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* * *

18. August
Julius Bessmer

Vor 150 Jahren, am 21. August 1864, wurde in Baar, Kanton Zug, der Theologie und Psychologe Julius Bessmer SJ geboren. 1888 zum Priester geweiht, lehrte er ab 1895 Dogmatik. Am 18. April 1924 starb der hochangesehene Gelehrte in Valkenburg. Seine Auseinandersetzung mit dem modernistischen Offenbarungs- und Dogmenbegriff ist auf kath-info veröffentlicht.

Der nächste Beitrag auf kath-info ist für den 23. August geplant.


18. August
John MacHale

Vor 200 Jahren, am 22. August 1814, wurde John MacHale (1791-1881) zum Priester geweiht. Er war ein “Führer im Kampf um die irische Emanzipation” (J.J. Twomey im LThK, 2. Auflage). 1833 wurde er Erzbischof von Tuam.


18. August
Bernard Galura

Vor 250 Jahren, am 21. August 1764, wurde in Herbolzheim Bernard Galura geboren. 1788 zum Priester geweiht, wurde er 1829 Fürstbischof von Brixen. Er war ein “überaus fruchtbarer Schriftsteller” und mit J. B. Hirscher “für die moderne Katechetik grundlegend” (L. Bopp im LThK, 2. Auflage 1960). Am 4. Mai 1856 starb er in Brixen.


18. August
Ladislaus Findysz

Vor 50 Jahren, am 21. August 1964, starb im polnischen Krościenko im Alter von 56 Jahren der selige Ladislaus Findysz. 1932 zum Priester geweiht, wurde er 1944 von den Deutschen aus seiner Pfarrei vertrieben, anschließend von den Kommunisten verfolgt. 1963 wurde er verhaftet und gefoltert. Im Krakauer Gefängnis verweigerte man ihm eine nötige Operation zur Entfernung eines Tumors an der Speiseröhre, woran er schließlich starb. Zusammen mit Bronislaus Markiewicz und Ignatius Klopotowski wurde er am 19. Juni 2005 in Warschau seliggesprochen.


17. August
Pius X.

Vor 100 Jahren, am 20. August 1914, starb der hl. Papst Pius X. Er war ein großer Reformpapst und ein unerschrockener Verteidiger des Glaubens gegenüber den Gefahren des Modernismus, den er in seiner Enzyklika Pascendi als Sammelbecken aller Häresien entlarvte.


17. August
Franz Xaver Wernz

Vor 100 Jahren, am 19. August 1914, starb in Rom im Alter von 71 Jahren der aus Rottweil stammende Kanonist Franz Xaver Wernz SJ. 1875 wurde er Professor für Kirchenrecht, 1886 Konsultor von drei römischen Kongregationen, 1906 Ordensgeneral. Er war der 25. Ordensgeneral in der Geschichte der Gesellschaft Jesu.


17. August
Weltjugendtag

Vor drei Jahren, am 18. August 2011, kam Papst Benedikt XVI. zum Weltjugendtag nach Madrid.


17. August
Christian Philippe Chanut

Vor einem Jahr, am 17. August 2013, starb in Boutigny-sur-Essonne im Alter von 65 Jahren der Historiker Christian Philippe Chanut. Er studierte in Saint-Sulpice und wurde 1979 zum Priester geweiht. Viele Jahre lehrte er Kirchengeschichte, Patristik und Homiletik im Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad. Nach der Promulgation des Motu proprio Summorum Pontificum im Jahre 2007 wurde er in der Diözese Évry-Corbeil-Essonnes zum Verantwortlichen für dessen Umsetzung ernannt.


16. August
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

37. Folge

Der Ausdruck »geistliche Kräfte« wird hier stets als gleichbedeutend mit »Kräfte des freien Willens« gebraucht. Doch wir bedürfen keiner weiteren Erörterung, da selbst Plank gesteht: »Luther nahm die Behauptung, daß der Mensch keinen Willen mehr für das Gute habe, in einer Ausdehnung, nach welcher zugleich daraus folgte, daß der durch die Erbsünde verdorbene Mensch gar keine Willenskraft (Willensvermögen) mehr habe [67].« Hätte Plank noch hinzugefügt, daß er auch keine Erkenntniskraft für das Übersinnliche mehr habe, da das liberum arbitrium beides umfaßt, so würde er die lutherische Ansicht vollkommen richtig wiedergegeben haben [68]. Nach der lutherischen Orthodoxie verlor also der Mensch durch Adams Fall, um uns noch einmal kurz und umfassend auszudrücken, den höchsten und feinsten Teil seines geistigen Wesens, die gottverwandte Substanz desselben, das anerschaffene zu seiner Natur gehörige Organ für Gott und die göttlichen Dinge, so daß der Mensch nach dessen Verlust zu einer bloß irdischen Weltkraft herabsank, und nur mehr Organe für die endliche Welt, ihre Gesetze, Ordnungen und Beziehungen hatte.

Ist es schlechterdings undenkbar, wie aus dem Organismus des menschlichen Geistes ein Glied herausgenommen und vertilgt werden könne; wie ein Vermögen einer einfachen Wesenheit, die nicht aus Teilen zusammengesetzt ist, deren Vermögen nur für die Wissenschaft auseinander gehalten werden, in dem an sich Eines in allen und alle in Einem sind, solle von allen übrigen abgelöst und vernichtet werden mögen, so ist hiermit das Unbegreifliche der lutherischen Vorstellung von der Erbsünde noch nicht erschöpft [69].

[67] Plank Geschichte der Entwicklung usw. VI. B. S. 715. Wenn aber der verehrte Verfasser hinzufügt, daß jeder echte Anhänger der Augustinischen Theologie dieser Meinung sei, so ist damit gewiß etwas Unerweisliches, ja sehr leicht zu Widerlegendes gesagt.

[68] Solid. Declar. II. de lib. arbitr. § 2. p. 628. Hic est verus et unicus controversiae status, quid horninis nondum renati intellectus et voluntas ... ex propriis suis et post lapsum reliquis viribus praestare possit.

[69] Beza Quaest. et Resp, p. 45. macht der lutherischen Vorstellung den Vorwurf, daß sie zum Epikuräismus führe, indem in Folge ihrer konsequenten Entwicklung die Unsterblichkeit der Seele geleugnet werden müsse. Q. Ais igitur in summa, corruptas esse animae qualitates, non essentiam? Resp. Aio, et contrarium dogma dico esse certum et apertum ad Epicuraeismum iter, ad mortalitatem animae adstruendum, quoniam posita essentiae ipsius vel levissima corruptione, necesse sit, rem ipsam interitus obnoxiam confiteri etc.

wird fortgesetzt

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15. August
Berührt das mein Herz?

Wenn ich daran denke oder höre, dass viele Christen verfolgt werden und sogar das Leben für ihren Glauben hingeben, berührt das mein Herz oder kommt es bei mir nicht an? Bin ich offen für jenen Bruder oder für jene Schwester der Familie, der oder die ihr Leben hingibt für Jesus Christus? Beten wir füreinander? Ich stelle euch eine Frage, aber antwortet nicht mit lauter Stimme, sondern nur im Herzen: Wie viele von euch beten für die verfolgten Christen? Wie viele? Jeder möge im Herzen antworten.

Papst Franziskus in der Generalaudienz vom 25. September 2013


15. August
Andrés Solá y Molist

Vor 100 Jahren, am 15. August 1914, legte der spanische Katalane Andrés Solá y Molist CMF im Alter von 18 Jahren seine erste Profess als Claretiner ab. 1922 zum Priester geweiht, kam er im darauffolgenden Jahr nach Mexiko, um im Untergrund den verfolgten Katholiken beizustehen. Am 24. April 1927 wurde er zusammen mit dem mexikanischen Priester Trinidad Rangel und dem Laienmitarbeiter Leonardo Pérez verhaftet und am darauffolgenden Tag erschossen.

“Leonardo Pérez und der Priester Rangel starben anscheinend sofort, während unser Martyrer, tödlich verwundet, noch drei Stunden mit dem Tod kämpfte. Einige Eisenbahnarbeiter wurden aus nächster Nähe Zeugen des Martyriums. Als schon Stunden vergangen waren, gingen sie zu den Erschossenen hin. P. Andrés Solá kämpfte noch mit dem Tod, und als er merkte, dass diese Leute da waren, sagte er: ‘Zwei von uns sind Priester, und wir sterben für Jesus, wir sterben für Gott. Ich bin schwer verwundet, ich sterbe für Jesus. Vergessen Sie nicht, meiner Mutter, wie auch immer es Ihnen möglich ist, zukommen zu lassen, dass ich gestorben bin, aber sagen Sie ihr, dass sie einen Martyrer als Sohn hat.’ P. Solá bat um etwas Wasser, wie Jesus am Kreuz. Seine letzten Worte waren: ‘Mein Jesus, Barmherzigkeit! Jesus, vergib mir! Jesus, ich sterbe um deinetwillen. Mein Gott, ich sterbe für dich.’” (Quelle).

Am 20. November 2005 wurde zusammen mit zwölf weiteren mexikanischen Märtyrern seliggesprochen.


15. August
Johannes B. Torelló

Vor drei Jahren, am 15. August 2011, starb in Wien im Alter von fast 91 Jahren der in Barcelona geborene Theologe und Psychiater Dr. Johannes B. Torelló. Nach seiner Promotion in Medizin trat er 1941 dem Opus Dei bei und empfing 1948 die Priesterweihe. Von Franz Kardinal König sehr geschätzt, wirkte er ab 1964 in Österreich. Außerdem war er befreundet mit Viktor Frankl, dem Gründer der Logotherapie.


15. August
Pierre Goursat

Vor 100 Jahren, am 15. August 1914, wurde Pierre Goursat, der Gründer der katholischen Gemeinschaft Emmanuel, geboren. Er starb am 25. März 1991. 2010 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet.


14. August
Maria Eugenie delle Grazie

Vor 150 Jahren, am 14. August 1864, wurde in Ungarisch-Weißkirchen die Schriftstellerin Maria Eugenie delle Grazie geboren. Sie war eine Anhängerin des naturwissenschaftlich geprägten Materialismus eines Ernst Haeckel, bekehrte sich aber 1912 zum katholischen Glauben. Am 19. Februar 1931 starb sie in Wien.


14. August
Raimund Lull

Vor 700 Jahren, am 14. August 1314, segelte der selige Theologe und Mystiker Raimund Lull im Alter von über 80 Jahren ein letztes Mal nach Tunis, um die Muslime zu bekehren. In Algier überlebte er eine Steinigung und starb 1316 in Mallorca. Im Laufe seines Lebens gründete er mehrere Sprachschulen für Hebräisch, Arabisch und Chaldäisch.


14. August
Romanus Lysko

Vor 100 Jahren, am 14. August 1914, wurde in Horodok bei Lemberg der selige Romanus Lysko geboren. 1941 von Erzbischof Andrey Sheptytsky zum Priester geweiht, starb er 1949 an den Foltern unter den Sowjets, weil er sich weigerte, zur russisch-orthodoxen Kirche zu konvertieren. Am 27. Juni 2001 wurde er zusammen mit 27 weiteren ukrainischen Märtyrern seliggesprochen.


13. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurde die Biographie Christa Pfenningbergers über Matt Talbot und der Artikel von Peter Lippert über Dogma und Leben untergebracht. Die Meldung über die Kritik Manfred Spiekers an der Antwort der DBK auf den römischen Fragebogen zu den “pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung” findet man auf der Seite mit weiteren einschlägigen Meldungen.


13. August
Kanut Graf von Enffans d’Avernas

Vor 100 Jahren, am 13. August 1914, wurde der aus Schirmdorf (Steiermark) stammende Kanut Graf von Enffans d’Avernas OSB im Alter von 28 Jahren zum Priester geweiht. Er gehörte zur Missionsabtei St. Ottilien. 1921 wurde er nach Korea gesandt. Hier fand er in der kommunistischen Christenverfolgung mit vielen Mitbrüdern der Märtyrertod. Er starb am 6. November 1950 an den unmenschlichen Strapazen der Lagerhaft in Manpo.


12. August
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

26. Folge

Wollen wir daher verstehen und erklären, warum und wie die ersten Personen, und zwar sie allein, mit den Eigennamen Vater und Sohn bezeichnet werden, so müssen wir zu verstehen und zu erklären suchen, warum und wie die Produktion der zweiten Person aus der ersten, und zwar ausschließlich im Gegensatz zu der andern göttlichen Produktion, Zeugung genannt wird. Es sind eigentlich zwei Fragen, ob und wie die erste Produktion Zeugung genannt werden könne und müsse, und ob und wie dieser Name und der ihm zu Grunde liegende Begriff ihr allein und nicht auch der zweiten Produktion zukomme. Gleichwohl sind diese Fragen kaum getrennt zu behandeln; denn wenn die erste Produktion eben wegen ihres eigentümlichen Charakters den Namen in Anspruch nimmt, ist er damit schon der zweiten abgesprochen; und falls er dieser ebenfalls zukäme, würde er auch keineswegs den eigentümlichen Charakter der ersten bezeichnen.

Vieles scheint uns von dieser Untersuchung abzuschrecken. Man ruft uns die Worte des Propheten zu: "Seine Zeugung, wer wird sie erklären?" (Is 53,8) Man führt uns in dichten Scharen die heiligen Väter vor, die es für eine grenzenlose Verwegenheit halten, die Zeugung Gottes begreifen und den Unterschied der Zeugung von der Produktion des Heiligen Geistes ergründen zu wollen; die behaupten, man müsse diese Dinge im Glauben festhalten und sich nicht vergeblich abmühen, sie mit der Vernunft zu durchschauen, was den Gläubigen erst im Himmel aufbewahrt sei.

Fürchten wir nicht. Das alles gilt zunächst denjenigen, die im Lichte der bloßen Vernunft oder auch bloß an der Hand des Glaubens, nicht aus dem Glauben selbst, über das innere Geheimnis Gottes denken und reden, - wir entwickeln das Verständnis dieser Sache aus dem Glauben und seinen Daten. Es gilt ferner allen denen, die, wie die Eunomianer, gegen welche die heiligen Väter vorzüglich redeten, das Geheimnis vollständig ergründen und erschöpfen wollen, - wir wollen bloß den Sinn des Ausdruckes, womit die Offenbarung den Ursprung der zweiten Person bezeichnet, verstehen, ohne damit seinen Inhalt völlig zu ergründen. Wir wollen bloß untersuchen, warum und inwiefern die Offenbarung diesen der sinnlichen Welt entlehnten Begriff und Ausdruck auf Gott angewandt hat; da wir aber nicht einmal die sinnliche Zeugung in ihrem innersten Wesen begreifen und durchschauen, so werden wir noch viel weniger Anspruch darauf machen, das selbst für unsere Vernunft unsichtbare Ideal derselben aus seinem schwachen Abbilde zu ergründen und zu umspannen. Den Sinn der geoffenbarten Wahrheiten und den Zusammenhang derselben müssen wir so viel als möglich zu erfassen streben, wenn unser Glaube ein erleuchteter, inhaltreicher sein soll; um so viel weniger dürfen wir uns damit begnügen, bloße Formeln festzuhalten und deren Sinn für unbestimmbar auszugeben. Freilich klingen einzelne Ausdrücke der heiligen Väter so, als wenn dieses behauptet werden wollte. Aber es kam dies nur daher, weil die Wissenschaft zu ihrer Zeit den innern Organismus der Trinität noch nicht genug beleuchtet, den vollen, tiefen Sinn der Ausdrücke faktisch noch nicht genug erklärt hatte und man doch den Häretikern gegenüber behaupten mußte, daß die Bezeichnungen des Sohnes und des Heiligen Geistes nicht miteinander verwechselt werden dürften. Unterdes hat die theologische Wissenschaft immense Fortschritte gemacht; durch die wissenschaftliche Forschung und die übernatürliche Kontemplation, deren Gegenstand das Dogma bei den Heiligen war, ist es in klareren, helleren Zügen hervorgetreten, und so dürfen wir es wohl wagen, ohne den Vorwurf der Verwegenheit an unsere Frage heranzutreten. Wir dürfen es um so zuversichtlicher, als wir in dem Vorhergehenden eigentlich schon den sachlichen Unterschied zwischen der zweiten und dritten Person erklärt und begründet und jetzt im Grunde nur die Namen zu erklären haben.

§ 16. Die Produktion der zweiten Person in Gott als Zeugung, ihr Produkt als Sohn

Zunächst soll natürlich durch den Namen der Zeugung die Produktion der zweiten Person in Gott von der Schöpfung, von dem Akte, durch den die außergöttlichen Wesen ins Dasein treten, unterschieden werden. Die Schöpfung ist eine freie Tat des göttlichen Willens, durch welche Gott Dinge, die aus sich nichts waren, ins Dasein ruft und ihnen ein von dem seinigen wesentlich verschiedenes Sein mitteilt. Sein inneres Wort hingegen bringt Gott dadurch hervor, daß er sein eigenes Sein, seine eigene Substanz in dasselbe hineinlegt. Das Wort geht aus dem Innersten, aus der Substanz des Vaters hervor, weil die letztere auf dasselbe übergeht und es in den Vollbesitz derselben Natur setzt, welche dem Vater eigen ist. Das ist aber das erste, wodurch sich die Zeugung in den Geschöpfen von jeder andern Hervorbringung unterscheidet: daß etwas von der Substanz des Hervorbringenden in das Produkt übergeht, und daß das Produkt selbst substantiell dem Hervorbringenden ähnlich ist. In der Regel sind beide Bedingungen in den Geschöpfen verbunden; die zweite ist immer und überall an die erste geknüpft, aber nicht umgekehrt. So geht z. B. auch bei den Parasiten, die auf einem Baume wachsen, etwas von der Substanz des Baumes als Stoff mit in das Produkt hinein; aber das spezifische Wesen des Baumes nicht. In Gott hingegen stehen die beiden Bedingungen in so wesentlichem Zusammenhang, daß man sie kaum voneinander unterscheiden kann. Die göttliche Substanz ist absolut einfach; deshalb geht nicht nur ein Teil derselben, wie das selbst bei der vollkommensten sinnlichen Zeugung geschieht, auf die zweite Person über, sondern die ganze Substanz. Diese Substanz ist aber durchaus vollkommen und lebendig; sie geht somit auch nicht über als zu formierender, zu belebender Stoff, sondern als absolute Vollkommenheit und reines Leben, womit das produzierte Subjekt ausgerüstet werden soll. Weil also die ganze Substanz mit ihrer ganzen Vollkommenheit auf das Produkt übergeht, deshalb sind auch bei der Produktion der zweiten Person die beiden ersten Bedingungen der Zeugung im vollkommensten Sinne vorhanden.

Wird fortgesetzt

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11. August
Fronleichnam

Vor 750 Jahren, am 11. August 1264, führte Papst Urban IV. (1261-1264) mit der Bulle Transiturus de hoc mundo das Fronleichnamsfest ein, das auf die Visionen der hl. Juliana von Lüttich zurückgeht.

Bei der Generalaudienz vom 17. November 2010 führte Benedikt XVI. darüber u.a. aus:

“Mit 16 Jahren hatte sie [Juliana von Lüttich] zum ersten Mal eine Vision, die sich ihr später in der eucharistischen Anbetung mehrmals wiederholte. In der Vision zeigte sich der Mond in seinem vollen Glanz, von einem dunklen Streifen durchquert. Der Herr gab ihr die Bedeutung dieser Erscheinung zu verstehen. Der Mond symbolisierte das Leben der Kirche auf der Erde, die trübe Linie dagegen das Fehlen eines liturgischen Festes, für dessen Einführung Juliana sich tatkräftig einsetzen sollte: ein Fest, bei dem die Gläubigen die Eucharistie anbeten konnten, um den Glauben zu mehren, die Übung der Tugenden zu fördern und die Schmähungen des Allerheiligsten Sakraments zu sühnen.
(...)
Auch Jacques Pantaléon aus Troyes wurde für das gute Anliegen des Fronleichnamsfestes gewonnen; er hatte die Heilige während seiner Amtszeit als Archidiakon in Lüttich kennengelernt. Als er dann mit dem Namen Urban IV. Papst geworden war, setzte er 1264 das Fronleichnamsfest als gebotenen Feiertag für die Universalkirche ein, am Donnerstag nach Pfingsten. In der Einsetzungsbulle mit dem Titel Transiturus de hoc mundo (11. August 1264) verwies Papst Urban sehr zurückhaltend auch auf Julianas mystische Erfahrungen und bestätigte damit ihre Echtheit. So schreibt er: »Wenngleich die Eucharistie jeden Tag gefeiert wird, so halten wir dafür, sie wenigstens einmal im Jahr ehrwürdiger und feierlicher zu begehen. Die anderen Dinge nämlich, derer wir gedenken, begreifen wir mit dem Geist und mit dem Verstand, erhalten aber deshalb nicht ihre Realpräsenz. In dieser sakramentalen Gedächtnisfeier Christi dagegen ist Jesus Christus, wenngleich unter anderer Gestalt, in seiner eigenen Substanz bei uns gegenwärtig. Denn bevor er in den Himmel aufgenommen wurde, sagte er: ›Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt‹ (Mt 28,20)«.

Der Papst selbst wollte mit gutem Beispiel vorangehen und feierte das Fronleichnamsfest in Orvieto, der Stadt, in der er damals residierte. Auf sein Geheiß hin wurde – und wird noch immer – im Dom der Stadt das berühmte Korporale mit den Spuren des eucharistischen Wunders verwahrt, das ein Jahr zuvor, 1263, in Bolsena geschehen war. Ein Priester wurde während der Wandlung von Brot und Wein von starken Zweifeln an der Realpräsenz von Leib und Blut Christi im Sakrament der Eucharistie befallen. Auf wunderbare Weise begannen einige Blutstropfen aus der geweihten Hostie hervorzuquellen. Auf diese Weise bestätigte sich das, was unser Glaube bekennt. Urban IV. bat einen der größten Theologen der Geschichte, den hl. Thomas von Aquin – er begleitete damals den Papst und befand sich in Orvieto –, die Texte für das liturgische Gebet dieses großen Festes zu verfassen. Sie werden heute noch in der Kirche verwendet: Meisterwerke, in denen Theologie und Poesie miteinander verschmelzen. Es sind Texte, die die Saiten des Herzens in Schwingung versetzen, um dem Allerheiligsten Sakrament Lob und Dank zum Ausdruck zu bringen, während der Verstand staunend in das Geheimnis vordringt und in der Eucharistie die lebendige und wahre Gegenwart Jesu erkennt, seines Liebesopfers, das uns mit dem Vater versöhnt und uns das Heil schenkt.

Zwar wurde nach dem Tod Urbans IV. die Feier des Fronleichnamsfestes auf einige Regionen Frankreichs, Deutschlands, Ungarns und Norditaliens beschränkt, aber ein anderer Papst, Johannes XXII., stellte es 1317 für die ganze Kirche wieder her. Seitdem hat das Fest eine wunderbare Entwicklung erfahren und ist beim christlichen Volk noch immer sehr beliebt. Ich möchte mit Freude darauf hinweisen, daß es heute in der Kirche einen »eucharistischen Frühling« gibt: Wie viele Menschen verweilen still vor dem Tabernakel, um mit Jesus ein liebevolles Gespräch zu führen! Es ist tröstlich zu wissen, daß nicht wenige Gruppen junger Menschen neu entdeckt haben, wie schön es ist, das Allerheiligste Sakrament anzubeten.”


11. August
Nikolaus von Kues

Vor 550 Jahren, am 11. August 1464, starb im umbrischen Todi im Alter von 63 Jahren der Theologe und Humanist Nikolaus Kardinal von Kues.


10. August
Satan im Vormarsch?

Klingenberg und der katholische Glaube

Von Dr. Eduard Kamenicky

Dritter Teil

Eine relative Selbständigkeit behauptet ein weiteres Motiv für die Verdrängung des Wissens um Teufel und Hölle, das zwar mit dem eben gekennzeichneten oft vereint auftritt, aber nicht eigentlich mit ihm identisch ist und hier sogleich angefügt werden muß: der antireligiöse Affekt. Für nicht wenige Menschen stellt die überhebliche Leugnung des Teufels nichts anderes als die Kehrseite ihrer nicht minder hochmütigen Leugnung Gottes dar. Tatsächlich hält der Teufel durch seine Existenz und Wirksamkeit, ja schon dadurch, daß der Mensch von seinem Dasein überzeugt ist, im Bewußtsein des Menschen Gott präsent; denn nur mit dem Teufel zu rechnen, aber nicht mit Gott, ist logisch so gut wie unmöglich. Der Faktor der Unberechenbarkeit, den der Teufel mit seinen dunkeln Machenschaften in das irdische Leben hineinträgt, wirkt dem Aufbau einer konsequent areligiösen Weltanschauung entgegen. Wer darum jede Erinnerung an Gott zum Schweigen bringen möchte, kann den Teufel nicht gelten lassen.

Konträr zum absoluten Nullpunkt an Glaubensbereitschaft verhält sich eine andere, nicht viel weniger ungesunde Einstellung, nämlich der ins Krause und Groteske auswuchernde Aberglaube. Obschon dem antireligiösen Affekt diametral entgegengesetzt, trägt er doch kaum weniger dazu bei, daß Satan und Dämonen unglaubwürdig werden. Subjektiv fromme und gutgemeinende, aber in ihrem Urteil höchst unsichere und in ihrem Pessimismus maßlose Christen vergangener Zeiten, die heute sehr leicht Nachfahren finden könnten, haben durch die Unausgewogenheit ihrer einseitigen Überzeugungen, nach welchen Welt und Gesellschaft von Dämonen geradezu durchsetzt sein sollen, dem Glauben, ohne es zu wollen, viel geschadet. Wer zuletzt immer, überall und in allem den Teufel sieht, hört, riecht und am Werke weiß, gibt eine überaus ernste Wahrheit dem Odium der Lächerlichkeit preis. Wollte man sich solche extreme Auffassungen zu eigen machen, würde man vermutlich verrückt; denn einer gleichsam kompletten Besetztheit aller Weltpunkte mit Teufeln und deren Fallstricken fühlt sich begreiflicherweise niemand gewachsen. Daß der Aberglaube gerade auf diesem Gebiet seine üppigsten Blüten treibt, ist bekannt. Die Gefahren für die seelische Gesundheit derer, die sich derartigen Verstiegenheiten öffnen und zuweilen wie magisch angezogen erscheinen von der Vision einer durch und durch dämonisierten Welt, sind beträchtlich. Abgesehen davon, daß eine solche, bisweilen wirklich krankhafte Schau des totalen Verderbens praktisch keinen Raum mehr für Gott, für die Engel und Heiligen, für Glaube und Gnade, für Friede und Freude im Heiligen Geiste offen läßt, widerspricht sie auch ganz dem kindlichen Vertrauen zu Gott, der Hoffnung, dem Bewußtsein der Heiligen. Wenn heute viele Menschen den Teufel kaum mehr ernst nehmen können, sind auch glaubenswidrige Übertreibungen der Vergangenheit (und Gegenwart?) schuld daran.

Verwandt damit ist ein anderes, unfreiwilliges Motiv für die Ausschaltung des Satans und aller bösen Geister aus dem modernen Weltbild: die Teufelsposse - der sehr alte und in seinen Ausdrucksformen sehr merkwürdige Drang, den Teufel und seine Künste zu verspotten. Heute noch kann man mancherorts religiöse Volksbräuche antreffen, in denen der Teufel regelrecht verulkt wird. Auch das hat eine genuin christliche Wurzel: den Jubel der Erlösten über die Fesselung des Erzfeindes der Menschheit durch Christus. Aber der Schößling, den diese Wurzel hervortreibt, bleibt unveredelt oder verwildert rasch. Und es kann nicht wundernehmen, daß sich jene elementare Freude bei wenig gebildeten, eher naturbelassenen und naiven Typen mitunter recht derb manifestiert. Das wäre an sich kein Unglück. Wenn man aber beobachtet, wie jahrhundertelange Gepflogenheiten dieser Art den gefallenen Engelsfürsten schließlich zu einer komischen Figur abgleiten lassen, zum Krampus, zu Perchten und Fratzen der Fastnacht, wird der Vorgang religiös bedenklich. Sieht man sich durch ernste Phänomene plötzlich vor die Notwendigkeit gestellt, diese fast kasperlhafte Gestalt mit der ihr in Wahrheit eigenen geistigen Potenz zu füllen, gelingt das nicht mehr - sehr zum Nachteil einer dämonisch heimgesuchten Welt und sehr zum Vorteil ihres listigen Feindes.

An letzter Stelle muß endlich noch ein Motiv für die Verdrängung Satans genannt werden: der Wille zur Distanz von allem, was mit diesem dunkeln Bereich zusammenhängt. Er äußert sich als eine im Kern gesunde Abwehrreaktion gegen die seltsamen Anbiederungsversuche an diese Sphäre, zu welchen sich gar nicht so wenige Menschen angestachelt fühlen, gegen das oft von törichter Neugierde inspirierte Bestreben, mit dem Teufel und den Dämonen in Kontakt zu treten, und gegen die ganz und gar widerliche Ausnützung der Möglichkeit hiezu, die vom Spiritismus über schwarze Magie bis zum Teufelskult reicht. Diese Dinge wecken bei vielen Menschen einen solchen Abscheu, daß sie vom Teufel überhaupt nichts mehr hören und wissen wollen. Auch diese begreifliche Protesthaltung kommt den dunkeln Mächten zugute: an die Stelle wissender Vorsicht tritt eine »ignorantia affectata«, eine erkünstelte Unwissenheit, die den Feind desto ungehinderter agieren läßt.

wird fortgesetzt

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3. August
Wer ist ein Fundamentalist?

Von Robert Spaemann

Zweiter und letzter Teil

Das Irreführende in diesem polemischen Bild liegt darin, daß stillschweigend unterstellt wird, diese vier Merkmale hingen wesentlich zusammen. Wer etwas zweifelsfrei für wahr hält, ist unduldsam gegen andere, wer glaubt, mit der modernen Zivilisation sei etwas fundamental nicht in Ordnung, ist ich-schwach und fühlt sich ganz einfach bestimmten Herausforderungen nicht gewachsen. Wer also z.B. die jungfräuliche Geburt Jesu für eine absolute Wahrheit hält, der steht auf Kriegsfuß mit der modernen Wissenschaft, er ist zweitens intolerant und drittens geborgenheitssüchtig.

Aber wieso eigentlich? Die Wissenschaft lehrt uns, was die Menschen immer schon wußten, daß nämlich in der Regel und normalerweise Kinder nicht von Jungfrauen geboren werden. Bekanntlich ging auch der heilige Josef davon aus. Wenn er sich durch einen Engel über diesen besonderen Fall belehren ließ und wenn die Christen behaupten, daß es einmal eine Ausnahme von dieser Regel gab, nämlich als das ewige Wort Fleisch annahm, dann kann man das glauben oder nicht, die Wissenschaft hat dazu überhaupt nichts zu sagen. Sie spricht über die Welt, nicht über deren Ursprung, sie spricht über Regeln und Gesetze, nicht über das Einmalige.

Und wieso ist der intolerant, der etwas tatsächlich für wahr hält? (Absolute Wahrheit ist ja so etwas wie ein weißer Schimmel. Jede Wahrheit ist absolut, oder sie ist überhaupt keine Wahrheit.) Die gleiche Offenbarung, die uns mit göttlicher Autorität darüber belehrt, daß Jesus für unsere Sünden gestorben, am dritten Tag auferstanden ist und uns vom Tod errettet hat, lehrt uns auch, daß der Glaube eine übernatürliche Gnade, also unerzwingbar, ist. Das gleiche 2. Vatikanische Konzil, das die religiöse Toleranz als Pflicht lehrte, lehrte die "unhinterfragbare" Wahrheit des Dogmas. Intolerant sind unsere liberalen Antifundamentalisten. Denn sie lehren tatsächlich nicht, fremde Überzeugungen zu achten, sondern sie möchten es verbieten, überhaupt Überzeugungen zu haben. Und schließlich die Ich-Schwäche: Gewiß gibt es das Phänomen des Sektierers, der seinen Kopf bei der Gruppe oder deren Leitung abgibt. Aber gilt das für jeden Katholiken, der der Kirche den Glaubensgehorsam leistet, den das 2. Vatikanische Konzil so eindeutig verlangt? Tatsächlich wird der christliche Glaube im Neuen Testament als ein Akt und eine Haltung des Gehorsams beschrieben. Aber der Gehorsam ist nicht blind. "Ich weiß, wem ich geglaubt habe", schreibt der heilige Paulus. Der Gehorsam wird in Freiheit und Mündigkeit einer Person geleistet. Das Dogma ist ein eindeutiger Satz, der die Zustimmung freier, vernünftiger Wesen verlangt. Die heute gängige Alternative dazu ist die unreflektierte, halb unbewußte, passive Anpassung an gewisse Trends, deren Inhalt bezeichnenderweise nie klar formuliert wird. So soll es nach Ansicht der katholischen Liberalen nicht auf die Zustimmung zu den Texten des 2. Vatikanischen Konzils ankommen - die Progressisten stehen ja mit viel mehr Sätzen des Konzils auf Kriegsfuß als die Traditionalisten - sondern auf das Weitergehen in einer angeblich vom Konzil gewiesenen Richtung. Aber was diese Richtung ist, zu welchem Ziel sie führen soll, das soll sich wiederum nicht aus den Sätzen des Konzils ergeben, sondern das hat man zu fühlen, darüber hat man sich sozusagen augenzwinkernd zu verständigen, und es gilt als Mangel an Taktgefühl und gutem Willen, als Ausdruck entweder von Naivität oder von fundamentalistischem Starrsinn, wenn hier jemand um ausdrückliche Auskunft bittet. Überhaupt gehört ein gewisser Irrationalismus, Verdächtigung der Logik und eine seltsame Mischung von Sentimentalität und Erbarmungslosigkeit zu den Kennzeichen liberaler katholischer Antifundamentalisten.

Sie hätten es auch gerne, wenn sie die Liebe mancher Katholiken zum alten römischen Ritus unter Nostalgie verbuchen könnten. Gewiß, die Liebe zu überkommenen Formen des Kultes ist auch schon als solche etwas, das sich vor jeder Vernunftinstanz rechtfertigen kann. Aber hier geht es ja tatsächlich um mehr. Diese Katholiken können meist recht genau angeben, welche Inhalte unseres gemeinsamenkatholischen Glaubens mit dem Verlust dieser Formen und Texte verloren gehen oder doch in den Schatten treten.

Nein. So leicht sind wir nicht mit einem Schlag-Wort einzuschüchtern. Wir sind keine Fundamentalisten in dem ursprünglichen Sinn des Wortes, da wir an eine legitime Entwicklung des Christentums und der Kirche glauben. Wir sind auch keine Fundamentalisten in dem Sinn des Wortes, der zu Zwecken der Diffamierung erfunden wurde. Wir wollen keine blasphemischen Schriftsteller ermorden, wir sind keine sektiererischen Wissenschaftsfeinde, wir sind vielmehr genügend in wissenschaftlichem Geist geschult, um laienhafte Psychogramme, die auf Ferndiagnose beruhen, auf sich beruhen zu lassen. Wenn allerdings der Papst, wie man des öfteren hört, ein Ayatollah ist, wenn es sich bei dem neuen Katechismus der Katholischen Kirche um ein fundamentalistisches Machwerk handelt, kurz, wenn Fundamentalismus einfach ein diffamierendes Synonym für Rechtgläubigkeit ist, dann allerdings sind wir gern bereit, uns diesen Schimpfnamen als Ehrennamen zueigen zu machen.

Denn so übel ist er ja nicht, wenn man dabei an das Wort des heiligen Paulus denkt: "Ein anderes Fundament kann niemand legen außer dem, das gelegt ist, nämlich Jesus Christus" (1 Kor 3,11 ).

Zum ersten Teil


2. August
Tödliche Normenverschiebung

Von P. Engelbert Recktenwald

Es ist immer wieder interessant, den Argumenten auf den Zahn zu fühlen, die gegen einen konsequenten Lebensschutz angeführt werden. Im Deutschlandfunk hat nun Thorsten Jantschek dargelegt, warum er das deutsche Embryonenschutzgesetz und den damit verbundenen “lupenreinen Lebensschutz” für zu streng hält. Er meint zwar, die “Ethik der Heiligkeit des Lebens”, die menschliches Leben aufgrund seines Personstatus als unbedingt schützenswert ansieht, sei gut begründet, nennt die Begründung aber nicht und setzt sich deshalb mit ihr auch nicht auseinander. Klopfen wir seinen Text auf die Argumente ab, die er gegen den Lebensschutz ins Feld führt, kommt im Wesentlichen nichts anderes heraus als die Behauptung, dass sich in der Gesellschaft eben ein “Wertewandel”, “eine Normenverschiebung”, “ein Mentalitätswandel” vollzogen habe. Die “moralischen Überzeugungen” haben sich geändert. So einfach ist das. Gründe für die neuen Überzeugungen werden nicht genannt. Sie sind selber ihre eigenen Gründe.

Die Ethik der Heiligkeit des Lebens ist Jantschek zufolge abgelöst worden vom moralischen Leitbild des guten und gelingenden Lebens. Doch dieser Wandel ist ein alter Hut. Schon vor vierzig Jahren wurde mit diesem Argument das Abtreibungsverbot gelockert bis hin zu seiner praktischen Abschaffung: Das gute und gelingende Leben der Mutter wurde gegen das Lebensrecht des Kindes ausgespielt. Jetzt sind es die zum Reproduktionstourismus gezwungenen Frauen und deren “moralisches Recht auf Fortpflanzung”, die Jantschek gegen das Embryonenschutzgesetz ins Feld schickt.

Es handelt sich nicht um einen neu aufkommenden Mentalitätswandel, sondern um den alten Konflikt zwischen Lebensrecht des Kindes und Selbstbestimmungsrecht der Eltern. Dass der von Jantschek diagnostizierte “Erosionsprozess” des Lebensschutzes immer weiter voranschreitet, ist dabei aber kein Argument für die Richtigkeit dieses Prozesses. Mit demselben Argumentationsmuster könnten künftige Jantscheks alle möglichen gesellschaftlichen Normenverschiebungen rechtfertigen, etwa Kriegsmentalität, Ausländerfeindlichkeit oder die Scharia. Die entscheidende Frage, die Jantschek zu stellen versäumt, ist die, ob es sich um einen gesellschaftlichen Wandel handelt, der zu unterstützen oder dem zu widerstehen ist, ob also Opportunismus oder Opposition angemessen ist.

Immerhin geht es hier um Leben oder Tod. Der Sachfrage, ob der Embryo ab der Befruchtung ein Mensch mit Personenstatus ist, ob er also ein Lebensrecht hat oder nicht, weicht Jantschek aus. Sie kann nicht mit Verweis auf die vorherrschende Mentalität in der Gesellschaft beantwortet werden, sondern umgekehrt entscheidet sie darüber, welche Mentalität in der Gesellschaft denn eigentlich herrschen sollte. In der Logik Jantscheks wird die Rede von Rechten zu einer bloßen façon de parler, da das Lebensrecht von der Gesellschaft je nach Mentalitätslage verliehen oder aberkannt wird. Auf die fatalen Folgen für die Gesellschaft hat der von Jantschek zitierte Spaemann schon 1988 aufmerksam gemacht: “Jeder von uns tritt kraft eigenen Rechts in die Gesellschaft ein. Sobald er da ist, ist er Mitglied, geborenes Mitglied, nicht kooptiertes Mitglied. Die Verwandlung der Gesellschaft in eine Vereinigung, deren Mitglieder kooptiert werden, wäre das Ende einer freien Gesellschaft” (Verantwortung für die Ungeborenen, wieder veröffentlicht in Grenzen. Zur ethischen Dimension des Handelns, Klett-Cotta 2001, S. 367-382).

Verräterisch ist eine Aussage Jantscheks gegen Ende seiner Ausführungen: “Eine ethisch aufgeklärte Gesellschaft ist in der Lage zu wissen, dass eine befruchtete menschliche Eizelle weder Etwas ist, mit dem man beliebig verfahren kann, noch dass sie Jemand ist, den es unbedingt zu schützen gilt.” Abgesehen davon, dass seine Ausführungen wiederum nicht über den reinen Behauptungsstatus hinauskommen und aus dem Erosionsprozess nun plötzlich ein Aufklärungsprozess geworden ist, geht aus ihnen hervor, dass Jantschek Aufklärung über die Frage, was die befruchtete Eizelle ist, von der Ethik erwartet, also nicht etwa von der Biologie oder der Anthropologie. Die Umgehung der Sachfrage hat System. Und auf ethischer Ebene hat Jantschek wie beschrieben nur die gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse zur Problemlösung anzubieten. Die vorherrschende Mentalität beeinflusst jetzt plötzlich nicht nur Überzeugungen, sondern erzeugt sogar “Wissen”. Analoges gab es schon in der Geschichte der Sklaverei oder der Indianerunterdrückung.

Ist dieses Glanzstück tiefschürfender Argumentation ein Symptom für den Qualitätszustand des heutigen Journalismus? Schlimmer: der Philosophie! Jantschek ist Philosoph in Bremen.

Weitere Beiträge zum Thema Lebensschutz


2. August
Gonzalo Carrasco Espinosa

Vor 100 Jahren, am 8. August 1914, wurde der Maler Gonzalo Carrasco Espinosa SJ (1859-1936) während der mexikanischen Katholikenverfolgung verhaftet und zum Tode verurteilt. Er entging der Hinrichtung durch ein Porträt, das er vom mexikanischen Präsidenten Venustiano Carranza machte und das diesem so gut gefiel, dass er die Todesstrafe in die Strafe des Exils verwandelte. Carrasco starb am 19. Januar 1936 in Puebla.


2. August
Friedrich Muckermann

Vor 100 Jahren, am 7. August 1914, wurde Friedrich Muckermann SJ (1883-1946) zum Priester geweiht. Wegen seines unermüdlichen Engagements gegen den Nationalsozialismus musste er 1934 nach Holland, später in die Schweiz und nach Frankreich emigrieren. Seit 1925 gab er die Kulturzeitschrift Der Gral heraus. Er schrieb bedeutende Werke über Goethe und Solowjew.


2. August
Gesellschaft Jesu

Vor 200 Jahren, am 7. August 1814, stellte Papst Pius VII. mit der Bulle Sollicitudo omnium ecclesiarum den Jesuitenorden wieder her, den Papst Clemens XIV. 1773 aufgehoben hatte. Die Bulle wurde in der Jesuitenkirche Il Gesù verlesen, nachdem der Papst am Ignatiusaltar die hl. Messe gefeiert hatte.


1. August
Antisemitismus

Am selben Tag, an dem wir der Märtyrer des 20. Juli 1944 gedachten, war die aktuelle Israelpolitik Gegenstand von Hass- und Hetz-Demonstrationen. „Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“, skandierte in Berlin ein Mob aus arabischen Muslimen und Linkspartei-Jugend. Sie lesen richtig: Links!

Peter Hahne in einem Gastkommentar in ideaSpektrum vom 30. Juli 2014, S.3.


1. August
Johannes Petrus Maria van der Ploeg

Vor zehn Jahren, am 4. August 2004, starb in Nijmegen im Alter von 95 Jahren der Theologe Johannes Petrus Maria van der Ploeg OP., ein Kritiker des Holländischen Katechismus und nachkonziliarer Verirrungen.


1. August
Die Synode von Arles

Vor 1700 Jahren, am 1. August 314, versammelten sich 33 Bischöfe zur Synode von Arles, die im Donatistenstreit die Gültigkeit der Ketzertaufe feststellte und die in Nordafrika verbreitete rigoristische Sekte der Donatisten verurteilte. Diese hielt sich aber noch über 100 Jahre. Zu den Synodenteilnehmern gehörten die britannischen Bischöfe von York, London und Lincoln und auch der hl. Maternus, der erste Bischof von Köln, der in der Teilnehmerliste an 24. Stelle rangierte.


31. Juli
Frühzeitige Warnung aus Rom vor der Genderideologie

Heute vor zehn Jahren, am 31. Juli 2004, veröffentlichte die Kongregation für die Glaubenslehre unter ihrem Präfekten Joseph Kardinal Ratzinger ein Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt. Darin wird auch die Genderideologie präzise beschrieben und zurückgewiesen. Angesichts der Entwicklung, die diese Ideologie inzwischen genommen hat, kann man das Schreiben nur als prophetisch bezeichnen. Doch es stieß in manchen Regionen, wie wir es ja schon gewohnt sind, auf taube Ohren, so dass die Ausbreitung dieser Ideologie auf keinen Widerstand seitens der Kirche stieß. Inzwischen sind jedoch einige Bischofskonferenzen aufgewacht und schlagen Alarm, so die polnische, portugiesische und slowakische.

Wir bringen hier einige Ausschnitte:

2. In den letzten Jahren haben sich in der Auseinandersetzung mit der Frauenfrage neue Tendenzen abgezeichnet. Eine erste Tendenz unterstreicht stark den Zustand der Unterordnung der Frau, um eine Haltung des Protestes hervorzurufen. So macht sich die Frau, um wirklich Frau zu sein, zum Gegner des Mannes. Auf die Missbräuche der Macht antwortet sie mit einer Strategie des Strebens nach Macht. Dieser Prozess führt zu einer Rivalität der Geschlechter, bei der die Identität und die Rolle des einen zum Nachteil des anderen gereichen. Die Folge davon ist eine Verwirrung in der Anthropologie, die Schaden bringt und ihre unmittelbarste und unheilvollste Auswirkung in der Struktur der Familie hat.

Im Sog dieser ersten Tendenz ergibt sich eine zweite. Um jegliche Überlegenheit des einen oder des anderen Geschlechts zu vermeiden, neigt man dazu, ihre Unterschiede zu beseitigen und als bloße Auswirkungen einer historisch-kulturellen Gegebenheit zu betrachten. Bei dieser Einebnung wird die leibliche Verschiedenheit, Geschlecht genannt, auf ein Minimum reduziert, während die streng kulturelle Dimension, Gender genannt, in höchstem Maß herausgestrichen und für vorrangig gehalten wird. Die Verschleierung der Verschiedenheit oder Dualität der Geschlechter bringt gewaltige Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen mit sich. Diese Anthropologie, die Perspektiven für eine Gleichberechtigung der Frau fördern und sie von jedem biologischen Determinismus befreien wollte, inspiriert in Wirklichkeit Ideologien, die zum Beispiel die Infragestellung der Familie, zu der naturgemäß Eltern, also Vater und Mutter, gehören, die Gleichstellung der Homosexualität mit der Heterosexualität sowie ein neues Modell polymorpher Sexualität fördern.

3. Die unmittelbare Wurzel der genannten Tendenz findet sich im Kontext der Frauenfrage. Ihre tiefste Begründung muss aber im Versuch der menschlichen Person nach Befreiung von den eigenen biologischen Gegebenheiten gesucht werden. [1] Gemäß dieser anthropologischen Perspektive hätte die menschliche Natur keine Merkmale an sich, die sich ihr in absoluter Weise auferlegen: Jede Person könnte und müsste sich nach eigenem Gutdünken formen, weil sie von jeder Vorausbestimmung auf Grund ihrer Wesenskonstitution frei wäre.

Diese Perspektive hat vielfältige Auswirkungen. Zum einen wird dadurch die Meinung bekräftigt, die Befreiung der Frau bringe eine Kritik an der Heiligen Schrift mit sich, die ein patriarchalisches Verständnis von Gott überliefere, das von einer wesentlich männlichen Kultur genährt sei. Zum anderen ist es gemäß dieser Tendenz unwichtig und bedeutungslos, dass der Sohn Gottes die menschliche Natur als Mann angenommen hat.

4. Angesichts dieser Denkströmungen spricht die Kirche hingegen, erleuchtet vom Glauben an Jesus Christus, von aktiver Zusammenarbeit von Mann und Frau bei ausdrücklicher Anerkennung ihrer Verschiedenheit.

[...]

8. Eine Durchsicht dieser grundlegenden Texte macht es möglich, einige Kernaussagen der biblischen Anthropologie zu bekräftigen. Vor allem muss der personale Charakter des Menschen unterstrichen werden. „Der Mensch ist eine Person: das gilt in gleichem Maße für den Mann und für die Frau; denn beide sind nach dem Bild und Gleichnis des personhaften Gottes geschaffen“. [2] Die gleiche Würde der Personen verwirklicht sich als physische, psychologische und ontologische Komplementarität, die eine auf Beziehung angelegte harmonische „Einheit in der Zweiheit“ schafft. Nur die Sünde und die in der Kultur eingeschriebenen „Strukturen der Sünde“ haben aus dieser Beziehung eine potentielle Konfliktsituation gemacht. Die biblische Anthropologie legt nahe, die Probleme im Zusammenhang mit der Verschiedenheit des Geschlechts auf öffentlicher und privater Ebene in einer Weise anzugehen, die von der gegenseitigen Beziehung und nicht von Konkurrenz oder Rache ausgeht.

Darüber hinaus ist zu unterstreichen, wie wichtig und sinnvoll die Verschiedenheit der Geschlechter als eine dem Mann und der Frau tief eingeschriebene Wirklichkeit ist. „Die Geschlechtlichkeit kennzeichnet Mann und Frau nicht nur auf der physischen, sondern auch auf der psychologischen und geistigen Ebene und prägt alle ihre Ausdrucksweisen“.[3] Sie kann nicht auf einen unbedeutenden biologischen Aspekt reduziert werden, sondern „ist eine grundlegende Komponente der Persönlichkeit; sie ist eine ihrer Weisen zu sein, sich zu äußern, mit den anderen in Kontakt zu treten und die menschliche Liebe zu empfinden, auszudrücken und zu leben“.12 Diese Fähigkeit zu lieben, Abglanz und Bild Gottes, der die Liebe ist, äußert sich auch im bräutlichen Charakter des Leibes, in dem die Männlichkeit bzw. die Weiblichkeit der Person eingeschrieben ist.

Diese anthropologische Dimension der Geschlechtlichkeit kann nicht von der theologischen Dimension getrennt werden. Das menschliche Geschöpf in seiner Einheit von Seele und Leib ist von Anfang an durch die Beziehung zum anderen gekennzeichnet.

[1] Zur komplexen Frage des Gender vgl. auch Päpstlicher Rat für die Familie, Familie, Ehe und „de-facto“ Lebensgemeinschaften (26. Juli 2000), 8: L’Osservatore Romano. Wochenausgabe in deutscher Sprache (22. Dezember 2000), 8.

[2] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988), 6: AAS 80 (1988) 1663.

[3] Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Orientierung zur Erziehung in der menschlichen Liebe. Hinweise zur geschlechtlichen Erziehung (1. November 1983), 4: Ench. Vat. 9, 423.

Weitere Infos zur Gendertheorie


30. Juli
Die preußische Kirchenpolitik bis zum 19. Jahrhundert

Von Julius Bachem

Fünfter Teil

Den Katholiken der neu erworbenen westlichen Landesteile wurde durch die königlichen Besitzergreifungspatente der Schutz ihrer Religion feierlich zugesagt. Behufs Wiederherstellung der zerstörten kirchlichen Organisation knüpfte die Regierung Verhandlungen mit dem Römischen Stuhle an, welche zum Erlaß der Bulle De salute animarum führten. Durch diese Bulle, welche Papst Pius VII. am 16. Juli 1821 erließ und König Friedrich Wilhelm III. durch Kabinettsordre vom 23. August desselben Jahres zum Staatgesetz erhob, wurden acht Bischofssitze (Köln, Paderborn, Münster, Trier , Breslau, Ermland, Posen-Gnesen und Kulm) nebst Domkapiteln, Seminarien und theologischen Lehranstalten (bzw. theologischen Fakultäten) neu gegründet und zu deren Ausstattung die nötigen Fonds aus Staatsmitteln angewiesen. Die in der Bulle fixierte Verpflichtung, die einzelnen Sprengel zu dotieren und diese Dotationen auf Staatsdomänen zu radicieren, ist bis heute [1894] nicht erfüllt worden. Hinsichtlich der Bischofswahlen enthielt die Bulle De salute animarum nur die Bestimmung, daß der zu Wählende Preuße sein müsse. Durch das auf besonderer Vereinbarung mit der preußischen Regierung beruhende Breve Quod de fidelium ist jedoch auch die Wahl eines deutschen Priesters, der nicht Preuße sei, für zulässig erklärt worden, während andererseits das Kapitel verpflichtet wurde, vor der Wahl sich zu vergewissern, daß der in Aussicht genommene Kandidat keine dem Könige mißliebige Persönlichkeit sei. Die preußische Regierung hat seitdem wiederholt das Recht in Anspruch genommen, alle auf der vom Domkapitel vorzulegenden Kandidatenliste stehenden Kandidaten zu streichen und Ergänzung oder Vorlegung einer neuen Liste zu fordern, während der Apostolische Stuhl daran festhält, bei dem Listenverfahren müsse die Regierung behufs Ermöglichung einer Wahl drei Kandidaten auf der Liste stehen lassen.

Während die Bulle De salute animarum die äußeren Bedingungen für die Betätigung katholisch-kirchlichen Lebens wiederhergestellt hatte, machte sich die staatskirchliche Tradition der preußischen Kirchenpolitik alsbald wieder in der frühern Weise geltend. In alle kirchlichen Angelegenheiten wurde hineinregiert; in die Ausübung geistlicher Funktionen, die Verwaltung der geistlichen Seminarien, die Prüfungen der Aspiranten zum geistlichen Stande, das kirchliche Kollektenwesen, den Gebrauch der Katechismen in der Schule.

In der Frage der Mischehen traf König Friedrich Wilhelm III. [1797-1840] folgenschwere Anordnungen. Bereits i.J. 1803 hatte er durch die Deklaration vom 21. November eine Abänderung des § 76 des Allgemeinen Landrechts dahin getroffen, daß in Zukunft eheliche Kinder stets in der Religion des Vaters zu erziehen seien. Diese Deklaration ward durch Kabinettsordre vom 17. August 1825 auch auf die Rheinlande und auf Westfalen ausgedehnt. Zur Begründung wies die Kabenettsordre auf die in den östlichen Provinzen geltende Praxis hin, wo tatsächlich, insbesondere in der Diözese Breslau, die Nachgiebigkeit gegen die Forderungen der Regierung bis zum vollen Widerspruch gegen alle kirchlichen Grundsätze und den Apostolischen Stuhl getrieben wurde. Inzwischen richtete Papst Pius VIII. [31.3.1829-30.11.1830] am 25. März 1830 das Breve Litteris altero ab hinc an die vier rheinisch-westfälischen Bischöfe. Dasselbe ließ die allgemein geltende Norm unberührt, wonach die Erlaubnis zur Einsegnung einer gemischten Ehe von der Verbürgung ungefährdeter Religionsübung des katholischen Teils, katholischer Erziehung der Kinder und ausschließlicher Einsegnung der Ehe durch den katholischen Geistlichen abhängig sein sollte. Mit Rücksicht auf die eigentümlichen Verhältnisse in Preußen gestattete aber der Papst den Pfarrern die passive Assistenz auch ohne die Gewährung dieser Bürgschaften und erklärte, dass in Zukunft auch die ohne Beobachtung der tridentinischen Form geschlossenen Ehen gültig sein sollten. Die Regierung wünschte jedoch ein der Durchführung der Kabinettsordre vom 17. August 1825 nicht entgegenstehendes Breve und wußte die rheinisch-westfälischen Bischöfe zum Abschluß der Geheimen Konvention über die gemischten Ehen vom 19. Juni 1834 zu bestimmen, welche über die vom Apostolischen Stuhle gewährten Zugeständnisse weit hinausging und das Breve Litteris altero ab hinc in wesentlichen Punkten verletzte, indem sie insbesondere von dem Versprechen der katholischen Kindererziehung als unerläßlicher Bedingung absah. Erzbischof Ferdinand August [von Spiegel] von Köln [1824-1835] und die Bischöfe von Trier, Münster und Paderborn erließen auf Grund jener Konvention Pastoral-Instruktionen, welche die Abnahme eines Versprechens der katholischen Kindererziehung ausdrücklich untersagten.

wird fortgesetzt

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29. Juli
Die hierokratische Theorie im Spätmittelalter

Ihr paradoxes Schicksal als paradigmatisches Beispiel kirchlicher Krise

Von P. Engelbert Recktenwald

Zweiter Teil

Es lassen sich ab dem 12. Jahrhundert zwei Traditionslinien unterscheiden: die theologische und die kanonistische. Dabei hält die kanonistische Linie bezeichnenderweise weitaus länger am Dualismus fest als die theologische. Letztere entwirft ein ideales Bild der Christenheit, erstere hat es mit den konkreten Realitäten zu tun. Aus diesem Grund neigt die theologische Linie, repräsentiert etwa durch Hugo von St. Victor und Johannes von Salisbury, zur Herausarbeitung einer geschlossenen Einheit der christlichen Heilsordnung, neben der kein Platz mehr ist für eine selbständige politische Gewalt. Diese wird zu einem Moment innerhalb der Kirche herabgedrückt. Deutlich wird dies etwa formuliert von Hugo von St. Victor (+ 1141), der daraus auch das Absetzungsrecht der "spiritualis potestas" - wiederum das Abstractum statt des Papstes! - ableitet. Demgegenüber war die kanonistische Tradition lange Zeit weitaus vorsichtiger. So wurde etwa von den Glossatoren des Decretums Gratiani das Recht der Thronenthebung, das Papst Gregor VII., sich auf das historische Vorbild des Papstes Zacharias' stützend, der den Frankenkönig abgesetzt habe, beanspruchte, stets abschwächend interpretiert: Die Thronenthebung sei eine Folge der Exkommunikation (so Gratian), der Papst habe nicht abgesetzt, sondern der Absetzung nur zugestimmt (so Simon von Bisignano, Schüler Gratians). Nach Huguccio, dem "Meister der Dekretisten" (+ 1215), sind beide Gewalten "quoad institutionem" voneinander unabhängig. Einig war man sich auch lange Zeit darin, daß man nicht vom weltlichen Richter an den Papst appellieren könne, ein Grundsatz, an dem noch Papst Alexander III. (1159-1181), der erste große Kanonist auf dem päpstlichen Stuhl, festhielt. Richard Anglicus, ein englischer Kanonist, der Ende des 12. Jahrhunderts in Bologna, der bedeutendsten mittelalterlichen Kanonistenschule, lehrte, geht in einer ausführlichen Quaestio auf die Zweischwerterlehre ein und verteidigt den Dualismus ausdrücklich gegen die entgegengesetzten Thesen. Der Grundsatz Alexanders III. ist für ihn ein Argument dafür, daß der weltliche Herrscher sein Schwert nicht vom Papst empfangen hat, sondern von Gott allein.

Doch bald wendet sich das Blatt, und zwar durch Innozenz III. (1198-1216), einem Schüler Huguccios. Er verbindet die theologische Tradition mit der kanonistischen, wertet sie kanonistisch aus und setzt ihre Aussagen in rechtliche Machtansprüche des Papstes um. Dabei bleibt der Dualismus im Prinzip erhalten, doch "ratione peccati" werden dem Papst Eingriffsmöglichkeiten in die weltliche Herrschaftsführung eröffnet. Damit wird dem Papst die Urteilsbefugnis und Richtermacht über den rechten oder unrechten Gebrauch der potestas temporalis eingeräumt. Dies ist der entscheidende Ansatz zur Lehre über die potestas indirecta in temporalibus, die von den Dekretalisten des 13. Jahrhunderts weiter ausgebaut wird und einen fließenden Übergang zur potestas directa ermöglicht. Alanus Anglicus, zu Beginn des 13. Jahrhunderts Kanonist in Bologna, ist der Vorreiter der neuen Position. Der Papst ist "iudex ordinarius imperatoris et quoad temporalia et quoad spiritualia". Deshalb kann der Papst den Kaiser auch im Notfall absetzen. Der Kaiser hat sein Schwert vom Papst. Nach Johannes Teutonicus kann der Papst den Kaiser wegen Häresie und anderer "iniquitates" absetzen, nach Gottfredo von Trani (+ 1245), einem Kanonisten in Bologna, wegen Häresie und dem Versäumnis, gegen Häretiker vorzugehen. Einen weiteren Schritt vollzieht Innozenz IV. (1243-1254), der dem Papst, den vicarius-Christi-Titel auswertend, prinzipiell dieselbe Machtstellung dem Kaiser gegenüber zuspricht wie Christus selbst, der "iure naturali" den Kaiser und alle anderen Herrscher absetzen kann. Diese Theorie findet Eingang in die kanonistische Tradition, vor allem durch Heinrich von Segusia (Hostiensis, + 1270), den "monarcha iuris utriusque".

Eine ebenso große Bedeutung wie die Unterscheidung von direkter und indirekter Gewalt in temporalibus gewinnt die Unterscheidung zwischen dem Besitz des weltlichen Schwertes und seinem Gebrauch. Wenn auch dem Kaiser die executio des Schwertes zukommt, so bleibt es doch stets im rechtmäßigen Besitz des Papstes. Bedeutet dies nun, daß der Kaiser seine Gewalt nur über die Kirche empfängt? Die Antworten fallen verschieden aus. Wie fließend die Übergänge sind, zeigt etwa die Auskunft Bernhards von Botone, des bedeutendsten Glossators des Liber Extra, aus der Mitte des 13. Jahrhunderts: Zunächst hält er daran fest, daß das Imperium allein von Gott ausgeht, dann aber läßt er den Kaiser von der Kirche die "executio gladii temporalis" empfangen. Der Papst hat also doch beide Schwerter und besitzt deshalb gegenüber dem Kaiser das Konfirmations-, Konsekrations-, Krönungs- und Absetzungsrecht. Der Dualismus wird immer mehr verdrängt zugunsten der hierokratischen Theorie, die beide Schwerter dem Papst zuspricht und die Herrschaft des Kaisers bzw. des Königs in eine immer größere Abhängigkeit vom Papst bringt. Wir befinden uns hier in einer Zeit, in der auch realpolitisch das Papsttum sich auf einem Höhepunkt befand: 1245 setzt Innozenz IV. den Staufer Friedrich II. ab, 1279 akzeptiert Rudolf von Habsburg die päpstliche Theorie.

Neue Anstöße empfängt die Diskussion durch das Vordringen des Aristotelismus. 1260 übersetzt Wilhelm von Moerbecke die "Politik" des Aristoteles. Sie wird als erstes kommentiert von Albert dem Großen und Thomas von Aquin. Wir können nun die interessante Beobachtung machen, daß das aristotelische Gedankengut sowohl von den Dualisten wie von deren Gegnern für die jeweils eigene These ausgewertet wird. Auf der einen Seite fördert der Aristotelismus eine natürliche Sicht des Staates, die dessen Eigenständigkeit in einem positiven Sinne anerkennt. Der Staat ist nicht mehr bloß ein notwendiges Übel infolge der Erbsünde, das erst durch die Kirche, d.h. durch die Integrierung in die übernatürliche Heilsordnung, geheilt werden kann. Das war die augustinische Konzeption des Staates. Nun rückt der Mensch als ein animal sociale ins Blickfeld. Der Staat ergibt sich aus der Natur des Menschen und hat deshalb eine Daseinsberechtigung und einen positiven Wert vor und unabhängig von der christlichen Heilsordnung. Auf der anderen Seite machen sich die Gegner des Dualismus die aristotelische Lehre von der Hierarchie der Zwecke zunutze. Wenn irgendeinmal dem Menschen ein Ziel vorgegeben wird, das über das natürliche Ziel des Staates hinausliegt, dann kann dieses gar nicht anders, als jenem sich unterzuordnen. Gerade die aristotelische Zwecklehre schließt ein Fortdauern der Autonomie des Staatszweckes aus. Die aristotelische Eigenständigkeit des Staates kann - auch und gerade mit Aristoteles selber - nur solange anerkannt werden, solange in der Menschheitsgeschichte kein höheres, übernatürliches Ziel auftaucht. So sehr ein solches außerhalb des Blickfeldes des Aristoteles lag, so selbstversändlich ist es allen Diskussionsteilnehmern unseres Zeitraumes bis zum Ausgang des Mittelalters. Von daher erklärt sich die ambivalente Wirkung des Aristotelismus in der mittelalterlichen Diskussion über das Verhältnis von zeitlicher und geistlicher Gewalt.

wird fortgesetzt.

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28. Juli
Martin Lugmayr

Vor 25 Jahren, am 29. Juli 1989, wurde in Wigratzbad Martin Lugmayr zum Priester geweiht.
Er gehörte zu den Seminaristen, die 1988 das Priesterseminar von Erzbischof Marcel Lefebvre wegen der illegalen Bischofsweihen verließen und an der Gründung der Petrusbruderschaft beteiligt waren, ohne als eigentliche Gründer zu gelten. Später promovierte er bei Professor Manfred Hauke in Dogmatik mit einer Arbeit über Scheffczyks Schöpfungstheologie, aus der ein Auszug auf kath-info veröffentlicht ist.


28. Juli
Jean Ousset

Vor 100 Jahren, am 28. Juli 1914, wurde in Porto, Portugal, Jean Ousset geboren. 1946 gründete er in Paris zusammen mit Denis Demarque und Jean Masson die Cité catholique, in der sich Laien zum Aufbau einer christlichen Gesellschaftsordnung engagieren. Er veranstaltete Kongresse, an denen z.B. Gustave Thibon und Jean Madiran mitwirkten. Eines seiner Hauptwerke wurde auch ins Deutsche übersetzt: Aktion. Die Praxis der christlichen Gesellschaftslehre. Ousset starb am 20. April 1994 in Paris.


27. Juli
Das Urteil und sein Anspruch auf Wahrheit

Von Alexander Pfänder

Sechste Folge

In eine andere Beziehung zu den denkenden Menschen setzt der pragmatistische Wahrheitsbegriff die wahren Urteile, indem er behauptet, die Wahrheit eines Urteils bestehe in der Nützlichkeit, in der Lebensförderung, die das Urteil den Menschen gewähre. Daß hierin nun wieder eine unberechtigte Umdeutung des schlichten Wahrheitsbegriffes ausgesprochen ist, ergibt sich sogleich, wenn man sich fragt, ob wirklich mit der Erklärung, ein bestimmtes Urteil sei wahr, nichts anderes gemeint sei als, das Urteil sei nützlich; oder ob auf die Frage: »Ist das Urteil wahr?« die richtige Antwort gegeben wird durch die Behauptung, es sei nützlich. Schon die Tatsache, daß wahre Urteile schädlich, falsche Urteile nützlich sein können, ja schon die bloße Behauptung, daß es so sein könne, beweist, da sie keine in sich widerspruchsvolle ist, daß die Wahrheit eines Urteils nicht mit seiner Nützlichkeit identisch sein kann. Zum Überfluß sei noch darauf hingewiesen, daß die Wahrheitsforschung durchaus nicht nach der Nützlichkeit oder der Lebensförderung, die ein Urteil für die Menschen haben kann, sucht, um zu bestimmen, ob das Urteil wahr ist.

Diese unklare pragmatistische Lehre kann sich nicht einmal darauf zurückziehen, daß sie nur das Motiv des Fürwahrhaltens von Urteilen habe angeben, nicht aber den Wahrheitsbegriff selbst habe bestimmen wollen. Denn es ist nicht einmal wahr, daß nur die nützlichen und lebensfördernden Urteile für wahr und nur die lebensschädlichen Urteile von den Menschen für falsch gehalten werden. Urteile, deren Lebensschädigung klar erkannt wird, können trotzdem für wahr, und Urteile, deren Lebensförderung ebenso klar erkannt wird, können trotzdem für falsch gehalten werden.

Welche andere Beziehung der Urteile zu menschlichen Individuen und deren Erlebnissen man nun auch außer den genannten noch herbeiziehen möchte, soviel ist klar, daß die Wahrheit eines Urteils selbst keinerlei derartige Beziehung notwendig in sich schließt, sondern davon gänzlich unabhängig ist. Der Anspruch jedes Urteils, wahr zu sein, appelliert offenbar an etwas ganz anderes, an etwas, das gänzlich jenseits aller menschlichen Individuen und ihrer Erlebnisse liegt.

Fassen wir, ehe wir nun zur positiven Bestimmung des Wahrheitsbegriffes übergehen, unsere bisherigen Ergebnisse noch kurz zusammen, so ergibt sich folgendes Resultat.

4. Zusammenfassung. Jedes Urteil macht Anspruch auf Wahrheit. Es ist nicht erst ein Urteil und macht dann außerdem noch den Anspruch auf Wahrheit. Sondern ohne solchen Anspruch ist es überhaupt kein Urteil. Es gehört zu seinem Wesen, einen solchen Anspruch zu machen, da dieser Anspruch in der Behauptungsfunktion der Kopula, die für das Urteil charakteristisch ist, notwendig enthalten ist. Dieser Anspruch auf Wahrheit nun ist nicht der Anspruch, eine bestimmte Art von Urteil zu sein. Denn jede Art von Urteil will wahr sein, ohne dabei seine Art eventuell ändern zu wollen. Jener Anspruch ist auch nicht der Anspruch, eine bestimmte Beschaffenheit zu haben. Denn die Wahrheit ist nicht eine bestimmte Beschaffenheit des Urteils für sich genommen. Freilich will das Urteil, indem es wahr sein will, notwendig auch in sich widerspruchsfrei sein, da es sonst nicht wahr sein kann. Aber der Anspruch auf Wahrheit geht über die bloße innere Widerspruchslosigkeit weit hinaus, da innerlich widerspruchslose Urteile immer noch falsch sein können. Ebenso geht der Anspruch auf Wahrheit auch über die bloße Richtigkeit des sprachlichen Ausdrucks hinaus, da auch sprachlich richtig ausgedrückte Urteile noch falsch sein können. Der Anspruch auf Wahrheit geht zwar nicht auf Übereinstimmung oder äußere Widerspruchslosigkeit mit irgendwelchen Urteilen des Lebens oder der Wissenschaft, wohl aber auf solche mit den wirklich wahren Urteilen. Dennoch reicht er auch über diese noch hinaus, weil auch solche, den wirklich wahren Urteilen nicht widersprechenden Urteile doch noch falsch sein können. Da die Wahrheit nicht mit der Bewiesenheit eines Urteils identisch ist, so beansprucht jedes Urteil nicht notwendig, bewiesen zu sein, wohl aber wahr zu sein, auch da wo es keines Beweises fähig ist, nämlich wenn es keines Beweises bedürftig ist. Schließlich geht der Anspruch auf Wahrheit auch nicht in erster Linie darauf, von mir, von mehreren oder von allen Menschen oder denkenden Wesen für wahr gehalten zu werden; auch nicht darauf, eine Nötigung zum Glauben oder Fürwahrgehaltenwerden auf irgendwelche denkende Wesen auszuüben. Denn nur weil es wahr sein will, will es dann auch für wahr gehalten werden. Die pragmatistische Lebensförderung aber liegt gar nicht in der Absicht des Urteils; es will vielmehr wahr sein, gleichgültig ob es das Leben irgendwelcher Wesen fördert oder schädigt.

Wird fortgesetzt

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25. Juli
Aufruf der Petrusbruderschaft:
Tag des Gebetes für die verfolgten Christen!

Die Priesterbruderschaft St. Petrus ist erschüttert über die entsetzliche Christenverfolgung, die sich derzeit im Irak, in Syrien und in weiten Gebieten des Nahen Ostens ereignet. Aus diesem Grund hat der Hwst. H. Generalobere, P. John Berg FSSP, angeordnet, dass die Gemeinschaft den kommenden 1. August diesen verfolgten Christen widmet. Jede Pfarrei, Kapelle und jedes Apostolat der Bruderschaft wurde gebeten, an diesem Tag eine Heilige Stunde oder eine andere Gebetszeit oder sonst einen Sühneakt in dieser Meinung zu organisieren.

Wir bitten die Allerheiligste Dreifaltigkeit, dass diese verfolgten Glieder des Mystischen Leibes Jesu Christi in ihrem Glauben standhaft bleiben und von dieser schrecklichen Verfolgung befreit werden. Möge ein solcher Gebetstag uns den krassen Gegensatz vor Augen führen zwischen den erholsamen Urlaubstagen bei uns und dem täglichen Kampf ums Überleben dort, wo die Christen getötet und aus ihrer Heimat verschleppt werden.

Dieser Tag ist für eine solche Initiative deswegen besonders geeignet, weil wir an ihm nicht nur den Herz-Jesu-Freitag begehen, sondern die Bruderschaft als vom Hl. Stuhl zugestandenes Privileg an diesem Tag das Fest "St. Peter in Ketten" als Fest III. Klasse feiert. Mit unserer Initiative folgen wir dem Gebet der Urkirche für unseren hl. Patron, wie es in der Lesung dieses Festes heißt: "Petrus quidem servabatur in carcere; oratio autem fiebat sine intermissione ab Ecclesia ad Deum pro eo. - Petrus wurde also im Gefängnis bewacht. Die Kirche aber betete inständig für ihn zu Gott." (Apg. 12,5)


20. Juli
Kardinal Ratzinger über P. Prosinger

Vor zehn Jahren, am 23. Juli 2004, schrieb der Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Kardinal Ratzinger in einem Brief an Pater Michael Wildfeuer: “Vielleicht wissen Sie nicht, daß P. Prosinger von der Petrusbruderschaft bei dem weltberühmten Exegeten des Bibel-Institutes, P. Vanhoye S.J., eine Lizentiatsarbeit über diese Frage geschrieben und klar bewiesen hat, daß die Übersetzung `für viele´ heißen muß, was von den gestrengen Prüfern des Bibel-Instituts auch angenommen worden ist”. Deshalb darf man annehmen, dass die Arbeit von P. Prosinger zu dem Entschluss von Papst Benedikt XVI. beigetragen hat, 2006 die betroffenen Bischofskonferenzen anzuweisen, für eine entsprechende Korrektur der landessprachlichen Übersetzungen der Wandlungsworte zu sorgen und die Gläubigen durch entsprechende Katechesen darauf vorzubereiten. Eine Kurzfassung der Arbeit Prosingers findet sich auf kath-info.

Über die Reaktion der Bischöfe auf die Korrekturaufforderung

Über den Brief des Papstes von 2012


20. Juli
Iwan Sergejewitsch Gagarin

Vor 200 Jahren, am 20. Juli 1814, wurde in Moskau Iwan Sergejewitsch Gagarin geboren. Er entstammte einem alten Fürstengeschlecht und wurde 1832 Sekretär der russischen Gesandtschaft in München, ab 1838 in Paris. 1842 konvertierte er zur katholischen Kirche und trat im darauffolgenden Jahr in Amiens in die Gesellschaft Jesu ein, was er mit dem lebenslänglichen Verbot einer Rückkehr in seine Heimat bezahlte. Durch Schriften und die Gründung des Kyrill-und-Method-Werkes setzte er sich für die Wiedervereinigung der russischen Kirche mit Rom ein. Er starb am 19. Juli 1882 in Paris.


20. Juli
Joseph Maria Rubio y Peralta

Vor 150 Jahren, am 22. Juli 1864, wurde im spanischen Dalias der hl. Joseph Maria Rubio y Peralta SJ geboren. 1887 zum Priester geweiht, wurde er 1890 am Madrider Priesterseminar Professor für Metaphysik, Latein und Pastoraltheologie. 1906 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. In Madrid wirkte er als Seelsorger, Beichtvater, Prediger und Exerzitienleiter so segensreich, dass ihn der damalige Bischof den Apostel von Madrid nannte. Wegen seiner außerordentlichen Charismen wurde er der “Wundertäter” genannt. Am 2. Mai 1929 starb er in Aranjuez. 1985 wurde er selig-, 2003 heiliggesprochen.


20. Juli
Die Heiligen Drei Könige

Vor 850 Jahren, am 23. Juli 1164, brachte Erzbischof Reinald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige, die zur Kriegsbeute von Kaiser Friedrich Barbarossa nach der Eroberung Mailands gehörte, nach Köln.


18. Juli
Bruno von Köln

Vor 500 Jahren, am 19. Juli 1514, wurde Bruno von Köln (ca. 1030-1101), der Gründer des Kartäuserordens, von Papst Leo X. heiliggesprochen.


18. Juli
Gino Bartali

Vor 100 Jahren, am 18. Juli 1914, wurde in Florenz die italienische Radfahrerlegende Gino Bartali geboren. Bartali gewann zweimal die Tour de France (1938, 1948) und dreimal den Giro d‘ Italia (1936, 1937, 1946). Letztes Jahr wurde er von der jüdischen Gedenkstätte Yad Vashem zum „Gerechten unter den Völkern“ ernannt, weil er etwa 800 Juden das Leben gerettet hatte. Er hatte dazu ein Netzwerk aufgebaut, zu dem auch der damalige Rabbi von Florenz, Nathan Cassuto, und der Erzbischof von Florenz, Kardinal Elio Dalla Costa (1872-1961) gehörten. Die Juden fanden u.a. in Klöstern Unterschlupf. Bartali handelte aus seinem katholischen Glauben heraus, zu dem er sich offen bekannte. “Allen zur Schau trug er eine geweihte Medaille auf der offenen Brust. Fuhr er an Wegkreuzen vorbei, so machte er, wenn es das Rennen zuließ, regelmäßig das Kreuzzeichen, und während sich die Mitfahrer jeden Tag bis kurz vor dem neuen Start ausruhten, hatte er unterdessen, auch an den Werktagen, bereits der heiligen Messe beigewohnt” (Robert Quardt, Maria Maienkönigin, Feldkirch 1961, S. 44 ff.) Bartali starb am 5. Mai 2000.


17. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht: meine Auseinandersetzung mit dem Philosophen und Atheisten Herbert Schnädelbach, meine Überlegungen über den Platz, den die Liebe in einem atheistischen Weltbild einerseits und im christlichen andererseits hat, und der Artikel von Jakob Knab über den Ghostwriter der Weißen Rose Theodor Haecker.


17. Juli
Joachim Zimmermann

Vor drei Jahren, am 17. Juli 2011, starb in Bergisch-Gladbach im Alter von 83 Jahren Pfarrer Joachim Zimmermann. 1956 zum Priester geweiht, engagierte sich der in Remscheid Geborene seit den sechziger Jahren in der UNA VOCE Bewegung. Stets hielt er an der Feier der hl. Messe in der überlieferten außerordentlichen Form des römischen Ritus fest. 1976 kam er in die Düsseldorfer Pfarrei St. Petrus Canisius zu Pfarrer Heinrich Krah, der denselben Weg eingeschlagen hatte und dessen Nachfolger Zimmermann wurde, bis die Kirche 1998 abgerissen wurde. Pfr. Zimmermann konnte zunächst nach St. Hedwig in Eller, dann 2006 nach St. Dionysius in Volmerswerth ausweichen. Als er sich aus Altersgründen nach Düsseldorf-Niederkassel zurückzog, übernahm seinem Wunsch gemäß die Priesterbruderschaft St. Petrus sein Apostolat. Viermal in der Woche, jeweils von Donnerstag bis Sonntag, feiert sie die hl. Messe in St. Dionysius.


15. Juli
Bestimmung

Das ganze Tun des Predigers ist dazu bestimmt, die Menschen daran zu erinnern, dass die Zeit kurz, der Tod gewiss und die Ewigkeit lang ist.

Sel. John Henry Newman

Kwasniewsk über die Erfordernisse einer guten Predigt


15. Juli
Charles Sweeney

Vor zehn Jahren, am 15. Juli 2004, starb in Boston, Massachusetts, im Alter von 84 Jahren Brigadegeneral Charles Sweeney, der am 9. August 1945 die Atombombe über Nagasaki abgeworfen hatte, die 70.000 Todesopfer forderte. Er hatte diese Tat nie bereut.


14. Juli
Monatsranking: Die Top 12 im Juni

Aufsteiger des Monats ist die Seite über den Philosophen Robert Spaemann.
Zur Rankingseite


14. Juli
Camillo de Lellis

Vor 400 Jahren, am 14. Juli 1614, starb in Rom im Alter von 64 Jahren der hl. Camillo de Lellis. Der Spielsucht erlegen, verspielte er Hab und Gut und fand dann in größter Not Hilfe bei Kapuzinern, durch die er sich bekehrte. Unter der Leitung des hl. Philipp Neri reifte er zu einem Heiligen heran. Er erkannte, dass Gott ihn zum selbstlosen Dienst an den Kranken berufen hatte. Er gründete eine Gesellschaft der Diener der Kranken, die sich zum Orden der Kamillianer entwickelte. “Der Zeit vorauseilend, führte er bedeutsame Reformen in der Krankenseelsorge wie im Krankenhausbetrieb durch. Besonders nahm er sich der Gefangenen an. Auch in der Armenpflege tat er sich hervor; so speiste er im Notjahr 1590 im armen Mutterhaus täglich 400" (W. Wiesen im LThK, 2. Auflage). Die fünf Krankheiten, die ihn in den letzten Lebensjahren quälten, nannte der die “fünf Barmherzigkeiten Gottes”. 1742 wurde er selig-, 1746 heiliggesprochen, 1886 zum Patron der Kranken und Spitäler, 1930 zum Patron der Krankenpfleger erhoben.

13. Juli
Jean Madiran

Vor einem Jahr, am 13. Juli 2013, starb in Suresnes im Alter von 93 Jahren der Publizist Jean Madiran. In den 70er Jahren verteidigte er mit spitzer Feder in der von ihm gegründeten und geleiteten Zeitschrift Itinéraires Erzbischof Marcel Lefèbvre gegen die einsetzende Diskriminierung der “traditionalistischen” Bewegung. Schon damals fiel mir auf, dass die intelligenteste (und für mich überzeugendste) Verteidigung der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht aus deren eigenen Reihen, sondern von außerhalb kam: in Frankreich von Jean Madiran, im deutschen Sprachraum von Dr. Eduard Kamenicky und im englischen von Michael Davies. Alle drei hielten dann 1988 Lefèbvres Weihen von vier Bischöfen und seine Ablehnung einer Versöhnung mit Rom für einen schwerwiegenden Fehler.


13. Juli
S. Anna alle Quattro Fontane

Vor 200 Jahren, am 13. Juli 1814 wurde im Kloster S. Anna alle Quattro Fontane das Allerheiligste ausgesetzt und mit der ewigen Anbetung begonnen, die nach Auskunft von Stefan Wirth in Die neuen Heiligen der katholischen Kirche (Band 8, Kisslegg 2012) bis heute ohne Unterbrechung andauert. Diese Anbetung geht auf die selige Maria Magdalena von der Menschwerdung (Katharina Sordini) (1770-1824) zurück, der Gründerin des Ordens der ewigen Anbetung. 1814 hatte die Besetzung Roms durch die Truppen Napoleons geendet, am 24. Mai war Pius VII. nach fünfjähriger Gefangenschaft nach Rom zurückgekehrt. Das erste Kloster, das er wieder eröffnete, war S. Anna alle Quattro Fontane, das 1811 von den Franzosen geschlossen worden war.


12. Juli
Alt

Die materialistische Vernunft, vertreten durch seine Zeitgenossen H. G. Wells und Bernard Shaw, sieht tatsächlich ziemlich alt aus, wenn ein frommer Freigeist wie Chesterton gegen sie antritt.

Hans Magnus Enzensberger in seinem Vorwort zum Buch Ketzer von Chesterton.


12. Juli
Gregorio Selleri

Vor 350 Jahren, am 12. Juli 1664, wurde in Panicale bei Perugia der Theologe Gregorio Selleri OP geboren. 1707 wurde er Sekretär der Indexkongregation, 1711 Magister S. Palatii, 1728 Kardinal. Er war Beichtvater Papst Klemens’ XI. (1700-1721) und ein Gegner des Jansenismus, zu dessen Verurteilung er beitrug. Am 30. Mai 1729 starb er in Rom.


9. Juli
Faszinierende Metamorphose

Ein Filmrezension von P. Engelbert Recktenwald

2012 hat Dreilindenfilm den Film metamorphose. Die geheimnisvolle Schönheit der Schmetterlinge herausgebracht, dessen englisches Original im Jahr zuvor von Illustra Media produziert wurde.

Der 64 Minuten lange Film dokumentiert in atemberaubend schönen Aufnahmen die Metamorphose, also die Verwandlung der Raupen in Schmetterlinge. Er macht mit dem neuesten Stand der Wissenschaft vertraut, der es gelungen ist, die verborgenen Vorgänge in der Puppe durch Kernspintomographie sichtbar zu machen. Der Pionier dieser Entwicklung, der Biologieprofessor Richard P. Stringer, kommt im Film ebenso zu Wort wie andere Experten. Dennoch ist die Wissenschaft weit davon entfernt, die Verwandlung zu begreifen, von der sie immerhin weiß, dass sie in irgendeiner Weise vom Genom gesteuert wird, das den Bauplan für zwei ganz verschiedene Organismen enthält. Darüber hinaus zeigt uns der Film in herrlichen Bildern das wenig bekannte Phänomen des Verhaltens des Monarchfalters: Jedes Jahr legen Hunderte von Millionen von Monarchfaltern den Weg von bis zu 4000 Kilometern von Kanada und den USA nach Mexiko zurück, wo sie in einem Waldgebiet zusammenkommen, um in riesigen Kolonien zu überwintern. Das Interessante dabei ist, dass dies immer nur eine bestimmte Generation betrifft, deren Lebensdauer neun Monate beträgt, während die Monarchfalter sonst jeweils nur einige Wochen leben.

Zum Schluss wird im Film die Frage gestellt, wie weit diese Phänomene als Produkt von Zufall und Selektion begriffen werden können. Zu Recht legt er hier den Finger auf eine offene Wunde. Denn die Erklärung solcher Phänomene durch zufällige Mutationen im Genom, die nachträglich selektiert werden, ist bis jetzt - entgegen allen gegenteiligen Beteuerungen von Evolutionsbiologen - nur eine unerfüllte Verheißung. Nicht nur die im Film auftretenden Biologen und Wissenschaftstheoretiker wie Ann Gauger und Paul Nelson haben das erkannt, sondern auch atheistische Denker wie Thomas Nagel, und das nicht erst in seinem neuesten, Furore machenden Buch Geist und Kosmos. Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist. Wenn man sich vor Augen führt, dass die Metamorphose ein hochkomplexer Vorgang aus unzähligen Einzelschritten ist, die nur dann sinnvoll und erfolgreich sein können, wenn sie alle zusammenpassen und kein einziger Zwischenschritt ausfällt, dann wirkt die darwinistische Erklärung illusorisch. Denn jedes stückweise Entstehen dieses Umwandlungsprozesses führt in eine Sackgasse. Der Schmetterling kann nur dann aus der Raupe entstehen, wenn alles zusammenpasst, wenn also das Ganze schon funktioniert. Der Funktionszusammenhang kann nicht schrittweise entstehen, sondern muss als Ganzes schon gegeben sein. Wenn das nicht der Fall ist, kommt nicht etwa ein veränderter, sondern gar kein Schmetterling heraus. Für trial and error ist hier einfach kein Platz.

Um den Anspruch des Darwinismus richtig einschätzen zu können, sollte man zumindest die Phänomene kennen, die zu erklären er beansprucht. In diesem Sinne ist der Film nicht nur ein mit spektakulären Bildern aufwartender Natur-, sondern im besten Sinne auch ein Aufklärungsfilm, der die Dogmen der materialistisch konzipierten Evolutionstheorie auf den Prüfstand stellt. Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen und wünsche ihm die weiteste Verbreitung.

Ein weiterer Film zum Thema


8. Juli
Schwammiges Priesterbild

Vom 2. bis 5. April 2014 fand in Herzogenrath die 16. Kölner Liturgische Tagung statt. Unter dem Titel “Alter Christus” - Die Stellung des Priesters in der Liturgie. 16. Kölner Liturgische Tagung in Herzogenrath berichtet Katrin Krips-Schmitt ausführlich darüber in der neuesten Ausgabe von Theologisches (Juli/August 2014, Spalten 377-384). Außer Guido Rodheudt, Weihbischof Athanasius Schneider, Peter Bruns, Helmut Hoping, Peter Christoph Düren, Andreas Wollbold und Ulrich Mutz sprach auch P. Bernward Deneke FSSP. Darüber schreibt Katrin Krips-Schmitt:

“Um das, was den Priester in seinem tiefsten Wesen von allen anderen Menschen unterscheidet, um die ‘differentia specifica’ - den ‘eigentümlichen Unterschied’ - des Priesters, wie es u. a. Josef Pieper in seinem 1971 erstmals publizierten Aufsatz ‘Was ist ein Priester?’ (Zürich 1971) ‘klärte’, ging es in dem Referat ‘Tischvorsteher oder Kultdiener? Zur Frage des christlichen Priestertums’ von Pater Bernward Deneke von der Priesterbruderschaft St. Petrus. Pater Deneke betrachtete anhand verschiedener Dokumente die Akzentverschiebungen, die sich in den letzten Jahrzehnten bei der Beschreibung von Wesen und Funktion des Priestertums bemerkbar machten.
Angefangen bei dem Jesuitenpater Karl Rahner über Hans Küng bis hin zu Edward Schillebeeckx und anderen, die dem Priester nur mehr eine funktionale Rolle als ‘Vorsteher’ oder ‘Leiter’ innerhalb der Gemeinde zugestehen wollten (Hans Küng in seinem 1971 erschienenen Buch ‘Wozu Priester?’), drohe das eigentliche Charisma des Priesters verlorenzugehen: das unauslöschliche Prägemal, das dem Weihekandidaten im Sakrament der Priesterweihe verliehen werde. Wie ‘schwammig’ das Berufsbild des Priesters inzwischen geworden ist, belegte der Referent eindrucksvoll mit einem aktuellen Beispiel aus der Berufungspastoral: In einer von der Diözese Freiburg herausgegebenen Broschüre erfahren junge Männer über eine möglicherweise von ihnen angestrebtes Berufsziel folgendes: ‘Durch die Weihe wirst du für die Menschen in besonderer Weise zu einem Zeugen, dass Jesus Christus mitten unter ihnen lebt. Wie ein Brückenbauer übersetzt du das Evangelium in den Lebensalltag der Menschen. So bist du ihnen Hilfe, die Spur Gottes in ihrem Leben zu entdecken. (...) So verkündest du die Frohe Botschaft in Predigt und Gottesdienst, im seelsorglichen Gespräch und Religionsunterricht, kurz: durch deine ganze Lebensweise. Als Diözesanpriester begleitest du die Menschen an wichtigen Knotenpunkten ihres Lebens: Sakramente, Taufe, Kommunion, Hochzeit, Sterben ...” Das Wesentliche unterschlägt der Text indes: das, was den Priester heraushebt, wie es Papst Johannes Paul II. in seinem Gründonnerstagsbrief von 1979 formulierte: ‘Dem Leben des Priesters liegt als tragende Wirklichkeit das Weihesakrament zugrunde, das unserer Seele das Zeichen eines unauslöschlichen Merkmals einprägt. Dieses Prägemal in der Tiefe unseres menschlichen Seins erfasst dynamisch auch unsere Person.’ Und schließlich werden in dem Freiburger Text die hauptsächlichen priesterlichen Vollzüge verschwiegen: die Darbringung des Messopfers sowie die Spendung des Bußsakramentes.”

Beiträge von P. Deneke auf kath-info


8. Juli
Das Mannheimer Ereignis

Vor drei Jahren, am 8. Juli 2011, begann in Mannheim die Auftaktveranstaltung des von Erzbischof Robert Zollitsch angeregten Dialogs. Seitdem kann sich die Kirche vor lauter Aufbruch und Erneuerung nicht mehr retten. Eine grundsätzliche Kritik an der Vorstellung, dass Dialog das sei, was die Kirche heute zur Erneuerung brauche, hatte ich schon zuvor anlässlich des einschlägigen Impulsreferats des Konferenzvorsitzenden veröffentlicht.


5. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind Beiträge von der Startseite hingekommen?
Es wurde eine eigene Seite zum Thema Unauflöslichkeit der Ehe eingerichtet. Cosima Pevelings Rezension von Sheeds Buch Theologie für Anfänger wurde auf einer eigenen Seite untergebracht, ebenso das Interview von Stefan Rochow mit dem Philosophen Josef Bordat über dessen Buch über das Gewissen.


5. Juli
Lucius Roth

Vor 100 Jahren, am 5. Juli 1914, wurde Lucius Roth OSB (1890-1950) von Basilio Kardinal Pompilj (1858-1931) zum Priester geweiht. Er gehört zu den Benediktinern aus St. Ottilien, die in Korea unter den Kommunisten das Martyrium erlitten.


5. Juli
Tiefe

Nach dem alten Kalender ist morgen der 4. Sonntag nach Pfingsten. Auf kath-info finden Sie dazu eine Predigt von P. Franz Prosinger.


4. Juli
Otto von Habsburg

Vor drei Jahren, am 4. Juli 2011, starb in Pöcking im Alter von 98 Jahren Otto von Habsburg. “Der Kampf um die Seele Europas ist der Kampf um den Gottesbezug in der Verfassung. Wenn die Menschenrechte, die eines der wesentlichen Elemente Europas sind, einen Sinn und einen Inhalt haben sollen, muss es logischerweise einen Gott geben. Denn das Menschenrecht fußt schließlich auf dem Gedanken, dass der Mensch als von Gott erschaffenes Wesen eigene Rechte hat”, sagte 2007 er in einem Interview mit Kirche in Not.


4. Juli
Marienbasilika in Kevelaer

Vor 150 Jahren, am 4. Juli 1864, wurde die Marienwallfahrtskirche in Kevelaer eingeweiht, die 1923 von Papst Pius XI. zur Basilika erhoben wurde. Die Grundsteinlegung war 1858 erfolgt. Die Wallfahrt geht, wie man auf der Internetpräsenz der Erzdiözese Köln nachlesen kann, auf eine Erscheinung im Jahr 1641 zurück, in der der Handelsmann Hendrick Busmann dreimal den Auftrag hörte: "An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen!"


2. Juli
Martin Hengel

Vor fünf Jahren, am 2. Juli 2009, starb in Tübingen im Alter von 82 Jahren der Theologe Martin Hengel.


2. Juli
Dom Gérard Calvet

Vor 25 Jahren, am 2. Juli 1989, wurde Dom Gérard Calvet (1927-2008), der Gründer des Benediktinerklosters in Le Barroux bei Carpentras (zuerst in Bédoin), von Augustin Kardinal Mayer zum Abt geweiht. Wegen der überlieferten Liturgie war die Klostergemeinschaft zunächst mit Erzbischof Marcel Lefebvre verbunden, schlug aber 1988 den Weg der Versöhnung ein, so dass die Situation kirchenrechtlich geregelt wurde. Dom Gérard machte in Frankreich auch die Werke des deutschen Liturgiewissenschaftlers Klaus Gamber bekannt.


2. Juli
Alois Andritzki

Vor 100 Jahren, am 2. Juli 1914, wurde in Radibor der selige Alois Andritzki geboren. Am 30. Juli 1939 in Bautzen zum Priester geweiht, wurde der Sorbe zu einem entschiedenen Gegner des Nationalsozialismus, der aus seiner Überzeugung kein Hehl machte. Die Folge war, dass er am 21. Januar 1941 verhaftet wurde und am 3. Februar 1943 im KZ Dachau starb. Am 13. Juni 2011 wurde er seliggesprochen.


30. Juni
Asia Bibi

Es ist noch nicht zu spät, sich an der missio-Fanmeile für die vom Tod bedrohte pakistanische Christin Asia Bibi zu beteiligen.


30. Juni
Weihen

Am 31. Mai spendete Erzbischof Dr. Guido Pozzo in Lindau neun Subdiakonen der Priesterbruderschaft St. Petrus und einem weiteren aus der schottischen Diözese Argyll die Diakonenweihe.

Am selben Tag weihte Weihbischof Athanasius Schneider in Omaha, Nebraska, sieben Diakone der Petrusbruderschaft zu Priestern.

Am Samstag, den 28. Juni, weihte Bischof Marc Aillet von Bayonne in Chartres für die Petrusbruderschaft die drei Diakone Olivier de Nedde, Thibault Paris und Jean de Massia (Bild) zu Priestern.


30. Juni
Priesterbruderschaft St. Petrus

Am 4. Juni wurde das 67. Haus der Priesterbruderschaft St. Petrus errichtet. Es handelt sich um die Niederlassung St. Rita in Minneapolis, Minnesota. Seit einem Jahr wirken in Minneapolis zwei Priester der Petrusbruderschaft. Über die Bedeutung der kanonischen Errichtung und die überraschende Entwicklung, die sie in der Petrusbruderschaft genommen hat, habe ich bereits berichtet.


29. Juni
Jeanne-Marie Kegelin

Vor zehn Jahren, am 29. Juni 2004, wurde in einem Fluss die Leiche des seit elf Tagen vermissten Mädchens Jeanne-Marie Kegelin aus Straßburg gefunden. Am 18. Juli wäre sie elf Jahre alt geworden. Sie war in jenem Sommer eines von drei Opfern des 59jährigen Triebmörder Pierre Bodein. Keine drei Wochen vor ihrer grausamen Ermordung hatte sie noch im Kinder-Chapitre an der Fußwallfahrt von Paris nach Chartres teilgenommen, die jedes Jahr an Pfingsten u.a. von der Petrusbruderschaft organisiert wird. Sie war das jüngste von sieben Kindern.
Einer ihrer Brüder war Seminarist in Wigratzbad. Louis-Dominique Kegelin FSSP wurde fünf Jahre später zum Priester geweiht und arbeitet jetzt in Belgien. Von einer tiefen Frömmigkeit zeugt das Tagebuch Jeanne-Maries, in dem es z.B. heißt: “Jesus, ich danke dir, weil du mir die Kraft gegeben hast, gut zu sein, und weil du gekreuzigt wurdest, um uns zu erlösen. Hilf mir, dass ich viele Opfer bringe und dass ich in der Freude bleibe.”


29. Juni
Joseph Kalinowski

Vor 150 Jahren, am 29. Juni 1864, trat der hl. Joseph Kalinowski seine Reise in die Verbannung nach Sibirien an.


29. Juni
Schwestern von der hl. Familie

Vor 100 Jahren, am 29. Juni 1914, gründete der selige P. Rupert Mayer in München die Schwestern von der hl. Familie, die Notleidenden helfen und dabei nach dem Grundsatz handeln sollten: “Wir müssen alles Harte und Abstoßende in eine liebenswürdige und feine Art umformen, um die Menschen für Christus zu gewinnen und die Religion den Menschen liebenswert zu machen.”


28. Juni
Frederick William Faber

Vor 200 Jahren, am 28. Juni 1814, wurde in Yorkshire Frederick William Faber geboren. Calvinistisch erzogen, konvertierte er 1845 unter dem Einfluss des seligen John Henry Newman zur katholischen Kirche. Auch die Verehrung des Allerheiligsten, wie er sie 1843 in Rom erlebte, trug dazu bei: “Es erwachte in ihm die Bewunderung für das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Gregors XVI., als er sah, wie dieser von seinem Thron herunterstieg und am Fuß des Altares vor dem Allerheiligsten niederkniete. ‘Wir alle knieten mit ihm nieder; eine rührendere Szene habe ich nie gesehen. Die Purpurgewänder der knienden Kardinäle, das Violett der Prälaten, die knienden Soldaten, die buntgemischte Volksmenge, die Pracht der herrlichen Kirche und die unsichtbare Gegenwart ihrer großen historischen Erinnerungen, und in der Mitte der in Weiß gekleidete päpstliche Greis, demütig hingestreckt vor dem erhobenen hochheiligen Leib unseres Herrn, und dabei lautloses, tiefes Schweigen. Welch ein Anblick war das doch!’” (aus: Ferdinand Holböck, Das Allerheiligste und die Heiligen, Stein am Rhein 1979, S. 356).
1847 empfing er die Priesterweihe und 1849 gründete er im Auftrag des sel. John Henry Newman das Londoner Oratorium. Bekannt wurde Faber durch viele geistliche Schriften, die auch ins Deutsche übersetzt wurden. Er starb am 28. September 1863 in London.


28. Juni
Erzherzog Franz Ferdinand

Vor 100 Jahren, am 28. Juni 1914, wurden in Sarajewo der österreichisch-ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie ermordet. Sie konnten noch die Sterbesakramente empfangen, und zwar durch P. Anton Puntigam SJ (1859-1926), den Gründer der Zeitschriften Stimmen aus Bosnien (später Balkanstimmen) und Der Eucharistische Völkerbund.


23. Juni
Gender Mainstreaming XLIII

Kaum ein Studienfach hat in den vergangenen Jahren eine solche Karriere hingelegt wie die von der modernen Geschlechtertheorie inspirierten Gender Studies. An deutschen Hochschulen gibt es inzwischen über 40 entsprechende Institute und Einrichtungen, darüber hinaus hat sich die Gender-Forschung an nahezu jedem geisteswissenschaftlichen Lehrstuhl etabliert. Auch im Verwaltungsalltag ist die moderne Gendertheorie längst angekommen. Jede Landesregierung, die etwas auf sich hält, fühlt sich der Förderung der Geschlechterneutralität verpflichtet, was man nicht mit gängiger Quotenpolitik verwechseln sollte. Das ist ein bemerkenswerter Erfolg für eine Theorie, die ihren Ursprung in den Seminarräumen der philologischen Fakultät einer kalifornischen Hochschule hat und bis heute ohne jede wissenschaftlich nachprüfbare Fakten auskommt. Dass Menschen sich nicht entscheiden können, ob sie sich als Männer oder Frauen fühlen, mag vorkommen - auf der Überwindung des biologischen Geschlechts aber ein Konzept aufzubauen, das dann Richtlinie staatlichen Handelns wird, verlangt einiges an Phantasie.

Aus: Jan Fleischhauer, Gender-Politik: Mitleid mit Martenstein, auf SPON am 21. März 2013

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