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* * *

22. September
Der Kampf um das Naturrecht

Wenn katholische Gelehrte dem Papst in den Rücken fallen

Von P. Engelbert Recktenwald

Heute vor zehn Jahren hielt Papst Benedikt XVI. vor dem Deutschen Bundestag seine Rede über die Notwendigkeit der Wiederentdeckung des Naturrechts. Es waren ausgerechnet katholische Theologen und Philosophen, die ihn dafür kritisierten. Diese Kritik habe ich mir einmal etwas näher angeschaut.

In seiner Rede vor dem Bundestag am 22. September 2011 machte sich Papst Benedikt XVI. “Gedanken über die Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaats.” Wer wollte bestreiten, dass dies ein Anliegen ist, das alle Parlamentarier unabhängig von ihrer Parteilinie eint? Der Papst erinnerte an Zeiten, in denen Macht von Recht getrennt wurde und “der Staat zum Instrument der Rechtszerstörung wurde.” Dass der Staat zum Unrechtsstaat werden kann, liegt daran, dass Recht sich nicht darin erschöpft, einfach nur ein Produkt der Staatsgesetze zu sein, wie der Rechtspositivismus meint. Vielmehr gibt es ein Recht, das den Gesetzen vorausliegt und einen Maßstab darstellt, an denen sie selber gemessen werden. Gesetze können ja auch ungerecht sein. Es gibt ein Recht, dem sie dienen sollen. Das ist im weitesten Sinne das, was man “Naturrecht” nennt.

Und nun stellt der Papst die Frage: “Wie erkennt man, was recht ist?” Als wichtigste Voraussetzung nennt er ein “hörendes Herz”. Dieser Ausdruck ist biblisch. Er findet sich in der Berufungsgeschichte des Königs Salomon. Der Papst hatte sie als Auftakt seiner Überlegungen gewählt. Bevor Salomon den Thron besteigt, stellt Gott ihm eine Bitte frei. Salomon entscheidet sich für die Weisheit, um ein gerechter König zu werden: “Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht” (1 Kön 3,9).

Papst Benedikt deutet nun dieses hörende Herz als die Vernunft, die für die “Sprache des Seins” geöffnet ist. Mit dem biblischen Ausdruck des “Herzens”, so darf man diesen Gedanken ergänzen, ist angedeutet, dass es sich um eine Frage der Gesinnung handelt. Der Politiker soll so gesinnt sein, dass es ihm, wie Benedikt ausführt, um Gerechtigkeit und Frieden geht, nicht um Erfolg oder materiellen Gewinn. Er muss ein Gewissen haben.

Und dieses Herz muss “hören” können. Es soll erkennen, “was recht ist”. Dazu bedarf es nicht nur eines Gewissens in uns, sondern auch einer sorgfältigen Beachtung der Wirklichkeit um uns, nämlich der Natur “in ihrer wahren Tiefe, in ihrem Anspruch und mit ihrer Weisung.” Dabei verwendet der Papst das Wort “Natur” sowohl im Sinne der ökologischen Bewegung als auch zur Bezeichnung dessen, was zum menschlichen Wesen gehört: Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit, sondern hat auch eine Natur, auf die er achten muss.

Nun gibt es Theologen, die offensichtlich meinen ... weiterlesen


22. September
Eine exkommunizierte Heilige

Vor 150 Jahren, am 22. Septembre 1871, wurde die hl. Maria vom Kreuz MacKillop (1842-1909) aufgrund von Missverständnissen und Verleumdungen von Bischof Laurence Bonaventure Sheil (1865-1872) exkommuniziert. Kurz vor seinem Tod im Mai 1872 widerrief der Bischof die Exkommunikation.


22. September
Andrea Aiuti

Vore 150 Jahren, am 22. September 1871, empfing Andrea Aiuti (1849-1905) die Priesterweihe. 1893 wurde er Apostolischer Nuntius in Bayern, 1903 zum Kardinal ernannt. Als solcher nahm er am Konklave teil, in dem der hl. Papst Pius X. gewählt wurde.


22. September
Diözese St. Albert

Vor 150 Jahren, am 22. September 1871, wurde die Diözese St. Albert (seit 1912 Erzbistum Edmonton) gegründet. Erster Bischof der Diözese wurde Vital-Justin Grandin OMI (1829-1902), einer der großen Pioniere der Nordmission. Bereits 1859 hatte er vom hl. Eugène de Mazenod OMI die Bischofsweihe empfangen.


21. September
Franz Xaver Schweyer

Vor 100 Jahren, am 22. September 1921, wurde Franz Xaver Schweyer (1868-1935) bayerischer Innenminister. Er war gläubiger Katholik, Mitglied der Bayerischen Volkspartei und wurde recht bald “Hitlers frühester Widersacher”. Sein Antrag im März 1922, Hitler auszuweisen, scheiterte am Widerstand des SPD-Parteiführers. Kompromisslos verurteilte er die Ideologie und den Antisemitismus Hitlers. Die Folge war, dass er 1933 nach der Machtübernahme der Nazis sofort verhaftet wurde und am 10. November 1935 an den Folgen der Haft verstarb.


21. September
Lorenz von Westenrieder

Vor 250 Jahren, am 21. September 1771, empfing der Historiker, Schriftsteller, Pädagoge, Theologe und Münchener Lokalpatriot Lorenz von Westenrieder (1748-1829) die Priesterweihe. Sein publizistisches Werk umfasst über 100 Bände. “Bis Mitte seines Lebens emsiger Vorkämpfer der Aufklärung in Bayern in der jungen Münchener Akademie unter Maximilian III Joseph, ohne Freigeist zu sein, 1778 kurze Zeit Mitglied des Illuminatenordens, vollzog er seit Ende der 80er Jahre weniger infolge der durch schwere Krankheit mitbedingten, in der Literatur mehrfach übertriebenen Vereinsamung und Verbitterung als aus lebendiger Volksverbundenheit und mit dem echten Sinn für das Gewordene eine Wendung zu konservativem Denken und wurde schärfster Gegner der Aufklärung des Regimes Montgelas” (LThK, 1. Auflage).


20. September
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

14. Folge

Aber eben die Möglichkeit begrifflicher Konstruktionen, deren Bedeutungsgehalt aus dem Strome der Veränderlichkeit sich erhebt, führt uns trotz aller Bedenken des Relativismus um einen wichtigen Schritt näher an das Ziel jener eindeutigen Zuordnung. In den Reihen des steten räumlichen Nebeneinander, des gleichförmigen Nacheinander, des auf den einzelnen Gebieten sachlich Verwandten, in dem Zählen und Gruppieren als den diese Reihenbildungen konstituierenden Funktionen haben wir uns - zwar von der Basis der Erfahrung aus ermittelte, aber ihrer Geltung nach über der Relativität der Erfahrung stehende - Ordnungen gebildet, die als „Invarianten" [1] die allmähliche Orientierung in den variablen Erfahrungsreihen und ihre wechselseitige eindeutige Zuordnung ermöglichen. Mag also auch diese Zuordnung selbst einer steten Vervollkommnung bedürftig sein und insofern unter dem Gesetz der Relativität stehen, - ein rettungsloses Versinken in diesem Strome verwehrt uns jener Inbegriff allmählich gefundener Invarianten, die als unerschütterliches Gerüst allem Erkennen, ja, allem Werten erst festen Halt geben. Dass es aber solche „Invarianten" gibt, darüber belehrt uns nicht nur die Reflexion auf den Wissensbetrieb, sondern die Evidenz jener „erfahrungsfreien" (apriorischen) Gesetzmäßigkeiten selbst. Auch der Relativist erkennt solche an: Er könnte von einer Relativität nicht sprechen, wenn er nicht im stande wäre, an der Hand eben dieser Invarianten sich über die Veränderlichkeit zu erheben.

Mit der Veränderlichkeit und dem nur allmählich fortschreitenden Sich-auswirken der Realität auf sämtlichen Erfahrungsgebieten hängt sofort eine weitere Unvollkommenheit unserer Erkenntnismöglichkeit zusammen: wir meinen die Begrenztheit des jeweils uns gegenwärtigen Wirklichkeitsausschnittes, der als Erfahrungsbasis für unsere Erkenntnisbetätigung uns zur Verfügung steht. Da wir nämlich, wie bereits angedeutet, als reale Subjekte nur sozusagen Knotenpunkte innerhalb der Maschen des Wirklichkeitsgeschehens sind, so wird von den Gegenständen und Veränderungen innerhalb der Wirklichkeit immer nur der uns näher liegende, auf uns unmittelbar einwirkende und darum uns besonders angehende Teil der Wirklichkeit von uns gesichtet und vornehmlich beachtet, und da ferner wegen der Variabilität der subjektiven wie der objektiven Wirklichkeitsreihe unsere Stellung zur Umwelt, zum Teil wenigstens, stetig eine andere wird, so wird dieser Wechsel uns nicht einmal diesen jeweils gegenwärtigen Teil scharf erfassen lassen. Eine glückliche Fügung sehen wir nun aber darin, dass innerhalb dieses Wechsels ein Teil der gegebenen Inhalte rascher, ein anderer Teil weniger rasch sich verändert, und dass anderseits im Verlaufe der Veränderung selbst Altbekanntes von neuem auftritt und so Stützpunkte gegeben sind für die Orientierung auch innerhalb des Neuen und Fremdartigen selbst. Unter diesen Umständen wirkt sogar der Wechsel selbst erkenntnisbereichernd: Durch die auf diesem Wege erlebbare Mannigfaltigkeit der „Wirklichkeitsausschnitte" wird eine Ergänzung und Korrektur der einzelnen Erlebnisphasen ermöglicht; das Wirkliche tritt uns im weiteren Umfange und vor allem von den verschiedensten Seiten, also gleichsam plastischer gegenüber, und das als das „eigentlich Wirkliche" Ermittelte wird nunmehr das sein, was als einheitlicher, widerspruchsfreier Daseinsgrund in den wechselnden Konstellationen eben die wechselnden „Ausschnitte" (Ansichten) zu liefern imstande ist. Das ist denn auch der methodische Gesichtspunkt, unter dem die Erfahrungswissenschaften sich bemühen, das „allgemeingiltig Wirkliche" festzustellen.

Anmerkungen:

[1] Den „Invarianten"-Begriff hat Aloys Müller in seiner trefflichen Abhandlung: Wahrheit und Wirklichkeit, Untersuchungen zum realist. Wahrheitsproblem (Bonn. 1913) in ansprechender Weise zur Erläuterung der realistischen Wahrheitserkenntnis verwendet. Seine Forschungsergebnisse streben übrigens einem dem unsrigen analogen Ziele zu, worin wir, da Müllers und unsere kritischen Forschungen im wesentlichen gleichzeitig und unabhängig von einander angestellt wurden, bei aller Verschiedenheit im Einzelnen, eine willkommene Bestätigung unserer Ausführungen erblicken können.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


19. September
Waiting for God

For all this, victories will come. They always do for works honed by God Himself. It might help us to recall Pope Clement XIV’s Dominus ac Redemptor (1773), the papal brief in which he suppressed the Society of Jesus. The action of this venal pope sent tremors throughout the Catholic world. When the Society was restored in 1814 by Pope Pius VII, it flourished as never before. The suffering and patience endured during those forty-one years of suppression blossomed into still greater graces for that once extraordinary Order. (...)
This is our season for patience, for waiting—waiting for God to show us clear paths forward in the light of unexpected setbacks, but not defeats. But it is a season that God has permitted. So, we end with Eliot as we began with Eliot, this time from Burnt Norton: “for us there is only the trying/the rest is not our business.”

Aus: Fr. John A. Perricone: Post Traditionis Custodes: Musings on a Setback, Not a Defeat

Weitere Meldungen zu Traditionis custodes


18. September
Würde und Einheit

Zum morgigen 17. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese beiden Predigten anbieten:

Die Würde unserer Berufung

Welche Einheit?


15. September
Sem Deus a moral é uma ilusão?

Por Padre Engelbert Recktenwald

“Sem Deus a moral é uma ilusão?“ Dos ateus obtêm-se duas respostas antagônicas a esta questão. Alguns vangloriam-se de desmascarar valores morais, que realmente nos vinculam, como ilusão. Eles consideram-nos, por exemplo, como produto da evolução. Assim escrevem, por exemplo, o biólogo E. O. Wilson (fundador da sociobiologia) e o filósofo Michael Ruse em um artigo em conjunto: “O que nós entendemos por moral é uma ilusão, que nossos genes nos simulam, para que cooperemos.“ Outros consideram-na uma invenção humana. “A moral é obra humana“, escreve o ateu Andreas Müller, o qual se dedicou totalmente ao “Iluminismo“ ateu. Desde Nietzsche tornou-se um método popular despojar a moral por meio da divulgação de sua genealogia, ou seja, de seu desenvolvimento histórico e de sua condicionalidade. As normas morais são, com isto, privadas de uma validade de seu prestígio, para nós, realmente vinculativa na consciência. Sigmund Freud fez, à sua maneira, a mesma coisa: Na perspectiva da psicologia profunda, a consciência, com suas leis e proibições, como superego, é um produto da educação. Todos estes intentos de destruição da moral são a expressão comum do Iluminismo.

Porém, depois, há também aqueles ateus, os quais rejeitam indignados a acusação, de que o ateísmo subverte a moral. A expressão do Iluminismo é retirada. Eles atemorizam-se diante da ... weiterlesen


14. September
Johann Emmanuel Veith

Vor 200 Jahren, am 17. September 1821, erhielt Johann Emmanuel Veith (1787-1876) von der Wiener Regierung die Erlaubnis zum Eintritt in den Redemptoristenorden. Veith war Jude, hatte sich 1816 taufen lassen und gehörte zum Kreis um den hl. Clemens Maria Hofbauer (1751-1820), der den Redemptoristenorden aus Italien erstmals nördlich der Alpen gebracht hatte. Die Begegnung mit diesem Heiligen hatte bei Veith bewirkt, “den Rest seines Lebens sich mit dem zu beschäftigen und für das zu arbeiten, was allein ewig und allein wichtig ist” (zitiert in Ferdinand Holböck, Wir haben den Messias gefunden, Stein am Rhein, 21987, S. 64).) Veith trat 1830 wieder aus dem Orden aus.


14. September
Robert Bellarmin

Vor 400 Jahren, am 17. September 1621, starb in Rom im Alter von 78 Jahren der Theologe Robert Bellarmin. Eines seiner Werke wurde 1590 für kurze Zeit auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. 1599 wurde er zum Kardinal erhoben. In Hobbes' Leviathan ist Bellarmin der am häufigsten zitierte und kritisierte Autor. 1923 wurde er selig-, 1930 heiliggesprochen, 1931 zum Kirchenlehrer erhoben. Meine Predigt über ihn ist hier veröffentlicht.


13. September
François Du Puy

Vor 500 Jahren, am 15. September 1521, starb in der Grande Chartreuse im Alter von 71 Jahren der Jurist und Kanoniker François Du Puy. Er war der 34. Generalprior der Kartäuser und förderte die Kanonisierung des hl. Bruno, des Gründers des Kartäuserordens, der1514 von Leo X. heiliggesprochen wurde.


13. September
Mark Galli

Vor einem Jahr, am 13. September 2020, ist Mark Galli, ehemaliger Chefredakteur der evangelikalen Zeitschrift Christianity Today, katholisch geworden.


12. September
Wurzeln der Glaubenserosion

Es gibt "Reform-Bedarf". Der sexuelle oder der weiter gefasste Macht-Missbrauch in der Kirche sind nicht die einzigen Probleme. Die Glaubenserosion, die Papst Franziskus angesprochen hat, hat viel weiter zurückreichende Wurzeln. Und es ist höchste Zeit, hier aufzuwachen: Wie können wir wieder sprachfähig werden, um die Frohe Botschaft hörbar zu machen? Wir sind überzeugt, dass die Anpassung des Evangeliums an das moderne Lebensgefühl, an „demokratische Standards“ oder gesellschaftliche Trends nicht der richtige Weg ist. Das Evangelium ist "Salz", etwas Frisches und Neues, heilend und lebensnotwendig, weil es von derjenigen Liebe redet, die sich die Welt nicht zusprechen kann.

Aus einem Interview der Theologin Prof. Dr. Marianne Schlosser mit CNA Deutsch über den Synodalen Weg.

Weitere Beiträge über den Synodalen Weg.


11. September
Wem Gott nahe ist ...

Zum morgigen 16. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese beiden Predigten anbieten:

Der letzte Platz

"... der weit mehr vermag, als wir erflehen u. erdenken können"


11. September
Arnoldo Onisto

Vor 50 Jahren, am 11. September 1971, wurde Arnoldo Onisto (1912-1992) zum Bischof von Vicenza ernannt. Er förderte die Erscheinung von Tre Fontane.


10. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel Ist das noch die Kirche Christi? ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Zeugnisse Katholisch wegen der traditionellen Liturgie und Fenster in die Zeitlosigkeit finden Sie auf der “Alte-Messe-Seite”. Dort ist auch der Podcast über Rettende Schönheit eingebettet (ganz unten). Feldkamps Kritik an seinem Historikerkollegen Hubert Wolf (Wissenschaftlich unredlich) ist den übrigen Notizen über den Umgang mit Pius XII. hinzugefügt. Die Predigt Christliche Jenseitsvertröstung ist auf der Seite über die Kirche vor den Herausforderungen der Zeit eingebettet.


10. September
Alfred Bengsch

Vor 100 Jahren, am 10. September 1921, wurde in Berlin-Schöneberg Alfred Bengsch geboren. 1961 wurde er zum Bischof von Berlin ernannt, 1967 zum Kardinal. Er starb am 13. Dezember 1979.

Als 1968 die Enzyklika Humanae vitae erschien, entwarf er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Berliner Ordinarienkonferenz eine Stellungnahme, die sich von der Königsteiner Erklärung durch ihre Lehramtstreue unterschied. Was er von der Königsteiner Erklärung hielt und wie weitsichtig er ihre Folgen vorausschaute, geht aus einem Brief hervor, den er an Kardinal Döpfner schrieb: „Ich fürchte, wenn wir uns zu sehr winden und drehen und gegen den Papst ausgespielt werden, dann wird genau das unsere künftige Lehraufgabe sehr erschweren ... Ich habe auch um künftige Entscheidungen der Bischofskonferenz Sorge, wenn die unleugbaren Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit Rom die Bischöfe auf einen Weg drängen, dem die öffentliche Meinung Klugheit und Fortschrittlichkeit bescheinigt, der aber doch in der Gefahr ist, das Lehramt an die Fachgremien abzugeben.“

Kardinal Brandmüller schrieb 2020 in der Tagespost: “Weiß man noch, dass Kardinal Döpfner, Vorsitzender der DBK, jenen Brief des Berliner Kardinals Bengsch an die DBK, in dem die Bischöfe der DDR sich zur Enzyklika des Papstes bekannten, einfach unterschlagen hat? Nur so konnte es zu jener ‘Königsteiner Erklärung’ kommen, in welcher die DBK den Gebrauch von Antikonzeptiva dem individuellen Gewissensurteil überließ. Damit war ein Dammbruch geschehen. Johannes Pauls II. wiederholte Aufforderung, die fatale Erklärung zu revidieren, wurde seitens der DBK mit eisigem Schweigen beantwortet.”


9. September
Traditionis custodes

Die Meldungen und Notizen zu Traditionis custodes habe ich jetzt auf einer eigenen Seite versammelt. Dort ist auch meine Predigt zum Thema eingebettet.


9. September
Bill Hayden

Vor drei Jahren, am 9. September 2018, ließ sich im Alter von 85 Jahren der australische Politiker und prominente Atheist Bill Hayden in der katholischen Marienkirche in Ipswich bei Brisbane von Father Peter Dillon taufen und in die katholische Kirche aufnehmen.


8. September
Gebetsaufruf

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat wegen des Motu proprio Traditionis custodes einen Gebetsaufruf gestartet.


8. September
Überlingen

Vor 400 Jahren, am 8. September 1621, wurde vom Konstanzer Weihbischof Johann Jakob Mirgel die Klosterkirche des Überlinger Kapuzinerklosters eingeweiht. Ihr Patrozinium ist das Fest Mariae Opferung. Die Gründung des Klosters geht auf eine Einladung des Rats der katholischen Reichsstadt Überlingen an die Schweizerische Kapuzinerprovinz im Jahr 1613 zurück.


7. September
Irene von Hildebrand

Vor 100 Jahren, am 7. September 1921, starb in München im Alter von 75 Jahren Irene von Hildebrand, geb. Schäuffelen, die Ehefrau des Bildhauers Adolf von Hildebrand und Mutter des Philosophen Dietrich von Hildebrand (1889-1977).


7. September
Anna Eugenia Picco

Vor 100 Jahren, am 7. September 1921 starb in Parma im Alter von 53 Jahren Anna Eugenia Picco PPFF. Mit 20 Jahren riss sie von zu Hause aus und trat in Parma in die von Augustinus Chieppi gegründete Kongregation der Kleinen Töchter von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä ein, wo sie als Erzieherin tätig war. Ihr Motto war “Leiden, Schweigen, Lieben”. 1911 wurde sie zur Generaloberin gewählt. Während des Ersten Weltkriegs verzehrte sie sich im Dienst an den Armen und Notleidenden. Sie wurde am 7. Oktober 2001 seliggesprochen.


7. September
Legio Mariä

Vor 100 Jahren, am 7. September 1921, gründete Frank Duff (1889-1980) in Dublin die Legio Mariä. Ein bekanntes Mitglied war Edel Mary Quinn, deren Seligsprechungsprozess eingeleitet ist.


6. September
Göttliche Freigebigkeit

Nachträglich habe ich noch meine Predigt zum diesjährigen Hochfest von Mariä Himmelfahrt veröffentlicht.

Falls hier nicht die Soundcloudpredigt über Mariä Himmelfahrt erscheint, dann folgen Sie bitte diesem Link.


6. September
Hans Apel

Vor zehn Jahren, am 6. September 2011, starb in Hamburg im Alter von 79 Jahren der evangelische Christ, SPD-Politiker und ehemalige Verteidigungsminister Hans Apel. Er war ein scharfer Kritiker der zunehmenden theologischen Profillosigkeit der evangelischen Volkskirche und warnte vor einem “weichgespülten Christentum”. Die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Hamburg unter Maria Jepsen, die zudem die Schirmherrschaft über den Christopher Street Day übernahm, brachte bei Apel das Fass zum Überlaufen: Er trat 1999 aus der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche aus und schloss sich der SELK (Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche) an.


5. September
Writing with precision

It is simply inconceivable that this document, which affects so many Catholics around the world, was drafted and then reviewed/edited by genuine experts in church history and liturgy. On the contrary, Tc gives the distinct impression that it was composed by only a single individual who (to be perfectly frank) didn’t know what he was writing about, and didn’t bother even to check the internet to make sure he got the historical facts straight—and then failed to seek the comments/input of officials in the appropriate Vatican offices (in this case the Congregation for Divine Worship, as well as the Congregation for the Doctrine of the Faith, particularly its section comprising the former Pontifical Commission Ecclesia Dei). In short, it looks to be the work of someone writing in a hurry, someone who isn’t accustomed to writing with precision. We can only wonder what the history of this document really is.

Aus: Cathy Caridi, J.C.L., (an American canon lawyer), The Enormous Loophole in Traditionis Custodes

Weitere Stimmen zu Traditionis custodes


4. September
Was dürfen wir erwarten?

Zum morgigen 15. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese beiden Predigten anbieten:

Wir ernten, was wir säen

Ist Gott geizig?


4. September
Eine Hermeneutik des Bruchs?

Johannes Schwarz über "Traditionis custodes".


3. September
Roland Rösler

Vor einem Jahr, am 3. September 2020, starb im Alter von 77 Jahren der Politiker Roland Rösler. Rösler setzte sich mit Engagement für das Lebensrecht Ungeborener ein, war lange Zeit stellvertretender Bundesvorsitzender der Christdemokraten für das Leben (CDL) und gab 2010 zusammen mit Manfred Balkenohl das umfangreiche Handbuch für Lebensschutz und Lebensrecht heraus.


2. September
Erklärung der Generaloberen der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften

Am 31. August 2021 haben sich in Courtalain die Generaloberen der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften getroffen, um sich über die Lage zu beraten, die durch das Motu proprio Traditionis custodes entstanden ist. Sie haben nachfolgende Erklärung veröffentlicht, die aus klugen Gründen an erster Stelle an die französischen Bischöfe gerichtet ist.

"Das Erbarmen des Herrn gilt allem Fleisch”
(Sir 18, 13)

Die unterzeichnenden Institute möchten vor allem ihre Liebe zur Kirche und ihre Treue zum Heiligen Vater bekräftigen. Diese kindliche Liebe ist heute mit großem Leid verbunden. Wir fühlen uns verdächtigt, ausgegrenzt, verbannt. Wir erkennen uns jedoch nicht in der Beschreibung wieder, die im Begleitschreiben zum Motu proprio Traditionis custodes vom 16. Juli 2021 gegeben wird.

"Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben..."
(1 Joh. 1,8)

Wir betrachten uns keineswegs als die "wahre Kirche". Im Gegenteil, wir sehen in der katholischen Kirche unsere Mutter, in der wir das Heil und den Glauben finden. Wir unterstehen loyal der Jurisdiktion des Papstes und der Diözesanbischöfe, wie die guten Beziehungen in den Diözesen (und die unseren Mitgliedern anvertrauten Funktionen als Mitglied des Priesterrats, Archivar, Kanzler oder Offizial) und die Ergebnisse der kanonischen oder apostolischen Visitationen der letzten Jahre zeigen. Wir bekräftigen unsere Treue zum Lehramt (einschließlich des Zweiten Vatikanischen Konzils und des nachkonziliaren Lehramts) gemäß der katholischen Lehre von der geschuldeten Zustimmung (vgl. insbesondere Lumen Gentium, Nr. 25, und Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 891 und 892), wie sie durch die vielen Studien und Doktorarbeiten, die mehrere von uns ... weiterlesen.


2. September
Monatsranking August 2021

Platz Monatsranking August 2021
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 720 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

TC: Als würde der Papst uns nicht verstehen ...

neu
2

Zitatensammlung

+/- 0
3

Die Priesterbruderschaft St. Petrus

+/- 0
10

Albert Lang: Der Primat Petri

+ 4
20

Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation

+ 30
30

Die Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem

+ 60
40

Bischof Morlino über sexuellen Missbrauch

+ über 360
50

Klaus Gamber und der Zusammenbruch der Liturgie

- 8
60

Anna Diouf: Du selbst bist die Antwort!

+ 5
100

Ratzinger über den Verrat am Konzil

+ 104

Zum Ranking der Vormonate


1. September
Unser Opfer

Die hl. Messe ist die heiligste Handlung auf Erden. Meine Predigt vom letzten Sonntag.


1. September
Kurt Hübner

Vor 100 Jahren, am 1. September 1921, wurde in Prag der Philosoph Kurt Hübner geboren. Sein Hauptgebiet war die Wissenschaftstheorie. Auf diesem Portal ist er mit einem Beitrag vertreten. Die Theologie Ratzingers verstand er besser und wusste er besser zu würdigen als mancher modernistische Theologe: “Damit komme ich, wenn auch auf verschiedenem Wege, zu demselben Ergebnis wie der Kardinal Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI. Er unterscheidet zwei Formen der Vernunft, die dennoch eine unlösliche Einheit bilden. Die eine betrifft das Denken des Subjekts und betätigt sich stets in einem geschichtlichen Zusammenhang; die andere betrifft das Begreifen der ewigen Offenbarung. Aber - so der damalige Kardinal: ‘Die Vernunft wird in ihrer Relativität ohne den absoluten Glauben nicht heil, der Glaube wird ohne die Vernunft in ihren jeweils unvermeidlich historisch bedingten Erscheinungen nicht menschlich.’ Damit hat Ratzinger die eigentliche Tiefe der Aufklärung erfasst, die man nicht erkannte, weil man sich mit einem rudimentären Vernunftbegriff begnügte, nämlich demjenigen, der nur die Bildung von Ontologien betrifft, aber das Vermögen, die Offenbarung zu erlangen, unberücksichtigt lässt.” (Quelle).
Am 8. Februar 2013 starb er in Kiel.


31. August
Gebetssturm

Für den Monat September sind die Mitglieder der Konfraternität St. Petrus aufgerufen, den Rosenkranz in den Anliegen zu beten, die sich aus dem Motu proprio Traditionis custodes und weiterer zu erwartender Entscheidungen ergeben. Auch alle anderen Beter sind herzlich eingeladen, sich diesem Gebetssturm anzuschließen.


30. August
Das Zitat

Lass also keinen Schrecken und keine Furcht dein Herz bemeistern. Glaube an mich und vertraue auf meine Erbarmungen.

Nachfolge Christi, III, 30


29. August
Das Leben des heiligen Franz Xaver

Von Wolfgang Reithmeier, bearbeitet von Joseph Firnstein und Paolo D'Angona

18. Folge

Der Heilige blieb noch einige Tage auf der Insel, besuchte die sieben christlichen Dörfer und ließ zum Trost der Gläubigen überall Kreuze errichten, wovon eines in der Folge sehr berühmt wurde. Als nämlich eine große Dürre eingetreten und man der Ernte wegen sehr besorgt war, gingen einige Frauen zu einem Götzenbild und wandten Zaubermittel an, wie sie es vor ihrer Taufe getan hatten. Als dies eine Christin sah, eilte sie hinzu und rief: "Wie? Haben wir nicht ein Kreuz ganz in der Nähe? Wissen wir nicht, zu wem wir unsere Zuflucht nehmen müssen? Hat uns nicht der heilige Pater versichert, daß uns alles, um was wir zu Füßen dieses Kreuzes mit Andacht und Vertrauen beten, unfehlbar gewährt werde?" Dann führte sie die Frauen an das Gestade eines Flusses, wo Xaver ein Kreuz errichtet hatte, warf sich mit ihnen nieder und flehte den Herrn Jesus Christus an, er möge zur Schande der Götzen das Gebet erhören und es regnen lassen. Sogleich zogen sich Wolken zusammen und es fiel ein ergiebiger Regen. Die Frauen waren vollständig von ihrem Götzendienst geheilt. Sie zertrümmerten den Götzen und warfen ihn in den Fluß.

Dieser lebendige Glaube zeigte sich noch mehr, als sie von Japanern angegriffen wurden, die ihnen aus Haß und Verdruß, weil sie ein von Pater Franz errichtetes Kreuz verborgen hatten, Hände und Beine abhieben und sie auf die schrecklichste Weise verstümmelten. Die Geduld und Ergebung, mit der sie diese Grausamkeit erduldeten, sind ein sprechender Beweis, wie sehr sie von der Richtigkeit des Glaubens überzeugt waren.

Schweren Herzens schied Xaver von seinen lieben Kindern, die ihn mit Tränen in den Augen begleiteten und ihm mit traurigem Blick nachsahen. Im Juli 1547 traf er wieder in Malakka ein.

Bei seiner Ankunft in Malakka traf er drei Ordensmänner aus der Gesellschaft Jesu, die nach den Molukken reisten. Dies waren Johann Beira, Nunez Ribera und Nikolaus Nunez; letzterer war noch nicht Priester. Mansilla kam nicht, weil er überhaupt mehr seinem eigenen Willen folgen wollte, als dem Gehorsam, so daß ihn Xaver schließlich aus der Gesellschaft ausschloß. (Mansilla starb als frommer Priester in Cochin im Jahre 1565.) Der heilige Xaver verweilte in Malakka für vier Monate, bis er sich nach Goa einschiffen konnte.

Während seines Aufenthaltes hatte ihm Johann Duro, den er von Amboina hatte kommen lassen, viele Sorgen bereitet. Dieser hatte nämlich von reichen Handelsleuten eine Summe Geldes zum Unterhalt Pater Xavers erhalten, ohne ihm davon etwas zu sagen. Der Heilige war aber gewohnt, von Almosen zu leben; er haßte das Geld. Er verbannte ihn auf eine öde Insel, wo er die Tage mit Gebet zubringen mußte, und sich von Wasser und Brot ernähren sollte. Duro hielt sich genau an alles, was ihm vorgeschrieben worden war. Während seines Aufenthaltes auf dieser Insel hatte er eine Schauung. Er meinte, in einer sehr schönen Kirche zu sein und sah die Himmelskönigin auf einem von Edelsteinen funkelnden Thron sitzen. Das Antlitz der allerseligsten Jungfrau schien sehr ernst, und als er sich ihr nähern wollte, wies sie ihn zurück als einen Menschen, welcher der Gesellschaft ihres Sohnes nicht würdig sei. Sie stand von ihrem Thron auf, um die Kirche zu verlassen, und dann war alles verschwunden.

Gegenüber Xaver, der schon davon erfahren hatte, leugnete Duro diese Schauung. Dies mißfiel dem heiligen Xaver so sehr, daß er durchaus nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Als Duro sich von ihm entfernte, sagte er ihm, daß Gott ihm noch Gnade geben und sein Herz bessern werde, und daß er im Orden des heiligen Franziskus als frommer Ordensmann sein Leben beschließen werde, was auch wirklich geschah.

Nachdem die drei Missionäre nach den Molukken abgereist waren, lastete alle Arbeit auf Xaver allein, der natürlich nicht alles sogleich erledigen konnte. Viele murrten nun gegen ihn, was Xaver deswegen freute, weil sich darin irgendwie ihr guter Entschluß kundtat, seine seelsorgliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viel Zeit nahmen ihm aber die zahlreichen Feindschaften unter den Leuten weg, die er beizulegen hatte.

Während seines Aufenthaltes ereignete sich eine merkwürdige Begebenheit, die wir den Lesern ganz nach der Beschreibung von Bouhours mitteilen wollen. Dieser erzählt:

Seitdem die Portugiesen Malakka erorbert hatten, waren die benachbarten Könige eifersüchtig auf die ihnen fremde Macht, und versuchten mehrmals, die Portugiesen aus Indien zu vertreiben. Sie konnten aber niemals etwas ausrichten. Einer dieser Unzufriedenen war der Sultan von Achin auf Sumatra. Dieser Fürst war ein Mohammedaner, ein unversöhnlicher Feind des Christentums und der Portugiesen.

Er wagte jedoch nicht, die Festung Malakka anzugreifen, sondern suchte die Küsten zu durchstreifen, um den Handelsverkehr der Portugiesen und die Hilfe, die sie aus Europa erhielten, abzuschneiden. Er wollte die Stadt erst dann angreifen, wenn sie keine Lebensmittel und Mannschaften mehr hätte. Aber um diese Ziel zu erreichen, benötigte er in einiger Nähe einen Hafen und eine Festung. Nun wurde also eine Festung gebaut, und zwar so geheim, daß die Portugiesen gar nichts davon bemerkten. Eine Kriegsflotte erhielt beste Ausrüstung und Waffen. Am 9. Oktober 1547 liefen die feindlichen Schiffe unter Anführung des berühmten Sarazenen Bajaja Soara in den Hafen ein. Da es zwei Uhr morgens war, beschloß der Feind, einen Angriff auf die Stadt zu unternehmen. Die Kühnsten gingen an Land und liefen in bunter Verwirrung zur Stelle der Mauer, die sie am schwächsten glaubten.

Anfangs wurden die Einwohner durch diesen unerwarteten Angriff in Schrecken versetzt. Bald aber erholten sie sich wieder, eilten zu den Wällen hin, bedrängten die Anstürmenden und stießen sie von ihren Leitern zurück. In die Stadt gelangte keiner, mehreer fielen tot in den Graben.

Soara ließ nun alle Schiffe im Hafen anzünden oder beschädigen. Durch diesen Erfolg ermutigt, zeigten sich die Achiner am nächsten Morgen auf ihren Verdecken und erhoben ein fürchterliches Geschrei. Aber ihr Übermut war nur von kurzer Dauer. Der Feuerregen aus der Festung zwang sie, sich bis zur Insel Ulpe zurückzuziehen. Unterdessen fielen sieben arme Fischer, die die Nacht mit Fischfang zugebracht hatten, in die Gewalt der Feinde. Sie wurden vor den General geführt, der ihnen Nasen und Ohren abschneiden ließ, und sie mit einem Brief an Don Franzisko von Melo, Statthalter von Malakka, zurückschickte. Der Brief hatte den Wortlaut:

"Ich, Bajaja Soara, der die Ehre hat, den Reis des großen Sultan Aladin, des Königs von Achin und all der Länder, welche von beiden Meeren umgeben sind, in goldenen Gefäßen zu tragen, mache Dir bekannt, daß Du Deinem König schreiben sollst, daß ich mich gegen seinen Willen hier befinde und seine Festung durch mein wildes Gebrüll in Schrecken versetze, und so lange hier bleiben werde, wie es mir gefällt. Ich nehme zu Zeugen dessen, was ich sage, nicht nur die Erde und alle Völker, die sie bewohnen, sondern auch alle Elemente, bis hinauf zum hohen Himmel, und durch diese Worte meines Mundes erkläre ich ihnen, daß dem König Tapferkeit und Ruhm gänzlich mangelt, daß seine niedergeworfenen Soldaten sich nie mehr erheben können ohne Zustimmung dessen, der ihn soeben besiegt hat, daß ferner durch diesen Sieg mein König den Deinigen völlig unterjocht hat, denn von diesem Tage an ist letzterer sein Untertan und sein Sklave geworden. Schließlich, damit Du Dich recht von dieser Wahrheit überzeugen mögest, fordere ich Dich auf, an dem Ort, wo ich mich gegenwärtig befinde, Dich im Kampfe mit mir zu messen, wenn Du noch so viel Mut verspürst, um mir Widerstand zu leisten."

So lächerlich und aufgeblasen dieses Schreiben des Soara auch war, so versetzte es doch den Statthalter und die Offiziere der Festung in Verlegenheit, denn wie konnte man in Ermangelung von Schiffen die Herausforderung annehmen, oder wie mit Ehre zurückweisen? Während sie noch im Kriegsrat beisammen waren, kam Pater Xaver dazu. Soeben hatte er in der Kirche zu Unserer Lieben Frau auf dem Berge die heilige Messe gelesen. Der Statthalter brachte ihm den Brief des Generals der Achiner zur Kenntnis und wünschte sein Meinung darüber zu hören.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


28. August
Heilige Sorglosigkeit

Zum morgigen 14. Sonntag nach Pfingsten kann ich drei Predigten anbieten:

Die Berufung deines Herzens

Das Evangelium, das den Konflikt zwischen Pflicht und Neigung löst

"Seid nicht ängstlich besorgt um euer Leben."


28. August
Johannes Hessen

Vor 50 Jahren, am 28. August 1971, starb in Bad Honnef im Alter von 81 Jahren der Philosoph Johannes Hessen. Er war ein Schüler von Max Scheler und Vertreter der Wertethik. “Gott ist der Werte Hort und Heimat. In ihm sind alle Werte fundiert. Er ist ja Wertwirklichkeit, Synthese von Wert und Sein, Idealität und Realität. Sage ich also ‘Gott’, dann sage ich damit zugleich ‘Wahrheit’, ‘Gutheit’, ‘Schönheit’ (...) kurz das Pleroma der geistigen Werte” (Hessen, Der Sinn des Lebens, S. 67).


16. August
"Als würde Papst Franziskus uns, die wir die Kirche so lieben, nicht verstehen"

Von Autumn Jones

Die Hausarbeit, Schulstunden, der Mittagsschlaf der Kleinen, das gemeinsame Bücherlesen: Bei den McKinleys ist der Alltag gut eingespielt. Maureen und Matt kümmern sich um ihre fünf Kinder - von denen das älteste zehn Jahre alt ist - sowie um zwei Ziegen, ein Kaninchen, Hühner und einen Hund.

Der Tagesablauf mag genau geplant sein. Doch der Mittelpunkt und die eigentliche Kraftquelle der Familie ist die traditionelle lateinische Messe, sagen Maureen und Matt.

Die Schönheit, Ehrfurcht und Zeitlosigkeit der TLM verbinden sie mit einem reichen liturgischen Erbe, das Jahrhunderte zurückreicht.

Die traditionelle lateinische Messe (TLM) ist auch als "tridentinische" bekannt, als Feier im usus antiquior, als Messe in der außerordentlichen oder überlieferten Form sowie als "Alte Messe" (Vetus Ordo), im Gegensatz zur in den 1970er Jahren eingeführten "Neuen Messe" (Novus Ordo).

Die TLM "ist die Messe, die im Laufe der Zeit so viele Heilige hervorgebracht hat", sagt die 36 Jahre alte Maureen. In ihrer Pfarrei, Mater Misericordiæ in Phoenix, wird täglich die TLM gefeiert.

"Wissen Sie, welche Messe der Heilige Alfons von Ligouri, die Heilige Therese von Lisieux, die Heilige Teresa von Avila und der Heilige Augustinus besucht haben? Die traditionelle lateinische Messe", sagt Maureen. Die Vorstellung, mit diesen Heiligen diese Erfahrung gemeinsam zu haben, begeistert die junge Mutter. "Das ist einfach ... weiterlesen


16. August
Growth and Vitality

“I want to say, that as I read the motu proprio of Pope Francis, and its accompanying letter, I find nothing that threatens the existence of St. Mary’s Church, nor the ministry of the Priestly Fraternity of St. Peter among you.”
The bishop thanked the parishioners for the “growth and vitality” he has witnessed at St. Mary’s Church over the previous three years, including the South Side parish’s increase in attendance, in spiritual devotions, in catechetical programs and in charitable service to the community.
“And I can assure you that, as long as I am your bishop; as long as you remain united to the Church Universal and the Diocese of Providence; as long as you support the parish, personally and spiritually; and as long as the Priestly Fraternity of St. Peter is able to provide us with faithful and effective pastors; I will do all that I can to support and affirm the existence and ministry of St. Mary’s Parish,” Bishop Tobin said.

Aus: Rick Snizek, Bishop Thomas J. Tobin to St. Mary's traditional Latin Mass community: 'I want you to be at peace', in Rhode Island Catholic.


15. August
Johann Emmanuel Veith

Vor 200 Jahren, am 26. August 1821, wurde der aus Böhmen stammende Arzt und Dichter Johann Emmanuel Veith (1787-1876) zum Priester geweiht. Er war Jude, ließ sich 1816 taufen, trat 1821 in den Redemptoristenorden ein, 1830 wieder aus und gehörte zum Kreis um den hl. Clemens Maria Hofbauer. Die Begegnung mit diesem Heiligen hatte bei ihm bewirkt, “den Rest seines Lebens sich mit dem zu beschäftigen und für das zu arbeiten, was allein ewig und allein wichtig ist” (zitiert in Ferdinand Holböck, Wir haben den Messias gefunden, Stein am Rhein, 21987, S. 64).


15. August
Maria Flesch

Vor zehn Jahren, am 26. August 2011, starb im Alter von 86 Jahren Maria Flesch, die 1984 die von dem kanadischen Priester Pierre Gendron gegründete Herz-Jesu-Familie in Deutschland einführte.


15. August
Der barmherzige Samariter

Zum heutigen, vom Marienfest verdrängten 12. Sonntag nach Pfingsten kann ich drei Predigten anbieten:

Die Herrlichkeit des Neuen Bundes

Der barmherzige Samariter als katholische Antwort

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter


15. August
László Dobszay

Vor zehn Jahren, am 25. August 2011, starb in Budapest im Alter von 76 Jahren Prof. László Dobszay. Er setzte sich mit Kompetenz für die überlieferte Liturgie und den Gregorianischen Gesang ein. Große Beachtung fanden seine Werke The Bugnini Liturgy and the Reform of the Reform und The Restoration and Organic Development of the Roman Rite.


15. August
Jakob Fugger

Vor 500 Jahren, am 23. August 1521, unterzeichnete Jakob Fugger die Stiftungsurkunde für die Fuggerei in Augsburg. So entstand die älteste Sozialsiedlung der Welt. Der katholische Kaufmann Jakob Fugger stiftete die Wohnungen für arme Bürger seiner Stadt als Dank an Gott für das viele Glück, das er in seinem Leben hatte.


15. August
Regelmäßige Anbetung

Vor zehn Jahren, am 21. August 2011, fand die Abschlussmesse des Weltjugendtages in Madrid statt. Dabei sagte Papst Benedikt XVI.:

“Ich bitte euch, liebe Freunde: Liebt die Kirche, die euch zum Glauben geboren hat, die euch geholfen hat, Christus besser kennenzulernen, die euch die Schönheit seiner Liebe entdecken ließ. Für das Wachsen eurer Freundschaft mit Christus kommt es entscheidend darauf an, daß ihr die grundlegende Bedeutung eurer freudigen Einbindung in die Pfarreien, Gemeinden und Bewegungen ebenso anerkennt wie die Teilnahme an der Eucharistie an jedem Sonntag, den häufigen Empfang des Sakraments der Versöhnung, die regelmäßige Anbetung und die regelmäßige Betrachtung des Wortes Gottes. Aus dieser Freundschaft mit Jesus wird auch der Impuls dazu hervorgehen, in den verschiedensten Bereichen Zeugnis vom Glauben zu geben, einschließlich dort, wo Ablehnung oder Gleichgültigkeit herrschen. Es ist nicht möglich, Christus zu begegnen und ihn nicht den anderen bekannt zu machen. Bewahrt also Christus nicht für euch selbst! Teilt eure Glaubensfreude den anderen mit! Die Welt braucht das Zeugnis eures Glaubens.”


14. August
Gebetssturm

Pater Gerald Gesch FSSP ruft die Mitglieder der Konfraternität St. Petrus auf, in diesen Monaten besonders für die Anliegen zu beten, die durch das Motu proprio Traditionis custodes entstanden sind. Mögen sich viele weitere Gläubige diesem Gebetssturm anschließen!


14. August
Wenn Gott das vierte Gebot erfüllt

Zum morgigen größten Marienfest des Kirchenjahres kann ich diese Predigt anbieten: Mariä Himmelfahrt


14. August
Alte Ermutigung

Am 28. Oktober 2013 dankte Papst Franziskus – durch den damaligen Apostolischen Nuntius in Frankreich – anlässlich des 25. Gründungsjubiläums der Priesterbruderschaft St. Petrus für ihre unverbrüchliche Treue im „Dienst der kirchlichen Einheit cum Petro et sub Petro“: „Der Heilige Vater ermutigt sie, ihren Auftrag zur Versöhnung aller Gläubigen fortzusetzen, welche Richtung sie auch immer vertreten mögen, und sich somit dafür einzusetzen, dass die Gläubigen einander im Bekenntnis desselben Glaubens und in einer starken mitbrüderlichen Liebe achten mögen.“

Aus: Thorsten Paprotny, Im Dienst der kirchlichen Einheit. Apostolat und Aufgabe der Priesterbruderschaft St. Petrus, CNA vom 12. August 2021


14. August
Madrid

Vor zehn Jahren, am 18. August 2011, kam Papst Benedikt XVI. zum Weltjugendtag nach Madrid. In seiner Ansprache bei der Willkommensfeier auf dem Cibeles-Platz sagte er unter anderem: “Liebe Freunde, seid klug und weise, baut euer Leben auf den festen Grund, der Christus ist. Diese Weisheit und Klugheit wird eure Schritte leiten, nichts wird euch in Furcht setzen, und in eurem Herzen wird der Friede herrschen. Dann werdet ihr selig, glücklich sein, und eure Freude wird die anderen anstecken. Sie werden sich fragen, was das Geheimnis eures Lebens ist, und sie werden entdecken, daß der Fels, der das ganze Gebäude trägt und auf den sich euer ganzes Leben stützt, die Person Christi selbst ist, euer Freund, Bruder und Herr, der menschgewordene Sohn Gottes, der dem gesamten Universum Beständigkeit verleiht.”


14. August
Morlinobrief

Vor drei Jahren, am 18. August 2018, veröffentlichte Bischof Robert C. Morlino von Madison seinen Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche. Die Aufrichtigkeit, mit der er dieses Krebsgeschwür in der Kirche wahrnimmt, und der Mut, mit dem er die nötigen praktischen Konsequenzen daraus zieht, könnten als Vorbild für den synodalen Weg in Deutschland dienen - wenn man nur wollte.


13. August
Erkanbald

Vor 1000 Jahren, am 17. August 1021, starb im Alter von etwa 54 Jahren Erkanbald. Er war von 997 bis 1011 Abt von Fulda, danach Erzbischof von Mainz. Die Bischofsweihe empfing er vom hl. Bernward von Hildesheim.


13. August
François Gaspard de Jouffroy de Gonsans

Vor 300 Jahren, am 15. August 1721, wurde François Gaspard de Jouffroy de Gonsans geboren. 1774 wurde zum Bischof von Gap, 1777 zum Bischof von Le Mans ernannt. 1792 musste er Frankreich verlassen, da er den Eid auf die Zivilkonstitution verweigerte. 1795 fand er im Partnerbistum Paderborn neben mehreren hundert weiteren Franzosen Zuflucht, wo er am 23. Januar 1799 verstarb. Im Paderborner Dom fand er sein letzte Ruhestätte vor dem Hochaltar.


13. August
Maria del Tránsito Cabanillas

Vor 200 Jahren, am 15. August 1821, wurde in Santa Leocadia, Argentinien, Maria del Tránsito Cabanillas geboren. Sie gründete am 8. Dezember 1878 in San Vincenzo di Córdoba mit zwei Gefährtinnen die Kongregation des Dritten Ordens der Franziskanermissionarinnen von Argentinien. Sie starb am 25. August 1885 und wurde am 14. April 2002 seliggesprochen.


13. August
Johannes B. Torelló

Vor zehn Jahren, am 15. August 2011, starb in Wien im Alter von fast 91 Jahren der in Barcelona geborene Theologe und Psychiater Dr. Johannes B. Torelló. Nach seiner Promotion in Medizin trat er 1941 dem Opus Dei bei und empfing 1948 die Priesterweihe. Von Franz Kardinal König sehr geschätzt, wirkte er ab 1964 in Österreich. Außerdem war er befreundet mit Viktor Frankl, dem Gründer der Logotherapie.


13. August
Therese von Lisieux

Vor 100 Jahren, am 14. August 1921, wurde Therese von Lisieux (1873-1897) im Rahmen ihres Seligsprechungsprozesses der heroische Tugendgrad zugesprochen. Die Seligsprechung folgte 1923, die Heiligsprechung 1925.


13. August
Cuauhtemoc

Vor 500 Jahren, am 13. August 1521, wurde Cuauhtemoc, Herrscher der Azteken, ein Neffe Montezumas, während der Belagerung der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan auf einem Boot auf dem See von García Holguin gefangengenommen und zu Cortés gebracht.


13. August
Johannes Berchmans

Vor 400 Jahren, am 13. August 1621, starb in Rom im Alter von 22 Jahren der hl. Johannes Berchmans SJ. Er wurde 1865 selig-, 1888 heiliggesprochen und ist der Patron der studierenden Jugend. Wilhelm Hünermann hat sein Leben im Buch Ein Flame in Gottes Kompanie beschrieben.


12. August
Albert D’Orville

Vor 400 Jahren, am 12. August 1621, wurde in Brüssel der Chinamissionar Albert D’Orville SJ geboren. 1658 kam er nach Macau, von dort wurde er in die Provinz Shanxi entsandt, danach kam er nach Peking. Am 8. April 1662 starb er in Agra während der Rückreise über Land nach Rom. Er sollte Johann Grueber SJ begleiten, der den Auftrag hatte, in Rom den Astronomen Adam Schall SJ, der die Astronomie nach China gebracht hatte, gegen falsche Anklagen der Förderung des Aberglaubens zu verteidigen.


11. August
Candidus Sierro

Vor 150 Jahren, am 11. August 1871, begann der Brasilienmissionar Candidus Sierro mit 31 Jahren seine Expedition, die ihn in den Tod führen sollte: die Missionierung der Indianer zwischen den Flüssen Tocantins und Gurupi. Anfang 1874 wurde er von Kannibalen, die von einem europäischen Großspekulanten aufgestachelt worden waren, erschossen, enthauptet und verspeist.


11. August
Dina Bélanger

Vor 100 Jahren, am 11. August 1921 (einem Donnerstag), verließ die 1993 seliggesprochene kanadische Mystikerin Dina Bélanger (1897-1929) für immer das elterliche Haus und trat bei den Schwestern von Jesus-Maria ein.


9. August
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

17. Folge

36. Den Tag über mußt du dich oft, gleichwie die heilige Theresia, Gott aufopfern und Ihm sagen: “Siehe Herr, hier bin ich, mache mit mir, was Dir immer gefällt, sage mir, was Du von mir verlangst, ich bin zu allem bereit.” Erwecke, sooft du kannst, Liebesakte zu Gott, denn die heilige Theresia sagt, daß dieselben dem Holze gleichen und im Herzen das Feuer der göttlichen Liebe unterhalten. Begehst du einen Fehler, so demütige dich und suche durch einen desto eifrigeren Liebesakt, dich wieder vom Falle aufzurichten. Stößt dir ein Ungemach zu, so opfere Gott dieses Leiden auf, und ergib dich in Seinen heiligen Willen, gewöhne dich daran, in allen Widerwärtigkeiten zu dir selbst zu sagen: “Dies ist jetzt Gottes Wille und darum will ich es auch.” Es gibt keinen Gott angenehmeren Liebesakt als die Ergebung in Seinen Willen.

37. Du mußt auch, ehe du einen Entschluß faßt oder andern einen wichtigen Rat erteilst, dich jedesmal vorher Gott anempfehlen. Wiederhole, sooft du kannst, mit der heiligen Rosa von Lima die Bitte: “Herr, hilf mir, überlasse mich nicht mir selbst!” Blicke oft auf ein Kruzifix oder auf ein Bild Mariens, rufe die heiligen Namen Jesus und Maria aus, und das besonders in der Zeit der Versuchungen. Gott, der unendlich gut ist, wünscht nichts mehr, als uns Seine Gnade mitzuteilen, und Pater Alvarez sah eines Tages unseren Heiland, die Hände voll Gnaden, und suchend, wem Er sie mitteilen könne; aber Gott will, daß wir Ihn um Seine Gnade bitten: “Bittet, und ihr werdet empfangen.” Tun wir das nicht, so zieht der Herr Seine Hand von uns, bitten wir Ihn hingegen, so teilt Er uns mit, was immer wir wünschen: “Wer, der ihn angerufen hat, ist verschmäht worden?” (Sir 2,10). David sagt, daß Gott barmherzig und sehr barmherzig gegen die ist, die Ihn anrufen: “Du bist gütig und mild und von großer Erbarmung für alle, die dich anrufen” (Ps 8,55). Wie gut und freigebig beweist Sich der Herr gegen alle, die Ihn liebevoll suchen: “Gut ist der Herr denen, die auf ihn hoffen, der Seele, die ihn sucht” (Ps 8,55). “Wenn jene, die ihn nicht gesucht haben, ihn finden” (Röm 10,20), um wieviel leichter wird Ihn alsdann der finden, der Ihn sucht, um sich ganz Seinem Dienste zu weihen.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


8. August
Maria Margarita Caiani

Vor 100 Jahren, am 8. August 1921, starb in Poggio a Caiano bei Florenz im Alter von 57 Jahren die Ordensgründerin Maria Margarita Caiani. Sie gründete 1902 das Institut der Kleinsten Schwestern des heiligen Herzens Jesu, das sich vor allem der Kinder und der Armen annahm. Am 23. April 1989 wurde sie seliggesprochen.


7. August
Liebe macht alles gut

Zum morgigen elften Sonntag nach Pfingsten kann ich vier Predigten anbieten:

Sind Wunder möglich?

Die Heilung des Taubstummen

Die Auferstehung Jesu

Er hat alles wohl gemacht


7. August
Edmund Bojanowski

Vor 150 Jahren, am 7. August 1871, starb in Górka Duchowna im Alter von 56 Jahren Edmund Bojanowski. Bewegt vom sozialen Elend der damaligen Zeit, diente er selbstlos den Kranken und Sterbenden und gründete die Schwestern von der unbefleckten Empfängnis, die sich der verwahrlosten Kinder annahmen. Am 13. Juni 1999 wurde er seliggesprochen.


6. August
Hl. Dominikus

Von 800 Jahren, am 6. August 1221, starb in Bologna im Alter von ca. 50 Jahren der Gründer des Predigerordens. Am 13. Juli 1234 wurde er von Papst Gregor IX. (1227-1241) heiliggesprochen.


5. August
Franz Adam Göpfert

Vor 150 Jahren, am 5. August 1871, wurde der Moraltheologe Franz Adam Göpfert (1849-1913) zum Priester geweiht. Er lehrte in Würzburg und war ein “beliebter akademischer Lehrer, von fester Glaubensüberzeugung, treukirchlicher Haltung und hochgemutem Opfersinn.” Seine dreibändige Moraltheologie, die 1897 erschien, ist “ausgezeichnet durch praktische Verwendbarkeit” (LThK, 1. Auflage).


4. August
Dear Pope Francis!


4. August
Anselm Franz Dominik von Eckart

Vor 300 Jahren, am 4. August 1721, wurde in Mainz der Jesuit Anselm Franz Dominik von Eckart SJ geboren. Ab 1753 wirkte er als Missionar in Brasilien. Schon wenige Jahre später wurden die Jesuiten von Pombal verfolgt und vertrieben. Ab 1759 schmachtete von Eckart in verschiedenen Gefängnissen. Erst nach dem Sturz Pombals 1777 kam er wieder frei. 1803 zog er nach Russland, wo der Jesuitenorden, der 1773 aufgehoben worden war, überlebte. Hier wurde er Novizenmeister und durfte zu seinen Schülern Johann Philipp Roothaan, den späteren berühmten Generaloberen, zählen.


3. August
Anna Caterina Gonzaga

Vor 400 Jahren, am 3. August 1621, starb in Innsbruck im Alter von 55 Jahren Anna Caterina Gonzaga. Sie war die Tochter des Herzogs Wilhelm Gonzaga von Mantua III. und vermählte sich 1582 mit Erzherzog Ferdinand II. von Tirol. Nach dessen Tod erbaute sie in Innsbruck ein Servitinnenkloster, in das sie 1612 selber eintrat. Ihr Urururgroßvater war Ludovico III. Gonzaga, der der Ururgroßvater des hl. Aloisius von Gonzaga (1568-1591) war.


2. August
Dynamik der Neuevangelisierung

Mir ist kein anderes vatikanisches Dokument bekannt, das die Dynamik der Neuevangelisierung seit 2007 so sehr beflügelt und zugleich dem liturgischen Frieden gedient hat wie „Summorum Pontificum“. Wer eine heilige Messe nach dem Missale von 1962 mitfeiert, der sieht, dass die Kirche jung ist, die Sehnsucht nach Gott besteht und die Einheit mit Rom dort selbstverständlich gepflegt wird. Warum muss ein solches gedeihliches Wachstum, ein solcher freudvoller Aufbruch im Glauben und im Leben der Kirche nun ohne Not eingehegt werden? Warum erfreuen wir uns nicht am Reichtum der Liturgie, wie sie uns der würdig gefeierte „Novus Ordo“ und der klassische Römische Ritus bieten?

Aus: Thorsten Paprotny, Hüter der Tradition, auf CNA vom 29. Juli 2021


2. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel Die geschändete Barmherzigkeit ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Habermas’ Bekenntnis über seine Faszination von Thomas von Aquin findet sich auf der Mittelalterseite. Mein Podcast über Julian Nida-Rümelins Buch Unaufgeregter Realismus wurde auf der Avalonseite, die Predigt Der Herr ist mein Heil auf der Seite Die Rückkehr der Philosophie zum Objekt von Peter Wust.


1. August
Das Zitat

Liebe diejenigen, welche dich hassen und zu verkleinern suchen. Denn sie geben dir Gelegenheit, eine um so schönere Siegeskrone zu gewinnen.

Hl. Birgitta von Schweden


1. August
Luther an Melanchton

Vor 500 Jahren, am 1. August 1521, schrieb Luther an Melanchton jenen Brief, der die berühmten Worte enthält: “pecca fortiter, sed crede fortius”, oder ausführlicher: “Esto peccator et pecca fortiter, sed crede fortius et gaude in Christo, qui victor est peccati, mortis et mundi!” “Sei ein Sünder und sündige fest! Aber glaube fester und habe Freude an Christus, der Sieger ist über die Sünde, den Tod und die Welt.” Den Unterschied zwischen katholischer und lutherischer Erlösungslehre erklärt Franz Prosinger hier.


31. Juli
Der sichere Lottogewinn

Zum morgigen zehnten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: Der sichere Lottogewinn.


30. Juli
Das Zitat

Das ist das Geheimnis meines Lebens: Ich habe mein Herz an diesen Jesus von Nazareth verloren, der vor 1900 Jahren gekreuzigt worden ist.

Sel. Charles de Foucauld


30. Juli
Antonín Boll

Vor 300 Jahren, am 30. Juli 1721, wurde in Prag der böhmische Philosoph Antonín Boll SJ geboren. Er lehrte in Troppau, Jitschin, Brünn, Znaim, Breslau, Prag und Königgrätz. Am 22. Juli 1792 starb er in Kučerov.


29. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel Facets of Love ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Tücks Bemerkung über die Instrumentalisierung des coronabedingten Versammlungsverbots als Reformkatalysator findet sich auf der Priesterseite. Die Predigten Der Heilige Geist, der Vollender und Gott ist kein Erpresser wurden auf der Wust-Seite und auf der Seite über Postel u.a. eingebettet.


29. Juli
The best qualities of Catholicism

This was Benedict XVI's reading of it, anyway. In 2007, when he issued the Summorum Pontificum, permitting wider use of the Old Rite, he didn't mean it as a comment on the New Rite but, on the contrary, to reassert that the two Rites have the same heritage, same validity and can even enrich the other – and Heaven knows, aspects of Church life had grown utilitarian and sterile. I am personally of the view that one of the best qualities of Catholicism, one of the things that attracted me to it, is that it is beautiful. This is not mere aesthetics: like St Thomas digging his finger into Christ’s side, humans have a desire to see in order to believe, and religious beauty helps us come closer to God through sensual experience. This is the philosophy of most of the Catholic priests saying the Old Rite: far from being Looney Tunes schismatics, as Francis seems to imagine, they want to restore and revivify the whole Church, and by encouraging the Old Rite in a whole new social context, add something to our appreciation of the New.

Aus: Tim Stanley, Pope Francis is losing his culture war, im Spectator


28. Juli
Gott das Ideal der Wahrheit

Von Arnold Rademacher

Vierte Folge

Die Wahrheit selbst aber ist ohne Vergleich größer als jede Summe von Wahrheiten und die Wissenschaft größer als jede Summe von Wissen. Wie hinter dem realen und begrenzten Raum ein unermeßliches Reich des möglichen Raumes und möglicher Welten, der ideale Raum, liegt, so hinter dem uns zugänglichen Erkenntnisgebiet ein unbegrenztes Reich möglichen Erkennens. Aber auch intensiv bleibt unser Erkennen beschränkt, weil wir weder in das Wesen der Dinge eindringen noch diese in uns selbst aufnehmen können und weil wir die Dinge immer nur von einer Seite zu betrachten vermögen. Je mehr wir in die Tiefe dringen, desto dunkler wird es um uns, und desto mehr werden wir uns der Grenzen unseres Erkennens bewußt. “Unser ganzer Erkenntnisprozeß ist, soweit er sich innerhalb der Erfahrungsform bewegt, eine ins Unendliche fortgehende Horizonterweiterung, die aber von ihrem Ziel, der Enthüllung des Wesens der Dinge, immer gleich weit entfernt bleibt” (Karl Heim, Glaubensgewißheit. Eine Untersuchung zur Lebensfrage der Religion. 2. Aufl. Leipzig 1920, S. 135). Es ist nicht einmal nötig, hinzuweisen auf die Abhängigkeit der Erkenntnis von den Sinnen, auf die Kürze der verfügbaren Zeit, auf das Gesetz der "Enge des Bewußtseins" und auf die mannigfachen Fehlerquellen, denen unsere Erkenntnis ausgesetzt ist. Mit einem Worte: die Wahrheit ist eine Idee und das Wissen ein Ideal , d. h. Wahrheit und Wissen sind Größen, deren die Seele nur näherungsweise und unvollkommen habhaft werden kann. Auch ein noch so großes Maß von Wahrheitserkenntnis füllt die Seele nicht aus; je umfangreicher und tiefer die Erkenntnis, desto zahlreicher und schwieriger sind die neuen Probleme, die aus ihr geboren werden, und desto begieriger wird die Seele nach Ausfüllung ihrer sich stets umfassender ausweitenden Vermögen. Das Orakel zu Delphi pries Sokrates als den Weisesten, weil er, durchdrungen von der Idealität des Wissens, eingestand, zu wissen, daß er nichts wisse, und St. Paulus nennt unser Erkennen Stückwerk und Rätsel.

So haben wir denn auf der einen Seite eine unbegrenzte Aufnahmefähigkeit und einen geistigen Hunger nach Wahrheitserkenntnis und einen Einheitstrieb, der nur in der geschlossenen Verknüpfung der Einzelerkenntnisse und in letzten Auskünften über das Woher und Was der Dinge sich befriedigt fühlt, auf der andern Seite ein unbegrenztes Reich von Wahrheiten als Gegenstand möglicher Erkenntnis. Wer wird den Wahrheitsdurst stillen und was wird dem Einheitstrieb Befriedigung geben? Das kann, wenn es überhaupt je geschehen soll, - und es muß geschehen, wenn das Wahrheitssuchen einen Sinn hat - nur die Wahrheit selbst, die sich dann in einem einzigen und stetigen Anblick dem Geiste zu schauen gibt, die selbst ewig und unwandelbar ist und von der die einzelnen Wahrheiten nur Ausstrahlungen sind. Wir können nicht wohl anders, als dieser Wahrheit mit Platon und Augustinus den Charakter einer wesenhaften Wirklichkeit geben, welche Trägerin der abstrakten Wahrheit und irgendwie Schöpferin der konkreten Wirklichkeiten ist. [1] Gott hat die Wahrheit und ist die Wahrheit. Die Schöpfung ist ihr Spiegel, das Prisma, in welchem sich die eine und einfache Wahrheit in vielfachen und vielfarbigen Strahlen bricht. Der göttliche Logos allein besitzt die ganze Wahrheit; er ist "der Abglanz der Herrlichkeit Gottes", der von Ewigkeit her bei Gott war und Gott selbst ist, "aus dem alles gemacht ist und ohne den nichts gemacht ist von dem, was geworden ist". Wir aber sind ein Bild dieses Logos, und nun haben wir auch die Erklärung für unseren Hunger nach Wahrheit: jede Seele ist ein Hauch Gottes, wesensverwandt mit der Gottheit, und daher strebt sie stets in naturhaftem Verlangen nach ihrem Ursprung zurück; denn Gott hat uns für sich geschaffen.

[1] Weniger glücklich scheint mir der Weg zu sein, den Hermann Bahr (Vernunft und Wissenschaft. Innsbruck, Verlag Tyrolia 1917) zu dem gleichen Ziele einschlägt. Er geht aus von der Idealität des Wissens und postuliert, wie aus dem Widerstreit des sittlichen Imperativs mit dem tatsächlichen Maße der sittlichen Kraft eine göttliche Gnadenhilfe, so aus der Unmöglichkeit der Befriedigung unserer Wahrheitsbedürfnisse aus eigenem Vermögen eine göttliche Gnadenerleuchtung zur Ergänzung den natürlichen Fähigkeiten. Man wird dagegen das Bedenken geltend machen: Warum legt die Gottheit in die Seele ein Verlangen, das diese nicht befriedigen kann? Trieb und Objekt müssen sich doch entsprechen. Ist der Trieb blind und unerfüllbar, dann besteht auch keine logische Notwendigkeit, ihm sein Objekt zu geben; ist er aber erfüllbar, dann bedarf es keiner ergänzenden Gnade. Eine Offenbarung als Ergänzung der rein natürlichen Ausstattung der menschlichen Vernunft, die wir uns doch um der Ehre ihres Urhebers willen als genügend vorstellen müssen, könnte nur als ein Widerspruch Gottes mit sich selbst gedeutet werden.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


26. Juli
Thomas Molnar

Vor 100 Jahren, am 26. Juli 1921, wurde in Budapest der katholische Philosoph und Politikwissenschaftler Thomas Molnar geboren. Er starb am 20. Juli 2010 in Richmond, Virginia.


26. Juli
Filippo Salvatore Gilii

Vor 300 Jahren, am 26. Juli 1721, wurde in Norcia der Missionar Filippo Salvatore Gilii SJ geboren. Sein missionarisches Einsatzgebiet waren das Amazonas- und Orinocogebiet, später Bogota. Als Opfer der Jesuitenvertreibung musste 1767 nach Italien zurückkehren, wo er inspirierend auf das Sprachgenie Lorenzo Hervás y Panduro SJ einwirkte. Er starb 1789 in Rom.


26. Juli
Jacques Hamel

Vor fünf Jahren, am 26. Juli 2016, wurde in Saint-Étienne-du-Rouvray der Priester Jacques Hamel während der Feier der hl. Messe von Islamisten ermordet. Er war 85 Jahre alt.


25. Juli
Maria Josepha Sancho de Guerra

Vor 150 Jahren, am 25. Juli 1871, gründete die hl. Maria Josepha Sancho de Guerra (1842-1912) in Bilbao die Kongregation der Dienerinnen Jesu, die sich um Kranke und Obdachlose kümmern. Am 27. September 1992 wurde sie selig-, am 1. Oktober 2000 heiliggesprochen.


25. Juli
Sigismund Gorazdowski

Vor 150 Jahren, am 25. Juli 1871, wurde Sigismund Gorazdowski (1845-1920) zum Priester geweiht. Er war vierzig Jahre lang Pfarrer in St. Nikolaus, Lemberg, wo er als “Vater der Armen” und “Priester der Obdachlosen” sich ganz im Dienst an den Seelen verausgabte. Gleichzeitig war ein großer Presseapostel, der unter anderem eine katholische Tageszeitung gründete und redigierte. 1884 gründete er die Kongregation der Schwestern vom hl. Joseph. 2001 wurde er selig-, 2005 heiliggesprochen.


25. Juli
Paul Josef Nardini

Vor 200 Jahren, am 25. Juli 1821, wurde in Germersheim Paul Josef Nardini geboren. Er gründete 1855 die Kongregation, die heute unter dem Namen der Mallersdorfer Schwestern bekannt ist. 1862 starb er in Pirmasens, 2006 wurde er in Speyer seliggesprochen.


24. Juli
Niemals ist ein Gebet vergeblich

Eine Predigt zur Votivmesse zur Verteidigung der Kirche.


23. Juli
Xavier Tilliette

Vor 100 Jahren, am 23. Juli 1921, wurde in Corbie der Philosoph Xavier Tilliette SJ geboren. Orte, an denen er lehrte, waren Paris, Chantilly, das Institut Catholique und die Gregoriana in Rom. Er war ein Spezialist für Schelling und Fichte, wurde der “Universalgelehrte in Sachen Deutscher Idealismus” (Erich Fuchs) genannt und arbeitete auch mit Reinhard Lauth zusammen, dem Herausgeber der Fichte-Gesamtausgabe. In Paris starb er am selben Tag wie Robert Spaemann.


21. Juli
Wachstum

Wir haben etliche Häuser mit Zustimmung der Bischöfe kanonisch errichten können, was unseren Apostolaten eine kirchenrechtlich nicht unbedeutende Stabilität verleiht und ein Hinweis ist auf eine gewachsene Wertschätzung. In einigen Niederlassungen haben sich die äußeren Rahmenbedingungen wesentlich verbessert, indem uns schöne und geeignete Kirchen zur Haupt- oder Alleinnutzung zur Verfügung gestellt wurden. In Tschechien, das ebenfalls zum deutschsprachigen Distrikt gehört, durften wir vor zwei Jahren in der Diözese Budweis die Verantwortung für einen altehrwürdigen Wallfahrtsort mit Pfarrei übernehmen. Erfreulich ist, dass gegen den allgemeinen Trend, die Zahl unserer Messbesucher seit Jahren in den meisten der von uns betreuten Gemeinden kontinuierlich zunimmt.

Aus dem Interview von P. Bernhard Gerstle FSSP mit der Tagespost vom 15. Juli 2021


21. Juli
Betrübnis, Treue und Hoffnung

Offizielles Kommuniqué der Priesterbruderschaft St. Petrus zum Motu Proprio Traditionis Custodes

Fribourg, 20. Juli 2021

Die Priesterbruderschaft St. Petrus, deren Ziel die Heiligung der Priester durch die Befolgung der liturgischen Traditionen vor der vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünschten Reform ist (vgl. Konstitutionen Nr. 8), hat das Motu Proprio Traditionis Custodes von Papst Franziskus mit Verwunderung aufgenommen.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus, die gemäß den Bestimmungen des Motu Proprio Ecclesia Dei Adflicta vom hl. Johannes Paul II. (2. Juli 1988) gegründet und kanonisch anerkannt wurde, hat sich stets zum gesamten Lehramt der Kirche und zur Treue gegenüber dem Papst und den Nachfolgern der Apostel bekannt und übt ihren Dienst unter der Verantwortung der Diözesanbischöfe aus. Indem sie sich in ihren Konstitutionen auf die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils beruft, hat sie immer versucht, Teil dessen zu sein, was der emeritierte Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 „die Hermeneutik der Reform unter Wahrung der Kontinuität der Kirche“ nannte (vgl. Ansprache an die Römische Kurie, 22. Dezember 2005).

Wir sind daher zutiefst betrübt über die Motive, die angeführt werden, um den Gebrauch des Messbuchs des hl. Johannes XXIII. einzuschränken, das im Zentrum unseres Charismas steht. Die Petrusbruderschaft erkennt sich in keiner Weise in den vorgebrachten Kritikpunkten wieder. Es ist erstaunlich, dass die vielen Früchte, die in jenen Apostolaten sichtbar werden, die mit dem Messbuch des hl. Johannes XXIII. verbunden sind, sowie die Freude der Gläubigen, die von dieser liturgischen Form profitieren, nicht erwähnt werden. Viele Menschen haben dank dieser Liturgie den Glauben entdeckt oder sind zum Glauben zurückgekehrt. Es ist nicht zu übersehen, dass aus den oft jungen und blühenden Gemeinden viele christliche Familien, Priester- und Ordensberufungen hervorgegangen sind.

In diesem Zusammenhang möchten wir einerseits unsere unerschütterliche Treue zum Nachfolger Petri bekräftigen und andererseits zum Ausdruck bringen, dass wir unseren Konstitutionen und unserem Charisma treu bleiben und den Gläubigen weiterhin dienen wollen, wie wir es seit unserer Gründung getan haben. Wir hoffen, auf das Verständnis der Bischöfe zählen zu können, deren Autorität wir immer respektiert und denen gegenüber wir uns stets loyal verhalten haben.

Im Vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter und unseres Schutzpatrons, des hl. Petrus, wollen wir diese Prüfung in Glauben und Treue annehmen.


20. Juli
Ächtung

Wichtig für die rechte Bewußtseinsbildung in Sachen Liturgie ist auch, daß endlich die Ächtung der bis 1970 gültigen Form von Liturgie aufhören muß. Wer sich heute für den Fortbestand dieser Liturgie einsetzt oder an ihr teilnimmt, wird wie ein Aussätziger behandelt; hier endet jede Toleranz. Derlei hat es in der ganzen Geschichte nicht gegeben, man ächtet damit ja auch die ganze Vergangenheit der Kirche. Wie sollte man ihrer Gegenwart trauen, wenn es so ist? Ich verstehe, offen gestanden, auch nicht, warum viele meiner bischöflichen Mitbrüder sich weitgehend diesem Intoleranzgebot unterwerfen, das den nötigen inneren Versöhnungen in der Kirche ohne einsichtigen Grund entgegensteht.

Aus: Joseph Kardinal Ratzinger, Gott und die Welt, München 2000, 2. Auflage, 357


20. Juli
Franz Hitze

Vor 100 Jahren, am 20. Juli 1921, starb in Bad Nauheim im Alter von 70 Jahren der Priester und Sozialpolitiker Franz Hitze. Er war ein “bedeutender Vertreter der katholisch-sozialen Bewegung in Deutschland” (LThK, 3. Auflage), “die führende Gestalt im sozialen Katholizismus Deutschlands” (NDB 9). 1880 wurde er Generalsekretär des Verbandes “Arbeiterwohl”, von 1882 bis 1893 und von 1898 bis 1912 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, von 1884 bis 1921 Mitglied des Deutschen Reichstags bzw. der Deutschen Nationalversammlung. 1890 gründete er mit anderen den “Volksverein für das katholische Deutschland”, dessen erster Generalsekretär er wurde. Seit 1893 lehrte er als Professor in Münster christliche Gesellschaftslehre. In der Zentrumspartei war er der Fachmann für sozialpolitische Fragen, der sich erfolgreich für den Schutz der Arbeiter und für christliche Gewerkschaften einsetzte.


20. Juli
Maurice-Jean-Madelein Broglie

Vor 200 Jahren, am 20. Juli 1821, starb in Paris im Alter von 54 Jahren Bischof Maurice-Jean-Madelein Broglie. 1807 war er von Kaiser Napoleon zum Bischof von Gent ernannt worden. Er wurde "wegen Verteidigung der päpstlichen Rechte 1811 verbannt und zur Resignation gezwungen. 1814 wieder Bischof von Gent, leitete Broglie die Opposition gegen die Verfassung der Vereinigten Niederlande und verfasste das auch von andern Bischöfen unterschriebene Jugement doctrinal, das den Eid auf die Verfassung verbot” (M. Dierickx im LThK, 2. Auflage). Er flüchtete nach Paris, wo er 1821 starb.


19. Juli
Ich bestätige

Eine bischöfliche Stellungnahme aus Frankreich

Wir dokumentieren hier in deutscher Übersetzung das Kommuniqué zum Motu proprio Traditionis custodes, das Mgr Marc Aillet, Bischof von Bayonne, Lescar und Oloron auf der Website seiner Diözese veröffentlicht hat.

Liebe Brüder und Schwestern,

Am Freitag, dem 16. Juli 2021, am Gedenktag Unserer Liebe Frau vom Berge Karmel, hat Papst Franziskus ein Motu proprio mit dem Titel Traditionis Custodes - Hüter der Tradition - über den Gebrauch der römischen Liturgie vor der Reformation 1970 promulgiert. Es versteht sich von selbst, dass wir dieses Motu proprio mit demselben Sinn für die Kirche und die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri begrüßen werden wie das Motu proprio Summorum Pontificum, das Papst Benedikt XVI. am 7. Juli 2007 promulgiert hat.

Der Papst erinnert daran, dass die Bischöfe als "Hüter der Tradition in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom das Prinzip und die sichtbare Grundlage der Einheit in ihren Teilkirchen bilden". Deshalb heißt es in Art. 2 des Motu proprio: "Als Moderator, Förderer und Hüter des gesamten liturgischen Lebens in der ihm anvertrauten Teilkirche ist der Diözesanbischof für die Regelung der liturgischen Feiern in seiner eigenen Diözese verantwortlich. Folglich ist es seine ausschließliche Kompetenz, den Gebrauch des Römischen Messbuchs von 1962 in der Diözese zu genehmigen, gemäß den Richtlinien des Heiligen Stuhls.”

Im Begleitbrief zum Motu proprio an die Bischöfe erklärt Papst Franziskus, warum er sich veranlasst sah, neue Bestimmungen zu erlassen, die die seiner verehrten Vorgänger aufheben. Während er die väterliche Fürsorge und den Großmut des heiligen Johannes Paul II. und des emeritierten Papstes Benedikt XVI. bei der Erleichterung des Gebrauchs des Missale von 1962 lobte, um die Gemeinschaft innerhalb der Kirche zu fördern, drückte der Heilige Vater seine Traurigkeit über die Tatsache aus, dass ... weiterlesen


19. Juli
Podcast

Vor vier Jahren, am 19. Juli 2017, ging mein Podcast online. Bis jetzt sind 65 Episoden erschienen.


17. Juli
Klugheit fürs Himmelreich

Zum morgigen achten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: Der ungerechte Verwalter


17. Juli
Joachim Zimmermann

Vor zehn Jahren, am 17. Juli 2011, starb in Bergisch-Gladbach im Alter von 83 Jahren Pfarrer Joachim Zimmermann. 1956 zum Priester geweiht, engagierte sich der in Remscheid Geborene seit den sechziger Jahren in der UNA VOCE Bewegung. Stets hielt er an der Feier der hl. Messe in der überlieferten außerordentlichen Form des römischen Ritus fest. 1976 kam er in die Düsseldorfer Pfarrei St. Petrus Canisius zu Pfarrer Heinrich Krah, der denselben Weg eingeschlagen hatte und dessen Nachfolger Zimmermann wurde, bis die Kirche 1998 abgerissen wurde. Pfr. Zimmermann konnte zunächst nach St. Hedwig in Eller, dann 2006 nach St. Dionysius in Volmerswerth ausweichen. Als er sich aus Altersgründen nach Düsseldorf-Niederkassel zurückzog, übernahm seinem Wunsch gemäß die Priesterbruderschaft St. Petrus sein Apostolat.


5. Juli
Allgegenwärtiger Sinn

Zum kommenden siebten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: Früchte der Heiligkeit.


5. Juli
De salute animarum

Vor 200 Jahren, am 16. Juli 1821, erließ Papst Pius VII. die Bulle De salute animarum, die einen wichtigen Schritt in der Normalisierung der Beziehungen der Kirche zum preußischen Staat darstellte. Näheres dazu kann man bei Julius Bachem nachlesen.


5. Juli
Stimmen aus Maria Laach

Vor 150 Jahren, am 15. Juli 1871, erschien die erste Nummer der Jesuitenzeitschrift Stimmen aus Maria Laach.


5. Juli
Clara Stettenheimer

Vor 100 Jahren, am 14. Juli 1921, starb in Stuttgart im Alter von 57 Jahren Clara Stettenheimer, geb Weil, die Mutter von Anne Reinach, der Frau des Philosophen Adolf Reinach. Anne Reinach war mit der hl. Edith Stein befreundet und trug durch das Vorbild ihrer Tapferkeit, mit dem sie das Kreuz trug, als sie vom Tod ihres Mannes erfuhr, der mit 34 Jahren im Ersten Weltkrieg fiel, wesentlich dazu bei, dass sich Edith Stein dem Christentum zuwandte.


4. Juli
Alois Knöpfler

Vor 100 Jahren, am 14. Juli 1921, starb in Schomburg im Alter von 73 Jahren der Kirchenhistoriker Alois Knöpfler. Er war “aus der Tübinger Schule hervorgegangen und hauptsächlich von Hefele aufs tiefste beeinflusst; als Lehrer ausgezeichnet durch Klarheit (besonders in dogmengeschichtlichen Fragen), Wahrheitsdrang und warme Begeisterung” (LThK, 2. Auflage). Er lehrte in Passau und München.


4. Juli
William Postgate

Vor 400 Jahren, am 11. Juli 1621, trat der selige William Postgate (1596-1679) , in das Kolleg von Douai ein und empfing 1628 die Priesterweihe. Er bekehrte ca. 1000 Anglikaner zum katholischen Glauben und starb 1679 als Märtyrer in York. 1987 wurde er seliggesprochen.


4. Juli
Thomas Stapleton

Vor 450 Jahren, am 10. Juli 1571, promovierte Thomas Stapleton (1535-1598) in Douai zum Doktor der Theologie. Stapleton war “einer der besten Kontroversisten seiner Zeit” (F. Stegmüller). Scheeben schätzte ihn sehr und schreibt über ihn: “Thomas Stapleton (Engländer, tätig in Löwen, +1598), den Vorgenannten [sc. Robert Bellarmin und Gregor von Valentia] vollkommen ebenbürtig und in der Behandlung des protestantischen und katholischen Formalprinzips unstreitig der bedeutendste, konzentrierte seine ganze polemische Tätigkeit in zwei Hauptwerken mit je 12 Büchern, von denen das eine in bisher noch unübertroffener Weise das Formalprinzip, die Quellen und Regeln des Glaubens, das andere das Materialprinzip des Protestantismus, die Rechtfertigung durch den Glauben, durch eine erschöpfende Darstellung und Verteidigung der katholischen Lehre über die Prinzipien des Glaubens und die Rechtfertigung bekämpft. Ersteres geschieht in: Principiorum fidei doctrinalium demonstratio methodcia (Paris 1579), woran sich eine mehr scholastisch gehaltene Überarbeitung (Relectio scholastica et compendiaria de princ. fid. doctr.) und eine ausführliche Verteidigung gegen Whitaker anschließt; das Zweite in dem Werke: Universa iustificationis doctrina catholica hodie controversa (Paris 1582), ein Seitenstück zum zweite Teile Bellarmins, doch diesem nicht gleichkommend” (Handbuch der katholischen Dogmatik, Erstes Buch).


3. Juli
Das einzige Wunder?

Zum morgigen sechsten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: Das andere Wunder bei der Brotvermehrung


3. Juli
Dialogprozess

Vor zehn Jahren, am 8. Juli 2011, begann in Mannheim die Auftaktveranstaltung zum Dialogprozess, den Erzbischof Robert Zollitsch am 20. September 2010 in seinem Impulsreferat vorgeschlagen hatte. Hier meine Meinung, was ich davon halte.


3. Juli
Kulturkampf

Vor 150 Jahren, am 8. Juli 1871, löste Bismarck die katholische Abteilung im preußischen Kultusministerium auf. Es war dies eine “administrative Kampfmaßnahme von weittragender Bedeutung” (Rudolf Lill).


3. Juli
Times-Petition

Vor 50 Jahren, am 6. Juli 1971, erschien in der Times jene berühmte Petition prominenter Persönlichkeiten gegen das Verbot der überlieferten Liturgie, die zu dem "Agatha-Christie-Indult" vom 5. November 1971 führte. Agatha Christie war die bekanntest Unterzeichnerin der Petition. Weitere Unterzeichner waren z.B. Vladimir Ashkenazy, Graham Greene, Yehudi Menuhin, Malcolm Muggeridge und David Jones. Die vollständige Liste finden Sie hier.


2. Juli
Hugo Staudinger

Vor 100 Jahren, am 5. Juli 1921, wurde in Dresden der Historiker Hugo Staudinger geboren. Er studierte in Dresden und Münster Physik, Geschichte, Philosophie, Latein und Theologie. 1962 wurde er Professor für politische Bildung und Didaktik in Paderborn. Von 1958 bis 1966 leitete er das Deutsche Institut für Bildung und Wissen. 1992 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Er war einer der letzten Gesprächspartner von Max Horkheimer. Am 3. September 2004 starb er in Paderborn.
In seinem Werk Gott - Fehlanzeige? (Trier) setzt er sich mit den wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen der Gottesfrage aus der Perspektive der Geschichtswissenschaft auseinander. Besonders wertvoll ist sein Buch Die historische Glaubwürdigkeit der Evangelien, das aus der Sicht des Profanhistorikers auf die Versuche von Exegeten wie Rudolf Bultmann und Willi Marxsen, den Evangelien ihren historischen Charakter weithin abzusprechen, antwortet. Es erschien seit 1969 in mehreren Auflagen in verschiedenen Verlagen.


2. Juli
Otto von Habsburg

Vor zehn Jahren, am 4. Juli 2011, starb in Pöcking im Alter von 98 Jahren Otto von Habsburg. “Der Kampf um die Seele Europas ist der Kampf um den Gottesbezug in der Verfassung. Wenn die Menschenrechte, die eines der wesentlichen Elemente Europas sind, einen Sinn und einen Inhalt haben sollen, muss es logischerweise einen Gott geben. Denn das Menschenrecht fußt schließlich auf dem Gedanken, dass der Mensch als von Gott erschaffenes Wesen eigene Rechte hat”, sagte 2007 er in einem Interview mit Kirche in Not.


2. Juli
Franz Seraph Kurz

Vor 250 Jahren, am 2. Juli 1771, wurde in Kefermarkt Franz Seraph Kurz geboren, der “Begründer der wissenschaftlichen Historiographie und der Kulturgeschichtsschreibung in Österreich.” Er “ist der typische Geschichtsforscher mit unermüdlichem Eifer und vielem Erfolg in der Auffindung neuer Quellen, mit strenger Kritik und edler Objektivität. Diese Fundierung gibt seinen Arbeiten, die wohl in Details und Einzelauffassungen überholt sind, bleibenden Wert. Ihm ist es zu danken, dass die Archivalien der aufgehobenen Klöster nicht vollständig zu Grunde gingen. Als erster in Österreich rief er zum Zusammenschluss der Geschichtsfreunde auf. Er begründete die historische Schule im Stifte St. Florian. Seine bedeutendsten Schüler sind Jodok Stülz und Joseph Chmel” (LThK, 1. Auflage). Der Augustiner-Chorherr starb am 12. April 1843 im Stift St. Florian.


30. Juni
Bewahre unirdisch sein Herz ...

Eine Betrachtung von P. Engelbert Recktenwald

O Jesus, ewiger Hoherpriester,
bewahre Deinen Priester
im Schutz Deines heiligsten Herzens,
wo keiner ihm schaden kann.
Bewahre unbefleckt seine gesalbten Hände,
die täglich Deinen heiligen Leib berühren.
Bewahre rein die Lippen,
die gerötet sind von Deinem kostbaren Blute.
Bewahre rein und unirdisch sein Herz,
das gesiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen Deines glorreichen Priestertums.
Laß ihn wachsen in der Liebe und Treue zu Dir
und schütze ihn vor der Ansteckung der Welt.
Gib ihm mit der Wandlungskraft über Brot und Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen.
Segne seine Arbeit mit reichlicher Frucht
und schenke ihm dereinst
die Krone des ewigen Lebens.
Amen.

Heilige Theresia vom Kinde Jesu.

Das Gebet der heiligen Theresia von Lisieux enthält in nuce die ganze katholische Lehre über das Priestertum. Die Heilige macht eine dreifache Aussage über das Sein des Priesters:

1. Er gehört Jesus (“...bewahre Deinen Priester...”);
2. Sein Herz ist gesiegelt;
3. Er besitzt die Wandlungskraft über Brot und Wein.

Zu 1: Der Priester gehört Jesus, d.h. er ist durch die Priesterweihe ihm in besonderer Weise übereignet, ihm geweiht. Das Priestertum des einzelnen Priesters ist nichts anderes als eine Teilhabe an dem einen Hohenpriestertum Jesu Christi. Der Stand der Gottgeweihtheit macht die Sakralität des Priesters aus, seine objektive Heiligkeit. So wie sakrale Gegenstände, etwa ein Messkelch, durch die Weihe ... weiterlesen


29. Juni
Der Kampf um das Naturrecht

Gestern habe ich die 65. Folge meines Podcasts veröffentlicht: Der Kampf um das Naturrecht. Wenn katholische Gelehrte dem Papst in den Rücken fallen. Durch sein breiter aufgestelltes Problembewußtsein ist Papst Benedikt XVI. ein glaubwürdigerer Verteidiger aufklärerischer Vernunftansprüche als seine Ankläger. Das zeigte er 2011 in seiner Rede in Berlin vor dem Deutschen Bundestag. Seine Kritiker Rudolf Langthaler und Christoph Hübenthal können nicht überzeugen.


29. Juni
Die Oxford-Declaration

Vor 25 Jahren, am 29. Juni 1996, wurde die Oxford-Declaration on Liturgy veröffentlicht, die von Joseph Kardinal Ratzinger dankbar begrüßt wurde als das Zeugnis einer entschiedenen neuen “Zuwendung zum Mysterium, zur Anbetung, zum sakralen, zum kosmischen und eschatologischen Charakter der Liturgie” im Gegensatz zur bedenklichen Tendenz, “den Opfercharakter zu minimalisieren, das Moment des Mysteriums und überhaupt das Sakrale über dem Anliegen schneller Verständlichkeit fast ganz verschwinden zu lassen”, so in seiner Rede vom 24. Oktober 1998, die auf kath-info dokumentiert ist.


29. Juni
Martin Ramm

Vor 25 Jahren, 29. Juni 1996, wurde in Wigratzbad P. Martin Ramm FSSP zum Priester geweiht, der Herausgeber des deutsch-lateinischen Volksmissales und Autor vieler Bücher zur Glaubensvertiefung und -verbreitung.


29. Juni
Firmin Gbagoua

Vor drei Jahren, am 29. Juni 2018, wurde in der Zentralafrikanischen Republik der katholische Priester Firmin Gbagoua, Generalvikar der Diözese Bambari, getötet. Gbagoua war 2018 bereits der vierte katholische zentralafrikanische Priester, auf den ein Attentat ausgeübt wurde. Seit Jahren wird das Land durch islamistische Gewalt erschüttert. “Die gezielte Agression der muslimischen Rebellengruppe Seleka und ihrer zum Teil ausländischen Kämpfer, vor allem gegen Christen und christliche Einrichtungen, habe eine andere Qualität als die rein ethnischen Rivalitäten, die früher für Konflikte gesorgt hätten, so Beobachter vor Ort,” berichtete CNA.


28. Juni
Die Freiheit des Christen

Von P. Engelbert Recktenwald

Im Galaterbrief schreibt der hl. Paulus, dass Christus uns zur Freiheit befreit habe (5,1). Die Freiheit ist also ein besonderes Kennzeichen und ein Vorzug des Christen. Wie meint das der hl. Paulus?

Es gibt eine Freiheit von etwas und eine Freiheit zu etwas. Zunächst einmal meint der hl. Paulus nur die erste Art der Freiheit, nämlich die Freiheit vom alttestamentlichen Gesetz. Er stellt im Galaterbrief die beiden Testamente, das alte und das neue Testament, einander gegenüber. Er sieht sie symbolisiert in den beiden Frauen Abrahams, Hagar und Sarah. Hagar war die Magd, Sara die Freie. Die Magd gebiert zur Knechtschaft. Die Christen aber, so Paulus, sind Kinder der Freien. Paulus warnt die Galater davor, sich wieder unter das Joch der Knechtschaft zu begeben. Mit diesem Joch meint er die Beschneidung, die ihrerseits die Pflicht zur Beobachtung des ganzen Gesetzes nach sich zieht. “Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu tun halten. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen” (Gal 5,2-4).

Doch Freiheit vom alttestamentlichen Gesetz ist ja noch recht wenig. Auch die Heiden waren ja frei von diesem Gesetz. Die Freiheit, die uns Christus gebracht hat, muss schon ein wenig mehr sein. Welche Freiheit mag das sein?

Versuchen wir zunächst, die beiden genannten Freiheitsbegriffe zu verstehen.

Die Freiheit von etwas kann viele Formen haben. Aus meiner Gymnasialzeit kann ich mich an meinen Deutschlehrer erinnern, der politisch links stand. Damals in den 70er Jahren gab es in der Sowjetunion noch die Christenverfolgung durch das kommunistische Regime. Diese Christenverfolgung wurde hier im Westen von den Linken geleugnet oder kleingeredet. Als im Deutschunterricht einmal die Rede darauf kam, meinte unser Lehrer: “Naja, immerhin sind dort die Menschen dann frei von der Religion.” Das war eine eigenartige Definition von Religionsfreiheit. Mir wurde bewusst, was für ein schillernder Begriff die “Freiheit” ist und wie genau man hinschauen muss, was mit ihm im jeweiligen Kontext gemeint ist.

Der Logik dieses Lehrers folgend könnte ich auch sagen: Wenn ein Mensch Hunger leidet, ist er frei von Nahrung. Ein Verwandter von mir wurde einst von einem Zug überrollt und verlor beide Beine. Ich wäre nie ... weiterlesen


27. Juni
Die Jungfrau von Guadalupe und ihr Weg nach Mexiko

Von Carolin Holterhoff

12. Folge

Als Nachrichten über diese Zustände in Spanien ankamen, schickte Kaiser Karl V. den Lizentiaten Luis Ponce de León nach Mexiko, der eine Untersuchung durchführen sollte. Er traf fast zeitgleich mit Cortés in Vera Cruz ein, der nach unsäglichen Mühen und Strapazen nach Honduras gelangt war, aber da Olid bereits hingerichtet worden war, war das ganze Unternehmen überflüssig. Ponce de León starb aber, bevor er mit seiner Arbeit beginnen konnte; doch er ernannte einen kränklichen älteren Anwalt namens Marcos de Aguilar zu seinem Nachfolger, aber auch dieser starb bald und ernannte seinerseits Estrada zu seinem Nachfolger. Es gab keine Untersuchung, da die rechtliche Lage unklar war, aber Verleumdungen gegen Cortés, an denen sich viele Freunde und Anhänger von Velázquez und Narváez beteiligten, waren an der Tagesordnung. Estrada ernannte einen gewissen Nuňo de Guzman zum Gouverneur der Provinz am Panucofluss, der sich sogleich daran machte, einen florierenden Sklavenhandel aufzubauen. Cortés, dem die Hände gebunden waren, entschloss sich 1528, selbst nach Spanien zu reisen, um mit Hilfe des Kaisers die Situation zu klären und wieder als Gouverneur eingesetzt zu werden, sowie seinen Besitz zurückzuerhalten, der inzwischen aufgeteilt worden war. Karl V. bestätigte ihn zwar als Generalkapitän und verlieh ihm den Titel des Marques von Oaxaca, aber er ernannte ihn nicht noch einmal zum Gouverneur. Er setzte Nuňo de Guzman als Präsidenten einer neuen Audiencia, der ersten Zivilregierung, ein, der mit vier Auditoren die Vorwürfe gegen Cortés untersuchen sollte. Die Ernennung Guzmans kann nur mit dessen alten Kontakten am spanischen Hof erklärt werden und der Tatsache, dass seine Machenschaften dort noch nicht bekannt geworden waren (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 91). Gleichzeitig ernannte Karl V. den Franziskaner Juan de Zumárraga zum neuen Bischof von Mexiko und Beschützer der Indianer.

Damit ging der Kampf um Mexiko und seine Einwohner in eine neue Phase, denn die beiden konnten nicht unterschiedlicher sein. Guzman begann seine Tätigkeit, die ihn faktisch zum Gouverneur und Richter von Cortés machte, im Januar 1529. Zwei der vier Auditoren waren während der Überfahrt gestorben, aber die anderen beiden machten schnell gemeinsame Sache mit Guzman und bauten einen großen und lukrativen Sklavenhandel auf. Bischof Zumárraga, der mit den beiden Auditoren angekommen war, wurde sofort in aller Deutlichkeit gesagt, dass er sich nicht mit den Klagen der Indianer abgeben solle und dass er nicht erwarten könne, irgendeine Autorität als Beschützer der Indianer auszuüben, denn dies würde als Beschränkung der Befugnisse der Auditoren betrachtet (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 92). Die Lage der Indianer verschlechterte sich zusehends, da ihre rechtliche Stellung noch nicht geklärt war. Karl V. hatte zwar bereits bei der Ernennung von Cortés zum Gouverneur 1522 gefordert, die Indianer gut zu behandeln und in Glaubensfragen zu unterrichten und im Juni 1523 Instruktionen erteilt, die den Umgang mit den Indianern in den neuen Gebieten betrafen, aber der Kaiser war weit weg und die falschen Männer waren in den wichtigen Positionen in Neuspanien. Trotzdem kamen die Indianer mit ihren Klagen und ihrem Leid zu Bischof Zumárraga. Vielen Spaniern erging es unter der Herrschaft Guzmans nicht viel besser und auch sie gingen mit ihren Beschwerden zum Bischof.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


26. Juni
Hoffnung und Gerechtigkeit

Zum morgigen fünften Sonntag nach Pfingsten kann ich diese drei Predigten anbieten:

Unsichtbare Güter

Haltet Christus heilig in euren Herzen

Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener ist als die der Pharisäer


26. Juni
César Guillaume de La Luzerne

Vor 200 Jahren, am 26. Juni 1821, starb in Paris im Alter von 82 Jahren Kardinal César Guillaume de La Luzerne. 1770 wurde er Bischof von Langres. Er “verteidigte mit Mut und Eifer die kirchlichen Rechte gegen die Grundsätze der Revolution” (LThK, 1. Auflage). 1817 wurde er Kardinal. “Nicht ganz frei von gallikanischen Ideen, ist er doch durch seine zahlreichen Schriften, ihre gründliche Beweisführung und elegante Sprache einer der ersten französischen Apologeten” (ebd.).


25. Juni
Gender und die Kindererziehung

Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus verschiedenen Formen einer Ideologie, die gemeinhin Gender genannt wird und die » den Unterschied und die natürliche Aufeinander-Verwiesenheit von Mann und Frau leugnet. Sie stellt eine Gesellschaft ohne Geschlechterdifferenz in Aussicht und höhlt die anthropologische Grundlage der Familie aus. Diese Ideologie fördert Erziehungspläne und eine Ausrichtung der Gesetzgebung, welche eine persönliche Identität und affektive Intimität fördern, die von der biologischen Verschiedenheit zwischen Mann und Frau radikal abgekoppelt sind. Die menschliche Identität wird einer individualistischen Wahlfreiheit ausgeliefert, die sich im Laufe der Zeit auch ändern kann. « Es ist beunruhigend, dass einige Ideologien dieser Art, die behaupten, gewissen und manchmal verständlichen Wünschen zu entsprechen, versuchen, sich als einzige Denkweise durchzusetzen und sogar die Erziehung der Kinder zu bestimmen.

Aus: Papst Franziskus, Amoris laetitia Nr. 56


25. Juni
Ungarns umstrittenes Gesetz

LifePetition wirbt um Unterschriften für eine Solidaritätsaktion für jenes ungarische Gesetz, das von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Schande genannt wurde. In englischer Sprache kann man es hier nachlesen.


25. Juni
Giovanni Riccioli

Vor 350 Jahren, am 25. Juni 1671, starb in Bologna im Alter von 73 Jahren der Astronom Giovanni Riccioli SJ. Er war ein Pionier der Selenografie, Entdecker der Schatten der Jupitermonde auf dem Jupiter und Verfasser astronomischer Werke, die ihren Wert der detailreichen Fülle beobachteter astronomischer Tatsachen verdankten.


25. Juni
Kevin Scallon

Vor drei Jahren, am 25. Juni 2018, starb in Palm Harbor, Florida, im Alter von 83 Jahren der irische Priester Kevin Scallon CM, Autor des Buches Ich will selbst kommen! Aus diesem Buch habe ich auf kath-info ein Kapitel veröffentlicht.


24. Juni
We have believed in love

By P. Engelbert Recktenwald

“Credidimus Caritati” – “We have believed in love”. So read the motto in the coat of arms of Archbishop Marcel Lefebvre. From him of all people? “He was more interested in faith than in love!” Such could be the astonished exclamation of a Catholic who has fallen for that tale which is commonplace today, constructing a contradiction between faith and love, more precisely: between orthodoxy on the one hand and “generous” love on the other. Orthodoxy is associated with restriction and paternalism, love is associated with liberation. On the one hand we have the narrow-minded fundamentalist, on the other hand the charitable pastor, here the unloving Pharisee, for whom the true faith is important, there the modern preacher of mercy, for whom the people are more important. That’s why he doesn’t take the dogmas so seriously. That is proof of his charity. Love as a competing authority to faith, truth as restriction of liberty: This construction has established itself in the minds of many people today.

The fact that Archbishop Lefebvre, my ordination bishop, made mistakes and that I therefore distanced myself from him is something which I have often – in the eyes of some of my critics too often – expressed and explained. But I must defend him against the accusation of uncharitableness. And yet these reflections are not chiefly about him personally, but rather about the above-mentioned strategy of raising suspicion that orthodoxy is hostile to love. Cardinal Ratzinger / Pope Benedict also fell victim to this strategy. He was called “the armored Cardinal” (“Panzerkardinal”) as soon as he happened to fulfill his duty to ensure that the Faith is passed on pure and unaltered in the Church.

Facing his imminent death, Archbishop Lefebvre once acknowledged what it had been that had motivated him throughout all the years: He wanted to ... weiterlesen


23. Juni
Alter Wunschzettel

Karin Kortmann (ZdK) hat gegenüber Martin Lohmann behauptet, der "Synodale Weg" agiere aus der Perspektive der Opfer. Das ist ziemlich unglaubwürdig. Man diskutiert einen alten Wunschzettel innerkirchlicher Reformen. Keins dieser Projekte konnte bislang mit der "Opferperspektive" begründet werden. Denn auch die protestantischen Kirchen haben ein Problem mit sexuellen Übergriffen, wenn auch der Anteil homosexueller Täter dort geringer zu sein scheint. Dort sind alle "Reformen" verwirklicht. Nicht einmal die Verlagerung kirchlicher Macht vom Küchenkabinett rund um einen Bischof hin zu Gremien behaupteter Partizipation "aller" hat irgendeinen Nutzen für potenzielle Opfer. Macht aber nichts! Man zieht das Programm trotzdem durch und nutzt den Enthusiasmus einiger Jugendlicher überdies als Werbemittel für das zwecklose Spektakel aus.

Aus: Franz Norbert Otterbeck, Lifestyle "links". Die Kirche der Zukunft?

Weitere Meldungen zum Synodalen Weg


23. Juni
Bekennermut statt Opportunismus

Vor 25 Jahren, am 23. Juni 1996, sprach in Berlin Papst Johannes Paul II. während seines Pastoralbesuchs in Deutschland Karl Leisner und Bernhard Lichtenberg selig. In seiner Predigt im Olympiastadion führte der Papst u.a. aus:
“Nicht der Beifall der Welt, sondern das treue Bekenntnis zu Jesus Christus ist der Ausweis einer echten Nachfolge Christi, Der Herr verlangt von seinen Jüngern kein Allerweltsbekenntnis, sondern ein Glaubensbekenntnis, das bereit ist, auch Opfer zu bringen. Dieses Bekenntnis haben Bernhard Lichtenberg und Karl Leisner abgelegt, nicht nur mit Worten, sondern mit ihrem Leben und ihrem Sterben. Sie haben sich in einer unmenschlich gewordenen Welt zu Christus bekannt, der allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Christus ist der Weg, Bernhard Lichtenberg und Karl Leisner haben dies in einer Zeit bezeugt, in der viele den rechten Weg verlassen hatten und aus Opportunismus oder Angst in die Irre gegangen sind.”


22. Juni
Der Beweggrund der Liebe

Auf CNA ist heute die 20. Folge meiner Philosophie-Serie erschienen.


22. Juni
Das Staunen des Petrus

Meine Predigt vom Sonntag über den wunderbaren Fischfang


22. Juni
Vergebliche Mahnungen

Vor 25 Jahren, am 22. Juni 1996, hielt Papst Johannes Paul II. im Collegium Leoninum in Paderborn an die deutschen Bischöfe eine Ansprache, in der es unter anderem heißt: "Wir müssen als Kirche verstärkt die Aufgabe des moralischen Gewissens der Gesellschaft wahrnehmen. Als Christen müssen wir wieder das ‘Salz der Erde' und ‘Licht der Welt' (Mt 5,13.14) werden. Kirchliches Leben, das sich ausschließlich auf den Wahrheiten des Glaubens zu gründen hat, muß Christus und der Botschaft des Evangeliums treu bleiben, wenn wir den Gliedern der Kirche helfen wollen, die sich in einer Gesellschaft befinden, die alle Lebensbereiche zu relativieren und zu säkularisieren versucht.”
Man vergleiche diese Orientierung mit den Zielsetzungen des Synodalen Weges, um die Kluft zu erkennen...


21. Juni
Die Steine, die Theologen auf Benedikt werfen, treffen sie selber

Eine Analyse von P. Engelbert Recktenwald von 2019, die leider immer noch genau so zutreffend ist.

In der Erklärung der Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie zur Analyse Joseph Ratzingers zum sexuellen Missbrauch weisen die Professoren Christof Breitsameter und Stephan Goertz auf die Tatsache hin, "dass erst eine moralisch sensible Öffentlichkeit und ihre Medien die Kirche aus ihrer moralischen Lethargie wecken mussten".

Dem kann man nur zustimmen. Und zu dieser Kirche gehörten auch die von Benedikt kritisierten Moraltheologen. "Kirche" ist eben nicht nur Papst und Hierarchie, Kirche sind wir alle. Und wenn nicht der Theologie die Aufgabe zukommt, für übersehene Nöte in Kirche und Gesellschaft zu sensibilisieren, wem dann? Aber nicht unsere theologischen Beamten, sondern feministische Kreise hatten seit der "sexuellen Befreiung" vor der Tendenz gewarnt, Pädophilie zu verharmlosen. Diese Tendenz war damals tief in die Reihen der Linken, der Grünen und eben auch der fortschrittlichen Geistlichkeit eingedrungen, so etwa im Jesuitenorden, wo "an die Stelle der fatalen Schläge das fatale Streicheln" trat, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" im Jahr 2010 in einem Artikel schrieb. Dieser Artikel befasste sich mit einer Klausurtagung des Ordens, die die Vergangenheit aufarbeiten sollte: "Die weltliche Wende von 68 hatte auch die Jesuiten erfasst", schreibt die "Zeit", und belegt diese Behauptung unter anderem mit der bezeichnenden Tatsache, dass Pater S., ein Täter, "einige Zeit an der Odenwaldschule zugebracht" hatte, und fährt fort: "Damit ist die letzte Mauer zwischen beiden Skandalen durchbrochen, die zwischen konfessionell-katholisch und reformerisch-kulturprotestantisch."

Und jetzt wagen katholische Theologen, diese offensichtlichen und längst eingestandenen Verbindungen zwischen 1968 und kirchlichem Missbrauchsskandal zu leugnen, um Papst Benedikt Vorurteile vorzuwerfen?

Klar: Wer dem Zeitgeist hinterherhechelt, kann ihm nicht vorausgehen. Es ist leicht, nachträglich auf den Zug aufzuspringen. Dabei gibt es in unserer Zeit genügend dringende Anliegen, die unseren Moraltheologen Gelegenheit böten, Trendsetter zu werden. Hat man irgendwo gehört, dass diese Theologen sich zum Beispiel laut und vernehmlich gegen das tausendfache Töten von Menschen im Mutterleib engagieren, zu Märschen für das Leben aufrufen oder sonstige Aktionen setzen, um die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren?

Wenn es in der Zukunft einmal zu einer Trendwende kommt und sich wieder eine Kultur des Lebens durchsetzt, wird man im Rückblick nicht auf die deutsche "Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie" stoßen, der diese Trendwende zu verdanken sein wird; eher aber auf einen hl. Papst Johannes Paul II., der nicht müde wurde, sich für eine solche Kultur einzusetzen - und der genau dafür von sich fortschrittlich wähnenden Theologen kritisiert wurde: Goertz etwa verunglimpft die strikte Ablehnung der Abtreibung als Folge rigider Sexualmoral! Der Papst, so wird man einmal feststellen müssen, war die Lokomotive, die voranstürmte, und deutsche Moraltheologen jene Waggons, die sich abkoppelten, um in einer Kultur des Todes in lethargischen Schlaf zu fallen.

Diese Beschwerdeführer stehen für eine Art von Theologen, die durch ihre moralische Lethargie genau jene Zustände fördern, für die sie dann, wenn sich das Blatt gewendet hat, Papst und Kirche kritisieren.

Dieser Artikel erschien zuerst am 18. April 2019 auf CNA Deutsch. Sie können ihn auch hören.

Zum Thema: Benedikts Analyse: Ein Stein des Anstoßes


19. Juni
Übernatürliche Erfolgsgarantie

Zum morgigen Vierten Sonntag nach Pfingsten kann ich diese zwei Predigten anbieten:

Der Herr ist mein Heil, wen sollte ich fürchten?

Das Wort Gottes - Das Geheimnis des Erfolgs


19. Juni
Edward Fenwick

Vor 200 Jahren, am 19. Juni 1821, wurde Edward Fenwick OP (1768-1832) zum ersten Bischof von Cincinnati ernannt. In Bornem bei Antwerpen war er dem Dominikanerorden beigetreten, war während der Französischen Revolution eingekerkert worden und begründete 1804 mit drei weiteren Dominikanern den Orden in Nordamerika. Wegen seines rastlosen und selbstlosen Einsatzes wurde er der “Apostel von Ohio” genannt.


18. Juni
Celeste Crostarosa

Vor fünf Jahren, am 18. Juni 2016, wurde die Mystikerin Celeste Crostarosa (1696-1755) seliggesprochen. Sie gründete 1731 den Orden der Redemptoristinnen und bewog den hl. Alfons Maria von Liguori zur Gründung der Redemptoristen im darauffolgenden Jahr. Der hl. Alfons trug zu seinem Trost immer den Brief bei sich, in dem die Selige ihm mitgeteilt hatte, dass sie den Platz im Himmel, den er einmal erreichen würde, geschaut habe. Unter den zahlreichen Botschaften, die sie erhielt, findet sich auch diese Passage:
“Schau auf dich, was du in Wirklichkeit bist: wie ein kleines Kind im Mutterschoß, das mehr in der Mutter als in sich selbst Leben hat. Es leistet nichts außer dem, was die Mutter tut, es läßt sich von der Mutter nähren. So sei es mit dir, Tochter. Ich bin deine Mutter; in der Schöpfung habe Ich dich aus Meiner Liebe heraus geschaffen. Ich erhalte dich im Schoß Meiner ewigen Liebe. Ich nähre und behüte dich. Aus dir selbst hast du kein Vermögen zu irgendeinem guten Werk, es sei denn aus dem Wirken deiner Mutter. Würdest du diesen Mutterschoß verlassen, so wäre es um all deine Lebenskraft geschehen, und du würdest zugrunde gehen. Jeder Erdenpilger ist wie ein Embryo nach seiner Empfängnis im Mutterschoß der Frau; stößt ihn die Natur unreif aus dem Mutterschoß aus, so ist es um sein Leben geschehen; so verhält es sich mit dem Erdenpilger, wenn er sich von seinem Ursprung trennt. Nun will Ich dich also wie ein Kind im Schoß deiner Mutter! Auch du sollst nichts anderes wollen als diesen Mutterschoß, der dir Leben und Schutz gibt, und du wirst frei sein von jeder menschlichen Gefährdung. Du birgst dich in deinem Mutterschoß, indem du dich ganz Meiner Weisung anheimstellst, dich der Sorge und dem Schutz deiner Mutter anvertraust. Sorge dich um nichts anderes, als um die Ruhe in dieser sicheren Heimstätte, wo dich kein Übel treffen kann. Pflege diese Ruhe in allen Dingen: in den Mühsalen, in dich bedrängenden Zweifeln und Ängsten; in Verfolgungen und bei Demütigungen schmiege dich an die Brust deiner Mutter. Tust du das, so kann dich kein Unheil überwältigen: kein Schmerz vermag in dieses Innerste der Freude vorzudringen. Ich bin jenes Gut, das ihr Güte nennt” (Maria Celeste Crostarosa, Zwiesprachen, Geistliche Dialoge, Brendow-Verlag, Moers 1994).


17. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Aufsatz Ist ohne Gott die Moral eine Illusion? ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Thorsten Paprotnys Erinnerung an die tröstliche Wahrheit Gottes Licht ist stärker finden Sie auf der Krankenseite. Dort habe ich auch die Predigt Den guten Geist für jene, die ihn darum bitten eingebettet, die Predigt Das Zeugnis des Heiligen Geistes dagegen auf der Exzess-Seite Dario Pizzanos. Den Podcast Wir haben an die Liebe geglaubt finden Sie bei Eduard Kamenickys Aufsatz Der Christ und die Veränderung.


17. Juni
Clément Bonnand

Vor 200 Jahren, am 17. Juni 1821, wurde der Missionar Clément Bonnand (1796-1861) zum Priester geweiht. 1823 schloss er sich der Gesellschaft der ausländischen Missionen zu Paris (MEP) an, von der er 1824 nach Indien gesandt wurde. 1836 wurde er Apostolischer Vikar von Pondicherry. 1859 wurde er “von der Propaganda mit einer Visitation Vorderindiens betraut, während der er 1861 zu Benares starb” (LThK , 1. Auflage).


16. Juni
Papst Benedikt und das Naturrecht

Eine “Wiederverzauberung der Natur” wurde Benedikt XVI. nach seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag vor zehn Jahren vorgeworfen, und zwar von einem katholischen Theologen. In dieser Podcastfolge fühle ich dieser theologischen Kritik an Benedikt auf den Zahn.

Themen

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Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
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Exegese
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Fasten
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Fellay B.
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Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
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Freiheit u. Gnade
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Freundschaft
Frömmigkeit
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