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* * *

28. August
Abwegig

Zu den Feinden des normalen Menschen zählt er besonders die „Nützlichkeitsfanatiker“, die seit der Aufklärung das Sagen in der Gesellschaft hätten. Schon die Theorie Adam Smiths findet Chesterton abwegig, die davon ausgehe, „dass die Menschen durch ihre Selbstsucht glücklich werden könnten, mit anderen Worten, Gott lenke alles zum Guten, wenn es den Menschen nur gelinge, böse genug zu sein“.

Aus: Urs Buhlmann, Philosophie mit Blick nach oben. Wie der britische Konvertit Gilbert Keith Chesterton bald rauflustig, bald sensibel die Freiheit der Gedanken verteidigt. Eine Rezension des Buches von Gilbert Keith Chesterton Wenn ich nur eine einzige Predigt halten könnte. Essays, Vorwort von Matthias Matussek. Kösel-Verlag, München 2016, in: Die Tagespost vom 25. August 2016

Über Chesterton


27. August
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

46. Folge

Wenn man fragt, ob die Trinität eine philosophische Bedeutung habe, antworte ich mit "ja" oder mit "nein", je nachdem man die Frage auffaßt.

Die Philosophie kann man im engeren und im weiteren Sinne nehmen. Im allgemeinen bezeichnet sie die Liebe zur Weisheit und die Weisheit selbst, also auch die göttliche, übernatürliche Erkenntnis und Wissenschaft, die uns durch den Glauben vermittelt wird. Im engeren Sinne ist sie die menschliche Weisheit, rein vernünftige Erkenntnis und Wissenschaft.

Versteht man die Frage im letzteren Sinne, wie sie gewöhnlich verstanden werden soll, so ist sie absolut zu verneinen und nur in einer gewissen Beziehung und Einschränkung zu bejahen.

Schlechthin kann man ja nur denjenigen Wahrheiten philosophische Bedeutung zuschreiben, die selbst philosophisch, d. h. durch das Organ der Philosophie erkennbar sind oder doch wenigstens als unumgänglich notwendig erscheinen für die Erklärung und Begründung der Objekte der Philosophie. Darf man aber die Trinität in diese Kategorie hineinziehen? Keineswegs. Wenn sie in der Weise, wie wir es oben bewiesen, eine geheimnisvolle, eine übernatürliche Wahrheit ist, kann sie weder eine Vernunftwahrheit sein noch zur Erklärung und Begründung der Vernunftwahrheiten unbedingt notwendig erscheinen. Für die Philosophie ist sie wirklich transzendental; sie liegt über ihren Bereich, über ihr Gebiet unendlich weit hinaus, und man tut ihrer Erhabenheit wahrlich keine Ehre an, wenn man sie aus ihrer Höhe herabzieht, um sie in das philosophische Gebiet einzuschließen.

Man fürchtet, ohne Annahme der Trinität dem Pantheismus zu verfallen oder wenigstens den Pantheismus nicht allseitig überwinden zu können, was doch eine Hauptaufgabe der Philosophie sei. Doch warum diese Furcht? Genügt es nicht, um den Pantheismus zu widerlegen und auszuschließen, die Existenz des einen, selbständigen, unendlichen, persönlichen Gottes nachzuweisen? Kann man keinen Begriff von der Einheit des wahren Gottes haben ohne den Begriff der Trinität? - Aber die Tätigkeit Gottes, sagt man, wird sie nicht notwendig als eine Entwicklung Gottes in der Welt erscheinen, wenn wir nicht nachweisen können, daß sie im Innern der Gottheit produktiv ist? Auch das nicht. Wir begreifen Gott als unendlich tätig in der Erkenntnis und Liebe seiner selbst; wir begreifen, daß Gott deshalb sich selbst zu seiner Seligkeit genügt und daher keiner Tätigkeit nach außen bedarf. Wem das nicht genug ist, um jeden pantheistischen Gedanken ferne zu halten, den werden auch die innern Produktionen in Gott nicht eines Besseren belehren. Oder haben wir es nicht im System Günthers gesehen, wie man eben von den innern Produktionen der Gottheit zu den äußern überging und die letzteren als die notwendige Entwicklung und Ergänzung der ersteren darzustellen suchte? War das auch kein ausgesprochener Pantheismus, so führt es doch in letzter Analyse darauf hinaus, wie alles, wodurch die Welt als der notwendige Nachsatz des Unendlichen hingestellt wird.

Sollen wir aber darum vollständig leugnen, daß die Trinitätslehre eine große Bedeutung für die Philosophie habe, namentlich für die Vermeidung des Pantheismus? Wir leugnen nur, daß sie der Philosophie auf ihrem Gebiete notwendig sei zur Erklärung des Ursprungs der Welt und ihres Verhältnisses zu Gott. Wir geben zu, daß sie der Philosophie in dieser Beziehung sehr nützlich ist. Denn in der Tat, je deutlicher wir durch sie die Art und Weise erkennen, in der Gott subsistiert und persönlich ist, desto entschiedener können wir ihn in seiner selbsteigenen Persönlichkeit von der Welt unterscheiden; und wenn wir wissen, daß Gott in seinem Innern eine unendliche Produktivität entfaltet, begreifen wir desto vollkommener seine Freiheit in Bezug auf seine Wirksamkeit nach außen. Doch auch diesen Nutzen schöpft die Philosophie aus der Trinitätslehre nicht als aus einer zu ihrem Fonds gehörigen Wahrheit, da dieselbe für sie immer transzendental bleibt und nicht durch die Vernunft, sondern durch den Glauben dem philosophierenden Geist nahegelegt wird. Die Philosophie schöpft also aus fremden Quellen, wenn sie aus der Trinitätslehre für sich profitieren will, und so dürfen diejenigen, welche die Philosophie als solche ganz gegen den Glauben absperren wollen, am allerwenigstens von einer philosophischen Bedeutung der Trinitätslehre sprechen.

So viel bleibt immer bestehen: die Vernunft und der natürliche Mensch kann und braucht diese für ihn transzendentale Wahrheit nicht zu erkennen. Der natürliche Mensch kann und braucht nur um sein natürliches Verhältnis zu Gott zu wissen; er soll Gott verehren als seinen höchsten Schöpfer und Herrn, er soll sich ihm in tiefster Ehrfurcht unterwerfen, ihn anbeten, ihm dienen; dazu reicht die Erkenntnis der Einheit und Unendlichkeit Gottes hin; mehr zu erkennen, hat er weder die Pflicht noch das Recht.

Wenn Gott also dieses Geheimnis offenbart, so hat er dabei höhere Zwecke als die Entwicklung und Vollendung des natürlichen Menschen als solchen. Diese Offenbarung ist etwas in jeder Beziehung Übernatürliches wie das Geheimnis selbst; sie steht daher notwendig in Verbindung mit einer übernatürlichen Erhebung des Menschen und hat für denselben eine übernatürliche Bedeutung. Wie sie selbst wesentlich eine theologische Wahrheit ist, die nur durch den Glauben erkannt werden kann, so ist auch ihre eigentliche Bedeutung zu suchen in ihrem Verhältnis zur höheren theologischen Erkenntnis selbst und zu dem von derselben umspannten Kreise von höheren, übervernünftigen Wahrheiten; dieselbe ist somit nicht so sehr eine philosophische als eine rein theologische.

Wird fortgesetzt

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26. August
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

92. Folge

Mit andern Worten: die Rechtfertigung wird als Heiligung und Sündenvergebung, als diese in jener und als jene in dieser, als Einpflanzung der Liebe Gottes in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, und der innere Zustand des Gerechtfertigten als heilige Gesinnung, als die geheiligte Willensrichtung, als habituelle Lust und Freude am göttlichen Gesetze, als entschiedene und tätige Geneigtheit, dasselbe in allen Vorkommenheiten des Lebens zu vollziehen, kurz: als eine Sinnesweise, die in sich Gott angenehm und wohlgefällig ist, betrachtet; indem Gott den Menschen für gerecht, für ihm wohlgefällig erklärt, ist es der Mensch auch [135].

[135] Es kann nur nützlich sein, noch einige Beschreibungen der Rechtfertigung vorzulegen, um in der Verschiedenheit des Ausdrucks den einen Begriff recht kennen zu lernen. Thom. Aq. Prima sec. Q. CXIII. Art. I. und Art. VI. Justificatio importat transmutationem de statu injustitiae ad statum justitiae praedictae. Die justitia hatte er aber beschrieben als rectitudinem quandam ordinis in ipsa interiori dispositione hominis, prout supremum hominis subditur Deo, et inferiores vires animae subduntur supremae sc. rationi. Bellarm. de justificatione l. II. c. VI. Justificatio sine dubio motus quidam est de peccato ad justitiam, et nomen accipit a termino, ad quem ducit, ut omnes alii similes motus, illuminatio, calefactio et caeteri: non igitur potest intelligi vera justificatio, nisi aliqua praeter remissionem peccati justitia acquiratur. Quemadmodum nec vera erit illuminatio, nec vera calefactio, si tenebris fugatis, vel frigore depulso, nulla lux, nullusque calor in subjecto corpore subsequatur. Augustin sagt de spiritu et lit. c. 17.: »Ibi (bei den Juden) lex extrinsecus posita est, qua injusti terrerentur, hic (im Christentum) intrinsecus data est, qua justificarentur. Dazu bemerkt Bellarmin: Quo loco dicit (Augustinus), hominem justificari per legem scriptam in cordibus, quae, ut ipse ibidem explicat, nihil est aliud, nisi charitas Dei diffusa in cordibus nostris per spiritum sanctum, qui datus est nobis. l. II. c. VII. fährt Bellarmin fort: Itaque per justitiam, qua justificamur, intelligitur fides et charitas, quae est ipsa facultas bene operandi. Pallavicini sagt l. VIII. c. 4. p. 259. Consenserunt omnes (zu Trient) de nominis significatione, justificationem sc. esse transitum a statu inimici ad statum amici, filiique Dei adoptivi.

wird fortgesetzt


25. August
Die unentdeckten Seiten von kath-info (20)

Auf dem 20. (und dem letzten hier zu erwähnenden) Platz der unbekanntesten Seiten von kath-info befindet sich der Brief von P. Franz Maria Paul Libermann über die Grundsätze bei der Verwaltung des Pfarramtes.


25. August
Wilhelm Schamoni

Vor 25 Jahren, am 25. August 1991, starb in Altötting im Alter von 86 Jahren der Theologe Wilhelm Schamoni, Gründer der Zeitschrift Theologisches und einer der wenigen Widerständler gegen den nachkonziliaren Niedergang der Theologie.


24. August
Charles George Herbermann

Vor 100 Jahren, am 24. August 1916, starb in Manhattan im Alter von 65 Jahren der Charles George Herbermann. In Saerbeck, Münsterland, geboren, zog seine Familie, als er zehn Jahre alt war, nach New York. Hier wurde er Professor für lateinische Sprache und Literatur und zeitweilig auch Präsident des Catholic Club. Sein Lebenswerk war die Herausgabe und Schriftleitung der berühmten Catholic Encyclopedia, deren Vollendung er noch erlebte, als im April 1914 nach siebenjähriger Arbeit der 16. und letzte Band erschien.


24. August
Jakob Salat

Vor 250 Jahren, am 24. August 1766, wurde in Abtsgmünd, Württemberg, der Philosoph und Theologe Jakob Salat geboren. In Dillingen war er ein Schüler Johann Michael Sailers. 1807 wurde er Professor der Philosophie in Landshut. “Der Gefühlsphilosophie F. H. Jacobis zugetan, war Salat literarisch wie universitätspolitisch en unermüdlicher Vorkämpfer einer kantischen Orientierung der Philosophie und Theologie und schärfster Gegner des ‘Modephilosophen’ F. W. J. von Schelling” (K. Schrems im LThK, 2. Auflage). Am 11. Februar 1851 starb er in Landshut.


23. August
Versuch einer Theodizee

Von Theodor Haecker

Siebte Folge

Die Tragik, die durch die Erbsünde und die Schwachheit des Menschen in die Welt gekommen ist und heute in fast mystischer Weise als Bestandteil alles Seins angesehen wird, im besonderen von uns Deutschen, ist keine Kategorie des innergöttlichen ewigen Lebens und also keine der Theodizee.

Dennoch: das Tragische ist, so wie diese Welt in diesem Äon ist, der letzte Ausdruck - vom Menschen her - ihres wahren Geheimnisses, ein Zeigen und Offenhalten ihrer Verwundbarkeit und ihrer Wunde, ihrer Verwundbarkeit, welche die Schwäche unserer Natur ist, ihrer Wunde, welche unsere Erbschuld und Schuld ist. Die tragische Weltanschauung ist - vom Menschen her - eine Art von Vollkommenheit, eben weil sie der Welt Unvollkommenheit nicht nur, sondern auch Schuld kündet. Wir erleben das Seltsame, daß dieselben Mängel, von denen ich vorhin sagte, daß sie die Möglichkeit einer wahren Theodizee wegnehmen, auch eine wahre Tragödie unmöglich machen. Das Tragische setzt nicht nur den Mangel, sondern auch die Fülle unserer Existenz voraus und instinktiv oder bewußt deren wahre Fundamente und Bestandteile. Wer die Sünde aufgehen läßt in der Schwachheit und diese beiden Mysterien nicht unterscheidet, der wird auch keine echte Tragödie erleben oder schreiben, denn die Tragödie setzt die Realität der Schuld voraus. Sie lebt davon, daß es Schuld gibt. Sie wäre überhaupt nicht ohne sie. Wer diese Welt nur für eine Illusion hält und nicht für die reale Schöpfung eines allerwirklichsten Gottes, der wird auch keine echte Tragödie erleben oder schreiben, denn die Tragödie setzt die Realität dieser Welt voraus. Es ist nur lächerlich und keineswegs tragisch, eine erkannte Illusion ernst zu nehmen, fast hätte ich gesagt: tragisch zu nehmen, denn Tragik ist Ernst, und beide ziemen nur dem Realen. Wer diese Welt aufgehen läßt in der Rechnung der Nützlichkeit oder auch edler Verständigkeit und endlicher Lebensweisheit, der wird keine echte Tragödie erleben oder schreiben, denn die Tragödie setzt die Erhabenheit von Mächten und Kräften über alle solche Rechnungen voraus. Wer diese Welt. beherrscht sein läßt von endlos sich vermehrenden Gesetzen, ein jedes läßt notwendig den einen oder anderen Fall aus, der nun notwendig ein neues Gesetz verlangt und so in infinitum, der wird keine echte Tragödie erleben oder schreiben, denn die Tragödie setzt voraus eine geheimnisvolle, den Menschen nicht verantwortliche Quelle des Rechts und klagt in stummer Qual und Resignation und Unwissenheit über die Unerfülltheit der Gerechtigkeit in diesem Sein ... Das freilich ist das Ende des Tragischen: die Erfüllung der Gerechtigkeit und ihre Übererfüllung in jener dritten Schöpfung aus Liebe und misericordia, welche dritte Schöpfung die Mitteilung Gottes selber ist, die Erfüllung eines göttlichen Geheimnisses, welches der Teufel verriet und profanierte: eritis sicut Deus. Das Leiden Christi ist deshalb übertragisch, weil Er unschuldig litt. Niemals hat ein Gläubiger dieses bestritten. Niemals aber auch hat ein Mensch je behauptet, daß der tragische Held ohne jegliche Schuld sei. Hier ist die entscheidende Unterscheidung. Nie ist das Tragische kürzer und radikaler formuliert worden als in der Überschrift, die Kierkegaard über seine eigene Tragödie geschrieben hat: Schuldig - Nicht schuldig? Nur jene Tragödie ist vollkommen, erfüllt adäquat ihren Begriff selber, die den Abgrund zwischen Schuldig - Nicht schuldig - nicht ausfüllt, das kann sie nicht, sondern - klaffen läßt. Dazu ist zu bemerken, daß es auch hier noch eine gott- und erlösungsgerichtete Tragik gibt und eine abgefallene niederträchtige. In jener wird der Mensch schuldig in der niedrigeren Sphäre, ist aber - alles relativ verstanden - unschuldig in der höheren Sphäre; in dieser aber bleibt er - scheinbar, denn es ist nicht so, daß die Waagschalen gleich ständen - in der niedereren Sphäre unschuldig und schuldig in der höheren. - Ich lasse für den Augenblick dieses eigentlich Tragische und wende mich zu dem, was gleichsam die Materie der Tragik ausmacht, mit der es verwechselt wird: das Leiden. Das Leiden ist nicht identisch mit dem Tragischen - es gibt ein Leiden diesseits des Tragischen, das Leiden des Tieres, und eines jenseits des Tragischen, nämlich das göttliche Leiden und das an ihm teilnehmende freiwillige menschliche Leiden, die beata passio (kein tragischer Held oder Dulder hat je selig gelitten) - aber es hat eine notwendige Beziehung zu ihm in allen seinen Formen, in allen seinen hierarchischen Ordnungen, die vom physischen Schmerz gehen über den seelischen bis zum rein geistigen der Verzweiflung.

Wenn die Apologetik vor allem eine Verteidigung unseres Glaubens ist, die Theodizee ist etwas anderes: die Rechtfertigung Gottes. Gibt es ein solches Unterfangen überhaupt noch in der Welt des Glaubens? In dem durch die Liebe geformten Glauben gibt es kein Bedürfnis mehr nach einer Theodizee. Im Leben eines heiligen Menschen ist dieses Problem längst aufgesaugt durch die Nähe Gottes, der Seine eigene Rechtfertigung ist, es sei denn, der heilige Mensch sei Lehrer. Und es haben ja heilige Väter der Kirche angestrengt um eine Theodizee sich bemüht. Denn für die Schwachen und für alle jene im besonderen, die im Glauben überhaupt erst nur dadurch sind, daß sie ihn suchen, ist die Theodizee heute wieder wie in den ersten Jahrhunderten der Kirche eine große und quälende Sache. Eine Theodizee wird verlangt, oft nur primitiv, ohne Reflexion und ohne Erkenntnis des ganzen Problems. Gott soll sich rechtfertigen. Wofür? Die Antworten mögen im einzelnen auseinandergehen, im Prinzip laufen sie auf dasselbe hinaus. Für die Übel und Leiden dieser von ihm geschaffenen Weit. Niemand kann diese Übel und Leiden leugnen, und am wenigsten leugnet sie Gott selber.

wird fortgesetzt

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22. August
Die Welt und das Heilige

Von Eduard Kamenicky

Siebte Folge

Daß sich im Entschluß zur Welt, der so im Bereich des personal Göttlichen ahnbar wird, die Bereitschaft zu unvermeidlich Paradoxalem manifestiert, macht die damit gegebene Umsetzung göttlicher Wesensart auf weltliche Verhältnisse im Maßstab unendlich : endlich klar. Was als - inhaltlich zuletzt unerfaßt, aber begrifflich zutiefst eindeutig - ,heilig' genannt Gott in dem ihm wesentlichen vollkommenen Sein ungeschieden eigen ist, offenbart sich uns im Spiegel der Welt als noch unaufgehobener innerer Widerspruch zwischen Sein und Sollen. Schon die Idee der Verähnlichung des Weltlichen, in seinem Sein Begrenzten, mit dem, was Gottes ist, die wir früher berührt haben, bringt auf ihre Weise zum Ausdruck, daß das uns als Welt und in Welt je Vorliegende niemals alles ist: nicht alles als alles Mögliche und Denkbare, mehr aber noch: nicht alles je seiner selbst. Nicht nur, indem es in seiner Kontingenz und vielseitigen Bedingtheit auf Absolutes verweist, macht es dieses ,nicht-alles' deutlich, sondern auch und vor allem darin, daß es sich selbst je in typischer Unvollendung zeigt. Wenn etwas vollkommener und also mehr es selbst wird, wenn und insoferne es sich einem verähnlicht, das nicht es selbst ist, wird seine wesenhafte Schranke, aber auch die Bedeutung des es in seiner Unendlichkeit notwendig Beschränkenden für es und seine Selbstfindung bestürzend klar.

Am Beispiel des Menschen aber als einer Welt-Größe wird die Problematik des Heiligen und seiner Wendung ins Ethische deutlich, wenn wir im Hinblick auf ihn die eben erwähnte Spannung zwischen Sein und Sollen berücksichtigen. Auch vom Menschen muß gelten - und zwar in einem seinem Rang entsprechenden Grade -, was von der Welt-Größe im allgemeinen zu sagen war: daß er seinshaft urgründig ,heilig' ist, insoferne er ist, daß ihm aber die volle, erkennende und bejahende Realisierung dieses Seins aufgetragen bleibt als das ihm zukommende Werk des Daseins. Für ihn als das erkennende und verantwortliche Wesen wird der uns schon bekannte ontische Imperativ unter ethischem Aspekt zum sittlichen Ideal. Vielleicht vermag kein Satz kürzer, prägnanter und erschöpfender den hier gegenständlichen Sachverhalt und den in ihm eingeschlossenen Spannungszustand in der Existenz zwischen wesenseinem, aber erlebnisdifferentem Urgrund und Ziel zum Ausdruck bringen als die einfache, den Menschen in die Mitte seiner Wahrheit rufende Sentenz: "Werde, der du bist!" Alle gedankliche Konkretisierung dieses je allgemein, partikulär und individuell Gesollten im Aufbau einer universalen, gesellschaftlichen und personalen Ethik ist nichts anderes als die inhaltliche Ausfaltung dieser im Metaphysischen wurzelnden Maxime, wobei hier im Zusammenhang unserer Erkenntnisbewegung nicht irgendeine als notwendig erschlossene oder frei gewählte Norm wertbegründend und auf ein entsprechendes Verhalten verpflichtend wirkt, sondern eben das ,Heilige' als irreduzible und unvertauschbare ,Eigenart' Gottes in dieser Rolle klargestellt wird, die sich vom schöpferischen Sinngeben und Ordnungsstiften dieser mit dem absoluten Weltgrund identischen Gottheit nicht ablösen läßt. In der Sprache des Evangeliums heißt dies: "Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist" (Mt 5, 48) oder in anderem Zusammenhang der Schrift: "Seid heilig, wie - und weil - auch ich heilig bin" (Lev 11, 44 und 21, 8; beide Varianten dieses Spruches sind bezeugt).

Im Horizont solchen Verständnisses der Beziehung von Welt und Heiligem läßt sich die Philosophie und Theologie des Christentums ebenso entrollen wie in gewissem Sinne religiöse Welt-Anschauung überhaupt. Sie involviert, verstehbar aus dem eben Aufgezeigten, die Momente einer unvermeidlichen Relativierung von Welt als des Irdischen vor dem Hintergrund der alles beherrschenden Wirklichkeit Gottes wie auch - im praktischen Lebensvollzug nach dieser Erkenntnis - den immer neu versuchten Aufschwung eines Transzendierens der Welt in Richtung auf echte Transzendenz.

Daran knüpft sich, was geschichtlich nicht zu bezweifeln, weil phänomenologisch beliebig aufweisbar ist, das mögliche religiöse Mißverstehen von Welt, das ursächlich vermutlich stark hinüberwirkt auf die zweite hier zu erwähnende Erscheinung: nämlich das weltliche Mißverstehen des Heiligen. Wir dürfen nicht übersehen, daß die konkreten Akte schlichter religiöser Praxis und auch jene sekundären gedanklichen Leitbilder und Wegweisungen, durch welche solche Akte unmittelbar angeregt, gesteuert und ideell interpretiert werden, nicht aus der Tiefe metaphysischen Verständnisses der Bedeutsamkeit des Heiligen als des Gotthaften für eine Welt aus Gott und einer solchen Welt für Gott, den Heiligen, schöpfen und gespeist werden, sondern aus einer notgedrungen viel einfacheren Schau, die zwar im Ideal ,heiliger Einfalt' den reinen Blick in wunderbare Tiefen schenken kann, wo Mystik alle Metaphysik in den Schatten stellt, die aber auch zu einer geistigen Oberflächlichkeit zu verleiten vermag, welche abermals einen nun frommen aber darum nicht richtigeren Dualismus von gutem Gott und böser Welt entwickelt. Die Geschichte christlicher DaseinserheIlung vom Grunde einer umgreifenden Seinsdeutung her ist - in diesen Zusammenhängen gewürdigt - nichts anderes als der immer neue, aber im Hinblick auf weite Bezirke, nämlich das Einflußgebiet einer christlichen Volksphilosophie, immer wieder vergebliche Versuch, diese die Fakten arg simplifizierenden und entstellenden Mißverständnisse (etwa manichäischer Art) zu überwinden.

Es ist aber sicher nicht nur berechtigt, sondern auch hilfreich für unser Verstehen des anderen hier zur Sprache zu bringenden Phänomens, diese das ,Heilige' in den Augen der ,Welt' kompromittierenden Mißverständnisse im Hintergrund mitzudenken. Das Ursache-Wirkung-Verhältnis mag nicht bezüglich aller historischen Erscheinungen, die hier zu berücksichtigen sind, klar zu Tage liegen. Jedenfalls aber stellt die erwähnte Verflachung des Sinnes für Welt in einem vermeintlichen Licht des Heiligen geistesgeschichtlich ein Pendant dar zu der uns oft so bestürzenden Wertblindheit der Welt für die unersetzliche Funktion des Heiligen. Weil nun gerade die Letztgenannte als zeitgenössisches Faktum von notorischer Geschichtsmächtigkeit unser Denken und Leben zutiefst berührt, aber auch die bis zu diesem Punkt entfaltete Schau unseres gegenwärtig erwogenen Themas aufs neue radikal in Frage stellt, müssen wir uns kurz dem Problem des Entwurfes einer Welt ohne Heiligkeit zuwenden.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


21. August
Die unentdeckten Seiten von kath-info (18)

Auf dem 18. Platz der unbekanntesten Seiten von kath-info befinden sich zwei Seiten: die Seite über den Indianermissionar Candidus Sierro, über Petrus Claver und Peter Donders, und die Seite über Erich Wasmann, Domenico Palmieri und Kasper Druzbicki


21. August
Regelmäßige Anbetung

Vor fünf Jahren, am 21. August 2011, fand die Abschlussmesse des Weltjugendtages in Madrid statt. Dabei sagte Papst Benedikt XVI.:
“Ich bitte euch, liebe Freunde: Liebt die Kirche, die euch zum Glauben geboren hat, die euch geholfen hat, Christus besser kennenzulernen, die euch die Schönheit seiner Liebe entdecken ließ. Für das Wachsen eurer Freundschaft mit Christus kommt es entscheidend darauf an, daß ihr die grundlegende Bedeutung eurer freudigen Einbindung in die Pfarreien, Gemeinden und Bewegungen ebenso anerkennt wie die Teilnahme an der Eucharistie an jedem Sonntag, den häufigen Empfang des Sakraments der Versöhnung, die regelmäßige Anbetung und die regelmäßige Betrachtung des Wortes Gottes. Aus dieser Freundschaft mit Jesus wird auch der Impuls dazu hervorgehen, in den verschiedensten Bereichen Zeugnis vom Glauben zu geben, einschließlich dort, wo Ablehnung oder Gleichgültigkeit herrschen. Es ist nicht möglich, Christus zu begegnen und ihn nicht den anderen bekannt zu machen. Bewahrt also Christus nicht für euch selbst! Teilt eure Glaubensfreude den anderen mit! Die Welt braucht das Zeugnis eures Glaubens.”


20. August
Maria de Mattias

Vor 150 Jahren, am 20. August 1866, starb in Rom im Alter von 61 Jahren die hl. Maria de Mattias ASC. Mit 17 Jahren lernte sie auf einer Volksmission den hl. Kaspar del Bufalo (1786-1837), den großen Verehrer des Kostbaren Blutes, kennen. Zuammen mit Don Giovanni Merlini (1795-1873), einem Gefährten des Heiligen, gründete sie 1834 die Adoratrici del Sangue di Cristo. Sie schrieb: “Wir wollen gerne leiden aus Liebe zu Jesus, der aus tiefer Liebe sein Blut für uns vergossen hat. Wir wollen uns bemühen, Seelen für den Himmel zu gewinnen.” Am 1. Oktober 1950 wurde sie selig-, am 18. Mai 2003 heiliggesprochen.


18. August
Der entscheidende Unterschied: die Liebe

Nicht der Vorwurf des Tritheismus, auch nicht das Missverständnis einer leiblichen Zeugung des Sohnes durch den Vater ist der entscheidende Dissenspunkt zum Christentum, sondern die im Kreuz Jesu gipfelnde “Niedrigkeit” Gottes als Ausdruck seiner Liebe und Nähe. In der göttlichen Hingabe seiner selbst zeigt sich vor allem, dass Gott Liebe ist; dass der “Sohn” das gottgleiche Sein beim Vater “nicht wie ein Beutestück festhält, sondern (aus Liebe zum Vater und zu den “Verlorenen” um ihrer Rettung willen) Menschen gleich wurde, Knechtsgestalt annahm und sich selbst erniedrigte “bis zum Tod am Kreuz” (Phil 2, 5ff). Aus der Erfahrung dieses geschichtlich wahrnehmbaren Geschehens spricht der 1. Johannesbrief schließlich aus, was Gottes Wesen ist: “Gott ist Liebe” (1 Joh 4, 8.16). Daher auch die Dreifaltigkeit Gottes: Liebe ist Gott zunächst innertrinitarisch, in Beziehung zu sich selbst als Beziehung von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist; dann aber auch in der Beziehung zur Schöpfung (den Menschen), für die er selbst Mensch wird und “sein Leben hingibt”. Das alles ist für den gläubigen Muslim undenkbar, der ein glasklares, schon philosophisch zu nennendes monotheistisches Gottesbild hat. So betont der Koran gerade die absolute Überlegenheit, Souveränität und Einzigkeit Gottes (z.B. Sure 112). Zu sagen, dass Gott Liebe sei, wäre - erklärt jedenfalls der große muslimische Theologe al Ghazali - Gotteslästerung: Denn dies würde dem majestätischen Gott eine Nähe zum Menschen unterstellen, die seiner göttlichen Würde Abbruch täte (vgl. Johann Bouman, Glaubenskrise und Glaubensgewissheit, Die Theologie Al-Ghazalis und Augustins im Vergleich, Gießen/Basel 1990, S. 250-258).

Aus: Norbert Clasen, Warum Mulime und andere Monotheisten nicht zu demselben Gott beten wie die Christen. Die Einzigartigkeit des christlichen Glaubenszeugnisses, in: Una Voce Korrespondenz, 2. Quartal 2016, S. 181-187, hier S. 185 f.

Zum Thema


18. August
Das Geheimnis unseres Lebens

Liebe Freunde, seid klug und weise, baut euer Leben auf den festen Grund, der Christus ist. Diese Weisheit und Klugheit wird eure Schritte leiten, nichts wird euch in Furcht setzen, und in eurem Herzen wird der Friede herrschen. Dann werdet ihr selig, glücklich sein, und eure Freude wird die anderen anstecken. Sie werden sich fragen, was das Geheimnis eures Lebens ist, und sie werden entdecken, daß der Fels, der das ganze Gebäude trägt und auf den sich euer ganzes Leben stützt, die Person Christi selbst ist, euer Freund, Bruder und Herr, der menschgewordene Sohn Gottes, der dem gesamten Universum Beständigkeit verleiht.

Papst Benedikt XVI. heute vor fünf Jahren, am 18. August 2011, in seiner Ansprache auf dem Weltjugendtag bei der Willkommensfeier auf dem Cibeles-Platz in Madrid.


17. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurden die Meldungen über die Diskriminierung christlicher Flüchtlinge zusammengestellt. Das enthüllende Zeugnis der ehemaligen Feministin Sara Winter wurde auf der "Frauenseite", das Zitat Rüdiger Soldts über die Genderideologie auf der Seite mit meinem Artikel über die Weltfremdheit der kirchlichen Genderverharmloser untergebracht.


17. August
Linz

Vor zehn Jahren, am 17. August 2006, wurde vom Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Petrus das Haus St. Florian in Linz kanonisch errichtet. Seit etwa 1990 feiert die Petrusbruderschaft in der Linzer Minoritenkirche die hl. Messe.


16. August
Die unentdeckten Seiten von kath-info (14)

Auf dem 14. Platz der am wenigsten bekannten Seiten von kath-info sind gleich vier Seiten gelandet: der Artikel von Prof. Dr. Max Ettlinger über den Philosophen Joseph Geyser, die Seite über Josef Diaz Sanjurjo, Vincent Yen und Organtino Gnecchi-Soldi SJ, die Seite über Johannes Ruysbroek, Pierre Lambert de la Motte und Jean-Charles Cornay, und die Seite über Rupert Kornmann, Paul Capelloni und Magnus Jocham.


16. August
Handkommunion

Vor einem Jahr, am 16. August 2015, kündigte Bischof Krzystof Bialasik SVD von Oruro (Bolivien) an, in seiner Diözese die Handkommunion zu verbieten. “Erlaubt sei nur mehr die Mundkommunion. Bischof Bialasik reagierte damit auf Vorfälle, bei denen konsekrierte Hostien als Handkommunion empfangen und dann mitgenommen wurden. Es sei ‘unerträglich’, so der Bischof, daß man nicht wisse, was mit dem Leib Christi geschehen ist,” so in einem Bericht von kathnews.


15. August
Adam Schall von Bell

Vor 350 Jahren, am 15. August 1666, starb in Peking im Alter von 74 Jahren der deutsche Chinamissionar Adam Schall von Bell SJ. Seit 1619 wirkte er in China. 1644 wurde er von Kaiser Shunzhi zum Direktor des kaiserlichen astronomischen Instituts ernannt.


12. August
Eine fatale Situation

Das ernüchternde Fazit lautet: Kapitel 8 von AL (Amoris Laetitia) ist so formuliert, dass sich sowohl Befürworter als auch Gegner einer Kommunionzulassung in ihrer Auffassung bestärkt fühlen können. Wer den Text in Kontinuität mit der bisherigen Praxis der Kirche lesen will, kann dies tun; wer die Einführung einer neuen Praxis favorisiert, kann sich ebenfalls auf den Text berufen. Eine fatale Situation.

Aus dem Artikel: P. Markus Christoph SJM, Papstschreiben in Diskussion, eine Analyse von Amoris Laetitia, in: Der Ruf des Königs Nr. 58, 2/2016, S. 4.

Weitere Meldungen zu Amoris laetitia


12. August
Die unentdeckten Seiten von kath-info (12)

Auf dem 12. Platz der Seiten, die 2015 am wenigsten gelesen wurden, befindet sich zwei verschiedene Artikel: mein Essay Wurzeln und der Lagebericht über das Christentum im Irak (Stand vom Jahr 2008).


11. August
Monatsranking Juli 2016

Platz Monatsranking Juli 2016
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 610 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+ 2
3

Die Priesterbruderschaft St. Petrus

+ 4
10

Islam und Christentum im Vergleich

+/- 0
20

Kritisches zum LThK

+ 6
30

Wie seriös ist Dawkins?

- 10
40

Hl. Alfons: Gebete für eine gute Todesstunde

+ 73
50

Recktenwald: Hatte Jesus Brüder?

+ 4
60

Wolfgang Kuhn: Darwins Evolutionstheorie - Eine bleibende Herausforderung

- 20
100

Pirmin Meier: Gerd-Klaus Kaltenbrunner

+ 38

Zum Ranking der Vormonate


11. August
Joseph Franz Allioli

Vor 200 Jahren, am 11. August 1816, wurde Joseph Franz Allioli (1793-1873) in Regensburg zum Priester geweiht. Der Schüler Johann Michael Sailers übersetzte die Vulgata ins Deutsche und wurde so der Autor der berühmten Allioli-Bibel. Zu seinen Schülern in München, wo er neun Jahre lang als Exegese-Professor lehrte, gehörte Magnus Jocham.


10. August
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

14. Folge

Wahrscheinlich hatte Abul Fazil dem Kaiser den Entschluss der Missionäre, sein Reich zu verlassen, mitgeteilt. Jedenfalls begann Akbar ihnen allmählich seine Gunst wieder voll und ganz zuzuwenden. Er besuchte sie häufig und sprach auch wieder viel von Religion. Früher schon hatte er ihnen seinen Lieblingssohn Pahari zum Unterricht übergeben; jetzt ließ er auch Selim, den Thronfolger, an demselben teilnehmen. Allein diese Beweise kaiserlicher Huld vermochten Aquaviva über die Untätigkeit, zu der er sich verurteilt sah und die seinen Eifer einem andern, fruchtbareren Arbeitsfeld entzog, nicht zu beruhigen. Er hatte von neuem an seinen Obern geschrieben, dass jetzt ein einziger Missionär beim Großmogul genüge, um die Augenblicke günstiger Stimmung auszunutzen und nebenbei die auswärtigen Schriften zu besorgen. In der Tat gab Akbar bald danach offen zu verstehen, dass er von der Bekehrung noch weit entfernt sei. „Ich bin“, sagte er, „an den Mohammedanismus mit Banden gekettet, die ich nicht zerreißen kann. Die Mollas des Palastes, die Sultanin und meine Mutter hören nicht auf, die Religion zu schmähen, welche ich beschütze. Noch härtere Kämpfe habe ich mit den andern Frauen zu bestehen. Aus Furcht, sie möchten alle entlassen werden, sobald mich die Annahme des christlichen Gesetzes an eine einzige Gemahlin gebunden, bieten sie alles auf, um mir Jesus Christus wieder aus dem Herzen zu reißen. Kurz, das Evangelium ist zu heilig, und meine Sitten sind zu verdorben.“

Aquaviva benutzte dieses offene Geständnis als Anlass, um die Erlaubnis zu seiner Rückkehr abermals zu erbitten. Der Kaiser empfand dies sehr. „Weißt du nicht, mein Vater, wie sehr mir deine Gegenwart notwendig ist? Je schwerer es mir wird, meine Fesseln abzustreifen, desto nötiger ist mir eine Hand, die allmählich den Knoten löst. Willst du mich verlassen, jetzt, da ich deiner am notwendigsten bedarf?“

Solch rührender Bitte konnte Aquaviva nicht widerstehen. Er ließ also seine beiden Gefährten allein ziehen. Nach andern Berichten war P. Henriquez schon früher nach Goa zurückgekehrt, während P. Monserrat die glänzende Gesandtschaft begleitete, die Akbar 1582/83 an den König Philipp von Spanien und Portugal und zugleich an den Papst und den General der Jesuiten abgeordnet hatte, die aber leider durch unerwartete Zwischenfälle in Goa zurückgehalten wurde. Aquaviva blieb also allein am Hofe zurück. Dass er immer noch hoffte, den Fürsten der Sache Gottes und dem großen Werk der Christianisierung Indiens zu gewinnen, beweist sein Brief an den Pater General Claudius Aquaviva, seinen Oheim (General seit 1581), vom April 1582, in welchem er fünf Gründe angibt, die Mission beim Großmogul noch zu halten.

„Erstens“, so schreibt er, „erweckt die Haltung des Kaisers jetzt größere Hoffnungen als je zuvor. Derselbe ist sehr begierig, das christliche Gesetz kennen zu lernen, und zeigt beim Unterricht über dasselbe viel größeren Eifer denn früher. Es gibt sich bei ihm auch wirkliche Hinneigung zum Christentum kund, obschon ihm große Hindernisse im Wege stehen. Die Liebe, die er uns erweist, und das Vertrauen, das er uns entgegenbringt, sind derart, dass er gar nicht weiter gehen könnte.

Zweitens hoffen wir, dass der jetzt dreizehnjährige zweitgeborne Sohn des Kaisers, namens Pahari, der von uns Unterricht in der portugiesischen Sprache und daneben auch in der christlichen Religion erhält, für die er Neigung zeigt, aus diesem Unterricht Frucht ziehen wird, da er einen sehr guten Charakter und große Anlagen hat. Früher war P. Monserrat sein Lehrer; jetzt bin ich es.

Drittens haben wir einen neuen heidnischen Volksstamm entdeckt, welchen man Bottan nennt. Derselbe hat seinen Wohnsitz jenseits Lahor, dem Indus zu. Es ist ein sehr gutmütiger Menschenschlag, welcher sich zu frommen Werken geneigt zeigt. Die Hautfarbe dieser Menschenrasse ist weiß. Es wohnen keine Mohammedaner unter ihnen. Deshalb glauben wir, dass bei Absendung zweier eifrigen Missionäre eine reiche Ernte unter ihnen und unter andern Heiden zu erwarten sein wird.

Viertens ist hier ein Greis, der Vater des kaiserlichen Sekretärs (Wahrscheinlich ist Scheik Mubarak von Ragor, der Vater Abul Fazils, des Günstlings Akbars, gemeint) auf welchen der Fürst alles Vertrauen setzt. Dieser Greis hat sich von der Welt (d.h. vom Hofe und weltlichen Verkehr) zurückgezogen, zeigt sich sehr tugendhaft und ist der Betrachtung göttlicher Dinge sehr ergeben. Er erscheint daher in guter Verfassung, den Samen des Glaubens in sich aufzunehmen. Er ist uns sehr zugetan und hört gern vom christlichen Glauben reden. Wir haben ihn wiederholt in seiner Wohnung besucht und aus seinem Umgang großen Trost geschöpft.

Fünftes befinden wir uns hier im wahren und eigentlichen Indien; denn dieses Reich ist gleichsam das Herz Indiens und der Durchgangsort für alle andern Teile Indiens und für viele Länder Asiens. Da nun die Gesellschaft Jesu in demselben einmal Fuß gefasst hat und von einem so mächtigen Kaiser und dessen Söhnen mit so großem Wohlwollen behandelt wird, so erscheint es nicht angezeigt, diesen Posten aufzugeben, bevor alle zu Gebote stehenden Mittel für seine Bekehrung versucht sind. Die bisherige Missionstätigkeit unserer Patres beschränkt sich auf das indische Küstenland.“

Das waren in der Tat Gründe, die zum Bleiben und geduldigen Ausharren dingend einluden.

8. Aquavivas Leben am Hofe Akbars

Es war kein geringes Opfer, das sich Aquaviva durch sein Verweilen am Hofe auflegte. Schon dessen sinnlich üppige Atmosphäre musste seiner reinen Seele gar balb zum Ekel werden. Aber dazu kam so vieles andere.

wird fortgesetzt


6. August
Hirnsausen

Auf dem medizinischen Beipackzettel der Chestertonschen Paradoxa müssen aufgeführt werden: intellektuelles Vergnügen, jähe Erkenntnis, die tiefgreifende Erschütterung liebgewonnener Überzeugungen, Zweifel, Schwindel, sanfte Verwirrung und leichter Kopfschmerz, der in wenigen Fällen sogar in akutes Hirnsausen umschlagen kann, wobei Hirnsausen hier zu verstehen ist als eine Art zerebraler Muskelkater, hervorgerufen durch ungewohnte Denkbewegungen.

Aus: Hubert Spiegel, Chestertons Spiel mit der Erwartungshaltung (Deutschlandfunk vom 31. Juli 2016), einer Rezension von Chestertons Roman Vier verehrungswürdige Verbrecher, der dieses Jahr als Band 374 der Anderen Bibliothek erschienen ist.

Weitere Infos über Chesterton


1. August
Die Schlacht von Peterwardein

Vor 300 Jahren, am 5. August 1716, besiegte Prinz Eugen von Savoyen, Heerführer der Kaiserlich-Österreichischen Armee, in der Schlacht von Peterwardein (Serbien) das zahlenmäßig weit überlegene osmanische Heer unter Großwesir Silahdar Damat Ali Pascha. Der Sieg über die Türken führte dazu, dass das anlässlich der Schlacht von Lepanto (1571) eingeführte Rosenkranzfest für die gesamte Kirche vorgeschrieben wurde.


1. August
Frédéric Janssoone

Vor 100 Jahren, am 4. August 1916, starb in Trois-Rivières, Kanada, im Alter von 77 Jahren der Franziskaner Frédéric Janssoone. Er stammte aus Ghyvelde bei Lille, wurde 1870 zum Priester geweiht, kam 1878 nach Palästina und 1888 nach Kanada, wo er unter anderem das Marienheiligtum Notre-Dame du Cap betreute. Er war befreundet mit dem hl. André Bessette CSC (1845-1937). Am 25. September 1988 wurde er seliggesprochen.


1. August
Joseph von Lamezan

Vor 200 Jahren, am 4. August 1816, wurde im badischen Linkenstein der berühmte Kanzelredner Joseph von Lamezan SJ geboren. Er wirkte in Köln, Mainz, Münster und Aachen. Am 8. Juli 1873 starb er in Koblenz.


1. August
Edith Stein

Vor 100 Jahren, am 3. August 1916, promovierte die hl. Edith Stein in Philosophie bei Edmund Husserl summa cum laude mit einer Arbeit über das Problem der Einfühlung.

Ein philosophischer Text von Edith Stein


31. Juli
Predigt gegen die Euthanasie

Vor 75 Jahren, am 3. August 1941, hielt der “Löwe von Münster”, der selige Clemens August Graf von Galen, Bischof von Münster, seine berühmte Euthanasiepredigt gegen das Morden der Nazis.

Geschichtsfälschung um den "Löwen von Münster"


31. Juli
Ludwig Theissling

Vor 100 Jahren, am 3. August 1916, wurde in Fribourg P. Ludwig Theissling OP (1856-1925), Provinzial von Holland, vom Generalkapitel des Dominikanerordens zum Generaloberen und damit zum Nachfolger von Hyacinthe-Marie Cormier OP (1859-1916) gewählt. Er war der 77. Generalmagister in der Geschichte des Ordens.


31. Juli
Maria Eufrasia Iaconis

Vor 100 Jahren, am 2. August 1916, starb in Buenos Aires im Alter von 48 Jahren die aus dem kalabrischen Casino stammende Maria Eufrasia Iaconis, Schwester in der Gemeinschaft der Töchter der Unbefleckten Empfängnis. 2001 wurde ihr Seligsprechungsprozess eröffnet.


31. Juli
Francesc Castells Brenuy

Vor 150 Jahren, am 31. Juli 1866, wurde im katalanischen La Pobla de Segur der selige Francesc Castells Brenuy geboren. 1899 zum Priester geweiht, wurde er Philosophieprofessor in Urgell und erlitt im August 1936 im Spanischen Bürgerkrieg den Märtyrertod. Zusammen mit sechs Gefährten wurde er am 29. Oktober 2005 seliggesprochen.


30. Juli
Mutig durchs Labyrinth

Über Chestertons Autobiographie berichtet Vilmos Csernohorszky

Sie wollen London kennenlernen und buchen den gelehrtesten und prominentesten Reiseführer, der zu haben ist. Er holt Sie am Flughafen ab. Naja, er sieht schon gelehrt aus mit seiner Brille, den wirren Haaren und dem Walroßschnauzer, aber etwas schlampig und unsauber wirkt er, mit seinem zerdrückten Schlapphut und dem schwarzen Cape. Er schiebt Sie durch eine komische Schleuse, und als Sie auf der anderen Seite wieder herauskommen, merken Sie, das muß eine Art Zeittunnel gewesen sein. Sie sind in London, ja, da ist der Turm des Big Ben, da steht das neugotische Parlament, aber Sie merken, es ist das London der Vergangenheit. Und Ihr Führer hakt sich gemütlich bei Ihnen ein und geht mit Ihnen … nein, nicht ins Britische Museum, um die Entstehung der Hieroglyphen zu erklären, sondern wandert durch ein Labyrinth aus Namen, Familien und Tagesereignissen, die er gemütlich plaudernd kommentiert. Vor allem bringt er sie in Pubs, von denen er gar nicht genug bekommt.

Ungefähr so mag sich der Leser vorkommen, der sich auf Chestertons Autobiographie gefreut hat. Der große katholische Apologet beendete dieses Buch kurz vor seinem Tod im Jahr 1936. Er berichtet über sein interessantes Leben. Aufschlußreich sind seine Bemerkungen über den Geist des viktorianischen Zeitalters, das er in seinen Widersprüchen aufzeigt. Die Menschen hatten noch einen gesunden Menschenverstand und waren trotz ihrer berüchtigten Heuchelei immer noch um einiges ehrlicher als die nachfolgenden Generationen, die auf sie herabschauten. Aber schon damals begann der Niedergang des öffentlichen Lebens, das immer tiefer im Materialismus versank: Politik, Religion, Presse, Architektur und Wirtschaft verfingen sich heillos in den Schlingen derjenigen Kreise, die über das große Geld verfügen. Die Londoner Boheme und die Journalistenpubs starben zu Chestertons großem Bedauern allmählich aus, und die Welt wurde sachlich und langweilig.

Der allgemeinen Begeisterung für den Burenkrieg haben sich nur wenige unabhängige Geister entzogen, und unser Autor gehörte zu ihnen. Er meinte, die Bauern in Südafrika hätten mehr Anrecht auf das Land als britische Industrielle und Spekulanten. Den Ersten Weltkrieg hingegen unterstützte Chesterton als einen notwendigen Abwehrkampf gegen eine befürchtete Vormachtstellung Preußens im Falle eines deutschen Sieges.

Chestertons Vater war Immobilienmakler gewesen, jemand, der nüchtern rechnen mußte. Aber er war noch ein Mann des viktorianischen Zeitalters. Vor allem zu Hause, in den eigenen vier Wänden. Ein Mann mit Phantasie, der Dutzende von Hobbies ausprobiert und seinen beiden Söhnen ein ganzes Puppentheater gebaut hat. Chesterton war davon und von der Erinnerung daran ein Leben lang fasziniert. Er wurde ein Mann mit Phantasie und ein selbstständiger Denker, immer ein entschiedener Nonkonformist, der sich nicht vom Zeitgeist mitreißen ließ. Nach langer Suche und dem Vorbild seines jüngeren Bruders Cecil folgend konvertierte er spät, aber mit einer kompromißlosen Haltung zur katholischen Kirche. Zuvor jedoch spielten die jungen Brüder mit dem Spiritismus, der neuen Religion der Zeit. Chesterton spielte damit, glaubte aber nicht daran. Dem Journalismus galt seine große Leidenschaft und den öffentlichen Debatten (Podiumsdiskussionen würde man heute dazu sagen), für die er ganz England bereiste. Bernard Shaw und Chesterton duellierten sich immer wieder mit gewandter Zunge und brillantem Geist. Shaw war der Mann der „Zukunft“, ein Sozialist der fabianischen Richtung (benannt nach der britischen Fabian-Gesellschaft), welche die Eugenik, die „freie Liebe“ und den totalitären Wohlfahrtsstaat propagierte, während Chesterton die Schönheit und die Tugenden des alten Englands beschwor, das – wie er ahnte und wusste – für immer verschwunden war. Er meinte, sein großer Gegenspieler Shaw habe zwar in allen Punkten und Bereichen die unsympathischsten Ansichten vertreten, sei aber als Mensch ganz anders gewesen. Das ist typisch für Chestertons praktizierte Nächstenliebe, die auf jeder Seite dieses Buches durchschimmert.

Viele andere Namen tauchen auf, Namen, die damals jedem geläufig waren. Ebenso die wichtigen Tagesereignisse, die uns nichts mehr sagen. Vielleicht ist das eine Schwäche dieses Buches. Aber Chesterton wollte immer auf den Punkt kommen (im Gegensatz zu den Skeptikern, die er als Leute schildert, die nie auf den Punkt kommen). Er wollte Gerechtigkeit schaffen und die Wahrheit jener Ereignisse herausstellen, auch wenn wir so viele Jahre danach nicht mehr viel mit ihnen anfangen können. Aber einen Priester möchte ich nicht unerwähnt lassen. Es war ein Landpfarrer, den eine Gruppe von jungen Männern, deren Gespräch Chesterton zufällig erlauschte, für völlig weltfremd hielt. Chesterton, der ihn gut kannte, mußte darüber schmunzeln, denn Father John O'Connor, dieser einfache und bescheidene Geistliche, wußte mehr über die Sünde und das Verbrechen, als sich diese Jungen in ihrer einfältigen Schulweisheit vorstellen konnten. Und genau dieser Priester diente Chesterton als Vorbild für das innere Wesensbild des berühmten Detektivpriesters Father Brown. Und schließlich ging er ihm selbst in die „Falle“, als er sich von ihm im Jahre 1922 in die Kirche aufnehmen ließ. Was für eine Schlüssel- und Symbolfigur im Leben eines großen Schriftstellers und Apologeten! Im August 2013 wurde bekanntgegeben, dass Chestertons Seligsprechungsprozeß vorbereitet wird.

G.K. Chesterton, Autobiographie, Bonn 2002

Carl Christian Bry über Chesterton


24. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (11)

Den elften Platz belegt die Seite über Hermann Döring, Prosper Delpech und Joseph Tieffentaller.


24. Juli
Bernadette Soubirous

Vor 150 Jahren, am 29. Juli 1866, wurde die hl. Bernadette Soubirous (1844-1879), die Seherin von Lourdes, im Kloster Saint-Gildard in Nevers mit 42 weiteren Postulantinnen eingekleidet. Sie bekam den Namen Marie-Bernard.


23. Juli
Gallus Maria Manser

Vor 150 Jahren, am 25. Juli 1866, wurde im Kanton Appenzell Innerrhoden der Thomist Gallus Maria Manser OP geboren. 43 Jahre lang lehrte er Philosophie an der Universität Fribourg. Er “sah das Wesen der thomistischen Philosophie in der konsequent und allseitig durchgeführten Akt-Potenz-Lehre” (LThK, 2. Auflage). Am 20. Februar 1950 starb er in Fribourg.


23. Juli
Mateo Correa

Vor 150 Jahren, am 23. Juli 1866, wurde im mexikanischen Tepechitlán der hl. Mateo Correa geboren. 1893 zum Priester geweiht, war er es, von dem der hl. Miguel Pro (1891-1927) die Erstkommunion empfing. Am 6. Februar 1927 starb er durch Kopfschuss als Märtyrer des Beichtgeheimnisses in der mexikanischen Katholikenverfolgung. Er wurde von General Ortiz erschossen, nachdem dieser ihm die Erlaubnis gegeben hatte, die Beichten der Cristeros entgegenzunehmen, und dann vergeblich versucht hatte, ihn zum Bruch des Beichtgeheimnisses zu verleiten. 1992 wurde er selig-, 2000 heiliggsprochen.


22. Juli
Heinrich Denifle

Vor 150 Jahren, am 22. Juli 1866, wurde in Graz der berühmte Mediävist Heinrich Seuse Denifle OP (1844-1905), zum Priester geweiht. “Als Wissenschaftler bahnbrechend, mit Forschungen und Ausgaben zur Mystik (Eckehart, Tauler, Seuse, ‘Gottesfreund im Oberland’), zur abendländischen Scholastik- und Universitätsgeschichte, zum Schrift- und Urkundenwesen, zur mittelalterlichen Kirchen-, Ordens- (Verfassungs- und Gelehrtengeschichte des OP) und Kulturgeschichte, zum Hundertjährigen Krieg und zu Luther” (LThK, 2. Auflage).


22. Juli
Marcellin Champagnat

Vor 200 Jahren, am 22. Juli 1816, wurde der hl. Marcellin Champagnat (1789-1840), der Gründer der Maristenschulbrüder, von Bischof Dubourg von New Orleans zum Priester geweiht, ein Jahr nach dem hl. Johannes Maria Vianney, mit dem zusammen er das Priesterseminar in Lyon besucht hatte. 1955 wurde er selig-, 1999 heiliggesprochen.


20. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (9 und 10)

Den neunten Platz teilen sich die Seite mit den Notizen zum Berliner Marsch für das Leben 2014 und 2015 und die Seite über Alfonso de Castro SJ, Alfonso de Castro OFM, Francesco Caracciolo und Johannes Baptist Berthier.


20. Juli
Lebensgefährliche Predigten

Vor 75 Jahren, am 20. Juli 1941, begann der “Löwe von Münster”, der selige Clemens August Graf von Galen, Bischof von Münster, mit seinen berühmten Predigten, die ihm die lebensgefährliche Feindschaft der Nazis einbrachte.

Geschichtsfälschung um den "Löwen von Münster"


18. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (7 und 8)

Der siebte Platz in der Reihenfolge der unbekanntesten Seiten von kath-info wird von zwei Seiten belegt, die im Jahr 2015 die gleichen Zugriffszahlen hatten; und zufällig gehören beide Seiten zum selben Artikel, der wegen seiner Länge auf sieben Seiten verteilt ist. Es handelt sich um das Buch von Joseph Spillmann über die Titus-Oates-Verschwörung. Den Platz sieben teilen sich die fünfte und siebte Seite jenes Textes.


17. Juli
Giuseppe Castiglione

Vor 250 Jahren, am 17. Juli 1766, starb in Peking im Alter von 78 Jahren der aus Mailand stammende Missionar Giuseppe Castiglione SJ. 1715 kam er nach China und war am Hof des Kaisers vor allem als Maler tätig. Von Kaiser Qiánlóng (1735–1796) wurde er sehr geschätzt.

Infos über das Christentum in China


16. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (6)

An sechster Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht der Artikel von Michaela Koller aus dem Jahre 2007 über die Lage in Osttimor.


16. Juli
Irmengard von Chiemsee

Vor 1150 Jahren, am 16. Juli 866, starb im Alter von etwa 33 bis 35 Jahren die selige Irmengard OSB, Äbtissin von Frauenchiemsee (Frauenwörth). Sie war eine Tochter Königs Ludwigs des Deutschen. Zunächst Benediktinerin im Kloster Buchau am Federsee, wurde sie nach 857 Äbtissin des Klosters Frauenchiemsee, das vom bayerischen Herzog Tassilo III. (Herzog von 748 bis 788) gegründet worden war. Ihr Kult wurde am 19. Dezember 1928 päpstlich bestätigt.


15. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (5)

An fünfter Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht die Seite mit den Biographien über Guillaume Répin, Aloisius Stepinac, Richard Pate und Guilbert Bourne.


15. Juli
Die Neupriester der Petrusbruderschaft

Dieses Jahr sind neun Priester der Petrusbruderschaft geweiht worden. Die vier deutschsprachigen, die am 2. Juli durch Erzbischof Guido Pozzo die Priesterweihe empfangen haben, werden wie folgt eingesetzt: P. Simon Gräuter kommt nach Saarlouis, P. Dr. Jakub Zentner nach Neckarsulm, P. Michael Parth nach St. Pelagiberg (Schweiz) und P. Gregor Pal nach Wien.


13. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (4)

An vierter Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht die englischsprachige Seite über unseren ermordeten Priester Kenneth Walker FSSP.


13. Juli
Hopkins als Befreier vom Szientismus

Der kanadische Philosoph Charles Taylor fragt, “welchen Gewinn es uns Menschen brächte, der Existenz Gottes wieder inne zu werden. Für die Antwort weist ihm der englische Lyriker Gerard Manley Hopkins (†1889) die Richtung. Ich kann hier nur sehr verkürzt einige der aufgezeigten Wegzeichen erwähnen. Hopkins hat Taylor aufmerksam gemacht, daß die nachromantische, disziplinierte, instrumentelle Vernunft das menschliche Leben einengt und reduziert. Im gängigen empirischen Denksystem verlören wir den Kontakt zu der uns umgebenden natürlichen Welt und uns käme zugleich unsere Verbindung mit einer höheren Dimension unseres eigenen Lebens abhanden. Taylor spricht sich dann ausdrücklich gegen das Abgleiten christlichen Denkens in eine Religion systematischer unpersönlicher Ordnung aus, in die moderner Szientismus sie verdünnt hat. Eine neue Sprache könne stattdessen dazu dienen, einen Weg zurück zum Gott Abrahams zu finden, nicht zuletzt, um sich – wie er schreibt – ‘vom heftigen Unbehagen an starken, aber wirren Gefühlen zu befreien’. Der Wissenschaftler formuliert: Unserer ‘Erfahrung wird ein tieferer Sinn gegeben, und das Wirken Gottes erwirbt eine neue Erfahrungsrealität’ (Taylor, Ein säkulares Zeitalter, Suhrkamp: Frankfurt 2009, S. 1249 ff.). Gott habe sich – heißt es dann weiter - nicht verbergen wollen hinter den Wolken einer gesichtslosen Macht oder eines blinden Schicksals. Er habe uns vielmehr geschaffen, ‘damit wir an seiner Liebe teilhaben’.”

Aus: Paul Josef Cardinal Cordes, Der verdrängte Gott. Zwischen Glauben und Skepsis, in: Die Neue Ordnung Nr. 2/2016, S. 91.

Michael Hanke über Gerard Manley Hopkins


11. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (3)

An dritter Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht die Seite über Claude François Poullart des Places.


11. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht die Rezension des Buches von Robert Hugh Benson Im Dämmerschein der Zukunft und der Artikel von P. Martin Ramm über Kapharnaum. Das journalistische Menetekel, das Anna Diouf aufdeckte, wurde in die Themenseite zur kna eingeordnet.


8. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (2)

Gestern habe ich bekanntgegeben, welche Seite auf kath-info 2015 am seltensten aufgerufen wurde. Seit gestern ist sie nun häufiger angeklickt worden als im ganzen vergangenen Jahr. An zweiter Stelle steht die Seite über den Afrikamissionar Francesco Borghero, den Begründer der Kirche in Benin.


7. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info

Welche Seiten rangieren im Jahresranking 2015 an unterster Stelle, sind also am wenigsten aufgerufen worden? Diese unentdeckten Perlen möchte ich hier nach und nach vorstellen. Es werden dabei nur jene Seiten berücksichtigt, die schon zu Beginn des Jahres 2015 existierten. Von diesen 571 Seiten wurde am seltensten der Text des Philosophen und Mitbegründers der Phänomenologie Alexander Pfänder über das Urteil und dessen Anspruch auf Wahrheit gelesen.

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