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* * *

27. November
Die preußische Kirchenpolitik bis zum 19. Jahrhundert

Von Julius Bachem

Neunter Teil

König Friedrich Wilhelm I., welcher am 25. Januar 1713 auf den Thron gelangte, war ebenso religiös wie absolutistisch gesinnt; er betrachtete sich in jeder Beziehung als unumschränkten Herrn der ihm von Gott übergebenen Untertanen. Auf kirchlichem Gebiete erließ er nicht bloß einzelne, das äußere und innere Kirchenwesen betreffende Verordnungen, sondern traf ganz neue, die Kirche im ganzen modifizierende Einrichtungen. Eine Verordnung vom Jahre 1714 ging dahin: weil so viele reformierte und lutherische Prediger ihre Predigten so ungemein lang einrichteten und nur durch verdrießliche Wiederholungen desselben Gegenstandes so verlängerten, daß den Zuhörern die Aufmerksamkeit und Andacht entgehe, solle die Predigt bei Strafe von zwei Talern für jeden Übertretungsfall außer dem Gesange und Gebete nie über eine Stunde dauern. Im Jahre 1723 befahl er allen Geistlichen nachdrücklich, in jeder Predigt die Treue und den Gehorsam, welche die Untertanen dem Könige zu erweisen schuldig wären, vorzustellen. Auch König Friedrich Wilhelm I. betrieb die Vereinigung der Lutheraner und der Reformierten. Bei Amtssuspension oder anderer willkürlicher Strafe verbot er daher sowohl den reformierten als den lutherischen Predigern, Streitfragen über die Verschiedenheit der beiden Konfessionen auf die Kanzel zu bringen. Die Unionsbestrebungen begegneten jedoch unüberwindlichen Hindernissen, wenn auch der König i.J. 1739 bei der Verkündigung des zweiten Jubelfestes der Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg feststellen konnte, „daß die beiden evangelischen Religionsverwandten in den hiesigen Landen angefangen, sich miteinander christbrüderlich zu vertragen.“

Friedrich II. war in religiös-kirchlichen Dingen das gerade Gegenteil seines Vaters. Er huldigte dem Nationalismus und Indifferentismus. Die gegen einzelne Sekten erlassenen Beschränkungen hob der König auf und nahm auch insbesondere das von seinem Vater behufs Durchführung der Union erlassene Verbot der lutherischen Kirchengebräuche zurück. Damit waren die von den drei vorhergehenden Regenten so eifrig betriebenen Versuche zur Vereinigung der beiden getrennten protestantischen Religionsparteien aufgegeben. Wie sein Vorgänger, betrachtete sich übrigens Friedrich II. als kirchliches Oberhaupt seiner protestantischen Untertanen. Er traf nicht selten Entscheidungen in kirchlichen Angelegenheiten, wenn er auch letztere meist den dazu bestimmten, von ihm neu organisierten Verwaltungs- und Justizbehörden überließ. Der vom König als Norm für seine Kirchenpolitik hingestellte Grundsatz der Toleranz beruhte auf Gleichgültigkeit, wurde nicht überall folgerichtig angewandt und ließ sehr häufig die Verachtung aller positiven Religion durchblicken, von welcher Friedrich II. als Anhänger des Voltaireanismus beseelt war. Der Unglaube nahm schließlich infolge des von oben gegebenen Beispiels im Volke und unter der Geistlichkeit derart überhand, daß dem König selbst Bedenken kamen.

Sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., trat der Richtung der sogen. Aufklärer alsbald entgegen. In dem Edikt vom 9. Juli 1788, die Religionsverfassung in den preußischen Staaten betreffend, sagt der König, er habe bereits mehrere Jahre vor seiner Thronbesteigung mit Leidwesen bemerkt, daß manche protestantische Geistliche sich ganz zügellose Freiheiten in Absicht des Lehrbegriffes ihrer Konfession erlaubten, verschiedene wesentliche Stücke und Grundwahrheiten der protestantischen Kirche und der christlichen Religion überhaupt verleugneten und in ihrer Lehrart einen Modeton annähmen, der dem Geiste des wahren Christentums völlig zuwider sei und die Grundsäulen des Christenglaubens am Ende wankend machen würde. Ein jeder Lehrer des Christentums, welcher sich zu einer der drei Konfessionen (der reformierten, der lutherischen, der römisch-katholischen) bekenne, müsse und solle dasjenige lehren, was der einmal bestimmte und festgesetzte Lehrbegriff seiner jedesmaligen Religionspartei mit sich bringe. „Aus großer Vorliebe für die Gewissensfreiheit“ wolle jedoch der König jetzt noch nachgeben, daß selbst diejenigen in öffentlichen Ämtern stehenden Geistlichen, von denen es bekannt sein möchte, daß sie von den in dem Edikt bezeichneten Irrtümern (der Socinianer, Deisten und Naturalisten und anderer Sekten) mehr oder weniger angesteckt seien, in ihren Ämtern ruhig gelassen werden unter der Bedingung jedoch, daß die Vorschrift des Lehrbegriffes ihnen bei der Unterweisung ihrer Gemeinden stets heilig und unverletzbar bleibe; entgegengesetzten Falles sie die angedrohte Strafe der Cassation oder eine noch härtere unfehlbar treffen werde. Ein weiteres Edikt, vom 19. Dezember 1788, setzte die Bücherzensur auch für theologische und philosophische Schriften wieder in Kraft und übertrug dieselbe den Konsistorien. Eine am 14. Mai 1791 errichtete Examinationskommission in geistlichen Sachen erhielt die Aufgabe zugewiesen, „dahin zu sehen, daß das Religionsedikt nach allen seinen Punkten und Klauseln, die die Aufrechterhaltung der Orthodoxie und reinen christlichen Lehre betreffen, allenthalben in Ausführung gebracht werde“.

wird fortgesetzt

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26. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht mein Beitrag zu dem Buch Liebesbriefe an die Kirche, der Artikel Glaube oder Ärgernis von Gerhard Hermes und die Kritik Franz Prosingers an den Thesen des Theologen Stuflesser über die Eucharistie.


26. November
Heinz Eberlein

Vor 50 Jahren, am 26. November 1964, starb im Kongo im Alter von 29 Jahren der aus Wingendorf im Westerwald stammende Afrikamissionar Heinz Eberlein. Er begann 1962 in St. Remy sein Postulat bei den Kleinen Brüdern Jesu und legte am 10. Februar 1964 seine ersten Gelübde ab. Im Mai 1964 reiste er in den Kongo, um dort “den Ärmsten der Armen” zu dienen. Am 26. November wurde er von Rebellen erschossen. Der letzte Eintrag seines Tagebuchs stammt vom 25. Oktober 1964 und lautet: “Christus, unser König, mach unser Herz und die Welt bereit für Dein Reich. Laß uns durch die Freuden und Leiden, die wir antreffen, durchsehen, Dich sehen, damit Deine Liebe überall aufgebaut wird. Du bist durch das Kreuz zur Auferstehung gelangt. Du läßt uns durch die Teilnahme am Kreuztragen Seelen in den Himmel ziehen. Gib, daß wir stets mit Dir sagen: Vater, Dein Wille geschehe.”


25. November
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

46. Folge

Nichts Betrübenderes konnte sich wohl für die Kirche je ereignen, als durch die Lage der Dinge sich aufgefordert zu sehen, den Vorstellungen von der Größe der Erbsünde eine Grenze zu setzen. Denn es ziemt dem Christen, sich mit ganzer Seele dem unendlichen Schmerz über die Entfernung von Gott und das Elend der gefallenen Menschheit zu überlassen, und es erfüllt mit Traurigkeit, in diesen Gefühlen der innigsten Wehmut, die in sich schrankenlos sind, an eine Begrenzung des Übels gegen den Irrtum, der von außen her stürmt, denken zu müssen. Es ist jedoch trostvoll für die Kirche, daß diese Begrenzung nur vorgenommen wird, um den Begriff eines moralischen Übels festzuhalten, und dadurch der Empfindung des Schmerzes und der Trauer Wahrheit und eine feste Stütze zu verleihen, die sich in der Ansicht der Gegner, wie oben schon gesagt worden ist, nimmermehr findet. Nur solange eine regellose Aufreizung der Gefühle und der Einbildungskraft währt, mag der Empfindung aus derselben Nahrung zufließen; sobald jene Aufwallung aber zusammensinkt und der klare Gedanke mit der Besonnenheit erwacht, wird das Bodenlose der Gefühle entdeckt, die sofort mit ihrem leeren Grunde ganz verschwinden. Welcher Mensch kann bei der Wahrnehmung, daß sein Dasein nicht Gott geweiht ist, trauern, sobald er ernstlich bedenkt, was es heißt, Gott habe ihm das Vermögen dazu geraubt? Um das Übel in seiner wahren und ganzen Größe anzuerkennen, darf es nicht so groß geschildert werden, als es von den Bekenntnisschriften der Lutheraner geschieht. Wenn wir daher in dem Folgenden eine von dem Standpunkt der kirchlichen Orthodoxie aus selten oder nie durchgeführte Ansicht vom religiös-sittlichen Leben der heidnischen Völker vorlegen, so möge niemand wähnen, wir hätten kein Gefühl für die Größe des erblichen Übels, von welchem unser Geschlecht so schmerzhaft ergriffen ist, und darum auch für die Fülle der Wohltaten des Erlösers; gerade um dem Danke gegen ihn eine feste Grundlage zu geben, kehren wir die bessere Seite der heidnischen Welt hervor, und bedauern darum nur, nicht mehr als eine höchst fragmentarisch gehaltene Darstellung geben zu können.

Die ausgedehnten Forschungen unserer Zeit über die alten und die fernsten Teile der neuen Welt haben auf eine glänzende Weise die katholische Darstellung des gefallenen Menschen bestätigt. Kein Volk hat sich gefunden, das nicht an Gott geglaubt und demselben durch Opfer seine Huldigung dargebracht hätte. Nirgends sind die religiösen Vorstellungen rein, ja allenthalben mit großen Irrtümern befleckt; aber im Aberglauben liegt stets noch der Glaube verborgen, und dieser ist das Gute in jenem: auch im rohesten Fetischdienste gibt sich der Zug des Menschen zu Gott hin noch zu erkennen; er beweist, daß der Gefallene noch geistliche Kräfte besitze, um in der Sprache der lutherisch-symbolischen Schriften zu reden.

wird fortgesetzt


24. November
Verurteilung

Together we repudiate all exploitation of religion in political conflict and the usurpation of religious symbols by extremists used as a means for segregation and a cause for injustice and oppression. At every official spiritual and public level, we reject the fractured teaching and defamation of values within Islam, especially by those who claim Islamic rulership in Iraq and Syria and their followers. We invite all people of faith and good will to condemn these practic es and to stand united against these tactics.

Aus der Wiener Erklärung des KAICIID vom 19. November 2014. KAICIID steht für das Wiener "König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog", das Ende 2012 gegründet wurde und von Saudi-Arabien finanziert wird. Die Erklärung wurde von der Konferenz „United against Violence in the Name of Religion“ verabschiedet, die das Zentrum in Wien veranstaltet hatte. An der Konferenz nahmen unter anderem teil: Gregory III. Laham (Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexandrien und Jerusalem), Ignatius Youssef Younan (Patriarch der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche von Antiochien in Beirut), Sheikh Shawqi Ibrahim Allam (Großmufti von Ägypten), Sheikh Abdul al Karim Al Khasawneh (Großmufti des Haschemitischen Königreiches Jordanien), Sheikh Abd Al Latif Derian (Großmufti des Libanon), Isaac Barakat (Metropolit von Deutschland und Mitteleuropa), Louis Raphael I Sako (Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche), Anba Marcos (koptisch-orthodoxer Bischof von Shubra el-Kheima), Malek Al Shaar (Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche und Mufti von Tripoli und dem Nordlibanon).

“Der Terrorismus hat die noble Botschaft des Islam verzerrt.”
Scheich Abdul Karim Khasawneh, Großmufti von Jordanien.


24. November
The rise of Isis

But its critics have responded. Mohammed Habash, a cleric from Syria, places blame for the rise of Isis on mosque imams, saying: "We did not speak about the caliphate as a political system that is fallible. No, we spoke about it as a sacred symbol of unity … Isis did not arrive from Mars; it is a natural product of our retrograde discourse." A Saudi commentator, Ibrahim al-Shaalan, tweeted that Isis is "but an epitome of what we've studied in our school curriculum. If the curriculum is sound, then Isis is right, and if it is wrong, then who bears responsibility?"

Hassan Hassan, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Delma-Instituts in Abu Dhabi, in The Observer vom 16. August 2014.


24. November
Agostino Kardinal Casaroli

Vor 100 Jahren, am 24. November 1914, wurde in Castel San Giovanni, Provinz Piacenza, Agostino Kardinal Casaroli geboren. Von 1979 bis 1990 war er Kardinalstaatssekretär. Er war vor allem wegen seiner Ostpolitik umstritten, die er seit 1964 betrieb. “Der Vatikan ging über einen Märtyrer hinweg, um der Kirche den Lebensraum zu erweitern”, schrieb beispielsweise der Spiegel 1964 nach dem von Casaroli betriebenen Vertragsabschluss mit Ungarn. Mit dem Märtyrer war Kardinal Mindszenty gemeint. Statt solcher Bekennerbischöfe wurden jetzt dem Staat genehme Bischöfe ernannt. Casaroli starb am 9. Juni 1998 in Rom.


23. November
Prometheus oder Maria?

Von Prof. Dr. Georg Siegmund

Wir stehen mitten in einem Glaubenskampf, der große Verwirrung stiftet. Tief beunruhigt fragen viele nach einer Orientierung. Schon einmal stellte sich die Frage: Ist der Glaubenskampf in unserer Zeit etwas Außergewöhnliches oder stellt er nur eine Episode in der Menschheitsgeschichte dar? In einer Zeit des Umbruches besann sich Goethe auf das große entscheidende Thema, das sich durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch zieht. Er schrieb: »Das eigentliche, einzige und tiefste Thema der Welt- und Menschengeschichte, dem alle übrigen untergeordnet sind, bleibt der Konflikt des Unglaubens und des Glaubens.«

Dieses Goethe-Wort ist in den letzten Jahrzehnten öfters wiederholt worden, um den Sinn auch unserer Zeit zu deuten. Doch hat man in den letzten Jahren die klare Härte dieses Goetheworts nicht wahrhaben wollen. Schon die Bezeichnung »Kampf« stieß auf inneren Widerstand. Man habe - so behauptete man - im »Kampf« eines »Anti-Kommunismus« des Guten schon zuviel getan, nun sei eine Zeit der Verständigung und des Verstehens angebrochen. In einer geistig »pluralistischen« Welt müsse man auch den Atheisten guten Willen zugestehen und wie jedem anderen einen gleichberechtigten Platz auf der Bank der religiösen Bekenntnisse einräumen, um mit ihm in einen Dialog einzutreten. Das war gewiß nobel gedacht. Aber die schüchternen Versuche, mit dem Atheismus in ein wirkliches Gespräch zu kommen, stießen sehr bald auf einen »eisernen Vorhang«. Nicht die Gottgläubigen, sondern die Atheisten haben sich die charakterisierende Bezeichnung »kämpferisch« gegeben und nie aufgehört, ihren »Kampf« mit den Mitteln offener oder versteckter Gewalt zu führen und ihre Blöße nur dürftig mit ideologischen Feigenblättern zu verdecken. Nun hat die Parole »Entspannung« ihre Auswirkungen bis in den Bereich des Weltanschaulichen und Religiösen gehabt und zu einem Niederlegen der geistigen Waffen geführt, was den Gegner dazu ermuntert hat, die mangelnde Wachsamkeit zu neuen Einbrüchen auszunützen. In einer geistigen Abwehr des Atheismus, wie wir sie beabsichtigen, geht es gar nicht um einen »Kampf«, der Leidenschaften erregt, sondern um eine ruhig-sachliche Entgegenstellung der »Wahrheit«, die - wenn sie zum Leuchten gebracht wird - von sich aus die Finsternis verscheucht.

Im Vorwort zu seiner Doktorarbeit hat Karl Marx sein Glaubensbekenntnis auf »Prometheus« abgelegt. Prometheus ist in der griechischen Mythologie der Empörer gegen Zeus, der dem. Obersten im Himmel den Vorwurf machte, er habe die Welt verdorben, deshalb müsse er - Prometheus - sie korrigieren und verbessern. »Prometheus« war das Stichwort, das man in der Neuzeit bewußt aufnahm. Bekannt ist das Gedicht des jungen Goethe mit der Überschrift »Prometheus«. Der junge Goethe berauschte sich an dem empörten Zorn des Prometheus und sagte dem Obersten im Himmel den Gehorsam auf. Der reife Goethe freilich nahm diese Empörung zurück. Aber er hatte jenes Stichwort erneuert, das zum Kennwort des neuzeitlichen Atheismus geworden ist. »Prometheus« haben viele große Geister der Neuzeit gehuldigt.

Der Weg des Prometheus in die Empörung begann damit, daß er sich dazu hinreißen ließ, mit Zeus zu hadern. Ihm verstärkte sich der Verdacht, Zeus, der Inhaber höchster Macht, sei nicht zugleich der absolut Heilige und Gerechte, werde in seinem Verhalten zum Menschen vielmehr von minderwertigen Motiven geleitet und enthalte eigensüchtig den Menschen Güter vor, wodurch sich eine Spannung auflud, die sich bei geringfügigem Anlaß in Anklage und Auflehnung entladen mußte.

Der wiedererstandene Prometheus der Neuzeit nährte in sich lange den gleichen Verdacht, strengte in der Aufklärungszeit einen Prozeß gegen den christlichen Gott mit der Anklage auf Ungerechtigkeit und Despotismus an, um ihn nach jahrhundertelangen Verhandlungen zur Absetzung zu verurteilen. Bereits der Verdacht auf Ungerechtigkeit zweifelt an Gottes göttlichster Eigenschaft, seiner Heiligkeit, und zieht den Weltengott vor das Forum der menschlichen Vernunft. Der »aufgeklärte« Mensch, stolz auf die Leuchte seiner Vernunft, glaubt alles, selbst Gott und seine Schöpfung, beurteilen zu dürfen.

Wir haben festzustellen: Der neuzeitliche Unglaube ist nicht das Ergebnis eines vorurteilsfreien Sichbefassens mit der vorgegebenen Wirklichkeit, eines die Affekte zurückstellenden Begreifen-Wollens der Welt, wie sie in sich ist, also nicht Ergebnis einer neuen Einsicht, die eine alte irrige Auffassung korrigieren würde. Vielmehr rührt der Unglaube von einer »Revolte« des Menschen her, der das Wort »Freiheit« auf seine Fahne geschrieben hat. Wie Prometheus stand der moderne Mensch auf, das Joch Gottes von sich abzuschütteln, aus dem »Traum« des Gott-Dienens zu vollem Selbstbewußtsein zu erwachen, alles Herr-Sagen, Knie-Beugen und Dienen von sich abzutun, um eigener Herr und Gesetzgeber zu werden.

Die Absage an Gott erfolgte im Namen des Menschen, der seine volle Freiheit einforderte. In unausweichlicher innerer Konsequenz endet indes die Proklamierung der absoluten Freiheit bei ihrem genauen Gegenteil, bei der totalen Versklavung des Menschen. Möglich war der Protest des Prometheus nur durch Berufung auf das Prinzip einer unbedingten Gerechtigkeit, das unabhängig von jeder Despotenwillkür »gilt« und damit einem Rechtsstreit Boden verleiht. Eben die Unbedingtheit der sittlichen Werte, die unberührt von jedem Zeitfluß Gültigkeit haben, bildet die unerläßliche Voraussetzung dafür, daß der Mensch Anspruch auf Menschen-Würde erheben kann. Nur wenn es ewige Rechte gibt, besteht ein Asyl, in das sich der Mensch bei Bedrohung seiner Menschenwürde flüchten kann. Bezeichnenderweise aber vermag die einmal entfesselte Gier nach der absoluten Freiheit bei dieser Schranke nicht Halt zu machen. Lüstern lechzt der Freiheitsheld danach, sich zum Herrn und Gesetzgeber zu machen, der aus eigener souveräner Machtvollkommenheit von sich aus die Gesetze neu festlegt. Wenn sich ein »Führer« selbst gesetzbildende Macht zuerkennt, ist es mit der Freiheit und den Rechten seiner Untertanen aus.

Bereits Dostojewskij, der die Ideen des russischen Revolutionärs Netschajew, von dem der berüchtigte Revolutions-Katechismus stammt, zu Ende dachte, besaß klare Einsicht in diesen Zusammenhang, wie der oft angeführte Satz zeigt, den er einem gewissen Schigalew in den Mund legt: »Nachdem ich von unbeschränkter Freiheit ausgegangen bin, komme ich am Schluß zu unbeschränktem Despotismus.«

Aus jahrzehntelangem Leid ist dem russischen Menschen die Einsicht aufgegangen, welche Solschenizyn stellvertretend für Millionen formuliert hat: »Die Sittlichkeit steht über dem Recht! Denn das Recht ist nur unser menschlicher Versuch, irgendwie in Gesetzen einen Teil jener sittlichen Sphäre niederzuschreiben, die über uns steht ... Die Sittlichkeit steht immer über dem Recht. Und diesen Standpunkt darf man nicht aufgeben ... Das Gute und das Böse sind äußerst reale Begriffe ... Das Weltübel sammelt sich mit ungeheurem Haß und ungeheurer Kraft. Es breitet sich über die Erde aus, man muß ihm Widerstand leisten, anstatt ihm eilfertig alles zu geben und immer wieder zu geben, was es fressen will ... «

Zweiter Teil folgt.

Der Text wurde zunächst als Vortrag in einer Sendung des Radios Vox Fidei veröffentlicht und erschien dann in schriftlicher Form im FELS, Oktober 1976. Ausführlich hat Siegmund die Geschichte des Atheismus in seinem Werk Der Kampf um Gott, 3. Auflage 1976, 514 Seiten.

Zum Thema: Michael Novak: Einsame Atheisten


22. November
Die hierokratische Theorie im Spätmittelalter

Ihr paradoxes Schicksal als paradigmatisches Beispiel kirchlicher Krise

Von P. Engelbert Recktenwald

Sechste Folge

Wir haben den Augustinismus als den theologischen Nährboden für die Ausbildung der hierokratischen Theorie namhaft gemacht. Dadurch wird auch verständlich, weshalb diese Theorie vor allem im Orden der Augustinereremiten und der Franziskaner heimisch werden konnte, die ja beide der augustinischen Tradition sehr verbunden sind. Für diese Richtung spielte der Aristotelismus keine so große Rolle wie im Dominikanerorden, nachdem dessen größter Theologe Thomas von Aquin Aristoteles rezipiert hatte. Gerade deshalb war seinerseits die Philosophie des Dominikanerorden von der Streitfrage über die potestas directa viel mehr betroffen und der Orden war in dieser Frage geteilt. Das aristotelische Gedankengut nicht nur als Steinbruch von Argumenten für vorgegebene eigene Thesen zu benutzen, sondern seinen Kerngedanken gerecht zu werden, bedeutet die potestas directa des Papstes in temporalibus abzulehnen zugunsten der Anerkennung der relativen Selbständigkeit der weltlichen Gewalt. Das wurde zum Anliegen z.B. eines Johannes Quidort OP. Lag eine solche Einstellung zu Aristoteles nicht vor, dann kam, wie bereits im ersten Teil bemerkt, jedem Hierokraten ein Gedanke des Aristoteles in besonderer Weise entgegen: der der Hierarchie aller Künste und Wissenschaften, die notwendigerweise alle einem einzigen Zweck untergeordnet sein müssen. Sobald dieser Zweck gegeben ist, erhalten alle Künste mit untergeordnetem Zweck ipso facto einen Instrumentalcharakter in Bezug auf jene Kunst, der der höchste Zweck eigen ist.

Dies ist so ziemlich der einzige Gedanke, den Augustinus Triumphus ausdrücklich von Aristoteles übernimmt. Im ersten Artikel der Quaestio 35, in dem es um die Frage geht, ob der Papst "per se ipsum" den Kaiser erwählen könne, bringt Augustinus die entsprechende Stelle aus dem ersten Buch der "Nikomachischen Ethik" bei: Die Kriegskunst wähle sich die Reitkunst oder das Sattlerhandwerk zur Erlangung des Sieges, also des ihm eigenen Zweckes, aus, je nachdem es ihr dafür zuträglich erscheine oder nicht. Da aber für Augustinus der Kaiser durch göttliche Anordnung der "minister summi pontificis" ist, kann er diesen Grundsatz ohne weiteres auf das Verhältnis Papst/Kaiser anwenden. So kommt dieser aristotelische Gedanke auf willkommene Weise dem großen Einheitsideal entgegen, das schon immer die christliche Theologie durchzogen hat.

Dennoch besteht zwischen der Einheit der christianitas, die einem hl. Bernhard von Clairvaux oder einem Hugo von St. Viktor vorschwebte, und der Einheit, wie sie ein Aegidius Romanus beschreibt, ein Unterschied. Und dieser Unterschied wird für unsere jetzige Betrachtung entscheidend. Den treibenden Faktor, der hinter diesem Unterschied steht, hat Alois Dempf in seinem Werk "Sacrum Imperium" namhaft gemacht: die Renaissance des römischen Rechts. Diese These, für die sich Dempf auf Carlyle beruft, kann hier natürlich nicht im einzelnen überprüft werden. Immerhin ergibt sich die Bedeutsamkeit des römischen Rechts für die Kanonistik aus zwei Umständen: Erstens spielte das römische Recht auf kaiserlicher Seite eine große Rolle, besonders wieder unter den Staufern. Friedrich Barbarossa förderte das Studium des römischen Rechts in Bologna, also in der Hochburg der Kanonistik. So war ein unmittelbarer Austausch möglich und fast unvermeidlich. Zweitens galt auf Seiten der Kanonistik seit Gratian folgender Grundsatz: "Toties legibus Imperatorum in ecclesiasticis negotiis utendum est, quoties sacris canonibus obviare non inveniuntur" (Decretum Gratiani, D. X, dictum post c. 6 et 7; dictum post c. 4 C 15, q. 3). Das bedeutete die größtmögliche Rezeption römischer Rechtsbegriffe und -vorstellungen in das Kirchenrecht. Die bedeutendsten Dekretalisten waren Magister beider Rechte, z.B. Heinrich von Segusia.

Waren zur Zeit der Dekretisten die Kanonisten gegenüber den Theologen die besonneneren Konservativen, die am Dualismus festhielten, so stellten sich durch die Möglichkeiten, die das Dekretalenwesen eröffnete, die Dekretalisten, vor allem, wenn sie selber Päpste wurden, an die Spitze der Entwicklung. Das aber hatte eine verhängnisvolle Wirkung: das Einheitsideal der christianitas wurde verrechtlicht. Anders ausgedrückt: Wenn in den beiden großen Innozenzpäpsten die theologische und die kanonistische Linie sich kreuzten, dann bewirkte dies nicht nur die Umwandlung der konservativen kanonistischen Partei in eine fortschrittliche, sondern auch umgekehrt eine tiefgehende Transformation des theologischen Einheitsideals. Dieses wird nun beschrieben in Kategorien des römischen Rechts. Nirgends wird dies deutlicher als bei Aegidius Romanus. Der Schlüsselbegriff wird für ihn das "dominium", ein Kernbegriff des römischen Rechts. Die potestas des Papstes wird nicht als ethische Verantwortung und moralische Last begriffen wie bei Bernhard von Clairvaux, sondern als dominium, Macht, Eigentumsrecht. Diese Verrechtlichung zugunsten eines selbstgenügsamen Machtbegriffs auf Kosten der ethischen Verantwortung stellt den eigentlichen Verrat am alten Ideal der Theologen dar. Diese waren zutiefst ethische Denker, und diesen Maßstab legten sie als fordernde Norm auch an jeden weltlichen Herrscher an. Ganz deutlich wird dies z.B. im "Policratius" des Johannes von Salisbury (1159): Die Staatslenker sollen Instrumente der aequitas sein. Sie sollen geleitet werden von der ratio und der Weisheit. Die Geistlichen aber machen als Vorbilder den Inhalt der göttlichen Gebote sichtbar. Deshalb sind sie die Seele des Staatskörpers, und die Fürsten sollen die Ermahnungen der Geistlichen beherzigen. Eine solche Art der Unterordnung unter die geistliche Gewalt ist etwas ganz anderes als das, was unter den Händen der Kanonisten daraus geworden ist. Es geht darum, daß die weltliche Herrschaft keine Willkürherrschaft ist, sondern an ethische Normen und Werte, an Gerechtigkeit und Weisheit gebunden ist. Diesen sollen sie "unterworfen" sein. Dadurch sind die Untertanen vor Tyrannei geschützt. Die geistliche Gewalt ist nur die Inkarnation dieser ethischen Norm. Von daher erklärt sich auch die Bevorzugung der abstrakten Ausdrucksweise bei den alten Theologen. Der "sacerdos" des hl. Bernhard, der durch seinen "nutus" die weltliche Gewalt in den rechten Bahnen hält, ist etwas ganz anderes als der "vicarius dei" des Aegidius, dem alles gehört. Wenn im "Policratius" der Fürst das Schwert aus der Hand der Kirche empfängt, dann bedeutet dies die Verpflichtung, für die res publica und für die Durchsetzung von Gesetz und Recht in ihr zu sorgen. Bei Aegidius wird das Verhältnis genau umgekehrt: Die Gerechtigkeit soll deshalb bewahrt werden, damit der Inhaber der geistlichen Gewalt um so freier herrschen kann: "Hoc ergo potissime faciunt principes terreni, quod disponunt et preparant materiam principi ecclesiastico. Illi ergo salvant iusticiam in rebus temporalibus et materialibus, ut salvetur pax mentis et tranquillitas in rebus spiritualibus, ut ille qui spiritualiter dominatur, possit liberius dominari" (De ecclesiastica potestate, II, 6, S. 68.)

Bei den Hierokraten steigt der Papst in dem Sinne zum vicarius Dei auf, daß auf ihn wie auf Gott alles hingeordnet ist wie auf das letzte Ziel; bei den alten Theologen hat Gott sich herabgelassen in die Konkretion eines Stellvertreters, damit dieser alle Menschen und Dinge hinlenke auf die Gerechtigkeit und damit zu ihrer eigenen Vollendung. Die Hierokraten haben ihre Traktate "De potestate papae" geschrieben zur Verteidigung und Verherrlichung der höchsten Macht des Papstes, der hl. Bernhard schrieb "De consideratione" als einen Papstspiegel, der den Papst an seine Verantwortung erinnern soll und daran, daß sein Amt ein Dienst, ministerium ist. Am krassesten wird der Gegensatz, wenn man gegen diese hohe ethische Auffassung des Papsttums den bereits referierten Standpunkt des Egidius Spiritalis hält: dort das höchste Amt auf Erden als tiefstes In-die-Pflicht-genommen-Sein, hier das höchste Amt auf Erden als äußerstes Ausleben des eigenen Willens.

wird fortgesetzt.

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21. November
Satan im Vormarsch?

Klingenberg und der katholische Glaube

Von Dr. Eduard Kamenicky

Siebter Teil

Als ein weiteres bedauerliches Versagen der Kirche in dieser schon genug verworrenen Sache muß man die Presseerklärung des Bischöfliche Ordinariates Limburg bezeichnen, die dem bei Haag offen zutage tretenden Unglauben, was die Existenz des Teufels betrifft, Vorschub leistet. Was soll es heißen; »daß der Exorzismus in der augenblicklichen öffentlichen Diskussion im Sinne einer magischen Teufelsbeschwörung mißverstanden werde«? (Deutsche Tagespost, 6./7. 8. 76, »Im Blickpunkt«). Kann sich die Kirche in der Anwendung ihrer Heilsmittel, in der Spendung von Sakramenten und Sakramentalien von der jeweiligen öffentlichen Diskussion abhängig machen? Dann genügte es ja, die Grundakte des kirchlichen Lebens darin permanent in Frage zu stellen, um die Kirche mattzusetzen! Und ist es ein Mißverständnis, wenn man im Exorzismus eine Beschwörung des Teufels sieht, den von ihm Besessenen zu verlassen? Bringen die Texte des Exorzismus dies nicht klar zum Ausdruck? Was heißt hier »magisch«? »Von seinem Wesen her, so betont die Limburger Kirchenbehörde, sei der Exorzismus als ein fürbittendes Gebet der Kirche zur Befreiung vom Geist des Bösen zu verstehen.« (DT a.a.O.) Das ist nicht richtig, denn der Kern des Exorzismus hat keine deprekative, fürbittende, sondern eine imperative, befehlende Form und wendet sich direkt an den Teufel, wie wir das beim Wirken des Herrn selbst sehen nach dem Bericht des Evangeliums, wo es beispielsweise heißt: »Als Jesus sah, daß das Volk zusammenlief, herrschte er den unreinen Geist an mit den Worten: Du stummer und tauber Geist, ich befehle dir, fahre aus von ihm und kehre nie mehr in ihn zurück« (Mk 9,25). Von denen, die glauben, sagt Christus, daß sie in seinem Namen Teufel austreiben werden (Mk 1.6,1.7); die Kirche hat es nach dem Vorbild des Herrn zu allen Zeiten getan, aber eben in der Form des Exorzismus, der etwas ganz anderes ist als das Gebetsgedenken für einen Kranken. Was aber soll die »Befreiung vom Geist des Bösen« bedeuten? Das ist doch nicht die Befreiung vom bösen Geist, dem Teufel! Gibt es auch in Limburg nur mehr »das Böse«, »den Bösen« aber nicht? Wenn ferner das Ordinariat Limburg erklärt: »Das Bittgebet eines Christen für einen Kranken könne selbstverständlich in keinem Fall das ärztliche Bemühen um Heilung von einer Krankheit ersetzen« (DT, a.a.O.), verfehlt diese Äußerung überhaupt das Thema: denn der Exorzismus ist kein bloßes Bittgebet und Besessenheit keine gewöhnliche Krankheit. Für die Befreiung aus der Besessenheit ist aber einzig die Kirche mit dem Exorzismus zuständig, was Limburg offenbar aus Scheu und Menschenfurcht, mit einem solchen Bekenntnis als rückständig und mittelalterlich zu erscheinen, nicht wahrhaben will. Hier hat die Kirche tatsächlich versagt.

Aber auch die schmerzliche Widersprüchlichkeit kirchenamtlicher Stellungnahmen kann in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Ist sie ja leider sehr geeignet, den von vielen schon seit langem befürchteten oder bei Behandlung von Einzelproblemen beobachteten Zustand einer tatsächlichen Uneinigkeit in wichtigen Glaubensfragen blitzartig zu beleuchten, einer Uneinigkeit, die sich nicht nur in unmaßgeblichen Kreisen verschieden orientierter Katholiken wahrnehmen läßt, sondern eben auch bei kompetenten Organen der verantwortlichen Kirchenführung. Man atmet zwar geradezu auf in dem frohen Gefühl der Dankbarkeit für eine notwendige Klarstellung, wenn man erfährt, der Bischof von Augsburg lasse »aus dem Urlaub mitteilen, daß er in voller Übereinstimmung mit der Kirche an die Gegenwart des Teufels glaube«, wie in der »Welt« vom 12.8.76 zu lesen war, womit zweifellos die Überzeugung dieses Oberhirten von der Existenz des Teufels zum Ausdruck gebracht werden soll. Indes, daß es überhaupt der Beteuerung solcher Glaubenshaltung bedarf in einem Punkte, der, wie man meinen möchte, für jeden katholischen Bischof eine fraglose Selbstverständlichkeit und kein kontroverses Problem darstellt, berührt schon etwas seltsam. Was aber soll man sich dabei denken, wenn man nur einen Tag später aus der »Passauer Neuen Presse« erfährt, in Limburg sei »ein Anfang des Jahres gestellter Antrag«, den Exorzismus vorzunehmen, »aus religiösen und psychologischen Gründen abgelehnt in worden« (13.8.1976, Seite 4)? Während laut bischöflicher Pressestelle Augsburg »es ‘jemanden’ in der Diözese gibt, der mit dieser Aufgabe betraut ist« (ebd.), in Würzburg die Erlaubnis zum Exorzismus erteilt wurde und auch in Passau »nach Auskunft des Pressesprechers des Ordinariates ... im Landkreis Altötting ... Februar 1973« ein Exorzismus vorgenommen worden war, erklärt Essen apodiktisch, »es habe hier keinen Exorzismus gegeben und es werde ihn hier auch nicht geben«, was wohl nur als grundsätzliche Zurückweisung der Lehre vom Teufel und der Aufgabe der Kirche, Besessene vom Dämon zu befreien, verstanden werden kann. Die Linie einer zumindest großen Skepsis scheint München-Freising einzuhalten, das wissen läßt, »es seien verschiedene Anträge gestellt worden, doch habe in keinem Fall der Nachweis geführt werden können, daß es sich um ein Phänomen handle, das nicht natürlich erklärt werden könne«. Zu den vorsichtig zurückhaltenden Diözesen gehört etwa Speyer mit der Bemerkung, »seit Menschengedenken sei kein Antrag zu ‘feierlichen Exorzismen’ gestellt werden«. (Alle Zitate »Neue Passauer Presse«, Nr. 183, Seite 4.) Wie verhält es sich nun aber mit dem Teufel, der Besessenheit und dem Exorzismus wirklich? Spürt niemand von den Verantwortlichen, die hier bereitwillig Auskunft geben, wie peinlich und oneros diese sommerliche Protokollierung dogmatischer Differenzen für die Kirche wird? Welch dornenvolle Aufgabe für die Deutsche Bischofskonferenz, einmütig Stellung zu beziehen, wenn vor ihrem nächsten Zusammentritt feststeht, daß es den Teufel in Bayern zwar gibt, aber im Ruhrgebiet nicht!

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


20. November
Wider alle Regeln

Das Konklave auf dem Konzil von Konstanz

Von Ulrich Nersinger

Ein Konzil, das von einem König erzwungen wird, ein Konklave, das der Tradition und den kirchlichen Gesetzen widerspricht, wäre in normalen Zeiten ein Skandal. Doch zu Beginn des 15. Jahrhunderts erfordern die Umstände ein drastisches Vorgehen …

In Konstanz am Bodensee, der einzigen deutschen Stadt, in der ein Konzil abgehalten wurde, entstand 1990 der kleinste Triumphbogen Europas. Das rund acht Meter hohe Monument wurde von dem aus Nürnberg stammenden Bildhauer Peter Lenk geschaffen. Der eigenwillige Triumphbogen zeichnet sich durch bildlich-zeitliche Gegensätzlichkeit aus. So ist auf einem Relief Papst Johannes Paul II. (1978-2005) im Papamobil zu sehen, auf der gegenüberliegenden Seite sieht man einen berühmten Zwischenfall, der im Jahre 1414 Papst Johannes XXIII. auf dem Weg nach Konstanz ereilte.

Johannes XXIII. ist kein Schreibfehler. Es handelt sich bei dem Betreffenden um Baldassarre Cossa, der gegen den in Avignon residierenden Benedikt XIII. und den in Rom herrschenden Gregor XII. am 17. Mai 1410 in Bologna zum „Papst“ gewählt worden war. Es ist die Zeit des Großen Abendländischen Schismas, das im Jahr 1378 begonnen hat. Drei Päpste kämpfen verbittert um die Anerkennung als Oberhaupt der Kirche. Unter den Gläubigen herrschen Verwirrung und Verzweiflung. „Wie nötig und nützlich eine Reform der Kirche ist, weiß die ganze Welt, weiß der Klerus, weiß alles christliche Volk“, klagt ein Theologe der Zeit. „Es ruft der Himmel, es rufen die Elemente, es ruft es der täglich umkommenden Opfer zum Himmel spritzendes Blut. Mit ihnen werden schon die Steine zum gleichen Ruf gezwungen.“ Da ergreift der römisch-deutsche König Sigismund die Initiative. Das kirchliche Recht kann er nicht brechen — doch er beugt es. Er kündigt ein Konzil an. Dann zwingt er Johannes XXIII., es offiziell einzuberufen. Stattfinden soll die Kirchenversammlung am Bodensee, in Konstanz.

Der ehrgeizige und skrupellose Baldassarre Cossa macht sich widerwillig zum Konzil auf, um für seine Sache, den päpstlichen Thron zu kämpfen. Auf der Fahrt dorthin ist er gezwungen, den nicht ungefährlichen Albergpass zu überqueren. Die Pferde, die den Karren Johannes’ XXIII. ziehen, versagen auf der beschwerlichen Passstraße den Gehorsam. Sie werden unruhig und versuchen auszubrechen. Reitknechte und Dienerschaft versuchen der heiklen Lage Herr zu werden. Doch ohne Erfolg. Der Karren kippt um, und der „Heilige Vater“ findet sich auf dem Boden wieder. In Ulrich von Richentals Chronik des Konstanzer Konzils zeigt ein Holzschnitt das Unglück. Johannes XXIII. soll nach dem Sturz gerufen haben, nun liege er hier in Gottes Namen. Eine anonyme Hand fügt dem Holzschnitt später in Latein und Deutsch die Worte hinzu: „hic iacet inanimus dyabilus — hie leich der teufel im drecke“.

Zum Einzug in die Bodenseestadt wählt Baldassarre Cossa die Form des feierlichen adventus. Durch den Adventus umgaben sich in der Antike orientalische Herrscher und die selbstbewussten Cäsaren Roms mit göttlichem Nimbus und präsentierten sich dem Volk gleichsam als überirdische Heilsbringer. So reitet Cossa mit großem Gepränge in Konstanz ein. Das Schicksal ereilt ihn am Ende der Prozession. Noch bevor Johannes XXIII. von seinem prachtvoll geschmückten Schimmel herabsteigen kann, streiten sich die Stratoren — die Halter der Zügel — um den Besitz des Pferdes. Eine uralte Tradition gesteht dem ältesten der Stratoren nach dem Adventus als Belohnung das päpstliche Reittier zu. Der Kampf um den Schimmel bringt Cossa in Bedrängnis. Krampfhaft, doch sehr unvorteilhaft, hält er sich fest. Dann aber folgt der unvermeidliche Sturz. Das Gelächter der Umstehenden ist für Johannes XXIII. demütigender als die Angriffe seiner „Mitpäpste“.

König Sigismund und der Großteil der in Konstanz versammelten Kirchenmänner finden sich durch die Episode nurmehr bestärkt, der Kirche ein neues Oberhaupt zu geben. Man handelt rigoros. Johannes XXIII. wird in Haft genommen, ihn und die beiden anderen „Päpste“ fordert der König zum freiwilligen Rücktritt auf. Sie alle drei werden für abgesetzt erklärt. Das Konzil nimmt das Heft in die Hand. Am 28. Oktober 1417 einigt man sich feierlich auf die folgende Wahlordnung: „Es sollen zu den Kardinälen 30 Wahlmänner, sechs aus jeder Nation, hinzutreten. Papst solle derjenige sein, welcher Zweidrittel von den Stimmen der Kardinäle und Zweidrittel jeder Nation erhalte. Die Wahl solle innerhalb von zehn Tagen beginnen.“ Mit den Nationen sind Deutschland, Frankreich, Italien, England und Spanien gemeint.

So wird für den 8. November das Konklave angesetzt. Zum Ort der Wahl, wo die 23 Kardinäle und 30 „Deputierte“ ihren Entscheid zu fällen haben, bestimmt man das alte Kaufhaus der Freien Reichsstadt. Es wird zu einer regelrechten Festung ausgebaut. Alle Fenster und Türen werden sorgfältig vermauert. Zum See hin ist das Gebäude mit hohen Balken abgesperrt; so „hoch wie ein Kriegsspieß“, heißt es in einer Chronik. Diese stehen so dicht nebeneinander, dass niemand eine Hand hindurchstrecken kann. Zwölf Söldner des Rates der Stadt und die gleiche Anzahl von königlichen Soldaten halten hier Tag und Nacht Wache. Kein Schiff darf sich auf dem Bodensee weiter als auf Pfeilschussweite dem Haus nähern. Zum Schutz vom Wasser her sind in dem See, „soweit eine Armbrust reicht“, große, aneinander gebundene Holzstämme eingelassen worden, die eine Fahrt zu dem Kaufhaus unmöglich machen.

Nur eine einzige Tür führt in das Gebäude. Auch sie wird von 24 Bewaffneten gesichert. Die Tür kann mit einem gewaltigen Schloss versperrt werden. Drei Schlüssel sind nötig, es zu öffnen oder zu schließen. Einen hat der König in Verwahrung, einen anderen das Konzil, den dritten das Domkapitel von Konstanz. Wer in das Kaufhaus eintritt, gelangt an eine zweite Tür mit einer viereckigen Durchreiche, die ebenfalls mit einem Vorhängeschloss versperrt werden kann. Türhüter und Träger des Schlüssels ist der Hochmeister des Hospitalordens der Ritter von Rhodos, der Johanniter. Bei diesem Zugang halten sich Tag und Nacht zwei Bischöfe und Abgesandte des Konzils auf. Auch drei Fürsten und Grafen sind dort postiert. Sie alle sind für die Überwachung der Verpflegung der Konklaveteilnehmer zuständig. Zu den Essenszeiten bringen zwei Knechte jedem der Papstwähler eine Gelte (hölzerne Truhe). Sie ist aus Holz und mit dem Wappen des Adressaten bemalt. In ihr befinden sich Brot, Fleisch, Fisch und Gemüse. Ein weiterer Knecht trägt der Gelte zwei durchsichtige Gefäße voran, eines mit weißem, das andere mit rotem Wein gefüllt. Die Bischöfe, Prälaten, Fürsten und Grafen öffnen dann die Gelten, zerschneiden die Lebensmittel und überprüfen, ob sich darin irgendwelche Nachrichten befinden. Das Gemüse und die Getränke probieren sie mit Löffeln. Wird alles für unbedenklich befunden, reicht man es dem Hochmeister, der es durch die Durchreiche in der Tür an denjenigen weitergibt, für den es bestimmt ist.

Den Teilnehmern am Konklave ist gestattet worden, einen Diener mitzunehmen. Dieser bezieht einen Verschlag vor der Kammer seines Herrn. „Vor dem kämerlin war ain clains kämerlin gebuwen, das yegliches knecht inlag, won jeglicher mit ainem knecht inhin gieng, und nit mer“, berichtet als Zeitzeuge Ulrich von Richental. Der König und das Konzil haben zudem verfügt, dass Teilnehmer gleicher Nationalität keine Zellen nebeneinander erhalten dürfen. So hofft man, vertraute Gespräche und Abmachungen zu unterbinden. Das Zimmer der Papstwähler ist mit einem Bett, einem Tischchen und Sitzgelegenheiten ausgestattet. Kein Sonnenstrahl, kein Licht von draußen dringt in die ehemalige Kaufhalle. Im Erdgeschoss würden große Laternen mit mehreren Kerzen brennen, berichtet Ulrich von Richental, ebenso im ersten Stock. Dort, im ersten Stock des Gebäudes, bei der Treppe, haben Zimmerleute eilends eine kleine Kapelle mit drei Altären errichtet. Auch sie muss ohne Tageslicht auskommen, und die Zelebranten sind gezwungen, die heilige Messe allein bei Kerzenschein zu feiern.

Schon in der Nacht zum 11. November kommen die Mitglieder des Konklave zu einer Einigung, und in den Morgenstunden des Tages steht das neue Oberhaupt der Kirche fest: Oddone Colonna. Der Kardinaldiakon von San Giorgio in Velabro gibt sich den Namen des Tagesheiligen. Als Papst Martin V. wird der Spross eines der vornehmsten Adelsgeschlechter der Ewigen Stadt dem Volk verkündet. „Die Menschen konnten vor Freude kaum sprechen“, berichtet ein Augenzeuge. Die Konstanzer Wahl findet allgemeine Anerkennung. Über Mantua und Florenz kehrt Martin V. nach Rom zurück. Unter seiner Herrschaft wird die halb zerstörte Stadt am Tiber zu neuer Blüte geführt. Der fromme und bescheidene Pontifex erweist sich als ein fähiger, die Reform unterstützender Verwalter der Kirche. Aber er besitzt auch ein Ohr für die weltlichen Bedürfnisse seiner Untertanen. Den Römern gestattet er, die Feier des Karnevals auf mehrere Tage auszudehnen. Sie danken es ihm auf ihre eigene Art und nennen ihn il Papa Carnevale. Am 20. Februar 1431 stirbt Martin V. Die Inschrift an seinem Grabmal bezeichnet den Colonna-Papst als „temporum suorum felicitas — das Glück seiner Zeit“.

Seinem „Vorgänger“, Johannes XXIII., bleibt ein solcher Zuspruch verwehrt. Wie seine Reise nach Konstanz und der verunglückte Adventus, so wird auch seine Abreise aus der Bodenseestadt zu einer tiefen Demütigung. Noch bevor das Konzil richtig tagt und das Konklave beginnt, flieht er in der Nacht vom 20. auf den 21. März des Jahres 1415 — als Reitknecht verkleidet — „uff ainem klainen rösly“ nach Schaffhausen. Die Flucht wird ihm durch Herzog Friedrich von Tirol ermöglicht. In Konstanz ist man bestürzt. Angst kommt auf, das Schisma könnte weiterbestehen. Doch bevor Baldassarre Cossa von außen auf das Konzil Einfluss nehmen kann, handelt König Sigismund. Er lässt den Flüchtigen am 29. April in Freiburg im Breisgau gefangen nehmen und befiehlt dem Reichsvikar Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz, ihn im Heidelberger Schloss festzusetzen, bis in Konstanz ein neuer Papst gewählt ist. Das Konzil unternimmt den nächsten, folgerichtigen Schritt. Es erklärt Johannes XXIII. für abgesetzt. Zu guter Letzt nimmt aber auch der weitere Lebensweg des Ex-Papstes ein positives Ende. Die Ereignisse haben ihn geläutert. Baldassare Cossa reist zu Martin V. und wirft sich ihm zu Füßen. Der Papst begnadigt ihn nicht nur, sondern ernennt ihn darüber hinaus zum Kardinalbischof von Tusculum und Dekan des Heiligen Kollegiums.

Am Ende einer der schwersten Krisen, in die die katholische Kirche geraten war, urteilt der protestantische Geschichtsschreiber und erklärte Gegner des Papsttums, Ferdinand Gregorovius: „Jedes weltliche Reich würde darin untergegangen sein; doch so wunderbar war die Organisation des geistlichen Reiches und so unzerstörlich die Idee des Papsttums selbst, dass diese tiefste der Spaltungen nur dessen Unteilbarkeit bewies.“

Aus dem Buch: Ulrich Nersinger, Tatort Konklave, Verlag Petra Kehl. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Eine wertvolle CD aus dem Verlag Petra Kehl


19. November
Die Mär vom selbstbestimmten Suizid

In der bisher umfangreichsten Meta-Studie aus dem Jahr 2004, bei der 27 wissenschaftliche Studien miteinander verglichen wurden, in denen wiederum insgesamt 3275 Suizide erfasst wurden, kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass in 87,3 Prozent der Fälle eine zuvor diagnostizierte psychische Erkrankung die Hauptursache für die Selbsttötung war. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Auch bei den verbleibenden 12,7 Prozent konnte nicht etwa ein „freiverantwortlicher Suizid“ nachgewiesen werden, sondern die Hauptursache bloß nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Wenn aber der Suizid – zumindest in der Mehrzahl der Fälle – Ausdruck einer geistig-seelischen Krankheit ist – dann kann er eigentlich nicht als eine Form, sich selbst zu bestimmen, betrachtet werden. Wer dies dennoch tut, müsste auch den Spirituosenkonsum eines Alkoholkranken als Ausdruck seiner Willensfreiheit werten und nicht – wie es gemeinhin üblich ist – als Beleg für eine mangelnde Willensfreiheit.

Aus: Stefan Rehder, Nun sollen die Ärzte ran, in: Lebensforum Nr. 111, 3. Quartal 2014, S. 6

Stefan Rehder: Die Todesengel


19. November
Leonhard Lemmens

Vor 150 Jahren, am 19. November 1864, wurde im rheinländischen Bocket der Ordenshistoriker Leonhard Lemmens OFM geboren. “Über die Geschichte seines Ordens veröffentlichte er mehr als 90 kleinere und größere Schriften” (L. Oliger im LThK, 1. Auflage). Er starb am 10. Februar 1929 in Rom, wo er in den letzten acht Jahren seines Lebens als Ordensarchivar gewirkt hatte.


18. November
Monatsranking

Platz Monatsranking Oktober 2014
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 535 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

+/- 0
3

In-vitro-Fertilisation

+ 3
10

Robert Spaemann

- 1
20

Wie seriös ist Dawkins?

+ 3
30

Markus Keller: Der hl. Ignatius und die Exerzitien

+ 16
40

Martin Ramm: Der Widerstand der katholischen Jugend im Dritten Reich

+ 12
50

Eduard Kamenicky: Die auf Dich warten

+ 15
60

Grisar: Luther und der Ablassstreit

+ 21
100

P. Martin Ramm: Was ist Keuschheit?

+ 16

18. November
Karolina Kozka

Vor 100 Jahren, am 18. November 1914, starb in Wal-Ruda bei Tarnów in Polen im Alter von 16 Jahren die selige Karolina Kozka. Sie starb als Märtyrerin der Reinheit: “Als am Beginn des 1. Weltkrieges ein Soldat der zaristischen Armee Russlands das Haus der Familie Kozka überfiel, trieb er Karolina und ihren Vater in den Wald, ließ dann aber den Vater laufen. Karolina flüchtete weiter in den Wald hinein, der Soldat rannte ihr hinterher; sie verlor bei der Verfolgung ihre Jacke und ihre Schuhe. Als der Russe das Mädchen eingeholt hatte, wollte er ihr das Kopftuch - das Zeichen für Keuschheit und Jungfräulichkeit - herunterreißen, doch sie wehrte sich. Er verletzte Karolina mit seinem Säbel am Arm, Karolina stürzte zu Boden; der Soldat ließ von ihr ab, sie verblutete im Wald. Ihre Leiche fand man erst zwei Wochen später und - außer der Verletzung - unversehrt im Wald liegen” (aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon). Am 10. Juli 1987 wurde sie seliggesprochen.


16. November
Das apostolische Herz

Von P. Wilhelm Eberschweiler

"Ich sah die Übertreter und härmte mich ab, weil sie deine Gebote nicht beobachten" (Ps. 118, 158).

Das tiefe Seelenweh, das so ergreifend aus diesen Worten des Psalmisten spricht, haben alle großen und edlen Seelen empfunden, die je von wahrer Gottesliebe erfüllt waren. Ein größeres Leid kennen sie nicht, als sehen zu müssen, wie die Worte und Gebote Gottes nicht beobachtet werden, wie sein Dienst vernachlässigt wird, wie Gott, die unendliche Güte und Liebe, so wenig erkannt, so wenig geliebt wird.

Auch heute noch gibt es viele solcher Seelen, denen die Seelennot und Sündenschuld der Menschen zu Herzen geht, so daß sich ihnen die Klage des alttestamentlichen Beters auf die Lippen drängt: "Ich sehe die Übertreter und härme mich ab, weil sie deine Gebote nicht beobachten." Zum Schmerze darüber gesellt sich dann das inbrünstige Verlangen, daß die Unbilden aufhören möchten und der göttlichen Majestät wieder die volle ihr gebührende Ehre zuteil werde. Da aber dies nur in dem Grade möglich ist, als die Menschen Gott erkennen und lieben, so dürsten sie geradezu nach dieser Erkenntnis und Liebe Gottes, nicht nur für sich, sondern auch für viele, viele Seelen, ja für alle, die auf Erden leben, nah und fern. Zukomme uns dein Reich! So ruft es immerdar aus den Tiefen ihres Herzens. Sehet da, diese Gesinnung ist so recht die Quelle des Seeleneifers, sei es für die Priester und Seelsorger, die ihrem Berufe gemäß am Heil der Seelen arbeiten, sei es für alle anderen, die besonders in der von unserem Heiligen Vater so sehr empfohlenen Katholischen Aktion mitarbeiten wollen an der Rettung der Welt. Nur dann, wenn in einem Herzen dieser wahre Seeleneifer brennt, wird es zu Taten vorantreiben, und der Grund, warum es zuweilen so schwierig ist, Gläubige für die apostolische Mitarbeit zu gewinnen, liegt in dem Mangel an diesem Seeleneifer, an dieser echten Bruderliebe. "Bin ich denn der Hüter meines Bruders?" So denkt man und sorgt nur für sich. Was geht das mich an? So spricht man und geht an den Armen vorüber, denen die Sünde, die größte Räuberin, alles geraubt, und die todwund am Boden liegen. Laßt uns darum einiges erwägen über den Seeleneifer, auf daß diese Quelle immerdar und immer reichlicher in unsern Herzen sprudele.

Was ist der Seeleneifer? Er ist jene edelmütige Gesinnung, welche, aus der Liebe entspringend und von ihr genährt, uns mit großem Verlangen nach dem Seelenheil des Nächsten erfüllt und uns antreibt, alles zu tun, was in unsern Kräften steht, es zu fördern. Ein zweifaches umfaßt also der wahre Seeleneifer: 1. das inbrünstige Verlangen nach dem Seelenheil; 2. eifriges Wirken für das Seelenheil; mit anderen Worten: ein apostolisches Herz und apostolische Tätigkeit.

Ein apostolisches Herz ist das erste, was die Tugend des Seeleneifers kennzeichnet, ein Herz, das ganz Bruderliebe geworden, ein Herz, das schlägt von inbrünstigem Verlangen nach dem Heil und Glück aller Menschen. Wie kommt ein solches Verlangen zustande? Wie wird es zu einer dauernden, dem Herzen eigentümlichen Gesinnung? Zu einer Gesinnung, die nicht hie und da einmal auftaucht aus der Tiefe, wenn etwa äußere Anlässe dazu antreiben, sondern die stets lebendig ist, eine vorherrschende Neigung des Herzens? Dazu ist ein dreifaches besonders erforderlich:

Wem nicht viel gelegen ist an einer Person, dem ist auch am Wohl und Wehe dieser Person nicht viel gelegen. Und andererseits ist man um das Glück und Wohlbefinden anderer in dem Grade besorgt, als man sie hochschätzt und liebt. Das lehrt die tägliche Erfahrung. Ein Vater verlangt aufrichtig und mit ganzer Seele nach einer glücklichen Zukunft seines Sohnes, weil er den Sohn selbst liebt. Ein Freund wünscht dem Freund von Herzen alles Gute, weil der Freund selbst ihm lieb und wert ist. In ähnlicher Weise wird in uns das Verlangen nach dem Heil der Seelen leben und uns in dem Grade beherrschen, als wir die Seelen selbst hochschätzen und lieben.

Lernen wir von unserem göttlichen Heiland! In seiner Brust brennt ein ganz apostolisches Herz. Warum? Jesus schaut in jedem Menschen das Ebenbild Gottes. Er schätzt und liebt in ihm das Wunderwerk der schöpferischen Hand seines himmlischen Vaters. Dieser Gedanke erfüllt sein Herz mit einem unsäglichen Verlangen, jenes Ebenbild und Wunderwerk, wo immer es durch die Sünde entstellt ist, zu erneuern und noch wunderbarer und leuchtender wiederherzustellen.

Wird fortgesetzt

P. Wilhelm Eberschweiler SJ (1837-1921) war gebürtiger Saarländer. Der “Apostel der frohen Gottesliebe” (so der Spruch auf seinem Grabstein) starb im Ruf der Heiligkeit. 1951 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet. Über 80.000 Gebetserhörungen sind aktenkundig. In zahlreichen Novenenbüchlein sind seine Vorträge verarbeitet. Einem dieser Novenenbüchlein, herausgegeben von P. Peter Krumscheid SJ, ist dieser Vortrag entnommen.


15. November
Entzauberung der Werte?

In der Novemberausgabe des Vatican-Magazins ist von mir ein Artikel über die Entzauberung der Werte? Eine Aufklärung über Aufklärer erschienen.


15. November
Alexander Bonini

Vor 700 Jahren, am 15. November 1314, starb in Rom im Alter von etwa 44 Jahren der Theologe Alexander Bonini von Alessandria (Piemont) OFM. Er wurde 1303 Lector S. Palatii in Rom und 1307 als Nachfolger des sel. Duns Scotus für ein Jahr Magister regens in Paris (was heute in etwa einem universitären Professor und Lehrstuhlinhaber entspricht). Seit 1309 Provinzial in Neapel, wurde er am 2. Juni 1313 Ordensgeneral.


15. November
Großzügiger

Gläubige christliche Kinder sind großzügiger und friedfertiger als Kinder, die nicht an Gott glauben. Das fand in einer dreijährigen Studie die “Forschungsgruppe Religion und Gesellschaft” heraus, die 1377 Kinder befragte, wie die dpa dieses Jahr gemeldet hat. So sind 43 % der gläubigen Kinder, aber nur 26% der nichtgläubigen Kinder bereit, Armen etwas von ihrem Taschengeld zu geben.


14. November
Beschämt

Vor allem die moderaten Muslime sind beschämt, welches Image der Islam durch IS bekommen hat. Aber andererseits müssen wir auch feststellen, dass Extremismus und Gewalt in den Herzen mancher Muslime ein gewisses Echo finden. Mehrfach haben allerdings Moslems in Aleppo zu mir gesagt: “Bitte, sag den Christen, dass sie in Aleppo und in Syrien bleiben sollen. Ohne die Christen haben wir keine Werte, keine Lebensqualität mehr.”

Antoine Audo, chaldäisch-katholischer Bischof von Aleppo, im Interview mit Kirche in Not-Mitarbeiter Berthold Pelster, veröffentlicht in IdeaSpektrum Spezial Christenverfolgung 2014, S. 15.


14. November
Großherzig

Wir sind immerhin so großherzig, euch zur Reue aufzufordern, denn dank Allahs Gnade werdet ihr nie Erfolg haben. Und ich schwöre bei Allah, dass wir niemals aufhören werden, euch zu töten, weil Allah uns aufgetragen hat, Menschen wie euch zu töten... Mitleid mit euch zu haben, wäre ein Akt des Unglaubens... wir werden angreifen, euch die Köpfe einschlagen und euch alle töten. Auch wenn ihr uns nichts tut, werden wir euch alle töten.

Aus einer Ansprache von Scheich Abubakar Shekau, dem Anführer der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram, der im August 2014 nach dem Vorbild des Islamischen Staats ein Islamisches Kalifat ausgerufen hat. Aus dem Bericht von Maurice Michael Kwairanga: Soldaten fliehen vor Boko Haram, Tagespost vom 4. November 2014, S. 2. Laut der Zeit hat Boko Haram seit 2009 durch Anschläge mehr als 10.000 Menschen getötet.


14. November
Edmund Bojanowski

Vor 200 Jahren, am 14. November 1814, wurde im polnischen Grabonóg der selige Edmund Bojanowski geboren. Bewegt vom sozialen Elend der damaligen Zeit, diente er selbstlos den Kranken und Sterbenden und gründete die Schwestern von der unbefleckten Empfängnis, die sich der verwahrlosten Kinder annahmen. Er starb am 7. August 1871 in Górka Duchowna und wurde am 13. Juni 1999 seliggesprochen.


14. November
Hermann Herder

Vor 150 Jahren, am 14. November 1864, wurde in Freiburg im Breisgau Hermann Herder geboren. Er übernahm 1888 in dritter Generation den Herder-Verlag, den sein Großvater Bartholomä Herder 1801 gegründet hatte. 49 Jahre lang leitete er den Verlag. Unter ihm erschienen unter vielem anderen (in erster Auflage) das zehnbändige Lexikon für Theologie und Kirche (Beiträge zur kritisch zu sehenden dritten Auflage), das Historische Jahrbuch der Görresgesellschaft, die Zeitschrift Scholastik und die Werke von Joseph Spillmann. Hermann Herder starb am 19. Oktober 1937.


13. November
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

29. Folge

Paßt aber auch der Name und der Begriff der Zeugung auf die Produktion der zweiten Person allein und nicht zugleich auch auf die der dritten Person? Nein, darauf paßt der Name nicht, und zwar deshalb nicht, weil wir gerade aus der Eigentümlichkeit der ersten Produktion bewiesen haben, daß sie Zeugung genannt werden könne und müsse. Die erste Produktion ist deshalb Zeugung, weil sie die Aussprache eines Wortes und die Ausprägung eines Bildes ist; wenn diese Charaktere also der zweiten Produktion nicht ebenfalls angehören, so ist sie offenbar keine Zeugung. In der Tat, die zweite Produktion in Gott vollzieht sich nicht durch die Erkenntnis, sondern durch die Liebe; sie produziert deshalb nicht ein Wort, sondern eine Aspiration der Liebe, nicht ein Bild einer sich selbst reflektierenden Person, sondern ein Pfand, das zwei sich liebende Personen, das Urbild und das Nachbild, miteinander verbindet. Sie ist also auch keine Bezeugung dessen, was die produzierende Person ist, und der Natur, welche dieselbe besitzt; wenn sie etwas bezeugt, so ist es die Liebe und die Einheit, in der die zwei Personen, welche als Urbild und Nachbild dieselbe Natur besitzen, übereinkommen.

Freilich wird auch durch die zweite Produktion in Gott die Natur ebensogut mitgeteilt wie durch die erste; aber sie wird eben nicht mitgeteilt "per modum naturae", wie einige Theologen sehr schön bemerken, nicht in der Weise, wie die Natur als Natur sich mitteilt. Die Natur als Natur wirkt nur in der Bezeugung dessen, was sie selbst ist, in der Ausprägung, Ausstrahlung des Gleichbildes, in dem sie sich darstellt. Die geistige Natur wirkt also als Natur nur in ihrer Erkenntnis, durch die sie sich in sich selbst reflektiert und ausspricht, wie wir ja auch, wenn wir die Natur der geistigen Wesen bestimmen, sie eben als intellektuelle, nicht als wollende Wesen bezeichnen. Somit wirkt die göttliche Natur insbesondere als Natur nur in der Aussprache ihres persönlichen Wortes.

Die dritte Person hingegen empfängt die Natur zwar ebenso naturnotwendig wie die zweite und in diesem Sinne auch "naturaliter", aber doch nicht "per modum naturae", nicht in der Weise und auf dem Wege der Natur als solcher, sondern in der Weise und auf dem Wege des Willens, der Liebe, der Hingabe. Auf sie geht die Natur nicht über, um sich in ihr darzustellen. Die beiden ersten Personen, der Zeugende und der Gezeugte, nehmen vielmehr ihre Natur kraft ihrer gegenseitigen Liebe, um sie in der dritten Person, als dem Pfande ihrer Liebe, niederzulegen und dadurch ihrer Verbindung miteinander die Krone aufzusetzen. Daher bringen sie diese Person zwar in der Ähnlichkeit ihrer Natur hervor, aber nicht in die Ähnlichkeit, sondern in die Gemeinschaft, d. h. in den ihr durch die Liebe geschenkten Mitbesitz ihrer Natur. Auch bei der Zeugung findet eine Mitteilung der Natur statt; aber sie ist dort ein sekundäres Moment oder eine Folge der zunächst intendierten Darstellung der Natur in einem Zeugnis. Umgekehrt findet beim Heiligen Geiste auch eine Darstellung der Natur statt; aber sie ist nur ein sekundäres Moment oder eine Folge der zunächst intendierten Mitteilung der Natur an eine dritte Person [28].

Kurz und anschaulich können wir sagen: der Heilige Geist sei nicht gezeugt, weil er aus dem Herzen des Vaters und des Sohnes, nicht aus dem Schoße des Vaters hervorgeht. Denn die unendliche Liebesfülle ist in Gott das, was in den sinnlichen Wesen das Herz; die Erkenntnis hingegen ist der Lichtschoß, aus dem er sein Ebenbild ausstrahlt. Ebensowenig als wir bei uns das Herz als Prinzip der Zeugung mit derselben in Verbindung bringen, können wir bei Gott versucht sein, die Fruchtbarkeit seiner Liebe als Zeugung zu betrachten. Inwiefern in den geschaffenen Dingen ein Ausgang aus dem Herzen zu finden ist, welcher dem Ausgang der dritten Person in Gott entspricht, werden wir später sehen.

Die zweite Person in Gott ist also wahrhaft, im vollen und höchsten Sinne des Wortes gezeugt, und dieses Gezeugtsein ist ihr eigentümlich, kommt ihr allein zu, nicht nur im Gegensatz zu den Geschöpfen, sondern auch im Gegensatz zur dritten Person. So haben wir für sie einen Ausdruck, der ihr Hervorgehen als das eines wirklichen, selbständigen Suppositums ohne nähere Bestimmung hinreichend bezeichnet und in einem klaren Bilde veranschaulicht. Zugleich aber gewinnen wir damit auch die Namen, die ihr Sein sowohl wie das ihres Prinzips substantiv bezeichnen. Das Produkt der eigentlichen Zeugung nennen wir Sohn, namentlich dann, wenn die demselben mitgeteilte Natur eine vernünftige ist und somit ihm die Dignität einer Person gibt. Der Name "Sohn" bezeichnet also das erste Produkt in Gott als Suppositum und zugleich gerade als persönliches Suppositum, als Person. Da aber auch die erste Person als selbständig zuerst da auftritt, wo sie als zeugendes Prinzip des Sohnes erscheint, so ist der Name "Vater" für sie ebenso passend und bedeutungsvoll, wie für die zweite der Name "Sohn".

§ 17. Die dritte Person als Geist, Odem des Vaters und des Sohnes, ihre Produktion als Hauchung (spiratio)

Werden wir nun auch für die Produktion der dritten Person in Gott einen Ausdruck finden, der ihren hypostatischen und persönlichen Charakter ebenso entschieden und dabei ebenso charakteristisch bezeichnet, wie die andere Produktion durch den Namen "Zeugung" charakterisiert wird?

Anmerkungen:

[28] Andere, teils ungenügende, teils ganz unzutreffende Gründe, weshalb der zweite Prozeß in Gott keine Zeugung sei, die von einzelnen Vätern und Theologen aufgestellt worden, siehe bei Petavius, De Trin. 1. 7, c. 13.

Wird fortgesetzt

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12. November
Islamist: Von der Liebesbotschaft des Evangeliums getroffen

Während eines Gottesdienstes Ende 2012 wurde Alejandro von Schuldgefühlen gegenüber seinen früheren Terroropfern überwältigt. Er begann bitterlich zu weinen. “Ich war ein harter Kerl, ein islamischer Killer”, sagt er. “Ich habe nie geweint; niemals. Doch die Liebesbotschaft des christlichen Gottes berührte mich tief. Noch am selben Tag beschloss ich, den Islam zu verlassen und Jesus nachzufolgen.

Aus dem Bericht Vom Gotteskrieger zum Menschenfischer (in IdeaSpektrum Spezial Christenverfolgung 2014) über den Muslim Alejandro, der sich 2010 den islamistischen Rebellen auf den Philippinen anschloss. Diese wollen mittels terroristischer Angriffe auf Christen auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen, einen islamischen Staat errichten, obwohl die Muslime nur 30% der 20-Millionen-Bevölkerung Mindanaos ausmachen.

Weitere Zeugnisse


12. November
Aemaet

Den aktuellen Band von Aemaet, in dem mein Aufsatz über die Philosophie Thomas Nagels erschienen ist, gibt es nun auch als Print-Ausgabe.


12. November
Luigi Taparelli

Vor 200 Jahren, am 12. November 1814, trat der Rechtsphilosoph Luigi Taparelli d'Azeglio (1793-1862) in die Gesellschaft Jesu ein. Er war “ein tiefer Denker, voll Kraft und Folgerichtigkeit, 17 Jahre Philosophieprofessor in Palermo, 1850 Mitgründer und Mitarbeiter der Civiltà cattolica. Trug bahnbrechende Ideen vor über internationale Zusammenarbeit und einen tragfähigen Ausbau des Völkerbundes” (I. Zeiger im LThK, 1. Auflage).


11. November
Früchte einsamer Stunden

Die Schriftstellerin Sophie zu Eltz

Von Dr. Petra Kehl

Es waren besondere Stunden, zu denen in den Nachkriegsjahren zahlreiche Kinder sonntags im Eltzer Hof in Eltville zusammenkamen: die Märchenstunden, die Sophie Gräfin zu Eltz für ihre neun Enkel und die Kinder aus der Nachbarschaft abhielt. Und erzählen konnte sie gut. Davon zeugen die Kinderbücher, die sie im Laufe ihres Lebens verfasste.

Die ersten Bücher entstanden in den 30er Jahren. Damals füllte sie mit Schreiben ihre einsamen Stunden aus. Die 1900 geborene Sophie war nach nur drei Jahren Ehe bereits mit 22 Jahren Witwe geworden. Sie lebte mit ihren Kindern, Josephine und Johann Jakob, in Vukovar (Kroatien), dem Familienwohnsitz der Grafen zu Eltz, deren Familie ihr Ehemann Karl entstammte. Doch fehlte dort die Möglichkeit, ihren Kindern eine gute Schulbildung zu verschaffen, und so trennte sich die Mutter schweren Herzens von ihnen, um sie kirchlichen Schulen in Deutschland anzuvertrauen. Der Federhalter wurde nun ihr engster Gefährte.

Zu den ersten Büchern gehören „Schutzengelstunde“ (1934), eine Sammlung von kindgerecht und lebendig erzählten Heiligengeschichten, „Die schweigende Königin“ (1936) sowie als eines ihrer bedeutsamsten Werke „Der kleine Freund“ (1936). „Die schweigende Königin“ zeugt nicht nur von Sophies inniger Marienverehrung, sondern zugleich von ihrem erzählerischen Geschick und ihrem Einfühlungsvermögen. Tiefsinnig erzählt sie darin von dem einfältigen „Waldnarren“ von Folgoat, der kaum etwas anderes von sich gibt als „Ave Maria“. Und doch beschämt dieser „Schwachkopf“ einen stolzen Studenten, denn aus dem Grab des Narren wächst eine Lilie, worauf in goldenen Buchstaben steht: „Ave Maria“. Dieses Wunder führt den Studenten zu tieferer Einsicht – und begründet die Entstehung des Wallfahrtsortes Folgoat in der Bretagne. Bewegend auch schildert Sophie das Wirken der Mercedarier, die sich im Dienste ihrer Herrin Maria selbst der Sklaverei übergeben, am Beispiel eines jungen Ritters und berichtet dabei zugleich, wie der Wallfahrtsort Puig bei Valencia entstanden ist. Der Weg zu Maria kann auch abenteuerlich sein: Dies zeigt Sophie am Beispiel des chinesischen Räuberhauptmanns Teou koui, den ausgerechnet sein raues Räuberleben darauf vorbereitet, als Kämpe der hl. Jungfrau die Christenstadt Tong Lu gegen die Boxer zu verteidigen. Doch menschliche Anstrengung allein kann nicht helfen, daher erscheint Maria selbst und schlägt die Feinde als „weiße Frau auf den Mauern der Stadt“ in die Flucht.

In „Der kleine Freund“ wählt Sophie einen spannenden methodischen Ansatz, um dem Religionsunterricht Leben einzuhauchen, und greift dabei auf tatsächliche Gegebenheiten zurück: Der kleine Karl leidet unter dem „trockenen“ Unterricht des Katecheten. Und doch will er sich gut auf die Erstkommunion vorbereiten. Da springt sein Schutzengel ein und nimmt ihn mit auf nächtliche Reisen auf der Himmelsleiter. Leider sind die erzählten Beispiele stark der Entstehungszeit verhaftet, sodass der Text für eine Neuausgabe nicht nur überarbeitet, sondern weitgehend neu geschrieben werden müsste.

Das Kriegsgeschehen seit 1939 zwang Sophie zur Unterbrechung ihrer schriftstellerischen Arbeit. 1944 flüchtete sie zunächst zu ihren Eltern ins Egerland, dann weiter nach Eltville, wo sie neben vielen Verwandten, die ihr Flüchtlingsschicksal teilten, auch weitere Flüchtlinge in den Eltzer Hof aufnahm, der, ebenso wie die Burg Eltz, zu den Familiengütern der Grafen zu Eltz gehörte. Dort hielt sie dann auch, als die Zeiten etwas ruhiger wurden, ihre „Märchenstunden“ ab.

Groß mag das Bedauern ihrer kleinen Zuhörer gewesen sein, als sich Sophie 1952 – mit 52 Jahren! – entschloss, in die Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen einzutreten. Als geborene Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg stand Sophie diesem Kloster aus Familientradition nahe. Ihr Großvater, Fürst Karl zu Löwenstein (Mitbegründer der Zentrumspartei), hatte die Neubelebung der Abtei unterstützt, nachdem das altehrwürdige Benediktinerinnenkloster, 1165 von der hl. Hildegard gegründet, 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben worden war. Die Erneuerung war vor allem deshalb dem Fürsten Karl ein Herzensanliegen, weil das säkularisierte Kirchengut seiner Familie zugefallen war. Auf diese Weise konnte er es zurückerstatten. Daher blieb er auch dann dem Gründungsvorhaben treu, als seine älteste Tochter, Benediktinerin in Frankreich, die als erste Äbtissin vorgesehen war, überraschend starb.

Sophie war seit längerem bereits mit den Schwestern von St. Hildegard eng verbunden. Als Mädchen hatte sie bereits Nonne werden wollen, jedoch mit 19 Jahren ihren späteren Ehemann kennen gelernt. Nach dessen Unfalltod suchte sie einige Zeit bei den Schwestern Trost. Dann nahm sie die Herausforderungen an, die das Leben und ihre Kinder an sie stellten. Jedoch blieb sie mit der Abtei verbunden und schloss sich ihr 1924 als Oblatin an. Eine rege Korrespondenz hielt die Verbindung aufrecht.

Als Sophie in vorgerücktem Alter noch den Schritt wagte, ihrem Leben eine neue Wende zu geben, folgte sie dem Vorbild ihres frommen Großvaters, der auf die Enkelkinder großen Eindruck gemacht hatte. Fürst Karl zu Löwenstein war mit 73 Jahren noch Dominikaner geworden.

Doch ganz mussten die Kinder auf die Geschichten ihrer „Märchentante“ nicht verzichten. Waren die Sommermonate mit ihren Arbeiten im Obstgarten vorbei, widmete sich Schwester Monika, wie Sophie nach dem Ordenseintritt hieß, neben dem Sakristeidienst auf Anweisung ihrer Oberen wieder der Schriftstellerei. So entstanden hinter Klostermauern acht weitere Kinderbücher. 1982, mit 81 Jahren, verstarb Schwester Monika.

Zwei ihrer Bücher sind jetzt im Verlag Petra Kehl in Auswahl neu aufgelegt worden:

Schutzengelstunde, broschiert, 144 Seiten, 8 der ursprünglich 13 Heiligengeschichten

Die schweigende Königin, broschiert, 176 Seiten, 7 der ursprünglich 13 Geschichten.

Quellen: Helga Simon: Der Lebensweg einer Gräfin, in: Jahrbuch 2014. Rheingau-Taunus-Kreis, S. 139-142.
Abtei St. Hildegard


9. November
Jesus, einzigartig

Von Peter Kreeft

Zweiter Teil

Sophia: (mit kultiviertem britischen Akzent mit ostindischem Einschlag) Ich heiße Sophia Sikh und ich bin hier, weil ich nicht weiß, woher ich wirklich komme. Meine Mutter war Baptistin, mein Vater war Sikh und ich wurde von meinem Onkel in Oxford erzogen, der Atheist ist. Während ich in Oxford war, erlebte ich, was meine Mutter einen vierfachen Sündenfall nennt: Ich wurde Episkopalistin, dann Unitarierin, dann Atheistin und schließlich Soziologin. (Die übrigen Studenten ringen mit gespieltem Entsetzen nach Luft.)

Fesser: Was für ein interessanter Hintergrund!

Sophia: Das sagt jeder. Um ehrlich zu sein, ich wünschte mir jemanden, der etwas anderes sagen würde, etwas Interessanteres als »wie interessant«.

Fesser: (leicht errötend, etwas gequält) Nun, Sophia, ich denke, in einem Kurs mit solch verschiedenen Teilnehmern wie diesem hier werden Sie ziemlich wahrscheinlich auch etwas Interessantes finden. Und ich bin mir sicher, dass Sie viel geben und viel finden können.

Sophia: Was meinen Sie damit?

Fesser: Ich meine, dass Sie den anderen sicher viel mitgeben können, genauso wie Sie viel von ihnen lernen können.

Sophia: Warum sind Sie sich dessen so sicher, Herr Professor? Sie kennen mich doch gar nicht.

Fesser: Weil jeder etwas zu geben hat, Sophia, egal wer er ist.

Sophia: Ist das nicht genau das, was man immer zu dummen Leuten sagt, aber nie zu intelligenten?

Fesser: (überrascht) Wie, nein, wie kommen Sie darauf?

Sophia: Hat das jemand irgendwann zu Einstein gesagt?

Fesser: (lächelnd, ausweichend) Ich verstehe. Vermutlich nicht. Entschuldigen Sie, so habe ich das nicht gemeint, Sophia.

Sophia: Oh, Herr Professor, es war nicht meine Absicht, Sie vor den Kopf zu stoßen. Die Leute sagen mir oft, dass ich manchmal zu direkt sei.

Fesser: Oh, fühlen Sie sich hier bitte nicht bedrängt. Sagen Sie immer, was Sie mögen, was auch immer Ihnen in den Sinn kommt. Das hier ist ein offenes Seminar. Die einzige Regel, auf deren Einhaltung ich bestehe, ist, dass wir es nicht für nötig halten, uns an irgendwelche Regeln zu halten, einverstanden?

Sophia: Ganz wie Sie meinen, Herr Professor.

Fesser: Der Nächste bitte.

Thomas: Ich bin Thomas Keptie. Ich bin professioneller Schachspieler und darum eine arme Person, obwohl meine Quote bei 2400 liegt. Ich glaube, früher war ich Christ, dann Marxist und jetzt bin ich desillusioniert von beidem und überhaupt von allem, was ich erlebt habe. Ich entwarf Software für Online-Philosophiekurse, aber das hat mich gelangweilt. Das letzte Jahr habe ich am Institut für Advanced Studies verbracht und versucht, die Anwendung des Goedel-Beweises auf die Glaubensstruktur der einzelnen großen Weltreligionen auf dem Computer zu simulieren. Ich bin hier, um zu klären, ob dasselbe vielleicht mit den verschiedenen Christologien innerhalb des Christentums möglich ist, vergleichbar mit den Infrastukturen auf einem universalen wertfreien Kohärenz-Raster.

Fesser: Was für ein interessanter Zugang. (Sophia wendet sich ihm abrupt zu; er lächelt ein bisschen verlegen.) Ich denke, das könnte gut ein neuer, fruchtbarer Zugang zum Christusereignis sein. Ich freue mich darauf, von Ihnen und Ihrem ... ähm ... Standpunkt mehr zu hören. Der Nächste bitte.

Solomon: (langsam und leise) Ich heiße Solomon Etude, Ich bin einfach nur hier, um zu hören, zu denken und zu lernen.

Fesser: Ist das alles, was Sie sagen möchten?

Solomon: Ja, ich glaube, das ist für den Moment alles. Wenn ich etwas habe, das sich zu sagen lohnt, werde ich mich melden.

Fesser: Danke, Solomon. Der Nächste.

Ahmen: Mein Name ist Ahmen Ali Louiea. Ich kam hierher, um einen Abschluss zu bekommen, damit ich als ordinierter Missionar für mein Volk arbeiten kann, um ihnen Jesus als Erlöser zu verkünden.

Fesser: Danke, Ahmen. Sie wissen ja, dass es viele verschiedene Zugänge zum Christusereignis gibt.

Ahmen: Sie meinen zum Erlöser?

Fesser: Ja, aber der Begriff, den Sie verwenden, beinhaltet ein gutes Stück Auslegungsballast. Ich hoffe, Sie sind sich dessen bewusst.

Ahmen: Und beinhaltet Ihr »Christusereignis« dies nicht?

Fesser: Es ist neutral gemeint.

Ahmen: Aber »Christusereignis« ist nicht sein Name; es ist Ihre Erfindung. Und »Jesus« ist nicht meine Erfindung, es ist sein Name.

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8. November
Ungerechte Schwarzfahrerbehandlung

P. Markus Christoph SJM sieht ein Stückchen Wahrheit in dem Vorwurf der Einseitigkeit, mit der man sich in der Frage der Kommunionzulassung auf die wiederverheirateten Geschiedenen fokussiert. Er vergleicht die Situation in seinem Artikel Schwarzfahrer an der Kommunionbank (in: Der Ruf des Königs, 3. Quartal 2014, S. 6-9) mit einem Zugschaffner der Deutschen Bahn, der nur Schwarzfahrer aus Nürnberg, nicht aber solche aus München belangt. Zurecht würden sich die Nürnberger ungerecht behandelt fühlen. Die Gerechtigkeit würde aber nicht dadurch hergestellt werden, dass alle Schwarzfahrer unbehelligt blieben.

P. Christoph zählt dann weitere Gruppen auf, die sich ebenso wie der wiederverheirateten Geschiedenen selber vom Kommunionempfang ausgeschlossen haben: “Wer z.B. am Sonntag die hl. Messe aus eigener Schuld nicht besucht hat und noch nicht gebeichtet hat, kann die hl. Kommunion nicht empfangen (vgl. KKK 2181, CIC 1247). Oder wer beharrlich bezweifelt, dass Jesus von Maria als Jungfrau geboren wurde (vgl. KKK 499-501; 2089, CIC 1364 §1). Genauso wer dauerhaft leugnet, dass der Papst bestimmte Dinge für alle Zeiten und für alle Gläubigen unfehlbar erklären kann (vgl. KKK 891, 2089, CIC 1364 §1). Oder wer sich weigert zu glauben, dass es den Teufel und die Hölle gibt (vgl. KKK 291-395 bzw. 1033-1037, 2089, CIC 1364 §1). Kurz: Wer nicht den ganzen katholischen Glauben annimmt — den ganzen, d. h. die Liste aller Glaubenssätze (vgl. KKK 2089, CIC 1364 §1) — der kann nicht zur hl. Kommunion gehen. Doch nicht genug. Wer innerhalb der letzten Stunde etwas gegessen hat, der darf nicht zum Tisch des Herrn treten (CIC 919). Und auch wer seit Jahren nicht mehr gebeichtet hat, kann ebenfalls nicht die hl. Kommunion empfangen (KKK 2042). Genauso wer öfters am Freitag sein Freitagsopfer nicht gebracht hat (obwohl er wusste, dass die Kirche hier eine schwere Verpflichtung sieht, vgl. KKK 2043, CIC 1251), wer vorehelich zusammenlebt (z. B. KKK 2390) oder bewusst Masturbation praktiziert hat (KKK 2352), oder wer sich sonst irgendeiner schweren Sünde bewusst ist (KKK 1385)... in allen Fällen darf man die hl. Kommunion nicht empfangen. Genauso wie die wiederverheirateten Geschiedenen.”


8. November
Demo für alle

Am Samstag, den 22. November, findet in Hannover um 14 Uhr eine Demo für alle gegen den “rot-grünen Ideologisierungwahn” statt, der die Schulkinder bedroht. Gerade in letzter Zeit haben verschiedene Reportagen in der FAZ und im Focus gezeigt, wie notwendig dieser Protest ist.


8. November
Dietrich II. von Moers

Vor 600 Jahren, am 8. November 1414, feierte in Aachen Erzbischof Dietrich II. von Moers, ein halbes Jahr zuvor zum Erzbischof von Köln gewählt und fünf Tage zuvor zum Priester geweiht, seine Primiz. Diese Primiz war gleichzeitig die Krönungsmesse, in der Dietrich König Sigismund krönte. Dietrich wirkte mehr als politischer Herrscher denn als geistlicher Hirte und bietet ein Beispiel für den immer wieder auftretenden Entweltlichungsbedarf der Kirche.


7. November
Peter Wu Guosheng

Vor 200 Jahren, am 7. November 1814, starb in Longping, China, im Alter von etwa 46 Jahren als Märtyrer der hl. Peter Wu Guosheng. Nach zweieinhalb Jahren im Gefängnis, während derer er alle Versuchen, ihn durch Folterandrohung zum Glaubensabfall zu bewegen, widerstand, wurde er erdrosselt. Seine letzten Worte unmittelbar vor der Hinrichtung lauteten: “Sieh dort, der Himmel; sieh mein Vaterland; ich schaue die Herrlichkeit Gottes; ich schaue dich, o mein Erlöser!” Am 27. Mai 1900 sprach ihn Leo XIII. selig. Am 1. Oktober 2000 wurde er heiliggesprochen, zusammen mit 119 weiteren chinesischen Märtyrern.


7. November
Heinrich Vieter

Vor 100 Jahren, am 7. November 1914, starb in Jaunde, Kamerun, im Alter von 61 Jahren der aus Westfalen stammende Missionar Heinrich Vieter SAC. Er war der erste Apostolische Vikar von Kamerun. 2005 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet.


7. November
Altarweihe

Vor fünf Jahren, am 7. November 2009, fand in Köln in der von der Petrusbruderschaft betreuten Kirche Maria Hilf (Nähe Chlodwigplatz) eine Altarweihe statt. Sie war notwendig geworden durch eine Verbreiterung und Rückversetzung des Altars. Der emeritierte Kölner Weihbischof Dr. Klaus Dick hatte die feierliche Zeremonie vorgenommen.


5. November
Zahlen zur Petrusbruderschaft

Die neueste Statistik vom 19. Oktober 2014 über die Priesterbruderschaft St. Petrus informiert uns darüber, dass gegenwärtig 253 Priester, 16 Diakone und 144 Seminaristen zur Petrusbruderschaft gehören. Die Gesellschaft apostolischen Lebens wirkt weltweit in 120 Diözesen, davon 26 Diözesen im deutschsprachigen Raum. An 214 Orten feiert sie die hl. Messe, davon 66 im deutschen Sprachgebiet. Weltweit ist sie für 30 Personalpfarreien zuständig: 22 in den USA, 3 in Kanada und jeweils eine in Italien, Australien, Nigeria, den Niederlanden und der Schweiz. Von ihren weltweit 105 Niederlassungen sind 68 kanonisch errichtet. Die Konfraternität St. Petrus hat 4653 Mitglieder, davon 767 im deutschen Sprachraum.


5. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht das Zeugnis von P. Ivan über seine Bekehrung und der Artikel von Annie Foster über moralische Werte. Die Kritik P. Bernward Denekes an einem verwässerten Priesterbild finden Sie auf der Seite mit den Ausführungen P. Zimmers über die Aufgaben des Priesters.


5. November
Konzil von Konstanz

Vor 600 Jahren, am 5. November 1414, begann das 16. allgemeine Konzil, das Konzil von Konstanz. Es wurde von Gegenpapst Johannes XXIII. (1410-1415) auf Wunsch König Sigismunds (1411-1437) einberufen und hatte “drei Hauptaufgaben: Bekämpfung der Häresie (causa fidei), Beseitigung des Schismas (c. unionis) und die Reform der Kirche an Haupt und Gliedern (c. reformationis)” (K. A. Fink im LThK, 1. Auflage). Das Konzil dauerte bis zum 22. April 1418.


3. November
Kapitulation?

Der Geist dieser Welt versucht, die sexuelle Befriedigung zu vergöttlichen und zum wichtigsten Sinn des Lebens zu erheben. Dazu müssen alle Schranken aufgehoben werden, die einem solchen Verlangen im Weg stehen könnten. Das Ergebnis ist ein Frontalangriff auf das christliche Verständnis von Sexualität im Dienst des Lebens und der Liebe, d.h. letztlich auf die christliche Familie. Die Strategie beginnt mit der sexuellen Enthemmung im Kindergarten und der bewussten Verführung zu umfassender sexueller Betätigung im Schulalter. Die Gesetzgebung zu Ehe und Familie bildet schließlich den großen Rahmen, in dem eine Zivilisation des Egoismus und der völligen Bindungslosigkeit auf den Thron gehoben wird.
Der christliche Geist aber steht dem Pansexualismus und dem Konsumdenken der modernen Gesellschaft diametral gegenüber. Er setzt an der Formung des Herzens an, die ohne bewusstes Bemühen um Selbstbeherrschung nicht möglich ist. Die Hinführung zu vorehelicher Enthaltsamkeit ist deshalb ein Schlüssel zur „Erlösung des Leibes“.
(...)
Die Richtung, welche die Diskussionen auf der Bischofssynode eingeschlagen haben, birgt die Gefahr in sich, vor dem Geist der Welt zu kapitulieren. Warum ist es so abwegig, wiederverheirateten Geschiedenen, die die Sakramente empfangen möchten, die Enthaltsamkeit nahezulegen? Warum wird diese Lehre überhaupt nicht angesprochen? Warum wird nicht eindeutig gesagt, dass alle Formen direkter sexueller Befriedigung außerhalb des ehelichen Akts, auch gelebte homosexuelle Beziehungen, ungeordnet und damit eine Sünde sind? Respekt für die Mitmenschen und Barmherzigkeit bestehen nicht darin, die Sünde gutzuheißen, sondern die Menschen auf dem Weg der „Erlösung des Leibes“ mit dem Gnadenangebot Gottes zu begleiten.

Aus: Erich Maria Fink, Die Erlösung des Leibes. Was will die Bischofssynode?, in: Kirche heute, November 2014, S. 11


3. November
Rupert Mayer

Vor 75 Jahren, am 3. November 1939, wurde der selige P. Rupert Mayer SJ zum dritten Mal von den Nazis verhaftet und ins KZ Sachsenhausen eingeliefert.


3. November
Dum fidei constantiam

Vor 500 Jahren, am 3. November 1514, bestätigte Papst Leo X. (1513-1521) in der Bulle Dum fidei constantiam die Bullen Papst Nikolaus’ V. (1447-1455), in denen dieser das Eigentumsrecht Portugals an dessen Eroberungen zubilligte, vom Kap Bojador und Kap Nao bis Guinea und zum Kongo. Damit bekam Portugal des Eroberungs- und Handelsmonopol in Süd- und Ostasien. Im Gegenzug war der König von Portugal verpflichtet und berechtigt, Missionare für die Missionierung der Heiden und Muslime und für die Seelsorge an den eingewanderten Portugiesen zu entsenden (vgl. den Beitrag über Heinrich den Seefahrer).


2. November
Worte und Taten

Zum zweiten Mal habe ich dieses Jahr (am 20. September) am Berliner Marsch für das Leben teilgenommen. Über die Gewalttätigkeit der Gegner, angefangen vom Anschlag auf das Zentrum des Bundesverbands Lebensrecht am Vortag bis zu den Pöbeleien gegen Menschen und die Entwendung und Zerstörung von Kreuzen auf dem Marsch selber ist schon viel geschrieben worden. Und wie war es umgekehrt? Die Friedfertigkeit der Lebensrechtler konnte ich beobachten, als es drei Gegendemonstranten gelang, sich mit provokativen Plakaten unter den Zug zu mischen. Sie hatten nichts zu befürchten. Sie wurden weder angepöbelt noch bedrängt noch beschimpft. Nach kurzer Zeit verließen sie von selber wieder den Zug. Vielleicht war es ihnen zu langweilig geworden, weil die erhoffte Provokation erfolglos geblieben war.

Taten überzeugen mehr als Worte. Das gegensätzliche Verhalten der Lebensrechtler und ihrer Gegner spricht Bände: Hier der in Worten eingeforderte und mit Taten praktizierte Respekt vor der unantastbaren Menschenwürde, dort die Verachtung derselben durch gegrölte Hassparolen und Gewaltanwendung. Gewaltanwendung offenbart Gewaltmentalität. Ist es Zufall, dass sich solche Gewaltmentalität bei jenen zeigt, die tödliche Gewaltanwendung gegen ungeborene Kinder als Menschenrecht einfordern? Dass auch abtreibende Frauen oft gerade Opfer solcher Mentalität sind, soll hier nur erwähnt werden, um den Abtreibungsbefürwortern den Nimbus als Frauenrechtler zu nehmen. Was in Worten als sexuelle Selbstbestimmung der Frau gepriesen wird, ist in der Praxis oft nur das klägliche Im-Stich-Lassen der Frauen, die ein Kind unter dem Herzen tragen. Erfahrene Lebensrechtler können Bände darüber berichten. Verachtung der Ungeborenen - Verachtung der Mutterschaft - Verachtung der Mütter (man denke an trauernde Frauen nach Abtreibung, die von Abtreibungsbefürwortern mit Heul-doch-Parolen ausgebuht wurden): Das ist eine einzige abschüssige Bahn, die sicherlich nicht alle Abtreibungsbefürworter zu Ende gehen, die aber doch die Stimmung in weiten Teilen der Gesellschaft widerspiegelt.


1. November
Gedenkschrift für Klaus Gamber

Vor 25 Jahren, im Herbst 1989, erschien unter dem Titel Simandron. Der Wachklopfer die Gedenkschrift für den Liturgiewissenschaftler Klaus Gamber. Sie war als Festschrift für seinen 70. Geburtstag geplant. Doch wegen seines unerwarteten Todes am 2. Juni 1989 wurde aus der Festschrift eine Gedenkschrift.

Der Herausgeber Wilhelm Nyssen versammelte auf 348 Seiten nebst eine Auswahlbibliographie und dem letzten Referat Gambers Beiträge von Hartmut Blersch, Gabriel Bunge, Dom Eligius Dekkers OSB, Konrad Onasch, Hans Quecke, Christa Schaffer, Hans-Joachim Schulz, Michael Schneider, Robert Taft SJ, Achilles M. Triacca, Abraham Andreas Thiermeyer, Paul Mai und außerdem der Kardinäle Joseph Ratzinger, Joachim Meisner und Alfons Stickler und von Bischof Karl Braun.

In seinem Beitrag beklagte Kardinal Ratzinger die konkrete Ausführung der Liturgiereform in ihrem Ergebnis als eine Verwüstung. Über Gamber schrieb er: “Gamber hat die Begeisterung und Hoffnung der alten liturgischen Bewegung von ganzem Herzen mitgetragen. Wohl vor allem, weil er aus einer fremden Schule kam, blieb er in der deutschen Szenerie ein Außenseiter, den man nicht recht gelten lassen wollte; noch jüngst entstand für eine Dissertation eine erhebliche Schwierigkeit daraus, daß der junge Gelehrte zu ausführlich und zu freundlich Gamber zu zitieren gewagt hatte. Aber vielleicht war dieses Außenbleiben auch providentiell, weil es Gamber von selbst zu einem eigenen Weg zwang und ihn des konformistischen Drucks enthob.”


1. November
Gelübde

Vor 100 Jahren, am 1. November 1914, legte der hl. P. Maximilian Kolbe (1894-1941) in Rom bei den Franziskanern seine ewigen Gelübde ab.
Am selben Tag legte in Sanluri der selige Nikolaus von Gesturi Medda OFMCap (1882-1958) bei den Kapuzinern und in Tisis (Vorarlberg) Gustav Gundlach SJ (1892-1963) bei den Jesuiten seine ersten Gelübde ab.


12. Oktober
Die Philosophie Thomas Nagels

Die Zeitschrift Aemaet hat einen Artikel von mir über die Philosophie Thomas Nagels veröffentlicht.


12. Oktober
Wiederverheiratete Geschiedene

Von Prof. Dr. Robert Spaemann

Vorbemerkung ER: Am 8. Oktober veröffentlichte ich auf kath-info einen Text des Philosophen Robert Spaemann (der am 9. Oktober von kath.net übernommen wurde). Es handelte sich um eine Rückübersetzung aus dem Englischen durch Dr. Christof Gaspari, der sie in seiner Zeitschrift Vision 2000 publiziert hatte. Diese Rückübersetzung war zudem gekürzt. Die englische Übersetzung war im August 2014 auf firstthings erschienen. Ich habe nun dank des Autors die Möglichkeit, hier den deutschen Originaltext ungekürzt zu veröffentlichen.

Die Scheidungsziffern in modernen westlichen Gesellschaften sind katastrophal. Sie zeigen, dass die Ehe aufgehört hat, als eine neue, gegenüber den Ehepartnern selbständige Entität betrachtet zu werden, eine Entität, zu deren Auflösung jedenfalls der Wille eines der beiden Ehepartner nicht genügt. Dass auch der Konsens beider nicht genügt, und auch nicht der Wille einer Kirchenversammlung oder eines Papstes, weil der Mensch nach den Worten Jesu nicht trennen kann, was Gott verbunden hat – das ist katholische Lehre. Das christliche Verständnis des richtigen Lebens beansprucht zwar, maßgebend für alle Menschen zu sein. Aber schon die Jünger Jesu waren über die Worte ihres Meisters schockiert: Wer mag denn dann noch heiraten?! Das bedeutet: Der christliche Way of Life steht inzwischen dem in der Welt herrschenden entgegen. Die Kirche in den westlichen Ländern wird nolens volens zu einer Gegengesellschaft, und ihre Zukunft hängt nun vor allem davon ab, dass sie als Salz der Erde nicht schal und von den Leuten zertreten wird.

Die Schönheit der Botschaft erschließt sich nur, wenn sie nicht verwässert wird. Die Versuchung, sie zu verwässern, wird heute begünstigt durch die beunruhigende Tatsache, dass die Scheidungsrate unter Katholiken fast ebenso groß ist wie in säkularen Milieus. Da stimmt offenbar etwas nicht. Es ist gegen alle Vernunft, zu glauben, dass alle zivilrechtlich geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken ihre Überzeugung von der Unauflöslichkeit während ihrer Ehe fundamental in ihr Gegenteil verkehrt haben. Vernünftig ist die Annahme, dass sie bereits bei der Eheschließung gar nicht das klare Bewusstsein hatten, nun die Brücken hinter sich für alle Zeit, das heißt bis zu ihrem Tod, abzubrechen, sodass für sie eine zweite Heirat als Alternative gar nicht existierte.

Und daran ist leider die katholische Kirche nicht unschuldig. Die christliche Ehevorbereitung stellt heute den Brautleuten die Konsequenz einer kirchlichen Trauung sehr oft nicht klar vor Augen. Sonst würden nämlich viele Paare auf eine kirchliche Trauung verzichten. Für andere dagegen wäre eine gute Ehevorbereitung Anstoß zu einer Bekehrung. Der Gedanke ist faszinierend, dass die Verbindung eines Mannes mit einer Frau in die Sterne geschrieben ist und niemand sie von dort herunterholen kann, „in bösen Tagen so wenig wie in guten“. Dieses Bewusstsein ist eine wunderbare und beglückende Kraftquelle, wenn es um die Bewältigung von Ehekrisen und um die Wiederbelebung der alten Liebe geht.

Stattdessen wird innerhalb der Kirche, auch von Kardinälen und Bischöfen, eine Alternative erwogen und empfohlen, die einer Kapitulation vor dem säkularen Mainstream gleichkommt. Heilmittel des Ehebruchs soll nämlich nicht mehr Reue, Verzicht und Vergebung sein, sondern Zeit und Gewohnheit. Zeit und Gewohnheit soll ein ehebrecherisches Konkubinat unter der Hand verwandeln in eine gottgefällige Beziehung, auf die von der Kirche der Segen Gottes herabgerufen wird. Dann ist es natürlich nur konsequent, auch homosexuelle Partnerschaften zu segnen.

Hier liegt aber ein tiefer Irrtum. Die Zeit ist nicht schöpferisch. Sie stellt die Unschuld nicht wieder her. Die Zeit wirkt vielmehr immer im Sinn der Entropiezunahme. Alle Ordnungen der Natur werden der Entropie abgerungen und fallen ihr am Ende zum Opfer. Anaximander schreibt: Woraus die Dinge entstehen, dahinein vergehen sie auch, nach der Ordnung der Zeit. Schlimm ist es, wenn das Prinzip des Verfalls und des Todes schöngeredet wird, und wenn das allmähliche Absterben des Schuldbewusstseins verwechselt wird mit dem Schwinden der Schuld.

Schon Aristoteles lehrte, dass eine zur Gewohnheit gewordene Sünde eine tiefere Depravation darstellt als ein einmaliger Fehltritt, der noch von Gewissensbissen begleitet ist. Das gilt vor allem im Fall des Ehebruchs, wenn durch ihn und durch seine Legalisierung neue Strukturen entstanden sind, die ohne Schmerzen und Gewaltsamkeit meist nicht wieder aufgelöst werden können. Thomas von Aquin spricht in solchen Fällen von „perplexitas“, das heißt von Situationen, aus denen man sich nicht befreien kann, ohne so oder so schuldig zu werden. So im Fall eines einmaligen Ehebruchs: Soll der Ehebrecher seinem Ehepartner den Ehebruch bekennen oder nicht? Wenn er bekennt, rettet er eventuell die Ehe und zerstört nicht dauerhaft das Vertrauensverhältnis durch eine Lüge. Wenn er die Wahrheit sagt, kann es aber auch sein, dass er die Ehe erst recht gefährdet. Beichtväter raten deshalb wohl oft vom Geständnis ab. Thomas von Aquin schreibt übrigens, dass man in eine solche perplexitas nicht ohne eigene Schuld gerät, was er als Strafe Gottes für die anfängliche Sünde betrachtet.

Mitchristen in solchen Situationen beistehen, ihnen mit Empathie begegnen, sie der Solidarität der Gemeinde vergewissern, sind Werke der Barmherzigkeit. Die Spendung der Eucharistie aber ohne Reue oder ohne Beseitigung der irregulären Situation wäre eine Versündigung gegen das Sakrament, die heute sehr häufig ist. Warum haben die Liturgiereformer ausgerechnet sowohl am Gründonnerstag als auch an Fronleichnam aus dem Text der Lesung aus dem Korintherbrief über die Eucharistie die Pointe dieser ganzen Epistel gestrichen, in der vor dem „unwürdigen Empfang des Leibes Christi“ gewarnt wird: „Wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich das Gericht“? Wenn man sieht, wie Sonntag für Sonntag alle Messbesucher zur Kommunion gehen, so fragt man sich, ob die katholischen Gemeinden nur noch aus Heiligen bestehen?

Aber noch ein Letztes, das eigentlich das Erste sein müsste: Die Kirche bekennt, dass sie im Umgang mit dem Kindesmissbrauch zu wenig die Opfer im Blick hatte. Das geschieht hier wieder. Wer redet eigentlich über die Opfer? Wer redet von der Frau mit vier Kindern, denen Ehemann und Vater weggelaufen ist? Sie wäre vielleicht bereit, ihn wieder aufzunehmen, und sei es aus Gründen der Versorgung. Aber er hat sich eine neue Familie zugelegt und denkt gar nicht an Rückkehr. Inzwischen ist Zeit vergangen. Der Ehebrecher möchte gern wieder zur Kommunion. Er ist bereit, ein Schuldbekenntnis abzulegen, nicht aber den Preis zu zahlen: künftige Enthaltsamkeit. Die verlassene Frau ist gezwungen, mit anzusehen, wie die Kirche den neuen Bund akzeptiert und segnet. An die Stelle der Formel „bis der Tod euch scheidet“ müsste die neue Formel treten, die im Ernst schon vorgeschlagen wird: „bis die Liebe eines der beiden erkaltet“. Das Verlassen des schuldlosen Partners wird noch zusätzlich von der Kirche abgesegnet. Die Ersetzung der Eheschließung durch einen Segnungsgottesdienst ist Augenwischerei und betrügt die Leute.


12. Oktober
Drei

Vor 125 Jahren, am 12. Oktober 1889, wurden drei Philosophen bzw. Theologen geboren: Erich Przywara, Hans Ludwig von Arnim und Dietrich von Hildebrand.


12. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden der Beitrag von Urs Keusch Hündchen besiegt US-Kampftruppe und von Eduard Kamenicky Hebe den Stein auf ... Mut zur Begegnung mit Gott untergebracht. Die Rezension meines Communio-Aufsatzes über naturalistische Ethik finden Sie auf der Seite mit weiteren Beiträgen zu diesem philosophischen Thema.


11. Oktober
Revision der kirchlichen Lehre?

Vor 50 Jahren, am 29. Oktober 1964, forderten auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil die beiden Kardinäle Leo Suenens und Paul Emile Léger und der Patriarch von Antiochien Maximos IV. Sayegh, die kirchliche Lehre über die eheliche Moral und die Geburtenkontrolle zu überdenken und zu revidieren. Papst Paul VI. behielt sich die Entscheidung vor. Erst 1968 gab er seine Entscheidung in der Enzyklika Humanae vitae bekannt. Sie fiel gegen das Mehrheitsvotum der theologischen Kommission aus, die er zum Studium dieser Fragen eingesetzt hatte. In der Zwischenzeit hatte die Öffentlichkeit den Eindruck gewonnen, dass die Kirche ihren Lehrstandpunkt in dieser Frage suspendiert hätte. Die Enttäuschung jener, die eine Änderung der Lehre erwarteten, war dann um so größer. Eine ähnliche Situation durchleben wir gegenwärtig in der Frage der Kommunionzulassung von “wiederverheirateten” Geschiedenen.


11. Oktober
Louis Bouyer

Vor zehn Jahren, am 22. Oktober 2004, starb in Paris im Alter von 91 Jahren der Theologe Louis Bouyer. In Paris geboren, studierte er bei Auguste Lecerf und Otto Cullmann Theologie und konvertierte 1939 aufgrund seiner Beschäftigung mit den Kirchenvätern zur katholischen Kirche. 1944 zum Priester geweiht, wurde er in der Folge zu einem der angesehensten Theologen des 20. Jahrhunderts. Zunächst war er ein Vorkämpfer der Liturgiereform, wurde dann aber angesichts des Ergebnisses zu einem ihrer Kritiker.
Berühmt wurde sein Buch Le Métier de Théologien, Entretiens avec Georges Daix, das 1979 in Paris und 1980 in deutscher Sprache erschien (Das Handwerk des Theologen). Es enthält ein Kapitel mit dem selbstredenden Titel “Die Liturgiereform und ihre Fehlleistungen”. Er kritisiert unter anderem die Umwandlung der Altäre in Tische, die Eliminierung des Opfercharakters der hl. Messe, die Entsakralisierung und die übertriebene Reform des Heiligenkalenders. Mit Dom Lambert Beauduin lobt er das Konzil von Trient, weil es die traditionelle Liturgie nicht angetastet habe, weil man sie sonst zerstört hätte, um im Blick auf die Zeit seit dem Zweiten Vatikanum hinzuzufügen: “Genau das haben wir seit dem Konzil feststellen können...”


11. Oktober
Luis Kondor

Vor fünf Jahren, am 28. Oktober 2009, starb in Fatima im Alter von 81 Jahren Luis Kondor SVD, der Vizepostulator für die Heiligsprechung der Seherkinder von Fatima.


10. Oktober
Marie-Euphrasie Pelletier

Vor 200 Jahren, am 20. Oktober 1814, trat die hl. Marie-Euphrasie Pelletier (1796-1868) in Tours in den Orden der Schwestern U.L.F. von der christlichen Liebe ein, der auf Initiative des hl. Jean Eudes gegründet worden war.


10. Oktober
Schönstatt

Vor 100 Jahren, am 18. Oktober 1914, schloss P. Josef Kentenich im Michaelskapellchen in Vallendar ein Liebesbündnis mit der allerseligsten Jungfrau Maria. Das war für ihn die Geburtsstunde der Schönstatt-Bewegung.


9. Oktober
Theodor Lipps

Vor 100 Jahren, am 17. Oktober 1914, starb in München im Alter von 63 Jahren der Philosoph Theodor Lipps. Zu seinen Schülern zählten Dietrich von Hildebrand, Johannes Daubert, Adolf Reinach, Alexander Pfänder, Otto Selz, Aloys Fischer und Moritz Geiger.


9. Oktober
San Damiano

Vor 50 Jahren, am 16. Oktober 1964, hatte Rosa Quattrini, Mama Rosa genannt, in San Damiano nach eigenen Angaben ihre erste Muttergotteserscheinung. Die Erscheinungen wurden von der Kirche nie anerkannt. Nach dem Zeugnis ihres Pfarrers Edgardo Pellacani, der von der Kirche suspendiert wurde, hielt der hl. Pater Pio, bei dem Rosa manchmal beichtete, die Erscheinungen für echt.


9. Oktober
Friedrich Gustav Piffl

Vor 150 Jahren, am 15. Oktober 1864, wurde in Landskron Friedrich Gustav Piffl geboren. Er wurde 1913 Erzbischof von Wien und 1914 Kardinal. Am 21. April 1932 starb er in Wien.


9. Oktober
Horst Mertens

Vor einem Jahr, am 14. Oktober 2013, starb im Alter von 86 Jahren Horst Mertens, Mitbegründer des Initiativkreises Köln und der bis heute jährlich stattfindenden Kölner Liturgischen Tagung.


9. Oktober
Erzbischof Christoph Anton Migazzi

Vor 300 Jahren, am 14. Oktober 1714, wurde Christoph Anton Graf Migazzi geboren, der der am längsten regierende Bischof von Wien in der Kirchengeschichte wurde.


9. Oktober
Bernardino Realino

Vor 450 Jahren, am 13. Oktober 1564, trat in Neapel der hl. Bernardino Realino (1530-1616) in den Jesuitenorden ein. 1947 wurde er heiliggesprochen.


8. Oktober
Heiligsprechung

Vor fünf Jahren, am 11. Oktober 2009, wurden Damian de Veuster und Rafael Baron heiliggesprochen.


8. Oktober
Domenico Kardinal Ferrata

Vor 100 Jahren, am 10. Oktober 1914, starb in Rom im Alter von 67 Jahren Domenico Kardinal Ferrata. Der hl. Papst Pius X ernannte ihn 1908 zum Präfekten der neu errichteten Kongregation für die Sakramentenordnung, 1914 zum Sekretär des Heiligen Offiziums.


7. Oktober
Islam vs. Islamismus

Es gibt längst eine innerislamische Kritik am Islamismus, und es gibt zahlreiche Versuche, offenere Modelle eines islamischen Selbstverständnisses zu entwickeln. Für Ersteres steht etwa der Ägypter al-Ashmawi, der in seinem 1987 erschienenen Buch «Der politische Islam» das islamistische Gedankengut scharf verurteilte. An der Universität Ankara – das wäre ein Beispiel für Letzteres – sind in den letzten Jahrzehnten neue, der Hermeneutik verpflichtete kritische Methoden der Koranexegese ausgearbeitet worden. – Solche Stimmen sollte man unterstützen, sowohl in der islamischen Welt als auch in Europa, wo sich gerade ein differenzierter öffentlicher Diskurs über solche Fragen entwickelt, wie etwa die grosse Tagung «Horizonte der islamischen Theologie» an der Universität Frankfurt Anfang September gezeigt hat. Aber das tut man nicht, indem man jede Form von neuer und subtiler Hermeneutik als «Islam light» diffamiert und radikale Positionen als den «eigentlichen» Islam bezeichnet – was nur Fundamentalisten in die Hände spielt.

Der Islam-Wissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Rudolph in seinem Artikel Schluss mit den Vorurteilen! in der NZZ vom 1. Oktober 2014


7. Oktober
Islamisches Menschenbild

Das islamische Menschenbild geht auf die Vorstellung zurück, dass Allah die Menschheit als Muslime geschaffen hat, dass alle Nichtmuslime deshalb eigentlich Abtrünnige sind. Folglich kann es im Islam auch keine Unterscheidung zwischen Schöpfungsordnung und Heilsordnung geben. Ebenso wenig ist eine Unterscheidung zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt möglich, wie es auch kein Naturrecht geben kann, das für alle Menschen, auch die „Ungläubigen“, unterschiedslos moralischer Maßstab ist. Und damit können auf islamischer Grundlage auch keine allgemeinen Menschenrechte anerkannt werden. Nur die Scharia kann hier als wahres Recht anerkannt werden.

Prof. Dr. Martin Rhonheimer im Interview Antithese zum Christentum mit Stefan Meetschen in der Tagespost, Ende September 2014.


7. Oktober
Don Bosco und Maria Mazzarello

Vor 150 Jahren, am 7. Oktober 1864, begegneten sich in Mornese zum ersten Mal der hl. Don Bosco (1815-1888) und die hl. Maria Mazzarello (1837-1881). Diese gründete 1872 die Töchter Mariä, Hilfe der Christen, die für Mädchen das leisten sollten, was die Salesianer Don Boscos für Jungen taten.


5. Oktober
Verdrehung

Über Deschners Arbeitsweise, die als wissenschaftlich daherkommt, muss nicht viel gesagt werden. In subjektiver Auswahl hat er fleißig Quellen- und Literaturzitate gesammelt, die er collageartig zusammenstellt und mit seinen bissigen Kommentaren würzt. Oft werden diese Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und so verdreht, dass sie schließlich in sein Konzept passen. Die benutzte Literatur ist oft veraltet, neuere Forschungen nimmt der Autor nicht zur Kenntnis.

Prof. Lutz E. von Padberg in seiner Rezension von Band 10 von Karlheinz Deschners Kriminalgeschichte des Christentums. Die Rezension erschien in ideaSpezial Nr. 5.2014.
Als Korrektiv solcher und ähnlicher Darstellungen der Kirchengeschichte ist das Buch von Michael Hesemann Die Dunkelmänner sehr zu empfehlen, aus dem auf kath-info ein Teil des Kapitels über die Kreuzzüge veröffentlicht ist.


5. Oktober
Fulgencio Torres

Vor 100 Jahren, am 5. Oktober 1914, starb in New Norcia, Australien, im Alter von 53 Jahren der in Ibiza auf den Balearen geborene Fulgencio Torres OSB. 1886 in Montserrat bei den Benediktinern eingetreten, empfing er drei Jahre später die Priesterweihe. 1896 wurde er auf den Philippinen Superior des Klosters von Mindanao, 1902 Abt des 1846 gegründeten Dreifaltigkeitskloster im westaustralischen New Norcia (Neu Nursia). 1908 gründete er in dieser Eigenschaft 2000 Meilen weiter nördlich unter vielen Gefahren die OSB-Mission Drydale River in Nordwestaustralien. Das Missionsgebiet ist mit fast 100.000 Quadratkilometern größer als Österreich, aber extrem dünn besiedelt. 1910 wurde er Apostolischer Administrator von Kimberly.


3. Oktober
Gisbert Kranz

Vor fünf Jahren, am 3. Oktober 2009, starb in Aachen der Schriftsteller Gisbert Kranz.


3. Oktober
Seligsprechung

Vor zehn Jahren, am 3. Oktober 2004, sprach Papst Johannes Paul II. Anna Katharina Emmerick (1774-1824), Pierre Vigne (1670-1740), Joseph-Marie Cassant (1878-1903), Marie-Louise de Angelis (1880-1962) und Karl von Habsburg (1887-1922) selig.


3. Oktober
Hélène Martin

Vor 150 Jahren, am 3. Oktober 1864, wurde Hélène Martin geboren, die vierte Tochter der seligen Zélie Martin, geb. Guérin, und des seligen Louis Martin, und ältere Schwester der hl. Theresia von Lisieux. Sie starb am 22. Februar 1870. Die hl. Theresia (1873-1897) war das neunte und jüngste Kind. Ein Schlüsselerlebnis für sie war die Erhörung ihrer Gebete, die sie an ihre verstorbenen Geschwister richtete, als sie wegen ihrer Skrupel in geistlicher Not war.


2. Oktober
Wenn sich Lutheraner von der Reformation entfernen ...

Luthers Lehre nach dem gnädigen Gott gilt als Ursprung der Reformation und zugleich als Voraussetzung zum Verständnis seiner “Lutherischen Rechtfertigungslehre”. Es heißt dann, dass ‘den Menschen von heute’ andere Fragen bewegen wie z.B. “Wie findet mein Leben einen Sinn?” “Wie finde ich einen gnädigen Nächsten?” “Wie können wir diese Welt verändern, den Krieg, den Hunger, die Ungerechtigkeit und Ungleichheit beseitigen?” - kurz: Das Paradies auf Erden wieder herstellen? An solchen und ähnlichen Fragen scheiterte 1963 auf der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Helsinki der Versuch, zu der Frage nach “Rechtfertigung heute” ein gemeinsames Dokument zu verabschieden. Man muss nur einmal überlegen, was es bedeutet, dass die versammelten Lutheraner nicht imstande waren, sich über Bedeutung und Inhalt ihrer Zentrallehre untereinander zu verständigen ...

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Reinhard Slenczka, Schüler von Edmund Schlink, in seinem Aufsatz Reformation gegen Deformation in der Kirche. Aufklärung und Ermahnung aus Luthers Lehre. Zum Reformationsjubiläum 2017, erschienen als Sonderdruck des Informationsbriefs der Bekenntnisbewegung “Kein anderes Evangelium”. Schon Papst Benedikt XVI. hatte 2011 in Erfurt angesichts der Verflüchtigung des Glaubens vor allem - nicht nur - in der evangelischen Kirche an Luthers Uranliegen erinnert.


2. Oktober
Le Barroux

Vor 25 Jahren, am 2. Oktober 1989, weihte Edouard Kardinal Gagnon mit elf weiteren Bischöfen und Äbten die Klosterkirche der Benediktinerabtei in Le Barroux ein. Am 23. September 1995 hielt Kardinal Ratzinger in Le Barroux eine Predigt, die wir auf kath-info veröffentlicht haben.


2. Oktober
Urban IV.

Vor 750 Jahren, am 2. Oktober 1264, starb in Perugia im Alter von etwa 64 Jahren nach dreijährigem Pontifikat Papst Urban IV. In Troyes geboren, war Jacques Pantaléon um 1242 Archidiakon in Lüttich, wo er die hl. Juliana von Lüttich kennenlernte, der vom Herrn der Wunsch nach der Einführung des Fronleichnamsfestes geoffenbart wurde. Als Papst führte er später dieses Fest am 11. August 1264 ein. Den hl. Thomas von Aquin beauftragte er mit der Abfassung des Festoffiziums. 1255 wurde er Patriarch von Jerusalem. Er wurde am 29. August 1261 in Viterbo zum Papst gewählt. Er kam nie nach Rom, sondern residierte in Viterbo und Orvieto.


1. Oktober
Gewalttätig

Permanent versuchte eine Gruppe, den Marsch mit Sitzblockaden und gezielten Attacken aufzuhalten. Einige entrissen den Lebensschützern sogar die Kreuze. Ich habe selbst gesehen, wie ein solches Kreuz an einem Bordstein vor dem Brandenburger Tor zertreten wurde. “Scheiß politisches Christentum”, rief derjenige, der das tat. Zuvor hatte es einen Anschlag auf den Bundesverband Lebensschutz gegeben. Den als Redner geladenen CDU-Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Behinderten-Beauftragten Hubert Hüppe traf ein roter Farbbeutel am Hinterkopf. Nicht einmal der Abschluss-Gottesdienst blieb von den Störaktionen verschont.

Christian Soyke in seinem Kommentar zum diesjährigen Berliner "Marsch für das Leben" Ein Marsch, der Zeichen setzt, in: Neue Bildpost vom 27./28. September, S. 8.

Felix Honekamp schreibt in seiner Rückschau auf den Marsch: “Womöglich fragen sich Linke und sogenannte Humanisten in Zukunft doch, ob sie Gegendemonstranten tatsächlich ideologisch und finanziell aufrüsten wollen, wenn die sich benehmen wie eine rot lackierte SA und wirklich niemand mehr objektiv einen Zweifel haben kann, auf welcher Weise eigentlich die toleranten Zeitgenossen stehen.”

Zu den Unterstützern der Gegenkundgebung gehört auch pro familia.

Für 2015 ist der Marsch für das Leben für den 19. September geplant.


1. Oktober
Gender Mainstreaming XLV

Die perversen Phantasien, die in der Mehrzahl der Genderköpfe rumspuken, dass eines Tages die Klonerei den verabscheuten Geschlechtsakt überflüssig machen könnte, muss man nicht vornehm übersehen, sondern ganz im Gegenteil, man muss den Finger in diese perverse Wunde legen. Bei all dem Geschwafel vermeiden es die Genderisten regelmäßig, anders als Alice Schwarzer es getan hat, vom Geschlechtsakt auch nur zu sprechen. Dennoch wird dieser, ganz im Sinne von Schwarzer, ganz selbstverständlich als Ausübung männlicher Herrschaft über die Frau angesehen.

Aus: Bettina Röhl, Der Irrsinn der Entmännlichung unserer Gesellschaft, Wirtschaftswoche vom 9. Juli 2013

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