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* * *

17. Januar
Das Zitat

Niemand hat sichere Freude, als der das Zeugnis des guten Gewissens für sich hat. Und selbst diese Sicherheit war bei den größten Heiligen immer mit einer Fülle von Gottesfurcht vereint.
Nachfolge Christi


17. Januar
Gerold Schmitz

Vor fünf Jahren, am 17. Januar 2012, starb in Fulda im Alter von fast 86 Jahren der in Euskirchen geborene Franziskaner P. Gerold Schmitz OFM. P. Gerold komponierte Lieder, schrieb Bücher und war ein begeisternder Jugendseelsorger vor allem als Pfadfinderkurat. “Die Katholischen Pfadfinder Europas des Andreas Hönisch, denen er 1984 beitrat und die er förderte, schien ihm weit eher geeignet, den kirchlichen Pfadfindergeist in die Zukunft zu tragen als andere, wenn auch ältere. Er ging aber auch hier Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg, wenn es nach seinem Urteil im Sinne des Glaubens, der innerkirchlichen Gerechtigkeit und des geschwisterlichen Friedens erforderlich schien” (P. Robert Jauch OFM im pur-Magazin März 2012).


16. Januar
Der Gesandte des großen Geistes

Von Anna Diouf

Zweiter Teil

Weiser zitiert oftmals direkt aus den Aufzeichnungen De Smets, was, wenn man den erzählerischen Charakter des Buches bedenkt, einen relativ unmittelbaren Einblick in dessen Denken und Streben ermöglicht. Das Buch stellt sich in seiner Authentizität insbesondere einem Vorurteil entgegen, das die katholische Kirche und ihre Missionstätigkeit betrifft: Anders als gemeinhin dargestellt, ist katholische Mission grundsätzlich nicht kulturimperialistisch – wenn sie auch natürlich dennoch vor Instrumentalisierung nicht gefeit ist. Das liegt daran, dass Katholizismus in sich übernational ist. Er durchdringt lokale Traditionen tief, lässt aber unterschiedlichste Traditionen jeweils nebeneinander bestehen. Dem liegt u.a. zugrunde, dass gemäß der katholischen Lehre Wahrheit auch außerhalb der katholischen Kirche vorliegt und zur Einheit mit ihr hindrängt: Denn da dem Menschen unabhängig von seiner Religion von Gott ein Gesetz "ins Herz" geschrieben wurde, strebt der Mensch nach Gott und nach dem Guten, auch, wenn er Christus noch nicht kennenlernen konnte. Die daraus resultierenden guten Früchte werden vom Katholizismus also für die Wahrheit und für Gott in Anspruch genommen. Das heißt konkret, kulturelle Aspekte werden, wo nötig, von Irrtümern befreit und in das katholische Leben der Menschen integriert. Es ist nicht notwendig, eine Kultur zu zerstören und durch Katholizismus als Kultur zu ersetzen, da es sich eben beim katholischen Glauben nicht in erster Linie um eine Kultur, sondern um eine Beziehung zu Christus handelt, und diese kann sich durchaus sehr unterschiedlich äußern und gestalten lassen. Dies ist beim Protestantismus, insbesondere dem puritanischer oder reformierter Prägung, durchaus anders: Hier besteht die Tendenz, alles, was nicht christlich ist, als unchristlich zu verstehen. Somit ist die Versuchung größer, einen kulturellen Aspekt als integralen Bestandteil des Glaubens zu sehen, statt nur als eine Möglichkeit der Entfaltung der Christusbeziehung. Daraus ergibt sich eine starre, wenig flexible Auffassung bezüglich nichtchristlicher Kulturen, die eher zur Ablehnung lokaler Bräuche neigt. In den extremsten Ausformungen werden ja selbst europäische Traditionen wie die des Weihnachtsfestes als "heidnisch" diffamiert und abgelehnt, weil sich Bräuche und Ideen darin zeigen, die nicht in der Bibel vorkommen und / oder auf tatsächliche oder angenommene vorchristliche Bräuche zurückgehen. Als Gegenbeispiel für diesen Rigorismus betrachte man den mexikanischen "Día de muertos" (“Tag der Toten”) – eine einzigartige Mischung aus spanisch-katholischen Einflüssen und indigener Tradition, die in einem von Protestanten kolonisierten Land niemals geduldet worden wäre.

Paradoxerweise wird nun das, was man etwa anglikanischer oder puritanischer Mission im 19. Jahrhundert zum Teil tatsächlich vorwerfen könnte, ausgerechnet an jenen kritisiert, die ganz anders an Mission herangegangen sind: Das ist möglich, weil man auf der einen Seite „christliche“ Mission als Ganzes betrachtet, auf der anderen Seite aber ausgerechnet die katholische Kirche als besonders machtvoll und entscheidend wahrnimmt. Zur Klarstellung: Keinesfalls möchte ich hier pauschal evangelische Mission abqualifizieren. Auch in anderen Konfessionen lassen sich beispielhafter Opfermut und Seeleneifer unter den Missionaren beobachten. Es geht hier um eine grundsätzliche Anfälligkeit für gesellschaftliche und kulturelle Interessen da, wo kulturelle, gesellschaftliche und religiöse Identität zu stark zusammenfallen.

Pater De Smet jedenfalls ist hier ein Paradebeispiel für den jesuitischen Missionar. Er nimmt nicht nur ungeheure Entbehrungen auf sich, er studiert indianische Sprachen, zeichnet Karten von dem Gebiet, das er bereist, fügt sich in die Gemeinschaften ein, die er lehrt, lernt Traditionen kennen und beachtet sie, um auf Augenhöhe mit denen kommunizieren zu können, die er missioniert. Dass dies kein Einzelfall ist, beweist die große Achtung, die die Indianer, gleich ob Weißen gegenüber skeptisch oder aufgeschlossen, den als „Schwarzröcken“ bezeichneten Priestern entgegenbrachten. Das Buch schildert einige brenzlige Situationen, in denen feindlich gesinnte Indianer den Pater sofort ehrenvoll aufnehmen, als sie ihn als Priester erkennen. Er wird als Friedensstifter zwischen Weißen und Indianern, aber auch als Vermittler zwischen verfeindeten indianischen Stämmen anerkannt. Auch wird geschildert, dass die protestantischen Missionsversuche weit weniger gut angesehen waren. So beschreibt Weiser eine Reaktion der Indianer auf den Versuch eines protestantischen Predigers, Proselyten zu machen: Die Indianer lehnen mit dem Hinweis darauf ab, dass die "Schwarzröcke" das Leben und die Nöte der indianischen Bevölkerung teilten, wohingegen die Protestanten an ihrem Leben festhielten und nur mit Worten, nicht aber durch die Tat predigten.

Zum bisher Erschienenen

Die Autorin führt ein eigenes, lesenswertes Blog


15. Januar
Eustachius Kugler

Vor 150 Jahren, am 15. Januar 1867, wurde in Neuhaus in der Oberpfalz Eustachius Kugler OH, der “Apostel des Sozialstaats”, geboren. 1893 trat er in Reichenbach bei den Barmherzigen Brüdern des hl. Johannes von Gott ein. Ab 1925 leitete er als Provinzial die Bayerische Provinz seines Ordens. 1929 baute er das Doppelkrankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Von den Nazis schikaniert, brach er 1937 nach einem besonders langen Verhör zusammen. 1943 überstand das Krankenhaus wie durch ein Wunder das Bombardement der Amerikaner. Während alle anderen im Luftschutzkeller ihre Zuflucht gesucht hatten, harrte Eustachius in der Kapelle aus. Er starb am 10. Juni 1946 an Krebs. Am 4. Oktober 2009 wurde er seliggesprochen. Seine tiefste Überzeugung war: “Der schnellste und sicherste Weg zur Vollkommenheit ist der Weg der Liebe.”


14. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht meine moderne Auslegung des Gleichnisses vom verlorenen Schaf und die gesammelten Beiträge zu Amoris laetitia. Das Zitat “Vergeben ist gesund” des Psychotherapeuten Klaus Hettmer findet man auf der einschlägigen Themenseite.


14. Januar
Walter Hoeres

Vor einem Jahr, am 14. Januar 2016, starb im Alter von 87 Jahren der Philosoph Walter Hoeres, der viele Jahre im Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad Vorlesungen gab. Neben seiner umfangreichen philosophischen Publikationstätigkeit engagierte er sich auch leidenschaftlich im kirchlichen Bereich, z.B. durch die Gründung der Bewegung für Papst und Kirche im Jahre 1969. Auf kath-info ist von ihm sein Text über Adorno oder der zweideutige Fortschritt erschienen. Bei Theodor Adorno wurde er 1951 mit einer Arbeit über Husserls Phänomenologie promoviert.


13. Januar
Neues aus der Petrusbruderschaft

Über 20 Jahre nach Beginn unseres Kölner Apostolates konnte nun unser Haus in Köln-Lindenthal kanonisch errichtet werden.
Die Petrusbruderschaft bietet auch dieses Jahr wieder einen schönen Fotokalender an.


13. Januar
Guido Dessauer

Vor fünf Jahren, am 13. Januar 2012, starb in Tutzing im Alter von 96 Jahren der aus Aschaffenburg stammende Physiker und Honorarprofessor Guido Dessauer, Neffe von Friedrich Dessauer (1881-1963), Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Ursprünglich dem sog. Linkskatholizismus zugehörig, durchschaute er bald die nachkonziliare Entwicklung als Niedergang, unterstützte den Kurs des Papstes etwa in der Forderung nach dem Ausstieg aus der das Zeugnis der Kirche verdunkelnden Schwangerschaftskonfliktberatung und wurde ein Freund des FELS und der Initiativkreise.


12. Januar
Bernhard von Corleone

Vor 350 Jahren, am 12. Januar 1667, starb in Palermo im Alter von fast 62 Jahren der hl. Bernhard von Corleone OFMCap. Als er in seiner Jugend, von seinem hitzigen Temperament übermannt, in einem Duell seinem Gegner den Arm abschlug, fühlte er das Bedürfnis nach Buße und trat mit 27 Jahren in den Orden der Kapuziner ein. Hier führte er ein Leben der Buße, lebte nur von Brot und Wasser und verbrachte oft ganze Nächte im Gebet vor dem Tabernakel. Im Sterben rief er aus: “Paradies! Paradies! Paradies! Oh, gesegnet sind die Übungen, selig die Nächte! Gesegnet sind die Bußen, die Opfer! Oh, der Segen des Fastens und die Übungen des Gehorsams! Wie großartig ist der Segen des Ordenslebens, wenn es gut gelebt wird!” Dann starb er mit den Worten: “Lasst uns gehen, lasst uns gehen!” 1768 wurde er selig-, 2001 heiliggesprochen.


12. Januar
Aelred von Rievaulx

Vor 850 Jahren, am 12. Januar 1167, starb in Rievaulx im Alter von etwa 57 Jahren der hl. Aelred von Rievaulx. 1133 trat er bei den Zisterziensern in Rievaulx ein und wurde dort 1146 Abt. Bedeutend wurde er als geistlicher Schriftsteller. In seinen Schriften “vereint sich das Studium göttlicher Liebe in der psychologischen Sicht jener Zeit, gepaart mit reicher Lebenserfahrung, beeinflußt von Augustins Confessiones, vom Johannes-Evangelium, Bernhards De gradibus humilitatis, der Regel der hl. Benedikt” (LThK 2. Auflage).


12. Januar
Charles Lavigerie

Vor 150 Jahren, am 12. Januar 1867, wurde der berühmte Afrikamissionar Charles Martial Allemand Lavigerie zum Erzbischof von Algier ernannt.


11. Januar
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

107. Folge

So erfreulich indes die Verbesserung ist, so genau sie auch mit Calvins Darstellung der Erbsünde und seiner Beschreibung des Prozesses der Wiedergeburt im Zusammenhange steht, so bleibt doch eine wesentliche Verschiedenheit zwischen beiden Systemen, dem katholischen und dem protestantischen, zu diesem das reformierte gezählt, immerhin. Denn indem nur eine Schwächung, nicht eine Tilgung der Erbsünde als solcher zugegeben wird, kann zugleich auch nur eine graduelle, nicht eine wesentliche sittliche Verschiedenheit zwischen dem alten und neuen Menschen behauptet werden, was der katholischen Kirchenlehre eben so sehr, als der Würde des Christentums, dem Begriffe eines durch dasselbe mitgeteilten neuen, folglich das alte verdrängenden Lebensprinzipes, und der ausdrücklichsten Lehre Heiligen Schrift widerspricht. Beschränkt sich der Einfluß Christi auf den Menschen darauf, daß dieser sittlich nur um etwas besser, nicht ein sittlich ganz anderer Mensch wird als der Heide, so kann strenggenommen von einer eingetretenen Heiligung gar nicht die Rede sein, im inneren Lebensgrunde sind sich beide gleich, nur in der Zucht sind sie verschieden. Die katholische Kirche dringt vor allem auf eine durchgreifende innere Ausscheidung. Ferner besteht die Verschiedenheit darin, daß dem Protestanten die Äußerlichkeit seines Verhältnisses zu Christus bei weitem die Hauptsache ist, so zwar, daß sich der Mensch auf dieser Stufe seines geistigen Lebens ruhig niederlassen kann, und ohne weiter zu schreiten, der Seligkeit gewiß sein darf, indem ihm durch das, was die Reformatoren Rechtfertigung nennen, die Sünden einmal vergeben, und damit zugleich auch die Pforten Himmels eröffnet sind [151], während dem Katholiken nur dann die Sünden vergeben werden, wenn er sie verläßt, und der Gerechtfertigte, Gottgefällige ihm in jeder Beziehung eins mit dem Geheiligten ist.
[151] Calvin Instit. l. III, c. 11. §. 15. bekämpft er zuerst den Petrus Lombardus, dessen Lehre er also bezeichnet: Primum, inquit, mors Christi nos justificat, dum per eum excitatur charitas in cordibus nostris, qua justi efficimur: deinde quod per eandem extinctum est peccatum ... dann wendet sich Calvin gegen Augustin: ac ne Augustini quidem sententia ... recipienda est. Tametsi enim egregie hominem omni justitiae laude spoliat, ... gratiam tamen ad justificationem refert, qua in vitae novitatem per spiritum regeneramur. Hierauf heißt es: scriptura autem, cum de fidei justitia loquitur, longe alio nos ducit. §. 21. schließt er endlich: ut talis justitia uno verbo appellari queat peccatorum remissio.

wird fortgesetzt


10. Januar
Zum Gefäß für Gottes Gaben werden

Wir können Gottes Gaben nur empfangen, wenn wir uns Gott gegenüber in die Haltung des Empfangenden begeben haben. Und zwar ganz und gar. Es muss Leere sein, damit Gottes Fülle Raum findet. Gottes Reichtum kommt nur in der Armut, Seine Kraft in der Schwäche zu Erscheinung, wie Paulus sagt. Die gelegentlich einmal geäußerte Bitte aber, die innerhalb unserer vielen Worte nur eine Beiläufigkeit ist, ist nicht von der Art, dass wir unser ganzes Wesen in sie hineinlegen. Dazu bedarf es der Wiederholung, des “Wieder und wieder”, in welchem der Mensch sich allmählich ganz in eine einzige Bitte verwandelt, ganz zum Gefäß für Gottes Gabe wird.

Robert Spaemann in der Behandlung der Frage, warum Gott sich oft so lange bitten lässt; in seiner Auslegung von Psalm 17, aus: Robert Spaemann, Meditationen eines Christen. Über die Psalmen 1-51, Stuttgart: Klett-Cotta 2014, S. 130.


9. Januar
Durch den Rosenkranz gerettet

Als Fernando Casanova – ein puertoricanischer Pastor einer Pfingstgemeinde – im April 2008 zur katholischen Kirche übertrat, sorgte das für Aufsehen.

Heute ist Fernando Casanova ein großer Verteidiger des katholischen Glaubens mit einem beeindruckenden biblischen Wissen, der seine Überzeugung mit großer Begeisterung und Leidenschaft vorträgt. In Interviews und auf Vortragsreisen berichtet er über seinen fünf Jahre langen schmerzhaften Bekehrungsprozess, den er nach vielen Jahren des Dienstes und hohen Ansehens in seiner evangelischen Kirche durchmachte. Weil ihn die Entstehung immer neuer protestantischer Gruppen und Kirchen verunsicherte, begab er sich auf die Suche nach der von Jesus Christus tatsächlich gegründeten Kirche. Ursprünglich trieb ihn dabei die Hoffnung an, beweisen zu können, dass es die katholische Kirche nicht sein könne. Doch es kam anders.

Bei seinen Nachforschungen besuchte er auch eine katholische Kirche und machte dort eine eucharistische Erfahrung, die in seinem Herzen die Bekehrung auslöste. Er erkannte im Sakrament des Altars die wirkliche Gegenwart Christi und entschloss sich, Katholik zu werden. Doch seine Frau, eine überzeugte Protestantin, konnte diesen Weg nicht mitgehen. Zusammen mit den gemeinsamen drei Kindern verließ sie ihn.

Als liebender Ehemann und Vater hatte Fernando sehr große Schwierigkeiten zu verstehen, wie Gott ihm dieses Leiden auferlegen konnte, wo er Ihm doch auf dem rechten Weg nachgefolgt war.

So betrat er eine Kapelle, um bei Gott Hilfe und Trost in seiner traurigen Situation zu suchen. Dabei sah er in einem der Bänke einen herrenlosen Rosenkranz liegen und verstand das als Zeichen Gottes, diesen auch zu beten. Obwohl seine Bekehrung zum Katholizismus gefestigt war, machte sein evangelischer Hintergrund es ihm schwer, den Rosenkranz zu beten. Dennoch nahm er ihn, wandte sich an die Gottesmutter und sagte zu ihr: „Unter zwei Bedingungen möchte ich den Rosenkranz beten: erstens, dass meine Frau und ich uns versöhnen. Und zweitens, dass meine Frau, meine Kinder und ich in die volle Gemeinschaft mit der Kirche deines Sohnes eintreten können.“

Dann betete er den Rosenkranz, ungeschickt und stümperhaft, aber mit der Bitte an Gott, ihm zu verzeihen, wenn Ihm nicht gefalle, was er tue. Doch es schien Gott zu gefallen. Noch am selben Tag kam Fernando wieder mit seiner Familie zusammen. Denn fast zeitgleich wollte seine Frau eine protestantische Kirche besuchen, trat jedoch „versehentlich“ in eine katholische ein und hatte dort vor dem eucharistischen Herrn ebenfalls ein Bekehrungserlebnis.

Nur ein Jahr nach diesem „schlecht gebeteten Rosenkranz“ wurde Fernando Casanova zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in der Kathedrale von Puerto Rico in die katholische Kirche aufgenommen. Sie heirateten kirchlich und empfingen ihre erste heilige Kommunion.

Übrigens bedauert Fernando Casanova heute, dass er jenen Rosenkranz nicht behalten hat, den er damals in der Kirchenbank fand, und der, obwohl so schlecht gebetet, doch das Wunder der Rückkehr seiner Familie bewirkt hatte. „Mit diesem Rosenkranz in Händen würde ich nämlich gerne einmal begraben werden“, meint Fernando.

Aus der empfehlenswerten Zeitschrift Fatima ruft, 4/2016. Abdruck mit freundlicher Erlaubnis.


8. Januar
Jacob Vaet

Vor 450 Jahren, am 8. Januar 1567, starb in Wien im Alter von etwa 36 Jahren der niederländische Komponist und Kapellsänger Jakob Vaet. Seit 1564 war er Kapellmeister in Wien. Er “schrieb viele Messen und Motetten im strengen polyphonen Stil” (LThK, 1. Auflage).


7. Januar
Vernunft

Ein altes Märchen macht uns weis, der Beginn der Wissenschaft falle mit der Absage an den Aberglauben zusammen. Tatsächlich wurde die Geburt wissenschaftlicher Forschung mit der Absage an den Vernunftglauben eingeleitet. Die Denker der Antike und des Mittelalters glaubten noch, die Welt sei mit Hilfe erster Prinzipien zu erklären.

John Gray, Wir werden sein wie Gott. Die Wissenschaft und die bizarre Suche nach Unsterblichkeit, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012, S. 16

Zum Thema:
Spaemann: Die Rationalität des Gottesglaubens


6. Januar
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

50. Folge

Obgleich nämlich alle göttlichen Eigenschaften und Tätigkeiten den drei Personen gemeinschaftlich sind, so haben doch einzelne derselben eine besondere Ähnlichkeit und Verwandtschaft mit dem eigentümlichen Charakter der einzelnen Personen und finden daher in denselben ihren persönlichen Ausdruck, ihren besondern Repräsentanten. So sahen wir früher, daß der Sohn als das Wort, als der Ausdruck der Weisheit des Vaters, auch der persönliche Repräsentant derselben, und der Heilige Geist ebenso als Ausfluß der Liebe der Repräsentant der Liebe ist. Auf analoge Weise ist der Vater als das ursprüngliche Prinzip in der Gottheit, als der erste Inhaber des göttlichen Seins, durch dessen geistige Aussprache er den Sohn zeugt, der Repräsentant der göttlichen Macht. Ist es also zu verwundern, wenn auch die Betätigung der göttlichen Macht sowie die der Weisheit und Liebe je einer Person als der Repräsentantin der betreffenden Eigenschaft durchgängig zugeschrieben wird? [51]

Werden nicht zunächst die Personen selbst, indem sie als Repräsentanten einer bestimmten Eigenschaft und als Träger bestimmter Tätigkeiten hervortreten, lebendiger und deutlicher in ihren Unterschieden vorgestellt? Für uns, die wir die Personen nicht in sich selbst schauen, die wir überhaupt die Dinge nur nach ihren Tätigkeiten zu beurteilen pflegen, ist diese Scheidung und Verteilung der Tätigkeiten fast eine Notwendigkeit, um die Personen voneinander zu unterscheiden und für jede von ihnen ein lebendiges Interesse in uns zu erwecken. Diese Notwendigkeit wird noch dadurch gesteigert, daß die zweite Person durch die Menschwerdung eine ihr wirklich ausschließlich eigentümliche Tätigkeit vor unsern Augen entfaltet hat. Würde nun dem Vater und dem Heiligen Geiste nicht ebenfalls eine besondere Tätigkeit zugeschrieben, so träten diese beiden Personen für unsere Anschauung ganz in den Hintergrund. Das ist hauptsächlich die Ursache, weshalb im Symbolum die gesamte Tätigkeit Gottes nach außen nach verschiedenen Momenten an die drei göttlichen Personen verteilt wird, damit eine jede als tätig erscheine und in der Tätigkeit einer jeden zugleich ihr persönlicher Charakter hervorleuchte.

Anderseits aber erscheint auch die Tätigkeit Gottes in einem schöneren Lichte, wenn die verschiedenen Arten und Momente derselben bestimmten Personen angeeignet werden. Jede Tätigkeit Gottes nach außen ist die Ausprägung, Offenbarung einer göttlichen Vollkommenheit. Wie nun die göttlichen Vollkommenheiten fester, klarer und großartiger hervortreten, wenn ich sie in ihrem persönlichen Repräsentanten, als wenn ich sie in sich selbst betrachte: so tritt auch die Ausprägung oder Offenbarung jener Vollkommenheiten kräftiger und lebendiger vor unsere Augen, wenn wir sie als von dem Repräsentanten der letzteren ausgehend betrachten. Oder ist es nicht ungleich erhabener und lebendiger, wenn ich sage: Gott der Vater, die Urquelle des göttlichen Seins, hat die Welt erschaffen, der Welt das Dasein gegeben, als wenn ich sage: Gott hat die Welt erschaffen? Ist es nicht etwas anderes: das ewige Wort hat uns die Weisheit gegeben, das Ebenbild des Vaters hat uns gebildet, der Abglanz des ewigen Lichtes hat uns erleuchtet, als: Gott hat uns die Weisheit gegeben, uns gebildet und erleuchtet? Gibt es keine lebendigere Vorstellung, wenn es heißt: der Geist Gottes schwebte über den Wassern, der Geist Gottes belebt alles, was da lebt, der Heilige Geist heiligt und reinigt die Kreatur, der Geist der göttlichen Liebe träufelt seinen Gnadentau auf uns herab, als wenn gesagt wird: Gott schwebte über den Wassern, Gott gab uns das Leben, die Heiligkeit und die Gnade?

Aus denselben Gründen geschieht es, wenn häufig in der Schrift- und Kirchensprache ein und dieselbe Wirksamkeit den einzelnen Personen auf verschiedene Weise beigelegt wird. Gewöhnlich geschieht das in der Form: der Vater wirkt durch den Sohn im Heiligen Geiste. Hier werden nämlich die verschiedenen göttlichen Eigenschaften, die bei jeder göttlichen Wirksamkeit beteiligt sind, an ihre Repräsentanten verteilt. Man will sagen: Gott äußert seine Macht durch seine Weisheit in seiner Liebe. Wird das aber nicht unendlich prägnanter und lebendiger ausgedrückt, wenn es heißt: der Vater, als der Repräsentant der göttlichen Macht, wirkt durch sein Wort, den Ausdruck seiner Weisheit, und im Heiligen Geiste, dem Ergusse seiner Liebe? Indessen hat diese Redeweise ihre eigentliche und tiefste Bedeutung darin, daß sie anzeigen soll, wie die eine und gemeinsame göttliche Tätigkeit den einzelnen Personen wirklich eigentümlich ist. Denn wie die Natur aus dem Vater durch den Sohn in den Heiligen Geist übergeht, so geht auch die durch die Natur vollzogene Tätigkeit aus dem Vater durch den Sohn in den Heiligen Geist über, und diese Ordnung, nach welcher die göttliche Tätigkeit den einzelnen Personen zukommt und ohne Aufhebung ihrer Gemeinsamkeit an dieselben verteilt wird, läßt sich auf keine Weise kürzer und bündiger bezeichnen als durch den Ausdruck: der Vater wirkt durch den Sohn im Heiligen Geiste. Keineswegs soll also damit gesagt sein, daß die einzelnen Personen auch nur auf eine andere Weise nach außen wirken. Vielmehr folgt eben aus der gegebenen Erklärung des Ausdrucks, daß alle drei Personen dieselbe Wirksamkeit und Wirkungsweise nach außen haben und nur auf verschiedene Weise in den Besitz derselben gelangen.

Obgleich demnach die Appropriation, die Aneignung der göttlichen Tätigkeiten und Wirkungsweisen nach außen an die einzelnen Personen ihren guten Grund und ihre hohe Bedeutung für unsere Erkenntnis hat: so bleibt es doch immer wahr, was wir oben ausgesprochen, daß die Personen durch ihre Wirksamkeit nicht nach ihren innern Unterschieden und Beziehungen nach außen hervortreten oder eine reale Bedeutung für die Außenwelt gewinnen.

Anmerkungen:

[51] Über das Prinzip und die Klassifikation der einzelnen Appropriationen vgl. Bonavent., Brevil. p. I, c. 6; S. Thom., Summa I, q. 39, a. 7 et 8. Die Appropriationen des Heiligen Geistes, bei dem sie in der Heiligen Schrift am häufigsten und in der mannigfaltigsten Weise vorkommen, werden wir am Schlusse dieses Hauptstückes ausführlich aus dem heiligen Thomas darlegen.

Wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


4. Januar
Edmund Husserl

Meinen Artikel über den Philosophen Edmund Husserl gibt es auch als Audiodatei.


4. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Video mit dem Philosophen Holm Tetens finden Sie auf der Themenseite zum Naturalismus (runterscrollen). Das Zitat aus den scharfsichtigen Beobachtungen Bertold Walds über das theologische Kneifen gegenüber dem ID als Herausforderung einer atheistisch konzipierten Evolutionstheorie ist meiner Rezension des einschlägigen Films hinzugefügt. Für die Rezension des Buches Alice von Hildebrands The Privilege of Being a Woman wurde eine eigene Seite erstellt.


3. Januar
Das Zitat

Wer mit Liebe predigt, predigt schon genug gegen die Irrlehrer, auch wenn er nicht ein einziges Streitwort gegen sie sagt.

Hl. Franz von Sales


3. Januar
Stephan Dargas

Vor 50 Jahren, am 3. Januar 1967, starb in Vunapope, Papua Neuguinea, im Alter von 68 Jahren der polnische Missionar Stephan Dargas MSC. 1924 zum Priester geweiht, wurde er bereits 1925 nach Neuguinea gesandt.


3. Januar
Tolkien

Vor 125 Jahren wurde in Bloemfontein John Ronald Reuel Tolkien geboren. Über ihn habe ich vor über 14 Jahren eine meiner ersten Websites erstellt.


2. Januar
Monatsranking Dezember 2016

Der Aufsteiger des Monats ist der Artikel Verschollen in der Südsee. Wahrscheinlich gab es eine Fernsehsendung zu diesem Thema.

Platz Monatsranking Dezember 2016
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 610 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 6
2

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

- 1
3

In-vitro-Fertilisation

+/- 0
10

Verschollen in der Südsee

+ 296
20

Bernward Deneke: Die Unterscheidung der Geister

+ 15
30

Grisar: Luther und der Ablassstreit

- 10
40

Prosinger: Was heißt glauben? Ein biblischer Streifzug

- 9
50

Beiträge zur Hirntoddebatte

- 16
60

Über die Beichte

+ 1
100

Kirche 1111: Gescheiterte Reform

- 8

Zum Ranking der Vormonate


2. Januar
Franck Quoëx

Vor zehn Jahren, am 2. Januar 2007, starb im Alter von 39 Jahren der Priester Franck Quoëx.


1. Januar
Versuch einer Theodizee

Von Theodor Haecker

Elfte Folge

Unser Haderer führt uns auf eine Unterscheidung im Menschen, die für die Möglichkeit einer existentiellen Theodizee von kapitaler Bedeutung ist, auf die Unterscheidung zwischen dem Menschen bonae voluntatis, eines guten Willens, der trotz aller Lamentationen, ja vielleicht bitteren Haders mit Gott mit fließenden Tränen doch bald wieder Gott rechtfertigt, und dem Menschen des Trotzes, der nahe ist dem Mysterium des Bösen. Das mysterium iniquitatis, das Geheimnis des Bösen, ist ein Wort des Apostels Paulus. Es ist also nicht analogisch oder gar literarisch mißzuverstehen, sondern es ist absolut gesagt. Nun ist es aber für einen modernen Menschen schwer, die rechte Stellung einzunehmen gegenüber einem Mysterium: nämlich alle Denkkraft, die er hat, bis zum äußersten anzustrengen, und dann doch zu gestehen, aber nicht vorher, daß er nichts weiß. Das geht prinzipiell weiter bis zur absoluten Grenze der Ordnung selber. Die Forderung ist nicht relativ, daß nämlich der zufällige individuelle Mensch bis zur Grenze seiner zufälligen individuellen Denkkraft gehe, sondern absolut, nämlich: daß das menschliche Denken als solches transzendental sich ganz und gar erschöpfe, ehe es sich in siegreicher Niederlage dem Nichtwissen ergibt. Das Geheimnis des Bösen muß uns offenbart werden, aber - soweit reicht die Denkkraft des Menschen - es wird uns nicht offenbart werden durch es selber, denn es selber ist finster und undurchsichtig, sondern durch Gott, der vorher ewig ist, der gut ist und das Licht, in dem keine Finsternis ist. Himmel und Erde hat Gott erschaffen, der Schöpfer, die Hölle hat sozusagen ein Engel erschaffen, also ein Geschöpf, das Geheimnis der Finsternis, das Geheimnis des Nichts, wird offenbart werden durch das Geheimnis des Lichts - ein abgründiger Reim natürlicher Offenbarung, glückselige Sprache -, des Lichts, das vorher ist und ewig. - Er unterbricht mich hier wieder und beschwört mich, doch zu bedenken, daß beide Menschen, der Nachgiebige und der Trotzige, von Gott erschaffen worden sind und daß Trotz oft nur die Folge eines anormalen Blutdrucks im Gehirn ist und durch eine Operation beseitigt werden kann. Was ist es dann mit den »Sünden«, die ein solcher Mensch begangen hat? Aber das sage ich nur nebenbei: Am Schlusse komme ich wieder, und ich habe einen durchaus normalen Blutdruck. Ich bin auch nicht wie Iwan Karamasow; ich stehe nicht vor einem Nervenfieber. Ich habe keine Halluzinationen. - Wir wollen ihn also seinem Trotz überlassen und auf das Ende warten. -

Wer oder was in uns leistet die Theodizee? Die Natur draußen mit ihrer überwältigenden Schönheit und ihren Wundern, ohne Zahl? Sie tut das und würde es sozusagen restlos tun, wären da nicht die Leiden. und Qualen ohne Zahl der lebendigen Kreaturen und - der Tod. Es ist wohl zu beachten, daß die Natur heute diese allgemeine Theodizee für den Schöpfergott in gesteigertem Maße leistet. Dank den großen Leistungen und Entdeckungen genialer Physiker ist das Bild der physischen Welt sehr viel reicher und im letzten von einer unergründlichen Tiefe geworden. Die rationale Einfachheit einer mechanistischen Welt von Galilei und Newton an bis zu Kant und Laplace hat heute Platz gemacht einem fast spielerischen Reichtum kompliziertester Ordnung, der die Ehre Gottes, des Schöpfers, noch höher preist denn zuvor. Das Atom, wie es wirklich ist, ist wahrlich wunderbarer und des Schöpfers würdiger als die Vorstellungen Demokrits und seiner Schüler. Aber das alles ist doch nur die Unendlichkeit einer bestimmten Ordnung, die an unser Problem nicht heranreicht. Es ist sozusagen die Theodizee des Paradieses und der Unschuldigen und der Engel. Etwas davon kündet in erhabenen Versen der Prolog des Faust:

Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Die Sphären sind einander nah, und es können falsche Gleichungen genug gemacht werden. Einer schrieb: »Vergessen wir nicht über Schuld und Sünde die Seligkeit, die in der Schönheit ist, und die Glorie selber, da sie allein uns erlösen kann aus Schuld und Sünde. Nichts als die Seligkeit, nichts sonst. Nichts, nichts als die gloria. Siehst du ein Stäubchen glänzen im Licht deiner Lampe und sich bewegen im vorgeschriebenen Sternenkreise - wirf dich in diesen Glanz, in diese Bewegung im Licht - und du wirst nicht Schuld und Sünde begehen und wirst begangene bereut haben, schmelzend in der Glut der Schönheit, welche Seligkeit ist. Auch in der Hölle nicht könnte Gott mir die Freude nehmen an der Vollkommenheit eines Vergilischen Verses.« Es ist ein falscher Weg der Abstraktion von der Trinität des Seins, ein Weg des Rausches; und der Rausch ist gerade der größte Verächter des distinguo, der falsche Einiger durch Verwischung und Vermischung.

Wer oder was also leistet die Theodizee? Die Geschichte?! Gestatten Sie mir, daß ich Ihnen dazu einige berühmte Sätze des Kardinals Newman zitiere, die die pessimistischen Worte Jacob Burckhardts, daß immer wieder nur das Gemeine siege, ergänzen: »Diese etablierte Ordnung der Dinge, in der wir uns befinden, muß, wenn sie einen Schöpfer hat, sicherlich in ihren großen Umrissen und ihren Hauptergebnissen von Seinem Willen sprechen. Steht die Gewißheit dieses Prinzips fest, dann ist, wenn wir zu seiner Anwendung auf die Dinge, wie sie sind, übergehen, unser erstes Gefühl das der Überraschung und (ich darf sagen) der Bestürzung, daß Seine Oberaufsicht über diese lebendige Welt eine so indirekte und Sein Handeln ein so verborgenes ist. Das ist die erste Lektion, die wir aus dem Gang der menschlichen Geschäfte gewinnen. Was dem Geist so stark und so peinlich auffällt, ist Gottes Abwesenheit (wenn ich so sagen darf) von Seiner eigenen Welt. Es ist ein Schweigen, das redet. Es ist, wie wenn andere von Seinem Werk Besitz ergriffen hätten. Warum gibt Er, unser Schöpfer und Herr, nicht irgendeine unmittelbare Kenntnis von Sich Selbst? Warum schreibt Er nicht Seine sittliche Natur mit großen Buchstaben auf die Stirne der Geschichte und bringt den blinden tumultuarischen Sturz ihrer Ereignisse nicht in eine himmlische hierarchische Ordnung? Warum billigt Er uns in der Struktur der Gesellschaft nicht wenigstens so viel von Offenbarung Seiner Selbst zu, wie die Religionen der Heiden darzureichen versuchten? Warum hat vom Anfang der Zeiten nicht ein einziges gleichförmiges stetes Licht allen Familien auf der Erde und allen individuellen Menschen den Weg gezeigt, wie Ihm zugefallen? Warum geht Er nicht mit uns einzeln, wie da gesagt wird, daß Er in alten Tagen mit Seinen Erwählten ging? Warum ist es möglich, Seinen Willen, Seine Attribute, Seine Existenz ohne Absurdität zu leugnen? Wir sehen einander sowohl, wie wir von uns wissen, warum haben wir, wenn wir den Anblick von Ihm nicht haben können, nicht wenigstens das Wissen? Er ist aber im Gegenteil ,ein verborgener Gott'; und mit allen unseren Anstrengungen können wir an der Oberfläche der Welt nur einige wenige blasse und fragmentarische Ansichten von Ihm zusammenlesen. Ich sehe für die Erklärung einer so kritischen Tatsache nur zwischen einem Entweder - Oder die Wahl: entweder es gibt keinen Schöpfer, oder Er hat Seine Geschöpfe enteignet. Sind also die undeutlichen Schatten Seiner Gegenwart in den menschlichen Geschäften nur eine Phantasie von uns, oder hat Er anderseits Sein Gesicht und das Licht Seines Antlitzes verhüllt, weil wir in irgendeiner besonderen Weise Ihm Unehre gemacht haben? Mein wahrhafter Berichterstatter, mein belastetes Gewissen, gibt mir die wahre Antwort auf jede dieser gegensätzlichen Fragen zumal: es sagt aus ohne jede Besorgnis, daß Gott existiert, und es sagt ebenso gewiß aus, daß ich Ihm entfremdet bin; daß ‘Seine Hand nicht kürzer geworden ist, daß aber unsere Ungerechtigkeiten uns von unserem Gott geschieden haben'. So löst es das Geheimnis der Welt und sieht in diesem Geheimnis nur eine Bestätigung seines eigenen ursprünglichen Unterrichts«.

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31. Dezember
Abba, lieber Vater!

Von Robert Mäder

Gott, der den Menschen gemacht, versteht ihn auch am besten. Er setzte in den Mittelpunkt seines Wesens das Herz. Das Herz spielt eine größere Rolle als der Kopf. Deswegen richtet sich das Hauptgebot des Christentums nicht an den Kopf, sondern an das Herz. Es heißt nicht: Du sollst den Herrn deinen Gott verstehen, sondern: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben. Das Zentralgebot richtet sich an das Zentralorgan. Der Mensch ist vor allem das, was er liebt, wie es auch geschrieben steht: Gott ist die Liebe.

Zwar ist der Vater aller guten Werke immer ein guter Gedanke, aber auf der anderen Seite ist die Mutter, die das Werk in die Welt setzt, immer das Herz. Herzkultur geht über Kopfkultur, Liebe über Verstand, Wollen über Denken. Dieses ist unentbehrlich, aber jenes entscheidet. Nun ist zwischen Liebe und Liebe ein Unterschied. Die Liebe hat Grade wie jedes Thermometer. Die Temperatur ist höher, je näher man dem Herzen steht und nimmt ab mit dem Masse der Entfernung. Eltern, Gatten, Geschwister liebt man ganz anders als Fremde. Am Herd ist's wärmer als auf der Straße. Das ist natürlich.

Auf diesem Gesetz baut die Religion auf. Sie versetzt den Menschen, bevor sie ihm das große Gebot gibt, in die Familiengemeinschaft mit Gott. Das Wesen des Christentums besteht darin, dass es uns der göttlichen Natur teilhaftig macht. «Denen, die an ihn glauben, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.» Wir werden, soweit es bei einem Geschöpf der Fall sein kann, vergöttlicht. Das Weitere versteht sich dann von selbst. Wenn wir durch die Gnade Kinder Gottes geworden, ist Gott unser Vater.

Und nun verstehen wir auch, welcher Art unser Verhältnis zu Gott sein muss. Es ist nicht nur die gewöhnliche Form der Liebe. Unsere Liebe muss einen besonderen Grad und Charakter besitzen. Sie muss familiär, kindlich sein. Unter den sieben Gaben des Heiligen Geistes, welche die Vervollkommnung unseres Tugendlebens zur Aufgabe haben, gibt es eine, welche die Heilige Schrift als Pietas bezeichnet. Wir besitzen leider in der deutschen Sprache keinen Ausdruck, welcher den Sinn dieses Wortes Pietas deutlich wiedergibt. Wir sagen Frömmigkeit, aber wir dürfen darunter nicht bloß Eifer und Andacht im Gebete verstehen. Besser ist der Ausdruck Gottseligkeit.

Die Gabe der Pietas oder Gottseligkeit besteht in einer herzlichen Zuneigung zu Gott und zu der göttlichen Familie. Sie unterscheidet sich von der sogenannten Religionsübung. Die Religionsübung wendet sich an Gott als den höchsten Herrn und Schöpfer aller Dinge. Sie ist ernster. Die Pietät aber, die Gabe der Frömmigkeit, wendet sich an Gott als Vater. Sie ist inniger. Das große Gebot der Gottesverehrung oder Religionsübung ist das erste Gebot des Zweitafelgesetzes: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Das große Gebot der Pietät aber ist das Hauptgebot: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben. Beide Gebote gehören zum Wesen des Christentums. Wir dürfen die unendliche Majestät des ewigen Königs im Gebetsverkehr nicht vergessen, aber auch die unendliche Liebenswürdigkeit des Vaters nicht.

Wir können vielen sonst eifrigen Christen unserer Tage den Vorwurf nicht ersparen, dass sie die Gaben des Heiligen Geistes, ohne welche ein vollkommenes, christliches Leben nach dem Urteil aller erfahrenen Asketen und Mystiker undenkbar ist, oft kaum dem Namen nach wissen. Darum haben sie auch von der Gottseligkeit im Sinne der Theologie, vom familiären Gottesverkehr, kein richtiges Verständnis. Sie kennen den Herrgott, aber sie vergessen den Vater. Man muss das eine tun, aber das andere nicht unterlassen.

Familiarität ist die Eigenart der aus Gott geborenen Brüder Jesu. Alle großen Christen waren vor Gott große Kinder. Sie redeten mit dem Vater die Sprache der Familie, die Sprache der Herzlichkeit, kunstlos, wahr und einfach, wie es unter Kindern Brauch ist, aber aus der Tiefe der Seele. Man macht vielleicht gegen diesen familiären Gottesverkehr geltend, dass es weichlich, süßlich, unmännlich sei. Darauf ist folgendes zu erwidern: Die echte Hingabe an Gott den Vater ist nichts Weichliches, sondern Starkes. Sie macht opferbereit bis zur vollständigen Verzichtleistung auf eigenen Vorteil und eigenen Willen. Weichlich, opferscheu, feig und lau, nachgiebig in der Versuchung sind jene, die nicht lieben.

Was die inneren Tröstungen, die Süßigkeiten anbetrifft, die Gott seinen Kindern hie und da austeilt, so sind das Dinge, die jeder Vater von Zeit zu Zeit seinen Lieblingen zukommen lässt, um anzulocken, zu trösten und Mut zu machen. Man soll darüber nicht spotten. Wenn man das harte Brot der Leiden und der Opfer gegessen mit dem bitteren Salz der Tränen der Trübsal, dann sind die Tränen der Freude im Verkehr mit dem Vater einem wohl zu gönnen.

Was den Vorwurf betrifft, dass Familiarität nicht zu Männlichkeit passe, so steht er in offenbarem Gegensatz zum Evangelium, das verlangt, dass wir wie die Kindlein werden, wenn wir ins Himmelreich eingehen wollen. Übrigens beweist die Erfahrung, dass die Herren der Schöpfung sehr unmännlich, sentimental sein können, sentimental bis zum Wegwerfen ihrer Menschenwürde. So sentimental, rein gefühlsmäßig, sind die Frommen nie. Die Modernen haben deswegen kein Recht, den Frommen unmännliche Süßigkeit in der Andacht vorzuwerfen.

Auch der früher oft erhobene Vorwurf französischer Frömmigkeit ist ungerechtfertigt. Die wahre, herzliche Familiarität im Verkehr des Menschen mit Gott ist nicht nur französisch. Sie ist auch deutsch. Sie ist katholisch. Sie gehört zu den sieben Gaben des Heiligen Geistes und findet sich bei allen Völkern und zu allen Zeiten der Kirchengeschichte. Sagen wir es heraus: Unsere Frömmigkeit ist im allgemeinen eher zu trocken, zu nüchtern, zu verstandesmäßig, zu ledern, zu unnahbar, dann wieder zu unnatürlich, zu gekünstelt, zu gemacht. Sie vergisst so gern die Grundwahrheit unseres Glaubens: Gott unser Vater!

Darum die Forderung: Mehr Familiarität! Mehr Kindlichkeit! Mehr herzliche Liebe zum Vater in unserem Gebetsverkehr! Es ist unaussprechlich rührend, zu sehen, mit welcher Verehrung, Hingabe und Zartheit Jesus immer vom Vater redet. Man fühlt es aus dem Evangelium heraus, welche Freude es ihm macht, sagen zu können: Mein Vater! Der Vater ist ihm alles.

Die Kirche ist bei Jesus in die Schule gegangen. Fast sämtliche Gebete der Kirche richten sich an den Vater. Alles im Heiligen Geist! Alles durch Jesus! Aber auch alles dem Vater! Wenn wir den katholischen Gebetsgeist besitzen, werden wir auch den ausgesprochenen Familiengeist der Kindschaft haben, in welchem wir rufen: Abba, Vater! (Röm. 8, 15). Wir werden wie Kinder an den Vater denken und wie Kinder mit dem Vater reden, herzlich und innig. Das Alter spielt hier keine Rolle. Alt oder jung, vor dem Vater bleibt man immer Kind. Soll's also auch immer sein und wollen.

Die Geheime Offenbarung spricht von solchen, die den Namen des Vaters an der Stirne tragen (14,1). Wir haben ungezählte Male beim Kreuzzeichen unsere Stirne im Namen des Vaters gezeichnet. Das darf keine leere Zeremonie bleiben. Wir wollen damit unsere ganze Gedankenwelt, alles, was hinter unserer Stirne lebt, dem Vater weihen. Wir wollen mehr, als wir es bisher getan, bewusst uns der kindlichen Familiarität und der familiären Kindlichkeit im Gebetsverkehr befleißen. Unser Lieblingswort, das Lieblingswort Jesu: Abba, Vater!

Der höchste Ausdruck der kindlichen Gottseligkeit ist die katholische Liturgie. Die katholische Liturgie ist ernst und heiter zugleich. Sie hat nichts Finsteres und Trockenes. Alles atmet im Gegenteil Lieblichkeit und herzliches Vertrauen. Die katholische Liturgie singt. Sie singt immer. Sie singt immer, weil sie immer glaubt und hofft und liebt. Sie singt immer, weil sie singen muss, und sie muss singen, weil sie voll des Heiligen Geistes ist, der da ruft mit unaussprechlichen Seufzern (Röm. 8, 26). Die katholische Liturgie ist gottselig.

Aus: Robert Mäder, Der Heilige Geist. Der dämonische Geist, Goldach 1969, S. 26-30.

Ein weiterer Artikel von Robert Mäder.


30. Dezember
Rupert Mayer

Vor 100 Jahren, am 30. Dezember 1916, wurde der selige P. Rupert Mayer (1876-1945) im rumänischen Sultatal schwer verwundet. Er war dort während des Ersten Weltkriegs als Militärseelsorger im Einsatz, und zwar als Feldgeistlicher der 8. bayerischen Reservedivision, und geriet ins Feuer russischer Truppen. Sein linkes Bein wurde vom Knie abwärts zerschmettert und musste amputiert werden.


27. Dezember
Das Zitat

Habt keine Angst vor mir, kommt zu mir, nehmt mich in eure Arme, betet mich an! Doch, wenn ihr mich anbetet, gebt mir, was kleine Kinder wünschen: Umarmungen und Küsse; habt keine Angst, fürchtet euch doch nicht so vor einem so kleinen und lieblichen Kindlein, welches euch zulächelt und die Arme entgegenstreckt. Er ist euer Gott, aber er ist voller Güte und Freundlichkeit, fürchtet euch nicht. Seid voller Zärtlichkeit, Liebe und Vertrauen...

Worte, die der selige Charles de Foucauld in einer Meditation dem Jesuskind in den Mund legt.


27. Dezember
Alfonsus Vargas Toletanus

Vor 650 Jahren, am 27. Dezember 1366, starb der Theologe Alfonsus Vargas Toletanus. Er war ein Vertreter der neuen positiven Augustinerschule und lehrte in Paris. 1353 wurde er Bischof von Badajoz, 1354 von Osam, 1361 Erzbischof von Sevilla.


26. Dezember
William Henry Anderdon

Vor 200 Jahren, am 26. Dezember 1816, wurde in London der Theologe und Schriftsteller William Henry Anderdon SJ geboren. Er studierte in Oxford, wurde anglikanischer Geistlicher, ging nach Paris und konvertierte dort 1850 beim berühmten Kanzelredner Gustav-Xavier de la Croix Ravignan SJ. 1853 empfing er die Priesterweihe, 1856 wurde er Sekretär seines Onkels Kardinal Mannings, bis er sich 1872 der Gesellschaft Jesu anschloss. Von 1858 bis 1864 war er Professor in Dublin. Er verfasste Erzählungen und apologetische Werke. Am 28. Juli 1890 starb er in London.


25. Dezember
Albert Chmielowski

Vor 100 Jahren, am 25. Dezember 1916, starb in Krakau im Alter von 71 Jahren der hl. Albert Chmielowski. Mit 17 Jahren beteiligte er sich am polnischen Aufstand gegen die Russen und wurde dabei schwer verwundet, so dass er ein Bein verlor. Nach wechselvollen Jahren als Leben als Künstler vor allem in Paris und München kehrte er 1884 nach Krakau zurück und lernte dort den hl. Raphael Kalinowski kennen, der ihn seine Berufung entdecken ließ, sich Gott in Armut zum Dienst an den Armen zu weihen. Zu diesem Zweck gründete er die Kongregation der Brüder im Dritten Orden des hl. Franziskus. Seine Liebe zum Allerheiligsten Altarsakrament kommt in seiner Aussage zum Ausdruck: “Ich schaue auf Jesus in seiner Eucharistie. Hat seine Liebe je etwas Schöneres ersonnen? Hier ist Er Brot geworden für uns. So wollen auch wir Brot sein und uns ganz hingeben für die anderen.” 1983 wurde er, zusammen mit Raphael Kalinowski, selig-, 1989 heiliggesprochen.


25. Dezember
Das eucharistische Wunder von Liegnitz

Vor drei Jahren, am 25. Dezember 2013, ereignete sich das eucharistische Wunder von Liegnitz (Legnica), das vom Heiligen Stuhl anerkannt wurde.


24. Dezember
Cäcilia Schelingová

Vor 100 Jahren, am 24. Dezember 1916, wurde in Krivá, Slowakei, die selige Cäcilia Schelingová geboren. Mit zwanzig Jahren trat sie in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Kreuz ein, die von der seligen Maria Theresia Scherer gegründet worden war. Sie erhielt den Namen Zdenka und war als Krankenschwester tätig.
Nachdem sie 1952 unter der kommunistischen Verfolgung einem Priester zur Flucht verholfen hatte, wurde sie verhaftet: “Tagelang wurde sie gefoltert, immer wieder unter Wasser getaucht, an der Kerkerdecke aufgehängt, später ihre rechte Hand zertrümmert. Ihre rechte Brust wurde von den Tritten der Polizisten regelrecht zerfetzt. Als sie einmal fast zu Tode geprügelt wurde, sagte sie: ‘Die Vergebung ist das Größte im Leben.’” (Stefan Wirth, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 7, S. 56).
Am 31. Juli 1955 starb sie an den Folgen der Misshandlungen im Krankenhaus von Tyrnau. Sie wurde am 14. September 2003 seliggesprochen.


24. Dezember
Elvira Moragas Cantarero

Vor 100 Jahren, am 24. Dezember 1916, legte die selige Elvira Moragas Cantarero (1881-1936; Ordensname: Maria Sagrario von hl. Aloisius Gonzaga OCD) in Madrid im Karmel der hl. Anna und des hl. Joseph ihre ersten Gelübde ab. Elf Jahre zuvor hatte sie als erste Frau Spaniens das Doktorat in Pharmazie gemacht. Im Spanischen Bürgerkrieg erlitt sie das Martyrium: Sie wurde am 15. August 1936 in Madrid erschossen. Am 10. Mai 1998 wurde sie seliggesprochen.


23. Dezember
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

18. Folge

P. Peter Berno, geboren am 2. Juli 1552 zu Ascona am Locarnosee im heutigen Schweizerkanton Tessin, trat nach Vollendung seiner Studien im Deutschen Kolleg zu Rom als neugeweihter Priester 1577 in die Gesellschaft Jesu und wurde vom Ordensgeneral Mercurian im selben Jahre noch der für Indien bestimmen Schar beigesellt. Er war eine außerordentlich feurige, tatkräftige Natur. Rasch lernte er die Landessprachen und wirkte seit mehreren Jahren schon auf Salsette mit rastlosem Eifer. Auf seinen Wanderungen setzte er gewöhnlich schwimmend über die Flüsse. Keinen hassten die Heiden so wie ihn, da er an der Zerstörung ihrer Götzentempel am eifrigsten mitgeholfen und einen göttlich verehrten riesigen Ameisenhaufen unbarmherzig zerwühlt hatte. Wie prophetisch äußerte er von Coculin, einem Hauptneste des Heidentums, dort sei der Boden noch zu hart und müsse erst durch Märtyrerblut befeuchtet werden. Sein eigenes Blut sollte bald als fruchtbarer Tau dort niederfallen.

P. Anton Francisco, ein Portugiese, wurde noch als Universitätsstudent zu Coimbra durch das Martyrium des seligen Azevedo und Genossen für die Mission begeistert. Seit jener Zeit hatte er täglich im Augenblick der heiligen Wandlung um die Gnade des Martyriums gebeten. Er war unter den 13, die Pacheco nach Indien mitgebracht, vollendete in Goa seine Studien, wurde Priester und ward dann für die so schwierige Mission auf den Molukken bestimmt, als ein furchtbarer Sturm ihn wieder zurücktrieb. Er wirkte erst seit drei Monaten auf Salsette in der Christengemeinde von Orlim, als er die Märtyrerkrone erlangte.

Der fünfte im heiligen Bunde war der portugiesische Laienbruder Franz Aranha, Neffe des früheren Erzbischofs von Goa, Don Gaspar Aranha, dem er nach Goa gefolgt war. Obgleich er Studien gemacht hatte, wollte er aus Demut in den Stand der Laienbrüder aufgenommen werden. P. Aquaviva hatte ihn als Begleiter verlangt, da der Bruder als geschickter Baumeister die Plätze für die neu zu errichtenden Kirchen auswählen und deren Bau leiten sollte.

10. Der Tod des Bekenners.

Coculin, der Hauptherd der Empörung, sollte zuerst besucht werden. War hier die Sache gewonnen, so dachte man, würde der übrige Teil der Insel leicht nachfolgen. P. Anton Francisco, der Coculin zunächst wohnte, hatte die Ankunft der Patres in einem auf Palmblatt geschriebenen Briefe den Vornehmen des Ortes angezeigt. Ein Mann von großer Tugend und Fähigkeit, der kürzlich erst von einer Reise zum Großmogul zurückgekehrt, sei Oberer von Salsette geworden. Er komme, um alle Streitigkeiten beizulegen, den angerichteten Schaden nach Kräften gutzumachen und Frieden und Trost zu bringen. Man möge ihn also gut aufnehmen; der Vizekönig werde dies als eine Genugtuung für die neuliche Empörung ansehen. Die mündliche Antwort lautete kurz und kalt: Man sei in Coculin nicht in der Lage, die Patres nach Gebühr zu empfangen, da die Einwohnerschaft wegen eines kürzlich geschehenen Mordes aufgeregt und entzweit sei. Doch stehe es den Patres frei, zu tun, was sie wollten, da ja Coculin und ganz Salsette im Besitz des Königs von Portugal sei. Diese Antwort zeigte deutlich die feindselige, drohende Stimmung. Allein der feurige P. Berno rief aus: „Was liegt uns daran, wie wir empfangen werden? Gehen wir, errichten wir das Kreuz und die Kirche, und wenn sie uns am Bauen sehen, werden sie selbst mit Hand anlegen!“

P. Francisco hatte über den Fluss eine Brücke schlagen und in der Nähe von Coculin eine Nothütte errichten lassen, wo man gegen den tropischen Regen – es war gerade die Regenzeit – Schutz finden konnte.

So brach der denkwürdige 15. Juli an, der Gedächtnistag des seligen Ignatius de Azevedo und Genossen. (Nach dem gregorianischen Kalender war es der 26.) Die Patres lasen in der Kirche von Orlim der Reihe nach die heilige Messe und machten sich bei schon vorgerückter Tageszeit auf den Weg nach Coculin. In ihrer Begleitung waren zwei Portugiesen, darunter der Schreiber des Kommandanten von Rachol, und etwa 50 eingeborne Christen. Auf dem Wege unterhielten sich die Missionäre von ihren Hoffnungen, zeigten fröhlich auf die Ruinen der zerstörten Pagoden und sahen sich nach einem günstigen Platze um, wo die Tempel des wahren Gottes sich erheben sollten. In der Nähe von Coculin herrschte eine unheimliche Stille. Niemand kam ihnen entgegen, sie zu begrüßen. Da plötzlich sahen sie einen ungeordneten Haufen von halbnackten schreienden Weibern und Kindern aus dem Dorfe kommen, unter Anführung eines Götzendieners, der wild mit Armen und Beinen um sich schlug und mit den Händen Erde und Staub in die Luft warf. Drohende Rufe wie: „Auf, da sind sie, der Augenblick der Rache ist nahe!“ drangen an das Ohr der Missionäre. Diese wussten nicht, was das bedeuten sollte, zogen sich in die für sie bereitete Hütte zurück und schickten einen Boten in das Dorf, der ihre Grüße überbringen und um die Erlaubnis bitten sollte, an Stelle jener Hütte ein Haus zu errichten. Der Bote fand unfreundliche, drohende Mienen. Man wisse sehr gut, was die Patres vorhätten, und werde sich danach richten. Doch kam nun einer der Gazari (Vornehmen) zu den Missionären hinaus und gab heuchlerisch seinem Bedauern Ausdruck, dass man sie so wenig gastfreundlich empfangen. Auf die Frage, was jener drohende Lärm bedeuten sollte, gestand er, dass Pondu, ein berühmter Götzenpriester, die Menge gegen die Patres aufgehetzt. Doch werde es ihm gelingen, das Volk zu beruhigen. Sie sollten inzwischen ruhig ihre Mahlzeit einnehmen. Auf das Anerbieten Aquavivas, zwischen den streitenden Parteien vermitteln zu wollen, gab der Gazari zur Antwort, er wolle darüber mit seinen Stammesgenossen reden.

Nach seinem Weggang wurde der Lärm im Dorfe immer bedrohlicher und ließ das Schlimmste befürchten. Man beschloss also, nach Hause zurückzukehren und das Vorhaben zu verschieben, bis die Aufregung sich etwas gelegt habe. Da aber ein Platzregen niederrauschte, suchten die Missionäre wieder Schutz in der Hütte, nahmen hier ihr einfaches Mahl und besprachen den Plan, an der Stelle einer nahen Tempelruine die Kirche zu bauen. Einige ihrer Begleiter gingen auch gleich dahin, um den Platz auszumessen. Spione aus dem Dorf hatten das Gespräch der Missionäre belauscht. Ihr Bericht verursachte im Dorf eine furchtbare Aufregung. Wüster Lärm drang in die Hütte herüber. „Was ist das?“ fragten die Missionäre. Scherzend rief einer der christlichen Indier, der den wegeilenden Spionen zum Trotz das Zeichen der Erlösung auf das Dach gepflanzt hatte: „Das ist der Teufel, der merkt, dass er weichen muss!“ Allein bereits brachte ein anderer indischer Begleiter der Patres, der ins Dorf auf Kundschaft gegangen war, die Nachricht, man habe dort auf Anstiften der Zauberers soeben den Tod der Missionäre beschlossen. „Man müsse die fünf Hähne (d.h. die fünf Patres)“, so habe der Götzenpriester wie besessen geschrien, „schlachten; bloß ihr Blut könne die Götter besänftigen.“ Im selben Augenblick kam auch ein wohlgesinnter Heide, der am Morde keinen Anteil haben wollte, herbeigestürzt und rief den Patres zu, sich rasch zu flüchten. Dieselben beschlossen denn auch, der Gewalt zu weichen. Allein es war bereits zu spät.

wird fortgesetzt

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21. Dezember
Katholisches Schriftprinzip?
Josef Rupert Geiselmanns These der materialen Schriftsuffizienz

Von P. Daniel Eichhorn

Zweiter Teil

3.2 Geiselmanns Hauptziele: Eine neue Verhältnisbestimmung von Schrift und Tradition

Angesichts dieser Situation will Geiselmann die Bedeutung der Schrift wieder stärken und zugleich Schrift und Paradosis zu jener Einheit zurückführen, die sie in der Theologie der Kirchenväter und bis ins Hohe Mittelalter hatten. Dafür findet er Anregung bei dem reformierten Kirchenhistoriker Jan Bakhuizen van den Brink (1896-1987), der sich dem Studium der Kirchenväter widmet und über Irenäus von Lyon und Tertullian arbeitet. Geiselmann stützt sich des Weiteren auf eine große Zahl von Gelehrten, auf Vinzenz von Lérins und Thomas von Aquin, auf das Tridentinum und Newman, v. a. aber auf Johann Evangelist Kuhn, seinen Tübinger Vorgänger im 19. Jahrhundert. Bei Kuhn sieht er seine eigene Konzeption vorgebildet. Diese Konzeption hat ihren articulus stantis et cadentis in der These von der materialen Suffizienz der Bibel, besonders seit 1962 einem breiteren Publikum bekannt unter dem Schlagwort „Schriftsuffizienzthese“.

4. Geiselmanns Konzeption

4.1 Scriptura materialiter sufficiens: Materiale Schriftsuffizienz

Gottes Offenbarung in der Geschichte in Tat und Wort, v. a. in Jesus von Nazareth gibt Kunde über alles, was wir über Gott, die Kirche und den Menschen wissen müssen, um zum Heil zu gelangen, sie ist insofern vollständig. Dieses Predigtwort Jesu wurde in soteriologischer Perspektive laut Geiselmann in „Fülle und Ganzheit“, d. h. inhaltlich vollständig und authentisch von den Aposteln verkündet: Auch deren mündliche Predigt ist lehrmäßig vollständig, sie enthält und vermittelt das gesamte depositum fidei, gestützt auf das Alte Testament, und dessen Deutung und Erfüllung in Jesus dem Christus. In einem dritten Schritt wird das Wort Gottes ebenfalls in ganzer Fülle im Neuen Testament aufgezeichnet. Daher enthält die Heilige Schrift die Fülle der geoffenbarten, heilsrelevanten Wahrheit des Glaubens und der Sitten.

Diese Wahrheiten sind jedoch laut Geiselmann in der Bibel nicht immer ausdrücklich enthalten, sondern – wie etwa im Assumpta-Beispiel – nur keimhaft, andeutungsweise oder zumindest einschlußweise. Die Bibel ist somit nicht schlechthin vollständig. Vielmehr bezeugt die Schrift manche Glaubenslehren nur in keimhafter, aber ausreichender Gestalt. Die Bibel ist somit in Hinblick auf die offenbarten Glaubenslehren hinreichend, suffizient. Das ganze apostolische Kerygma und damit die ganze christliche Glaubenslehre sind materialiter hinreichend in der Bibel enthalten. Es gibt in ihr Spuren aller heilsrelevanten Glaubenswahrheit, z. B. auch der Assumptio Mariens. Daher ist die Schrift das eine Materialprinzip des christlichen Glaubens, sie bedarf in Glaubensfragen keiner inhaltlich-materialen Ergänzung durch eine ihre äußerlich gegenüberstehende Tradition oder sonstige ihr äußere Prinzipien. Die Bibel ist in Glaubensdingen zwar nicht das entscheidende Formalprinzip, aber doch die materiale Grundlage des Glaubens, nicht eine materiale Grundlage unter anderen.

4.2 Traditio interpretativa: Überlieferung als Deutung

Wenn in der Bibel schon die ganze Glaubenslehre wörtlich oder sinngemäß enthalten ist, welche Aufgabe kommt dann der Überlieferung noch zu? Geiselmann sieht in ihr den Schlüssel zum richtigen Verständnis der Schrift, die rechte Auslegung der Bibel. Der Tradition von der apostolischen Zeit und den Kirchenvätern her ist traditio hermeneutica oder interpretativa. Mit dieser Deutungsfunktion ist sie ganz auf die Schrift verwiesen, ja, sie ist laut Geiselmann nicht mehr als ein „Annex zur Schrift“ [2]. Ihr komme in Glaubensfragen eine rein formale, deutende, hermeneutische Rolle zu. Die so verstandene Tradition ist – im Zusammenwirken mit der Kirche – das Formalprinzip des Glaubens. Auf dieser Grundlage beschreibt Geiselmann das Verhältnis von Schrift und Überlieferung: „So findet sich also ein und derselbe Inhalt sowohl in der Heiligen Schrift als ein noch zu interpretierender, als auch in der Tradition der Kirche bzw. der Väter als interpretierender“ (a.a.O. 150).

4.3 Die Einheit von Schrift, Tradition und Kirche

Wie Geiselmann mehrfach mit Möhler betont, gehören Schrift, Tradition und Kirche wesentlich zusammen. Die höchste und letztverbindliche Entscheidungskompetenz über Offenbarung, Schrift, Dogmen und moralische Fragen liegt für ihn beim Lehramt der Kirche. Dieses stützt sich auf Schrift und Tradition, aber auch auf das Glaubensbewußtsein der Gesamtkirche sowie auf Liturgie und Theologie. Seine Aufgabe ist nicht produktiv, sondern kritisch. Dieses Konzept findet Geiselmann zu Recht auch im Tridentinum [3].

Anmerkungen:

[2] Diese Aussage begegnet bei Geiselmann mindestens dreimal: Josef Rupert Geiselmann, Das Konzil von Trient über das Verhältnis der Heiligen Schrift und der nicht geschriebenen Traditionen. Sein Mißverständnis in der nachtridentinischen Theologie und die Überwindung dieses Mißverständnisses, in: Michael Schmaus (Hrsg.), Die mündliche Überlieferung. Beiträge zum Begriff der Tradition, München 1957, 123-206, hier 139 und 166. Sowie: Josef Rupert Geiselmann, Die Heilige Schrift und die Tradition. Zu den neueren Kontroversen über das Verhältnis der Heiligen Schrift zu den nichtgeschriebenen Traditionen (Reihe Quaestiones disputatae, Bd. 18), Freiburg i. Br. 1962, 109. Kurztitel: Josef Rupert Geiselmann, Die Heilige Schrift und die Tradition (1962).

[4] „im sensus, quem tenet ac tenuit ecclesia, und im unanimis consensus patrum liegt [...] die interpretative Tradition der Heiligen Schrift durch die Kirche bzw. durch die Kirchenväter vor. Den Sinn, den die Kirche in vergangenen Zeiten festgehalten hat (tenuit), und die übereinstimmende Schriftdeutung der Väter in Sachen des Glaubens und der Disziplin erfahren wir eben durch die Tradition. Dies hat fortan als Vorschrift zu gelten. Diese Bestimmung des Konzils von Trient nimmt das Vaticanum I auf. Indem diese aber jetzt in c. 2 De revelatione erscheint (Dz. 1788 bzw. 3007), hat sie dogmatischen Charakter angenommen.“: Josef Rupert Geiselmann, Schrift und Tradition, in: Lebendiges Zeugnis 19, Heft 2/3 (1964) 59-91, hier 62. Das Exemplar trägt den Titel ,Von der Wahrheit in Liebe’ und ist ökumenischen Fragestellungen wie dem Allgemeinen Priestertum und der Sichtbarkeit der Kirche gewidmet.

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20. Dezember
Was Naturgesetze leisten

Wenn die Entstehung des Universums ein physikalischer Vorgang ist, dann brauchen wir physikalische Gesetze. Das ist so weit einleuchtend. Aber ein physikalisches Gesetz beschreibt und erklärt nur ein Ereignis, es erzeugt es nicht, auch nicht in den ersten Millionstelsekunden der Welt. Selbst eine Theorie »von allem« erklärt vielleicht alles, aber sie erzeugt nichts.

Aus dem Artikel von Eduard Kaeser über Stephen Hawking Physik aus der Gottesperspektive, in: Die Zeit 1/2011

Zum Thema: Neuland in der Wissenschaftstheorie


20. Dezember
Julio Alvarez Mendoza

Vor 150 Jahren, am 20. Dezember 1866, wurde im mexikanischen Guadalajara der hl. Julio Alvarez Mendoza geboren. 1894 zum Priester geweiht, wirkte er während der mexikanischen Katholikenverfolgung im Untergrund, wurde am 26. März 1927 gefasst und vier Tage später nach schlimmen Folterungen erschossen. Am 22. November 1992 wurde er selig-, am 21. Mai 2000 heiliggesprochen.


19. Dezember
Das Zitat

Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry


19. Dezember
Maria Borromäa Narmontowicz

Vor 100 Jahren, am 18. Dezember 1916, wurde in Wiercieliszki, Weißrussland, die selige Maria Borromäa Narmontowicz geboren. 1939 legte sie ihre Profeß in der Kongregation der Schwestern von der hl. Familie von Nazareth ab. Diese Kongregation war von der seligen Franziska Siedliska gegründet worden. Mit zehn Mitschwestern wurde Maria Borrolmäa am 31. Juli 1943 von der Gestapo verhaftet. Am 1. August wurden sie in einen Wald gebracht und dort erschossen. Damit erfüllte sich ihr Opferwunsch. Denn etwa zwei Wochen zuvor hatten sie Gott ihr Leben angeboten, damit das von einigen verhafteten Familienvätern verschont werde. Alle elf Märtyrerinnen wurden am 5. März 2000 seliggesprochen.


19. Dezember
Julia Valles

Vor 100 Jahren, am 18. Dezember 1916, starb in Borgaro Torinese bei Turin im Alter von 69 Jahren die selige Julia Valles SDC (Ordensname Nemesia), Mitglied der von der hl. Johanna Antida Thouret gegründeten Kongregation der Töchter der Liebe von Besançon. Ihr Leitmotiv fasste sie in das Gebet zusammen: “Jesus, lass mich mich selbst vergessen, lass mich von dir umhüllt sein. Jesus, ich lebe für dich und ich sterbe für dich.”


17. Dezember
Hyacinthe Marie Cormier

Vor 100 Jahren, am 17. Dezember 1916, starb in Rom im Alter von 84 Jahren der selige Hyacinthe Marie Cormier OP, 76. Generalminister des Dominikanerordens. Man sagte über ihn: “Er gibt Frieden allem, was er berührt.”


17. Dezember
Mark Gabriel

Vor 25 Jahren, am 17. Dezember 1991, wurde Mark Gabriel, Professor an der Kairoer Al-Azhar-Universität, die eine große Autorität im sunnitischen Islam genießt, von seinem Posten abgesetzt, weil er nicht mehr an den Koran glauben konnte. Kurz darauf wurde er von der Geheimpolizei entführt und gefoltert. 1994 wurde er Christ und verließ Ägypten. Er ist Verfasser des Buches Islam und Terrorismus, in dem er den religiösen Wurzeln des islamistischen Terrors nachgeht.


16. Dezember
Albert Lacombe

Vor 100 Jahren, am 12. Dezember 1916, starb im kanadischen Midnapore (Alberta) im Alter von 89 Jahren der Apostel der Kri- und Schwarzfußindianer Albert Lacombe OMI. Er war “der erfolgreichste Indianermissionar Kanadas im 19. Jahrhundert.” “Von furchtloser Energie und unerschütterlichem Gottvertrauen, besaß er größten Einfluss auf die Indianer, verhinderte Kriege, legte Stammesfeindschaften bei. Gründete u.a. 1861 St. Albert, 1884 in Dunbow die 1. Handwerkerschule für Indianer, 1894 die Kolonie St-Paul-des-Métis für Halbindianer” (LThK, 2. Auflage). So spielt er eine der wichtigsten Rollen im spannenden Kapitel der Kanadamission.

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
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Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
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geistliches Leben
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Genderideologie
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Generalkapitel 06
Geschlecht
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Glauben
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Gott II
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