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* * *

11. Februar
Die Welt und das Heilige

Von Eduard Kamenicky

Zweite Folge

Das spontane Verständnis des vorwissenschaftlichen Weltbegriffes, auf das wir zurückgreifen, schließt jedoch noch einige andere Momente in sich, die wir, ihrem Charakter gemäß, in aller Schlichtheit beschreiben wollen. Das ‘alles zusammen', auf das wir als für Welt kennzeichnend verwiesen haben, deutet bereits auf ein Mehr als eine additive Größe im Sinne von Summation. Es signalisiert eine instinktiv erfaßte und mit dem Weltbegriff als solchen postulierte vielfache Wechselbezogenheit und Verflechtung all der vielen Einzeldinge, Kräfte und Vorkommnisse, die die Welt ausmachen. Sicher liegt diese Elementarerwartung vor jeder durchformulierten Erfassung der Welt als einer konkreten Ordnung, als Kosmos von durchgehender, wie immer auch gedachter Gesetzlichkeit. Aber daß die verschiedenen distinkten Weltgrößen auf Grund ihres gemeinsamen Diese-Welt-Bildens etwas Typisches miteinander zu tun und füreinander zu bedeuten haben, muß auch als dem urtümlichsten Weltverständnis eigen erkannt werden.

An dieser als selbstverständlich angenommenen immanenten Bezugsstruktur der Welt, die ihre innere Rationalität gleichsam in einer ersten, archaischen Form zum Ausdruck bringt, hangen zwei weitere Momente, die wegen des hohen Grades ihrer Plausibilität leicht übersehen und gar nicht mehr als in solcher elementarer Begriffsanalyse heraushebbare Faktoren verstanden werden. Das Eine ist die mit einfließende Grundüberzeugung von der Realität und Objektivität dieser derart konstatierten und unentwegt erfahrenen Welt, die nur als eine de facto seiende und sozusagen de iure gültige die Bedeutung ihrer Einzelkomponenten füreinander verbürgen kann. Das Andere ist die dem unmittelbaren Weltkontakt des Menschen selbst entnommene oder besser: die mit diesem unausweichlich gegebene Klarheit über die Zugehörigkeit des Menschen zu dieser Welt und seine Eingeordnetheit in sie, was die Welt im Bereich ihres Elementarverständnisses, in dem wir uns hier bewegen, trotz ihrer tatsächlichen Unüberblickbarkeit für den Einzelnen und Unbeherrschbarkeit im Ganzen doch zu einer dem Menschen gegenüber prinzipiell offenen Größe macht, in der auch die gewaltigsten Dimensionen immer noch in einer formulierbaren Relation mit dem Maß des Menschen verbleiben. Nur unter dieser stillschweigenden Voraussetzung, die demnach eine weitere Implikation unseres elementaren Weltbegriffes darstellt, kann Welt dem Menschen als etwas in weitester Bedeutung Sinnhaftes gelten. Reale Gegebenheit und objektive Gültigkeit der Welt einerseits und faktische Eingebundenheit des Menschen in diese andererseits bringen aber zugleich das weitere Urmoment der universalen Verbindlichkeit jener seienden Welt für den in ihr seienden Menschen mit sich.

Zuletzt wäre noch darauf zu verweisen, daß die unter der Wortchiffre ‘Welt' gemeinte Totalität ursprünglich für den Menschen keine absolute ist. Welt umfaßt wohl begriffsimmanent ‘alles', aber eben alles, was zufolge seiner Welthaftigkeit zur Welt gehört. Man verzeihe diese vermeintliche Tautologie, die hier auf etwas Wesentliches aufmerksam zu machen hat. Wir setzen nämlich gleichursprünglich mit Welt und mit der gleichen Instinktsicherheit für das schlechterdings Gegebene einen Bereich des Nicht-Weltlichen an, mag sich diese Überzeugung nun sprachlich eher in Richtung einer Über-Welt oder einer Unter-Welt artikulieren, sei es als Himmel oder Hades, Sche'ol, Orkus, uranoi und dergleichen, womit aber der Sache nach immer wieder ein ,Jenseits' zum Unterschied von der diesseitigen Welt - bei im einzelnen recht unterschiedlicher Klarheit der Transzendenz desselben - intendiert wird. Solche elementare Berücksichtigung eines Bereiches ganz anderer Art, dem positiv das Numinose, das Göttliche zugeordnet erscheint, relativiert von Grund auf die erwähnte Totalität von ,Welt' zu einer Ganzheit des Weltlichen, in der unbeschadet ihres echten Weltseins bestimmte Größen außerweltlichen Charakters von Haus aus nicht mitgedacht werden. - Soviel zunächst zu jenem universalen Vorwissen betreffend Welt, von dem wir hier auszugehen haben.

‘Das Heilige' erweist sich hingegen auf der gleichen Ebene unreflexen Vorverständnisses des mit ihm Gemeinten als ein qualitativer Begriff. Wer das Wort ,heilig' kennt und vernünftig gebraucht, drückt damit in jedem Falle etwas von höchstem Wertrang aus, woraus die Rolle dieses Begriffes im Dienste nicht der Feststellung, sondern der Einschätzung einer Realität resultiert. Das macht sofort deutlich, wie verschiedenartig die Begriffe ,Welt' und ‘das Heilige' sind, so daß sie schon auf Grund ihrer ersten Kennzeichnung und Klassifizierung nicht ohne weiteres aneinander gereiht werden können. Dazu kommt, gerade was den Begriff ,Welt' angeht, das Bemerkenswerte, daß es sich bei dem ‘Heiligen' nach ursprünglichem Verständnis um einen Wert handelt, der eben der Welt als Welt und den Dingen der Welt (im weitesten Sinn) an sich offenbar nicht zukommt. Im Gegenteil. Die Qualität des Heiligen scheint zunächst als eine genuine Eigenschaft jenem Bereich des Überweltlichen vorbehalten, den wir im Interesse der klaren Abgrenzung von ,Welt' in deren Vorverständnis erwähnt haben, und zwar insoferne diesem in positivem Sinne das Numinose zugeordnet wird. Es dürfte demnach nicht bloß formal, von der Begriffsstruktur her, sondern auch material, unter Rücksicht auf die in unseren beiden Begriffen implizierten Grundaussagen, die Verknüpfung eben dieser Begriffe schwierig sein.

Die schrittweise Analyse des im Begriff des ,Heiligen' Eingeschlossenen verdeutlicht die genannte Schwierigkeit der vorschnellen Verbindung des in ,Welt' und ,Heiligem' grundsätzlich Ergriffenen. Denn es läßt sich auch das mit dem ‘Heiligen' Gemeinte in einzelnen Momenten etwas näher entfalten. Über das allgemein Axiologische und für die Welt typisch Nicht-Relevante hinaus eignet dem Heiligen das merkwürdige Spezifikum, in sich unwiderlegbar zu sein. Angenommene Fakten können durch den nachfolgenden Erweis ihres Nichtbestehens desavouiert, ästhetische Urteile von der Geltung der ihnen zugrunde gelegten Maßstäbe wie von der Anwendbarkeit derselben hinsichtlich der beurteilten Objekte wie vom Genügen derselben jenen Maßstäben in Frage gestellt werden. Das Heilige ist seinem Wesen nach unanfechtbar, gerade weil es nicht dem vielfältig verflochtenen Bedingungszusammenhang ,Welt' angehört noch der Beurteilung von diesem her unterliegt. Dem Heiligen ist nämlich als Wert eben das eigen, was der Welt in ihrem Sein und ihrem Sinn charakteristisch mangelt: die Absolutheit. Wollen wir dieses Moment des Heiligen inhaltlich näher bestimmen, werden wir auf der Ebene des elementaren Verständnisses dieses Begriffes nicht viel weiter kommen als zur Umschreibung: ,schlechthin höchste Vollkommenheit', worin als Dominante eine nur mehr theoretisch und keineswegs empirisch faßbare größte Steigerung dessen figuriert, was wir als ,gut' bezeichnen. Es bleibt aber festzuhalten, daß hier der Versuch einer Einschränkung des eben Gesagten auf den Bereich des Ethischen als minder entsprechend gelten muß im Vergleich zu einer Auffassung des zuletzt herangezogenen Wertbegriffes ,gut', die dessen ontologische Weite und Bedeutsamkeit berücksichtigt.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


10. Februar
Feministinnen

“Für die feministische Sekte sind Frauen Rohstoff im schlimmsten Sinn des Wortes. Sie sind nützliche Objekte, um den Haß gegen das Christentum, gegen die Männer, gegen die Schönheit der Frau und das Gleichgewicht der Familie zu schüren. Das ist der Feminismus und ich kann versichern, daß dem so ist, denn ich war drinnen!”

Die feministische Aktivistin Sara Fernanda Giromin, die als Sara Winter den brasilianischen Zweig der radikal-feministischen Bewegung Femen gründete und später den Absprung schaffte.
Aus: Matthias Pankau: Von der Feministin zur Lebensrechtlerin, IdeaSpektrum vom 20. Januar 2016, S. 44.

Im Original:
“For the feminist sect women are not the inspiration, they are prime matter in the worst sense of the term. They are convenient objects useful for the purpose of inflaming hatred against the Christian religion, hatred against men, hatred against the beauty of women, hatred against the equilibrium of families. That’s what feminism is, and I can guarantee it is like that because I was on the inside!”


9. Februar
Monatsranking Januar 2016

Platz Monatsranking Januar 2016
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 580 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+ 1
2

In-vitro-Fertilisation

+ 2
3

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+ 3
10

Über Handkommunion

+/- 0
20

Robert Spaemann

- 7
30

Pastor: Michelangelo und die Sixtinische Kapelle

- 3
40

Recktenwald: Hatte Jesus Brüder?

- 20
50

Papst Pius XII.

- 6
60

Der Streit um die Evolution

- 20
100

Josef Bordat: Peter Wusts Ungewißheit und Wagnis

- 26

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8. Febuar
Die Madonna von Puig

Von Sophie zu Eltz

Dritte Folge

Der Morgen graute, als das Mahl zu Ende ging; Artur dachte an den Arbeitsplatz, auf dem er jetzt hätte stehen müssen. Er wusste noch kaum, ob alles Wahrheit oder Traum war. Glutvolle Bilder tanzten in seinem Kopf: Freiheit, Heimat, Eltern, Isabella und dann: die Madonna. Aber er konnte es noch nicht ganz fassen.

Der Wesir war ein liebenswürdiger Gastgeber; er grollte seinen entlassenen Sklaven keineswegs. Im Gegenteil, sie hatten ihm ein schönes Geld eingebracht. Nicht so Bibar; er konnte sich nicht so schnell in die Veränderung finden. Als die Befreiten beim Morgengrauen zum spanischen Schiff hinuntergingen, trat er zu Alvez. „Da hast du Glück gehabt, Ritter“, meinte er höhnisch. „Also merkst auch du, dass ich ein Ritter bin?“, antwortete Alvez. Stumm standen sich die beiden jungen Männer einen Augenblick gegenüber. „Ihr schaut mich wohl so an, damit Ihr mich meiden könnt, wenn wir uns wieder einmal in einer Schlacht begegnen sollten“, sagte schließlich der Moslem höhnisch. Alvez lächelte: „Ich denke, es wird mir leicht sein, Euch jederzeit wiederzuerkennen; verlasst Euch darauf, wir stehen uns nochmals gegenüber“, fügte er plötzlich mit solcher Heftigkeit bei, dass der junge Mameluk einen Schritt zurücktrat.

Der Ordensritter, der zurückbleiben sollte, begleitete alle noch bis zum Schiff. Mit tiefer Ergriffenheit nahm Alvez von ihm Abschied. Wusste dieser junge Mensch, der mit leuchtendem Blick vor ihm stand, welches Martyrium ihn erwartete? Ja, dachte sich der Spanier, er weiß es. Und in plötzlicher heißer Begeisterung sagte er laut: „Bei Gott, wenn ich nicht Eltern und eine liebe Braut zu Hause hätte, ich wüsste nichts Herrlicheres als dieses: Leben und tun, wie Ihr es tut.“ Der andere drückte ihm die Hand. „Gott allein weiß, wozu er uns berufen hat, Alvez.“

Eine halbe Stunde später lichtete das Schiff die Anker. Der einsame Ritter stand am Ufer und winkte seinen Gefährten. Sein Gesicht strahlte. „O Maria, du hast mich beim Wort genommen, ich danke dir!“, sagte er mit stiller Freude. Bibar trat zu ihm hin: „Vorwärts, Mensch, an die Arbeit!“ Der Mercedarier wandte sich um und blickte den Burschen gelassen an, und vor dem Licht in seinen Augen trat dieser wortlos zurück.

Bevor die Sonne die Mittagshöhe erreicht hatte, schichtete der neue Sklave Getreidesack auf Getreidesack am großen Lagerplatz am Ufer.

Artur d’Alvez war nach Hause gekommen. Wie im Flug war die lange Reise auf dem kleinen Segelschiff vergangen, so herrlich war die wiedererlangte Freiheit, so beseligend der Gedanke an das nahe Wiedersehen. Jede Einzelheit im Vaterhaus sah er schon vor sich: die Eltern, Isabella, alle die lieben alten Dienstboten, die schöne Burg. Und nun war er da!

Aber es wurde eine furchtbare Heimkehr. Als er um den Bergkegel ritt, der die Aussicht auf die Heimat freigab, schrie er plötzlich laut auf vor Schreck und Entsetzen. Er rieb sich die Augen; wieder und wieder beugte er sich vor und schaute hinunter, ob es denn Wirklichkeit war. Aber es war kein Trugbild - die Burg Alvez lag als wüster Trümmerhaufen da. Nicht Mauer, Turm noch Bauwerk war zu sehen, ausgebrannte Ruinen reckten ihre schwarzen Arme in die Höhe. Und die Seinen? Eisige Angst schnürte dem jungen Ritter die Kehle zusammen. Er gab seinem Pferd die Sporen, dass es sich aufbäumte und in rasendem Lauf den steinigen, steilen Bergpfad hinunterstürmte. Es war erstaunlich, dass Ross und Reiter sich nicht alle Beine brachen.

Wie besessen irrte Artur dann zwischen den ausgebrannten Trümmern umher, die seine Heimat bedeckten. Tränen rannen ihm über die Wangen, er merkte es nicht. Er musste jemanden finden, der ihm von den Seinen und ihrem Schicksal berichten konnte. Ach, wenn nur sie lebten, die Eltern und Isabella, so konnte er alles andere verwinden! Da stieß er in einer leeren Türwölbung mit einem Jungen zusammen. Dieser schrie laut auf vor Schreck, ja er machte kehrt und floh in kühnen Sprüngen über die Steinhaufen. Artur war sogleich hinter ihm her. Der Knabe rannte aus Leibeskräften, aber der junge Ritter lief noch schneller. Seine Muskeln waren eisenhart, und der Schmerz gab ihm doppelte Kraft. Rasch hatte er ihn eingeholt; er fasste ihn an den langen Haaren und hielt ihn fest. Jammernd warf sich der Junge auf die Knie, rang die Hände und schrie wie besessen.

Artur setzte sich nieder und drückte den Knaben neben sich auf die Erde. Dann sprach er freundlich zu ihm. Er wartete mit eiserner Selbstbeherrschung, bis sich das Kind beruhigt hatte. „Ich kenne dich doch“, sagte er, „du bist Juan Grant, dein Vater war Hirte. Wieso läufst du vor mir davon, weißt du nicht, wer ich bin?“ „Ach, Herr Ritter“, meinte er, mühsam nach Worten ringend, „verzeiht mir, ich dachte, Ihr wäret lange tot und es sei Euer Geist, der hierher kommt, um den grässlichen Mord zu rächen. Aber jetzt sehe ich, dass Ihr lebt.“ Der Knabe schauderte noch einmal in sich zusammen; aber nun saß er still, obwohl Arturs Hand ihn losgelassen hatte. Wie betäubt saß der junge Ritter da. Ihm war es, als ob ein ungeheurer Felsen auf ihn stürzte. Die Ruine, die Gestalt des Knaben vor ihm, alles wankte vor seinem Blick, wurde klein und immer kleiner und schien sich vor ihm zu drehen. Es dauerte einige Minuten, bis er wieder klar sehen konnte und die furchtbare Wahrheit ganz begriff. Dann sprang er mit einem solchen Schrei auf, dass der Hirtenjunge wieder entflohen wäre, wenn Arturs Hand ihn nicht erneut festgehalten hätte. „Sie sind ermordet, alle, alle“, schrie der Ritter. „Wann und von wem? Sag es mir, Bursche, wenn dir dein Leben lieb ist.“

So erfuhr er alles; stammelnd und entsetzt berichtete der Hirtenjunge, was er wusste: Wie die Seinen hier Jahr um Jahr auf ihn gewartet hätten, wie Juan de Melfort, der grausame Nachbar, immer wieder gekommen sei und um Isabella geworben hätte, bis Arturs Vater dem Unerwünschten endlich die Tür gewiesen habe, wie dann die Nachricht gekommen sei, er, Artur wäre beim Kreuzzug gestorben. Dann wäre Melfort wieder gekommen, unerwartet, mit großer Macht und hätte die Burg überfallen. Nach verzweifeltem kurzem Widerstand war alles in Flammen aufgegangen, und Melforts Mannen hätten alle Insassen ermordet, auch Isabella. Melfort habe dazu gelacht.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


7. Februar
Religionsfreiheit für Theologen

Wir leben in einer Zeit, in der vielleicht so viel und so intensiv Christen verfolgt werden wie nie zuvor. Damit ist im äußersten Sinn eine Einschränkung der Glaubensfreiheit gegeben. Ich entdecke in den Formulierungen des Schlussdokuments keinen Protest gegen die Beraubung der Religionsfreiheit von Christen in Nordkorea, aber auch in vielen islamischen Ländern. Heute innerkirchlich mangelnde Religionsfreiheit zu beklagen und Religionsfreiheit einzuklagen, ohne die Stimme zu erheben für die Opfer von handfester Christenverfolgung, ist meines Erachtens ein Hohn für alle, die gegenwärtig, etwa in islamischen Ländern, keinerlei Freiheit der Ausübung ihres christlichen Glaubens gewährt bekommen.

Bischof Rudolf Voderholzer in seinen Bemerkungen Die Abschaffung des Christentums zur Schlusserklärung des Internationalen Theologenkongresses „Das Konzil ,eröffnen‘“ vom 8. Dezember 2015, veröffentlicht in der Tagespost am 23. Januar 2016. Verantwortlich für die Erklärung ist das Kongresspräsidium, bestehend aus: Prof. Dr. Franz Xaver Bischof (München), Prof. Dr. Christoph Böttigheimer (Eichstätt), PD Dr. René Dausner (Eichstätt), Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins (Münster), Prof. em. Dr. Peter Hünermann (Tübingen), Prof. Dr. Benedikt Kranemann (Erfurt), Prof. Dr. Johanna Rahner (Tübingen), Prof. Dr. Joachim Schmiedl (Vallendar), Prof. em. Dr. Josef Wohlmuth (Bonn), Karl Kardinal Lehmann (Ehrenpräsident).

Prof. Dr. Georg May über Falschlehrer der Kirche


7. Februar
Johannes Lantrua

Vor 200 Jahren, am 7. Februar 1816, starb in China eines grausamen Märtyrertodes im Alter von 55 Jahren der hl. Johannes Lantrua. Sein letztes Gebet unmittelbar vor der Hinrichtung lautete: “O gutes Kreuz, welches du deinen Glanz von den Gliedern des Erlösers empfangen hast, langersehntes, innig geliebtes und endlich bereitetes Kreuz, entziehe mich den Menschen und gib mich meinem Herrn. Durch dich möge mich empfangen Er, der mich durch dich erlöst hat.” Sein Leben ist kath-info ausführlich geschildert.


6. Februar
Anselm Günthör

Vor einem Jahr, am 6. Februar 2015, starb im oberschwäbischen Altshaus im Alter von 103 Jahren der Moraltheologe P. Anselm Günthör OSB. 1929 trat er ins Benediktinerkloster Weingarten ein. Von 1952 bis 1971 lehrte er als Professor für Moral- und Pastoraltheologie in Rom. Wachsam und kritisch verfolgte er manche theologische Irrwege nach dem Konzil. Seine Selbstbiographie erschien im fe-Verlag.


6. Februar
Cordula Wöhler

Vor 100 Jahren, am 6. Februar 1916, starb in Schwaz, Tirol, im Alter von 70 Jahren die aus Mecklenburg stammende Schriftstellerin Cordula Wöhler, Verfasserin des weitbekannten “Segne du Maria”. Sie war die Tochter eines evangelischen Theologen und konvertierte am 10. Juli 1870 zum katholischen Glauben. Den Weg dorthin fand sie durch die Begegnung mit der katholischen Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus und durch die Bücher von Christoph von Schmid und Alban Stolz.


5. Februar
Moral ohne Gott?

Dank einer ehrenamtlichen Übersetzerin kann ich nun meine Erwägungen über die Frage, ob man ohne Glaube an Gott moralisch sein kann, auch in englischer Sprache präsentieren.


5. Februar
St. Pelagiberg

Am 16. Januar weihte P. John Berg FSSP, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Petrus, das neue Haus der Petrusbruderschaft in St. Pelagiberg, Kanton Thurgau, ein. Die Predigt hielt P. Bernhard Gerstle, der Distriktsobere. Das Haus ist Sitz der neuen kanonischen Niederlassung, zu deren Errichtung der zuständige Bischof von Basel am 6. Januar die Erlaubnis gegeben hatte.


4. Februar
Memorandum

Vor fünf Jahren, am 4. Februar 2011, veröffentlichten 143 Theologen das Memorandum Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch, das allen, die sehen wollen, zeigte, wie es um die Situation der katholischen Theologie in Deutschland bestellt ist. Die Seite mit meinen Kommentaren und einer Presseschau zum Memorandum war damals hochfrequentiert.


3. Februar
Jahresranking 2015

Die Top 100: Zweiter Teil: Die Plätze 21 bis 40

Die Aufsteiger des Jahres in diesem Bereich sind der Artikel von P. Bernward Deneke über die Priesterkleidung, der Bericht über die Schlacht am Rio Guadalute und meine Analyse der moraltheologischen Frage, ob es erlaubt sein kann, im äußersten Notfall Passagierflugzeuge abzuschießen.

Platz Jahresranking 2015
Die Top 100 von ca. 600 Seiten

2. Teil: Die Plätze 21-40

Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
21

Recktenwald: Tolkiens christliche Botschaft

-3
22

Wie seriös ist Dawkins?

-10
23

Prof. Dr. Wolfgang Kuhn: Darwins Evolutionstheorie

- 3
24

Zur Hirntoddebatte

+2
25

Pastor: Michelangelo und die Sixtinische Kapelle

-1
26

Spaemann: Rationalität und Gottesglaube

-1
27

Markus Keller: Der hl. Ignatius und die Exerzitien

+2
28

Die Pränataldiagnostik

-6
29

Pius XII. und die Juden

-2
30

Gender Mainstreaming

+1
31

711: Der Islam erobert Spanien

+23
32

Prosinger: Was heißt glauben? Ein biblischer Streifzug

-4
33

G. K. Chesterton

+15
34

Bernward Deneke: Priesterkleidung

+27
35

Recktenwald: Hatte Jesus Brüder?

-1
36

Der Streit um die Evolution

+10
37

Islam: Über die Papstrede in Regensburg

+2
38

Paul Hacker: Hinduismus

-5
39

Recktenwald: Darf man im Katastrophenfall Passagierflugzeuge abschießen?

+16
40

Über die Erbsünde

+12

Zu den Top 20


3. Februar
Helmut Rückriegel

Am 25. Januar ist im Alter von 90 Jahren nach langer Krankheit Botschafter a.D. Dr. Helmut Rückriegel gestorben. Er war Botschafter in Bangkok und Dublin. Der tiefgläubige Katholik setzte sich schon früh für die Rehabilitierung des überlieferten römischen Ritus in der Kirche ein. Von 1992 bis 2005 war er Präsident der UNA VOCE Deutschland, deren Mitglied er seit 1967 war.

Das Requiem findet in Bonn am Freitag, dem 5. Februar, um 10.30 Uhr in der Kirche St. Elisabeth statt. Die Beisetzung erfolgt anschließend auf dem Südfriedhof in Bonn-Dottendorf.
Im Bild: Dr. Rückriegel bei Papst Benedikt XVI.


2. Februar
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

76. Folge

Hierbei ist noch zu bemerken, daß durch die vorgelegte lutherische Ansicht der Vorwurf, den ihre Bekenner so ununterbrochen der katholischen Lehre machen, daß sie nämlich pelagianisch sei, seine Erklärung finde [120]. Zwar entdeckt man allenthalben eine, man möchte beinahe sagen, absichtliche Entstellung der katholischen Lehre, und Melanchthon übertrifft hierin sogar noch Luther; auch hatte Mangel an gründlicher historischer Bildung unverkennbaren Anteil an jenem Vorwurf, was besonders dann recht sichtbar wird, wenn die Thomisten Pelagianer genannt werden, ja wenn überhaupt die Ansicht Luthers über das Verhältnis von Natur und Gnade so dargestellt wird, als enthalte sie allein den altkatholischen Gegensatz zur pelagianischen Denkweise, da niemals, selbst von Augustin nicht, gelehrt wurde, daß durch die Erbsünde die religiös-sittliche Anlage dem Menschen genommen worden sei; allein es findet doch bei allem dem ein inneres Hindernis statt, die katholische Lehre gehörig zu verstehen, ein Hindernis, das wir anzudeuten uns berufen fühlen; zugleich wird die lutherische Lehre verzeihlicher erscheinen, da sich herausstellen dürfte, daß sie an sich aus einem wahren christlichen Eifer hervorging, der jedoch, wie beinahe überall, unverständig geleitet wurde. Das katholische Dogma, daß auch im gefallenen Menschen noch religiös-sittliche Kräfte vorhanden seien, Kräfte, die für sich schon nicht gerade immer sündigen, und auch in der Wiedergeburt verwendet werden müssen, gab zu dem Wahne Veranlassung, ihre dabei in Anspruch zu nehmende Tätigkeit als den natürlichen Übergang zur Gnade aufzufassen, so zwar, daß gemeint wurde, ein möglichst guter Gebrauch derselben vermittle (verdiene) nach unserer Lehre die Gnade. Eine solche Vorstellung wäre allerdings pelagianisch, und nicht Christus, sondern der Mensch würde die Gnade verdienen, oder besser, die Gnade hörte auf Gnade zu sein.

[120] Calvin. Instit. L. III. c. 14. § 11. fol. 279. ist weit billiger und gerechter. De principio justificationis nihil inter nos et saniores Scholasticos pugnae est, quia peccator gratuito a damnatione liberatus justitiam obtineat, idque per remissionem peccatorum, nisi quod illi sub justificationis vocabulo renovationem comprehendunt, qua per spiritum Dei reformamur in legis oboedientiam. Justitiam vero hominis regenerati sic describunt, quod homo per Christi fidem Deo semel conciliatus, bonis operibus justus censeatur apud Deum, et eorum merito sit acceptus. Hierbei ist einiges zwar ungenau, allein um wie vieles gewissenhafter ist er, als die Solid. Declar. 11. § 52. p. 648.

wird fortgesetzt


1. Februar
Julien Green und seine Tagebücher

Von Katrin Krips-Schmidt

Zweiter und letzter Teil

1924 veröffentlicht er sein beißend ironisches „Pamphlet gegen die Katholiken Frankreichs“. Freilich unter einem Pseudonym, denn er fürchtet die Reaktion seiner Familie. Auch wenn der Deckname „Théophile Delaporte“ Greens Identität verschleiert, so gibt er doch einiges von dem vermeintlich Verborgenen preis. Der „Gottliebende“ befindet sich zum Zeitpunkt der Konzeption des knapp 200-seitigen Bandes innerlich noch außerhalb, noch „vor der Pforte“ der Kathedrale, erst 1939 konvertiert er erneut zur katholischen Kirche. Das Pamphlet richtet sich gegen einen „gewissen Katholizismus“, wie sein Freund Jacques Maritain im Vorwort erklärt, gegen „eine Akademie-, Salon- und Geschäfts-Religion der sich im Niedergang befindenden herrschenden Klassen“, (man kommt nicht umhin, dem vierundzwanzigjährigen Green bereits eine nahezu seismographische Beobachtungsgabe zuzusprechen, die beklemmend prophetisch in die Zukunft des 21. Jahrhunderts verweist), „die vom Naturalismus und ‚praktischen Atheismus‘, den Léon Bloy bei seinen Zeitgenossen anprangerte, durchdrungen ist - die Religion jener, die meinen, dass sie an Gott glauben und die leben, als ob Gott nicht existierte.“ Und so geht Green mit dem Katholizismus seiner Zeit (1924!) hart ins Gericht, wenn er schreibt: „Der Katholizismus ist ein leutseliger Katholizismus ohne Härte, dessen Verpflichtungen auf ein lächerliches Minimum reduziert sind und der alles tut, um von den Menschen akzeptiert zu werden. Er entrüstet sich nicht über ihre Gewohnheiten, er passt sich ihren Leidenschaften an, er duldet ihren Luxus, ihre Laschheit, ihre Irrtümer und ihre Ahnungslosigkeit, wenn sie nur den wesentlichen Glaubensartikeln zustimmten.“

Die Helden der Romane Greens tragen nicht wenige autobiographische Züge und demonstrieren damit, wie sehr die von ihm geschaffene Fiktion von der Realität durchdrungen ist. Doch obwohl selbst Konvertit, transportiert er in seinem fiktionalen Werk, in seinen Romanen nicht seine Glaubensvorstellungen. Die Missionierung seiner Leser sieht er nicht als seinen treibenden Impuls an, wie es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für andere „katholische Schriftsteller“ – eine Zuschreibung, die Green für sich vehement abgelehnt hat - charakteristisch war. Green ist ein Glaubender, der schreibt – er ist kein Schriftsteller des Glaubens.

Dennoch - auf jeder Seite seines Journals spürt man den gläubigen Autor, auch wenn er seine Themen nur anreißt und streift. Der Religion weist der Konvertit große Bedeutung zu. Er empfängt Besuche berühmter Schriftsteller wie Malraux und Bernanos sowie von Geistlichen – alles, was in der Kirche vor sich geht, erregt sein Interesse. Zum Dreh- und Angelpunkt seiner sich im Laufe des jungen Erwachsenenalters ändernden Geisteshaltung werden die moralischen Fragen, die Green auf Grund seiner persönlichen Erfahrungen besonders ansprechen. Es ist für ihn, der in seiner Jugend so sehr von gleichgeschlechtlichen Neigungen geplagt wurde, schlechthin nicht nachvollziehbar, als ihm ein „junger Katholik“ anvertraut, „die Sünden des Fleisches haben nicht die geringste Bedeutung“. Der Autor ist schon der Verzweiflung nahe und fragt: „Denken so die jungen Männer heute?“ Es ist für ihn falsch verstandene Barmherzigkeit und die schlimmste „Homophobie“, einen Menschen der praktizierten Homosexualität zu überlassen.

So sind ihm auch die homosexuellen Provokationen eines Jean Genet und die Pädophilie eines André Gide lebhaft zuwider. Die Anspielungen auf sich selbst bleiben lange Zeit schattenhaft und zwischen den Zeilen verborgen. Als er seine Gefühle, das bisher „Unsagbare“, in seinem Tagebuch - seinem „Beichtstuhl aus Papier“ - schließlich offenbart und bekennt, verliert er für ein bestimmtes Publikum an Anziehungskraft, indem sich das Mysterium in Luft auflöst. Im Gegensatz zu Philippe Ariño, dem französischen Aktivisten und Gegner einer „Ehe für alle“, der den Homophilen aus eigener leidvoller Erfahrung als Weg zur Heiligkeit die enthaltsame Ehelosigkeit empfiehlt, plädiert Green für die Möglichkeit eines Zusammenlebens in Keuschheit.

Für den katholischen Leser ist aus der Rückschau von fünfzig Jahren der festgehaltene Verlauf des Zweiten Vatikanum äußerst aufschlussreich. Der Diarist beobachtet und – er kommentiert. Das Besondere an seinen Urteilen über das Konzil ist, dass sie sich im Laufe seiner Aufzeichnungen erst schrittweise herausgebildet haben. Der Leser wird so zum Zeugen einer tiefen Reflexion des Schriftstellers, der von den Ereignissen zutiefst betroffen ist. Die Entsakralisierung der Glaubensmysterien und die Profanierung der Gestalt des Priesters, der auf eine zu „menschliche“ Ebene gestellt wird und sich aktiv auch selbst stellt, bereiten ihm größte Sorgen: „Vergaß zu erwähnen, dass mein Besuch aus der Provinz sich voller Abscheu über den, wie er sich ausdrückte, so sportlichen, so ‘geselligen’ und ungezwungenen jungen Klerus von heute ausließ. ‚Ich ertrage es nicht, wenn mir ein Priester auf die Schulter klopft mit den Worten: ‚Na, mein Guter, was hast du heute so vor?‘ Das zerstört etwas in mir.‘“ (3. Januar 1962)

Er erlebt mit, wie sich einstige Gewissheiten vor seinen Augen immer mehr auflösen: „Gestern langes Gespräch mit einem Gemeindepfarrer. Er sprach mit mir vom Nachlassen des Glaubens bei den Menschen, sowohl bei Laien wie beim Klerus. Man wendet sich neuen Ideen zu und sagt: ‚In zehn, zwanzig Jahren wird eure Auffassung von Sünde überholt sein und, was ihr das Böse nennt, allgemein gebilligt werden. Es wird eine neue Kirche geben.‘ Mein Besucher kennt einen Priester, der in einem der Messgebete den Hinweis auf die Hölle ganz einfach auslässt (Hanc igitur usw. Es handelt sich um das Gebet, das Errettung vor ewiger Verdammnis erfleht.) Besagter Priester glaubt nicht mehr an sie und spricht es ganz offen aus. Ich halte dies fest, weil es für unsere heutige Denkweise bezeichnend ist“ (9. April 1960). Kein Wunder, dass Green meint, es sei der Laie, der „noch eher manchmal wie ein Priester von einst“ denke und spreche. Die Veränderungen nach dem Konzil interpretiert Green mit dem Hinweis auf den „protestantischen Geist“, der auf ihm gewirkt habe: „Ein Bekannter sprach von den Wandlungen, denen die Kirche seit dem Konzil unterworfen ist: ‚Wir gehen seltsamen Zeiten entgegen. Offenbar wird alles Erdenkliche getan, um den Kirchen ein nacktes, strenges Aussehen zu verleihen; die Heiligenstatuen verschwinden kommentarlos. Die Choräle nicht zu vergessen, die in französischer Sprache gesungen werden, und zu welch trauriger Musik… All das hat in Deutschland seinen Anfang genommen und dann Schule gemacht“ (26. April 1964). Was sich zudem in der Klage Greens über kirchliche Sprachregelungen im Hinblick auf den Protestantismus und Luther ausdrückt: „Eine Zeitung bezichtigt Maritain, sich einst scharf über Luther geäußert zu haben. ‚Ist das möglich‘, fragt mich ein betrübter Katholik. Ich sehe ihn erstaunt an, woraufhin auch er mich erstaunt anblickt. In der katholischen Welt von heute darf man nichts Abschätziges über Luther sagen. Das ist das Resultat unserer Auslegung“ (7. Juli 1963).

Die tiefste, geistliche Ursache all dieser Übel und die eigentlichen Feinde des Katholizismus benennt Green in einem Tagebucheintrag kurz vor Abschluss des Konzils: „,Kümmere du dich um den Beichtstuhl‘, sagt Arius zu Pelagius. ‚Ich übernehme den Katechismus.‘ Heutzutage im Jahr 1964, erzählt man uns von Moral, Energie, Willenskraft und übergeht das Übernatürliche. Man untersucht die Evangelien danach, was Christus für ein Mensch gewesen sein mag. An seiner Göttlichkeit zeigt man sich weniger, zeigt man sich kaum interessiert. Nicht dass es überall so wäre, doch selten ist es nicht. ‚Gott wird entgöttlicht‘, sagte Fumet zu mir. Darin liegt die eigentliche Christenverfolgung. Es geht nicht etwa darum, den Katholiken den Krieg zu erklären. Der Feind hat (mindestens) einen Fuß in der Tür und zersetzt die Moral. Der Katholizismus wird von innen her angegriffen. Dazu bedarf es keiner Vernichtungslager. Uns erledigt man auf anderem Weg. Das Gift irriger Gedanken wird uns, wie einst Hamlets schlafendem Vater, tropfenweise ins Ohr geträufelt“ (6. Juni 1964). Green zeigt sich nach dem Ende des Zweiten Vatikanum äußerst enttäuscht, besorgt und betroffen. Er befürchtet, man sei angesichts der neuen Übersetzungen der Heiligen Schrift, der Einführung neuer Messbücher und einer neuen Glaubensmentalität zu weit gegangen. In einem Brief an Jacques Maritain äußert er: „Ohne der geringste Fundamentalist zu sein, frage ich mich doch, ob das Wesentliche des Glaubens nicht bedroht wurde.“

Trotz der aufmerksamen Beobachtungen ihres Autors über den sich wandelnden Zeitgeist und seinem – in manchen Einträgen aufscheinenden - pessimistischen Unterton atmen die Tagebücher einen Frieden und eine Glaubensgewissheit, dass man sie ungern wieder aus der Hand legt, wenn man sie einmal aufgeschlagen hat. Der Konvertit Green sagt einmal zu einem Besucher: „Alles, was sich nicht auf die eine oder andere Weise auf Gott bezieht, finde ich sterbenslangweilig. Das ist alles. Es erklärt die literarischen Vorlieben und überhaupt all dessen, was ich tue. Was übrigens nicht heißen soll, dass ich jetzt ein besserer Mensch wäre… Aber ich fühle, dass ich ein anderer bin“ (30. April 1955). Wie viel Trost schöpft er immer wieder aus der Lektüre von Dantes Divina Commedia, dessen Illustrationen von Gustave Doré ihn schon als Kind so berührten: „Aus Überdruss über vieles, wovon ich nicht einmal reden will, schlug ich heute Nacht Die Göttliche Komödie beim Anfang des ‚Fegefeuer‘ wieder auf. Ein köstlicher Hauch entströmt diesen Seiten, großes Glück erfasst die Seele, und die Hoffnung kehrt zurück, jene Hoffnung auf das Heil, das uns zu den lichten Ufern bringen wird.(…) [Dante und Vergil] werden leiden, sie werden den Berg der Läuterung hinaufsteigen müssen, aber sie sind erlöst, sie sind selig“ (22. Dezember 1954).

Julien Green, am 13. August 1998 in Paris gestorben, wird unvergessen bleiben – so, wie er es sich in einem seiner letzten Einträge erhoffte: „Ich möchte, dass man weiß, dass ich viel gekämpft habe. Und dass man ein wenig gnädig an den betagten Visionär denke, wenn man den von seiner Reise auf der von ihm so sehr geliebten Erde erschöpften Wanderer in seinem Sarg einschließt.“ Seine letzte Ruhestätte fand der Erschöpfte, wie er es sich gewünscht hatte, in einer für ihn gestalteten Kapelle in der Stadthauptpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt.

Julien Green: Tagebücher 1926-1998. [7 Bände]. Aus dem Französischen von Brigitta Restorff, Alain Claude Sulzer u.a. Herausgegeben und annotiert von Jacques Petit. List Verlag. 1991-2000.

Zum ersten Teil


31. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel über Gottes Barmherzigkeit und die falschen Vorstellungen, die es von ihr gibt, wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Notiz über den militanten Hinduismus bekam keine eigene Seite, sondern wurde dem Artikel des Indologen Paul Hacker über das katholische Christentum im Gegenüber zum Hinduismus hinzugefügt. Die Meldung über die Aufdeckung der Methoden der Journalistin Veronika Wawatschek vom Bayerischen Rundfunk findet sich auf der einschägigen Seite medienwatch.


31. Januar
Jean Louis Joseph Dérouet

Vor 150 Jahren, am 31. Januar 1866, wurde in Saint-Denis-de-Villenette der Missionar Jean Louis Joseph Dérouet CSSp geboren. Mit 24 Jahren wurde er zum Priester geweiht und kam nach Afrika. 1906 übernahm er die Leitung der Mission Loango (Kongo), wurde am 2. Januar 1907 zum Apostolischen Vikar ernannt und empfing einen Monat später die Bischofsweihe. Er starb am 4. März 1914.


30. Januar
Stuttgarter Zynismus

Ja, der Leiter des Sozialamtes sagt, getrennte Unterbringung sei der falsche Weg, die Unterkünfte seien so etwas wie die Vereinten Nationen im Kleinen. Die Leute müssten spätestens jetzt lernen, miteinander klarzukommen. Das ist Unsinn. Wir haben nicht ein Abbild der Vereinten Nationen in unseren Häusern, sondern es sind uns anvertraute Menschen, die als Flüchtlinge herkommen (jedenfalls unter diesem Titel, oft stimmt das nicht). Sie sollen nach Möglichkeit unter Gleichgesinnten untergebracht werden: Das ist doch ein Gebot der Humanität. Das geschieht oft absichtlich nicht. Man will gemeinsame Religion als eine Form von Nähe ignorieren und Menschen, die sich als Brüder fühlen, in der Fremde absichtlich auseinanderreißen. Das ist eine übelwollende Tyrannei. Es ist zynisch, zu fordern, „miteinander klarzukommen“. Die Christen würden schon gern, aber die Muslime, die in den Unterkünften den Ton angeben, sind daran gar nicht interessiert.

Robert Spaemann im Interview mit Regina Einig, Tagespost von heute. Bei dem erwähnten Sozialamt geht es um das Stuttgarter Sozialamt, die Äußerungen stammen von seinem Leiter Stefan Spatz.

Weitere Meldungen zum Thema Christenbedrängnis in Deutschland


29. Januar
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

Neunte Folge

„Der Kaiser“, so schrieben später die Missionäre über Akbar, „ist kein Mohammedaner, sondern er schwankt zwischen allen Religionen hin und her und hält keine einzige lange für das göttliche Gesetz, weil er in allem etwas findet, was seine Vernunft stört. Er glaubt nämlich, alles könne mit der Vernunft begriffen werden“ (De rebus Iaponicis, Indicis... Epistolae recentiores a Jo. Hayo S. J. in librum unum coacervatae, Antv. 1605, 705). Entsprechend dieser Gesinnung spielte er bald die Rolle eines mohammedanischen, bald eines indischen Aszeten und „Heiligen“, ahmte gelegentlich die Übungen tibetanischer Lamas nach, legte sogar die Tika, das Abzeichen der Brahmanen, an, kurz: sammelte „von allen Rosenblättern den Duft“.

Sein Plan religiöser Einigung führte den Kaiser auf religionsvergleichende Studien, als deren ersten Vertreter ihn Max Müller [Friedrich Max Müller, 1823-1900, bedeutender Indologe] feiert. Er schloß sich den Schiiten an, um die Perser, den Brahmanen, um diese zu gewinnen und von ihnen zu lernen.

Seine religiösen Zweifel und Forschungen weckten in Akbar den Wunsch, Gelehrte und Vertreter der verschiedenen Religionen an seinen Hof zu ziehen. Er ließ in Sikri Fatihpur, der neuen, in einsamer, öder Gebirgsgegend erbauten Residenzstadt, einen prachtvollen Hallenbau, die Jbadat Chana, aufführen. Sie bestand aus vier Hallen und sollte den Versammlungen der Gelehrten dienen, die hier jeden Donnerstag abend zusammenkamen, um über die wichtigsten religiösen Streitfragen zu verhandeln. Die westliche Halle war für die Sajjids, die Nachkommen des Propheten; die südliche für die Ulemas und Mollas, die geistlichen Vertreter des orthodoxen Islams; die nördliche für die Scheiks und die Arbabihal, „die Männer der Verzückung“; die östliche endlich für die hohen Militär- und Hofbeamten bestimmt. Die Sitzungen währten bis zum Morgen, und Akbar besuchte einen der Räume nach dem andern und nahm oft lebhaft an den Disputationen teil. Von allen Seiten und aus allen Ländern kamen jetzt Forscher und Gelehrte und „heilige Männer“ nach Sikri. Selbst in der Stille der Nacht, wenn dunkle Fragen den Kaiser nicht schlafen ließen, wurde Debi, der weise Brahmane, an der Mauer des Schlosses in einem Charpai sitzend, emporgezogen und unterhielt sich, zwischen Himmel und Erde schwebend, mit dem wahrheitsdurstigen Großherrn. Von den Indern übernahm Akbar wohl u. a. den Glauben an die Seelenwanderung. Auch Parsis aus Guzerat, Anhänger des Zoroaster, tibetanische Lamas, mogulische „Heilige“, indische Aszeten der verschiedenen Richtungen ließ er an seinen Hof bescheiden, um von allen einige Elemente für seine neue Religion zu gewinnen. Auf den Inhalt der neuen, von ihm geplanten Religion des „göttlichen Glaubens“ (Dini Ilahi) näher einzugehen verbietet uns der Raum (Sie ist auf Grund der besten Quellen ausführlich dargelegt von P. Herm. Gruber S. J., Der selige Rudolf Aquaviva und seine Gefährten, Regensburg 1894, 8.-11. Kapitel). Sie wollte auf rein rationalistischer Grundlage die besten und reinsten Lehren und Formen aller andern Religionen zusammenfassen und in ihrem äußeren Kult vor allem den Sonnen- und Feuerdienst pflegen, da die Sonne und das Licht das reinste und vollkommenste Abbild Gottes in der sichtbaren Schöpfung sei. Übrigens scheint die neue Religion, über welche die Missionäre nur spärlich berichten, zunächst bloß nach Art einer Geheimsekte am Hofe bestanden zu haben. Erst später, nach Manouchi sogar erst nach der Rückkehr der Missionäre, nahm Akbar den offenen Kampf gegen den Islam auf, um ihn durch die neue Religion zu ersetzen, die aber nur ein kurzes Dasein fristete.

Bei dem großen Interesse, welches Akbar hatte, gelehrte Vertreter aller Religionen an seinen Hof zu ziehen, war seine Aufmerksamkeit gewiß schon längst auch auf die christliche Religion gelenkt worden, deren Ruf durch den hl. Franz Xaxer, den berühmten Wundertäter, auch in das Innere von Indien gedrungen war. Bis darum 1578 der portugiesische Gesandte Anton Cabral an seinen Hof kam, beobachtete er heimlich sehr genau die Lebensweise und die sittliche Aufführung des Gesandten und seines Gefolges, um sich daraus ein Urteil über das Christentum zu bilden. Dasselbe fiel so günstig aus, daß sich der Kaiser bei Cabral angelegentlich nach den Hauptpunkten der christlichen Lehre erkundigte. Seine Hochschätzung stieg, als er von dem wohltätigen Einfluß vernahm, den zwei damals in Bengalen wirkenden Jesuitenmissionäre auf die Bevölkerung ausübten. Sie hatten unter anderem die Pflicht, die schuldigen Abgaben zu entrichten, eingeschärft und dadurch eine erkleckliche Mehreinnahme des Fiskus bewirkt. Akbar machte daraus einen Schluß auf die Heiligkeit und Wirksamkeit des christlichen Gesetzes. Bald darauf drückte er einem andern Portugiesen, namens Tavarez, dem Kommandanten eines bengalischen Seehafens, sein Verlangen aus, die heiligen Bücher der christlichen Religion und durch Priester derselben genaueren Unterricht zu erhalten. Tavarez riet ihm, zu diesem Zweck sich Jesuiten aus Goa kommen zu lassen. Denselben Rat gab ihm Ägidius Pereira, ein frommer, aber wissenschaftlich nicht sehr gebildeter Priester, den Akbar an seinen Hof beschieden hatte. Der Kaiser, so erzählt Jarric, bat Pereira, er möge ihm sagen, welche Religion die bessere sei, die mohammedanische oder die christliche. In schlichter Weise stellte der Priester dem Kaiser die innere Unwahrheit und die Widersprüche des Islams vor Augen, worauf Akbar noch in derselben Nacht die Mollas zu sich beschied und ihnen erklärte, er wolle den Lehren des christlichen Priesters folgen und zu Gott beten, Er möge seinen Geist erleuchten, damit er die Wahrheit und den rechten Weg des Heiles erkenne. Darauf habe ihm der Oberste der Mollas gesagt: „Ew. Majestät beobachtet ein gutes Gesetz und hat deshalb nicht nötig, sich nach einem andern umzusehen oder an dem alten zu zweifeln“, worauf Akbar, von seinem Sitze aufspringend, zu wiederholten Malen ausgerufen habe: „Daß mir Gott helfe!“ wodurch er deutlich zu erkennen gegeben habe: daß ihm die Religion der Seinigen nicht genüge und er nach einer besseren suche.

Auf wiederholtes Drängen Pereiras, sich an seiner Statt Jesuiten aus Goa kommen zu lassen, die, in den heiligen Wissenschaften besser bewandert, ihn gründlicher unterrichten und all seine Zweifel töten würden, entschloß sich endlich Akbar im September 1579, eine feierliche Gesandtschaft nach Goa abzuordnen. Sie hatte, wie bereits erzählt, die Sendung des. P. Aquaviva und seiner Genossen zur Folge.

wird fortgesetzt


28. Januar
Barmherzigkeitsdossier III

Barmherzigkeitsdossier:

1. Engelbert Recktenwald:
Barmherzigkeit: wider ihre Verwechslung mit Vermessenheit und billigem Heilsoptimismus.

2. Hl. Alfons Maria von Liguori:
Von der Barmherzigkeit Gottes.

3. Urs Keusch:
Eine Jungfrau namens Barmherzigkeit

Ich fahre mit der Zusammenstellung des Barmherzigkeitsdossiers fort, die ich anlässlich des Jahres der Barmherzigkeit begonnen habe, und zwar mit dem wunderschönen Artikel von Urs Keusch Eine Jungfrau namens Barmherzigkeit, der sich auf die Aussagen christlicher Mystiker stützt. Diese kennen Gottes Barmherzigkeit nicht nur vom Hörensagen, sondern durften sie selber auf tiefe Weise erfahren, so dass durch ihr Zeugnis unser Glaube an die Barmherzigkeit Tiefe und Farbe gewinnt. Die Geschichte der Kirche weist unter ihren Heiligen so viele Mystiker auf, dass es nicht nötig ist, sich auf zweifelhafte Seher zu stützen. Und vor allem hat die gewaltig große Barmherzigkeit, von denen diese Mystiker Zeugnis geben, nichts mit dem weichgespülten Gottesbild zu tun, das manche Modernisten gerne als Barmherzigkeit verkaufen.

28. Januar 2016
Paula Elisabeth Cerioli

Vor 200 Jahren, am 28. Januar 1816, wurde in Soncino die hl. Paula Elisabeth Cerioli geboren. Als Witwe gründete sie ab 1856 die beiden Kongregationen der Brüder von der Heiligen Familie und der Schwestern von der Heiligen Familie, die sich der Waisenkinder annahmen. Später wurden sie zur Kongregation der Heiligen Familie von Bergamo vereinigt. Cerioli starb am 24. Dezember 1865 und wurde am 19. März 1950 selig-, am 16. Mai 2004 heiliggesprochen.


27. Januar
Das Zitat

"Es macht Freude, in einem vom Sturm gepeitschten Schiff zu sein, wenn man sicher ist, dass es nicht untergehen wird."
Blaise Pascal



26. Januar
Gottes Liebe als Quelle der Moralität

Von P. Engelbert Recktenwald

Das Geheimnis der Menschwerdung offenbart die Liebe Gottes und stellt damit die Liebe in die Mitte der Moral. Für die meisten ethischen Ansätze in der Philosophie ist nicht die Liebe, sondern in irgendeiner Weise die Gerechtigkeit der tragende Begriff. Das Gute wird gesehen als das Gesollte, als das, was dem Mitmenschen geschuldet ist. Es geht um Anerkennung von Menschenwürde, um die Achtung von Rechten, um die Erfüllung von Pflichten.

In solchen im weitesten Sinne Gesetzesethiken ist es schwer, für eine Liebe, die über die Erfüllung von Gerechtigkeitsforderungen hinausgeht, nachträglich noch einen Platz zu finden. Ein Paradebeispiel ist Immanuel Kant. Er stellt Pflicht und Neigung gegenüber. Moralisch gut handeln wir nur, wenn wir aus Pflicht handeln, d.h. aus Achtung vor dem sittlichen Gesetz. Achtung ist das einzige moralische Gefühl, das er gelten lässt. Aus Liebe zu handeln ist für ihn dagegen moralisch wertlos, weil es aus Neigung geschieht. Jede Liebe, die über die Achtung vor dem Gesetz hinausgeht, ist für ihn pathologisch, also sinnlich bedingt.

Natürlich ist “Liebe” ein schillernder Begriff. Je sinnlicher sie ist, um so berechtigter ist das Verdikt Kants. Sexuelle Handlungen eines Triebtäters können nicht nur amoralisch, sondern sogar verbrecherisch sein. Das Handeln von Verliebten, die ihrer Neigung folgen, dem Geliebten Gutes zu tun, mag man bisweilen auch noch als bloßes Stillen eines Bedürfnisses interpretieren. Handlungen, die der “natürlichen” Mutterliebe entspringen, sind zwar auch Handlungen aus Neigung, aus Empathie, doch nur wenige werden ihnen jeden moralischen Wert absprechen. So verschiedene Philosophen wie Francis Hutcheson oder Arthur Schopenhauer sehen im Mitgefühl sogar die Quelle der Moralität. Kant spricht dagegen der Mitleidshandlung ihren moralischen Wert ebenso ab wie der sexuellen Triebtat. Für ihn besteht Moral im Handeln aus Vernunft, und im Gefühl vermag er nur eine Konkurrenzinstanz zur Vernunft zu sehen.

Durch das Christentum wird die Liebe auf den ihr gebührenden Platz gehoben. In der Aussage, dass Gott die Menschen aus Liebe erschaffen hat, bleibt der Begriff der Liebe noch recht vage. Inhalt und Konturen erhält er erst durch Gottes Menschwerdung und Erlösungstat. “So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde gehe, sondern das ewige Leben habe” (Joh 3,16). Diese Liebe ist, wie der Herr etwa im Gleichnis vom verlorenen Sohn veranschaulicht, eine Liebe innigen Erbarmens. Es ist eine Liebe, die zur Einsetzung des Altarsakraments führte, weil sie nach Nähe und Vereinigung strebt. Es ist eine Liebe, die ihren sublimsten Ausdruck in der Brautmystik findet, die das dem Volk Israel geltende Isaiaswort “Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich” auf die Einzelseele anwendet. Als Gott uns erlöste, handelte er nicht aus Pflicht, sondern folgte dem Zuge seines Wesens, das Liebe ist. Und doch war es eine heilige Tat. Es war eine Tat höchster Moralität und gleichzeitig einer Neigung, deren Ursprung ein Überschuss an Liebe war. Nicht Pflicht, sondern Liebe wird auf dem Hintergrund dieses Gottesbildes die tiefste Quelle der Moralität.

Von entscheidender Bedeutung ist nun ein weiterer Charakterzug dieser Liebe: Sie ist Quelle des Glücks. Der Liebende strebt nach dem Glück des Geliebten, weil Liebe Wohlwollen ist. Gleichzeitig findet er eben darin sein eigenes Glück. Die bräutliche Liebe, die nach Vereinigung strebt, schenkt dem Liebenden das Glück des Wohlgefallens am Geliebten, das seine Vollendung in der erreichten Vereinigung findet. Der Gott Liebende findet in dieser Liebe seine moralische wie auch eudämonistische Vollendung. Moralisches und gelingendes Leben fallen zusammen, aber nicht deshalb, weil die Moral so definiert wird, dass ihr Ideal mit dem des glücklichen Lebens logisch verknüpft ist - so ein Einwand Thomas Nagels gegen Aristoteles -, sondern weil Gutsein und Glück ihre gemeinsame Quelle in der Liebe haben, die ein Ausfluss des Wesens Gottes ist.

Der christlich Liebende handelt aus Neigung, aber sie ist nicht sinnlich, sondern Ausdruck der höchsten moralischen Gesinnung. Sie beeinträchtigt nicht die moralische Lauterkeit der Motivation, sondern ist Kennzeichen der Vorherrschaft dieser Liebe im menschlichen Charakter, einer Liebe, die ihrerseits wiederum in einem Rückkoppelungseffekt durch die Neigung gestärkt wird. Der Kampf Kants galt der Verunreinigung der moralischen Gesinnung durch egozentrische Handlungsmotive. Sein Verdienst liegt darin, das moralische Handeln aus der Subsumtion unter das Glücksstreben befreit und ihm seine eigene Würde zurückgegeben zu haben. Glück und Glückswürdigkeit riss er aber so weit auseinander, dass für ihn nur noch eine äußere Vermittlung durch einen postulierten Gott der gerechten Vergeltung übrig blieb. Das Glück, mit dem der Glückswürdige belohnt wird, bleibt seiner Glückswürdigkeit äußerlich; sie wird ihr nachträglich hinzugefügt.

Mit dem Begriff der Liebe gelingt dagegen eine innere Vermittlung. Die Liebe bringt ihren eigenen Lohn mit sich. Zwar lebt sie als moralische Kraft vom Opfer und damit auch von der Fähigkeit, auf das Glück um des Geliebten willen zu verzichten, gleichzeitig trägt sie aber als bräutliche Liebe, die sich am Geliebten erfreut, den Samen des Glücks in sich selbst. Sie macht den Liebenden sowohl glückswürdig als auch glücklich; ersteres ipso facto, indem sie als höchstes moralisches Motiv eine Teilhabe an der Heiligkeit Gottes bedeutet, letzteres nicht immer und in allen Phasen ihres Wirkens, wohl aber aufs Ganze gesehen, spätestens wenn in der Ewigkeit die hier schon realisierte Vereinigung mit Gott zur vollendeten Erfahrung wird.

Gewiss hängt in diesem Leben unser Glück normalerweise auch von äußeren Faktoren ab, so dass es durch Krankheit, Armut oder Unglücksfälle beeinträchtigt werden kann. Aber die Erfahrung einer tiefen Liebe lässt uns ahnen, dass uns ohne diese Liebe die günstigste Konstellation aller äußeren Faktoren kein solches Glück bescheren könnte. Sie sind Bedingungen, nicht Quellen des Glücks. Darüber hinaus gibt es bei den Heiligen die Erfahrung, wie das Glück der Liebe die Macht selbst der schlimmsten Glückszerstörer brechen kann. So schrieb der vietnamesische Bekenner Marcel Van inmitten qualvoller Haftbedingungen: “Die Liebe ist all mein Glück, ein unzerstörbares Glück.” Und Tolstoi bringt es auf den Nenner: “Du brauchst nur zu lieben und alles ist Freude.”

Mit anderen Worten: Die Liebe ist es, die uns gleichzeitig heiligt und beseligt. Die Seligkeit ist Frucht einer sich selbst vergessenden Liebe, die so von der Liebenswürdigkeit ihres Gegenstandes hingerissen ist, dass es ihr nur um diesen geht. Die Liebe ist als Gefühl kein anderes als Kants moralisches, weil vernunftgewirktes Gefühl der Achtung, jedoch innerlich verwandelt und veredelt infolge der Erkenntnis, dass die Unbedingtheit und Heiligkeit des Sittengesetzes kein Abstraktum, sondern göttliche Person ist. Deren Heiligkeit geht über die im Sittengesetz erfahrbare Heiligkeit hinaus und offenbart sich in der Menschwerdung als eine solche, die gleichzeitig sich uns schenkende Liebe ist. Deshalb kann sich das moralische Gefühl der Achtung in eine bräutliche Liebe verwandeln, ohne ihren moralischen Charakter und Wert zu verlieren.

Das Glück der Gottesliebe führt nicht nur nicht zu einer Verunreinigung der Motivation, sondern auch nicht zur Desavouierung des moralischen Anspruchs, wie Philosophen vom Schlage eines Winfried Schröder etwa unterstellen. Sie überwindet vielmehr ein Dilemma, an dem sich viele Philosophen die Zähne ausbeißen, nämlich das Dilemma, zwischen einem moralischen und einem glücklichen Leben wählen zu müssen. Es ergibt sich aus der Unterstellung, dass moralische Ansprüche unseren wahren Eigeninteressen im Wege stehen können. In solchen Fällen stellt sich das Problem, ob und wie weit wir im eigenen Interesse den Zumutungen der Moral widerstehen dürfen. Diesen Gedanken finden wir nicht nur bei moralischen Nihilisten wie Nietzsche, sondern auch bei Ethikern wie Susan Wolf und Bernard Williams. Susan Wolf entwirft in ihrem Buch Moral Saints ein abstoßendes Bild des moralischen Perfektionisten, dessen Ideal alle persönlichen Wünsche und Entfaltungsmöglichkeiten erstickt. Darum plädiert sie für eine Eingrenzung moralischer Geltungsansprüche. Hier zeigt sich: Sobald die Moral von der Liebe abgekoppelt wird, gerät sie früher oder später in die Rolle eines Glücksverhinderers. Damit sie als solche den Menschen nicht krank macht, bedarf sie äußerer Korrektive wie Freundschaft und Liebe, die ihn von der Reduktion auf ein moralisches Wesen, das nur noch überforderter Adressat moralischer Imperative ist, erlösen. Dann kann die Losung nur noch lauten, es mit der Moral nicht zu übertreiben. Eine Moral ohne Liebe wird unmenschlich.

Erst wenn Glück und Glückswürdigkeit in ihrer Wurzel, also in der Liebe, zusammenfallen und sich die Unbedingtheit des sittlichen Anspruchs als gleichzeitig sich schenkende Liebe des einen Gottes entpuppt, löst sich das Konkurrenzverhältnis von Heiligkeits- und Glücksstreben, von Moral und gelingendem Leben auf. Der unbedingte sittliche Anspruch, in dem sich Gottes Heiligkeit manifestiert, ist jedem Menschen, der ein Gewissen hat, zugänglich. Dass diese Heiligkeit darüber hinaus in der Liebe besteht, ist erst durch Offenbarung erkennbar. Durch die Menschwerdung wurde das ganze Ausmaß und der innere Charakter dieser Liebe offenbar, die in ihrer Schönheit alles übertrifft, was der Mensch auch nur erahnen und erhoffen konnte. Und eben kraft dieser Schönheit gewinnt sie eine Motivationskraft, die den Menschen zu einer übernatürlichen Moralität befähigt, die über jede Gesetzes- und Gerechtigkeitsethik hinausgeht.

Dieser Artikel wurde für das Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus geschrieben (Februar 2016), das in diesen Tagen erscheint.

Weiteres zum Thema: Liebe als Schlüssel zur Erkenntnis


25. Januar
Einweihung

Vor einem Jahr, am 25. Januar 2015, weihte P. Andrzej Komorowski, Assistent des Generaloberen der Petrusbruderschaft, in Kolumbien das erweiterte Colegio Campestre Santo Domingo Savio ein. Es wird von 150 Schülern besucht und bildet das Herzstück des Bildungsprojekts, das die Priesterbruderschaft Sankt Petrus seit sieben Jahren in Kolumbien betreib. Im Film Des hommes à part wird dieses Apostolat geschildert.


25. Januar
Heinrich Seuse

Vor 650 Jahren, am 25. Januar 1366, starb in Ulm im Alter von etwa 70 Jahren der selige Heinrich Seuse OP. Zusammen mit Meister Eckhart und Johannes Tauler gehört er zum Dreigestirn der Deutschen Mystik des Mittelalters. Unter seinen Werken ist am bekanntesten das Büchlein der Ewigen Weisheit.


24. Januar
Versuch einer Theodizee

Von Theodor Haecker

Voraussetzungen einer Theodizee

Das große Thema, von dem ich, in Ohnmacht, immer neu zurückschreckend, dennoch immer neu gestärkt nicht abließ, erfordert eben darum gleich zu Beginn von mir das Eingeständnis der Unzulänglichkeit, und zwar in einem doppelten Sinne: in einem besonderen: der Unzulänglichkeit des Autors selber als Einzelnen, der niemals wagen würde, überhaupt darüber zu sprechen ohne dieses Eingeständnis seiner eigenen persönlichen Unzulänglichkeit und freilich auch nicht ohne das Geständnis, daß ihm dieses Thema oft an Herz und Nieren gegangen ist. Wie sollte er auch sonst, da er von keines, weder eines weltlichen noch eines geistlichen Amtes wegen, gezwungen wird oder gehalten darüber zu reden, zu Freunden geschweige denn Fremden darüber sprechen?! Das große Thema erfordert aber, weit darüber hinaus, das allgemeine, auch für den Leser und Hörer, und überhaupt alle Menschen gelten müssende Eingeständnis der Unzulänglichkeit der gesamten Menschheit überhaupt, als Kreatur, deren wir in diesem Augenblick der Geschichte [1934] nur ein infinitesimaler Teil sind an Zahl, ein inferiorer an Wert und Heiligkeit, dieses Thema überhaupt anzuschlagen. Aber ich sage, der gesamten. Die Menschheit insgesamt, nicht bloß ein historischer Teil ihrer, ist unzulänglich, einfach ihrem Sein nach noch vor der Sünde, wie aber erst nach ihr. Denn was heißt Theodizee? – Rechtfertigung Gottes! Und noch nicht einmal am Anfang eine Rechtfertigung, die Gott Selber, von Sich Selber gibt, sondern eine Rechtfertigung Gottes, die der Mensch geben will. Welch eine Anmaßung scheint das zu sein?! Und wäre es auch, wenn nicht Gott selber den Menschen sozusagen aufforderte, sie zu üben und zu versuchen, wovon die Heiligen Schriften sowohl im Alten wie im Neuen Testament zeugen. Das ist die eigentliche und befreiende Rechtfertigung unseres Beginnens, von einer Theodizee, einer Rechtfertigung Gottes zu sprechen. Theodizee ist ein relativ modernes Wort, es stammt von Leibniz, aber es bezeichnet eine uralte Sache. Rechtfertigung setzt eine Anklage voraus. Gleich zu Beginn seiner Geschichte nun in der aktiven Passivität seines Falles ist der Mensch ein Ankläger Gottes geworden. Gleich zu Beginn auch seiner Geschichte hat ihm Gottes Barmherzigkeit dazu geholfen, aus einem Ankläger ein Rechtfertiger, ja ein Anbeter zu werden. Das scheint mir das rechte Licht zu sein, in welchem eine Theodizee allein unternommen werden kann: die Barmherzigkeit Gottes, die aus einem wilden Ankläger durch Erleuchtung in einem Nu einen Verteidiger machen kann, und die das Rechtsverhältnis überführt in die schweigende Anbetung der Liebe, denn daran hängt alles, was fast zum Ende geführt ist schon im Buche Hiob. Jede Theodizee verfehlt ihr Ziel in dem, welcher sie gibt, und in denen, welchen sie gegeben wird, wenn sie diesen Weg nicht geht, wenn ihr solcher Segen nicht zuteil wird, daß nämlich am Ende doch nicht der Mensch, sondern Gott Selber die Rechtfertigung gibt und daß Er sie gibt in dem Sein und in der Sprache der Liebe. Anders gibt Er sie nicht. Ich will keine Geschichte der Theodizee geben, auch nicht einen kleinen Abriß dieser Geschichte. Wiederum gebe ich gerne zu, daß ich davon auch nicht die nötigen Kenntnisse hätte, aber selbst wenn ich sie hätte, und man kann sie ja erwerben, würde ich doch keine neutrale Geschichte geben wollen, weil sowohl die heute lebenden Menschen, wie ich glaube, als auch ich, der ja zu ihnen gehört, mit der Sache selber zu tun haben wollen, und mit der Geschichte nur, soweit sie eben zur Sache selber gehört. Und das mag oder wird sogar sicherlich hie und da der Fall sein, da zum Sein des Menschen in jeder Beziehung die Geschichte gehört: das Erinnern des Vergangenen. Das seinsmäßige in Leib und Seele und Geist und in diesen dreien je nach ihrer eigenen Weise, das innerlichste freilich im Geiste, dessen Wesen die Innerung selber ist, also die Gegenwart, die immerwährende. Weiter will ich aber auch nicht eine kleine scheinbar systematische Vorlesung halten, wie sie klein oder groß zu einem theologischen Studium gehört. Nicht aus Geringschätzung für deren Wert oder Wahrheit - weit gefehlt, ich fordere sogar einen jeden auf; Theologie zu studieren, sondern weil ich der Meinung bin, daß ihre relative Wirkungslosigkeit auf die Menschen von heute ihren Grund hat in einer mageren oder schwachen Verwirklichung, Realisierung und Aktualisierung des Geistlichen und in einer Weigerung, das Herz zu öffnen dem Pochenden. Dann aber auch in einer phantasielosen, allzu mechanischen Darstellung - ihrer Prinzipien und Folgerungen schon im rein intellektuellen Felde. Nicht weil wir hoch darüber hinaus wären, sondern weil wir tief darunter stehen, genügen uns oft nicht die scheinbar allzu formalen Argumente der hohen scholastischen Theologie, d. h. wir selber stehen tief unter ihnen. In der Tat, ich glaube, die Theologie des heiligen Thomas von Aquin hatte zur Voraussetzung eine religiöse Existentialität im Lehrer, wie auch in den Schülern, die wir heute eben nicht mehr haben. Nicht aus Abundanz also, nicht aus Fülle und Überfülle, sondern aus Insuffizienz, aus Ungenügen des Glaubens verlangen wir heute oft eine andere Methode, eine andere Darstellung: die existentiell-konkrete. Als der heilige Thomas von Aquin die Feder beiseite legte und nie mehr schrieb und eine um Stufen höhere unmitteilbare heilige Existenz vor den Augen Gottes führte, hatte er hinter sich die »Summa«, also die Durchglühung des erschaffenen Intellekts durch lautere Frage und lautere Antwort, lauter geworden im Feuer der drei übernatürlichen Tugenden, des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe. Der heutige Mensch hat sie existentiell eher wieder vor sich unter - allgemein und individuell - erschwerten Umständen, denn es ist unsagbar, ja unvorstellbar, wie geschwächt durch Jahrhunderte währende Irrlehren und durch die Stürme natürlicher und bald und rasch dämonenerfüllter Leidenschaften (das ist heute so, wir leben in einer besessenen Zeit), wie schwach und atrophisch, und nicht, wie wir in einer eben durch die Krankheit bedingten Illusion meinen, stark und hypertrophisch gerade sein Intellekt wurde. Sein Intellekt ist abgestorben und nicht zu seinem Leben gelangt, abgestorben vom Sein, das doch sein Leben ist. Der Rationalismus und Irrationalismus, durch die wir gegangen sind, sind beide ein stolzer Abfall vom Intellekt des heiligen Thomas.

Wird fortgesetzt

Es handelt sich bei diesem Text um den Anfang des Buches Schöpfer und Schöpfung, das 1934 in erster (in Leipzig), 1949 in zweiter Auflage (in München, beide Male bei Jakob Hegner) erschien. Theodor Haecker (1879-1945), sprachmächtiger Philosoph, unerbittlicher Kritiker des Nationalsozialismus, Übersetzer John Henry Newmans und Kierkegaards, bekannt u.a. mit Sigismund von Radecki und Gertrud von le Fort, war auch der Ghostwriter der Weißen Rose. Aus Schöpfer und Schöpfung hatte Haecker am 4. Februar 1943 bei einem geheimen Treffen vorgelesen und großen Eindruck auf Sophie Scholl und Willi Graf gemacht.


23. Januar
Pius Gams

Vor 200 Jahren, am 23. Januar 1816, wurde im württembergischen Mittelbuch der Kirchenhistoriker Pius Gams OSB geboren. Er studierte in Tübingen, wurde 1839 zum Priester geweiht und war ab 1847 bis zu seinem Eintritt 1855 in St. Bonifaz (München) Professor für Philosophie und Geschichte in Hildesheim. Am 11. Mai 1892 starb er in München. “Seine Hauptwerke von bleibender Bedeutung sind die Kirchengeschichte von Spanien (3 Bde, 1862/79) und die Series Episcoporum Ecclesiae catholicae (1873; 1931 Manuldruck mit Ergänzungen)” (J. Beckmann im LThK, 1. Auflage).


22. Januar
Onlineshop

Für solche, die die Glaubenskrise nicht nur beklagen, sondern durch das Schriftenapostolat auch etwas dagegen tun wollen, weise ich auf den Onlineshop der Priesterbruderschaft St. Petrus hin, in dem man viele Schriften kostenlos bzw. gegen Spende bestellen kann. Nutzen Sie das Angebot nicht nur für sich, sondern auch zum Evangelisieren.


22. Januar
Antonius Steichele

Vor 200 Jahren, am 22. Januar 1816, wurde in Mertingen Antonius Steichele geboren. 1838 zum Priester geweiht, wurde er 1878 Erzbischof von München und Freising. “Als Erzbischof konnte er die zwischen der Kirche und der bayrischen Staatsregierung bestehenden Spannungen durch Übergabe (1888) eines Memorandums weitgehend auflockern” (F. Zoepfl im LThK, 2. Auflage). Er starb am 9. Oktober 1889 in Freising.


20. Januar
Dialogabbruch

Vor fünf Jahren, am 20. Januar 2011, setzte die Al-Azhar Universität in Kairo, die bedeutendste Lehrautorität im sunnitischen Islam, den Dialog mit dem Vatikan aus. Der Grund war die Tatsache, dass Papst Benedikt XVI. sich besorgt über die Attentate gegen Christen in Ägypten und anderen Ländern geäußert und von den jeweiligen Regierungen wirksame Maßnahmen zum Schutz der religiösen Minderheiten gefordert hatte. Am 1. Januar war nämlich im ägyptischen Alexandria ein Terroranschlag auf eine koptische Kirche verübt worden, durch den mindestens 21 Menschen getötet und fast 100 Menschen verletzt worden waren. Abdel Muti al-Bayoumi, der Sprecher der Universität al-Azhar, warf nun dem Papst eine unzulässige Einmischung in innerägyptische Angelegenheiten vor und begründete damit den Dialogabbruch. Die Al-Azhar-Universität, die auch die Todesstrafe für konvertierte Muslime befürwortet, gilt im sunnitischen Islam als gemäßigt.

Zum Thema: Al Azhar - eine Instanz des gemäßigten Islams?


19. Januar
Wer ist Kind Gottes?

“In dieser Vielfalt, in dieser Auffächerung der Religionen gibt es eine einzige Gewissheit, an der wir für alle festhalten: wir alle sind Kinder Gottes”, sagt Papst Franziskus in seiner Videobotschaft vom 6. Januar 2016 zur Gebetsmeinung des Januars, den interreligiösen Dialog. Vielleicht wollte der Papst damit zum Ausdruck bringen, dass Gott die Menschen mit väterlicher Liebe verfolgt, entweder, weil sie seine Kinder sind oder damit sie seine Kinder werden, analog zu dem Wort des hl. Augustinus über die Nächstenliebe: “Wir müssen unseren Nächsten lieben, entweder weil er gut ist oder damit er gut werde.”

Doch im eigentlichen und biblischen Sinne Kind Gottes wird der Mensch nach katholischer Lehre durch die heiligmachende Gnade. Die heiligmachende Gnade empfängt er entweder durch die Taufe, die Liebesreue (die beim Ungetauften den Charakter einer Begierdetaufe hat) oder das Bußsakrament; letzteres deshalb, weil der Getaufte durch eine Todsünde die heiligmachende Gnade verlieren kann. Er hört damit auch auf, Kind Gottes und Erbe des Himmels zu sein. Er kann durch die Beichte, also durch den Empfang des Bußsakramentes, wieder in den Stand der heiligmachenden Gnade zurückkehren und damit wieder ein Kind Gottes werden. Wer im Stand der heiligmachenden Gnade stirbt, ist gerettet und kommt in den Himmel, wer im Stand der Todsünde stirbt, geht verloren. Wenn alle Menschen ausnahmslos und immer Kinder Gottes wären, gäbe es keine Hölle, denn kein Kind Gottes kann in die Hölle kommen.

Weiterhin ist es katholische Lehre, dass der Stand der heiligmachenden Gnade die theologische Tugend des Glaubens voraussetzt. Bei der Taufe des Kindes wird der Seele diese Tugend zusammen mit der heiligmachenden Gnade eingegossen. Somit setzt auch die Gotteskindschaft den Glauben voraus. Deshalb schreibt der hl. Paulus: “Durch den Glauben seid ihr alle in Christus Kinder Gottes” (Gal 3,26) Und im Johannesevangelium heißt es: “Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden (Joh 1,12). Das Konzil von Trient lehrt, dass “wir durch den Glauben gerechtfertigt werden, weil der Glaube der Anfang und die Grundlage des menschlichen Heils und die Wurzel aller Rechtfertigung ist, ohne welchen es unmöglich ist Gott zu gefallen und zur Gemeinschaft seiner Kinder zu gelangen” (6. Sitzung, Beschluss von der Rechtfertigung, Kapitel 8). Das Konzil verweist auf Hebr 11,6: “Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ein Vergelter ist.”

Dass wir durch die Taufe Kinder Gottes werden, erklärt sehr schön der Katechismus der Katholischen Kirche: “Die Gnade ist eine Teilhabe am Leben Gottes; sie führt uns in das Innerste des dreifaltigen Lebens: Durch die Taufe hat der Christ Anteil an der Gnade Christi, der das Haupt seines Leibes ist. Als ein ‘Adoptivsohn’ darf er nun in Vereinigung mit dem eingeborenen Sohn Gott ‘Vater’ nennen. Er empfängt das Leben des Geistes, der ihm die Liebe einhaucht und der die Kirche aufbaut.” (Nr. 1997)

Dass die Rechtfertigung, durch die wir zu Kindern Gottes werden, uns niemals ohne den Glauben zuteil wird, lehrt das Erste Vatikanische Konzil in der Dogmatischen Konstitution Dei Filius. Diese Lehre wird im Katechismus der Katholischen Kirche aufgegriffen. In Nr. 161 heißt es dort: “An Jesus Christus und an den zu glauben, der ihn um unseres Heiles willen gesandt hat, ist notwendig, um zum Heil zu gelangen (vgl. z.B. Mk 16,16; Joh 3,36; 6,40).” Dann zitiert der Katechismus das Erste Vatikanische Konzil: “Weil es aber ‘ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen’ (Hebr 11,6) und zur Gemeinschaft seiner Söhne zu gelangen, so wurde niemandem jemals ohne ihn Rechtfertigung zuteil, und keiner wird das ewige Leben erlangen, wenn er nicht in ihm ‘ausgeharrt hat bis ans Ende’ (Mt 10,22; 24,13).”


18. Januar
Ein Menetekel

Katholische Blogger haben größere journalistische Sorgfalt und Professionalität gezeigt als die Katholische Nachrichtenagentur KNA. Diese hatte ungeprüft eine Meldung über den Erzbischof von Toledo Braulio Rodriguez Plaza übernommen, wonach dieser angeblich in einer Predigt gesagt haben soll, dass Frauen, die von ihren Ehemännern misshandelt werden, wegen mangelnden Gehorsams selber daran schuld seien. Es folgte ein Shitstorm über den Erzbischof und bei einem Teil der Empörten auch gleich über die katholische Kirche als Ganzes.

Die Bloggerin Anna Diouf hat daraufhin recherchiert, die Predigt, die im Wortlaut auf der Website der Diözese veröffentlicht ist, gefunden, übersetzt und gezeigt, dass der Erzbischof völlig sinnentstellt wiedergegeben wurde. Auch eine andere Bloggerin, die sich die Predigt von einem Dritten übersetzen ließ, kam zum selben Ergebnis. Zurecht schreibt Peter Winnemöller: “Es sollte ein Menetekel an der Wand des katholischen Medienhauses in Bonn sein, wenn zwei Bloggerinnen den Profis der kna zeigen müssen, wo journalistisch der Hammer hängt.”

Damit bestätigt sich erneut, wie unhaltbar das Argument der größeren journalistischen Sorgfalt ist, das bereits vor sieben Jahren Ludwig Ring-Eifel in der Kontroverse, die er mit Bernhard Müller und mir hatte, zugunsten “seines” professionellen Journalismus gegen die Konkurrenz des Internets anführte.


17. Januar
Folgen des Moralverlusts

Dass dem Verlust an moralischem Verhalten, an Wertschätzung, immer auch Ent-Wertung und Enthemmung folgt, bringen Psychologen im Begriff von der “moralischen Abwärtsspirale” zum Ausdruck. Man macht Dinge, die besser nicht gemacht werden sollten. Unter diesem Aspekt ist auch die Zerstörung der Umwelt letztlich Folge einer enthemmten Wirtschafts- und Lebensweise, die in ihrem Wahn auf jegliche Rücksicht glaubt verzichten zu können. So gesehen, ist schlechte Moral nicht irgendein Kavaliersdelikt, sondern genauer betrachtet weltweit der Risiko- und Kostenfaktor Nr. 1. “Erst kommt das Fressen, dann die Moral”, kritisierte Bert Brecht eine Bürgergesellschaft, die durch Geldwahn und Völlerei sich schließlich in die Dekadenz verliert. Papst Franziskus drückt es so aus: “Der Mensch will wie Gott sein und verwüstet die Schöpfung, das Leben, die Kulturen, die Werte, die Hoffnung ... das ist es, was wir tun.”

Aus: Peter und Jakob Seewald, Welt auf der Kippe. Zu viel, zu laut, zu hohl - Macht Schluss mit dem Wahnsinn, Ludwig-Verlag, München.


16. Januar
Emmanuel Gonzalez Garcia

Vor 100 Jahren, am 16. Januar 1916, wurde der selige Emmanuel Gonzalez Garcia (1877-1940), der “Apostel des Tabernakels”, zum Bischof geweiht. Er wurde Weihbischof, vier Jahre später Bischof von Malaga. Im Alter von 25 Jahren begegnete ihm während des Gebetes vor dem Tabernakel in einer Vision der Herr. Seitdem wurde ihm “die eucharistische Anbetung und durch sie die Wiedergutmachung der Sünden” sein Lebensziel (Stefan Wirth, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 6, Christiana 2009, S. 106). Am 29. April 2001 wurde er seliggesprochen.


16. Januar
Johanna Maria Condesa Lluch

Vor 100 Jahren, am 16. Januar 1916, starb in ihrer Heimatstadt Valencia im Alter von 53 Jahren die selige Johanna Maria Condesa Lluch. 1884, im Alter von 22 Jahren, eröffnete sie mit Erlaubnis des Erzbischofs von Valencia ein Haus zur Unterstützung der Arbeiterinnen, die im Zuge der Industrialisierung oft vom Land in die Städte kamen, dort heimatlos und von Ausbeutung bedroht waren. Daraus erwuchs dann die Gründung der Kongregation der Dienerinnen der Unbefleckten Empfängnis, Beschützerin der Arbeiterinnen. Am 23. März 2003 wurde Johanna seliggesprochen.


15. Januar
Walter Hoeres

Gestern starb im Alter von 87 Jahren der Philosoph Walter Hoeres, der viele Jahre im Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad Vorlesungen gab. Neben seiner umfangreichen philosophischen Publikationstätigkeit engagierte er sich auch leidenschaftlich im kirchlichen Bereich, z.B. durch die Gründung der Bewegung für Papst und Kirche im Jahre 1969. Auf kath-info ist von ihm sein Text über Adorno oder der zweideutige Fortschritt erschienen. Bei Theodor Adorno wurde er 1951 mit einer Arbeit über Husserls Phänomenologie promoviert.


14. Januar
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

40. Folge

Was aber diesen göttlichen Odem des Vaters und des Sohnes vorzüglich mit himmlischer Süßigkeit durchwürzt, was ihn als überaus köstlichen, aus der Glut der göttlichen Liebe aufwallenden Duft [43] erscheinen läßt: das ist die hohe Würde und der Adel derjenigen Personen, die, in der glühendsten Liebe zerschmelzend, den Geist, den Odem aus ihrem Herzen aufsteigen lassen; das ist ferner die unendliche Vollkommenheit und Reinheit des Liebesfeuers, welches diese Personen verzehrt, das ist mit einem Worte die Heiligkeit der liebenden Personen und ihrer Liebe.

Obgleich der Vater und der Sohn heilig sind - sonst könnten sie ja nicht einmal etwas Heiliges hervorbringen - oder vielmehr gerade deshalb, weil sie heilig sind, ist der Geist, den sie aushauchen, auf eine ganz besondere Weise heilig; er ist die Blüte und der Duft der Heiligkeit des Vaters und des Sohnes, wie er die Blüte und die Spitze ihrer Geistigkeit ist. Mit Recht wird also ihm, als der die Heiligkeit der andern in sich repräsentierenden Person, das Prädikat derselben ganz vorzüglich angeeignet, wird er sogar schlechtweg die Heiligkeit Gottes oder die Heiligkeit des Vaters und des Sohnes genannt, nicht als wenn Vater und Sohn erst durch ihn heilig würden, sondern weil beide in ihm ihre Heiligkeit offenbaren.

Wenn wir daher die dritte Person ausdrücklich in ihrer Relation zu den andern Personen bezeichnen, als Geist des Vaters oder des Sohnes oder beider zugleich, pflegen wir das Beiwort "heilig" nicht hinzuzufügen; wir sagen dann nicht: der heilige Geist des Vaters und des Sohnes, weil der von den göttlichen Personen ausgehende Geist nur ein heiliger sein kann und die Heiligkeit hier durchaus selbstverständlich erscheint. Denn gerade als Ausfluß der höchsten Geistigkeit Gottes, als deren Spitze und Blüte, ist die dritte Person wesentlich heilig, da die Heiligkeit im Grunde mit der ungeschmälerten und in ihrer ganzen Reinheit ausgestalteten Geistigkeit zusammenfällt. Heben wir aber bei dem Namen "Geist" nicht ausdrücklich seine Beziehung auf die spirierenden Personen hervor, dann nennen wir ihn immer "Heiliger Geist", um anzudeuten, daß wir nicht an den Geist irgend einer Kreatur denken, welcher auch unlauter sein kann, sondern an den Geist der lautersten, erhabensten und unwandelbaren Güte und Liebe, der kein anderer sein kann als der Geist Gottes.

Anmerkungen:

[43] Wie die heiligen Väter nach dem Vorgang der Schrift den Heiligen Geist das vom Vater und Sohn ausfließende Öl oder Salbe nennen, um den Erguß der göttlichen Liebe als einen überaus lieblichen, sanften, freudenvollen zu bezeichnen, so nennen sie ihn auch gerne den Duft des Vaters und des Sohnes, des letzteren insbesondere. So sagt z. B. der heilige Athanasius (Ep. ad Serap. 3, n. 3): "Diese Salbung ist der Odem des Sohnes, damit derjenige, welcher den Geist hat, sage: Wir sind der gute Geruch Christi." Die Substanz des Vaters und des Sohnes ist dann das Arom, woraus der Duft des Heiligen Geistes aufsteigt. "Wie der Duft der Arome", sagt der heilige Cyrill von Alexandrien (In Io l. II, c.2), "aus ihnen in den Geruchsinn aufsteigt, deren Kraft von Natur und immer in sich tragend: Ähnliches oder vielmehr noch Größeres wirst du von Gott und seinem Geiste denken. Denn er ist der lebendige, kraftvolle Duft der Substanz Gottes, der von Gott das Göttliche in die Kreaturen hinüberträgt und letztere Gottes teilhaft macht. Denn wenn der Duft der Arome seine eigentümliche Kraft in den Kleidern zurückläßt und sie gleichsam in sich verwandelt, wie sollte dann der Heilige Geist uns nicht der göttlichen Natur teilhaft machen? ..."

Wird fortgesetzt


13. Januar
Kansas City

Vor zehn Jahren, am 13. Januar 2006, wurden die beiden Niederlassungen der Priesterbruderschaft St. Petrus St. Rose Philippine Duchesne in Kansas City und St. Joseph House in Maple Hill (beide in der Diözese Kansas City) kanonisch errichtet. Sie werden heute geleitet von P. John Fongemie (geweiht 2001) und P. John Rickert (geweiht 2010).


12. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurde der Artikel von Jakob Knab Der nichts von Bitterkeit wusste über Paul Stern untergebracht und die spannende Behandlung der Frage, ob irische Mönche Amerika entdeckt haben, in dem Artikel von Dr. Petra Kehl über St. Brendan den Seefahrer. Meine Kommentare und Beobachtungen zu den beiden Synoden über die Familie habe ich auf der einschlägigen Themenseite gesammelt.


10. Januar
Gegen den Stolz

In seinem berühmten Essay von 1929, „Wenn ich nur eine einzige Predigt zu halten hätte“, schrieb Chesterton, diese einzige Predigt „müsste eine Predigt gegen den Stolz sein. Je mehr ich das Leben kennenlerne (…), desto mehr überzeugt mich die alte religiöse These, dass alles Böse mit dem Hochmut anfing.“ Und er fuhr fort: „Stolz besteht darin, dass der Mensch seine eigene Person und nicht die Wahrheit zum Maßstab aller Dinge macht.“

Aus: Alexander Kissler, Lasst uns Muslime bekehren, Cicero vom 22. Dezember 2015

Video über die Chesterton-Renaissance


8. Januar
Paulus Melchers

Vor 150 Jahren, am 8. Januar 1866, wurde Paulus Melchers (1813-1895), damals Bischof von Osnabrück, zum Erzbischof von Köln ernannt.


7. Januar
Ludwig Blosius

Vor 450 Jahre, am 7. Januar 1566, starb im Alter von knapp 60 Jahren Abt Ludwig Blosius OSB. Mit 14 Jahren trat er in Lissies ein und wurde dort 1530 Abt. “Als Lehrer des geistlichen Lebens und Humanist übte er starken Einfluß auf die benediktinische Reform aus” (St. Hilpisch im LThK, 2. Auflage).


7. Januar
Maria Cäcilia Baij

Vor 250 Jahren, am 6. Januar 1766, starb in Montefiascone im Alter von 72 Jahren im Ruf der Heiligkeit die Äbtissin Maria Cäcilia Baij OSB. Bekannt wurde sie durch ihre Schriften über das Innenleben Jesu.


4. Januar
Neuauflage

Das auf kath-info rezensierte Buch von Peter von Steinitz Leo Allah mahabba ist im Fe-Verlag neu aufgelegt worden.


4. Januar
Das Gewissen ist nicht die Quelle des Lichts

Kürzlich habe ich diese Aussage entdeckt:

"Man glaubt, die Kirche halte nur aus Starrheit an ihren Normen fest, und dies verstoße gegen jene Barmherzigkeit, die uns Jesus im Evangelium vorlebt. Die harten Forderungen Jesu, sein Wort: ”Gehe hin und sündige nicht mehr!“ werden übersehen. Oft zieht man sich auf das persönliche Gewissen zurück, vergißt aber, daß dieses Gewissen das Auge ist, welches das Licht nicht aus sich selber besitzt, sondern nur, wenn es zur authentischen Quelle des Lichtes hinblickt."

Diese Worte richtete der hl. Papst Johannes Paul II. am 18. November 1980 in Fulda an die deutsche Bischofskonferenz. Sie sind wie eine Antwort auf den Vorstoß der deutschen Bischöfe auf der letzten Familiensynode. Wie wichtig wäre es, dass die Bischöfe diese Worte beherzigen und überhaupt verstehen würden! Dann würden sie einsehen, dass die Forderung nach Lockerung der Unauflöslichkeit der Ehe im Namen der Barmherzigkeit gerade jene Verkennung der Kirche fördert, die ihr unbarmherzige Starrheit vorwirft, wenn sie an jener Unauflöslichkeit festhält. Außerdem gebraucht der Papst genau jene Metapher des Gewissens als Auge, das ohne Licht blind ist, die ich in meinem Kommentar zur deutschen Wortmeldung auf der Synode gebraucht habe.


1. Januar
Terroranschlag in Ägypten

Vor fünf Jahren, am 1. Januar 2011, wurde im ägyptischen Alexandria ein Terroranschlag auf eine koptische Kirche verübt, durch den mindestens 21 Menschen getötet und fast 100 Menschen verletzt wurden. Als daraufhin Papst Benedikt XVI. sich besorgt über die Attentate gegen Christen in Ägypten und anderen Ländern äußerte und von den jeweiligen Regierungen wirksame Maßnahmen zum Schutz der religiösen Minderheiten forderte, brach die Al-Azhar-Universität in Kairo, eine der höchsten Lehrinstanzen des sunnitischen Islam, den Dialog mit der katholischen Kirche ab und forderte von Papst Benedikt eine Entschuldigung für seine «islamkritischen Äußerungen».

Zum Thema: Al Azhar - eine Instanz des gemäßigten Islams?


1. Januar
Vertreibung der Jesuiten

Vor 200 Jahren, am 1. Januar 1816, erließ Zar Alexander I. (1801-1825) einen Ukas, mit dem er die Jesuiten aus St. Petersburg vertrieb. Nach dem Julianischen Kalender, der in Russland bis 1918 Gültigkeit hatte, war es der 20. Dezember 1815. So musste General Tadeusz Brzozwski SJ (1805-1820) mit 26 Mitbrüdern kurz vor Weihnachten St. Petersburg verlassen. Vier Jahre später folgte die Vertreibung aus ganz Russland. Am 7. August 1814 hatte Papst Pius VII. den Jesuitenorden wiederhergestellt. Während seiner Aufhebung hatten Jesuiten in Russland Zuflucht gefunden.


31. Dezember
Joseph Gonnet

Vor 200 Jahren, am 31. Dezember 1815, wurde in Glun bei Tournon (Ardèche) der Chinamissionar Joseph Gonnet SJ geboren. 1843 zum Priester geweiht, reiste er im darauffolgenden Jahr nach China. Von 1866 bis 1884 war er Ordensoberer in Peking. Er gründete die für die Sinologie bedeutsame Druckerei in Sienhsien (so I. Schütte im LThK, 2. Auflage). Dort starb er am 2. Juli 1895.


31. Dezember
Wilhelm Neuß

Vor 50 Jahren, am 31. Oktober 1965, starb in Bonn im Alter von 85 Jahren der aus Montabaur stammende Kirchenhistoriker Wilhelm Neuß. Der in Bonn lehrende Schüler von Heinrich Schrörs war “führend tätig in der Erforschung und Pflege der mittelalterlichen rheinischen Kunst sowie im spanisch-deutschen Kulturaustausch. Als Gegner des Nationalsozialismus bekannt durch Studien zum Mythus des 20. Jh. (1934)” (Eduard Hegel im LThK, 3. Auflage).


29. Dezember
Albertine Badenberg

Vor 150 Jahren, am 29. Dezember 1865, wurde in Steele, Ruhr, die Politikerin Albertine Badenberg geboren. Sie war unter anderem Mitbegründerin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) und von 1924 bis 1932 Abgeordnete im preußischen Landtag. Nach 1945 half sie beim Wiederaufbau des Vereins Katholische deutscher Lehrerinnen (VkdL). Sie starb am 20. April 1958 in Essen.


28. Dezember
Auf den Punkt gebracht

Kürzlich habe ich dieses Zitat von Blaise Pascal entdeckt: “Weltliche Dinge muss man erkennen, damit man sie lieben kann. Göttliche Dinge muss man lieben, damit man sie erkennen kann.”
Er bringt damit in genialer Weise das auf den Punkt, was ich auf umständlicherere Weise in meinem Adventskalenderbeitrag zu erklären versuchte.


28. Dezember
Protestantisches Vorbild

Und gerade damals fielen mir die Abschiedsbriefe des protestantischen Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke in die Hand. Ich las, wie er im Januar 1945, Tage vor seiner Hinrichtung in Plötzensee, gemeinsam mit seiner Frau eines Tages das Abendmahl empfangen konnte. Er beschreibt den Augenblick, in dem er mit seiner Frau in der Zelle niederkniet und sich die Hostie auf die Zunge legen lässt, als einen der beglückendsten Momente im Gefängnis. Der Protestant, der kniend das Abendmahl empfängt und sich auf dem Weg zum Galgen stärken lässt – was für ein packendes Bild und was für eine Ermutigung, über den Kommunionempfang neu nachzudenken.

Aus: Markus Günther, Die gerettete Zunge. Wenn das Sakrale symbolisch wird: Erfahrungen mit dem Empfang der Kommunion, in: Vatican Magazin, Dezember 2015, S. 54-61. Auf einfühlsame, sensible Weise schildert der Autor, wie er die Mundkommunion entdeckte und sie das erste Mal praktizierte, nachdem er fast vierzig Jahre lang die hl. Kommunion ausschließlich mit der Hand empfangen hatte.

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