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* * *

21. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (24)

An 24. Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) steht die Seite mit den Biographien über Hermann Döring, Prosper Delpech und Joseph Tieffentaller.


20. November
Der missbrauchte Kant

In einem Aufsatz für CNA setze ich mich mit dem Freiburger Theologieprofessor Magnus Striet auseinander, der Ratzinger unter Berufung auf Kant vorwirft, die Moderne nicht zu verstehen, sich dabei aber selber eine mehr als fragwürdige Kantinterpretation leistet.


20. November
Kirche als Wunscherfüller

Die katholische Kirche ist kein Supermarkt. Sie wird und darf nie die “Wünsche der Kunden” erfüllen. Unsere katholische Kirche fordert den Respekt vor allen Menschen - und zugleich den Respekt vor unserem Herrn und dem, der uns erschaffen hat! Wer danach trachtet, die Wünsche der “Kunden” zu erfüllen, läuft in die Irre! Die heilige Kirche verlangt von den Gläubigen etwas: Armut, Gehorsam unter dem Willen Gottes, Ausrichtung auf sein Reich, Bereitschaft, die Armen und Nicht-Gläubigen zu ihm zu führen.

Aus: Msgr. Joachim Schroedel, Kirche und Kirchen..., in: Vatican-Magazin Juni/Juli 2018, S. 64


19. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Diese zwei Artikel wurden auf einer je eigenen Seite untergebracht: Freiheit und Unterwerfung von Jacques Philippe und Was ist geistliche Stärke? Eine Relecture von Hildegard von Bingen, von Barbara Stühlmeyer. Meine Predigt über der Tröstung Überfülle finden Sie nun eingebettet bei dem wunderschönen Text Urs Keuschs über “eine Jungfrau namens Barmherzigkeit”.


19. November
Die Zukunft der Kirche

Ein Tweet von Weihbischof Richard Umbers von Sydney.


18. November
Das Senfkorn des hl. Josef Cottolengo

Meine Predigt von heute


18. November
Zacharias Werner

Vor 250 Jahren, am 18. November 1768, wurde in Königsberg der Dramatiker Zacharias Werner geboren. 1810 konvertierte er zum katholischen Glauben und empfing 1814 die Priesterweihe.


17. November
Die Vögel des Himmels

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den 6. nachgeholten Sonntag nach Erscheinung. In meiner Predigt erkläre ich, wie wir zu einem Baum werden können, in dem die Vögel des Himmels wohnen.


17. November
Thomas Specht

Vor 100 Jahren, am 17. November 1918, starb in München im Alter von 71 Jahren der aus Türkheim stammende Theologe Thomas Specht. Von 1887 bis 1915 war er Professor für Dogmatik und Apologetik in Dillingen. Er “stellte in Vortrag und Schrift die katholische Lehre am Anschluss an das scholastisch-thomistische Gedankengut in vorbildlicher Klarheit und Ruhe des Urteils, in scharfer Formulierung und sorgfältiger Begründung dar” (LThK, 1. Auflage).


16. November
Warum Häretiker exkommuniziert sind

Mein neuester Podcast über die Kostbarkeit des Glaubens und seine Rolle in der Kirchenkrise.


16. November
Vigano und das Päpstliche Geheimnis

"Die Übel, die er angeprangert hat, sind von schwerwiegendster Natur", antwortete er, und wenn sie wahr sind, "war er im Gewissen verpflichtet", so zu handeln, wie er es tat. "Das Gesetz Gottes in diesen Angelegenheiten ist höher als zum Beispiel das päpstliche Geheimnis."
"Wir sollten alles, was er gesagt hat, sehr ernst nehmen", da Vigano bekräftigt , dass er Beweise hat. "Anders zu handeln heißt fahrlässig zu sein." "Ich glaube nicht, dass es Zweifel gibt", dass er dies zum Wohl der Kirche getan hat. Kardinal Burke bezeichnete den umkämpften ehemaligen Nuntius als "eine Person der größten Integrität" und verwies auf die Anzahl der US-Bischöfe, die für Vigano Erklärungen abgegeben haben.

Aus einem Interview, das Peggy Moen von The Wanderer mit Raymund Kardinal Burke geführt hat. Kardinal Burke war früher Präfekt der Apostolischen Signatur, also des Obersten Gerichtshofes des Heiligen Stuhles.


15. November
Ein Geschenk des Himmels

Bald beginnt die Adventszeit: ein Anlass, an das schöne, bebilderte Büchlein von P. Martin Ramm Ein Geschenk des Himmels zu erinnern, durch welches Kinder in das Geheimnis der Advents- und Weihnachtszeit eingeführt werden.
Bestellen Sie es bei der Petrusbruderschaft: für sich selbst, für Ihre Kinder, Großkinder, Nichten, Neffen, für die Kinderarbeit in der Pfarrei, in der Schule, in Kindergruppen, zum Weiterverschenken. Ein Beitrag zur Neuevangelisierung, die bei den Kindern beginnt.


15. November
Eduard Müller

Vor 200 Jahren, am 15. November 1818, wurde im schlesischen Quilitz der Priester und Politker Eduard Müller geboren. Von 1852 bis 1891 war er Missionsvikar in Berlin, von 1873 bis 1891 Zentrumsabgeordneter. Er war “sehr erfolgreich für die katholische Diaspora in Brandenburg und Pommern und besonders für das katholische Vereins- und Krankenwesen in Berlin tätig” (LThK, 1. Auflage). Am 6. Januar 1895 starb er in Neisse.


14. November
Gefährliche Parallelgesellschaft?

Von P. Engelbert Recktenwald

Kürzlich hörte ich im Radio eine Dokumentation über das Wachsen der evangelikalen Freikirchen in Frankreich. Als Kritiker kam ein französischer Theologieprofessor zu Wort. Er warnte vor diesen Freikirchen: Sie könnten sich zu Parallelgesellschaften entwickeln, die eine größere Gefahr darstellten als der Islamismus! Nach all den islamistischen Terroranschlägen, von denen Frankreich in letzter Zeit erschüttert wurde, fragt man sich verwundert, welche Gefahr er wohl meint. Aber als einzige Kritikpunkte erwähnte er die “erzkonservativen Ansichten” dieser Freikirchen in Sachen Familie und Sexualität: Sie hielten Scheidung und homosexuelle Handlungen für Sünde.

Eigentlich bin ich beleidigt, dass dieser Kritiker die katholische Kirche übergangen hat. Wenn solche Ansichten genügen, um vor einer gefährlichen Parallelgesellschaft zu warnen, dann hat auch die katholische Kirche solche Kritik verdient. Und darauf sollte sie stolz sein! Voller Selbstbewusstsein sollte sie eine Gegenkultur verkörpern, die sich an den Geboten Gottes orientiert und den Kontrast zur permissiven Mainstreamkultur nicht nur nicht leugnet oder bloß schmerzhaft erträgt, sondern ihn geradezu genießt und sich seiner rühmt nach dem Vorbild der Urchristen, die sich verstanden als “Gotteskinder ohne Makel mitten in einem verdrehten und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr leuchtet wie Sterne im Weltall” (Phil. 2, 15).

Genau dieses Programm der Entwicklung einer bewussten Gegenkultur ist der Weg, der als Überlebensstrategie des christlichen Glaubens in einem Buch vorgeschlagen wird, das in Amerika für große Aufregung gesorgt hat und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt. Rod Dreher, der Autor, nennt diese Strategie die “Benedikt-Option”. Sein Vorbild ist der hl. Benedikt, der es uns vorgemacht hat, wie man kreative Wege geht, den christlichen Glauben selbstbewusst und gegenkulturell zu leben.

Natürlich wurde dieses Buch kritisiert, besonders von Theologen; kein Wunder, sind es doch gerade Theologen, die uns seit fünf Jahrzehnten mit der gegenteiligen Strategie einer möglichst großen Anpassung an die Welt beglücken. Das Ergebnis können wir heute sehen: eine Kirche, die, weil sie selber ihre Lehre nicht mehr ernst nimmt, auch von der Welt nicht mehr ernst genommen wird, nicht einmal mehr als gefährliche Parallelgesellschaft.

Dieser Text erschien zuerst auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost.
Ein Kapitel aus dem erwähnten Buch finden Sie hier auf kath-info.


13. November
Synodalität als Flucht aus dem Amt

Nach langer Zeit habe ich auf meinem youtube-Kanal mal wieder ein Video veröffentlicht, nämlich das äußerst interessante Statement Reinhild Rösslers zur Jugendsynode, die vom 3. bis 28. Oktober 2018 in Rom stattfand. Wenn Papst Franziskus als Losung ausgegeben hat, auf die Jugend zu hören, dann sollte auch eine solche Stimme gehört werden, die repräsentativ sein dürfte für jenen Teil der katholischen Jugend, die die Kirche ernst nimmt und von ihr Orientierung erwartet. Reinhild Rössler, eine junge Katholikin, die sich vielfach engagiert, z.B. in der Initiative Pontifex (der früheren Generation Benedikt), beobachtet sehr scharf, dass der Aspekt der Synodalität für manchen Bischof als Ausfluchtsmöglichkeit aus seinem Amt als Lehrer genutzt werden kann. Doch hören Sie selbst!


13. November
Crispinus von Viterbo

Vor 350 Jahren, am 13. November 1668, wurde in Viterbo der Kapuzinerbruder Crispinus von Viterbo geboren. In verschiedenen Klöstern arbeitete er Koch, Gärtner oder Krankenwärter. In Rom, wo er seine beiden letzten Lebensjahre verbrachte, wurde der einfache Bruder zur “Zuflucht der Hilfsbedürftigen und Berater höchster Persönlichkeiten” (LThK, 1. Auflage). Er starb am 19. Mai 1750. 1806 wurde er selig-, 1982 heiliggesprochen.


12. November
Finger weg vom Unkraut!

Warum wir das Unkraut wachsen lassen sollen. Meine Predigt zum 5. nachgeholten Sonntag nach Erscheinung.


12. November
Theologische Orientierungshilfe

Prof. Dr. Georg Mays Verdienst ist es jetzt, eine klare Trennlinie gezogen zu haben. Er bietet uns eine umfangreiche, verlässliche und wesentliche Orientierungshilfe nicht nur dann, wenn wir uns spezifischen Glaubensfragen ausgesetzt sehen, sondern er schärft damit unser Gewissen, in dem wir der Kirche gegenüber verpflichtet sind. In einem Vorsatz zu „300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie“ wird aus einem Brief Papst Benedikts XVI. an den Verfasser zitiert: „Ich möchte Dir … herzlich danken für die Klarheit, mit der Du immer zur katholischen Glaubenslehre gestanden bist und Dich öffentlich eingesetzt hast (7. März 2014).“

Aus: Hannes Kirmse, Georg May zieht klare Trennlinien zwischen Wahrheit und Unwahrheit, in: FELS, November 2018. Es handelt sich um eine Besprechung des empfehlenswerten Buchs von Georg May 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie: Abriss und Aufbau, Sarto-Verlag 2017, 1118 Seiten.

Weitere Infos über Georg May

Das Vorstellungsvideo von Martin Lohmann zum Buch


11. November
Das Zitat

Der Tod, den die Menschen fürchten, ist die Trennung der Seele vom Körper. Den Tod aber, den die Menschen nicht fürchten, ist die Trennung von Gott.

Hl. Augustinus


11. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (20)

An zwanzigster Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen wieder vier Beiträge:

1. die Biographien über Arnold Janssen und Franz Pfanner;

2. der Beitrag über das neue Missionsverständnis etwa der Steyler, aufgrund dessen das Taufen der Indianer als Ausdruck des europäischen Kulturimperialismus gedeutet wird;

3. die Rezension des Jugendromans “Erwachen”, der so lesenswert ist, dass er eine größere Aufmerksamkeit verdient;

4. die fünfte Seite des großen Werks Spillmanns über die Titus-Oates-Verschwörung, des letzten Kapitels aus der traurigen Geschichte der anglikanischen Katholikenverfolgung.


10. November
Das Unkraut wachsen lassen!

Morgen ist nach dem alten Kalender der fünfte nachgeholte Sonntag nach Erscheinung. Hier meine Predigt dazu.


10. November
François Couperin

Vor 350 Jahren, am 10. November 1668, wurde in Paris der Komponist Francois Couperin geboren. Er komponierte geistliche und weltliche Vokalmusik, Kammermusik und Cembalowerke. “Sein Verdienst liegt besonders in der Verschmelzung des italienischen und französischen Stils seiner Zeit” (LThK, 3. Auflage). Er starb am 11. September 1733 in Paris.


9. November
UNO gegen das Leben

Von einem “Schlag gegen das Recht auf Leben”, der in der Öffentlichkeit fast unbemerkt blieb, berichtet Andreas Thonhauser in der Tagespost: Am 30. Oktober verabschiedete der UN-Menschenrechtsausschuss den “General Comment 36", der bestimmt, dass das Recht der Frau auf Selbstbestimmung nicht durch das Recht des Ungeborenen auf Leben beschränkt werden dürfe. Das Recht von Ärzten und Krankenschwestern, sich nicht an Abtreibungen zu beteiligen, wird als “Hürde” klassifiziert.

Weitere Infos zum Thema Abtreibung


8. November
Nach der Missbrauchskatastrophe: Vision und Wirklichkeit

"Man stelle sich vor, die in den Missbrauchsskandal verwickelten Bischöfe und Kardinäle würden umkehren, eine Bußbewegung anführen und dem gläubigen Volk mit Beten und Fasten vorausgehen. Man stelle sich vor, Bischöfe würden ihre Macht benützen, um die Kirche zu reinigen, wohlwissend, dass sie sich damit auf einen Kreuzweg begeben. In Ninive wurde vom König bis zum Vieh Buße getan, und Gott verschonte die Stadt. Welch ein Zeugnis wäre das für die Welt! Nur so könnte die Kirche wieder moralische Autorität gewinnen. Mea culpa, mea culpa, mea culpa! Wahrscheinlicher als Umkehr und Buße ist, dass die Reinigung der Kirche durch Verfolgung stattfinden wird.”

Aus: Gabriele Kuby, Zeit zur Umkehr, in: PUR-Magazin, November 2018, S.7. Eine etwas andere Perspektive nimmt Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen ein. Er fordert als Reaktion auf die Missbrauchsstudie deutliche Veränderungen in der Kirche in Richtung Machtkontrolle und Machtteilhabe und bringt als Beispiel für den Mut, den die Bischöfe bewiesen hätten, die Ermöglichung von “Gemeindereferentinnen mit Koordinierungsaufgaben” (Achtung: Der Link funktioniert nicht, weil sich das "ü" (in "bistümer") in der URL automatisch umwandelt. Wenn Sie es manuell zurückverwandeln, kommten Sie zum Interview vom Domradio mit dem Bischof).


8. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zitat Leben und Lehre aus der Amoris-Laetitia-Analyse von Weihbischof Marian Eleganti habe ich beim Spaemann-Aufsatz über wiederverheiratete Geschiedene unterbracht. Meine Predigt “Demut vertreibt den Teufel” habe ich auf der Exorzistenseite, die Predigt über die “Austreibung des stummen Teufels” auf der Schöpfungsseite eingebettet.


7. November
Aktion für Asia Bibi

Das katholische Hilfswerk missio hat eine Briefaktion für die vom Tode bedrohte pakistanische Christin Asia Bibi gestartet.

Bitte schließen Sie sich der Aktion an und schreiben Sie eine Mail an die Kanzlerin und jeweils einen Brief an den Botschafter Pakistans und an die Außenbeauftrage der Europäischen Union.

Die Briefvorlagen können Sie bei missio herunterladen.


7. November
Petrusbruderschaft: Beginn in Tschechien

Bischof Vlastimil Kročil von Budweis hat die Priesterbruderschaft St. Petrus in seine Diözese eingeladen, um die Seelsorge all jener in Südböhmen zu übernehmen, die sich dem alten Ritus nahe fühlen. Die Petrusbruderschaft ernannte für diese Aufgabe P. Jakub Zentner FSSP. Dieser wird in Římov wohnen. Římov (Řimau) liegt 15 km südlich von Budweis und ist ein barockes Nationalkulturdenkmal und ein eindrucksvoller Wallfahrtsort mit einem sechs Kilometer langen Passionsweg, auf dem in 25 Kapellen das Leiden des Herrn vom Letzten Abendmahl bis zur Grablegung nachgestellt ist. P. Zentner wird die Sonntagsmesse um 10:30 Uhr in der gotischen Kirche Maria Opferung im historischen Stadtkern von Budweis feiern.


6. November
Monatsranking Oktober 2018

Dass eine neu eingerichtete Seite gleich von 0 auf die Spitzenposition schießt, geschah zuletzt im Februar 2011. Damals war es die Seite, die sich mit dem berüchtigten Theologenmemorandum Kirche 2011 beschäftigte. Übrigens fiel schon damals (wie man dort lesen kann) Magnus Striet unangenehm auf.

Platz Monatsranking Oktober 2018
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

P. Engelbert Recktenwald: Demagogische Mission

neu
2

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

- 1
3

In-vitro-Fertilisation

+/- 0
10

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

+ 2
20

Georg May: Falschlehrer der Kirche

+ 8
30

Maria Pinsker: Pater Pio und die geordnete Liebe

- 8
40

Andreas Wollbold: Die Auferstehung der Toten

+ 21
50

Die Pränataldiagnostik

+ 9
60

Hans Scholls Quellen des Widerstands

- 47
100

Gabriel Malagrida / Franz von Paula / Dominikus Mau

+ 66

Zum Ranking der Vormonate


5. November
George Weigel über die Jugendsynode

"Und noch einen zweiten Punkt hat bisher nur Weigel so prominent hervorgehoben: Die faktische damnatio memoriae von Papst Johannes Paul II. durch die völlige Nicht-Erwähnung von dessen Person und Lehre. Kein Papst der Neuzeit habe so sehr die Jugendlichen angesprochen wie der Pole, keiner habe sich auch so umfassen für eine moderne katholische „Theologie des Leibes“ eingesetzt wie Karol Wojtyła – doch im Schlußdokument der doch eigentlich diesem Thema gewidmeten Synode komme Johannes Paul II. überhaupt nicht vor. Ebenso wenig wie in anderen Dokumenten dieses Pontifikats, das anscheinend davon ausgehe, die Kirche unter dem Einfluß eines neuartigen Geistes der Unterscheidung und der Offenheit völlig neu schaffen zu können – losgelöst nicht nur von der Tradition, sondern auch von der Heiligen Schrift, wie Weigel unter Verweis auf die unsäglichen Thesen des Papstanbeters Rosica befürchtet."

Aus dem Bericht von Summorum Pontificum über die kritischen Analysen der Jugendsynode durch Erzbischof Anthony Fisher von Sydney und George Weigel.


5. November
Clemenskirche

Vor 300 Jahren, am 5. November 1718, wurde in Hannover die Kirche St. Clemens eingeweiht. Sie ist die erste Kirche, die nach der Reformation in Hannover erbaut wurde.
1532/33 war in Hannover die Reformation eingeführt worden. Die katholische Religionsausübung wurde vollständig verboten. 1588 wurde den Katholiken sogar das Wohnrecht in der Altstadt entzogen. Das änderte sich erst, als 1665 Herzog Johann Friedrich von Calenberg (1625-1679) an die Regierung kam. Er war nämlich 1651 in Assisi zur katholischen Kirche konvertiert. An Weihnachten 1665 wurde in Hannover zum ersten Mal wieder seit der Reformation eine hl. Messe gefeiert, und zwar in der Schlosskirche. Johann Friedrich holte 1668 Kapuziner nach Hannover, später auch den seligen Niels Stensen (1638-1686), der 1667 konvertierte. Doch alle mussten 1680 nach dem Tod des Herzogs Hannover wieder verlassen. Herzog Ernst August (1679-1698), der jüngere Bruder Johann Friedrichs, verbot wieder die hl. Messe in der Schlosskirche, erlaubte allerdings aus politischen Gründen, nämlich um vom Kaiser die Kurwürde zu erlangen, die katholische Seelsorge durch Hildesheimer Jesuiten und sagte den Bau einer katholischen Kirche zu. Der wurde aber immer wieder hinausgezögert. Unter seiner Regentschaft kam es 1690 lediglich zur Errichtung einer katholischen Kapelle.
Es ist Agostino Steffani (1654-1728), schon unter Ernst August Hofkapellmeister, seit 1709 Apostolischer Vikar für Ober- und Niedersachsen, der den Kirchenbau gegen den Widerstand vieler Protestanten einschließlich des Kurfürsten energisch vorantrieb und 1711 Tommasio Gusti, seit 1693 Hofmaler des Kurfürsten, damit beauftragte. Der Nachfolger Ernst Augusts, Kurfürst Georg Ludwig (1698-1727), betrieb eine katholikenfeindliche Politik und vertrieb nach dem Tod Steffanis den Apostolischen Vikar aus Hannover.
Die Kirche wurde dem hl. Clemens geweiht, weil Papst Clemens XI. (1700-1721) sich sehr für den Bau eingesetzt und seine Finanzierung durch Bettelbriefe ermöglicht hatte.
Leo XIII. erhob 1894 St. Clemens zur Propsteikirche, Johannes Paul II. 1998 zur Basilika Minor.
Gestern wurde das 300-Jahres-Gedächtnis feierlich mit einem Hochamt begangen, das Bischof Heiner Wilmer zelebrierte.
Die St. Clemens-Basilika ist auch die Kirche, in der die Petrusbruderschaft jeden Sonntag um 15.30 Uhr ihr Hochamt feiern darf.


4. November
Jesus rettet

Egal ob im Boot oder ob außerhalb des Bootes: Wo Jesus ist, da ist Halt und Rettung. Meine Predigt von heute zu Mt. 8, 23-27.


4. November
Das Zitat

Prediger 12, 1: “Gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugend, bevor die Zeit der Drangsal kommt und die Jahre nahen, von denen du sagen mußt: Sie gefallen mir nicht.”
Dazu die Auslegung der hl. Hildegard von Bingen. Es spricht Gott:
“Was heißt das? Erinnere dich in verständiger Gesinnung dessen, der dich geschaffen hat, wenn du nämlich in den Tagen falschen Selbstvertrauens gleichsam glaubst, es sei dir möglich, hinzugehen, wohin du wünschst, dich in die Höhe zu erheben und dich in die Tiefe zu stürzen, im Glück zu stehen und in der Drangsal zu fallen.....
Deshalb, o Mensch, umarme Gott so im Licht deiner Lebenskraft, bevor die Stunde der Läuterung deiner Werke kommt, da alles offenbar und nichts übersehen wird. Dann eilt die Zeit herbei, die nicht abgekürzt wird, von der du nach deinem menschlichen Empfinden insgeheim stammelst und sagst: "Dieser Lebenswandel, von dem ich nicht weiß, ob er zum Glück oder Unglück führt, gefällt mir nicht." Denn das menschliche Herz ist immer im Zweifel, weil es, während es Gutes tut, Not hat, ob es Gott gefällt oder nicht; und während es Böses begeht, fürchtet es für das Heil der Vergebung...”

Heilige Hildegard von Bingen


4. November
René Girard

Vor drei Jahren, am 4. November 2015, starb im kalifornischen Stanford im Alter von 91 Jahren der aus Avignon stammende Religionsphilosoph René Girard.


3. November
Der Sturm auf dem See

Morgen feiern wir im alten Kalender den vierten nachgeholten Sonntag nach Erscheinung. Dazu gibt es von mir eine Predigt auf soundcloud.


3. November
Weltlichkeit oder Heiligkeit als Konsequenz?

Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Missbrauchsskandalen für die Priesterausbildung?
Die einen fordern eine Lockerung der kirchlichen Sexuallehre, zu deutsch: bitte weniger Keuschheit! P. Vincent Ribeton FSSP dagegen, der Regens des Wigratzbader Priesterseminars, fordert eine Rückkehr “zu einer radikalen Heiligkeit”, und zwar nach jenem Modell, das schon einmal zu einer wahren Glaubenserneuerung in der Kirche beigetragen hat, nämlich dem tridentinischen. Das schreibt er im Editorial der neuesten Ausgabe des Informationsblatts. Die Idee dabei ist, sich in die Schule Christi zu begeben: “Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir” (Mt 16,24).
Möge jeder selber beurteilen, welche Konsequenz logischer ist, um das Ziel zu erreichen, dass die Kirche die “heilige Kirche” ist, wie wir sie im Credo bekennen, und nicht die Brutstätte von Verbrechern im klerikalen Gewand.


2. November
Magnus Striets Katholizismus

Er [Magnus Striet] bleibt seinen aus anderen Büchern bekannten Aussagen treu: in Anlehnung an Kants Freiheitsbegriff wird das Beharren auf objektiver oder gar geoffenbarter Wahrheit als prämodern gekennzeichnet. Was genau Wahrheit sei, ob es wirklich eine Offenbarung und ob es überhaupt einen Gott gebe, all das ist dem Fundamentaltheologen zwar nicht zweifelsfrei aussagbar, doch bei einem ist er sich ganz sicher: in einer modernen Gesellschaft muss Pluralismuskompetenz bedeuten, sich selbst nicht ganz sicher zu sein. Oder etwas platter formuliert: nur glaubhaft in den Diskurs der Moderne lässt der sich ein, der seinen Wahrheitsanspruch aufgibt. Nun, mit Katholizismus im landläufigen Sinne hat das zwar nicht mehr all zu viel zu tun, doch dass man sich dann auch nicht so recht für „Mission Manifest“ begeistern kann, verwundert weiter nicht.

Aus der Rezension von Johannes Hartl über das Buch “Einfach nur Jesus? Eine Kritik am Mission Manifest”. Ich erinnere an die Aussage des Theologen Karl-Heinz Menke in seinem Buch Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr?, in dem er sich mit Magnus Striet und Stephan Goertz auseinandersetzt: “Wo Theologie in dem Sinne ‘unabhängig’ sein will, dass sie selbst bestimmt, was wahr ist, bastelt sie sich ihren eigenen Gott.”

Beim Lehrer in diesem Video handelt es sich NICHT um Magnus Striet.


1. November
Petrusbruderschaft: Die aktuelle Statistik

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat ihre jährliche Statistik veröffentlicht. Hier einige Zahlen:

Derzeit gehören ihr weltweit 304 Priester an.

Sie ist in 133 Diözesen tätig. Von diesen befinden sich 41 in den USA, 36 in Frankreich und 14 in Deutschland.

An 239 Orten feiert sie regelmäßig die hl. Messe.

Sie hat 129 Niederlassungen, von denen 92 kanonisch errichtet sind.

Weltweit sind ihr 43 Personalpfarreien anvertraut, die sich auf folgende Länder verteilen: USA 33, Kanada 3 und jeweils eine in Großbritannien, Mexiko, Australien, Italien, Nigeria, den Niederlanden und der Schweiz.

Der Konfraternität St. Petrus gehören 6446 Personen an: 4525 im englischen, 990 im französischen und 931 im deutschen Sprachraum.


1. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (16)

An sechzehnter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen vier Beiträge:
1. die Biographien über Rupert Kornmann, Paul Capelloni und Magnus Jocham;
2. die Biographien über Alfonso de Castro SJ, Alfonso de Castro OFM, Francesco Caracciolo und Johannes Baptist Berthier;
3. die Beiträge über die Wächter (Les veilleurs);
4. die Beiträge über den Weltjugendtag in Madrid.


31. Oktober
Die Rettung der Vernunft

Was C. S. Lewis und Max Horkheimer dazu zu sagen haben: mein neuester philosophischer Podcast. Der Text wurde bereits im Mai in der Tagespost veröffentlicht.


31. Oktober
Marianna von Jesus de Paredes

Vor 400 Jahren, am 31. Oktober 1618, wurde in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, Marianna von Jesus de Paredes geboren. Sie führte ein äußerst hartes Büßerleben und starb am 26. Mai 1645 an einer unerklärlichen Krankheit, nachdem sie sich Gott zum Opfer angeboten hatte zur Rettung Quitos vor der Pest, die ausgebrochen war. 1853 wurde sie selig-, 1950 heiliggesprochen. Sie wird die “Lilie von Quito” genannt.


30. Oktober
Gesucht: Kritischer Verstand!

Auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost ist ein neuer Beitrag von mir erschienen:
“In den jüngsten innerkirchlichen Kontroversen, z.B um das Mission Manifest oder in der Causa Wucherpfennig, lässt sich ein bestimmtes Argumentationsmuster erkennen, das immer wiederkehrt: Demjenigen, der die kirchliche Lehre hinterfragt, wird der Gebrauch der Vernunft unterstellt, dem Gläubigen dagegen ein Mangel an Vernunftgebrauch...”
Weiterlesen.


30. Oktober
Institut Papst Benedikt XVI.

Vor zehn Jahren, am 30. Oktober 2008, wurde in Regensburg das Institut Papst Benedikt XVI. feierlich eröffnet mit der Bestimmung, zu einem zentralen Ort der Forschung über das Werk Joseph Ratzingers zu werden.


29. Oktober
Das Zitat

Es gibt eine enge Verwandtschaft zwischen der Freude und der Güte; beide machen die Seele weit. Eine geweitete Seele strömt leicht über; eine überströmende und mitteilsame Seele ist notwendigerweise wohltuend.

Charles-Louis Gay, Unterhaltungen über die Geheimnisse des Rosenkranzes


29. Oktober
Nachgiebigkeit statt Barmherzigkeit

Selbst auf den Seiten des konservativ-libertären Amerikanischen Politmagazins "National Review" staunte man über die Tatsache, dass unter der Leitung des Papstes aus "Sünde" nun "das objektive Ideal nicht gänzlich leben" geworden sei und dabei gesellschaftliche Konventionen die Christliche Lehre als Maßstab ersetzten. Das mag vorhersehbar "konservativ" klingen, doch der Autor Michael Brendan Dougherty interessiert sich vor allem für die Logik dieser Transformation. Wenn aus normativen Geboten Ideale würden, die nur bis zu einem gewissen Grad realisiert werden müssen, dann gebe es keine Sünden mehr, sondern nur noch "Halbtugenden". Dougherty sieht darin einen B-Klasse Katholizismus.
In dieser vom Papst propagierten Version des Glaubens sei Gott nicht wirklich barmherzig, sondern eher nachgiebig und indifferent. Ein Gott, der dem Stereotyp des Baby-Boomer-Papis zum Verwechseln ähnlich sieht: er erwarte sich weniger von seinen Kindern, die können sich aber umgekehrt auch weniger von ihm erwarten. So ein Gott wäre freilich nicht in der Position zu richten - und Erlösung wäre er uns geradezu schuldig, wenn er denn ein lieber Gott sein soll. Erst recht, wenn er die Kirche bis vor Kurzem mit den Qualen einer nicht lebbaren Moral in die Irre hat laufen lassen.

Aus: Raphaela Schmid, Wer ist wie Gott? Die Kirche und ihre Hirten vor dem Letzten Gericht, in: VATICAN-Magazin 11/2018.

Zum Thema Barmherzigkeit


28. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über die Reinigung des Herzens wurde auf der Seite Mut zur Gottesbegegnung, die über die missverstandene Verklärung auf der Seite Wie Gott uns wuchs eingebettet. Beide Predigten gehen über das Evangelium zur Verklärung Christi. Das Zitat Martin Mosebachs über den Fehler westlicher Liturgiewissenschaftler und jenes von Michael Fiedrowicz über die komplette Abrüstung findet sich beim Zusammenbruchs-Interview mit Klaus Gamber.


28. Oktober
Harmonie zwischen Glaube und Vernunft

“Deshalb ist es Unser Wunsch, den Geist der Gelehrten und aller Gläubigen und Nichtgläubigen auf den Weg und die Methode hin zu lenken, der Scotus gefolgt ist, indem er zwischen Glauben und Vernunft eine Harmonie hergestellt hat und das Wesen der Theologie auf eine Weise bestimmte, daß sie jenseits bloßer Spekulation auf wirksame Weise Handeln und Tat, Praxis und Liebe hervorbringt. In der Ausführung dieses Werkes war er vom Lehramt der Kirche und einem gesunden kritischen Geist geleitet, der ihn die Wahrheit tiefer erkennen ließ und zu der Überzeugung führte, daß das Wissen nur so viel Wert hat, als es zur Praxis führt.
Im katholischen Glauben fest verwurzelt unternahm er es, die Wahrheiten des Glaubens mit dem Licht der natürlichen Vernunft zu erkennen, zu erläutern und zu verteidigen. Nichts ließ er unversucht, um alle Wahrheiten in Einklang zu bringen, die natürlichen und die übernatürlichen, die ja in ein und derselben göttlichen Quelle ihren Ursprung haben.”

Heute vor zehn Jahren, am 28. Oktober 2008, schrieb Papst Benedikt XVI. diese Zeilen in seinem Apostolischen Schreiben anlässlich des 700. Todestages des seligen Johannes Duns Scotus.


27. Oktober
König der Herzen

Zum morgigen Christkönigssonntag gibt es auf soundcloud zwei Predigten von mir: König meines Herzens und Ein Königtum der Liebe.


27. Oktober
Jean Leclercq

Vor 25 Jahren, am 27. Oktober 1993, starb in Clerf, Luxemburg, im Alter von 82 Jahren der Mediävist und Ordenshistoriker Jean Leclercq OSB. Er war ein Schüler Étienne Gilsons und ein führender Experte für den hl. Bernhard von Clairvaux.


26. Oktober
Auszeichnung

Vor zehn Jahren, am 26. Oktober 2008, wurde Manfred M. Müller, der Autor unseres Beitrags über das Post Abortion Syndrom, in Heidelberg mit dem internationalen Literaturpreis "Preis des Lebens” ausgezeichnet, und zwar für seine Arbeit Fünf Schritte. Die Heilung der Abtreibungswunden.


26. Oktober
Alexandre Clerval

Vor 100 Jahren, am 26. Oktober 1918, starb im Alter von 59 Jahren der Theologe Alexandre Clerval. Er dozierte am Institut Catholique in Paris und war ein Spezialist für die Schule von Chartres.


25. Oktober
Genaue Auflistung

“Vor einigen Tagen hat Vigano ‘aus dem Untergrund’ seine dritte Botschaft lanciert. Darin listet er genau auf, dass Ouellet in seiner Antwort die von ihm erhobenen Vorwürfe nicht widerlegt, sondern eher bestätigt habe.”

Aus: Guido Horst, Sex, Geld und Macht, in der Tagespost von heute. Man kann diese Auflistung in der dritten Botschaft Viganos, datiert vom 19. Oktober 2018, nachlesen.


24. Oktober
Aktive Mentoren

Das Phänomen, dass Vorgesetzte in Priesterseminaren und Diözesankurien den Nachwuchs rekrutieren und fördern, der ihre sexuellen Präferenzen teilt, ist in den Vereinigten Staaten gut dokumentiert und wird nun im Zusammenhang mit McCarrick und Wuerl offen diskutiert. Beide Kardinäle waren die Protegés homosexuell aktiver Mentoren, McCarrick wurde selbst zum Täter, Wuerl war immerhin in Missbrauchsvertuschung involviert.

Aus: Raphaela Schmid, Christus kam nur bis Pennsylvania; in: VaticanMagazin Oktober 2018, S. 9-14.


24. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (15)

An fünfzehnter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) steht der Beitrag über den Philosophen Joseph Geyser.


23. Oktober
Wenn der Inhalt stört

Von P. Engelbert Recktenwald

Seit Jahrzehnten hören wir, dass die Kirche eine neue Sprache finden müsse, um Gehör für ihre Botschaft zu finden. Hartl hat sie gefunden. Seine Vorträge sind beliebt und erreichen z.B. über seinen youtube-Kanal eine Reichweite, von der die meisten Theologen nur träumen können. Aber gerade das passt einer bestimmten Richtung innerhalb der Theologenschaft nicht.

Dabei könnte ich eine bestimmte Kritik gut verstehen. Auch ich habe kritische Anfragen, z.B. ob laute Musik und Discofeeling bei der MEHR-Konferenz die angemessene Form und “Sprache” für den Inhalt sind, den Hartl vermitteln will. Aber Inhalt und Ziel dessen, was er vermittelt, kann ich nur befürworten: Er verkündigt den katholischen Glauben, um die Menschen zu einer lebendigen, persönlichen Beziehung zum Herrn, ihrem Erlöser, zu führen.

Aber genau das ist Gegenstand einer Kritik, für die ich als Beispiel die beißenden Ausführungen von Franca Spies, einer jungen Theologin und Redakteurin beim Theologie-Blog y-nachten, herausgreifen will.

Immerhin schreibt sie noch: “Es soll niemandem das Recht abgesprochen werden, seine Beziehung zum Erlöser zu pflegen.” Für so viel Toleranz sind wir echt schon dankbar. Ansonsten hat sie für Hartls Anliegen viel Spott und karikierendes Unverständnis übrig: “autoreferentiellen Himmel-Hölle-Sex-Brei” nennt sie es. Dabei sind die von Hartl behandelten Themen so vielfältig, dass ein Interviewpartner von IdeaSpektrum zu ihm meinte: “Sie reden über alles und jedes.” Natürlich zählen zu diesen Themen auch Sünde, Sex und Jesus. Und was tut Spies? Genau, wir können es uns denken: Sie greift diese Punkte heraus, um eine thematische Engführung bei Hartl zu suggerieren.

Spies vermisst bei Hartl die Politik. Ihre Autoritäten, an denen sie Hartl misst, sind die Vertreter der politischen Theologie. Paulus konnte noch so herrlich unpolitisch sein: “Der Sohn Gottes hat mich geliebt und sich für mich dahingegeben” (Gal 2, 20). Auf diesen Nenner bringt Paulus die Quintessenz des christlichen Glaubens. Dasselbe tut Hartl, und genau das stößt Spies sauer auf. Nicht Lehramt, Schrift und Paulus, sondern Rahner, Metz und Sölle sind ihre Referenzgrößen, um über Hartl abzuurteilen.

Dem promovierten Theologen, der stets biblisch argumentiert, wirft sie ein unkritisches Bibelverständnis vor. Von ihrem eigenen Umgang mit der Bibel gibt sie eine Kostprobe, wenn sie Gal 3,28 “Da ist nichts Männliches und Weibliches. Ihr alle seid einer in Christus Jesus” heranzieht, um allen Ernstes die Idee der Geschlechtervielfalt zu promoten, im ausdrücklichen Anschluss an Judith Butler, die die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen nicht etwa als Teil von Gottes Schöpfungsordnung, sondern als diskursives Konstrukt ansieht.

Eigentlicher Stein des Anstoßes ist für Spies also nicht die Form, sondern der Inhalt. Für sie sind es “traditionalistische Positionen”, die Hartl vertritt. In Wirklichkeit sind es schlicht und einfach katholische Positionen.

Das passt zu einer Beobachtung, die ich schon seit Jahrzehnten mache, und das ist der Punkt, auf den es mir ankommt: Modernistische Theologie fordert zwar eine neue Sprache, aber in Wirklichkeit praktiziert sie das genaue Gegenteil: Sie verpackt in der alten Sprache neue Inhalte. Sie sagt z.B. weiterhin “Jesus ist auferstanden”, meint aber: “Die Sache Jesu geht weiter.” So etwa schon Marxsen in den 70er Jahren.

Eine Theologie, die die kirchliche Lehre nicht auslegt, sondern durch eine andere ersetzt, hat ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Solange die Bischöfe über die ausbleibende Weitergabe des Glaubens nur klagen, aber der Blockade dieser Weitergabe an den theologischen Fakultäten tatenlos zuschauen, ist an ein Ende der Krise nicht zu denken.

Dieser Beitrag erschien am 11. Juli auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost.

Vgl. meine Stellungnahme Demagogische Mission zur Kritik von Ursula Nothelle-Wildfeuer am Mission Manifest.


22. Oktober
Bastelnde Theologen

“Wo Theologie in dem Sinne ‘unabhängig’ sein will, dass sie selbst bestimmt, was wahr ist, bastelt sie sich ihren eigenen Gott.”

Aus: Karl-Heinz Menke, Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr? Eine Streitschrift. Menke setzt sich darin mit der Theologie von Magnus Striet und Stephan Goertz auseinander.


22. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Folgende drei Artikel wurden auf einer je eigenen Seite untergebracht: Wurde das nicht vom Konzil abgeschafft? von Kevin Scallon C.M; Das Erwachen von Rod Dreher; Abschied vom Relativismus von Johannes Hartl.


21. Oktober
Liebe, die nicht blind macht

Meine Predigt von heute


21. Oktober
John Dobree Dalgairns

Vor 200 Jahren, am 21. Oktober 1818, wurde auf Guernsey der Konvertit John Dobree Dalgairns geboren. Er “schloß sich 1842 in Littlemore Newman an, schrieb mehrere Heiligenleben für dessen Serie, wurde 1845 katholisch, 1846 in Langres zum Priester geweiht, ging mit Newman nach Rom, war dann Professor in Maryvale und St. Wilfrids College, 1849 einer der ersten Oratorianer, (...) begabt für philosophische und theologische Kontroversen, scharfer Dialektiker” (LThK, 1. Auflage). Er starb am 6. April 1876 im Zisterzienserkloster Burgess Hill, Brighton.


20. Oktober
Hingabe statt Abgabe

Meine Predigt zum 22. Sonntag nach Pfingsten


20. Oktober
Moral: ein Produkt der Biologie?

“So unsinnig es wäre, die Gültigkeit mathematischer Axiome auf jene genetischen Gesetze zurückzuführen, die das mathematische Denkvermögen bewirkt haben, so aussichtslos ist es, die mit Gut und Böse verbundenen praktischen Geltungsansprüche durch Rückführung auf die biologischen Wurzeln des Moralbewußtseins als verbindlich erweisen zu wollen.”

Aus: Annemarie Pieper, Gut und Böse, München 20083, S. 30


20. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (12)

An zwölfter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen drei Seiten: Beiträge über die Geschichte des Christentums in China, die Biographien über Jean Basset, Antonio Vieira und Ignaz Knoblehar, Kritisches zur Woche für das Leben.


19. Oktober
Russel Kirk

Vor 100 Jahren, am 19. Oktober 1918, wurde in Plymouth, Michigan, der Politikwissenschaftler Russel Kirk geboren. Durch sein an Edmund Burke orientiertes Denken und Schreiben wurde er der Vordenker der konservativen Bewegung in den USA. Er starb am 29. April 1994 in Mecosta, Michigan.


19. Oktober
Seligsprechung

Vor zehn Jahren, am 19. Oktober 2008, wurden Luis Martin und Celia Guérin, die Eltern der hl. Therese von Lisieux, seliggesprochen. Die Heiligsprechung folgte am 18. Oktober 2015.


18. Oktober
Karger über meinen Aufsatz

Die heutige Ausgabe der Tagespost bringt eine Kurzrezension von Michael Karger über meinen Aufsatz Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft. Ein instruktiver Blick auf die Philosophie von Jürgen Habermas, der in der Jesuitenzeitschrift Theologie und Philosophie erschienen ist. Karger fasst meine Kritik gut zusammen und hält den Aufsatz für einen lesenswerten Beitrag. Das finde ich auch.


18. Oktober
Petrusbruderschaft

Vor 30. Jahren, am 18. Oktober 1988, errichtete Rom die Priesterbruderschaft St. Petrus, die genau drei Monate zuvor in Hauterive von zwölf Priestern und einem Diakon gegründet worden war, zu einer Gesellschaft päpstlichen Rechts.


17. Oktober
Das Zitat

Jener findet in Gott seine Gelassenheit, der sich bemüht, der Wahrheit zu entsprechen und sich darum wenig kümmert, wie er von den Menschen behandelt oder eingeschätzt wird.

Seliger Heinrich Seuse


17. Oktober
Vertuschte Verbrechen

In dieser letzten Hinsicht sollte besonders der berüchtigtste und höchstrangige Fall erwähnt werden, nämlich die Vorwürfe von sexuellen Sünden, Verbrechen und Machtmissbrauch durch den Ex-Kardinal Theodore McCarrick (oft gemunkelt, jetzt sehr öffentlich). Die gut dokumentierten Details dieses Falles sind skandalös und ernsthaft skandalös, ebenso wie die Verschleierung solch entsetzlicher Handlungen durch andere Kirchenführer, die aufgrund soliden Beweisen darüber Bescheid wussten. Während die jüngsten glaubhaften Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Erzbischof McCarrick eine ganze Reihe von Problemen ans Licht gebracht haben, war lange Zeit das Problem des Missbrauchs seiner Macht zugunsten der homosexuellen Befriedigung ignoriert worden.

Bischof Robert C. Morlino von Madison in einem ausführlichen und eindringlichen Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche. Der Brief stammt vom 18. August 2018, also vor der Veröffentlichung von Viganos Zeugnis. Die deutsche Übersetzung des Briefes wurde in Theologisches September/Oktober 2018 veröffentlicht.


16. Oktober
Der Heilige der Landstraße

Von Alfred Betschart

Zehnter und letzter Teil

Anhang (Fortsetzung)

Das kräftige Gebet

Als Benedikt Joseph Labre sich einmal fast fünf Stunden bei einer Kranken und deren Angehörigen in der italienischen Stadt Fabriano aufgehalten hatte, wollte er sich für die empfangene Gastfreundschaft erkenntlich zeigen und bat um ein Blatt Papier. Darauf schrieb er ein lateinisches Gebet und gab es den freundlichen Hausbewohnern mit der Versicherung, “dass, wenn sie es gläubig beteten, ihr Haus und die benachbarten Häuser vor Blitz, vor Feuersbrunst und Erdbeben bewahrt bleiben werden” (L. Aubineau). Dies traf dann tatsächlich beim Erdbeben im Jahre 1781 zu, von dem Fabriano heimgesucht wurde. Von da an wurde dieses Gebet viel mehr geschätzt, gedruckt und sehr verbreitet und von Gläubigen sogar auf dem Herzen getragen als Schutz gegen Depressionen. Benedikt Labre ist jedoch nicht selbst der Verfasser des Gebetes. Dieses - in lateinischer Sprache - verbreitete Gebet stammt ursprünglich aus Portugal und kam von dort nach Italien. In deutscher Übersetzung lautet es:

Jesus Christus, König der Herrlichkeit,
ist im Frieden gekommen.
Das WORT ist Fleisch geworden.
Christus ist geboren aus Maria, der Jungfrau.
Christus schritt im Frieden mitten durch sie hin.
Christus ist gekreuzigt worden.
Christus ist gestorben.
Christus ist begraben worden.
Christus ist auferstanden.
Christus ist in den Himmel aufgefahren.
Christus siegt. Christus regiert.
Christus herrscht.
Christus möge uns vor jedem Blitzschlag beschützen!
Jesus ist mit euch.
Vaterunser, Gegrüßt seist du, Maria, Credo, Gloria.

P. Laurenz Hecht OSB kennt in seiner Broschüre "Der selige Benedikt Joseph Labre" eine Erweiterung dieses Gebetes, die vielleicht, wenn man den Inhalt des Gebetes betrachtet, vom hl. Benedikt Labre selbst sein könnte. Der Vollständigkeit wegen soll diese Erweiterung als Abschluss dokumentiert werden:

1) Ewiger Vater! Erweise uns Barmherzigkeit um des Blutes Jesu willen. Bezeichne uns mit dem Blute des unbefleckten Lammes Jesu Christi, gleichwie Du Israel Dein Volk bezeichnet hast, um es von dem Tode zu befreien. Und du, Maria, Mutter der Barmherzigkeit, bitte und besänftige Gott für uns, und erwirb uns die Gnade, um die wir zu dir flehen. Ehre sei dem Vater.

2) Ewiger Vater! Erweise uns Barmherzigkeit um des Blutes Jesu willen. Errette uns aus dem Schiffbruch der Welt, gleichwie Du Noe aus der allgemeinen Sündflut errettet hast. Und du, Maria, Arche des Heiles, bitte und besänftige Gott für uns, und erwirb uns die Gnade, um die wir zu dir flehen. Ehre sei dem Vater.

3) Ewiger Vater! Erweise uns Barmherzigkeit um des Blutes Jesu willen. Befreie uns von den verdienten Strafen, gleichwie Du den Lot von dem Brande Sodomas befreit hast. Und du, Maria, unsere Fürsprecherin, bitte und besänftige Gott für uns, und erwirb uns die Gnade, um die wir zu dir flehen. Ehre sei dem Vater.

4) Ewiger Vater! Erweise uns Barmherzigkeit um des Blutes Jesu willen. Tröste uns in den gegenwärtigen Anliegen und Nöten, gleichwie Du Job, Anna und Tobias in ihren Trübsalen getröstet hast. Und du, Maria, Trösterin der Betrübten, bitte und besänftige Gott für uns, und erwirb uns die Gnade, um die wir zu dir flehen. Ehre sei dem Vater.

5) Ewiger Vater! Erweise uns Barmherzigkeit um des Blutes Jesu willen. Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe. Gib uns um Deiner Barmherzigkeit willen Zeit zur Busse, damit wir durch Erkenntnis und Reue unserer Sünden, die jedes Übel verursachen, im heiligen Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe und im Frieden unseres Herrn Jesus Christus leben können. Und du, Maria, Zuflucht der Sünder, bitte und besänftige Gott für uns, und erwirb uns die Gnade, um die wir zu dir flehen. Ehre sei dem Vater.

6) O kostbares Blut Jesu, unserer Liebe! Rufe bei Deinem göttlichen Vater um Barmherzigkeit und Vergebung, um Gnade und Frieden für uns, für und für alle. Ehre sei dem Vater.

7) O Maria, unsere Mutter und unsere Hoffnung! Bitte für uns und für alle Menschen; und erwirb uns die Gnade, um die wir zu dir flehen. Ehre sei dem Vater.

8) Ewiger Vater! Ich opfere Dir auf das Blut Jesu Christi zur Sühnung meiner Sünden, für die Angelegenheiten der heiligen Kirche und für die Bekehrung der Sünder.

9) O unbefleckte Jungfrau Maria, Mutter Gottes, bitte Jesus für uns und für alle Menschen. Jesus und Maria, erweist uns Barmherzigkeit!

10) Heiliger Erzengel Michael, heiliger Joseph, heiliger Petrus und Paulus, Beschützer aller Gläubigen der Kirche Gottes, und ihr alle Engel und Heiligen des Himmels, bittet und flehet um Gnade und Barmherzigkeit für uns und für alle Menschen. Amen. Und du, Maria, Arche des Heiles, bitte und besänftige Gott für uns, und erwirb uns die Gnade, um die wir zu dir flehen. Ehre sei dem Vater.

Verarbeitete Quellen:

- Aubineau L., Das wunderbare Leben des seligen Bettlers und Pilgers Benedikt Joseph Labre, Mainz 1879.
- Barbieri P. / Pucci U. (Hrsg.), Rom und das katholische Italien, Rom- Einsiedeln-Zürich 1950.
- Buchberger M. (Hrsg.), Lexikon ñir Theologie und Kirche, Freiburg i. Breisgau 1931
- Hecht Laur. OSB, Der selige Benedikt Joseph Labre, Binsiedeln-New York 1860.
- Höfer J. und Rahner K. (I-Irsg.), Lexikon für Theologie und Kirche, Freiburg i. Br. 1959, Sonderausgabe 1986.
- Hümmeler H., Helden und Heilige, Siegburg 1959.
- Koch H., Ein heiliger Vagabund; in "Christ und Kultur" als Beilage in der "Rorschacher Zeitung", Samstag, 15. Oktober 1983.
- Nigg W., Des_Pilgers Wiederkehr, Band 64 der Stundenbücher, Hamburg 1966.
- Schamoni W., Wunder sind Tatsachen, Würzburg-Stein am Rhein-Linz 19762.
- Schenker L., Der heilige Benedikt-Joseph Labre und Mariastein-Metzerlen; in: "Mariastein", 31. Jg. 1985, Heft 6, S. 146-152.

Ende

Zum bisher Erschienenen


15. Oktober
Klerikalistisches Schweigekartell

“Ich bitte daher vor allem die Bischöfe eindringlich darum, das Schweigen zu brechen, um diese so weit verbreitete Kultur des Verschweigens zu besiegen” (Erzbischof Viganò). Der Theologe Rainer Bucher ist der Auffassung, dass Aufklärer, die das Schweigekartell in der Kirche aufbrechen, eine kirchliche Auszeichnung verdienen. Er meint aber nicht Vigano, sondern Pater Klaus Mertes SJ. Hatte Vigano das Pech, das “falsche” Schweigekartell aufzubrechen? Bucher kritisiert außerdem einen Klerikalismus, der den Priester unkritisierbar mache, weil dieser ein “Heiliger Mann” sei. Auf solch klerikalistischem Hintergrund kann eine Anklage tatsächlich nur noch als “blasphemisch” qualifiziert werden. Dabei muss nach Meinung Mertes’ ein guter Vater Anklagen doch grundsätzlich aushalten. Mit dem guten Vater meint er allerdings nicht den “Heiligen Vater”, sondern Gott.


15. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (10)

An zehnter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen wiederum zwei Seiten: die Seite über Erich Wasmann, Domenico Palmieri und Kasper Druzbicki, und die Seite über Josef Diaz Sanjurjo, Vincent Yen und Organtino Gnecchi-Soldi SJ.


14. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über das Vorbild des Blinden und das Zitat Denekes über die angebliche Wunderproblematik finden Sie beim herrlichen Aufsatz von Gerhard Hermes über Wunder. Das treffende Fundamentalismuszitat Dietmar Mieths ist beim Fundamentalismusaufsatz Spaemanns, meine Predigt über die drei Einfallstore der Versuchung bei der Biographie über den Trinker Matt Talbot untergebracht.


14. Oktober
Horst Mertens

Vor fünf Jahren, am 14. Oktober 2013, starb im Alter von 86 Jahren Horst Mertens, Mitbegründer des Initiativkreises Köln und der jährlich stattfindenden Kölner Liturgischen Tagung.


13. Oktober
Demagogische Mission

Von P. Engelbert Recktenwald

In diesen Tagen kritisierte eine katholische Theologin ein Missionsverständnis, das es nicht bei der Taufe allein als Voraussetzung des Christseins belässt, sondern auch ein Glaubens- und Bekehrungserlebnis erreichen will. Im Mission Manifest, an dem sie kein gutes Haar lässt, heißt es nämlich: “Es ist nicht mehr genug, katholisch sozialisiert zu sein. Die Kirche muss wieder wollen, dass Menschen ihr Leben durch eine klare Entscheidung Jesus Christus übergeben.” Diesem Missionsverständnis macht sie den Vorwurf, “ein Elitechristentum” aufzumachen und jene auszuschließen, “die noch auf der Suche sind und zweifeln.”

Sie scheint zu verkennen, dass es ja gerade darum geht, eben diesen Suchenden zu helfen, Jesus, das “Brot des Lebens”, zu finden. Daraus die Etablierung eines Elitechristentums und den Ausschluss der Suchenden zu folgern, ist ungefähr so logisch wie der Vorwurf an Menschen, die Verhungernden Nahrung bringen, sie würden die Hungernden ausschließen. Was für eine Diskriminierung! Auch Hungernde sind vollwertige Menschen...
weiterlesen


13. Oktober
Monatsranking September 2018

Erwähnenswert ist außerdem, dass der Beitrag von Rod Dreher von Platz 32 auf Platz 4 gestiegen ist.

Platz Monatsranking September 2018
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+/- 0
3

In-vitro-Fertilisation

+ 3
10

Johannes Hartl: Abschied vom Relativismus

neu
20

Johannes Paul II.: Was bedeutet Schöpfung?

- 1
30

Hurnau: Die Schule der Exorzisten

+ 10
40

Urs Keusch: Kein Strom für schlechtes Reden!

- 8
50

Spaemann: Rationalität und Gottesglaube

- 35
60

Die Vision der Juliana von Norwich: “Alles wird gut"

- 47
100

Kirche 1111: Gescheiterte Reform

+ 125

Zum Ranking der Vormonate


12. Oktober
Korruptes Netzwerk?

Aus manchem Kuriengeflüster war längst bekannt, dass die Kardinäle Blase Joseph Cupich und Joseph William Tobin nie auf den Listen der Bischofskongregation standen, sondern jeweils über McCarricks Empfehlung und auf direkte Anweisung des Papstes ernannt und umgehend zu Kardinälen gemacht worden waren. War dies nun endlich ein konkretes Beispiel jenes korrupten Netzwerkes, das Papst Franziskus eigentlich bekämpfen wollte?
Eine Woche später behauptete Erzbischof Carlo Maria Viganò, der ehemalige Nuntius in Amerika, Papst Franziskus habe mindestens seit 2013 gewusst, dass McCarrick serienmäßig Seminaristen belästigt habe. McCarrick sei trotzdem zum wichtigsten amerikanischen Berater des Papstes avanciert und tatsächlich für die Ernennungen von Cupich und Tobin verantwortlich gewesen.
Kardinal Cupich erklärte daraufhin, es sei nicht gut, den Vorwürfen Viganòs nachzugehen, der Papst habe von McCarricks sexuellen Übergriffen auf Seminaristen und Priester gewusst: "Der Papst hat eine wichtigere Agenda, er muss sich um andere Dinge kümmern, über die Umwelt sprechen, den Schutz der Migranten, und die Arbeit der Kirche weiter führen. Wir werden uns in dieser Sache nicht in die Ecke treiben lassen."

Aus: Raphaela Schmid, Christus kam nur bis Pennsylvania; in: VaticanMagazin Oktober 2018, S. 9-14.


12. Oktober
Heiligsprechung

Vor zehn Jahren, am 12. Oktober 2008, wurden in Rom Gaetano Errico (1791-1860), die Schweizerin Maria Bernarda Bütler (1848-1924), Alfonsa Muttathupadathu FCC (1910-1946) und Narcisa de Jesús Martillo Morán (1832-1869) heiliggesprochen.


12. Oktober
Willi Graf

Vor 75 Jahren, am 12. Oktober 1943, wurde Willi Graf im Gefängnis Stadelheim mit dem Fallbeil enthauptet. Er gehörte mit Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst und Alexander Schmorell zur Widerstandsgruppe Weiße Rose.


11. Oktober

Genderideologie und Wissenschaftsfeindlichkeit

Mein neuester Podcast


11. Oktober
Emilia d’Oultremont

Vor 200 Jahren, am 11. Oktober 1818, wurde im belgischen Liège die Ordensgründerin Emilia d’Oultremont geboren. Als Witwe gründete sie 1857 die Gesellschaft von Maria der Wiedergutmachung (Societas Mariae Reparationis), nachdem ihr bereits 1842, zur Zeit ihrer Ehe, der hl. Ignatius von Loyola in einer Vision erschienen war mit der Prophezeiung, dass sie eines Tages seiner Ordensregel folgen werde. Am 22. Februar 1878 starb sie in Florenz. Am 12. Oktober 1997 wurde sie seliggesprochen.


11. Oktober
Dionysius Pamplona

Vor 150 Jahren, am 11. Oktober 1868, wurde im spanischen Calamocha (Teruel) der Märtyrer Dionysius Pamplona geboren. Er trat in die Kongregation der Piaristen ein, die vom hl. Josef von Calasanza gegründet worden war. Im Spanischen Bürgerkrieg wurde er am 25. Juli 1936 in Monzon bei Huesca erschossen. Am 7. Mai 1995 wurde er mit 17 weiteren spanischen Märtyrern seliggesprochen.


10. Oktober
Das Zitat

In der Apostolischen Zeit lag der Hauptkampf zwischen Wahrheit und Irrtum in dem Streit, den die Kirche gegen die Welt und die Welt gegen die Kirche führte - die Kirche, der Angreifer im Namen des Herrn; die Welt auf seiten des Teufels, angestachelt von Neid und Bosheit, Wut und Stolz, geistliche Waffen mit irdischen, das Evangelium mit Verfolgung, Gutes mit Bösem zurückschlagend. Aber von der Auseinandersetzung innerhalb der Kirche, wie sie sich heute abspielt, wussten die Christen damals verhältnismäßig wenig.

Seliger John Henry Newman


10. Oktober
Umkehr statt Rücktritt

Der Papst muss endlich Rede und Antwort stehen. Sein Schweigen ist unklug und unerträglich. Damit schadet er der gesamten Kirche. Gerade vom Papst muss ein klares Schuldbekenntnis erwartet werden, falls er wirklich vertuscht oder den klerikalen Verbrechern leichtfertig vertraut haben sollte. Wird er zu unrecht verdächtigt, hat er die Pflicht, die Anschuldigungen zurückzuweisen. Aber zurücktreten muss er nicht.

Das meint Bernhard Müller im PURmagazin 10/2018. Einen Rücktritt hält er wegen der Kollateralschäden für das Amt des Papstes für falsch. Man solle nicht den Rücktritt des Papstes erzwingen, sondern seine “Umkehr” erbeten.


9. Oktober
Verdorbenheit in der Kirche

Verdorbenheit in der Kirche kritisiert der deutschsprachige Distriktsobere der Priesterbruderschaft Sankt Petrus, Bernhard Gerstle (61). "Wie tief die Verdorbenheit sogar bis in höchste Kreise der Kirche eingedrungen ist", habe jüngst der Missbrauchsskandal in den USA gezeigt, sagte Gerstle in Wigratzbad im Landkreis Lindau im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Kürzlich gab P. Bernhard Gerstle der KNA ein Interview.


9. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (8)

An achter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen wieder zwei Seiten: die Seite über Francesco Borghero und die Seite mit den Biographien über Guglielmo Massaja, Isidor Bakanja, Clementine Anuarite Nengapeta und Maria Sanctia Johanna Szymkowiak.


8. Oktober
Das Zitat

Wer seine eigenen Fehler und Schwächen eingesteht, der ist stärker als jener, der diese verdrängt; und außerdem arbeitet die Verdauung auch besser.

Hanns Lilje


8. Oktober
Mafiotische Karriere

Die theologische Zeitschrift „Herder Korrespondenz“ hält in ihrem neuen Heft (Oktober 2018) an der Frage nach dem päpstlichen Schweigen fest, statt sie fallenzulassen, und das allein ist schon ein Verdienst, in wissenschaftlicher und journalistischer Hinsicht. Der Journalist Ludwig Ring-Eifel macht sich einen Reim darauf, warum ein Mann wie McCarrick unter Franziskus noch einmal Einfluss gewinnen konnte. In seinem Beitrag „Theodore McCarrick: Keine Gnade“ schreibt er über dessen mafiotische Karriere: „Diese verlief umso glanzvoller, weil er es nicht nur verstand, beste Kontakte in Politik und Kirche zu knüpfen, sondern weil er auch ein begnadeter ,Fundraiser‘ war.“

Aus: Christian Geyer, Die Kirche schweigt vom Kopfe her, FAZ, 7. Oktober 2018


7. Oktober
Coach, nicht Vorzimmerdame

Meine Predigt von heute


7. Oktober
Verwüstung

Es ist Zeit zuzugeben, dass es innerhalb der Hierarchie der katholischen Kirche eine homosexuelle Subkultur gibt, die im Weinberg des Herrn große Verwüstung anrichtet.

Bischof Robert C. Morlino von Madison in einem ausführlichen und eindringlichen Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche. Der Brief stammt vom 18. August 2018, also vor der Veröffentlichung von Viganos Zeugnis. Die deutsche Übersetzung des Briefes wurde in Theologisches September/Oktober 2018 veröffentlicht.


6. Oktober
20. Sonntag nach Pfingsten

Zum morgigen 20. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Die Tage sind böse und Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht...


6. Oktober
Claudine Thévenet

Vor 200 Jahren, am 6. Oktober 1818, gründete die hl. Claudine Thévenet RJM (1774-1837), die “Heilige von Lyon”, die Kongregation der Schwestern Jesu und Mariens. Außer der Gründerin ist aus dieser Kongregation am bekanntesten die selige Dina Bélanger, eine Mystikerin in der Gefolgschaft der kleinen heiligen Thérèse.


6. Oktober
Koreanische Märtyrer

Vor 50 Jahren, am 6. Oktober 1968, wurden 24 koreanische Märtyrer seliggesprochen, die 1866 Opfer der großen Verfolgung geworden waren. Am 6. Mai 1984 wurden sie in Seoul mit 79 weiteren Märtyrern heiliggesprochen.


5. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (6)

An sechster Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen zwei Seiten: die Seite mit den Biographien über Guillaume Répin, Aloisius Stepinac, Richard Pate und Guilbert Bourne, und die Seite über die Lage in Osttimor.


5. Oktober
Missionsdominikanerinnen vom Heiligen Rosenkranz

Vor 100 Jahren, am 5. Oktober 1918, wurde in Lima die Kongregation der Missionsdominikanerinnen vom Heiligen Rosenkranz gegründet. Gründerin war die selige Florentina Nicol Goni (1868-1940), eine Dominikanerin mit Ordensnamen Schwester Ascension vom Herzen Jesu. Am 30. Dezember 1913 kam sie mit vier weiteren Missionarinnen aus Spanien nach Peru, um im peruanischen Regenwald den Ärmsten zu dienen und ihnen das Evangelium zu bringen. Sie war einem Ruf des Dominikanerbischofs Ramón Zubieta y Les gefolgt, der als Apostolischer Vikar für Puerto Maldonado verantwortlich war. Am 14. Mai 2005 wurde sie zusammen mit der aus Heppenheim stammenden Maria Anna Cope OSF seliggesprochen. Es war die erste Seligsprechung unter Papst Benedikt XVI.


4. Oktober
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

4. Folge

8. Gott ist immer in deiner Nähe, Er ist in deinem Herzen: “Denn in Ihm leben wir, und bewegen uns und sind wir” (Apg 17,28). Du brauchst dich nicht durch einen Dritten anmelden zu lassen, denn Gott wünscht, daß du dich voll Vertrauen unmittelbar an Ihn wendest. Rede mit Ihm von deinen Geschäften, von deinen Plänen, von deinen Leiden, von deinen Ängsten, von allem, was dein ist. Tue das mit großem Vertrauen und offenherzig, denn Gott pflegt nicht mit denen zu reden, die sich nicht zuerst an Ihn wenden; auch würden sie Ihn nicht verstehen, da sie sich nicht an Seinen Umgang gewöhnt haben. Darüber beklagt sich Gott im Hohenlied (Hl 8,8), da Er fragt: “Unsere Schwester ist klein, was sollen wir mit ihr tun?” Ihre Liebe ist so gering, was soll ich tun, sie versteht mich noch nicht! Wenn wir Gottes Gnade verachten, dann will Er, daß wir in Ihm einen mächtigen und furchtbaren Herrn kennenlernen, aber solange wir Ihn lieben, will er, daß wir Ihn gleich wie unseren geliebtesten Freund behandeln, und daß wir voll Vertrauen und ohne alle Scheu mit Ihm reden.

9. Es ist wahr, daß du Gott immer die größte Ehrfurcht erweisen mußt, aber wenn Er dir die Gnade erzeigt und dir deutlich Seine Gegenwart und Seinen Wunsch zu erkennen gibt, daß du mit Ihm, der dich über alles liebt, redest, dann mußt du offen und voll Vertrauen ausrufen: “Gott kommt denen zuvor, die nach Ihm verlangen, um sich ihnen zu zeigen” (Weish 6,14). Wenn du Ihn wahrhaft zu lieben begehrst, so wartet Er nicht ab, daß du Ihm entgegengehst, nein, Er kommt dir zuvor und bietet dir die Gnaden und Heilsmittel an, derer du bedarfst. Er wartet nur darauf, daß du Ihn anredest, um dir zu zeigen, wie nahe Er dir ist, und wie bereit Er ist, dich zu erhören und zu trösten.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


3. Oktober
Die Nebel von Avalon in der Theologie

Mein neuester Beitrag im MeinungsMacherBlog der Tagespost.


3. Oktober
Adalbert

Vor 1050 Jahren, Anfang Oktober 968, ernannt Kaiser Otto der Große (Kaiser 962-973) auf der Synode von Ravenna den hl. Adalbert OSB (ca. 910-981) zum ersten Erzbischof des neu gegründeten Erzbistums Magdeburg.


2. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (5)

An fünfter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen Libermanns Grundsätze bei der Verwaltung des Pfarramtes.


2. Oktober
Herrmann Gruber

Vor 150 Jahren, am 2. Oktober 1868, trat Herrmann Gruber (1851-1930) der Gesellschaft Jesu bei. Hermann Gruber SJ widmete den Großteil seines Lebens dem Studium und der Bekämpfung der Freimaurerei. Etwa 70 Schriften verfasste er in diesem Sinne. Im Laufe der Zeit führte ihn sein Sinn für Fairness aber auch dazu, die Freimaurer gleichzeit auch gegen verleumderische Angriffe in Schutz zu nehmen, etwa gegen die Ausfälle von Erich Ludendorff, der daraufhin das Gerücht von der freimaurerisch-jesuitischen Zusammenarbeit zur Vernichtung Deutschlands in die Welt setzte.


1. Oktober
Herbert Tröndle

Vor einem Jahr, am 1. Oktober 2017, starb in Waldshut im Alter von 98 Jahren der hoch angesehen Rechtswissenschaftler Herbert Tröndle. Er war ein unbestechlicher Kritiker der Aushöhlung des Rechtsschutzes der ungeborenen Kinder und bezeichnete z.B. das "Beratungsschutzkonzept" als semantisches Trugwort.


1. Oktober
Hermann Müller

Vor 150 Jahren, am 1. Oktober 1868, wurde in Dortmund der Moraltheologie und Kirchenmusiker Hermann Müller geboren. Seit 1901 lehrte er in Paderborn an der philosophisch-theologischen Akademie. Von 1910 bis 1923 war er Präsident des Allgemeinen deutschen Cäcilienvereins. Er “warb begeistert und kritisch für die Renaissance Palestrinas und italienischer, spanischer und niederländischer Stilgenossen” und arbeitete wissenschaftlich und organisatorisch “für die Rechte und Geschichte des deutschen katholischen Kirchenliedes” (LThK, 1. Auflage). Am 17. Januar 1932 starb er in Paderborn.


1. Oktober
Romano Guardini

Vor 50 Jahren, am 1. Oktober 1968, starb in München im Alter von 83 Jahren der Theologe Romano Guardini. Viel zu wenig erschlossen und für die Philosophie fruchtbar gemacht sind seine moralphilosophischen und metaethischen Reflexionen in Das Gute, das Gewissen und die Sammlung und seinen Ethik-Vorlesungen.


30. September
Gebt dem Teufel nicht Raum

Meine Predigt von heute


30. September
Francisco Crusats

Vor 150 Jahren, am 30. September 1868, wurde im Alter von 37 Jahren in Selva del Campo, Provinz Barcelona, Francisco Crusats CMF erdolcht. Er ist der Erstlingsmartyrer der Clarentiner, ein Opfer der spanischen Revolution. Der hl. Antonius Maria Claret (1807-1870) schrieb danach: “Ich hatte mir sehr gewünscht, der erste Martyrer der Kongregation zu werden, doch ich war nicht würdig, ein anderer ist mir zuvorgekommen.”


29. September
Zeit, “danke” zu sagen

Am 28. Juni veröffentlichte die Tagespost einen Artikel, den sie von mir erbeten hatte, zum Thema: 30 Jahre Petrusbruderschaft und ob es richtig war, die Piusbruderschaft zu verlassen und in die ausgestreckte Hand des Papstes einzuschlagen. Ich gebe hier den Text wieder.

Von P. Engelbert Recktenwald

Als ich 1988 am Tag der Bischofsweihen durch Erzbischof Marcel Lefebvre die Priesterbruderschaft St. Pius X. verließ, war das eine Glaubensentscheidung - und ich denke, das kann ich auch im Namen der anderen Gründer der Petrusbruderschaft behaupten. Papst Johannes Paul II. bezeichnete jene Weihen als einen schismatischen Akt. Damit steht er ganz in der katholischen Tradition. Pius XII. hatte seinerzeit in Zusammenhang mit der chinesischen Kirche Bischofsweihen, die gegen päpstliches Verbot gespendet werden, als Bruch menschlichen und göttlichen Rechts bezeichnet und auch die Berufung auf einen Notstand als unzulässig abgelehnt. Solche Akte sind also in sich schlecht, vergleichbar der moralischen Beurteilung des Ehebruchs. Sie sind folglich auch in Einzelfällen nicht erlaubt. Versuche der Piusbruderschaft, ihre Bischofsweihen als eine dieser Regel enthobene Einzelfallentscheidung zu rechtfertigen, lesen sich bisweilen wie eine Fußnote von “Excommunicationis laetitia”.

Ich hatte damals nur vage Hoffnungen auf eine neue Gemeinschaft. Aber für mich war klar: Wenn wir allein mit der Absicht handeln, den Willen Gottes zu erfüllen, dürfen wir darauf vertrauen, dass Er uns irgendwie weiterhilft. Und auch das Vertrauen auf seine Kirche dürfen wir nicht so weit verlieren, dass man mit ihr bricht. Bei seiner Ankündigung der Weihen auf der Pressekonferenz vom 15. Juni 1988 hatte Erzbischof Lefebvre bekannt, dass er jedes Vertrauen in Rom verloren habe. “Rom”: Das war damals Papst Johannes Paul II. und vor allem Joseph Kardinal Ratzinger, der als Präfekt der Glaubenskongregation lange Jahre hindurch Lefebvres Verhandlungspartner gewesen war.

Als P. Josef Bisig und ich fünf Tage nach den Bischofsweihen, am 5. Juli 1988, eine Audienz bei Kardinal Ratzinger hatten, wurde mir klar: Es geht nicht nur um unser Vertrauen auf die Kirche, sondern auch um das Vertrauen der Kirche in uns. Wachsamkeit gegenüber Fehlentwicklungen in der Kirche und berechtigte Kritik an ihnen dürfen nicht dazu führen, bei den Gläubigen ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Rom zu säen. Die Kirche muss auch uns vertrauen können.

Ein solches Misstrauen zeigte sich bei der Piusbruderschaft dann auch in ihren Prophezeiungen über uns. Die Piusbruderschaft hatte die väterlich ausgestreckte Hand Roms ausgeschlagen, wir hatten sie angenommen. Man prophezeite, diese Hand sei nur eine Falle; über kurz oder lang werde Rom seine Zusagen zurücknehmen und uns gleichschalten. Inzwischen ist diese Prophezeiung widerlegt.

Freilich gab es Schwierigkeiten. Vor allem die Reaktionen der Bischöfe waren sehr unterschiedlich: von feindseliger Ablehnung bis hin zu offenen Armen für unser Kommen in die Diözese. Oft ließ uns ein Bischof nur mit einem gewissen Misstrauen in sein Bistum. Doch in den allermeisten Fällen hat sich dieses Misstrauen dann in eine Wertschätzung unserer seelsorglichen Arbeit verwandelt. Vielfach ist es uns gelungen, jenen Katholiken, die aufgrund der Traditionsbrüche in Lehre und Liturgie heimatlos geworden waren, eine Heimat in der Kirche zu bieten. Viele Bischöfe, die diese Sorge teilen, bezeugen, dass dieses Anliegen bei der Petrusbruderschaft in guten Händen ist. Es ist Zeit, für das in uns gesetzte Vertrauen einmal öffentlich “danke” zu sagen.

Die Einigungsbemühungen Roms um die Piusbruderschaft, die schon im Jahr 2000 begannen und 2009 mit der Aufhebung der Exkommunikation einen Höhepunkt erlangten, verfolgten wir stets mit wohlwollender Hoffnung. Gerade weil wir aus der Piusbruderschaft stammen und neidlos anerkennen, was wir ihr verdanken, wünschen wir nichts sehnlicher, als dass sie in die Mitte der Kirche zurückkehrt, um dort um so fruchtbarer zu wirken. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es möglich ist. Nachdem die kleine Petrusbruderschaft 30 Jahre lang in der Kirche überlebt hat und enorm wachsen konnte, sollte die große Piusbruderschaft endlich auch ans eigene Überleben glauben können.

Ich persönlich sehe inzwischen eine unvermutete Gefahr für die traditionelle Bewegung in der Kirche ganz woanders, nämlich in einer Hyperliturgisierung. Bei aller theologischen Engführung, die man Erzbischof Lefebvre vorwerfen mag: Er hatte den Eifer eines wahren Hirten, dem es um das Heil der Seelen geht. Die Bewahrung der Liturgie war für ihn kein ästhetischer Selbstzweck. Vielmehr sah er ihre Krise als einen Teil der Glaubenskrise, die das Heil vieler Seelen gefährdet. Sein Anliegen war ein höchst pastorales im vollen katholischen Sinne des Wortes. Es ging ihm nicht um Rubriken, also um den Buchstaben liturgischer Vorschriften, sondern um den Geist. Er war nicht gegen Reformen überhaupt, sondern gegen Reformen, die den Geist der Liturgie vernebeln. In meinem ersten Priesterjahr in der Piusbruderschaft versorgte ich sonntäglich eine Kapelle, in der abwechselnd an einem Sonntag Gregorianischer Choral, am anderen die Schubertmesse gesungen wurde. Kein Mensch hatte sich etwas dabei gedacht. Das Phänomen eines liturgischen Purismus, der deutsche Lieder in der Liturgie verachtet, den direkten Vortrag von Lesung und Evangelium in der Landessprache ablehnt, einen exzessiven Rubrizismus bin hin zur missionarischen Selbstknebelung pflegt, ist mir erst viel später begegnet, vor allem in Laienkreisen. So wird Kritikern der traditionellen Liturgie eine willkommene Angriffsfläche geboten, Neulingen der Zugang zu ihr erschwert. Man hat eine schiefe Bahn betreten, an deren Ende Liturgie als Liebhaberei eines exklusiven Clubs exotischer Ästheten erscheint. Ich bin Kardinal Sarah dankbar, dass er beim Abschlusshochamt der Chartreswallfahrt ein Zeichen gesetzt und das richtige Maß für die Weise angemahnt hat, wie man zelebrieren soll: “mit edler Schlichtheit, ohne unnötige Überladungen, falschen Ästhetizismus oder Theatralik, aber mit einem Sinn für das Heilige, der Gott zuerst die Ehre gibt.”


28. September
Michael Sopocko

Vor zehn Jahren, am 28. September 2008, wurde in Białystok Michael Sopocko (1888-1975), der Seelenführer der hl. Faustina Kowalska, seliggesprochen.


28. September
Erzbischof Konrad II.

Vor 850 Jahren, am 28. September 1168, starb in Admont im Alter von ca. 53 Jahren Erzbischof Konrad II. von Salzburg. Er wurde 1148 Bischof von Passau, 1164 Erzbischof von Salzburg. In dem von Kaiser Friedrich Barbarossa provozierten Schisma stand er als Erzbischof auf Seiten Papst Alexanders III., weshalb der Kaiser gegen ihn vorging, Salzburg verwüsten ließ und ihn zur Flucht zwang, die ihn zuerst nach Friesach, dann nach Admont führte, wo er verstarb.


27. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen Podcast über die geschändete Barmherzigkeit habe ich beim hl. Alfons eingebettet. Die Präsentation von Maria Serwe über den Widerstand der katholischen Kirche gegen den Nationalsozialismus finden Sie auf der einschlägigen Seite, die Bemerkung Bernhard Meusers über den christlichen Gottesbegriff und den Auszug aus der Rezension Wolfgang Schneiders über Die 21 auf der Seite, die dem Vergleich zwischen Christentum und Islam gewidmet ist.


27. September
FSSP: Die personellen Änderungen

In diesem Sommer gab es folgende Versetzungen im deutschsprachigen Distrikt der Priesterbruderschaft St. Petrus: P. Gabriel Baumann kam von Oberrüti im Kanton Aargau nach St. Pelagiberg. In Oberrüti wird er ersetzt von P. Klaus Gorges. P. Stefan Reiner, der zum Generalassistenten gewählt und zum Generalökonom ernannt wurde, wird für seine bisherigen Aufgaben in Wigratzbad durch P. Gregor Pal ersetzt. P. Pal war bisher in Wien tätig. Dort wird er ersetzt durch P. James Mawdsley, der zuletzt in Reading bei London tätig war. Nach Wien kommt auch der Neupriester P. Michal Kolodziej. P. Jakub Zentner ist nach Linz versetzt worden. An seine Stelle in Neckarsulm kommt P. Martin Michael Klein, der fünf Jahre in Australien gearbeitet hatte.


26. September
Nicht Glaubenslehre, sondern Glaubensleere ist verantwortlich

Das Ausmaß des Missbrauchs im Klerus zeugt von einer unermesslichen Glaubensleere und Gottesferne unter Priestern. Wer daran glaubt, den geopferten Leib Christi bei der Feier der Eucharistie in seinen Händen zu halten, kann nicht in der Lage sein, ihn mit dreckigen und blutigen Händen zu berühren. Mit dem offensichtlichen Glaubensmangel der Priester geht eine ausgeprägte Ausrichtung auf das Diesseits einher. Macht und Sex, sowie weltliche Anerkennung scheinen eine höhere Bedeutung zu haben, als rein und heilig vor Gott zu treten. Die Verdrängung der Dimension des gerechten Gerichts Gottes aus Predigt und Katechese, sowie die häufig bemerkbare vorrangige Ausrichtung der Kirche in Lehre und Liturgie auf den Menschen, anstatt auf Gott sind Gründe dieser fatalen Entwicklung.

Aus den Thesen zur Katastrophe des Sexuellen Missbrauchs in der Kirche, die das katholische Mediennetzwerk Pontifex vorgelegt hat. Der zitierte Passus scheint eine der wenigen Ursachenanalysen zu sein, die bei klarem Verstand geschrieben wurden. Auch Bernhard Meuser gehört dazu, der zur kirchlichen Missbrauchskatastrophe zu bedenken gab: “Wenn man sich fragt, wie all dieser klebrige Dreck sich in die Falten der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche einnisten konnte, möchte ich auf zwei merk- und denkwürdige Zahlen hinweisen: In der Seelsorgestudie der Deutschen Bischofskonferenz von 2015 liest man: ‘54 Prozent der Priester gehen nur jährlich (oder seltener statt häufiger) zur Beichte...’” Der manchmal genannte Klerikalismus dagegen ist eher verantwortlich für den Versuch, Aufklärung abzublocken und Geistliche gegen unliebsame Kritiker zu immunisieren, indem diese als Handlanger des Teufels dargestellt werden.


26. September
Die unentdeckten Seiten von kath-info (4)

An vierter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten steht mein Essay Wurzeln.


25. September
AL: Applaus von der falschen Seite

Der Theologe Karl-Heinz Menke berichtet in seinem Buch Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr? (Regensburg 2017), dass der in Mainz lehrende Moraltheologe Stephan Goertz Amoris laetitia als einen Wendepunkt feiert, den Papst Franziskus eingeleitet habe. Diese Wende bestehe in der Verkehrung des Primates der Wahrheit (vor der Freiheit) in einen Primat der Freiheit (vor der Wahrheit). Um zu verstehen, was damit gemeint ist, muss man wissen, was mit diesem Primat der Wahrheit gemeint ist. Darunter versteht Goertz die Auffassung, dass der Inhalt der Moral uns vorgegeben sei und dass es Gebote gebe, die für alle Zeiten und alle Kulturen gelten. Das lehnt er ab! Wegen dieser Lehre kritisiert er die Enzyklika Veritatis splendor und den Katechismus der Katholischen Kirche. Für ihn kommt die Freiheit vor der Wahrheit. Die Moralnormen müssten der Freiheit dienen, und was der Freiheit dient, entscheidet der Einzelne selber. Die Anerkennung der Freiheit jedes Menschen sei die höchste Norm. Das ist zu deutsch der Bankrott der Moraltheologie und die Abschaffung des Naturrechts und der Zehn Gebote bis auf einen Rest, der sich an der Achtung der Freiheit festmacht. Vor allem wird hier das Verhältnis zwischen dem Lehramt und dem einzelnen Gläubigen auf den Kopf gestellt. Aus der Pflicht des Einzelnen, auf das Lehramt zu hören, wird die Pflicht des Lehramtes, die Freiheit des Einzelnen zu achten.

Menke nimmt Amoris laetitia gegen die Goertzsche Vereinnahmung in Schutz, indem er zeigt, dass Papst Franziskus an wichtigen Lehren seiner Vorgänger festhält. Aber das ist, so denke ich, nicht der entscheidende Punkt. In Amoris laetitia werden an einer wichtigen Stelle die Weichen neu gestellt. Wenn im Bahnverkehr eine Weiche falsch gestellt wird, ist das ein winzig kleiner Vorgang, der von der Allgemeinheit nicht bemerkt wird. Für die Züge, die auf den betroffenen Gleisen fahren, aber hat es weitreichende, ja fatale Konsequenzen. Die Weichenstellung in Amoris laetitia besteht darin, dass Papst Franziskus es in einem Fall zugelassen hat, dass die Pastoral die Norm aushebelt. Goertz drückt es so aus: Papst Franziskus “beschweigt in der Sexualmoral den klassischen deontologischen Normenkatalog, er verschiebt Normen aus der Abteilung in sich schlecht in die Abteilung im allgemeinen verboten (vgl. AL 304), er spricht mehr von Tugenden als von Gesetzen, er zieht in moralischen Fragen häufig einen narrativen einem präskriptiven Stil vor” (so Goertz, zitiert von Menke).

Goertz freut sich also über den Sprengstoff, der in Amoris laetitia enthalten ist. Eben dieser Sprengstoff ist der Kritikgegenstand der lehramtstreuen Kritiker von AL. Warum weisen die Advokaten von AL die Kritik als unberechtigt zurück, nicht aber die Vereinnahmung? Ist das neue Feindbild jetzt nicht mehr der Leugner, sondern der Bewahrer der Lehre? Nicht mehr der Falschlehrer, sondern der Rechtgläubige? Wenn jemand den Vorwurf des Diebstahls zurückweist, muss er auch das Ansinnen der Diebe zurückweisen, die ihn in seinen Reihen jubelnd begrüßen wollen. Ich kann nicht den Traditionsbruch leugnen und mich gleichzeitig für ihn feiern lassen.

Mein Podcast über Amoris laetitia


24. September
Benedikts Kampf gegen den Missbrauch

Gänswein ist seit 2013 Diener zweier Herren und momentan ein Mann zwischen allen Fronten. Oben am Hügel, im Kloster Mater Ecclesiae, feiert er die Morgenmesse mit Benedikt, der mehr als jeder seiner Vorgänger gegen Missbrauch unternahm und an die 800 Priester aus dem Kirchendienst entfernte - was im Sturm deutscher Entrüstung über Skandale in Ettal oder am Canisius-Kolleg unterging.

Aus: Das Schweigen der Hirten, Der Spiegel vom 22. September 2018, S. 18. Schön, dass der Spiegel wenigstens im Nachhinein Papst Benedikt Gerechtigkeit widerfahren lässt, nachdem dieser im Jahr des deutschen Missbrauchsskandals 2010 von den Medien so sehr diffamiert wurde.


23. September
Die unentdeckten Seiten von kath-info (3)

An dritter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten steht die englischsprachige Seite über die Ermordung von P. Kenneth Walker FSSP.


23. September
Pio von Pietrelcina

Vor 50 Jahren, am 23. September 1968, starb in San Giovanni Rotondo im Alter von 81 Jahren Pater Pio von Pietrelcina OFMCap. 1999 wurde er selig-, 2002 heiliggesprochen.


22. September
18. Sonntag nach Pfingsten

Zum morgigen 18. Sonntag nach Pfingsten kann ich gleich zwei Predigten anbieten: Die Gicht der Seele und Lenkendes Erbarmen.


22. September
Augustinus Palacios del Río

Vor 100 Jahren, am 22. September 1918, legte der selige Augustinus Palacios del Río OAR (1901-1936), ein Märtyrer im Spanischen Bürgerkrieg, seine Profess bei den Augustiner-Rekollekten ab.


22. September
Hans Scholl

Vor 100 Jahren, am 22. September 1918, wurde in Ingersheim an der Jagst Hans Scholl, führendes Mitglied der Weißen Rose, geboren.


22. September
Alain de Solminihac

Vor 400 Jahren, am 22. September 1618, wurde der selige Alain de Solminihac (1593-1659) zum Priester geweiht.


21. September
Abschied vom Relativismus

Der Aufsatz von Dr. Johannes Hartl Abschied vom Relativismus, der am 5. August auf kath-info erschien, ist gestern auch in der Tagespost veröffentlicht worden.


21. September
Das Zitat

Würden wir uns in allen Widerwärtigkeiten gelassen dem Willen Gottes anvertrauen, wären wir auf dem Weg zur Heiligkeit und wären die glücklichsten Menschen auf Erden.

Hl. Alfons Maria von Liguori


20. September
Ist Gott geizig?

Meine Predigt zum 15. Sonntag nach Pfingsten


20. September
Johannes Schasching

Vor fünf Jahren, am 20. September 2013, starb in Wien im Alter von 96 Jahren der Sozialethiker Johannes Schasching SJ geboren. Er unterrichtete an der Gregoriana, war Konsultor des Päpstlichen Rates Iustitia et Pax und zählte neben Oswald von Nell-Breuning und Johannes Messner zu den Nestoren der katholischen Soziallehre im deutschsprachigen Raum.


19. September
Korrupte Zustände

Der Herausgeber der amerikanischen Monatszeitschrift First things R. R. Reno hat kurz vor Veröffentlichung des Vigano-Zeugnisses einen bemerkenswerten Artikel geschrieben (Catholicism after 2018), der nun in der Oktoberausgabe erschienen ist. Er bestätigt darin die Existenz homosexueller Seilschaften in der Kirche und hält deshalb das Zeugnis Viganos für glaubwürdig. Hier zwei Ausschnitte. Ich empfehle die Lektüre des ganzen Artikels.
"
Since the revelations about McCarrick, a number of younger men have recounted hair-raising stories about their experiences in corrupt seminaries, events that took place after 2002 and public outrage about clerical sexual abuse. Whether or not things have gotten better—and, again, I think they have—the past shapes the present. It wasn’t long ago that homosexual sex wasn’t just tolerated among clergy; it was protected. And it still is in some quarters, as McCarrick’s career indicates. Were it not for revelations about sex with a minor and abuse of power, he would have remained a much-feted ecclesiastical eminence. He was part of a much larger quasi secret about gay clergy that implicates even the best of men, undermining them in the way that unaddressed, openly tolerated corruption destroys the morale of any unit.
(...)
We are moving toward an anti--establishment ecclesiastical culture, one in which the bishops have a less important role. Their canonical authority will remain intact. They are and will always be the governing authority in their dioceses. But they will lose their moral and spiritual authority. They already have."


19. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Bericht über das Vorgehen von Pro Familia (Pro Familie und die Folgen) findet sich auf der Pro-Familia-Seite, die Kritik Dietrich von Hildebrands an Teilhard de Chardin auf der Seite über Pseudotheologie. Dort wurden auch die einschlägigen Zitate Mosebachs und Berthold Walds untergebracht. Meine Predigt über die Frage, ob der Himmel ein reines Gnadengeschenk oder der Lohn für unsere guten Werke sei, ist nun eingebettet auf der Seite mit dem schönen Aufsatz Peter Lipperts über Freiheit und Gnade.


18. September
Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft

Soeben ist in der Vierteljahreszeitschrift Theologie und Philosophie mein Aufsatz Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft. Ein instruktiver Blick auf die Philosophie von Jürgen Habermas erschienen.


18. September
PTWF

Vor zehn Jahren, am 18. September 2008, traf Papst Benedikt XVI. die jüdische Pave the Way Foundation (PTWF), die sich für eine Rehabilitierung Papst Pius’ XII. einsetzt. Ihr Präsident Gary Krupp bekannte: “Meine Frau und ich wuchsen auf und hassten diesen Mann. Wir dachten, er sei Hitlers Papst gewesen. Dann aber entdeckten wir Dinge, die dem völlig entgegenstanden. Mir erscheint es daher als eine jüdische Pflicht, die Leistungen dieses Mannes anzuerkennen, der - mehr als alle anderen Staatschefs zusammen - Juden das Leben rettete. Ob er es still tat oder nicht - die Hauptsache ist, er tat es.’”


18. September
Willibrord Verkade

Vor 150 Jahren, am 18. September 1868, wurde in Zaandam der Maler Willibrord Verkade geboren. Durch die Entdeckung der hl. Messe und die Lektüre des Katechismus und von Heiligenbiographien fand er zum Glauben und ließ sich 1892 katholisch taufen. 1894 trat er in Beuron ein und wurde Benediktiner. Er starb am 19. Juli 1946. Seine Autobiographie Unruhe zu Gott fand weite Verbreitung.


18. September
Seattle

Vor zehn Jahren, am 18. September 2008, wurde in Seattle die Personalpfarrei der Priesterbruderschaft St. Petrus errichtet. Sie ist den nordamerikanischen Märtyrern (hl. Jean de Brébeuf & Co.) geweiht.


17. September
Die unentdeckten Seiten von kath-info (1 und 2)

Welche Seiten rangieren im Jahresranking 2017 an unterster Stelle, sind also am seltensten aufgerufen worden? Diese unentdeckten Perlen möchte ich hier nach und nach vorstellen. Es werden dabei nur jene Seiten berücksichtigt, die schon zu Beginn des Jahres 2017 existierten. Von diesen 629 Seiten wurden am seltensten aufgerufen der Bericht über Claude François Poullart des Places und der Bericht über den Irak.


17. September
Die FAZ über das päpstliche Schweigen

Soll auf jahrzehntelang beschwiegene sexuelle Gewalt nun wirklich wieder das Schweigen die offizielle Antwort sein? Welch eine Verhöhnung der Opfer! Die Fragen, welche sich aus dem elfseitigen, mit Anschuldigungen gegen die vatikanische Chefetage gespickten Pamphlet des emeritierten Vatikandiplomaten Carlo Viganò ergeben, verdienen allemal “schlüssige Antworten”, wie Daniel Kardinal DiNardo, der Vorsitzende der amerikanischen Bischofskonferenz, mitteilte.

Aus: Christian Geyer, Und sagte kein einziges Wort, FAZ vom 5. September 2018


15. September
Günter Rohrmoser

Vor zehn Jahren, am 15. September 2008, starb in Stuttgart der Philosoph Günter Rohrmoser, der wie Spaemann aus der Ritter-Schule stammte. Mit seinem Werk Das Elend der kritischen Theorie war er einer der prominentesten Kritiker der Frankfurter Schule. In seinem Buch Der Ernstfall (1994) forderte er eine christliche Aufklärung.


15. September
Josef Kentenich

Vor 50 Jahren, am 15. September 1968, starb in Schönstatt im Alter von 82 Jahren Josef Kentenich, der Gründer der Schönstattbewegung.


15. September
Isaac Habert

Vor 350 Jahren, am 15. September 1668, starb in Pont-de-Salars bei Rodez der Theologe Isaac Habert. Er war einer der wichtigsten theologischen Gegner des Jansenismus. 1645 wurde er Bischof von Vabres.


15. September
Josef-Benedikt Dusmet

Vor 200 Jahren, am 15. September 1818, wurde in Palermo Josef-Benedikt Dusmet geboren. Er trat in den Benediktinerorden ein, wurde Prior in Neapel, Abt von Caltanissetta, Abt von Catranea, 1876 Erzbischof von Catanea, 1889 Kardinal. Er starb am 4. April 1894. Dusmet war ein großer “Apostel der Nächstenliebe, besonders gegenüber Cholerakranken und bei Ätnaausbrüchen” (LThK, 1. Auflage). Am 25. September 1988 wurde er seliggesprochen.


2. September
Petitionen

Im Netz gibt es gleich zwei Petitionen zur Viganosache: Die eine Petition ist eine Solidaritätsadresse und Gebetszusicherung an Vigano, die andere eine Bitte an den Papst um Aufklärung.


2. September
Beunruhigend

Dass es Beobachter der kirchlichen Szene gibt, für die Viganos Bombe nicht überraschend kam, muss zutiefst beunruhigen. Tobias Klein berichtet darüber in seinem Blog. Dagegen wirken Zulehners Ablenkungsmanöver erbärmlich. Hier helfen nur radikale Aufklärung und Transparenz, aber keine Erklärungen. Ein Zitat aus dem Blogbeitrag:
"
Wenn ich mich in dieser Angelegenheit leidlich gut informiert fühle, dann verdanke ich das in erster Linie dem Blog meines Freundes Rod Dreher. Rod berichtet schon seit Ende Juni regelmäßig und ausführlich über den Fall McCarrick -- und daneben auch immer wieder über andere Fälle von systematisch vertuschtem Missbrauch, von "homosexuellen Subkulturen" in Priesterseminaren und dergleichen mehr."


1. September
Dominikus Iturrate Zubero

Vor 100 Jahren, am 14. September 1918, legte der aus dem Baskenland stammende Dominikus Iturrate Zubero (1901-1927) in Bien-Aparecida, Diözese Santander, im Trinitarierorden seine Ordensprofess ab. Am 30. Oktober 1983 wurde er seliggesprochen. In seiner Ansprache zur Seligsprechung erinnerte Papst Johannes Paul II. an die Haltung, mit der der Selige das hl. Messopfer darbrachte: “Als Priester hatte er eine klare Vorstellung von seiner Identität als ‘Vermittler zwischen Gott und den Menschen’ und als ‘Vertreter des Ewigen Hohenpriesters Jesus Christus’. Das ließ ihn jede Eucharistiefeier als einen Akt des Selbstopfers verbunden mit dem allerhöchsten Opfer Jesu Christi zugunsten der Menschen erleben.”


1. September
Dignitas Personae

Vor zehn Jahren, am 8. September 2008, veröffentlichte die Glaubenskongregation die Instruktion Dignitas Personae über einige Fragen der Bioethik. Unter anderem geht sie auf die In-Vitro-Fertilisation ein.


1. September
Maria Venegas de La Torre

Vor 150 Jahren, am 8. September 1868, wurde in Mexiko Maria Venegas de La Torre geboren. Sie trat in die Kongregation der Dienerinnen des Herzens Jesu ein und widmete ihr ganzes Leben dem Dienst an den Kranken und Armen. Am 30. Juli 1959 starb sie in Guadalajara und wurde am 22. November 1992 selig-, am 21. Mai 2000 heiliggesprochen.


31. August
Gerard Manley Hopkins

Vor 150 Jahren, am 7. September 1868, trat der Schriftsteller Gerard Manley Hopkins (1844-1889) in den Jesuitenorden ein.


31. August
Nicolo Rusca

Vor 400 Jahren, am 4. September 1618, starb als Martyrer der selige Nicola Rusca. 1563 in Bedano bei Lugano geboren, wurde er 1587 zum Priester geweiht. Er setzte sich für die konziliaren Reformen ein. Von den reformierten Bündner Behörden wurde er in Thusis vor Gericht gestellt und zu Tode gefoltert. Am 19. Dezember 2011 wurde er vom Heiligen Stuhl als Märtyrer anerkannt, am 21. April 2013 seliggesprochen. Durch seine Seligsprechung fühlten sich viele Protestanten beleidigt.


30. August
Die mediale Hölle

Wäre Viganos Brief gegen Benedikt XVI. gerichtet gewesen: Die Pforten der medialen Hölle hätten sich geöffnet.

Oliver Maksan in seinem Leitartikel Pontifikat in der Krise, Tagespost von heute.

Wäre dieser Skandal während der Regierungszeit von Benedikt XVI. derart hochgekocht, wären wir als katholische Kirche über Wochen hinaus nicht mehr aus den Schlagzeilen herausgekommen.

Petra Lorleberg heute auf kath.net


29. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Was Barbara Stühlmeyer über die Ramms Logik der Liebe sagt, verrate ich auf unserer Medienseite. Pfarrer Martens Klage, wie christliche Flüchtlinge durch das BAMF ihren Verfolgern ausgeliefert werden, findet sich auf der einschlägigen Themenseite, meine Predigt Werden wir den Herrn begleiten? auf der Fastenseite.


29. August
Viganò auf deutsch

Die Tagespost hat nun eine deutsche Übersetzung des Zeugnisses veröffentlicht.


28. August
Pressemanöver

Der Erzbischof von Phoenix fordert die vollständige Aufklärung der Vorwürfe, die Erzbischof Vigano erhoben hat. Er kenne diesen seit 39 Jahren als integre Persönlichkeit.
Nun könnte man meinen, dass die Presse ein ebensolches Interesse hat. Schaut man sich die Süddeutsche Zeitung an, bekommt man Zweifel. Dort weiß man es besser: “Intrige gegen den Papst”, lautet der Titel eines Artikels, der darauf abzielt, Vigano als unglaubwürdig hinzustellen. Kein Interesse an Aufklärung. Die Opfer sind vergessen. Es geht nicht um diese, sondern um die Konservativen in der Kirche. Zu denen gehört Vigano. Also wird ihm gerade daraus, dass er die Vertuschung anprangert, ein Strick gedreht. Man stelle sich vor, solche Aussagen wie die von Vigano seien zur Zeit Benedikts veröffentlicht worden. Gar nicht auszudenken, wie sehr sich gerade die Süddeutsche Zeitung darauf gestürzt hätte. So jedenfalls untergräbt die SZ ein weiteres Mal ihre Glaubwürdigkeit.


28. August
Das Zitat

Siehst du den Nächsten Unrecht oder Verfolgung leiden, so bemühe dich in herzlicher Liebe, ihm bei den Großen und Mächtigen der Erde Recht zu verschaffen. Siehst du den Nächsten sündigen, so bitte Gott, dass er sich seiner erbarme.

Hl. Birgitta von Schweden


28. August
Das Blutbad von Kandhamal

Vor zehn Jahren, am 28. und 29. August 2008 kam es in Indien zur schlimmsten Gewaltwelle von Hindu-Aktivisten gegen Christen. In der Region Kandhamel im Bundesstaat Odisha wurden über 100 Christen getötet, 400 Dörfer, 5600 Häuser und 395 Kirchen niedergebrannt. 56.000 Christen mussten fliehen und konnten bis heute nicht in ihre Heimat zurückkehren. Die Mehrzahl der Opfer wartet heute noch auf juristische Aufarbeitung und Wiedergutmachung.


27. August
Lasst die Kinder zu mir kommen

Die Priesterbruderschaft St. Petrus bietet ein neues Vorbereitungsheft für die Erstkommunion an. Das 60seitige Büchlein Lasst die Kinder zu mir kommen von P. Michael Ramm kann kostenlos bestellt werden.


26. August
Kampagnenjournalismus bei der dpa

Die dpa schweigt sich bis jetzt (Sonntag Abend) über die Bombe, die Erzbischof Carlo Maria Viganò mit seiner Dokumentation und seiner Rücktrittsforderung an Papst Franziskus gelegt hat, aus. Als vor acht Jahren “Wir sind Kirche” Papst Benedikt XVI. wegen seines angeblichen Schweigens zum Missbrauchsskandal kritisierte, brachte die dpa diese Kritik fast im Stundentakt.


26. August
Franz Xaver Schweyer

Vor 150 Jahren, am 26. August 1868, wurde in Oberzell Franz Xaver Schweyer geboren.
Als Mitglied der Bayerischen Volkspartei wurde er 1921 bayerischer Innenminister und “Hitlers frühester Widersacher”.
Sein Antrag im März 1922, Hitler auszuweisen, scheiterte am Widerstand das SPD-Parteiführers.
Der gläubige Katholik verurteilte kompromisslos die Ideologie und den Antisemitismus Hitlers.
Die Folge war, dass er 1933 nach der Machtübernahme der Nazis sofort verhaftet wurde. Am 10. November 1935 starb er an den Folgen der Haft.


25. August
Seid nicht ängstlich besorgt

Eine Predigt zum morgigen 14. Sonntag nach Pfingsten


24. August
Franz Nekes

Vor 150 Jahren, am 24. August 1868, wurde der aus Huttrop bei Essen stammende Kirchenmusiker und Komponist Franz Nekes (1844-1914) zum Priester geweiht. Von 1891 bis 1912 war er Domkapellmeister in Aachen. Als Komponist bewegte er “sich als Meister des strengen Satzes in der engsten Gefolgschaft Palestrinas” (LThK, 1. Auflage). Er empfing die Weihe im Kölner Dom durch den berühmten Erzbischof Paulus Melchers, und zwar damals, in der dunklen vorkonziliaren Zeit, mit 40 weiteren Männern. Dieses Jahr waren es drei.


23. August
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

64. Folge

So kommt also der Heilige Geist in unsere Seele und wird in ihr gegenwärtig formell als das, was er in seiner Person ist, der Erguß und das Pfand der Liebe des Vaters und Sohnes und somit auch als der Erguß und das Pfand der väterlichen Liebe, womit der Vater uns als seine Adoptivkinder in seinem eingeborenen Sohn liebt, als die Blume der Süßigkeit und Lieblichkeit Gottes, mit einem Worte als das "osculum" des Vaters und des Sohnes, das wir im Innersten unserer Seele empfangen. Und indem wir den solchergestalt in uns gegenwärtigen Heiligen Geist in dieser seiner Eigenschaft erkennen und lieben und durch die Liebe über seinen Besitz uns freuen, erwidern wir den Kuß Gottes und verkosten seine unaussprechliche Süßigkeit [56]; so umfangen wir ferner in ihm und durch ihn den Sohn und den Vater, die ihn uns als das Pfand ihrer Liebe und Seligkeit gesandt; an ihm und durch ihn erhebt sich unser Gedanke und unsere Liebe zum Genusse derjenigen Personen, von denen er ausgegangen.

Schon bei der vorigen Art der Sendung hatten wir den Heiligen Geist als das "donum Dei" erkannt, welches uns nach dem Worte des Heilandes gegeben wird als Quelle eines lebendigen, zum ewigen Leben sprudelnden Wassers (Jo 4, 10; vgl. 4, 14); denn das ist der Heilige Geist insbesondere, als der Vollerguß des innern göttlichen Lebens, der uns sein Leben mitteilt. Hier aber ist er "donum", insofern er uns als besonderes Objekt unseres übernatürlichen Lebens geschenkt wird. Dort ist er "donum" als Kanal der übernatürlichen Gnade und Liebe, wodurch wir der göttlichen Natur teilhaft und Adoptivkinder Gottes werden; hier, insofern Gott seine väterliche Liebe selbst, dieselbe Liebe, womit er seinen eingeborenen Sohn liebt, uns nicht nur zuwendet und fruchtbar in uns sein läßt, sondern auch dieselbe in dem Pfande, worin sie kulminiert, in uns niederlegt. In beiden Beziehungen, besonders aber in der letzteren, ist der Heilige Geist das "donum hypostaticum", als welches die Theologen, wie wir früher gesehen, ihn betrachten, wenn sie den Namen "donum" (oder vielmehr die "donabilitas") als ein "proprium" des Heiligen Geistes hervorheben.

Häufig denkt man sich bei der Bezeichnung des Heiligen Geistes als "donum hypostaticum" bloß so viel, daß durch ihn das Ideal und Motiv uns eine von ihm selbst verschiedene Gabe zugewandt werde, insofern nämlich, wie wir das selbst früher erklärt haben, der Heilige Geist als Urbild des uns mitgeteilten Ausflusses der göttlichen Liebe (der "caritas creata") und als Motiv der Mitteilung der übernatürlichen Gnade, welche die "caritas creata" in sich begreift, gedacht werden muß [57]. Im ersten Falle involviert, wie gezeigt wurde, die Schenkung des Urbildes in seinem Nachbilde eine wirkliche, wesentliche und hypostatische Einwohnung; im zweiten Falle liegt das noch nicht auf der Hand; denn wenn ich aus Liebe jemanden eine Gabe mitteile, dann teile ich ihm in der Gabe zwar auch meine Liebe mit, aber doch nicht so, daß ich diese Liebe, wie die Gabe, in ihn wirklich hineinlege. Bei der väterlichen Liebe, die uns Gott zuwendet, ist das anders. Wir besitzen diese Liebe nicht bloß in dem allgemeinen Sinne, wie wir sagen, daß jeder, der geliebt wird, die Liebe des andern besitze. Wir besitzen sie in ihrem substantiellen Wesen und in ihrem hypostatischen Ausfluß substantiell in uns. Wir besitzen sie als solche, die nicht bloß andere Gaben, sondern sich selbst als eine besondere Gabe uns zuwendet und in uns hineinlegt. Dieselbe Liebe, womit der ewige Vater seinen Sohn liebt, ist in ihrem innern Wesen und mit ihrem innern Ergusse wie im Sohne selbst so auch in uns als unser Eigentum und ruht auf uns! "Damit die Liebe, womit du mich geliebt hast", sagt der Sohn zum Vater, "in ihnen sei" [58]; und der Apostelfürst lehrt in diesem Sinne, daß der Geist Gottes auf uns ruhe. Der Geist Gottes ruht nämlich auf uns, insofern die väterliche Liebe Gottes, deren Erguß er ist, in uns wohnt [59].

Anmerkungen:

[56] Ambros., De Isaac et an. c. 3: "Per osculum adhaeret anima Deo, per quod sibi transfunditur Spiritus osculantis; sicut etiarn ii, qui se osculantur, non sunt labiorum praelibatione contenti, sed spiritum suum sibi invicem videntur infundere. Illa (anirna) osculum poposcit: Deus se ei totus infudit." Vgl. S. Bernard., In Cant. serm. VIII, n. 2: "osculari ab osculo ... non est aliud, nisi infundi Spiritu sancto".

[57] Letzteres haben wir in § 24 gesehen. Manche Theologen scheinen die Eigenschaft des Heiligen Geistes als "donum" geradezu darauf zu beschränken, daß er die ratio dandi, der Grund, warum uns Gott die Gaben zuwendet, sei. Auch das ist er eigentlich nur in Bezug auf die übernatürlichen Gaben. Aber damit allein ist überhaupt keine Sendung, geschweige denn eine reale, substantiale und hypostatische, ausgesprochen.

[58] Jo 17,26: "Ut dilectio, qua dilexisti me, in ipsis sit, et ego in ipsis." - 1 Petr 4,14: "Si exprobramini in nomine Christi, beati eritis, quoniam quod est honoris, gloriae et virtutis Dei, et qui est eius Spiritus, super vos requiescit."

[59] Vgl. Lud. de Ponte, Expositio moralis et mystica in Cant. Cant. 75; ein Werk überreich an den tiefsten und zartesten theologischen Ideen, unstreitig eines der besten, die je über das Hohelied und die erhabenen Geheimnisse der mystischen Theologie geschrieben worden. Obgleich leider weit weniger bekannt als die berühmten Betrachtungen desselben Verfassers, scheint es uns dieselben an Gehalt und Schönheit noch weit zu übertreffen. Die ganze Innigkeit und Tiefe, verbunden mit der klarsten, gediegensten und reichsten theologischen Erkenntnis, wie sie die Blütezeit der spanischen Theologie, welche mit der Blüte der gesamten Literatur in Spanien zusammenfiel, auszeichnet, findet sich hier vereint.

Wird fortgesetzt


22. August
Das Zitat

"Wenn ihr den Herrn anblickt und der Herr euch ansieht, dann berührt eure Seele Gott, dann trinkt sie aus den Quellen Gottes, dann erwärmt sie sich und erfüllt sich mit Liebe. Christus ist der Herd der Liebe. Man kann Ihn nicht ansehen, ohne brennend zu werden. ‘Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer’ (Hebr. 12, 29)."

Maria von Jesus Mercier, Gründerin des Karmels von Paray-le-Monial (1853-1917)


19. August
Neu im Personenregister:
Herbert Schnädelbach, Albertus Magnus

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