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* * *

25. Mai
Magdalena Sophie Barat

Vor 150 Jahren, am 25. Mai 1865, starb in Paris im Alter von 85 Jahren die aus Joigny stammende Magdalena Sophie Barat. Sie gründete die Gesellschaft der Ordensfrauen vom Hl. Herzen Jesu, die zum Zeitpunkt ihres Todes auf 4000 Mitglieder in 85 Klöstern angewachsen war. 1908 wurde sie selig-, 1925 heiliggesprochen. Zu dieser Gemeinschaft gehörte im 20. Jahrhundert unter anderem die berühmte Isa Vermehren. Das Buch von Alexander Brou SJ Gottes Gegenwart. Die Mystik der hl. Magdalena Sophie Barat, kann gegen eine geringe Spende bei mir (siehe Impressum) bestellt werden.


25. Mai
Religion stärkt den Willen

In ihrem Werk Die Macht der Disziplin. Wie wir unseren Willen trainieren können (Frankfurt/New York: Campus Verlag 2012) präsentieren Roy Baumeister und John Tierney die neuesten Ergebnisse der Forschung zur Willenskraft. In einem der zehn Kapitel gehen sie auf die Rolle der Religion ein. Darin stellen sie das Ergebnis der Studien des (nicht religiösen) Psychologen Michael McCullough vor. Dieser “analysierte mehr als drei Dutzend Untersuchungen, in denen Testpersonen nach ihrer Frömmigkeit befragt und dann über einen langen Zeitraum hinweg beobachtet wurden. Dabei stellte sich heraus, dass nichtreligiöse Menschen eher starben und dass religiös aktive Menschen zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine um 25 Prozent höhere Überlebensquote aufwiesen” (S. 207).
Die Auswertung weiterer hunderter Untersuchungen aus acht Jahrzehnten brachte Folgendes zutage: Religion “stärkt den Willen”, verbessert “die Kontrolle des eigenen Verhaltens” und damit die Selbstbeherrschung, “fördert Familiensinn und gesellschaftliche Harmonie” (S. 208 f).
Und entgegen einem Vorurteil vieler Religionskritiker gelangte McCullough “zu dem Schluss, dass die Selbstdisziplin der Gläubigen weniger von einer Furcht vor dem Zorn Gottes herrührt als von einem Wertesystem, das sie übernommen haben und das ihren persönlichen Zielen eine Aura der Heiligkeit verleiht” (S. 211).

Weitere Beiträge zum Thema


24. Mai
Wer immer den Heiligen Geist anruft ...

Ich sah vor mir eine Taube (Symbol der Seele), und über ihr einen Kelch, der überströmte, als ob in seinem Innern eine Quelle wäre; und das, was überfloss, benetzte die Taube und wusch sie rein. Zur selben Zeit höre ich eine Stimme, die aus diesem wunderbaren Licht hervorging. Sie sagte: „Wenn du mich Du mich suchen willst, mich erkennen, mir folgen willst, so rufe das Licht an, d. h. den Heiligen Geist, der meine Jünger erleuchtet hat und der alles Volk erleuchtet, das zu ihm ruft.

Wahrlich, wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer immer den Heiligen Geist anruft, der wird mich suchen und wird mich finden, und er wird mich finden durch ihn. Sein Gewissen wird zart werden wie die Blume des Feldes. Und wenn es ein Vater oder eine Mutter ist, so wird der Friede Einzug halten in der Familie, und er wird den Frieden im Herzen haben, sowohl in diesem Leben als auch im anderen; er wird nicht in der Finsternis sterben, sondern in Frieden.

Ich verlange von dir dringend: Verkünde, dass alle Priester, die einmal im Monat die hl. Messe zu Ehren des Heiligen Geistes lesen, ihn tatsächlich ehren, und wer immer ihn ehrt und die Messe anhört, wird vom Hl. Geist selbst geehrt, weil er das Licht in sich hat. Der Friede wird im Grund seines Herzens sein. Er selbst wird kommen, die Kranken zu heilen und die Schlafenden aufzuwecken.

Zum Beweis dafür werden alle, die diese Messe lesen oder sie anhören und den Heiligen Geist anrufen, diesen Frieden im Grund ihres Herzens empfinden. Sie werden nicht in der Finsternis sterben.

Worte der arabischen Mystikerin Mirjam von Abellin, die letzten Sonntag heiliggesprochen wurde, am 18. Mai 1873. Aus: Benedikt Stolz, Mirjam von Abellin, Flamme der Göttlichen Liebe, Jestetten: Miriam-Verlag, 4. Auflage 1999.


23. Mai
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

65. Folge

Indem er, was er ist, mit dem vergleicht, was er nach dem geoffenbarten Willen Gottes sein soll; indem er erfährt, so groß sei die Sünde und das Verderben der Welt, daß es nur durch die Dazwischenkunft des Sohnes Gottes getilgt werden könne, gelangt er zur wahren Selbstkenntnis, und wird zugleich mit Furcht vor der Strafgerechtigkeit Gottes erfüllt. Er wendet sich nun an die göttliche Barmherzigkeit in Christo Jesu, und faßt die vertrauensvolle Hoffnung, daß auch ihm um der Verdienste des Erlösers willen Gottes Huld und Vergebung der Sünde zuteil werden möge. Aus demselben Blicke auf die unendliche Menschenfreundlichkeit Gottes entzündet sich in der Brust des Menschen ein Funke göttlicher Liebe, der Haß und der Abscheu gegen die Sünde erwachen, und der Mensch tut Buße [108]. So wird durch die ineinanderwirkende Tätigkeit des heiligen Geistes und des mit Freiheit sich ergebenden Menschen die eigentliche Rechtfertigung eingeleitet. Bleibt nämlich dieser dem begonnenen heiligen Werke treu, so teilt sich nun der göttliche Geist, heiligend und sündenvergebend zugleich in seiner Fülle mit, und gießt die Liebe Gottes in das Herz des Menschen aus, so daß dieser von der Sünde in ihrer tiefsten Wurzel befreit und innerlich erneuert wird, ein neues, gottgefälliges Leben lebt, d. h. vor Gott wirklich gerecht ist, wahrhaft gute Werke, als Früchte des erneuerten Geistes, der geheiligten Gesinnung wirkt, von Gerechtigkeit zu Gerechtigkeit fortschreitet, und infolge seiner jetzigen durch die Verdienste Christi und dessen Geist erworbenen religiös-sittlichen Beschaffenheit der himmlischen Seligkeit teilhaftig wird [109]. Jedoch erfreut sich auch der Gerechte ohne besondere Offenbarung der schlechterdings untrüglichen Gewißheit nicht, daß er unter die Auserwählten gehöre.

[108] L. c. c. 6. Disponuntur ad ipsam justitiam, dum excitati divina gratia et adjuti, fidem. ex auditu concipientes, libere moventur in Deum, credentes vera esse, quae divinitus revelata et promissa sunt, atque illud imprimis, a Deo justificati impium per gratiam ejus, per redemptionem, quae est in Christo Jesu, et dum peccatores se intelligentes, a divinae justitiae timore, quo utiliter concutiuntur, ad considerandum Dei misericordiam se convertendo in spem eriguntur, fidentes Deum sibi propter Christum propitium fore, illumque, tanquam omnis justitiae fontem, diligere incipiunt, ac propterea mo ventur adversus peccata per odium aliquod er detestationem etc.

[109] L. c. c. 7. Hanc dispositionem, seu praeparationem justificatio ipsa consequitur, quae non est sola peccatorum remissio, sed et sanctificatio et renovatio interioris hominis per voluntariam susceptionem gratiae et donorum, unde homo ex injusto fit justus, et ex inimico amicus, ut sit haeres secundum spem vitae internae ... Ejusdem sanctissimae passionis merito per spiritum sanctum caritas Dei diffunditur in cordibus eorum, qui justificantur etc.

wird fortgesetzt

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22. Mai
Caspar Berse

Vor 500 Jahren wurde in Goes, Holland, der Missionar Caspar Berse SJ geboren. 1546 zum Priester geweiht, wurde er 1548 nach Indien gesandt, wo er 1552 vom hl. Franz Xaver zum Rektor des Paulskollegs in Goa und zum Obern der indischen Mission ernannt wurde. Dort starb er bereits im darauffolgenden Jahr am 18. Oktober. Er wird der “niederländische Franz Xaver” genannt.


22. Mai
François-Joachim de Pierre de Bernis

Vor 300 Jahren, am 22. Mai 1715, wurde in St-Marcel d’Ardèche François-Joachim de Pierre de Bernis geboren. 1758 wurde er Kardinal, 1764 Erzbischof von Albi, “1769 Botschafter in Rom, wo er mit den Vertretern der anderen bourbonischen Mächte bei Clemens XIV. die Aufhebung der SJ betrieb” (St. Skalweit im LThK, 2. und 3. Auflage). Er starb am 2. November 1794 in Rom.


21. Mai
Mirjam von Abellin

Vor 150 Jahren, im Mai 1865, trat die hl. Mirjam Baouardy im Alter von 19 Jahren in Capelette, einem Vorort von Marseille, bei den Schwestern des hl. Joseph von der Erscheinung ein. Generaloberin des von der hl. Emilie von Vialar (1797-1856) gegründeten Instituts der Josephsschwestern war Mutter Emilie Julien, Novizenmeisterin Sr. Honorine Piques. In diesem Kloster empfing die hl. Mirjam knapp zwei Jahre später zum ersten Mal die Wundmale des Herrn. Letzten Sonntag, am 17. Mai, wurde Mirjam heiliggesprochen.


20. Mai
Monatsranking April 2015

Platz Monatsranking April 2015
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 580 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

In-vitro-Fertilisation

+ 1
3

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

- 1
10

Die Priesterbruderschaft St. Petrus

- 2
20

Recktenwald: Tolkiens christliche Botschaft

+ 13
30

Prosinger: Was heißt glauben? Ein biblischer Streifzug

+ 5
40

Wandlungsworte: Das Blut des Bundes - vergossen für alle?

+ 28
50

G. K. Chesterton

+ 21
60

Paul Hacker: Hinduismus

- 1
100

W. Zimmer: Aufgabe des Priesters ist zu konsekrieren

+ 87

Zum Ranking der Vormonate

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20. Mai
Paul Ricœur

Vor zehn Jahren, am 20. Mai 2005, starb in Châtenay-Malabry im Alter von 92 Jahren der aus Valence stammende Philosoph Paul Ricœur. Er war ein Schüler Emmanuel Mouniers und unter anderem beeinflusst vom Existentialismus Gabriel Marcels und der Phänomenologie Edmund Husserls.


19. Mai
Louise-Marguerite Claret de la Touche

Vor 100 Jahren, am 14. Mai 1915, starb in Vische bei Turin im Alter von 47 Jahren die aus Saint-Germain-en-Laye, Frankreich, stammende Mystikerin Louise-Marguerite Claret de la Touche. Sie gründete das Ordensinstitut der Schwestern von Bethanien des Heiligsten Herzens. 1937 wurde ihr Seligsprechungsprozess eingeleitet, 2007 ihr heroischer Tugendgrad anerkannt. Sie wurde auch in Deutschland bekannt, und zwar durch ihre beiden Schriften Das Büchlein von der unendlichen Liebe und Herz Jesu und Priestertum.


18. Mai
Malta

Vor 450 Jahren, am 18. Mai 1565, begannen die Osmanen mit der Belagerung Maltas. Trotz ihrer zahlenmäßig erdrückenden Übermacht gelang es ihnen nicht, Malta einzunehmen, das von den Maltesern unter dem Befehl des Großmeisters Jean Parisot de la Valette mit äußerster Tapferkeit über drei Monate lang verteidigt wurde. Die Niederlage der Osmanen hatte eine entscheidende Bedeutung für die Seeherrschaft im Mittelmeer. Valette zu Ehren wurde die Hauptstadt Maltas Valletta genannt.


18. Mai
Jean Gabriel Taurin Dufresse

Vor 200 Jahren, am 18. Mai 1815, wurde in Tchen-Tou im Alter von 64 Jahren der aus Frankreich stammende Chinamissionar Jean Gabriel Taurin Dufresse verhaftet. Bereits 1775 im Alter von 25 Jahren nach China gesandt, wurde Dufresse 1793 Provikar, 1800 Weihbischof und 1801 Leiter der Mission in Ost-Szetschwan mit der gesamten Provinz Kweitschu. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Jiaqing (1796-1820), die sich durch einen neuen Erlass im Jahr 1814 verschärfte, verriet ein verhafteter Priesteramtskandidat unter Folter den Aufenthaltsort von Dufresse. So wurde dieser am 18. Mai 1815 verhaftet und am 14. September desselben Jahres hingerichtet. Er gehört zu einer Gruppe von 120 Blutzeugen, die in China ihr Martyrium erlitten und am 1. Oktober 2000 heiliggesprochen wurden, darunter auch der hl. Johannes Lantrua. Die Seligsprechung war am 27. Mai 1900 durch Leo XIII.


18. Mai
Bernhard Lichtenberg

Vor zehn Jahren, am 18. Mai 2005, überreichte in der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale der israelische Botschafter Shimon Stein dem Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, Urkunde und Medaille für die Auszeichnung “Gerechter unter den Völkern”, mit der der selige Dompropst Bernhard Lichtenberg (1875-1943) durch die jüdische Gedenkstätte Yad Vashem geehrt wurde.


16. Mai
Die dreifache Größe der göttlichen Barmherzigkeit

Eine Predigt von Joseph Anton Bordoni SJ

Zweite Folge

Erkennt ihr diese Geduld, o Sünder? Werdet ihr gewahr, daß Gott euch eure Missetaten nachsieht, daß er euch mit unzählbaren Gnaden überschüttet, daß er euch duldet und trägt, um euch zu retten? "Er handelt geduldig um euretwillen", schreibt der Apostel Petrus, "weil er nicht will, daß jemand verloren gehe." (2 Petr. 3, 9) Er wünscht nichts so sehr, als daß euch eure Bosheit nicht in die Hölle stürze. Und deshalb tut er seinem gerechten Zorne mit unendlicher Geduld stets Einhalt, um euch Zeit und Muße zu lassen, seine Barmherzigkeit nicht nur anzuflehen, sondern auch zu erlangen. "Darum wartet der Herr zu, damit er sich eurer erbarmen könne." (Is 30, 8) Ach, sollte denn diese göttliche Geduld euch noch mehr Mut zum Sündigen einflößen, solltet ihr Gott deshalb mehr und schwerer beleidigen, weil er gegen euch so gütig und barmherzig ist? Wenn dem so ist, ihr Unglücklichen, so verzichtet nur auf das Paradies, verzweifelt nur an eurem ewigen Heile. Denn derjenige, welcher eine so liebreiche Geduld nicht beizeiten benützt, hat am Ende nichts anderes, als die schrecklichsten Strafen eines unversöhnlichen Zornes zu erwarten. Ja, wird Gott einst sagen: "Ich habe allezeit geschwiegen, bin still und geduldig gewesen." Aber von nun an will ich weder schweigen, noch Geduld tragen: "Jetzt will ich reden wie eine Gebärende, ich will euch zerstreuen und zugleich verschlingen." Ihr habt bisher meine Güte mißbraucht, erfahrt nunmehr auch meine Strenge und Gerechtigkeit!

Liebster Jesus! Ich hoffe, daß keiner von uns deine gerechte und furchtbare Entrüstung in der Stunde des Todes erfahren werde. Es ist wahr, wir haben gesündigt, und du hast geschwiegen; wir haben dich betrübt, und du warst nachsichtig gegen uns. Aber eben diese Geduld, die du mit uns hattest, hat uns angetrieben, reumütig zu dir zurückzukehren, und dich inständig um Verzeihung anzuflehen. Nun erübrigt uns aber noch, deiner Gerechtigkeit für unsere Sünden vollkommene Genugtuung zu leisten. Wir sind auch hierzu bereit, wenn du uns würdigst, auch fernerhin mit uns Geduld zu tragen. "Ja, habe Geduld", sage ich, und auch jeder der Anwesenden sagt es, "habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen." Wie du uns die Zeit verliehen hast, unsere Sünden zu verabscheuen, so friste auch noch so lange unser Leben, bis wir dieselben durch strenge Bußübungen werden abgebüßt haben.

Zweiter Teil

Die Barmherzigkeit Gottes ist unendlich groß im Hinblick auf die Großmütigkeit, mit welcher er die Verzeihung anbietet. Ich würde meines Erachtens übel empfangen und fortgeschickt werden, wenn ich es wagen würde, einen vornehmen Herrn von hoher Abkunft, der von einem gewöhnlichen, schlechten Menschen entweder tätlich mit der Faust, oder mit der Zunge mißhandelt worden ist, also anzureden: "Ich weiß wohl, daß Ihr Name, Ihr Geschlecht, Ihre Würde gröblich beschimpft wurde; es ist ein Schimpf, welcher verdiente, mit dem Blute des frevelhaften Beleidigers abgewaschen zu werden, zumal dieser sein Vergehen durchaus nicht bereut, sondern darüber lacht und seine Zeit mit unanständigen Scherzen, mit Spielen und Schwelgen vergeudet. Haben Sie jedoch acht, was ich von Ihnen zu fordern wage! Ich verlange von Ihnen, daß Sie sich wegen dieses an Ihnen verübten Verbrechens nicht rächen, daß Sie dem Verbrecher selbst mit aller Liebe und Zärtlichkeit Vergebung anbieten, daß Sie ihm sogar mit ausgebreiteten Armen entgegeneilen, um ihn aufs Liebreichste an Ihr Herz zu drücken. Er wird sich zwar weigern, er wird sich verbergen, aber Sie müssen ihn aufsuchen; er wird vor Ihnen fliehen, aber Sie müssen ihm nachsetzen; er wird sich sträuben, Sie um Gnade anzuflehen, Sie aber müssen ihn dazu ermuntern, und wenn es nötig ist, ihn auch hierum bitten." "Was? Pack dich fort mit solch' ungereimten Forderungen!", würde ich wohl zur Antwort bekommen. "Ich soll diesem Unmenschen verzeihen, soll ihn selber aufsuchen, soll ihn freundlich zur Aussöhnung einladen? Es fehlte nicht viel, so würde ich den ungestümen Aufwallungen meines Zornes mit der Spitze meines Degens Luft machen!" Und in der Tat, meine Zuhörer, ich gestehe es, ich würde zuviel fordern, wenn ich all das zu fordern wagte. Und doch: O heiliger Glaube! Wer würde es sich auch nur im Entferntesten einbilden können, wenn du es nicht lehren würdest? Was ich von diesem vornehmen Herrn zum Vorteil eines gewöhnlichen Menschen weder begehren noch hoffen dürfte, während doch beide, wenn sie auch dem Range und der Stellung nach verschieden, ihrer Natur nach doch ganz gleich sind, denn die Seelen haben alle gleichen Wert vor Gott, das kann man von Gott nicht nur hoffen, nicht allein begehren, das tut Gott buchtstäblich gegenüber den Menschen, jener Gott, sage ich, welcher seiner Natur und seinem Wesen nach himmelweit von den Menschen entfernt und verschieden ist.

Ja, meine Freunde, Gott erträgt die Beleidigungen, die ihm der Mensch zufügt, nicht nur mit Geduld, sondern er bietet ihm sogar Verzeihung an; er selbst geht ihm entgegen, lädt ihn aufs freundlichste ein, bittet ihn, dringt in ihn, daß er umkehre und die alte Freundschaft mit ihm wieder erneuere. Durchblättert nur die heilige Schrift, so werdet ihr die zärtlichsten Ausdrücke finden, in welchen Gott den Sündern sein aufrichtigstes, sehnlichstes Verlangen, mit ihnen Frieden zu schließen, und ihnen die Ruhe der Seele zu geben, durch den Mund seiner Propheten ausspricht. Beim Propheten Isaias steht: "Der Gottlose verlasse seinen Weg und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen." (Is. 55,7) Durch den Propheten Jeremias versichert der Herr: "Bekehret euch, ihr Kinder, und kehret zurück, so will ich euren Ungehorsam heilen." (Jer. 3, 22) Und durch den Propheten Ezechiel erklärt er: "Tut Buße über alle eure Missetaten, so wird euch die Ungerechtigkeit nicht zum Verderben sein." (Ezech. 18, 30) Und weil der Sünder, der im Hinblick auf sein ewiges Heil nur gar zu blind ist, die angebotene Verzeihung öfters nicht annehmen zu wollen scheint, so wiederholt im Gott diese anmutigen Worte ohne Unterlaß. Auf, ruft er, meine Seele, und laß mich nicht so lange warten! "Jerusalem, wasche dein Herz von der Bosheit, damit dir geholfen werde. Wie lange werden die schändlichen Gedanken noch in dir verweilen?" Wie lange wirst du in deiner Treulosigkeit mir gegenüber noch hartnäckig verharren? Wie lange wirst du mein heftiges Verlangen nach dir noch ungestillt lassen? Wie lange wirst du meiner Barmherzigkeit spotten, die ich dir so freundlich anbiete? "Wie lange werden die schändlichen Gedanken noch in dir verweilen?" Den nämlichen Gedanken drücken so manche Gleichnisse der heiligen Schrift aus, z.B. das von einem Herrn, der seinen Knecht, den er liebt, nicht gerne vom Hause entfernt sieht; das von einem Arzte, der alle seine Kräfte anstrengt, um einen gefährlich Kranken dem Rachen des Todes zu entreißen; das von einem Vater, der keine Mittel und keine Mühe spart, um seinen davongelaufenen Sohn wieder ins Vaterhaus zurückzubringen; von einem Hirten, der die neunundneunzig Schafe verläßt und dem verlorenen über Berg und Tal nachgeht, nicht eher schläft, nicht eher Rast und Ruhe hat, bis er das eine wiederfindet und auf seinen Schultern zur Herde zurücktragen kann. Sind das nicht lauter Sinnbilder, meine Freunde, durch die Gott sein inbrünstiges Verlangen und seine großen Bemühungen, den Sünder auf den rechten Weg zu führen und zu retten, uns veranschaulichen will?

wird fortgesetzt

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15. Mai
Peter Koslowski

Vor drei Jahren, am 15. Mai 2012, starb im Alter von 59 Jahren der Philosoph Peter Koslowski. Er war ein Schüler Robert Spaemanns, Gründer des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover, “eine unbestrittene Autorität auf dem Gebiet der Wirtschaftsethik” (Reinhard Neck) und Autor u.a. des Werkes Ethik der Banken, in dem er “einen substantiellen Beitrag zur Kritik der ökonomischen Theorie” (Christian Geyer in der FAZ vom 17. Mai 2012) leistete.


14. Mai
Seligsprechung

Vor zehn Jahren, am 14. Mai 2005, wurde die Dominikanerin Florentina Nicol Goni (1868-1940) seliggesprochen. Sie war einem Ruf des Dominikanerbischofs Ramón Zubieta y Les, des Apostolischen Vikars für Puerto Maldonado, gefolgt, um im peruanischen Regenwald den Ärmsten zu dienen und ihnen das Evangelium zu bringen. Sie wurde zusammen mit der aus Heppenheim stammenden Maria Anna Cope OSF seliggesprochen. Es war die erste Seligsprechung unter Papst Benedikt XVI.


13. Mai
Passitea Crogi

Vor 400 Jahren, am 13. Mai 1615, starb in ihrer Heimatstadt Siena im Alter von 50 Jahren die Mystikerin Passitea Crogi OCap. Sie war eine große Verehrerin der hl. Katharina von Siena und wurde 1588 stigmatisiert. Als 1657 ihr Grab geöffnet wurde, war ihr Leichnam unverwest.


13. Mai
Magdalena Albrici

Vor 550 Jahren, am 13. Mai 1465, starb im Kloster Brunate bei Como im Alter von etwa 50 Jahren die selige Magdalena Albrici OSA. Als Äbtissin hatte sie das Kloster reformiert und der lombardischen Reformkongregation der Augustiner eingegliedert. Durch die Rückkehr zur strengeren Ordenszucht stieg die Zahl der Berufungen so sehr, dass sie neue Häuser gründen konnte. Sie starb mit den Worten aus dem 91. Psalm: "Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren."


12. Mai
Jahresranking 2014: Die Aufsteiger

Platz Die Aufsteiger des Jahres 2014
Die Top 25
Welche von den 527 Seiten, die keine Neueinsteiger sind, haben die größten Sprünge nach oben gemacht? Hier sind die Top 25. In der rechten Spalte sind die Plätze angegeben, um welche die jeweilige Seite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.
gestie-
gene Plätze
1

Beiträge zur Unauflöslichkeit der Ehe

402
2

Hl. Alfons: Gebete für eine gute Todesstunde

351
3

Andreas Wollbold: Die Auferstehung der Toten

342
4

Sabatina James, Nur die Wahrheit macht uns frei

297
5

Jakob Knab: Ghostwriter der Weißen Rose

215
6

Melanie S. Färber: Aschenblüte

210
6

Prosinger: Herz Jesu, König und Zentrum aller Herzen

210
8

Recktenwald: Mein letzter Brief an Erzbischof Lefebvre

204
9

Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und ihr Adoptionsrecht

189
10

Ilona Szollár: Der Schild des Glaubens

184
11

Léon Bloy: Wider den Ausschluss des Übernatürlichen

158
12

Recktenwald: Mutterschaft und Heiligkeit

150
13

Verschollen in der Südsee

142
13

Michael König: Spaemanns Schritte über uns hinaus

142
15

Die Bischofsweihen von 1988

130
16

Prosinger: Das soziale Königtum Jesu Christi und die Herrschaft des Kreuzes

129
17

Kurzbeiträge über Papst Franziskus

121
18

Louise de Marillac / Katharina von Genua

120
19

Prosinger: In die Tiefe des geistlichen Lebens

116
20

Mit brennender Sorge

115
21

Julius Beßmer: Offenbarung, Dogma und Glaube

114
22

Ratzinger: Eintreten in die marianische Geduld

113
22

Beiträge zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI.

113
24

Richard Wurmbrand: Gefoltert für Christus / Rahho / Trcka

112
25

Der Grundlegung der Wissenschaft im Mittelalter

108

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12. Mai
Marienweihe der Priester

Vor fünf Jahren, am 12. Mai 2010, weihte Papst Benedikt XVI. in Fatima die Priester dem Unbefleckten Herzen Mariens. Unter anderem betete er: “Als Nachfolger Petri, dem die Sendung anvertraut wurde, in der Kirche Christi den Vorsitz in der Liebe zu führen und alle im Glauben und in der Hoffnung zu stärken, will ich zu deinem Unbefleckten Herzen die Freuden und Hoffnungen, die Schwierigkeiten und Leiden eines jeden dieser deiner Kinder bringen, die hier in der Cova da Iria zugegen sind oder uns aus der Ferne begleiten. O liebenswerte Mutter, du kennst jeden bei seinem Namen, kennst sein Gesicht und seine Geschichte, du hast alle lieb in mütterlicher Güte, die vom Herzen Gottes selbst kommt, der die Liebe ist. Alle vertraue ich dir an und weihe sie dir, heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter.”


11. Mai
Alfons Deissler

Vor 10 Jahren, am 10. Mai 2005, starb in Freiburg im Breisgau im Alter von 91 Jahren der Alttestamentler Alfons Deissler. 1939 zum Priester geweiht, absolvierte er 1948 bis 1951 ein Spezialstudium in Paris bei André Robert PSS (1883-1955) und lehrte von 1951 bis 1984 in Freiburg.


9. Mai
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

35. Folge

Aber selbst der allgemeine Name "processio", Hervorgehen, ist in seiner speziellen Anwendung auf den Heiligen Geist nicht so vag und unbestimmt, wie man gewöhnlich glaubt. An dieser Stelle hat er eben einen ganz besonders prägnanten Sinn und hebt gerade dasjenige Moment hervor, welches bei dem Ausdruck "spiratio" das bedeutendste ist.

Das Wort Hervorgehen, "procedere", bezeichnet zunächst eine Bewegung von einem Orte zum andern. Obwohl nun jede Produktion, also auch die Zeugung, als ein Hervorführen des Produktes aus seinem Prinzip einen Ausgang und eine Bewegung einschließt: so trifft doch die Analogie der Bewegung bei der Spiration des Heiligen Geistes auf ganz besondere Weise zu. Er ist gleichsam in seinem Wesen Bewegung wie die Liebe. Die Ausstrahlung der Erkenntnis im Worte und die Ausprägung des Wesens des Vaters im Sohne trägt mehr den Charakter der Ruhe und Abgeschlossenheit, in der sich Vater und Sohn gegenüberstehen. Aber in der Produktion des Heiligen Geistes verkehren sie miteinander, bewegen sich und leben ineinander; da ist ein ewiges Hingeben und Hinnehmen im eigentlichsten Sinne, ein unendlich kräftiger, lebendiger Hauch, der aus dem einen in den andern hinüber- und von beiden ausweht, der gewaltige Pulsschlag eines unendlichen Herzens, das in der höchsten Glut des Affektes aufwallt, die auflodernde Flamme eines unendlichen Liebesfeuers; da ist mit einem Worte der Drang, die Rührigkeit, der Erguß, der Strom der Liebe, in der Vater und Sohn zerfließen und ihr Wesen in den Heiligen Geist überströmen. Darum wird der Heilige Geist versinnbildet durch den starken Sturmwind, der am Pfingsttage das Haus der Apostel erschütterte, und durch die beweglichen flammenden Zungen, die über den Häuptern der Apostel schwebten; darum vergleicht ihn der Heiland mit einer sprudelnden Quelle lebendigen Wassers. "Was ist die Bedeutung des Wortes: Er geht hervor?" fragt der heilige Chrysostomus (Tom. 2, hom. 3 de Spir. ‘Heri a nobis’, col. 1). "Höre. Um den Namen der Geburt zu umgehen, damit du den Heiligen Geist nicht Sohn nennest, sagt die Schrift: der Heilige Geist, der aus dem Vater hervorgeht (Jo 15, 26). Als hervorgehend stellt sie ihn dar gleich dem Wasser, das aus einer Quelle hervorsprudelt, wie es vom Paradiese heißt: Ein Fluß geht von Eden aus (Gn 2, 10): er geht aus, sprudelt hervor. Der Vater ist die Quelle des lebendigen Wassers nach den Worten des Jeremias: Mich haben sie verlassen, die Quelle lebendigen Wassers. Was aber geht aus? Der Heilige Geist, wie das Wasser aus der Quelle." Den letzten Satz beweist der Heilige dann mit den Worten des Heilandes (Jo 7, 38-39): Wer an mich glaubt, aus dessen Leibe werden Bäche lebendigen Wassers fließen, woselbst der Evangelist hinzufügt: Das sagte er aber von dem Geiste, den die an ihn Glaubenden erhalten sollten.

Wird fortgesetzt

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4. Mai
Evozierter Todeswunsch

Dass der Selbstmord moralisch geächtet bleibt, ist für die menschliche Gemeinschaft von größter Wichtigkeit. Denn wenn er eine sozial akzeptierte und institutionell ausgestattete Möglichkeit ist, wird es unvermeidlich sein zu verhindern, dass daraus die Pflicht wird, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, um den anderen nicht weiter zur Last zu fallen. Schon die Stoiker haben diesen Schluss gezogen. Wie viele Menschen heute schon so handeln, spielt keine Rolle. Es ist nun einmal logisch zwingend: Wenn ich anderen einen Dienst erweisen kann und dies nicht tue, dann trifft mich die Verantwortung für die Folgen der Unterlassung. Das Bewusstsein, das eigene Weiterleben gehe zu Lasten der Angehörigen und der Kranke könnte sie von dieser Last befreien. Es kann in dem, der dazu zunächst nicht bereit ist, den Todeswunsch erst entstehen lassen.

Prof. Dr. Robert Spaemann in seinem Grußwort für die Fachtagung des „Bundesverbandes Lebensrecht“ (BVB) zur „Woche für das Leben“ am 18. April 2015 in Hamburg.

Zum Thema: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht.


4. Mai
Giulio Kardinal Bevilacqua

Vor 50 Jahren, am 8. Mai 1965, starb in Verona im Alter von 83 Jahren Giulio Kardinal Bevilacqua. Befreundet mit G. B. Montini, dem späteren Papst Paul VI., machte er in Italien Romano Guardini und Karl Adam bekannt.


4. Mai
Julius Mediavilla

Vor 100 Jahren, am 7. Mai 1915, wurde der selige Julius vom Herzen Jesu Mediavilla geboren. Er gehört zu einer Gruppe von neun Passionisten aus dem Kloster Santo Cristo de la Luz in Daimiel bei Ciudad Real, die im Spanischen Bürgerkrieg am 23. Juli 1936 das Martyrium erlitten. Sie wurden nach Ciudad Real gebracht, durch die Straßen geführt und von der Menge gesteinigt. Am 1. Oktober 1989 wurden sie seliggesprochen.


4. Mai
Juan Diego

Vor 25 Jahren, am 6. Mai 1990, wurde Juan Diego (ca. 1474-1548), der Seher unserer Lieben Frau von Guadalupe, seliggesprochen. Mit ihm wurden vier weitere Mexikaner seliggesprochen: die Märtyrerkinder von Tlaxcala Cristóbal, Antonio und Juan (+ 1527), außerdem der Priester José Maria Yermo y Parres (1851-1904), Gründer der Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu und der Armen.


3. Mai
Alfred Häußler

Vor fünf Jahren, am 4. Mai 2010, starb der Lebensrechtler Dr. med. Alfred Häußler. Der 1917 geborene Internist in Neckarsulm war lange Jahre Zweiter Vorsitzender der von Dr. Siegfried Ernst gegründeten Europäischen Ärzteaktion und ein großer Verteidiger der Enzyklika Humanae vitae.


2. Mai
Jesus, einzigartig

Von Peter Kreeft

Achter Teil

Sokrates: Sagte er dies wirklich?

Thomas: Ja, entsprechend den einzigen Berichten, die wir haben, den vier Evangelien.

Sokrates: Sagte er dies nur bei einer Gelegenheit?

Thomas: Nein, oftmals, auf verschiedene Art.

Sokrates: Wie? Auf welche Art?

Thomas: Er nannte sich selbst Sohn Gottes. Er behauptete von sich selbst, ohne Sünde zu sein, und die Sünden der ganzen Welt zu vergeben. Er sagte, er komme am Ende der Zeit wieder, um die ganze Welt zu richten. Er sagte Dinge wie »Ich und der Vater sind eins« und »Wer mich sieht, sieht den Vater« und »Ehe Abraham wurde, BIN ICH«.

Sokrates: Thomas, aber du glaubst dies doch nicht, oder?

Thomas: Nein, Sokrates, es ist ganz klar irrational.

Sokrates: Es scheint so. Und ihr anderen, was glaubt ihr von diesem Jesus?

Bertha: (blickt abfällig zu Thomas) Auf jeden Fall mehr als er.

Sokrates: Glaubst du, dass er Gott war?

Bertha: Nein.

Sophia: Ich auch nicht.

Sokrates: Warum studiert ihr ihn dann?

Bertha: Er war ein großer Philosoph, ein Weiser.

Sokrates: Oh, nein. Zumindest das kann nicht sein.

Bertha: (überrascht, blickt unvermittelt auf wie alle anderen) Was? Warum nicht?

Sokrates: Ich denke, dass ich euch dies ganz einfach erklären kann. Thomas, hältst du ihn für einen großen Philosophen? Was glaubst du über ihn?

Thomas: Ich glaube überhaupt nichts. Und ganz sicher glaube ich nicht, dass er Gott war.

Sokrates: Glaubst du, dass er ein großer Philosoph war?

Thomas: Nein. Ich glaube, er war ein großer Schwindler, der den größten Aberglauben der Welt in Gang setzte.

Sokrates: Danke. Glaubt jemand von euch, dass er Gott war?

Ahmen: Ich.

Sokrates: Verstehe. Dann hast nur du, Ahmen, das Recht, daran zu glauben, dass er ein großer Philosoph war.

Alle übrigen: Was? Warum das?

Sokrates: Warum? Es ist ganz einfach. Dieser Mann behauptete, Gott zu sein. Wenn dies zutrifft, dann hat nur Ahmen recht. Wenn es nicht zutrifft, dann hat nur Thomas recht. Denn nur ein Mensch, der behauptet, Gott zu sein, kann kein Weiser sein. Eher scheint es, dass er ernsthaft unzurechnungsfähig war. Deshalb kann, ob es nun zutrifft, was er behauptet, oder auch nicht, nur einer von euch beiden, Thomas oder Ahmen, gegebenenfalls recht haben und in jedem Fall muss sich die Mehrheit von euch irren.

wird fortgesetzt

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30. April
Die christliche Antwort ...

... auf den Terror des IS.


30. April
Augustin Kardinal Mayer

Vor fünf Jahren, am 30. April 2010, starb im Alter von 99 Jahren Augustin Kardinal Mayer. Der aus Altötting stammende Benediktiner wurde 1988 Präsident der neu errichteten Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. In dieser Eigenschaft errichtete er am 18. Oktober 1988 die Priesterbruderschaft St. Petrus als Klerikergemeinschaft des Apostolischen Lebens Päpstlichen Rechtes. Am 10. Dezember 1988 spendete er für dieselbe in Rom die erste Priesterweihe. Darüber schrieb er zehn Jahre später: “Vor fast 10 Jahren, am 10. Dezember 1988, durfte ich in der Kirche der Anima in Rom den ersten Kandidaten aus der Bruderschaft St. Petrus zum Priester weihen. Unterdessen sind viele Priester in eifrigem Einsatz, und eine große Schar froher junger Menschen bereitet sich auf die Weihe und Sendung als Priester vor. Gegenüber der heutigen Gefahr, den Sinn für das Sakrale zu verlieren, wird die Liturgie in der Bruderschaft mit der dem Mysterium geschuldeten Ehrfurcht gefeiert und so in vielen Menschen durch Vorbild und Lehre der Glaube vertieft, die Gabe des Betens erneuert und die Liebe zur Kirche gefestigt.”


29. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Kurzbeiträge zum Verhältnis von Islam, Dschihad und Gewalt wurden auf einer einzigen Seite versammelt. Außerdem wurden auf einer je eigenen Seite untergebracht die Auseinandersetzung Prosingers mit der Erlösungslehre Hansjürgen Verweyens und mein Bericht über den Marsch für das Leben, der im September 2014 in Berlin stattgefunden hat.


29. April
Fr. Joseph von Jesus und Maria Osés Sáinz

Vor 100 Jahren, am 29. April 1915, wurde in Peralta bei Calahorra der selige Fr. Joseph von Jesus und Maria Osés Sáinz geboren. Er gehört zu einer Gruppe von neun Passionisten aus dem Kloster Santo Cristo de la Luz in Daimiel bei Ciudad Real, die im Spanischen Bürgerkrieg am 23. Juli 1936 das Martyrium erlitten. Sie wurden nach Ciudad Real gebracht, durch die Straßen geführt und von der Menge gesteinigt. Am 1. Oktober 1989 wurden sie seliggesprochen.


28. April
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

Dritte Folge

2. Die Gesandtschaft des Großmoguls

Ein Jahr lang hatte so Aquaviva in stiller Zurückgezogenheit gelebt, als ein unerwartetes Ereignis ihm mit einem Schlage einen ganz neuen, vielversprechenden Wirkungskreis eröffnete.

Im September 1579 erschien nämlich in Goa eine Gesandtschaft aus dem Reiche des Kaisers Akbar, unter dessen Zepter damals der größte Teil von Indien vereinigt war. Die Gesandtschaft bestand aus Abdullah, einem der vertrauten Höflinge des Kaisers, einem christlichen Armenier namens Dominikus Perez, der als Dolmetscher diente, und einem zahlreichen Gefolge.

Abdullah brachte Briefe an den Vizekönig, den Erzbischof von Goa und den Provinzial der Jesuiten. Das Schreiben an diesen lautete: „Im Namen Allahs. Ferman (Brief) von Dschelaleddin Mohammed Akbar, dem von Allah auf den Thron erhobenen Padischah. Patres, die Ihr an der Spitze des Kollegs in Goa steht: Ihr möget wissen, daß ich ein großer Freund von Euch bin. Ich schicke meinen Gesandten Abdullah und Dominikus Perez zu Euch mit der Bitte, daß Ihr mit ihnen zwei von Euern Leuten, die in den Wissenschaften bewandert sind, hierher sendet. Dieselben sollen die Bücher Eures Gesetzes, vor allem die Evangelien, mitbringen, damit ich deren Vorschriften und deren Vortrefflichkeit kennenlerne; denn mich verlangt, davon Kunde zu haben. Und die Patres, so kommen werden, sollen wissen, daß ich sie mit allen Ehren empfangen und als mir sehr angenehme Gäste behandeln werde. Nachdem ich aber das Gesetz und dessen Vollkommenheit genugsam kennen gelernt, können die Patres nach Belieben zurückkehren, und sie sollen nicht nur mit allem Notwendigen für die Reise ausgerüstet, sondern auch mit reichen Geschenken beehrt werden. Sie mögen ohne Besorgnis kommen; ich selbst stehe für ihre Sicherheit ein.“

Die Gesandtschaft versetzte ganz Goa in Aufregung. Sie weckte bei den Jesuiten die freudigsten Erwartungen, bei den Portugiesen dagegen einiges Mißtrauen. Man wußte, daß der mächtige Herrscher mehrfach Vertraute unter dem Vorwande einer Gesandtschaft nach Goa geschickt hatte, um über die dortigen Vorgänge und über die Kriegsbereitschaft der Portugiesen genaue Erkundigungen einzuziehen. Insbesondere fürchtete der Vizekönig, der eigentliche Grund, weshalb Akbar Missionäre verlange, sei, um für den Fall von Verwicklungen mit den Portugiesen Geiseln in seiner Hand zu haben.

Indes stellte er die Entscheidung dem Erzbischof Don Fr. Henrique de Tavora e Brito anheim. Dieser versammelte die gerade in Goa anwesenden Bischöfe von Cochin, Malakka und Macao u. a. zu einer Beratung. Einstimmig wurde entschieden, man dürfe eine so günstige Gelegenheit, das Christentum in das weite Reich des Großmoguls zu tragen, nicht unbenutzt vorübergehen lassen, und die Jesuiten sollten dem Verlangen ungesäumt entsprechen.

Der Provinzial musterte also seine Schar. Sein Auge fiel an erster Stelle auf Aquaviva. Er wollte jedoch in einer so wichtigen Sache nicht allein entscheiden und sich vor allem der Erleuchtung von oben versichern.

Er ließ also in dieser Absicht heilige Messen, Bußwerke und Gebete aufopfern. Darauf mußten die zur Wahl herangezogenen Patres auf Zettel die Namen derer schreiben, die sie für die geeignetsten hielten. Die meisten Stimmen fielen auf Aquaviva und P. Anton Monserrat, einen durch Tugend und Wissenschaft hervorragenden Spanier. Diesen beiden gab der Provinzial als Begleiter noch den P. Franz Henriquez mit, der von Geburt ein Perser und vom Islam zum Christentum bekehrt war und durch seine Kenntnis der Sprache und des Korans nützliche Dienste leisten konnte. Aquaviva jubelte über die auf ihn gefallene Wahl, hauptsächlich weil er nun den Weg zum Martyrium vor sich offen glaubte.

wird fortgesetzt

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27. April
Neuer Distriktsoberer in der Petrusbruderschaft

P. John Berg, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Petrus, hat mit der Zustimmung seines Generalrates, der am 24. April in Fribourg tagte, P. Bernhard Gerstle (Bild) zum Oberen des deutschsprachigen Distrikts ernannt. Die dreijährige Amtszeit beginnt am 13. Juli 2015. P. Gerstle löst P. Axel Maußen ab, der seit 12 Jahren das Amt innehatte.

Auch in den beiden anderen Distrikten der Petrusbruderschaft gibt es einen Wechsel: in Frankreich folgt auf P. Vincent Ribeton P. Benoît Paul-Joseph, in den USA auf P. Eric Flood P. Gerard Saguto.


27. April
Don Bosco

Vor 150 Jahren, am 27. April 1865, ließ der hl. Don Bosco in Turin den Grundstein zu einer großen Kirche für sein Oratorium vom hl. Franz von Sales legen.


27. April
Philippinen

Vor 450 Jahren, am 27. April 1565, erreichten die ersten vier Augustiner-Eremiten die philippinische Insel Cebu und begannen kurz darauf mit der ersten katholischen Mission auf den Philippinen.


25. April
Der Wahrheit verpflichtet

Freiheit bedeutet nicht das Recht zur Beliebigkeit. Freiheit ist kein Freibrief! Wer aus der Freiheit einen Freibrief macht, hat der Freiheit bereits den Todesstoß versetzt. Der freie Mensch ist vielmehr der Wahrheit verpflichtet. Sonst hat seine Freiheit keinen festeren Bestand als ein schöner Traum, der beim Erwachen zerbricht.

Johannes Paul II. in seiner Ansprache am Brandenburger Tor am 23. Juni 1996


25. April
Pierre Rousselot

Vor 100 Jahren, am 25. April 1915, starb im Alter von 36 Jahren der aus Nantes stammende und in Paris lehrende Theologe Pierre Rousselot SJ. Er fiel im Ersten Weltkrieg bei Éparges. Sein Werk Die Augen des Glaubens war ein bedeutender Beitrag zur theologischen Erkenntnislehre.


24. April
Völkermord

Vor 100 Jahren, am 24. April 1915, begann der Völkermord an den Armeniern mit dem Befehl des jungtürkischen Innenministers Talaat Pascha zur Verhaftung der armenischen Bildungsschicht in Konstantinopel. Pascha und andere Kriegsverbrecher konnten später mit deutscher Hilfe den geplanten Gerichtsprozessen entkommen. Sie flohen nach Berlin, wo sie unbehelligt leben konnten.


24. April
Maria Mercedes Prat y Prat

Vor 25 Jahren, am 24. April 1990, wurde Maria Mercedes Prat y Prat (1880-1936) seliggesprochen.


17. April
Exegetische Entkernung

Einer säkularisierten Gesellschaft, die Oberflächlichkeit zum Lebensprinzip erhoben hat, lässt sich schwer vorwerfen, dass ihr das Sensorium abhandengekommen ist, um Ostern in dieser Tiefendimension zu verstehen. Viel schlimmer ist daher etwas anderes: Es waren Theologen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Ostern oberflächlich zu machen. Exegeten haben den Osterglauben entkernt, indem sie den Christus des Glaubens vom historischen Jesus geschieden und die Leiblichkeit der Auferstehung als frommes Hirngespinst abgetan haben.

Markus Reder, Leitartikel Ostern geht in die Tiefe, Tagespost vom 4. April 2015

Über die Erneuerung der Exegese durch Bendikt XVI.


17. April
Marina Nemat

Vor 50 Jahren, am 22. April 1965, wurde in Teheran Marina Nemat geboren. Sie wurde bekannt durch ihre Bücher, in denen sie den Terror des iranischen Ayatollahregimes nach dem Sturz des Schahs 1979 schildert. Mit 16 Jahren wurde die Christin im berüchtigten Evin-Gefängnis gefoltert und zum Tode verurteilt. Während die westliche Welt den Sturz des autoritären und ebenfalls nicht zimperlichen Schahs durch die Islamische Revolution feierte, war sie weitgehend taub und blind gegenüber den Gewaltexzessen des schiitischen Nachfolgeregimes.


17. April
Die untergegangene Korrektur

“Mehr und mehr wird auch kritischen Journalisten wie zum Beispiel Ross Douthat von der ‘New York Times’ klar, welche Rolle Benedikt XVI. im Zusammenhang mit Missbrauch spielt und gespielt hat ...” So Bischof Klaus Küng vor fünf Jahren in der Presse über die Selbstkorrektur der NYT in ihrer Beurteilung der Rolle Papst Benedikts in der Missbrauchsaffäre der katholischen Kirche - eine Korrektur, die von den einschlägigen deutschen Medien nicht mitvollzogen wurde.


17. April
Michael Triegel

Vor einem Jahr, am 19. April 2014, in der Osternacht, hat sich der Künstler Michael Triegel im Alter von 45 Jahren in der Dresdner Hofkirche von Bischof Heiner Koch taufen lassen. Er war bekannt geworden durch sein Bild Papst Benedikts XVI. Als er diesen portraitierte, war er noch Atheist.


17. April
Franz von Sales

Vor 350 Jahren, am 19. April 1665, wurde Franz von Sales (1567-1622) von Papst Alexander VII. heiliggesprochen.


17. April
Bernardo Francisco de Hoyos

Vor fünf Jahren, am 18. April 2010, wurde der Mystiker Bernardo Francisco de Hoyos SJ seliggesprochen. Am 21. August 1711 in Torrelobatón (Valladolid, Spanien) geboren, trat er 1726 in die Gesellschaft Jesu ein, wurde am 2. Januar 1735 zum Priester geweiht und starb am 29. November desselben Jahres in Valladolid an Fleckfieber. Er hatte Herz-Jesu-Visionen und gilt als der Herz-Jesu-Apostel Spaniens.


16. April
Ursula Julia Maria Ledochowska

Vor 150 Jahren, am 17. April 1865, wurde im niederösterreichschen Loosdorf die selige Julia Maria Ledochowska (Ordensname Ursula), die um zwei jüngere Schwester der seligen Maria Theresia Ledochowska. 1886 trat sie bei den Ursulinen in Krakau ein. 1920 gründete sie die Kongregation der Ursulinen von dem Todesangst leidenden Herzen Jesu. Als sie am 29. Mai 1939 in Rom starb, hatte ihre Kongregation bereits 35 Klöster. Am 20. Juni 1983 wurde sie seliggesprochen.


16. April
Johannes Leppich

Vor 100 Jahren, am 16. April 1915, wurde in Ratibor der Straßenprediger P. Johannes Leppich SJ geboren. Seit 1935 Jesuit, begann er 1948 mit “religiösen Kundgebungen auf Straßen, Plätzen, in Messehallen größerer und mittlerer west-deutscher Städte; Millionen Menschen, besonders auch ‘Randsiedler der Kirche’, wurden angesprochen” (Wolfgang Tarara im LThK, 3. Auflage). Leppich starb am 17. Dezember 1992 in Münster.


15. April
Wigratzbad

Vor 25 Jahren, am 15. April 1990, damals der Ostersonntag, besuchte Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation, das Priesterseminar der Priesterbruderschaft St. Petrus in Wigratzbad im Allgäu (Landkreis Lindau) und feierte das levitierte Hochamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus. Dieses Zeichen seiner Unterstützung und Solidarität mit der Petrusbruderschaft brachte ihm einige Kritik ein. Die Predigt, die er damals hielt, finden Sie auf der Internetpräsenz der Petrusbruderschaft. Das Bild zeigt ihn während dieser Predigt.


14. April
Sebastiao Barradas

Vor 400 Jahren, am 14. April 1615, starb in Coimbra im Alter von 72 Jahren der aus Lissabon stammende Theologe Sebastiao Barradas SJ. Mit F. Suárez befreundet, dozierte er als Exeget in Evora und Coimbra.


14. April
Augustinus Chieppi

Vor 150 Jahren, am 14. April 1865, damals ein Karfreitag, gründete der ehrwürdige Augustinus Chieppi (1830-1891), Priester der Diözese Parma, die Kleinen Töchter von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä. 1941 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet, 1992 wurde ihm der heroische Tugendgrad anerkannt.


12. April
Der Christ und die Veränderung

Was einst war, ist vergangen (Offenbg 21,4)

Von Eduard Kamenicky

Dritte und letzte Folge

Der Wechsel auf dem Stuhle Petri müßte für ungezählte trauernde Katholiken in der Welt geradezu so etwas wie ein Weckruf sein, ein Startschuß, aus ihrer Reserve zu treten, das Asyl ihrer Emigration zu verlassen und sich mit ihrem Glauben und dem, was aus ihm erfließt, in der Kirche bemerkbar zu machen. Vergessen wir nicht, daß es zahlreiche kleine Bäche von Veränderungswillen nach bestimmter Richtung hin in der Kirche waren, die nach und nach ein neues Klima geschaffen haben und schließlich zum reißenden Strom wurden, der das Geschick der Kirche in ganz neue Bahnen zu lenken verstand. Auch das, was wahre Reform der Kirche wäre, was dieser so bitter not tut, worauf das ganze Trachten der Heiligen immer gerichtet war und was allen wahrhaft Gläubigen als Inbegriff ihrer Sehnsucht vorschwebt, kann nur auf diese Weise und auf diesem Wege zum Gemeingut der Christenheit, zum Gemeinwillen einer abermals neuen, gläubigen Generation, zur überzeugenden und beherrschenden Kraft werden. Fragen wir daher nicht immer nur: Was tut Rom? Was sagt der Papst? Was verfügen Kurie, Synoden und Bischofskonferenzen? Fragen wir lieber: Was tun wir? Was tun wir, um durch glühende Liebe zur Wahrheit den wild wuchernden Irrtum in der Kirche zu überwinden? Seiner Sterilität die Lebenskraft der Glaubensfreude entgegenzusetzen? Die grauen Gespinste alberner Diesseitigkeit mit dem Sturm neuen Transzendenzbewußtseins hinwegzublasen? Was tun wir, um jenes kleingeistige, engstirnige Feilschen um alles, was vielleicht auch noch entbehrlich wäre, gestrichen werden könnte und abzuschaffen sei, hinauszuglauben aus der Kirche mit dem frohen und stolzen Bekenntnis blühender, um nichts verkürzter Orthodoxie?

»Was einst war ... «

Über all dem darf nicht übersehen werden, daß das an die Spitze gestellte Schriftwort »Was einst war, ist vergangen« (Offbg 21, 4) zeitlose Bedeutung für das mit Christus angebrochene Reich Gottes und seine Bürger hat. In diesem konkreten Sinn ist mit »einst« die überwundene, ein für allemal abgelaufene Ära der Gottferne und Dunkelheit gemeint, die in ihrer vorchristlichen Form nie wieder zurückkehren und zur Herrschaft kommen kann, und darüber hinaus, endzeitlich gesehen, die Vorläufigkeit dieser Welt überhaupt, deren »Gestalt vergeht« (1 Kor 7,31). Ebenso endgültig, wie die erwähnten Weltalter und ihre Eigentümlichkeiten eines Tages überholt und dazu bestimmt sind, durch anderes, Neues, das von Gott her kommt, definitiv abgelöst zu werden, eignet auch dem von Gott her Verwirklichten bleibendes Recht und Dauer. Das heißt aber mit anderen Worten, daß es nicht nur die vom Fluß aller Dinge und Geschehnisse bedingte Relativität in der Welt gibt, sondern auch jene Absolutheit, die gewisse, von Gott selbst her entmachtete Größen als für immer abgetan und andere, von ihm selbst gnädig heraufgeführte Verhältnisse als für immer heilsmächtig gestiftet und rechtens erfassen läßt.

Damit gewinnt aber auch jenes Streben innerhalb der Kirche einen ganz anderen Charakter, das auf den ersten Blick als ein Versuch erscheinen könnte, aus einer späteren und darin berechtigten Phase der Geschichte auszubrechen, um in eine frühere und somit überholte zurückzukehren. In Wahrheit ist dies, wie wir jetzt verstehen können, ein echtes Voran in die neue, von Christus gegründete, endgültige Ordnung, von der die Menschheit, auch die längst getaufte, unter Umständen auf das Niveau einer prinzipiell abrogierten und nicht mehr diskutabeln Verfassung der menschlichen Belange wieder absinken kann. Nicht jedes »Früher« ist darum gleichbedeutend mit einem »Geringer«, »Minderer« oder »Schlechter«, nicht jedes »Später« mit einem »Besser«, »Richtiger« und »Mehr«. Wo die Geltung absoluter Werte berührt wird, die von Gott selber in ihrer bleibenden Bedeutung klargestellt sind, verliert der weltgeschichtliche Zeitpunkt ihrer größeren Beachtung seine Aussagekraft; hier hat das Argument aus der »Entwicklung« keinen Platz.

So gesehen wird für die Kirche jeder wahre Schritt auf ihre eigene, größere Vollkommenheit hin zugleich ein Schritt zurück zu den Quellen und Ursprüngen sein, die in Gott selbst ruhen, und er wird aus der tieferen Besinnung auf die Fülle jener Überlieferung leben, in der alles von ihren eigenen Anfängen her bereits grundgelegt und eingeschlossen ist. Man sieht mit aller Deutlichkeit, wie sehr hier das so oft unbesonnen übernommene Schema des permanenten Aufstiegs versagt, gegenüber welchem die Naturwissenschaft unlängst sehr zurückhaltend geworden ist und das für die Geistesgeschichte überhaupt niemals ernstlich in Betracht kommen konnte. Vollends für die Kirche liegt das wahre »Gestern« immer und überall einzig im Dunkel der Gottferne, in der Nacht der Verwirrung und in jener Verlorenheit, aus der sich der Mensch nie selbst hätte erlösen können; das »Morgen« aber in der vollen Versöhnung mit Gott, in Christus, dem ewigen Licht, in seinem Aufstieg, im gnadenreichen Anheben der Gottesherrschaft.

Wer es im Glauben so sieht und versteht, wird niemals dem »Einst, das vergangen ist«, nachtrauern: und er wird wissen, daß er im rettenden Rückgriff auf den Ursprung des Heils und in seiner bedingungslosen Annahme dem »Morgen« dient, der neuen, verklärten, immerzu kommenden Welt, die Gott uns in seiner unendlichen Güte schenkt.

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11. April
Kathedralen

Bei Benedikt XVI. hatte ich das Gefühl, dass in ihm noch etwas fortlebt von den großen Denktraditionen des Mittelalters, einer Zeit, als auch geistig noch Kathedralen gebaut wurden. Ich habe Benedikt wahrgenommen als einen frommen Gelehrten, was inzwischen so selten ist, der mit hohem Verstand und gänzlich ohne Eitelkeit diese älteste Institution des Abendlandes durch die bewegten Zeiten manövrierte.

Der Philosoph Rüdiger Safranski im Interview mit Michael Mann, in credo. Ein Magazin zum Jahr des Glaubens, hg. von Bischof Gregor Maria Hanke und Peter Seewald, S. 80.

Weitere Stimmen über Benedikt XVI.


11. April
Klara Fey

Vor 200 Jahren, am 11. April 1815, wurde in Aachen Klara Fey geboren. In der Schule war ihre Lehrerin die Dichterin Luise Hensel. 1848 gründete sie die Kongregation der Schwestern vom Armen Kinde Jesus. Klara Fey starb am 8. Mai 1894 im niederländischen Simpelveld. Der 1958 eingeleitete Seligsprechungsprozess ist bereits bis zur 1991 vollzogenen Anerkennung des heroischen Tugendgrades gediehen.


10. April
Religiöse Wandlungen in Indien
im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

Von Alfons Väth S.J.

Vierte Folge

Der erste bedeutende Reformer, der durch Verschmelzung von christlichen Gedanken (und von Elementen anderer Religionen) mit dem Hinduismus eine Idealreligion ausbilden wollte, war Rammohan Rai. Frühzeitig bekämpfte er den Götzendienst. Nachdem er das Christentum kennen gelernt, studierte er sogar Griechisch und Hebräisch, um die Bibel im Urtext lesen zu können; doch hielt er die Upanishads für wahrer und tiefer. Er war strenger Monotheist, doch im Sinne der Unitarier, und so leugnete er die Gottheit Christi. Im Jahre 1828 gründete er den Brahma-Samaj (die "Gemeinde der Gottesgläubigen"), in der Gleichgesinnte einmal in der Woche sich zu gemeinsamer Andacht versammelten, wobei Lesungen aus heiligen Büchern mit Ansprachen und Hymnengesang wechselten, aber keine Gebete verrichtet wurden. Nur Brahmanen durften den Gottesdienst leiten.

Nach dem Tode des Stifters übernahm der edel gesinnte Debendranath Tagore (1817-1905) den Vorsitz in der Gemeinde. Er führte in der Andacht das Gebet ein, stand aber als Anhänger der Lehre Ramanujas [hinduistischer Lehrer aus dem 11./12. Jahrhundert] stärker unter dem Banne hinduistischer Ideen als sein Vorgänger.

Im Jahre 1857 schloß sich Keshub Chandra Sen (1838 bis 1884) der Gemeinde an, ein glänzend begabter Mann und feuriger Redner, doch zuviel Gemütsmensch und Schwärmer. Da er, ein Nichtbrahmane, auch die Kaste und das erzwungene Witwentum bekämpfte, erfolgte 1886 ein Riß in der Gemeinde. Keshub gründete die "Brahma-Kirche von Indien", während Tagores Gefolgschaft als Adi-Brahma-Samaj ("Ursprüngliche Gottes-Gemeinde") weiterbestand. Keshub stellte aus Bruchstücken der heiligen Schriften aller Religionen ein Glaubensbekenntnis zusammen und verkündete eine Universalreligion mit Christus als Mittelpunkt, die alle religiösen Menschen umfassen sollte. Christus ist von allen Religionsstiftern, den Gesandten vom Himmel, der höchste, die letzte Offenbarung der Gottheit, der Höhepunkt der Menschheit. Mit schwärmerischer Begeisterung spricht Keshub von ihm. Leider steigerte sich seine religiöse Überschwenglichkeit zur Überspanntheit. Er glaubte Privatoffenbarungen zu empfangen und durch innere Schau die Wahrheit zu besitzen. Als er unter dem Vorwand einer Privatoffenbarung entgegen dem von ihm selbst geschaffenen Ehegesetz für die Brahma-Gemeinde seine erst vierzehnjährige Tochter mit dem Fürsten von Kuch-Bihar vermählte, spaltete sich 1878 sein Anhang. Die Unzufriedenen bildeten den Sadharan-Samai (die "Allgemeine Gemeinde"), er selbst stiftete einige Jahre später das Nava Vidhan (die "Neue Heilsordnung"), in der sich seine religiöse Schwärmerei fast bis zum Wahnsinn steigerte.

Die drei Zweige des Samaj bestehen noch heute. Ihnen. verwandt sind die Prarthana-Samajes ("Gebetsgemeinden") im westlichen Indien. Diesen gehörten einige der bedeutendsten Männer des neueren Indiens an. Genannt seien R. G. Bhandarkar (1837-1927), Sanskritgelehrter von Weltruf, und M. G. Ranade (1842 - 1901), Oberrichter in Bombay, ein allgemein geachteter Reformer im besten Sinne des Wortes. Ranade gab 1884 den Anstoß zur Gründung der "Erziehungs-Gesellschaft des Dekkan", die ein hochstehendes Schulwesen schuf und leitete und einige der größten Führer des neuen Indien heranbildete. Zum Kreis dieser Männer gehört auch D. K. Karve, für dessen erleuchteten Sinn die Tatsache spricht, daß er in zweiter Ehe eine Brahmanen-Witwe heiratete; er gründete 1916 zu Puna eine von der Regierung völlig unabhängige Frauenuniversität.

Alle diese Reformsekten, die sich nicht mehr zum orthodoxen Hinduismus rechnen, zählen zusammen nur einige tausend Mitglieder; aber es sind Männer von Stand und Bildung, eine Elite der indischen Gesellschaft. Sie bekennen sich zu einer Vernunftreligion. Sie verwerfen den Theopanismus, die Seelenwanderungslehre und den Götterdienst, glauben an einen persönlichen Gott, den Schöpfer und Erhalter der Dinge, an die Unsterblichkeit der Seele, dagegen nicht an die Dreifaltigkeit, die Gottheit Christi und dessen Erlösungswerk. Allen Religionen erkennen sie Berechtigung zu.

Wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


6. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht die frühzeitige Warnung aus Rom vor der Genderideologie und der Artikel von Bischof Rudolf Voderholzer über den Geist des Konzils. Den Bericht über die Einschätzung der Hirntodtheorie durch den Philosophen Andreas Brenner finden Sie auf der einschlägigen Themenseite.


6. April
Lehrstück der Desinformation

Der Artikel Liminskis, auf den ich am 1. April hingewiesen habe (siehe unten), ist am 2. April auch online erschienen.


6. April
Erik M. Mørstad

Vor einem Jahr, am 7. April 2014, starb in Norwegen im Alter von 83 Jahren der Theologe Prof. Dr. Erik M. Mørstad. Seine exegetische und theologische Forschung führte 1974 den Lutheraner in die katholische Kirche. Über seine Biographie urteilte Leo Kardinal Scheffczyk: “Den Weg zur katholischen Kirche habe ich wie eine Erleuchtung gelesen. Diese packende Biographie ist eine Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.” Sein Sohn wurde katholischer Priester.


4. April
Glaubensmangel als Weg zur hl. Kommunion?

Im Jahr 2011 glaubten nur 13 Prozent der Katholiken an die Auferstehung der Toten, teilt uns Bernhard Meuser in seinem Tagespost-Artikel Warum uns eine gefühlte Auferstehung nicht rettet mit (Ausgabe von heute). Wenn der Glaube, wie seit kurzem selbst von höchster kirchlicher Stelle zur Diskussion gestellt wird, zur Gültigkeit der Eheschließung notwendig wäre, dann müsste man aus diesem Befund folgern, dass die meisten Ehen unter Katholiken ungültig seien. Folgt daraus wirklich, dass man infolge der dadurch möglich gewordenen Eheannullierungen wiederverheirateten Geschiedenen leichter den Zugang zum Kommunionempfang ermöglichen könnte? Müsste nicht umgekehrt die Unerlaubtheit des Kommunionempfangs auf die meisten Katholiken ausgedehnt werden? Oder gehört der Glaube seit neuestem nicht mehr zur notwendigen Disposition für den Kommunionempfang?


4. April
Erich Zenger

Vor fünf Jahren, am 4. April 2010, starb in Münster im Alter von 70 Jahren der Exeget Erich Zenger, mit dessen Kritik an einer Maßnahme Benedikts XVI. sich P. Franz Prosinger auseinandergesetzt hat.


2. April
François de Montmorency-Laval

Vor einem Jahr, am 3. April 2014, wurde François de Montmorency-Laval, der erste Bischof Kanadas, heiliggesprochen. Ebenfalls heiliggesprochen wurden Jose de Anchieta SJ (1534-1597), Gründer der Stadt Sao Paulo, sowie Maria Guyart (1599-1672), die “Mutter der Kirche Kanadas” (Johannes Paul II.).


2. April
Leopoldo da Gaiche

Vor 200 Jahren, am 2. April 1815, starb in Monteluco bei Spoleto im Alter von 82 Jahren der selige Leopoldo da Gaiche aus dem Orden der Minderbrüder. 1757 zum Priester geweiht, war seine Predigttätigkeit so erfolgreich, dass er 1768 zum apostolischen Missionar im päpstlichen Gebiet ernannt wurde. 1893 wurde er seliggesprochen.


1. April
Bayerischer Rundfunk wohin?

Über ein überaus aufschlussreiches Lehrstück der Desinformation berichtet in der FELS-Ausgabe vom April 2015 der Journalist und Geschäftsführer des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie (Idaf) Jürgen Liminksi. Er berichtet minutiös über die Weise, wie Veronika Wawatschek ihn kontaktierte und interviewte. Schon nach zehn Minuten bemerkte er, dass Wawatschek sich nicht für seine Arbeit als Journalist oder für das Idaf interessierte, sondern darauf aus war, ihn in Verbindung mit für sie angreifbaren Zeitschriften und Gruppen zu bringen, was er ihr dann auch sagte: “Es hat wenig mit Journalismus und viel mit Manipulation zu tun. Nichts für ungut, aber ich finde diese Art von hinterlistiger Recherche zum Kotzen.” Daraufhin versicherte Frau Wawatschek, dass es ihr um die Arbeit des Idaf ginge. Doch die fertige Sendung bestätigte dann den Verdacht Liminskis: Es handelt sich um den BR2-Beitrag APO von christlich-rechts? vom 19. Februar 2015, der viel Staub aufgewirbelt und den Ruf des Bayerischen Rundfunks als eines seriösen Senders beschädigt hat. Detailreich belegt Liminski in seinem vierseitigen Artikel, warum er den Beitrag bzw. Aussagen in ihm nicht nur für “klassische Manipulation”, sondern sogar für Irreführung, Desinformation und Verleumdung hält. Mit dieser Methode werden katholische Gruppen wie Kirche in Not oder Open Doors und Journalisten wie Alexander Kissler und Mathias Matussek in die Nähe rechtsradikalen Dunstkreises gezogen. Gegen die “Verleumdungs-Kampagne” hat Hedwig von Beverfoerde von der Initiative Familienschutz zu Beschwerdebriefen an den Bayerischen Rundfunk aufgerufen.


1. April
Kardinal Lehmanns Analyse

Vor fünf Jahren, am 1. April 2010, veröffentlichte Kardinal Lehmann in der FAZ einen Artikel über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, den ich in einem eigenen Beitrag ausführlich besprochen habe, der in Kirche heute und dann auf kath-info erschien.


30. März
Neu in der Personenübersicht:
José Sanchez del Rio, Christian Modehn

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