK, 1. Auflage). Am 18. März 1786 starb er in München.


23. Mai
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

16. Folge

34. Betrachtest du ein reizendes Tal, so bedenke, daß gleichwie dasselbe durch das von den Bergen herabfließende Wasser befruchtet wird, die Gnaden vom Himmel nur in demütige Seelen niedersinken und die Stolzen leer ausgehen. Eine schön gezierte Kirche sei dir das Bild einer Seele, die in der Gnade Gottes ist, und die wahrhaft ein Tempel Gottes genannt zu werden verdient. Das Meer stellt die Unendlichkeit und Größe Gottes vor. Siehst du Feuer oder Lichter auf dem Altar, so sage zu dir selbst: “Seit wie langen Jahren hätte ich verdient, in der Hölle zu brennen? Du, o mein Gott, hast mich bis heute verschont; gib, daß mein Herz, gleichwie dies Holz oder diese Lichter, von Liebe zu Dir entbrenne.” Bewunderst du den Sternenhimmel, so sage mit dem heiligen Andreas Avellino: “Einst werde ich hoch über diesen Sternen erhaben stehen!"

35. Um dich recht oft an die Geheimnisse des Lebens unsers Erlösers zu erinnern, mußt du jedesmal, wenn du Heu oder eine Krippe oder einen Stall erblickst, an das Jesukindlein in Bethlehem denken. Siehst du eine Säge, einen Hobel, einen Hammer, so stelle dir Jesus vor, wie Er in der Werkstätte des heiligen Joseph arbeitet. Seile, Stricke, Ketten, Dornen und Nägel müssen dir das Leiden und den Tod deines Heilands ins Gedächtnis zurückrufen. Begegnete der heilige Franz von Assisi einem Lamme, so fing er an zu weinen und sagte: “Für mich ließ sich mein Herr Jesus, gleichwie ein Lamm, zum Tode führen. “Erblickst du einen Altar, einen Kelch oder Meßgewänder, so denke sogleich an die Liebe Jesu Christi, der Sich dir im Altarssakramente geschenkt hat.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


22. Mai
Seele der Kirche

Zum Pfingstsonntag kann ich diese Predigt anbieten.


22. Mai
Dominikaner und Franziskaner

Vor 800 Jahren, an Pfingsten 1221, fand sowohl das Generalkapitel der Dominikaner wie auch das der Franziskaner statt.

Das des Dominikanerordens (der 1215 gegründet worden war) war das zweite und tagte in Bologna. Es beschloss die Errichtung von acht Provinzen, darunter Teutonia. Noch im selben Jahr kamen die ersten Dominikaner nach Deutschland und gründeten in Köln ein Kloster. 1248 kam der hl. Albertus Magnus OP nach Köln. Der hl. Dominikus war während des Generalkapitels bereits schwer krank und starb am 6. August 1221.

Das berühmte erste Generalkapitel der Franziskaner wird Mattenkapitel genannt, weil die Teilnehmer auf Strohmatten im Freien schliefen. Über 3000 Franziskaner nahmen daran teil. Es tagte auf dem Gelände bei der Kirche Portiuncula unterhalb von Assisi. Hier begegnete der hl. Antonius von Padua zum ersten Mal dem hl. Franziskus. Caesarius von Speyer, der sich im Heiligen Land dem Franziskanerorden angeschlossen hatte und ein Gefährte des hl. Franziskus geworden war, wurde beauftragt, den Orden in Deutschland einzuführen. Am 16. Oktober 1221 kam er mit ca. 25 Minderbrüdern (so nannten sich die Franziskaner ursprünglich) in Augsburg an. Von dort aus wurden noch im selben Jahr die Niederlassungen in Würzburg und Regensburg gegründet. Von Würzburg aus machten sich am 30. November 1221 die ersten Franziskaner auf den Weg nach Köln, wo seit 1216 der hl. Engelbert Bischof war. 1239 wurde Köln der Sitz der Kölnischen Franziskanerprovinz.


21. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen Aufsatz Gender als Störfaktor des Materialismus habe ich auf einer eigenen Seite untergebracht. Das Video mit den überzeugenden Ausführungen der Exegetin Nina Heeremann über die Priesterweihe der Frau ist bei Alice von Hildebrand eingebettet, mein Podcast Das Kreuz als Offenbarung auf der einschlägigen Themenseite. Das Schlaglicht auf die Studentenbewegung FOCUS bildet nun den 10. Vorschlag zu praktischer Evangelisierung.


21. Mai
Kirche in Deutschland: ihre heilige Kuh

Clara Steinbrecher [Leiterin von Maria 1.0], regt daher an, über die Abschaffung der Kirchensteuer nachzudenken. Dabei nimmt die junge Eichstätterin Bezug auf einen anderen Bayer: Papst Benedikt XVI. hatte die katholische Kirche in Deutschland 2011 überraschend aufgefordert, auf staatliche Privilegien zu verzichten. Bei einer Rede vor 1 500 Gästen im Freiburger Konzerthaus sagte der damalige Papst: "Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben." Für Steinbrecher und viele andere Beobachter war das schon 2011 ein kritischer Hinweis von Papst Benedikt, dass die katholische Kirche in Deutschland, mit ihren großen, durchfinanzierten Behörden und Apparaten ihre Prioritäten falsch setze. "Die Kirchensteuer ist zwar eine heilige Kuh, aber sie scheint mir Teil des Problems zu sein", analysiert Steinbrecher.

Aus: Kirche in Deutschland ist "zu ängstlich", sagt "Maria 1.0", CNA vom 17. Mai 2021.

Weitere Meinungen zur Kirchensteuer


20. Mai
Ignatius von Loyola

Vor 500 Jahren, am 20. Mai 1521, einem Pfingstmontag, wurde der hl. Ignatius von Loyola bei der Verteidigung der Festung Pamplona gegen die Franzosen schwer verwundet. Das leitete mit den folgenden Wochen qualvoller Leiden den Beginn seiner Bekehrung ein.


20. Mai
Bernhard Kötting

Vor 25 Jahren, am 20. Mai 1996, starb in Münster im Alter von 86 Jahren der Kirchenhistoriker Bernhard Kötting. Er lehrte in Münster 27 Jahre lang.


19. Mai
Gottes Antlitz suchen: Zweite Fassung

Seit dem 14. Februar feiere ich in Hannover zwei Sonntagsgottesdienste (statt einem). Folglich halte ich auch dieselbe Predigt zweimal. Da ich aber frei predige, fallen die beiden Fassungen der Predigt oft unterschiedlich aus. Die Predigt aus der ersten Messe vom letzten Sonntag habe ich auf Soundcloud veröffentlicht, die aus der zweiten Messe auf Youtube.

Falls hier nicht das Youtube-Video erscheint, benutzen Sie bitte diesen Link.


19. Mai
Ida Friederike Görres: Ratzingers Gedenkrede

Vor 50 Jahren, am 19. Mai 1971 wurde Ida Friederike Görres beerdigt. Die Gedenkrede bei ihrem Requiem im Freiburger Münster hielt Joseph Ratzinger. Dabei zitierte er aus ihrem Werk jene Worte, die ihre Qual angesichts des Verrats ausdrücken, den die nachkonziliare Theologie am Glauben und an der Kirche übt:
“Eine ihrer letzten Veröffentlichungen, die Rede ‘Vertrauen zur Kirche?’, gibt uns erregenden Einblick in ihr Fragen und Ringen um das immer neu notwendig werdende Sichdurchtasten zur Kirche: ‘Wie, wenn den Rebellen wirklich die Zukunft gehörte? Wenn dieser Vorgang, der uns wie Zerstörung und Verrat vorkommt, tatsächlich Gottes Wille wäre und ihm zu widerstehen unfromm und kleingläubig? Wenn — quälender Gedanke der Nachmitternachtsstunden —, wenn ich an einen großartigen, doch unaufhaltsam sterbenden Körper gefesselt wäre, durch lauter zwar rührende, doch letztlich unsachliche, unsinnige Hemmungen, Gewohnheiten, Vorurteile, überlebte Pietät, falsch fixierte Treue?... Leben wir auf einem lecken, zollweise versinkenden Schiff, von dem nicht nur die Ratten, sondern einfach die Vernünftigen, Nüchternen rechtzeitig abspringen?’ (Im Winter wächst das Brot, 113). Aber all dieses Fragen wird doch aufgefangen von einer großen, unzerstörbaren Zuversicht. Es mündet in das einfache und eben darin so großartige Bekenntnis: ‘Ich glaube an Gottes Treue’ (127).”
Die ganze Rede kann hier nachgelesen werden.


19. Mai
Pietro Kardinal Boetto

Vor 150 Jahren, am 19. Mai 1871, wurde in Vigone (Provinz Turin) Pietro Boetto geboren. Er trat 1888 der Gesellschaft Jesu bei, empfing 1901 die Priesterweihe, wurde 1935 zum Kardinal erhoben und 1938 zum Erzbischof von Genua ernannt. Während des Zweiten Weltkriegs rettete er mindestens 800 Juden das Leben, so dass ihm die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem im Juli 2017 die Auszeichnung Gerechter unter den Völkern zuerkannte. Er starb am 31. Januar 1946.


17. Mai
Gottes Antlitz suchen

In meiner gestrigen Predigt erkläre ich, wie sich unser Suchen nach Gottes Antlitz verwandelt, je mehr wir Ihn kennenlernen.

Falls hier nicht die Predigt zum Sonntag nach Christi Himmelfahrt erscheint, sondern eine ältere Predigt, dann folgen Sie diesem Link.


17. Mai
Lúcia dos Santos

Vor 100 Jahren, am 17. Mai 1921, trat Lúcia dos Santos (1907-2005), eine der drei Seherinnen von Fatima, nach dem Tod der beiden anderen, in das Kollegium der Dorotheerinnen „Asilo do Villar“ bei Porto ein, wo sie Lesen und Schreiben lernte.


16. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die portugiesische Übersetzung meines Aufsatzes O Amor de Deus como fonte da moralidade habe ich auf einer eigenen Seite untergebracht. Meinen Podcast über den Fortschritt in der Theologie finden Sie bei Harald Seuberts Aufsatz Wort ohne Begriff, Peter Winnemöllers Bemerkung über das Absurdum schlechthin beim Brief Bischof Morlinos über den sexuellen Missbrauch in der Kirche. Meine Predigt Auch in Coronazeiten Gott verherrlichen! habe ich auf der Bellarminseite eingebettet.


16. Mai
Otto Faller

Vor 50 Jahren, am 16. Mai 1971, starb in St. Blasien im Alter von 82 Jahren P. Otto Faller SJ. Faller war Editor der Werke des hl. Ambrosius von Mailand. 1950 wurde er Provinzial der oberdeutschen Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu. Im Auftrag von Papst Pius XII. leistete er die theologische Vorarbeit zur Dogmatisierung der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel.


15. Mai
Der Heilige Geist wirkt!

Zum morgigen Sonntag nach Christi Himmelfahrt kann ich vier Predigten anbieten:

Das Zeugnis des Heiligen Geistes

Der Trost des Heiligen Geistes

Bewahre sie vor dem Bösen!

Das Geschenk des guten Willens


15. Mai
Ida Friederike Görres

Vor 50 Jahren, am 15. Mai 1971, während der Würzburger Synode, starb in Frankfurt am Main im Alter von 69 Jahren die Schriftstellerin Ida Friederike Görres, eine der großen katholischen Frauengestalten des 20. Jahrhunderts. Von der nachkonziliaren Rhetorik ließ sie sich nicht blenden, sondern sie erkannte und bekämpfte den theologischen Niedergang in der Kirche Deutschlands. Das Erstreben des Frauenpriestertums geißelte sie als Machtstreben.


14. Mai
Octogesima adveniens

Vor 50 Jahren, am 14. Mai 1971, veröffentlichte Papst Paul VI. sein Apostolisches Schreiben Octogesima adveniens zur 80-Jahr-Feier der Veröffentlichung der Enzyklika Rerum novarum.


14. Mai
Ferdinand Maria Baccilieri

Vor 200 Jahren, am 14. Mai 1821, wurde in Modena Ferdinand Maria Baccilieri geboren. 1844 zum Priester geweiht, wurde er 1852 Pfarrer von Galeazza. In 41 Jahren erneuerte er diese Pfarrei von Grund auf. Er starb dort am 13. Juli 1893 und wurde am 3. Oktober 1999 seliggesprochen.


13. Mai
Gut oder böse?

Meine "erfolgreichste" Predigt auf Soundcloud ist gestern zum 3000. Mal angeklickt worden.


13. Mai
Perfide Methode

Nicht nur Theologen, sondern auch Bischöfe fordern eine Hermeneutik der apostolischen Tradition, die lange schon nicht mehr der Verständlichmachung der Wahrheit in der jeweiligen Zeit dienen will, sondern die Botschaften der Zeit in kirchliches Vokabular kleidet, damit man an sie glaubt. Man krönt diesen betrügerischen Ersatz der Verkündigungsinhalte mit den Begriffen „Fortschreibung“ oder „Weiterentwicklung“ der Lehre, eine perfide Methode des Durcheinanderwerfens.

Aus: Dr. Guido Rodheudt, Octavius und die Kirche in Deutschland, VATICAN-Magazin Mai 2021

Weitere Meinungen zum Synodalen Weg


12. Mai
Ist Jesus abwesend oder anwesend?

Zum Fest Christi Himmelfahrt kann ich zwei Predigten anbieten:

Hat Er uns verlassen?

Das Erlebnis von Hellmut Laun


12. Mai
Seligsprechungen

Vor 25 Jahren, am 12. Mai 1996, wurden Alfredo Ildefonso Schuster, Filippo Smaldone, Gennaro Maria Sarnelli, Cándida María de Jesús, Maria Raffaela Cimatti und María Antonia Bandrés y Elósegui seliggesprochen. Maria Raphaela Cimatti (1861-1945) leistete noch mit 83 Jahren im Zweiten Weltkrieg Übermenschliches in der Pflege von Verwundeten. Candida Maria von Jesus (in der Welt Cipitria Barriola, 1845-1912) war die Gründerin der Kongregation der Töchter Jesu. Maria Antonia Bendrés y Elósegui FI (1898-1919) bekehrte durch das Vorbild ihres christlichen Sterbens die beiden berühmten Sozialisten Miguel de Unamuno und Indalecio Prieto. Der Philosoph Unamuno bezeugte: “Diese 21jährige Maria Antonia sterben zu sehen, wissend, wo sie hingeht, machte einen unglaublichen Eindruck auf mich.”


11. Mai
Gibt es Werte?

Auf CNA ist heute die 17. Folge meiner Philosophie-Serie erschienen.


11. Mai
Missbrauch mit dem Missbrauch: Falsche Ursachenforschung

In so gut wie allen säkularen und kirchlichen Medien und entsprechend in Debatten ist verschwiegen worden, was eine im März 2019 bekannt gewordene Studie der Universität Ulm ergab. Danach sei davon auszugehen, dass von katholischen Pfarrern in den letzten 70 Jahren 114.000 Menschen in Deutschland missbraucht worden sein sollen. Zur großen Überraschung wurde nun aber festgestellt, dass noch einmal ebenso viele durch Pastoren und Mitarbeiter in evangelischen Kirchen betroffen sein sollen (Die Welt vom 12.März 2019). Das ist eigentlich eine „Bombe“, stellt die Studie damit doch infrage, was im katholischen Raum als Hauptursache des Missbrauchs durch Priester angeprangert wird: das Zölibat. In der EKD sind über 80 Prozent der Geistlichen verheiratet. Homosexualität ist nirgendwo ein Hinderungsgrund und kann ausgelebt werden. Höchste kirchliche Amtsträger sind lesbisch oder schwul verheiratet. (Ich gehe ausführlicher darauf in meinem Buch „Gott kann auch anders“, Verlag fontis, 2. Auflage 2020, ein). Und trotz all dieser Freiheiten gab es im evangelischen Raum ebensoviel Missbrauch wie im katholischen!

Aus: Helmut Matthies (evangelischer Pfarrer und Journalist), Sexueller Missbrauch in den Kirchen: Die Kritiker des Zölibats sind an Fakten nicht interessiert, in: The-germanz vom 3. Mai 2021

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10. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Den Aufsatz von P. Walthard Zimmer Der Betrug mit den Messstipendien habe ich auf einer eigenen Seite untergebracht. Meinen Podcast über die schlimmere Seuche finden Sie bei Gotthold Hasenhüttl, die zitierte protestantische Warnung vor dem Synodalen Weg auf der Themenseite zur Ökumene. Meine Predigt Bußgeist statt Murren habe ich auf der Seite Buße als Aufklärung eingebettet.


10. Mai
Ercole Gonzaga

Vor 500 Jahren, am 10. Mai 1521, wurde Ercole Gonzaga (1505-1563) im Alter von 15 Jahren zum Bischof von Mantua ernannt. 1527 wurde er zum Kardinal erhoben, 1528 empfing er die Diakonatsweihe, 1556 die Priesterweihe, 1561 die Bischofsweihe. “Er ragte als Diplomat, durch gelehrte Bildung und Wohltätigkeit hervor” (LThK, 1. Auflage). Sein Urgroßvater war Ludovico III. Gonzaga, der wiederum der Ururgroßvater des hl. Aloisius von Gonzaga (1568-1591) war.


9. Mai
Antiwissenschaftlicher Systemwechsel

Auch die Zahl Zwei bei der Anzahl der Partner steht zur Disposition, weil sie sich aus der Zahl der biologischen Geschlechter ableitet, die inzwischen selbst vom deutschen Bundesverfassungsgericht durch die Einführung des «dritten Geschlechts» (divers) nicht mehr für verbindlich gehalten wird. Hier verbirgt sich der nächste Systemwechsel: von den beiden biologischen Geschlechtern hin zu gefühlten Identitäten. Die Überwindung der Natur eröffnet ganz neue Freiheiten der subjektiven Selbstdefinition. Dass die Fridays-for-Future-Bewegung fordert, der Wissenschaft zu folgen, während die Biologie in der Geschlechterfrage gewissermassen «entfolgt» werden soll, gehört zu den kuriosen Zeiterscheinungen. Erste Dreier-Ehen wurden in Kolumbien und Brasilien bereits offiziell anerkannt.

Aus: Ralf Schuler, Nach der Gender-Revolution: Die Welt wird eine andere sein, NZZ vom 1. April 2021.

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9. Mai
Sophie Scholl

Vor 100 Jahren, am 9. Mai 1921, wurde in Forchtenberg Sophie Scholl geboren, Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose.


8. Mai
Es beginnt mit einem Geschenk

Zum morgigen 5. Sonntag nach Ostern kann ich diese Predigt über die Gebetsmacht anbieten.


8. Mai
Erwin Gatz

Vor 10 Jahren, am 8. Mai 2011, starb in Maastricht im Alter von 78 Jahren der Kirchenhistoriker Erwin Gatz. Er war ein Schüler des berühmten Historikers Hubert Jedin. 1975 wurde er geschäftsführender Direktor des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft. Sein Nachfolger wurde Stefan Heid.


8. Mai
Hl. Petrus Canisius

Vor 500 Jahren, am 8. Mai 1521, wurde in Nimwegen der hl. Petrus Canisius SJ geboren, Kirchenlehrer und zweiter Apostel Deutschlands.


8. Mai
Max Josef Metzger

Vor 25 Jahren, am 8. Mai 1996, wurde für Max Josef Metzger der Seligsprechungsprozess eröffnet, der 2015 auf diözesaner Ebene zum Abschluss gebracht wurde. Metzger wurde am 3. Februar 1887 im badischen Schopfheim geboren, empfing am 4. Juli 1911 in Freiburg die Priesterweihe, wurde Mitgründer der Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz und später der Una-Sancta-Bewegung. Am 17. April 1944 wurde er von den Nazis wegen “Hochverrats und Feindbegünstigung” hingerichtet und enthauptet.


7. Mai
Das Gnadengeschenk dieser Zeit

Von P. Engelbert Recktenwald

Vom hl. Johannes vom Kreuz stammt der Ausspruch, dass ein einziger Akt reiner Gottesliebe der Seele wertvoller und der Kirche nützlicher sei als alle anderen Werke zusammen. Dieser Ausspruch könnte auf den ersten Blick entmutigend wirken auf jene, die sich in der heutigen Zeit durch vielfältige Initiativen und Aktivitäten abmühen, um einigermaßen der so großen Not in der Kirche zu begegnen. Er könnte als ein Aufruf zum Rückzug in die Innerlichkeit missverstanden werden. Doch liegt es dem hl. Johannes vom Kreuz sicherlich fern, das äußere Engagement zu desavouieren und seinen Wert zu verkennen. Der springende Punkt, um den es ihm geht, ist ein anderer. Es geht ihm um die rechte Ordnung unseres Handelns, und die ist nur in dem Maße gegeben, wie die Liebe zu Gott einziger Beweggrund unseres Handelns ist. Es geht nicht um Rückzug, sondern um Läuterung.

Viele Maßnahmen und Initiativen in der Kirche entspringen zunächst einmal Beweggründen, die sich bei näherem Hinsehen als ziemlich ichbezogen herausstellen: der Enttäuschung über missglückte Reformen, dem Ärger über den erzwungenen Bruch mit manch liebgewonnener Tradition. Das sind alles Beweggründe von sehr gemischtem Charakter: In die objektiv berechtigte Empörung schleicht sich schnell eine subjektive Betroffenheit ein, die allzumenschlich ist und die Lauterkeit der Gesinnung trübt.

Der Ausspruch des Heiligen darf uns aber auch nicht dazu verführen, die Rangfolge der Beweggründe umzukehren und die Gottesliebe deshalb anzustreben, weil wir der Kirche helfen wollen. Wir sollen nicht Gott lieben, um der Kirche zu helfen, sondern der Kirche helfen, damit Gott mehr geliebt werde. Dieser Beweggrund kann freilich nicht durch die Beobachtung dessen, was in der Kirche alles falsch läuft, in uns geweckt werden, sondern nur durch die Entdeckung der Liebenswürdigkeit Gottes. Diese Entdeckung ist ... weiterlesen


5. Mai
Die Sonne und die Liebe

Meine neueste Podcastfolge beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Liebe, Glück und moralischem Wert.


5. Mai
William David Ross

Vor 50 Jahren, am 5. Mai 1971, starb in Oxford im Alter von 94 Jahren der Philosoph William David Ross. Er vertrat einen Wertrealismus und eine intuitionistische Ethik.


4. Mai
Pedro de Córdoba

Vor 500 Jahren, am 4. Mai 1521, starb im Alter von etwa 39 Jahren Pedro de Córdoba OP. Er gehörte zu den ersten Dominikanern, die 1510 nach Hispaniola kamen, sich dort tatkräftig für die Rechte der Indianer einsetzten, das Verhalten der Sklavenjäger geißelten und einen Mann bekehrten, der dann der berühmteste Verteidiger der Indianer wurde: Bartolomé de Las Casas.


4. Mai
Alma von Stockhausen

Vor einem Jahr, am 4. Mai 2020, starb in Heroldsbach im Alter von 92 Jahren die Philosophin Alma von Stockhausen. Sie war eine Schülerin von Gustav Siewerth und Max Müller und gründete 1988 die Gustav-Siewerth-Akademie.


3. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen Aufsatz “Angst und Schrecken”, Über das neue Evangelium der Hirnforscher habe ich auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt über geistliches Überleben in Coronazeiten ist auf der Coronaseite eingebettet. Nina Heeremanns Bemerkung über den übersehenen Missbrauchsskandal in der Kirche findet sich auf der einschlägigen Themenseite. Meinen Podcast über missionarische Theologen habe ich dem Aufsatz Berhold Walds über die Theologie des “als ob” hinzugesellt, ebenso die Beobachtung Tobias Kleins über die Verwandlung des Christentums in bürgerliche Religion.


3. Mai
Rahner und seine Apologeten

Die Kritik an der oft medial hochgepriesenen Theologie Karl Rahners ist inzwischen breit und wurde sogar diffamiert. Bekannte Namen wie Hans Urs von Balthasar, Walter Kasper, Leo Scheffczyk, Walter Hoeres, Richard Schenk OP, Bernhard Lakebrink und Alexander Gerken OFM sind jedoch nicht einfach zu ignorieren. Intellektuelle Redlichkeit, die Rahner selbst bewahrte und einforderte, ist bei vielen seiner begeisterten Apologeten eher nicht zu finden. Dramatisch und aufschlußreich ist die Arbeit von Heinz-Jürgen Vogels (Bonn), in der er nachweist, daß die Theologie Rahners in der Christologie und Trinitätslehre den kirchlichen Glauben nicht mehr erreicht. Umso weniger erreicht diesen die Theologie vieler seiner Epigonen.

Aus: Stefan Hartmann, Katholische Theologie an staatlichen Universitäten Herkunft, Entwicklungen und ein Plädoyer, in: Die Neue Ordnung 2/2021

Über Karl Rahner


2. Mai
Das Zitat

Versuche nicht alles zu verstehen, um glauben zu können, sondern glaube ganz einfach, um zu verstehen.

Hl. Augustinus


2. Mai
Petition

1000 Plus hat eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet: Keine Abtreibung bis zur Geburt!


1. Mai
Gericht und Gerechtigkeit

Zum morgigen 4. Sonntag nach Ostern kann ich diese Predigt anbieten: Sünde, Gerechtigkeit, Gericht.


1. Mai
Abt Bonifatius

Vor 100 Jahren, am 1. Mai 1921, empfing P. Bonifatius Sauer (1877-1950) die Bischofsweihe. Er war Abt des Benediktinerklosters St. Benedikt in Seoul, der Hauptstadt Koreas. Das Kloster war 1909 von St. Ottilien aus gegründet worden. Abt Bonifatius empfing die Bischofsweihe, weil er zum Vikar des neu errichteten Apostolischen Vikariats Wonsan ernannt worden war. Er starb am 7. Februar 1950 als Märtyrer unter der kommunistischen Christenverfolgung.


1. Mai
Johannes Paul II.

Vor zehn Jahren, am 1. Mai 2011, wurde Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Die Heiligsprechung folgte am 27. April 2014.


30. April
Gott das Ideal der Wahrheit

Von Arnold Rademacher

Dritte Folge

In dieser ehrfürchtigen Seelenhaltung gegenüber der Wahrheit liegt übrigens auch eine heilsame Warnung vor einseitigem Intellektualismus, der vermeint, das Göttliche in das Gefäß menschlicher Vernunftbegriffe schütten zu können, der das Göttliche herabzieht, es vermenschlicht und vergröbert und so lange versinnlicht, bis er es sich selbst gleichartig gemacht hat, der dann das Netz seiner Vernunftkategorien darüber wirft und nun das Geheimnis zu verstehen glaubt, während er in Wahrheit nur seine eigenen Gedankengespinste sieht und bewundert, hinter denen aber die Wahrheit in keuscher Unnahbarkeit sich verbirgt. Gewiß soll es dem Intellekt nicht verwehrt sein, auch das Geheimnis in den Kreis seiner Kategorien zu ziehen. Er darf es und soll es, schon weil er nicht anders kann. Aber er soll es tun mit dem stets wachen Bewußtsein, daß das Ergebnis dieser seiner Bemühungen nur Analogien und Schattenbilder sind. In der Theologie liegt für den unreligiösen Menschen eine Gefahr, die die Volksseele mit sicherem Instinkt ahnt, die Gefahr, vermessen mit unheiligem Auge das Göttliche schauen zu wollen und von dem unehrfürchtig zu reden, was nur demütig angebetet werden darf. Es ist die gleiche Gefahr, wie sie demjenigen droht, der mit unheiligem Herzen die Schöpfungen der Kunst genießen will: was dem reinen Menschen eine Gottesoffenbarung werden kann, kann jenen in die Unfreiheit des Stofflichen hinabziehen. "Das Unendliche wird nicht umfaßt vom Endlichen," sagt die Schule. Andererseits bleibt doch auch wieder der Satz des Aristoteles wahr, daß, "wer das Wissen um seines eigenen Wertes willen erwählt, die Wissenschaft erwählen wird, welche am meisten Wissenschaft ist; solcher Art aber ist die Wissenschaft von dem am meisten Wißbaren, und das sind die Prinzipien und die Ursachen” (Metaph. A 2, 982b 2), und sein anderes Wort, daß die Wissenschaft vom Göttlichen auch die köstlichste ist, weil eben das Göttliche selbst das Köstlichste ist (983a4).

Die rechte Einstellung zur Wahrheit ist auch die Mutter der wahren Toleranz, die sich glücklich schätzt, die Wahrheit oder den Weg zu ihr zu kennen, und täglich der Gottheit dankt für das hohe Geschenk, aber auch demütig genug ist, um andere nicht deshalb zu verdammen, weil sie weniger glücklich sind auf der Suche nach dem Schatz im Acker und der kostbaren Perle. Das schärfste Urteil aber muß solche treffen, die die Lebensfrage nach der Wahrheit nicht für wichtig genug halten, sich um sie zu bemühen. Das ist der Tod der Seele, die Sünde gegen den Geist. Die Pflicht des Wahrheitssuchens kann ihnen nicht erspart werden; sie lastet auf ihnen so lange, bis sie sie finden, und wenn das ganze Leben und die ganze Ewigkeit daranginge. Wahrheitssuche ist Gottesdienst. Die alten Theologen sind der Meinung, Gott werde einem Menschen eher einen Engel senden, als daß er ihn die Wahrheit verfehlen ließe. Wir drücken diesen absoluten Heilswillen der Gottheit lieber so aus, daß wir sagen: Gott wird im Falle unverschuldeter Verfehlung der Wahrheit den guten Willen für die Tat nehmen und das Verlangen nach der Wahrheit als die Vollmacht zum Eintritt in sein Reich gelten lassen. Daher werden wir alles Mitgefühl haben mit den vergeblich Suchenden, mit denen, die an der Wahrheit oder dem falsch verstandenen Glauben zerbrechen; wir können es aber nicht ebenso haben mit den Blasierten, die, im Stoff vergraben, mit der Wahrheit ein frevles Spiel treiben, die sich die Augen für die Wahrheit geblendet haben oder die Wahrheit, besonders die religiöse, als Mittel zur Erraffung von Gütern der stofflichen Ordnung erniedrigen; denn das ist die Sünde wider den Geist, die weder in diesem noch im anderen Leben vergeben werden kann.

3. Die besondere Natur des Wahrheitsstrebens geht dahin, daß es sich nicht so sehr auf Einzelerkenntnisse als vielmehr auf eine einheitliche Verknüpfung derselben zur Erkenntnis überhaupt wirft, auf die letzten Fragen des Lebens, die wichtiger sind als alle Probleme der Naturwissenschaft, der Geschichte, des sozialen und politischen Lebens, der Technik und Lebenskunst. Es richtet sich auf ein einheitliches Gesamtbild der Wirklichkeit, auf eine Weltanschauung. Mag der Dichter es beklagen, daß an Stelle der bunten Galerie antiker Göttergestalten "ein Einziger herrscht in des Äthers Räumen": der Philosoph und mehr noch der religiöse Mensch kann auf Einheit nicht verzichten, und hier ist jeder Mensch ein Philosoph und ein Religiöser. So steigen wir höher und höher, von Wahrheit zu Wahrheit, mit Dante gleichsam von Stern zu Stern hinauf bis zur Himmelsrose, wo die Auserwählten bei Gott wohnen: die höchste Wahrheit ist die Quelle der Wahrheiten, das eine Wahre die Quelle alles Wahren. Darum kann ein starker Wahrheitstrieb bestehen unabhängig von der Fülle der Erfahrungen und des Einzelwissens und selbst unabhängig von der allgemeinen geistigen Begabung; ja man kann beobachten, daß die Einfalt trotz Unkenntnis der Zeitprobleme oft ein kräftigeres Wahrheitsbedürfnis und einen sichereren Wahrheitstrieb besitzt als Talent und Gelehrsamkeit. Es ist eben der Einheitsgedanke, auf den dieses Bedürfnis abzielt. Alles aus einem Prinzip ableiten zu können, ist nach Kant (Kritik der praktischen Vernunft) das unvermeidliche Bedürfnis der menschlichen Vernunft, “die nur in einer vollständig systematischen Einheit ihrer Erkenntnisse völlige Zufriedenheit findet.” Jede noch so große oder noch so geringe Summe empirischen Wissens kann den Unterbau abgeben für die Aufrichtung einer allgemeinen Weltanschauung.

Wird fortgesetzt.

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29. April
Tötungsfortschritte

Das Angebot der professionellen Tötung von Verzweifelten ist kein Signal der Hoffnung für die Betroffenen, sondern der Beleg dafür, dass sie von der Gesellschaft aufgegeben wurden.

So der niederländische Gesundheitsethiker Prof. Dr. Theo Boer im Interiew mit Stefan Rehder, Lebensforum 4. Quartal 2020, S. 8. Boer war (oder ist sogar?) ein Befürworter der Euthanasie als Notlösung in extremen Fällen qualvollen Sterbens. Durch die Entwicklung der Euthanasie in den Niederlanden ist er nun alarmiert. Er konstatiert, wie die “Legalisierung” einer Grauzone eine neue erzeugt, die nach fortschreitender Legalisierung der Euthanasie ruft, und beobachtet dabei verschiedene Stufen (1): Sterbehilfe aus Furcht vor einem schmerzhaften Sterben; (2): Sterbehilfe aus Furcht vor einem leidvollen Leben; (3) Tötung auf Verlangen aufgrund autonomer Selbstbestimmung; (4) Tötung ohne Verlangen aufgrund der Unterstellung eines solchen Verlangens: der Gnadentod.

Zum Thema: Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht


28. April
Papst Benedikt und das Naturrecht

Bald jährt sich zum 10. Mal das denkwürdige Ereignis, dass Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag gesprochen hat. In seiner Rede mahnte er, niemals die Macht vom Recht zu trennen, und erinnerte deshalb an die naturrechtlichen Grundlagen des Rechtsstaates. Es waren ausgerechnet katholische Theologen, die ihm in den Rücken fielen. Ich habe mir ihre Kritik genauer angeschaut und in zwei Aufsätzen analysiert. Der eine ist nun in der Mai-Ausgabe des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus erschienen, der andere in der Mai-Ausgabe von Kirche heute. Obwohl es in beiden Texten um dieselbe Thematik geht, sind sie doch ganz unterschiedlich.


28. April
Synodaler Autismus

Längst werden gesellschaftliche Theoriedebatten ohne Umweg über die katholische Lehre und Theologie in das innerkirchliche Gespräch eingeleitet. Lehramtstreue Teilnehmer des Synodalen Weges verzweifeln daran, dass etwa mit Blick auf die Frage der Frauenweihe autistisch die Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit erhoben wird, ohne die katholische Anthropologie und das Verständnis sakramentaler Repräsentation Christi durch den geweihten Mann überhaupt noch als Argument zuzulassen, geschweige denn, sich damit ernsthaft auseinanderzusetzen.

Aus: Oliver Maksan, Die Theologie politisiert sich. Wie eine Rassismus-Debatte das kirchliche Gespräch vergiftet, Tagespost, 24. April 2021


27. April
Das Gewissen - ein Weg zur Gotteserkenntnis?

In der 61. Episode meines Podcasts gehe ich einem spannenden philosophischen Thema nach.

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit
Freiheit christl.
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
Frömmigkeit
FSSP
FSSP II
FSSPX
Führungsversagen
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Genderkritik
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Gnadenstuhl
Gnadenvorschuss
Goa
Goertz Stephan
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

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