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* * *

25. April
Der Wahrheit verpflichtet

Freiheit bedeutet nicht das Recht zur Beliebigkeit. Freiheit ist kein Freibrief! Wer aus der Freiheit einen Freibrief macht, hat der Freiheit bereits den Todesstoß versetzt. Der freie Mensch ist vielmehr der Wahrheit verpflichtet. Sonst hat seine Freiheit keinen festeren Bestand als ein schöner Traum, der beim Erwachen zerbricht.

Johannes Paul II. in seiner Ansprache am Brandenburger Tor am 23. Juni 1996


25. April
Pierre Rousselot

Vor 100 Jahren, am 25. April 1915, starb im Alter von 36 Jahren der aus Nantes stammende und in Paris lehrende Theologe Pierre Rousselot SJ. Er fiel im Ersten Weltkrieg bei Éparges. Sein Werk Die Augen des Glaubens war ein bedeutender Beitrag zur theologischen Erkenntnislehre.


24. April
Völkermord

Vor 100 Jahren, am 24. April 1915, begann der Völkermord an den Armeniern mit dem Befehl des jungtürkischen Innenministers Talaat Pascha zur Verhaftung der armenischen Bildungsschicht in Konstantinopel. Pascha und andere Kriegsverbrecher konnten später mit deutscher Hilfe den geplanten Gerichtsprozessen entkommen. Sie flohen nach Berlin, wo sie unbehelligt leben konnten.


24. April
Maria Mercedes Prat y Prat

Vor 25 Jahren, am 24. April 1990, wurde Maria Mercedes Prat y Prat (1880-1936) seliggesprochen.


17. April
Exegetische Entkernung

Einer säkularisierten Gesellschaft, die Oberflächlichkeit zum Lebensprinzip erhoben hat, lässt sich schwer vorwerfen, dass ihr das Sensorium abhandengekommen ist, um Ostern in dieser Tiefendimension zu verstehen. Viel schlimmer ist daher etwas anderes: Es waren Theologen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Ostern oberflächlich zu machen. Exegeten haben den Osterglauben entkernt, indem sie den Christus des Glaubens vom historischen Jesus geschieden und die Leiblichkeit der Auferstehung als frommes Hirngespinst abgetan haben.

Markus Reder, Leitartikel Ostern geht in die Tiefe, Tagespost vom 4. April 2015

Über die Erneuerung der Exegese durch Bendikt XVI.


17. April
Marina Nemat

Vor 50 Jahren, am 22. April 1965, wurde in Teheran Marina Nemat geboren. Sie wurde bekannt durch ihre Bücher, in denen sie den Terror des iranischen Ayatollahregimes nach dem Sturz des Schahs 1979 schildert. Mit 16 Jahren wurde die Christin im berüchtigten Evin-Gefängnis gefoltert und zum Tode verurteilt. Während die westliche Welt den Sturz des autoritären und ebenfalls nicht zimperlichen Schahs durch die Islamische Revolution feierte, war sie weitgehend taub und blind gegenüber den Gewaltexzessen des schiitischen Nachfolgeregimes.


17. April
Die untergegangene Korrektur

“Mehr und mehr wird auch kritischen Journalisten wie zum Beispiel Ross Douthat von der ‘New York Times’ klar, welche Rolle Benedikt XVI. im Zusammenhang mit Missbrauch spielt und gespielt hat ...” So Bischof Klaus Küng vor fünf Jahren in der Presse über die Selbstkorrektur der NYT in ihrer Beurteilung der Rolle Papst Benedikts in der Missbrauchsaffäre der katholischen Kirche - eine Korrektur, die von den einschlägigen deutschen Medien nicht mitvollzogen wurde.


17. April
Michael Triegel

Vor einem Jahr, am 19. April 2014, in der Osternacht, hat sich der Künstler Michael Triegel im Alter von 45 Jahren in der Dresdner Hofkirche von Bischof Heiner Koch taufen lassen. Er war bekannt geworden durch sein Bild Papst Benedikts XVI. Als er diesen portraitierte, war er noch Atheist.


17. April
Franz von Sales

Vor 350 Jahren, am 19. April 1665, wurde Franz von Sales (1567-1622) von Papst Alexander VII. heiliggesprochen.


17. April
Bernardo Francisco de Hoyos

Vor fünf Jahren, am 18. April 2010, wurde der Mystiker Bernardo Francisco de Hoyos SJ seliggesprochen. Am 21. August 1711 in Torrelobatón (Valladolid, Spanien) geboren, trat er 1726 in die Gesellschaft Jesu ein, wurde am 2. Januar 1735 zum Priester geweiht und starb am 29. November desselben Jahres in Valladolid an Fleckfieber. Er hatte Herz-Jesu-Visionen und gilt als der Herz-Jesu-Apostel Spaniens.


16. April
Ursula Julia Maria Ledochowska

Vor 150 Jahren, am 17. April 1865, wurde im niederösterreichschen Loosdorf die selige Julia Maria Ledochowska (Ordensname Ursula), die um zwei jüngere Schwester der seligen Maria Theresia Ledochowska. 1886 trat sie bei den Ursulinen in Krakau ein. 1920 gründete sie die Kongregation der Ursulinen von dem Todesangst leidenden Herzen Jesu. Als sie am 29. Mai 1939 in Rom starb, hatte ihre Kongregation bereits 35 Klöster. Am 20. Juni 1983 wurde sie seliggesprochen.


16. April
Johannes Leppich

Vor 100 Jahren, am 16. April 1915, wurde in Ratibor der Straßenprediger P. Johannes Leppich SJ geboren. Seit 1935 Jesuit, begann er 1948 mit “religiösen Kundgebungen auf Straßen, Plätzen, in Messehallen größerer und mittlerer west-deutscher Städte; Millionen Menschen, besonders auch ‘Randsiedler der Kirche’, wurden angesprochen” (Wolfgang Tarara im LThK, 3. Auflage). Leppich starb am 17. Dezember 1992 in Münster.


15. April
Monatsranking März 2015

Platz Monatsranking März 2015
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 580 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

+ 1
3

In-vitro-Fertilisation

+ 2
10

Islam und Christentum im Vergleich

+ 1
20

Markus Keller: Der hl. Ignatius und die Exerzitien

+ 6
30

Michael Hesemann: Die Kreuzzüge

+ 17
40

Die Zerstörung der Grabeskirche

- 13
50

Christian Spaemann: Die gegenwärtige Psychotherapieszene und die Frage nach dem Sinn

+ 15
60

Recktenwald: Hatte Jesus Brüder?

- 24
100

Das vergessene Massaker an den Maroniten

- 37

Zum Ranking der Vormonate

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15. April
Wigratzbad

Vor 25 Jahren, am 15. April 1990, damals der Ostersonntag, besuchte Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation, das Priesterseminar der Priesterbruderschaft St. Petrus in Wigratzbad im Allgäu (Landkreis Lindau) und feierte das levitierte Hochamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus. Dieses Zeichen seiner Unterstützung und Solidarität mit der Petrusbruderschaft brachte ihm einige Kritik ein. Die Predigt, die er damals hielt, finden Sie auf der Internetpräsenz der Petrusbruderschaft. Das Bild zeigt ihn während dieser Predigt.


14. April
Sebastiao Barradas

Vor 400 Jahren, am 14. April 1615, starb in Coimbra im Alter von 72 Jahren der aus Lissabon stammende Theologe Sebastiao Barradas SJ. Mit F. Suárez befreundet, dozierte er als Exeget in Evora und Coimbra.


14. April
Augustinus Chieppi

Vor 150 Jahren, am 14. April 1865, damals ein Karfreitag, gründete der ehrwürdige Augustinus Chieppi (1830-1891), Priester der Diözese Parma, die Kleinen Töchter von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä. 1941 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet, 1992 wurde ihm der heroische Tugendgrad anerkannt.


13. April
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

62. Folge

Diese Darstellung, wie sie nichts erklärt, ist sie zugleich echt protestantisch. Dass sie nichts erkläre, erhellt daraus, dass die Selbstliebe, besser wohl die Eigenliebe, schon als die Ursache der Sünde Adams dargestellt wird, welche demnach schon vor dem Falle verborgen in ihm war und durch die satanische Vermittlung nur in die erscheinende Welt eingeführt wurde, nur zum Ausbruche kam. Dieselbe Eigenliebe wird aber auch als die sich auf Adams Nachkommen aus seiner Sünde verbreitende Wirkung, als die Naturanlage aller seine Söhne dargestellt, so dass die Erbsünde als das dem Adam schon anerschaffene Verderben erscheint und eigentlich nicht als ein Erbe von Adam, sondern vielmehr als eine Einpflanzung Gottes betrachtet werden muss. Aber eben darum ist die Erklärung auch echt protestantisch, indem durch dieselbe Gott ehrlich und unbefangen als die Ursache der Sünde betrachtet wird, und alle einzelnen wirklichen Sünden nur als notwendige Entwicklungen, als die Erscheinungsformen der Naturanlagen aufgefasst werden, was trefflich durch den jungen, unfreien Wolf, der ohne freies Prinzip dem Instinkte nicht widerstehen kann, anschaulich gemacht wird. Daher betrachtet auch Zwinglie die Erbsünde mit Recht nicht als Sünde, sondern nur als Übel, das der Natur anklebt, aber inkonsequent ist es, wenn er die wirklichen Sünden als Sünden betrachtet wissen will, da sie ja nur notwendige Entwicklungen der Naturanlage sind: auch wäre es seinen früher schon vorgelegten Grundsätzen über die Ursache des Bösen angemessen gewesen, wenn er gar kein sittliches Vergehen als eine Schuld contrahierend angesehen hätte.

wird fortgesetzt

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12. April
Der Christ und die Veränderung

Was einst war, ist vergangen (Offenbg 21,4)

Von Eduard Kamenicky

Dritte und letzte Folge

Der Wechsel auf dem Stuhle Petri müßte für ungezählte trauernde Katholiken in der Welt geradezu so etwas wie ein Weckruf sein, ein Startschuß, aus ihrer Reserve zu treten, das Asyl ihrer Emigration zu verlassen und sich mit ihrem Glauben und dem, was aus ihm erfließt, in der Kirche bemerkbar zu machen. Vergessen wir nicht, daß es zahlreiche kleine Bäche von Veränderungswillen nach bestimmter Richtung hin in der Kirche waren, die nach und nach ein neues Klima geschaffen haben und schließlich zum reißenden Strom wurden, der das Geschick der Kirche in ganz neue Bahnen zu lenken verstand. Auch das, was wahre Reform der Kirche wäre, was dieser so bitter not tut, worauf das ganze Trachten der Heiligen immer gerichtet war und was allen wahrhaft Gläubigen als Inbegriff ihrer Sehnsucht vorschwebt, kann nur auf diese Weise und auf diesem Wege zum Gemeingut der Christenheit, zum Gemeinwillen einer abermals neuen, gläubigen Generation, zur überzeugenden und beherrschenden Kraft werden. Fragen wir daher nicht immer nur: Was tut Rom? Was sagt der Papst? Was verfügen Kurie, Synoden und Bischofskonferenzen? Fragen wir lieber: Was tun wir? Was tun wir, um durch glühende Liebe zur Wahrheit den wild wuchernden Irrtum in der Kirche zu überwinden? Seiner Sterilität die Lebenskraft der Glaubensfreude entgegenzusetzen? Die grauen Gespinste alberner Diesseitigkeit mit dem Sturm neuen Transzendenzbewußtseins hinwegzublasen? Was tun wir, um jenes kleingeistige, engstirnige Feilschen um alles, was vielleicht auch noch entbehrlich wäre, gestrichen werden könnte und abzuschaffen sei, hinauszuglauben aus der Kirche mit dem frohen und stolzen Bekenntnis blühender, um nichts verkürzter Orthodoxie?

»Was einst war ... «

Über all dem darf nicht übersehen werden, daß das an die Spitze gestellte Schriftwort »Was einst war, ist vergangen« (Offbg 21, 4) zeitlose Bedeutung für das mit Christus angebrochene Reich Gottes und seine Bürger hat. In diesem konkreten Sinn ist mit »einst« die überwundene, ein für allemal abgelaufene Ära der Gottferne und Dunkelheit gemeint, die in ihrer vorchristlichen Form nie wieder zurückkehren und zur Herrschaft kommen kann, und darüber hinaus, endzeitlich gesehen, die Vorläufigkeit dieser Welt überhaupt, deren »Gestalt vergeht« (1 Kor 7,31). Ebenso endgültig, wie die erwähnten Weltalter und ihre Eigentümlichkeiten eines Tages überholt und dazu bestimmt sind, durch anderes, Neues, das von Gott her kommt, definitiv abgelöst zu werden, eignet auch dem von Gott her Verwirklichten bleibendes Recht und Dauer. Das heißt aber mit anderen Worten, daß es nicht nur die vom Fluß aller Dinge und Geschehnisse bedingte Relativität in der Welt gibt, sondern auch jene Absolutheit, die gewisse, von Gott selbst her entmachtete Größen als für immer abgetan und andere, von ihm selbst gnädig heraufgeführte Verhältnisse als für immer heilsmächtig gestiftet und rechtens erfassen läßt.

Damit gewinnt aber auch jenes Streben innerhalb der Kirche einen ganz anderen Charakter, das auf den ersten Blick als ein Versuch erscheinen könnte, aus einer späteren und darin berechtigten Phase der Geschichte auszubrechen, um in eine frühere und somit überholte zurückzukehren. In Wahrheit ist dies, wie wir jetzt verstehen können, ein echtes Voran in die neue, von Christus gegründete, endgültige Ordnung, von der die Menschheit, auch die längst getaufte, unter Umständen auf das Niveau einer prinzipiell abrogierten und nicht mehr diskutabeln Verfassung der menschlichen Belange wieder absinken kann. Nicht jedes »Früher« ist darum gleichbedeutend mit einem »Geringer«, »Minderer« oder »Schlechter«, nicht jedes »Später« mit einem »Besser«, »Richtiger« und »Mehr«. Wo die Geltung absoluter Werte berührt wird, die von Gott selber in ihrer bleibenden Bedeutung klargestellt sind, verliert der weltgeschichtliche Zeitpunkt ihrer größeren Beachtung seine Aussagekraft; hier hat das Argument aus der »Entwicklung« keinen Platz.

So gesehen wird für die Kirche jeder wahre Schritt auf ihre eigene, größere Vollkommenheit hin zugleich ein Schritt zurück zu den Quellen und Ursprüngen sein, die in Gott selbst ruhen, und er wird aus der tieferen Besinnung auf die Fülle jener Überlieferung leben, in der alles von ihren eigenen Anfängen her bereits grundgelegt und eingeschlossen ist. Man sieht mit aller Deutlichkeit, wie sehr hier das so oft unbesonnen übernommene Schema des permanenten Aufstiegs versagt, gegenüber welchem die Naturwissenschaft unlängst sehr zurückhaltend geworden ist und das für die Geistesgeschichte überhaupt niemals ernstlich in Betracht kommen konnte. Vollends für die Kirche liegt das wahre »Gestern« immer und überall einzig im Dunkel der Gottferne, in der Nacht der Verwirrung und in jener Verlorenheit, aus der sich der Mensch nie selbst hätte erlösen können; das »Morgen« aber in der vollen Versöhnung mit Gott, in Christus, dem ewigen Licht, in seinem Aufstieg, im gnadenreichen Anheben der Gottesherrschaft.

Wer es im Glauben so sieht und versteht, wird niemals dem »Einst, das vergangen ist«, nachtrauern: und er wird wissen, daß er im rettenden Rückgriff auf den Ursprung des Heils und in seiner bedingungslosen Annahme dem »Morgen« dient, der neuen, verklärten, immerzu kommenden Welt, die Gott uns in seiner unendlichen Güte schenkt.

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11. April
Kathedralen

Bei Benedikt XVI. hatte ich das Gefühl, dass in ihm noch etwas fortlebt von den großen Denktraditionen des Mittelalters, einer Zeit, als auch geistig noch Kathedralen gebaut wurden. Ich habe Benedikt wahrgenommen als einen frommen Gelehrten, was inzwischen so selten ist, der mit hohem Verstand und gänzlich ohne Eitelkeit diese älteste Institution des Abendlandes durch die bewegten Zeiten manövrierte.

Der Philosoph Rüdiger Safranski im Interview mit Michael Mann, in credo. Ein Magazin zum Jahr des Glaubens, hg. von Bischof Gregor Maria Hanke und Peter Seewald, S. 80.

Weitere Stimmen über Benedikt XVI.


11. April
Klara Fey

Vor 200 Jahren, am 11. April 1815, wurde in Aachen Klara Fey geboren. In der Schule war ihre Lehrerin die Dichterin Luise Hensel. 1848 gründete sie die Kongregation der Schwestern vom Armen Kinde Jesus. Klara Fey starb am 8. Mai 1894 im niederländischen Simpelveld. Der 1958 eingeleitete Seligsprechungsprozess ist bereits bis zur 1991 vollzogenen Anerkennung des heroischen Tugendgrades gediehen.


10. April
Religiöse Wandlungen in Indien
im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

Von Alfons Väth S.J.

Vierte Folge

Der erste bedeutende Reformer, der durch Verschmelzung von christlichen Gedanken (und von Elementen anderer Religionen) mit dem Hinduismus eine Idealreligion ausbilden wollte, war Rammohan Rai. Frühzeitig bekämpfte er den Götzendienst. Nachdem er das Christentum kennen gelernt, studierte er sogar Griechisch und Hebräisch, um die Bibel im Urtext lesen zu können; doch hielt er die Upanishads für wahrer und tiefer. Er war strenger Monotheist, doch im Sinne der Unitarier, und so leugnete er die Gottheit Christi. Im Jahre 1828 gründete er den Brahma-Samaj (die "Gemeinde der Gottesgläubigen"), in der Gleichgesinnte einmal in der Woche sich zu gemeinsamer Andacht versammelten, wobei Lesungen aus heiligen Büchern mit Ansprachen und Hymnengesang wechselten, aber keine Gebete verrichtet wurden. Nur Brahmanen durften den Gottesdienst leiten.

Nach dem Tode des Stifters übernahm der edel gesinnte Debendranath Tagore (1817-1905) den Vorsitz in der Gemeinde. Er führte in der Andacht das Gebet ein, stand aber als Anhänger der Lehre Ramanujas [hinduistischer Lehrer aus dem 11./12. Jahrhundert] stärker unter dem Banne hinduistischer Ideen als sein Vorgänger.

Im Jahre 1857 schloß sich Keshub Chandra Sen (1838 bis 1884) der Gemeinde an, ein glänzend begabter Mann und feuriger Redner, doch zuviel Gemütsmensch und Schwärmer. Da er, ein Nichtbrahmane, auch die Kaste und das erzwungene Witwentum bekämpfte, erfolgte 1886 ein Riß in der Gemeinde. Keshub gründete die "Brahma-Kirche von Indien", während Tagores Gefolgschaft als Adi-Brahma-Samaj ("Ursprüngliche Gottes-Gemeinde") weiterbestand. Keshub stellte aus Bruchstücken der heiligen Schriften aller Religionen ein Glaubensbekenntnis zusammen und verkündete eine Universalreligion mit Christus als Mittelpunkt, die alle religiösen Menschen umfassen sollte. Christus ist von allen Religionsstiftern, den Gesandten vom Himmel, der höchste, die letzte Offenbarung der Gottheit, der Höhepunkt der Menschheit. Mit schwärmerischer Begeisterung spricht Keshub von ihm. Leider steigerte sich seine religiöse Überschwenglichkeit zur Überspanntheit. Er glaubte Privatoffenbarungen zu empfangen und durch innere Schau die Wahrheit zu besitzen. Als er unter dem Vorwand einer Privatoffenbarung entgegen dem von ihm selbst geschaffenen Ehegesetz für die Brahma-Gemeinde seine erst vierzehnjährige Tochter mit dem Fürsten von Kuch-Bihar vermählte, spaltete sich 1878 sein Anhang. Die Unzufriedenen bildeten den Sadharan-Samai (die "Allgemeine Gemeinde"), er selbst stiftete einige Jahre später das Nava Vidhan (die "Neue Heilsordnung"), in der sich seine religiöse Schwärmerei fast bis zum Wahnsinn steigerte.

Die drei Zweige des Samaj bestehen noch heute. Ihnen. verwandt sind die Prarthana-Samajes ("Gebetsgemeinden") im westlichen Indien. Diesen gehörten einige der bedeutendsten Männer des neueren Indiens an. Genannt seien R. G. Bhandarkar (1837-1927), Sanskritgelehrter von Weltruf, und M. G. Ranade (1842 - 1901), Oberrichter in Bombay, ein allgemein geachteter Reformer im besten Sinne des Wortes. Ranade gab 1884 den Anstoß zur Gründung der "Erziehungs-Gesellschaft des Dekkan", die ein hochstehendes Schulwesen schuf und leitete und einige der größten Führer des neuen Indien heranbildete. Zum Kreis dieser Männer gehört auch D. K. Karve, für dessen erleuchteten Sinn die Tatsache spricht, daß er in zweiter Ehe eine Brahmanen-Witwe heiratete; er gründete 1916 zu Puna eine von der Regierung völlig unabhängige Frauenuniversität.

Alle diese Reformsekten, die sich nicht mehr zum orthodoxen Hinduismus rechnen, zählen zusammen nur einige tausend Mitglieder; aber es sind Männer von Stand und Bildung, eine Elite der indischen Gesellschaft. Sie bekennen sich zu einer Vernunftreligion. Sie verwerfen den Theopanismus, die Seelenwanderungslehre und den Götterdienst, glauben an einen persönlichen Gott, den Schöpfer und Erhalter der Dinge, an die Unsterblichkeit der Seele, dagegen nicht an die Dreifaltigkeit, die Gottheit Christi und dessen Erlösungswerk. Allen Religionen erkennen sie Berechtigung zu.

Wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


6. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht die frühzeitige Warnung aus Rom vor der Genderideologie und der Artikel von Bischof Rudolf Voderholzer über den Geist des Konzils. Den Bericht über die Einschätzung der Hirntodtheorie durch den Philosophen Andreas Brenner finden Sie auf der einschlägigen Themenseite.


6. April
Lehrstück der Desinformation

Der Artikel Liminskis, auf den ich am 1. April hingewiesen habe (siehe unten), ist am 2. April auch online erschienen.


6. April
Erik M. Mørstad

Vor einem Jahr, am 7. April 2014, starb in Norwegen im Alter von 83 Jahren der Theologe Prof. Dr. Erik M. Mørstad. Seine exegetische und theologische Forschung führte 1974 den Lutheraner in die katholische Kirche. Über seine Biographie urteilte Leo Kardinal Scheffczyk: “Den Weg zur katholischen Kirche habe ich wie eine Erleuchtung gelesen. Diese packende Biographie ist eine Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.” Sein Sohn wurde katholischer Priester.


5. April
Die konziliare Aufwertung des Wunders

Von P. Engelbert Recktenwald

Zweiter und letzter Teil

Das Zweite Vatikanum wollte die Lehre des Ersten Vatikanums weder verwerfen noch korrigieren, sondern ergänzen und in eine umfassendere, in der Person Christi wurzelnde Sicht der Offenbarung integrieren. Davon sind auch die Wunder betroffen, und gerade dadurch wurden sie aufgewertet. Sie sind nicht mehr bloß äußerlich hinzukommende Beglaubigungszeichen, sondern integraler Bestandteil des Offenbarungsvorgangs selber. Ihre Leugnung bedeutet folglich nicht mehr bloß, die Offenbarung einer äußeren Stütze zu berauben, sondern die Offenbarung selber anzutasten und die Sicht auf die Herrlichkeit Christi, die sich in seinen Wundern offenbart, zu verdunkeln. Deshalb steht eine Exegese, die die Wunder Jesu etwa im Rahmen der Entmythologisierung hinwegdeutet, seit dem Zweiten Vatikanum in schärferem Gegensatz zur kirchlichen Lehre als vorher.

Die oft in verächtlichem Ton geäußerte Bemerkung “Ich brauche keine Wunder, um zu glauben” hat seit dem Zweiten Vatikanum ihre Berechtigung verloren. Würde sich die Bedeutung der Wunder auf ihre Rolle als Glaubwürdigkeitskriterien beschränken, könnte man jenem Einwand eine gewisse Berechtigung nicht absprechen. Denn tatsächlich gehören die Wunder nicht zum Glaubensmotiv, sondern nur zum Motiv des Glaubwürdigkeitsurteils. Der Glaube als theologale Tugend stützt sich kraft des eingegossenen Glaubenslichts ganz und gar auf die Autorität und Glaubwürdigkeit Gottes, und es kann, wie das Erste Vatikanum lehrt, nie einen gerechten Grund geben, ihn in Zweifel zu ziehen. Die Wunder kommen in diesem Fall als Stützen gewissermaßen zu spät, da der Glaube bereits auf einem noch solideren Grund sein Fundament gefunden hat. Für den Gläubigen spielen sie nur dann eine Rolle, wenn er über seinen Glauben nachträglich der eigenen Vernunft oder in apologetischer Absicht fremder Vernunft gegenüber Rechenschaft ablegen will.

Der Clou des Zweiten Vatikanums besteht, wie gesagt, nicht darin, diese Rolle des Wunders zu leugnen, sondern sie um eine neue, noch wichtigere Rolle zu ergänzen: Sie avancieren zu einem Offenbarungsmodus: Christus offenbart sich nicht nur in seinen Worten, sondern auch in seinen Taten. Die Leugnung seiner Wunder ist deshalb keine geringere Beschneidung der Offenbarung als die Leugnung seiner Lehren. Man könnte sogar hinzufügen: Unter einer bestimmten Hinsicht ist die Tatoffenbarung noch wichtiger als die Wortoffenbarung. Der hl. Anselm bringt im menschlichen Bereich das Beispiel eines Widerspruchs zwischen Wort und Tat: Wenn ein Mensch mit Worten die einen Kräuter als heilbringend und die anderen als todbringend bezeichnen würde, letztere aber essen würde, dann würden wir eher seiner Handlung als seinen Worten glauben. Ähnlich verhält es sich mit Christus: Wenn er bloß mit Worten seine Gottessohnschaft und die Gewalt, die ihm vom Vater gegeben sei, behauptet, sie aber nie auch in der Tat gezeigt hätte, könnten wir misstrauisch werden. Die Offenbarung seiner Macht wäre gerade deshalb unbekräftigt, weil sie unvollständig gewesen wäre.

Analog verhält es sich mit der Offenbarung seiner Liebe. Christus hat nicht nur mit seinen Worten jene bis zur Lebenshingabe gehende Liebe beteuert, wie sie größer nicht sein kann, sondern sie auch in der Tat durch seinen Tod am Kreuz gezeigt und praktiziert. Nicht von ungefähr zählt das Konzil unter den Offenbarungstaten des Herrn auch seinen Tod auf. Verweyen meint, es sei “für eine apologetische Sicht der Dinge höchst befremdlich” (S. 365), dass das Konzil neben der Auferstehung auch den Tod hervorhebe. Es ist dagegen nicht befremdlich für den, der erkannt hat, dass das Konzil die rein apologetische Sicht zu einer umfassenderen Sicht auf die Totalität der Selbstmitteilung Gottes erweitern wollte, zu der die Lebenshingabe des Herrn genauso, ja noch mehr gehört als seine Wundertaten.

In diesem Zusammenhang können wir erkennen, dass es zwar möglich ist, die Liebe von der Macht, nicht aber die Macht von der Liebe zu trennen. Als Christus für uns am Kreuze starb, hat er seine Liebe geoffenbart, seine Macht aber verborgen. Seine Liebe kann auf seine Macht verzichten, nicht aber die Macht auf seine Liebe. Seine Macht hat er stets in den Dienst seiner Liebe gestellt. Er hat sie nicht benutzt, um Wein in Wasser zu verwandeln, sondern Wasser in Wein, nicht, um anderen eins auszuwischen, sondern um ihnen zu helfen, nicht zum Eigennutz oder Eigenruhm, sondern zum natürlichen und übernatürlichen Heil des Nächsten. Seine Wunder waren keine bloßen Mirakel, sondern Erweise seiner Macht und Liebe zugleich. Und genau diese Einheit von göttlicher Macht und Liebe es ist, die den Kern dessen ausmacht, was Johannes mit dem Wort Herrlichkeit, gloria, doxa bezeichnet. Doxa ist die überwältigende Erfahrung der Größe Gottes, die den Menschen dazu bringt, zu staunen und Gott alle Ehre zu geben. Liebe und Macht machen sich gegenseitig groß. Liebe ohne Macht müsste verzweifeln lassen, Macht ohne Liebe wäre verachtenswerte Tyrannei. Zur Größe Gottes gehört deshalb beides.

Freilich ist auch der Kreuzestod des Herrn eine Offenbarung seiner Herrlichkeit. Aber das Erkennen dieser Herrlichkeit setzt den Glauben voraus. Ohne diesen Glauben ist das Kreuz den einen eine Torheit, den anderen ein Ärgernis, und zwar deshalb, weil sie ohne Glauben diese Selbstentäußerung des Herrn nicht als Verzicht auf die Macht deuten können, sondern nur als Eingeständnis der Ohnmacht. Papst Benedikt hat einmal gesagt, dass Gott so groß und mächtig sei, dass er es sich leisten konnte, klein und schwach zu werden. Die Selbsterniedrigung Gottes ist eine Tat souveräner Liebe, und nur dem Auge dessen, der dies bereits glaubt, offenbart sich darin die Herrlichkeit Gottes. Seine Herrlichkeit, wie sie sich in seinen liebesmächtigen Wundertaten offenbart, ist dagegen auch dem Auge dessen zugänglich, der noch nicht zum Glauben gekommen ist. In Lk 9,43 heißt es, dass alle über die Größe Gottes staunten, nämlich als sie Zeugen der Teufelsaustreibung durch Jesus wurden. Und zu diesen “allen” gehörte auch jenes “ungläubige und verkehrte Geschlecht”, über das Jesus bei dieser Szene geklagt hatte.

Das Einzige, was die Entdeckung der Herrlichkeit in den Großtaten Jesu verhindert, ist die Haltung eines Herodes, der schon viel von Jesus gehört hatte und nun, als er Jesus als Gefangenen vor sich hatte, endlich selber ein Wunder sehen wollte (Lk 23,8). Dem verweigert sich Jesus natürlich. Herodes, der kurz darauf Jesus verhöhnen wird, will ein Spektakel zur eigenen Belustigung sehen. Er will nicht staunen, sondern sich amüsieren. Dem Frivolen die göttliche Herrlichkeit offenbaren zu wollen, bedeutet, Perlen vor die Säue zu werfen.

Es ist dieser Herodesblick auf die Wunder Jesu, der dazu führt, sie geringzuschätzen und als Spektakel abzutun. Sind die Wunder erst einmal negiert, wird die Herrlichkeit des Gottessohnes runtergedimmt zur harmlosen Gutmütigkeit eines israelischen Wanderpredigers. Wenn nachkonziliare Theologen, die sich so gerne als Verteidiger des Konzils gegen “Traditionalisten” und konservative Päpste gerieren, die Wunder Jesu leugnen, verkürzen sie folglich die Offenbarung und verwerfen eine wichtige Lehre des Konzils.

Zum ersten Teil


4. April
Glaubensmangel als Weg zur hl. Kommunion?

Im Jahr 2011 glaubten nur 13 Prozent der Katholiken an die Auferstehung der Toten, teilt uns Bernhard Meuser in seinem Tagespost-Artikel Warum uns eine gefühlte Auferstehung nicht rettet mit (Ausgabe von heute). Wenn der Glaube, wie seit kurzem selbst von höchster kirchlicher Stelle zur Diskussion gestellt wird, zur Gültigkeit der Eheschließung notwendig wäre, dann müsste man aus diesem Befund folgern, dass die meisten Ehen unter Katholiken ungültig seien. Folgt daraus wirklich, dass man infolge der dadurch möglich gewordenen Eheannullierungen wiederverheirateten Geschiedenen leichter den Zugang zum Kommunionempfang ermöglichen könnte? Müsste nicht umgekehrt die Unerlaubtheit des Kommunionempfangs auf die meisten Katholiken ausgedehnt werden? Oder gehört der Glaube seit neuestem nicht mehr zur notwendigen Disposition für den Kommunionempfang?


4. April
Erich Zenger

Vor fünf Jahren, am 4. April 2010, starb in Münster im Alter von 70 Jahren der Exeget Erich Zenger, mit dessen Kritik an einer Maßnahme Benedikts XVI. sich P. Franz Prosinger auseinandergesetzt hat.


2. April
François de Montmorency-Laval

Vor einem Jahr, am 3. April 2014, wurde François de Montmorency-Laval, der erste Bischof Kanadas, heiliggesprochen. Ebenfalls heiliggesprochen wurden Jose de Anchieta SJ (1534-1597), Gründer der Stadt Sao Paulo, sowie Maria Guyart (1599-1672), die “Mutter der Kirche Kanadas” (Johannes Paul II.).


2. April
Leopoldo da Gaiche

Vor 200 Jahren, am 2. April 1815, starb in Monteluco bei Spoleto im Alter von 82 Jahren der selige Leopoldo da Gaiche aus dem Orden der Minderbrüder. 1757 zum Priester geweiht, war seine Predigttätigkeit so erfolgreich, dass er 1768 zum apostolischen Missionar im päpstlichen Gebiet ernannt wurde. 1893 wurde er seliggesprochen.


1. April
Bayerischer Rundfunk wohin?

Über ein überaus aufschlussreiches Lehrstück der Desinformation berichtet in der FELS-Ausgabe vom April 2015 der Journalist und Geschäftsführer des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie (Idaf) Jürgen Liminksi. Er berichtet minutiös über die Weise, wie Veronika Wawatschek ihn kontaktierte und interviewte. Schon nach zehn Minuten bemerkte er, dass Wawatschek sich nicht für seine Arbeit als Journalist oder für das Idaf interessierte, sondern darauf aus war, ihn in Verbindung mit für sie angreifbaren Zeitschriften und Gruppen zu bringen, was er ihr dann auch sagte: “Es hat wenig mit Journalismus und viel mit Manipulation zu tun. Nichts für ungut, aber ich finde diese Art von hinterlistiger Recherche zum Kotzen.” Daraufhin versicherte Frau Wawatschek, dass es ihr um die Arbeit des Idaf ginge. Doch die fertige Sendung bestätigte dann den Verdacht Liminskis: Es handelt sich um den BR2-Beitrag APO von christlich-rechts? vom 19. Februar 2015, der viel Staub aufgewirbelt und den Ruf des Bayerischen Rundfunks als eines seriösen Senders beschädigt hat. Detailreich belegt Liminski in seinem vierseitigen Artikel, warum er den Beitrag bzw. Aussagen in ihm nicht nur für “klassische Manipulation”, sondern sogar für Irreführung, Desinformation und Verleumdung hält. Mit dieser Methode werden katholische Gruppen wie Kirche in Not oder Open Doors und Journalisten wie Alexander Kissler und Mathias Matussek in die Nähe rechtsradikalen Dunstkreises gezogen. Gegen die “Verleumdungs-Kampagne” hat Hedwig von Beverfoerde von der Initiative Familienschutz zu Beschwerdebriefen an den Bayerischen Rundfunk aufgerufen.


1. April
Kardinal Lehmanns Analyse

Vor fünf Jahren, am 1. April 2010, veröffentlichte Kardinal Lehmann in der FAZ einen Artikel über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, den ich in einem eigenen Beitrag ausführlich besprochen habe, der in Kirche heute und dann auf kath-info erschien.


31. März
Die dreifache Größe der göttlichen Barmherzigkeit

Eine Predigt von Joseph Anton Bordoni SJ

Ich bemerke eine dreifache Größe an der göttlichen Barmherzigkeit, die wohl im Stande sein dürfte, den Sünder mächtig anzutreiben, daß er umkehrt und eiligst seine Zuflucht zu Gott nimmt. Ich sage: Die göttliche Barmherzigkeit ist unendlich groß

1) im Hinblick auf die Geduld, womit sie die Beleidigung erträgt;
2) im Hinblick auf die Großmütigkeit, womit sie die Verzeihung anbietet;
3) im Hinblick auf den Lohn, womit sie die Bekehrung auszeichnet.

Erster Teil

Die Barmherzigkeit Gottes ist unendlich groß im Hinblick auf die Geduld, womit sie die Beleidigung erträgt. Zwei Betrachtungen, die eine über den Beleidigten, die andere über den Beleidiger, veranschaulichen die Größe der Geduld, womit Gott die ihm zugefügten Beleidigungen erträgt. Der Beleidigte ist ein Gott von unendlicher Majestät und Güte, ein Gott, dessen Wink alles gehorcht, von dessen Hand alles Gute kommt, dessen Auge alles sieht; ein Gott, dessen Thron voll Pracht, dessen Arm allmächtig, dessen Wohnsitz die Unermeßlichkeit ist, und dessen Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit dauert. Und wer ist der Beleidiger? Ein Mensch, das heißt, eine Hand voll Erde, wenn man auf seinen Ursprung sieht, und ein Aschenhäufchen, wenn man auf sein Ende blickt; ein hinfälliger, sterblicher Mensch, der die Schwachheit und das Elend zum Erbteile bekommen hat. Vergleichet nun den schwachen, verächtlichen Beleidiger mit der höchsten Würde des Beleidigten, und saget mir dann, ob es nicht wahr ist, daß Gott in der Ertragung der Beschimpfungen, die er von dem Menschen empfängt, die schlagendsten Beweise einer unbegreiflichen Geduld liefert? Wer sieht nicht, daß der Sünder durch sein frevelhaftes Beginnen, sich gegen Gott aufzulehnen, gar wohl verdiente, sogleich, da er die Sünde zu vollbringen wagt, von der Erde vertilgt zu werden? Doch das geschieht nicht. Gott duldet es, sieht zu und schweigt stille, als ob die Beleidigung ihn nichts anginge, als ob er dabei unempfindlich wäre. Er könnte den frechen Beleidiger durch einen Hauch in einen furchtbaren Abgrund versenken; er könnte ihn durch einen Wink ganz vertilgen und vernichten; aber nein, er will lieber die Verletzung seiner Ehre mit ruhiger Gelassenheit ertragen, als sich an dem Bösewicht augenblicklich rächen. "Wiewohl er", sagt der heilige Cyprian voll Erstaunen hierüber, "die Rache in seiner Gewalt hat, so wählt er doch lange Zeit hindurch die Geduld dafür." Obwohl ihn seine vom Sünder mißbrauchte Güte, seine von demselben verspottete Hoheit, seine von ihm nicht gefürchtete Gerechtigkeit, seine von dem Sünder nicht anerkannte Unermeßlichkeit und mit Undank vergoltene Wohltätigkeit zur Ausübung der Rache mächtig antreiben, so will er doch lieber die Entheiligungen seiner göttlichen Eigenschaften ertragen, als den Sünder sogleich die dafür verdienten Züchtigungen fühlen lassen. Ja es ist, als ob er die Pflichtvergessenheit und das unverschämte Benehmen des Sünders nicht sehen wollte. Und sollte nicht diese einzige Betrachtung, daß Gott, der so viele und so gerechte Ursachen, den Sünder zu strafen, hat, als er göttliche Vollkommenheiten besitzt, nichtsdestoweniger keine augenblickliche Rache übt, sondern das erlittene Unrecht mit tiefstem Stillschweigen erträgt, als ob er nicht einmal etwas davon wüßte; sollte nicht diese Betrachtung hinreichend sein, den Sünder zur reumütigen, schleunigsten Umkehr zu Gott zu bewegen?

Und Gott zeigt diese bewunderungswürdige Geduld nicht nur dann, wenn uns die Wut einer heftigen Leidenschaft zur Sünde hinreißt, oder wenn eine verführerische Gelegenheit unser unvorsichtiges Gemüt gleichsam aus dem Hinterhalte unvermutet überrascht, oder wenn unser Fall mehr von der angeborenen Schwäche, als von der Verkehrtheit unseres Willens herkommt. Nein, selbt dann, wenn wir mit kalter Überlegung, mit Bedachtsamkeit und freiem Willen ihn beleidigen, wenn wir zu der ersten Beleidigung eine zweite, dritte, vierte hinzufügen und sie so oft wiederholen, bis wir aus diesen Beleidigungen, als ebenso vielen Ringen, eine ungeheure abscheuliche Kette aneinandergereiht haben; ja, meine Zuhörer, selbst dann, wenn er unsere Beleidigungen verziehen und uns den Kuß des Friedens gegeben hat, und wir aufs Neue wider ihn zu Felde ziehen, hört er nicht auf, mit uns Geduld zu tragen. Ihr wißt es, nicht wahr, o Jünglinge, wie oft ihr bis zur Stunde des allmächtigen, gütigen Gottes gespottet habt! Durch unreine Zoten bracht ihr die Freundschaft mit ihm, und er schwieg; zu den unehrbaren Gesprächen geselltet ihr bald die abscheulichsten Werke, und er schwieg; und noch heutzutage fahrt ihr fort, seinen Namen und sein heiliges Gesetz durch Fluchen, Spielen, durch ein schwelgerisches, ausgelassenes Leben zu entweihen, und er schweigt. "Sehet", spricht der heilige Peter Damian voll Verwunderung, "er sieht alles und schweigt, er sieht alles und offenbart es nicht, er sieht alles, und schreitet gleichwohl nicht zur Vollziehung seines Urteils wider euch, er sieht alles, und nimmt dennoch keine Rache an euch." Ist das nicht eine Geduld, die jeden Menschen mit Staunen und Bewunderung erfüllt? Antwortet hierauf, ihr Herren, die ihr, nachdem ihr die Beleidigung und den anmaßenden Stolz eines Knechtes vier- oder fünfmal ertragen habet, öffentlich erklärt, eure Geduld sei nun erschöpft! Die göttliche Geduld erstreckt sich aber nicht bloß auf einige Tage und Wochen, sondern auf ganze Monate und Jahre, weil Gott immer hofft, er werde durch die Buße des Sünders der harten Notwendigkeit überhoben werden, den Sünder ewig verdammen zu müssen. Hört, wie sich der Apostel Paulus, vom heiligen Geiste erleuchtet, hierüber ausspricht! "Er hat", schreibt er, "die zur Verdammnis bequemen Gefäße in großer Geduld ertragen." (Röm. 9, 22) Er sagt nicht, er hat die für die Verdammnis reifen Sünder geduldig ertragen, sondern er hat sie in großer Geduld ertragen. Und in der Tat, die Geduld Gottes ist aus mehreren Gründen groß, sie ist groß, weil die Beleidigungen, die ihm zugefügt werden, kein Ende nehmen; sie ist groß, weil die Beleidiger, die er erträgt, fast unzählbar sind; sie ist groß, weil die Zeit, die er ihnen zur Bekehrung gestattet, öfters sehr lange dauert: "Er hat die zur Verdammnis bequemen Gefäße in großer Geduld ertragen." Moses hatte demnach, da er in der Geduld Gottes eine Menge von Erbarmungen fand, Ursache genug, Gott mit den herrlichen Worten anzureden: "Herr und Gott, der du barmherzig, gütig, geduldig und von großer Erbarmung bist." (2 Mos. 34, 6)

Doch, Geliebte, ich habe das größte Übermaß der göttlichen Geduld noch nicht berührt. Es scheint unserem gütigen Gotte etwas Geringes zu sein, daß er seine Beleidiger nicht nur nicht augenblicklich mit den verdienten Strafen belegt, und sie oft unbegreiflich lange mit einem wahrhaft väterlichen Mitleid trägt; seine Güte geht sogar so weit, daß er die Sünder auch mit Gnaden und Wohltaten überhäuft. Er erhält sie, beschirmt sie, verteidigt sie. Und nicht selten ist es der Fall, daß der Sünder in den glücklichsten Verhältnissen lebt; er erfreut sich zum Beispiel der besten Gesundheit, eines großen Vermögens, er ist mit Kindern gesegnet, er bekleidet ein ehrenvolles Amt, oder sein Gewerbe nimmt einen guten Fortgang. Gott überhäuft ihn mit all diesen Gütern, obwohl er weiß, daß die Feinde seines Namens durch das Glück des Sünders veranlaßt werden können, zu zweifeln, ob es wirklich ein Auge gebe, das alles sieht, einen Geist, der alles weiß, eine Hand, die alles vermag. Allein das schadet nichts, sagt Tertullian. Gott will lieber zulassen, schreibt er, daß man sogar von seiner Gottheit übeldenke und -rede, als jemandem Veranlassung zu geben, an seiner Geduld zu zweifeln. "Er will lieber, daß man an seinem göttlichen Dasein (seiner Existenz), als an seiner Geduld zweifle." (De poen.) O unaussprechliche, unbegreifliche Geduld!

wird fortgesetzt

Der Text ist entnommen dem Buch Joseph Anton Bordonis Predigten. Aus dem Italienischen übersetzt und neu bearbeitet von Dr. Nikolaus Sorg. Erster Jahrgang. Sonntagspredigten. Erster Theil. Regensburg 1853, S.170 ff. Guiseppe Antonio Bordoni war ein Turiner Jesuit und lebte von 1682 bis 1742


30. März
Neu in der Personenübersicht:
José Sanchez del Rio, Christian Modehn


30. März
Guido Maria Conforti

Vor 150 Jahren, am 30. März 1865, wurde bei Parma der hl. Guido Maria Conforti geboren. Er gründete 1895 die Kongregation der Xaverianer-Missionare und wurde 1907 Erzbischof von Parma. Er starb dort am 5. November 1931. 1996 wurde er selig-, 2011 heiliggesprochen.


29. März
Die Newcomer 2014

2014 wurden 44 Seiten auf kath-info neu eingerichtet. Hier finden Sie die fünfzehn meist gelesenen, ergänzt um die Angabe im Gesamtranking der insgesamt 571 Seiten.

Platz Jahresranking 2014
Die Top 15 unter den Newcomern
Platz im Gesamt
ranking
1

Recktenwald: Ist ohne Gott alles erlaubt?

119
2

Eduard Kamenicky: Satan im Vormarsch?

219
3

Möhler: Symbolik. Zweiter Teil.

256
4

Robert Spaemann: Wer ist ein Fundamentalist?

259
5

Interview mit Josef Bordat: Die Rolle des Gewissens

271
6

Eduard Kamenicky: Hebe den Stein auf ...

283
7

Peter Kwasniewski: Wo sind all die guten Prediger geblieben?

324
8

Cosima Peveling: Theologie für Anfänger

327
9

Recktenwald: Verächter der Wissenschaft

340
10

Julius Bachem: Die preußische Kirchenpolitik bis z. 19. Jh.

361
11

P. Ivan: Vom Tod zum Leben

362
12

Sabine Düren: Die hierokratische Zweigewaltenlehre

369
13

Peter Lippert: Dogma und Leben

374
14

Franz Prosinger: Auferbauung des Leibes

379
15

Christa Pfenningberger: Matt Talbot

385

Zum Jahresranking


28. März
Zauberformel “Gradualität”

Manche Bischöfe und Kardinäle meinen, die Ehelehre müsse sich der Realität der Menschen anpassen, indem man Analogien zwischen der sakramentalen Ehe und anderen Lebensgemeinschaften anerkennt. „Gradualität“ lautet die Zauberformel. Doch das eine ist die Gradualität des Weges zur sakramentalen Ehe, das andere eine Gradualität des Gesetzes. Ein solches hatte schon der heilige Johannes Paul II. in seiner Homilie zur Familiensynode von 1988 zurückgewiesen. Das göttliche Gesetz der Unauflöslichkeit der Ehe ist kein Ideal, das es in Zukunft zu erreichen gilt. Das Jawort, welches sich Mann und Frau bei der kirchlichen Feier der Trauung geben, ist mehr als der „Wunsch nach Unverbrüchlichkeit und Ausschließlichkeit ihrer Liebe“ (Neues Gotteslob Nr. 604,1) – als ob mit dem möglichen Sterben der Liebe auch das sakramentale Eheband sterben würde. Aufgrund des göttlichen Gesetzes der Unauflöslichkeit der Ehe kann es neben einer bestehenden sakramentalen Ehe keine kirchliche anerkannte Ehe geben.

Der Theologe Prof. Dr. Helmut Hoping in seinem Artikel Die Wahrheit des Glaubens finden. Über die Prinzipien theologischer Erkenntnis – Anmerkungen zur Forderung nach einem Paradigmenwechsel, erschienen in der Tagespost vom 26. März 2015.


28. März
Teresa von Avila

Heute vor 500 Jahren, am 28. März 1515, wurde die heilige Teresa von Avila geboren.
Papst Benedikt XVI. führte am 2. Februar 2011 in seiner Ansprache über sie unter anderem aus: “Es ist nicht einfach, in wenigen Worten die tiefe und klare theresianische Spiritualität zusammenzufassen. An erster Stelle stellt die heilige Theresia die evangelischen Tugenden als Grundlage des gesamten christlichen und menschlichen Lebens dar: vor allem die Trennung von Besitztümern oder die evangelische Armut, und das betrifft uns alle; die Liebe zueinander als wesentliches Element des gemeinschaftlichen und sozialen Lebens; die Demut als Liebe zur Wahrheit; die Entschlossenheit als Frucht der christlichen Kühnheit; die theologische Hoffnung, die sie als Durst nach lebendigem Wasser beschreibt. Ohne die menschlichen Tugenden zu vergessen: Freundlichkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Höflichkeit, Gelassenheit, Kultur.”


27. März
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

34. Folge

Das eben Gesagte wird im Folgenden noch deutlicher werden, da wir auch noch die konkreteste Bezeichnung des Ausganges des Heiligen Geistes zu erörtern haben.

Wie der Name Zeugung dem des Sohnes, so entspricht dem Namen Geist, als dem Eigennamen der letzten ausgehenden Person, zur Bezeichnung ihres Ausganges der Name: Hauchung, "spiratio", ekpneusis. Die dritte Person ist nur deshalb auf eine besondere Weise Geist, weil sie gehaucht, spiriert, weil sie das "spiramen" und "flamen" des Vaters und des Sohnes ist. Aber das Hauchen (spirare) müssen wir hier in einem reicheren, volleren Sinne fassen als früher. Früher betrachteten wir die Hauchung nur als Aspiration, als einfache Kundgebung des Affektes der Liebe, und so haben wir sie für unzureichend erklärt, die Produktion eines neuen, lebendigen Wesens zu versinnbilden und auszudrücken. Hier aber fassen wir die Hauchung im ganzen und vollen Sinne, in der ganzen Bedeutung, welche im sinnlichen Leben das Atmen hat. Das Atmen ist wie beim Einziehen die Triebkraft, so beim Ausstoßen der Erguß des animalischen Lebens, das in ihm wogt und flutet, und so stellt uns das Ausatmen in der prägnantesten Weise auch das Überströmen, die Mitteilung des ganzen Lebens dar. Somit führt uns auch der Name Hauchung, "spiratio", in seiner ganzen Prägnanz gefaßt, den Ausgang der dritten Person als eine wahre Lebensmitteilung und folglich als einen persönlichen Ausgang vor. In ihm sehen wir die dritte Person nicht aus dem Schoße, sondern aus dem Herzen der beiden andern Personen hervorgehen, indem aus der Liebe und mit der Liebe dieser beiden Personen auch deren ganzes Leben in dieselbe hineingelegt wird.

Mag nun auch die Ausatmung in den geschaffenen Wesen durch sich selbst niemals ein neues Wesen hervorbringen wie die Zeugung, mag sie also in dieser Beziehung nicht ein so bestimmtes Bild geben wie sie: so gewährt sie doch durch den Reichtum und die Lebendigkeit ihrer Erscheinung ein anschaulicheres Bild als diese. Da sie ferner durch und durch lebendig ist, das natürlichste Zeichen und das kräftigste Vehikel des Lebens: so können wir uns auch unschwer vorstellen, daß die unendlich mächtige Ausatmung des göttlichen Lebens ebensogut wie die Zeugung ein lebendiges Wesen hervorbringe. Beim Atmen glauben wir zu sehen, wie ein Leben das andere weckt, wie die Flamme desselben aus einem Wesen in das andere hinüberschlägt und hineindringt, um es zu entzünden. Und gebraucht nicht die Heilige Schrift selbst an mehreren Stellen dieses Bild, um die Belebung des rohen Stoffes und damit die Produktion eines lebenden Wesens zu veranschaulichen? [36]

Demgemäß glauben wir unbedenklich behaupten zu können, daß der Name Hauchung, in seinem vollen Sinne genommen, dem Namen der Zeugung, was die Konkretheit und Anschaulichkeit der Bezeichnung anlangt, ebenbürtig an die Seite zu stellen ist. Wir brauchen nun nicht mehr zu sagen, für den Ausgang des Heiligen Geistes hätten wir nur den allgemeinen, unbestimmten Namen "processio"; wir haben einen ganz bestimmten, spezifischen, charakteristischen Namen von der tiefsten Bedeutung.

Anmerkungen:

[36] Schon die Belebung des ersten Menschen bei seiner Schöpfung wird so dargestellt: „Gott bildete den Menschen aus dem Lehm der Erde und hauchte in sein Angesicht den Odem des Lebens, und der Mensch ward zum lebendigen Wesen“ (Gen. 2,7). Weiter ist diese Darstellung ausgeführt bei Ez. 37,4-9. „Dürre Gebeine“, läßt Gott den Propheten weissagen, „höret das Wort des Herrn: das sagt der Herr: Siehe, ich sende in euch den Odem hinein, und ihr werdet leben.“ und als nun der Prophet rief: „Komm, Odem und wehe über diese Toten, damit sie aufleben“, kam derselbe sogleich: „Der Odem drang in sie (die Gebeine) hinein, und sie lebten und standen auf ihren Füßen, ein Heer, gewaltig groß.“

Wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


25. März
Roque González de Santa Cruz

Vor 400 Jahren, am 25. März 1615, gründete der hl. Roque González de Santa Cruz SJ die Reduktion Encarnación.


25. März
Dominikus

Vor 800 Jahren, am 25. März 1215, bestellte Bischof Fulko von Toulouse den hl. Dominikus und seine Gefährten zu Predigern in seinem Bistum. Das wurde zur Geburtsstunde der Dominikaner, des Predigerordens. Die päpstliche Bestätigung und Predigtbeauftragung folgte am 21. Januar 1217 durch Innozenz III.


24. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht mein Artikel über tödliche Normenverschiebung und der Beitrag von Korbinian Kleber Rettet die Menschlichkeit, Alfred Delp und der “Theonome Humanismus”. Die Meldung über das ignorierte Martyrium habe ich auf der Themenseite über die Christenverfolgung platziert.


24. März
Maria Rosa Molas

Vor 200 Jahren, am 24. März 1815, wurde im spanischen Reus (der Geburtsstadt des berühmten Architekten Antoni Gaudí) die hl. Maria Rosa Molas y Vallvé geboren. Als sie mit zehn Jahren zum ersten Mal die hl. Kommunion empfing, erfuhr sie die Liebe des Herrn in einer Weise, dass sie einmal sagte: “Wer erlebt hat, wie gut der Herr ist, kann nicht mehr aufhören, in Seiner Gegenwart zu wandeln.” 1857 gründete sie in Tortosa die Kongregation der Dienerinnen Unserer Lieben Frau vom Trost, die sich der Kinder- und Krankenpflege widmen. Bis zu ihrem Tod gründete sie 17 Häuser. Sie starb am 11. Juni 1876 in Tortosa. 1977 wurde sie selig-, 1988 heiliggesprochen.


23. März
Giuseppe Maria Tomasi

Vor 350 Jahren, am 24. März 1665, begann der hl. Giuseppe Maria Tomasi (1649-1713) bei den Theatinern sein “Noviziat unter dem heiligmäßigen, theologisch, vor allem liturgiegeschichtlich sehr gebildeten Novizenmeister P. Francesco Maria Maggio, der zwei liturgische Werke (‘De sacris ceremoniis’ und ‘De Divino Officio et Choro’) verfaßt hatte” (Ferdinand Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 2, Stein am Rhein 1992, S. 242). Tomasi war ein Sprachgenie. Er wurde Professor, Liturgiewissenschaftler, Berater der Ritenkongregation und Kardinal. 1803 wurde er selig-, 1986 heiliggesprochen.


23. März
Pius VII.

Vor 200 Jahren, am 22. März 1815, musste Papst Pius VII. (1800-1823) nach Genua fliehen. Hintergrund war die Herrschaftsübernahme Napoleons nach seiner Flucht aus Elba am 26. Februar 1815. Daraufhin fiel der Schwager Napoleons, König Murat von Neapel, in den Kirchenstaat ein und zwang den Papst zur Flucht. Nachdem die Österreicher Murat besiegt hatten, konnte der Papst am 7. Juli 1815 nach Rom zurückkehren.


21. März
Die Fantasie verchristlichen

Von Petra Kehl

Seit einigen Jahren gibt Regina Doman in den USA Liebesromane für Teenager heraus, die auf Märchen der Brüder Grimm basieren, deren Handlung aber in der heutigen Zeit angesiedelt ist. Die Anregung hierzu erhielt sie durch Beschäftigung mit einem ihrer Lieblingsautoren: G. K. Chesterton, der in „Orthodoxie“ schreibt: „Die Dinge, die ich am meisten glaubte, die Dinge, die ich auch jetzt noch am meisten glaube, sind die Dinge, die man Märchen nennt.“

Inzwischen sind sechs so genannte „Fairytale novels“ erschienen, die bei katholischen Teenagern in den USA sehr erfolgreich sind. Einer der Titel, „Der Schatten des Bären“, ist inzwischen auch auf deutsch erschienen.

Realistische Helden, keine „Märchenprinzen“

Dass uns Märchen viel zu sagen haben, ist bekannt. Märchen ebenso wie gute Dichtung, davon ist Doman überzeugt, schenken uns Vorstellungen, Bilder und Ideen, die uns im Gedächtnis bleiben und unsere Fantasie erweitern. Sie helfen uns, uns von Dingen ein Bild zu machen, die wir uns nur schwer vorstellen können. So versucht Regina Doman, das Gute zu visualisieren und attraktiv zu machen. Ob man das ausgerechnet mit Liebesgeschichten tun kann? Davon ist die Autorin überzeugt. Doch ihre Liebesromane unterscheiden sich in zahlreichen Punkten von den Romanen dieses Genres, die heute den Teenagern zuhauf geboten werden. Das fängt bereits mit dem Helden an. Er ist nicht der sprichwörtliche „Märchenprinz“, der alle Eigenschaften in sich vereint, die sich die Mädchen in den gängigen Romanen erträumen. Denn diese „erträumten“ Eigenschaften sind ein Spiegelbild der Mädchen selbst, ihrer eigenen Eigenschaften, sind also selbstbezogen. Jungen jedoch sind keine Mädchen. Somit unterscheiden sie sich zwangsläufig von Mädchen, denn Mann und Frau sollen ja einander ergänzen. Doman arbeitet hier gegen den Trend, der vielfach bei den Leserinnen falsche Vorstellungen und Erwartungen hervorruft. Sie schafft bewusst realistische Helden. Ihre „Prinzen“ sind nicht perfekt, aber doch Vorbilder, an denen sich die Leser orientieren können. Das ist der Autorin wichtig, deshalb investiert sie viel Arbeit darein, gute Helden zu erschaffen. Und damit sich auch Jungen von den Romanen angesprochen fühlen, ist mit der Liebesgeschichte stets ein spannender Kriminalfall verbunden.

Noch in einem weiteren wichtigen Punkt sind Domans Romane anders als die gängigen Liebesromane: Die jungen Leute bemühen sich um Reinheit. Bei der Kleiderwahl geht es den Mädchen nicht darum, möglichst „sexy“ auszusehen, sondern hübsch und sittsam zugleich. Den Jungen wiederum geht es nicht darum, wie sie bei den Mädchen auf „ihre Kosten“ kommen können. Vielmehr steht im Vordergrund die Standeswahl – Ehe oder Priestertum – und die Frage: Werde ich ein guter Ehemann und Vater sein können? Körperliche Nähe vor der Ehe wird vermieden. Das gegenseitige Kennenlernen ist von gegenseitigem Respekt geprägt und dient nur einem Ziel – Ehe.

So hält es Regina Doman bereits in ihrem ersten Roman „Der Schatten des Bären“, der vor mehr als zehn Jahren erstmals erschien und nun in deutscher Ausgabe vorliegt:

Schneeweißchen und Rosenrot in New York

Blanche und Rose Brier leben mit ihrer verwitweten Mutter in New York ein eher zurückgezogenes Leben. Mit ihrem Interesse für Gedichte, Musik und Märchen sowie ihrem aktiven katholischen Glaubensleben fallen sie selbst in ihrer katholischen Schule St. Catherine aus dem Rahmen. Die zurückhaltende Blanche wird gemobbt, die impulsive Rose dagegen weiß sich auf durchaus handfeste Weise zu wehren. Die Mädchen sind Außenseiter. So ist es kein Wunder, dass sie rasch Freundschaft schließen mit dem jungen Mann, der eines Tages die Mutter auf der Straße vor einem Auto rettet.

Doch Bär, wie er sich nennt, ist von einem Geheimnis umgeben. Blanche ahnt, dass eine Gefahr von ihm ausgeht. Auch gibt er gleich bei der ersten Begegnung offen zu, dass er wegen Drogenbesitzes im Jugendgefängnis gewesen ist. Doch die Liebe für Gedichte und Musik, die er mit den Mädchen teilt, spricht für ihn. Bald ist er jeden Abend zu Gast in dem kleinen Haus aus braunem Sandstein, vor dem zwei Rosenbüsche in Balkonkästen stehen.

Anders als die Heldinnen in so manchem Märchen streben Blanche und Rose nicht danach, Bärs Geheimnis zu durchdringen. Sie geben sich mit seiner Freundschaft zufrieden. Das ändert sich jedoch, als Bär in Blanches Gegenwart vom Direktor der Schule St. Catherine mit Hinweis auf sein Drogenvergehen vom Schulgelände verwiesen wird. Blanche hat sich inzwischen in Bär verliebt, sie hat Vertrauen zu ihm. Und so beschließen Blanche und Rose, Bärs Geheimnis zu lüften – nicht aus Neugier, sondern um seinen Namen reinzuwaschen. Damit geraten sie in ein Abenteuer, das sie fast das Leben kostet.

Regina Doman lehnt ihr erstes Jugendbuch eng an Grimms Märchen Schneeweißchen und Rosenrot an, dessen Schauplatz sie jedoch in die heutige Zeit und in eine Großstadt – New York City – verlegt. Wie im Märchen sind die Schwestern charakterliche Gegensätze. Blanche ist zurückhaltend, wird von dunklen Vorahnungen und unbestimmten Ängsten geplagt. Die Großstadt steckt für sie – wie der Wald im Märchen – voll unbekannter Gefahren, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Rose dagegen sieht die Stadt als Ort der Abenteuer, denen sie bedenkenlos entgegengeht. Dementsprechend bringt sie ihre Sorglosigkeit in manche Gefahr. Und doch ist es am Ende Blanche, die, über ihre eigene Schwäche und Ängstlichkeit hinauswachsend, durch die Kraft ihrer Liebe zu Bär getragen, den „bösen Zwerg“ zu Fall bringt.

Wie im Märchen, so liegt auch in dieser gelungenen Mischung aus zarter Liebesromanze und Kriminalroman die Wirklichkeit hinter dem äußeren Schein verborgen. Bär, im Märchen der verwunschene Prinz, ist nur vordergründig der heruntergekommene jugendliche Ex-Häftling. Blanche entdeckt schon bald an ihm eine Ausstrahlung von Würde, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit. Er zeigt sich der Familie gegenüber verantwortungsvoll, rücksichtsvoll und offen. Dementsprechend gestaltet sich seine aufkeimende Liebe zu Blanche. Aus Sorge um sie verschwindet er aus ihrem Leben, als er merkt, dass er sie in Gefahr bringt. Und am Ende der Geschichte, als der „böse Zwerg“, der gefährliche Widersacher, besiegt ist, gewinnt Bär, der sich charakterlich als „Prinz“ erwiesen hat, auch äußerlich seine eigentliche Gestalt als „Prinz“ zurück. Rob hingegen, der Schwarm aller Mädchen der Schule, wird für Rose zur Enttäuschung. Er sieht zwar äußerlich einem „Prinz“ ähnlicher als Bär, wie Blanche feststellt, doch dem Charakter nach ist er ein Schurke. Nur gut, dass es mit Fisch noch einen weiteren „verwunschenen Prinzen“ in dem Roman gibt – für die zweite Schwester.

Regina Doman stellt zwei Jungentypen einander gegenüber. Den ernsthaften, wirklich Liebenden und jenen, für den Liebe nur ein Spiel ist und ein Mädchen nur die Beute. Sie stellt klar: Liebe und Ehe erfordern den ganzen Mann, der sich der Frau, die er liebt, in Ganzhingabe schenkt. Da lässt Regina Doman zweifellos Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben einfließen, denn die „homeschooling Mom“ von neun Kindern ist seit mehr als 20 Jahren glücklich verheiratet.

Regina Doman: Der Schatten des Bären
broschiert, 240 Seiten, Verlag Petra Kehl
Für Jugendliche ab 14 Jahren


20. März
Hedonistische Moral als Lehrmeister?

Noch befremdlicher ist die Feststellung von Bischof Bode, die den Eindruck vermittelt, wir hätten jetzt neben Schrift und Tradition noch eine dritte Glaubens- und theologische Erkenntnisquelle, nämlich die Lebenswirklichkeit des heutigen Menschen: die Grundfrage sei, ob nicht nur Schrift und Tradition, “sondern auch die Realität von Menschen und der Welt” Quellen der theologischen Erkenntnis seien. Ist der Bischof wirklich der Meinung, das kirchliche Lehramt, das nach dem Zweiten Vatikanum die Aufgabe hat, Schrift und Tradition unversehrt zu bewahren, sollte bei einer Zeit und Gesellschaft in die Lehre gehen, die dem Glauben längst entfremdet millionenfache Abtreibung duldet und in der eine völlig hedonistische und utilitaristische Moral tonangebend, ja allgemein anerkannt und praktiziert wird?

Der Philosoph Prof. Dr. Walter Hoeres in einem Leserbrief, Tagespost vom 5. März 2015

Vgl. dazu meine Glosse


20. März
Paul Marx

Vor fünf Jahren, am 20. März 2010, starb in Collegeville, Minnesota, im Alter von 89 Jahren P. Paul Marx OSB, der von Papst Johannes Paul II. ein “Apostel des Lebens” genannt wurde.


17. März
Kakure Kirishitan

Vor 150 Jahren, am 17. März 1865, entdeckte der katholische Missionar P. Bernard Petitjean (1829-1884) in Nagasaki fünfzehn “verborgene Christen” (Kakure Kirishitan), die seit der Verfolgung zu Beginn des 17. Jh. über 200 Jahre lang ohne Priester und ohne Kontakt zur Weltkirche am Glauben festgehalten hatten.


17. März
José Estalayo García

Vor 100 Jahren, am 17. März 1915, wurde in San Martin de Perapertú, Palencia, der selige José Estalayo García geboren. Er trat in den Passionistenorden ein und trug dort den Namen Josef von den heiligsten Herzen. Am 23. Juli 1936 erlitt er im Spanischen Bürgerkrieg in Manzanares zusammen mit elf weiteren Passionisten das Martyrium. Die Seligsprechung erfolgte am 1. Oktober 1989.


17. März
Theresia von Lisieux

Vor 100 Jahren, am 17. März 1915, wurde in Bayeux der Apostolische Prozess zur Seligsprechung der Karmelitin Theresia von Lisieux (1873-1897) eröffnet. 1923 wurde sie selig-, 1925 heiliggesprochen, 1927 zur Patronin der Weltmission ernannt.


15. März
Maurilius Macho Rodríguez

Vor 100 Jahren, am 15. März 1915, wurde in Villafría bei Burgos der selige Fr. Maurilius vom Jesuskind geboren. Er war Passionist, trug dort den Namen Maurilius vom Jesuskind und starb mit acht weiteren Passionisten nach schweren Misshandlungen als Märtyrer im Spanischen Bürgerkrieg am 22. Juli 1936. Am 1. Oktober 1989 wurde er mit 25 weiteren Märtyrern des Spanischen Bürgerkriegs seliggesprochen.


15. März
Placidus Riccardi

Vor 100 Jahren, am 15. März 1915, starb in Rom im Alter von 70 Jahren der aus Trevi, Diözese Spoleto, stammende selige Placidus Riccardi OSB. Er war ein “Erneuerer des klösterlichen Lebens, vor allem aber unermüdlich in der Seelsorge für die Wallfahrer (‘Apostel der Sabina’)” (A. Schmitt im LThK, 2. Auflage). 1954 wurde er seliggesprochen.


13. März
Hermann V. von Wied

Vor 500 Jahren, am 14. März 1515, wurde Hermann V. von Wied zum Erzbischof von Köln gewählt. Seit Ende der 30er Jahre sympathisierte er immer mehr mit der Reformation bis hin zu dem Entschluss, sie in seinem Bistum einzuführen. Der hl. Petrus Canisius sah die Gefahr und konnte sie noch rechtzeitig abwenden: Auf sein Betreiben wurde Hermann 1546 von Papst Paul III. abgesetzt.


13. März
Johannes von Ávila

Vor 450 Jahren, am 14. März 1565, erließ Papst Pius IV. eine Bulle, die die Fakultäten bestätigte, die der Universität von Beaza (Jaén) 1538 von Papst Paul III. in seiner Ermächtigungsbulle an den hl. Johannes von Ávila zur Gründung der Universität gewährt worden waren. Pius IV nennt den hl. Johannes von Ávila darin einen “hervorragenden Lehrer in Theologie und Prediger des Gotteswortes”. Papst Benedikt XVI. ernannte am 7. Oktober 2012 den Heiligen zum Kirchenlehrer.


12. März
Nikephoros I.

Vor 1200 Jahren, am 13. März 815, wurde der hl. Nikephoros I. als Patriarch von Konstantinopel abgesetzt, weil er sich im Bilderstreit gegen Kaiser Leon V. wandte. Er wurde in die Nähe von Chalkedon verbannt und starb am 5. April 828 im Alter von über 70 Jahren.


12. März
Joseph Zhang Dapeng

Vor 200 Jahren, am 12. März 1815, starb in Guiyang als Märtyrer im Alter von etwa 61 Jahren der Familienvater und Katechist Joseph Zhang Dapeng. Am 1. Oktober 2000 wurde er mit 119 weiteren Märtyrern, die der Christenverfolgung in China zum Opfer fielen, heiliggesprochen.


11. März
Barmherzigkeit

Von P. Engelbert Recktenwald

Zweiter und letzter Teil

Doch wenn Becker und Kurzke schon Unbehagen empfinden angesichts der Möglichkeit der späten Bekehrung, wie groß müsste dann erst das Unbehagen sein angesichts einer Heilsvermessenheit, die jede Bekehrung als unnötig ansieht? Diese Vermessenheit wird von Eckhard Bieger SJ und Christian Schnaubelt als ein Grundzug der nachkonziliaren Zeit beschrieben: “‘Katholisch’ fühlt sich seit dem Konzil anders an. Es ist weniger von Disziplin, religiöser Observanz, sondern mehr von Offenheit und dem Gefühl getragen, dass jeder Mensch eigentlich in den Himmel kommt. Dies ist auch einer der Gründe, warum die bis in die 60er-Jahre intensive Beichtpraxis weitgehend zusammengebrochen ist” (in: 27 x katholisch, Paderborn 2014, S. 37 f).

Es geht also nicht mehr darum, dass uns, wie Becker und Kurzke gegenüber Spee meinten, das Leben heute wichtiger sei als das Sterben. In Wirklichkeit haben für den nachkonziliaren Christen Leben wie Sterben gleichermaßen ihre Heilsrelevanz verloren, weil wir sowieso alle in den Himmel kommen. Wen wunderts, dass eine solche Heilsgewissheit noch viel mehr die Vermessenheit fördert als die Aussicht auf eine letzte Chance in der Sterbestunde? Die Kritik an Spee fällt mit noch größerer Wucht auf den nachkonziliaren Christen zurück.

Der Zusammenbruch der Beichtpraxis ist, wie Bieger und Schnaubelt richtig feststellen, die notwendige Folge. Bekehrung und Sündenvergebung hat der nachkonziliare Christ nicht mehr nötig. Die Barmherzigkeit Gottes ist überflüssig geworden. Der nachkonziliare Heilsoptimismus hat also nichts mit einer Neuentdeckung von Gottes Barmherzigkeit zu tun. Er hat sie vielmehr in jene zahnlose Gutmütigkeit verwandelt, die letztlich auf eine Gleichgültigkeit Gottes gegenüber Gut und Böse hinausläuft. Das hat wiederum Rückwirkungen auf das Menschenbild: Der nachkonziliare Christ beraubt sich auf selbstentmündigende Weise der Ewigkeitsverantwortung für seine Taten und erniedrigt sich zu einer belanglosen Eintagsfliege mit anschließender Zwangsbeglückung.

Der leichtfertige Heilsoptimismus verhindert gerade die Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit, die nicht darin besteht, die Sünde zu bagatellisieren, sondern das Unverzeihliche zu verzeihen. Um die göttliche Barmherzigkeit neu zu entdecken, bedarf es keiner neuen Theologie, sondern der Besinnung auf das, was die Kirche immer gelehrt hat. Wir leben in einer Zeit, in der viele Theologen mit Verachtung auf die Tradition herabblicken und so tun, als ob ein nachkonziliarer Gott der Liebe einen vorkonziliaren Gott der Strenge abgelöst habe. Das Gegenteil ist der Fall.

“Gott hat das sehnlichste Verlangen nach unserem Heil. Sobald daher der Sünder nur in sich geht, seine Sünden ganz allgemein verabscheut und sich zum Herrn bekehrt (er mag dann später, wenn sich Gelegenheit bietet, die Sünden einzeln vornehmen und bereuen), schenkt uns Gott schon Seine Verzeihung und umfängt den Sünder in väterlicher Liebe.” So heißt es im Römischen Katechismus, der im Auftrag des Konzils von Trient herausgebracht wurde. Dieser Text fasst präzise zusammen, worin Gottes Barmherzigkeit besteht. Der hl. Pfarrer von Ars drückt es so aus: “Gott ist mehr bereit, einem reuigen Sünder zu verzeihen, als eine Mutter, ihr Kind aus dem Feuer zu retten.” Diese so trostreiche Vergebungsbereitschaft Gottes reicht tatsächlich bis zur letzten Lebensstunde eines Menschen und ist für jeden reuigen Sünder der sichere Rettungsanker.

Der Echtheitstest für die Reue ist die Bereitschaft, sich der eigenen Sünden anzuklagen. In diesem Sinne sagt der hl. Franz von Sales: “Wenn der Mensch sich freispricht, klagt Gott ihn an; wenn der Mensch sich anklagt, spricht Gott ihn frei.” In der nachkonziliaren Verkündigung ist dem Christen die Selbstanklage abgewöhnt worden.

Wenn der Herr im zwanzigsten Jahrhundert der hl. Schwester Faustina Kowalska seine Sehnsucht geoffenbart hat, dass die Menschen seine grenzenlose Barmherzigkeit entdecken und an sie glauben, dann war das eine Einladung, sich ihr im Sakrament der Barmherzigkeit in die Arme zu werfen. Das Vertrauen, das er von uns erwartet, besteht in der Selbstauslieferung an seine umwandelnde Liebe. Wenn Gott vergibt, bedeutet dies immer auch, dass sein Erbarmen unser Herz verwandelt. Vergebung ist keine bloß äußerlich verfügte Amnestie über die Köpfe der Schuldigen hinweg.

Nach einem Bonmot Chestertons besteht die Sünde gegen den Heiligen Geist darin, nicht mehr nach der Sündenvergebung zu streben. Im nachkonziliaren Frühling ist dieses Streben unnötig geworden, weil eine vorgeblich bedingungslose Heilszusage Gottes auch eine bedingungslose Vergebung impliziert. An die Stelle der persönlichen Begegnung mit Gottes Erbarmen ist ein Heilsautomatismus getreten, der das Ringen um Bekehrung überflüssig macht. Die Verkündigung einer solchen Heilszusage ist nichts anderes als eine elegante Weise, den Sünder von Gottes Barmherzigkeit abzuschneiden. Sie ist nicht barmherzig, sondern grausam.

Zum ersten Teil


10. März
Gefoltert im Irak

"Sie versperrten die Straße, hielten mir eine Waffe ins Gesicht und zwangen mich in ein Auto. Vom ersten Tag an verprügelten sie mich, brachen mir meine Nase und schlugen mir die Zähne aus. Sie drohten mich zu töten. Ich bin kein Held. Bis heute schlafe ich deshalb schlecht und habe Alpträume. Aber ich schrie nicht, ich bettelte nicht um mein Leben. Ich verstehe bis heute nicht, wie ich während dieser Zeit so ruhig bleiben konnte."

P. Douglas Bazi, Priester der chaldäisch-katholischen Kirche, der 2006 in Bagdad von Islamisten gekidnappt wurde, zitiert in Open Doors. Heute ist er Leiter eines Flüchtlingslagers in Ankawa, einem Vorort von Erbil.


10. März
John Ogilvie

Vor 400 Jahren, am 10. März 1615, starb in Glasgow im Alter von ca. 35 Jahren der hl. John Ogilvie. Mit siebzehn Jahren vom Calvinismus zum katholischen Glauben konvertiert, trat er 1599 in die Gesellschaft Jesu ein, wurde 1610 zum Priester geweiht und wirkte fortan während der anglikanischen Katholikenverfolgung heimlich unter Lebensgefahr in Schottland. 1614 verraten und verhaftet, blieb er trotz schwerer Folter dem Glauben treu und wurde schließlich wegen Hochverrats gehängt. Am 17. Oktober 1976 wurde er heiliggesprochen.

Über die Katholikenverfolgung in England


9. März
Jesus, einzigartig

Von Peter Kreeft

Siebter Teil

Thomas: Viele Menschen glauben, dass er Gott war.

Sokrates: Du meinst, ein Gott.

Thomas: Nein, Gott, der höchste Gott. Der eine und einzige Gott.

Sokrates: Offensichtlich meint ihr mit dem Wort Gott etwas ganz anderes als ich, vor allem wenn man das Wort in der Einzahl verwendet.

Thomas: Nein, Sokrates. Im Gegenteil, der Gott, von dem sie sprechen, ist sogar noch göttlicher, noch erhabener, noch vollkommener als der Gott, von dem du sprichst.

Sokrates: Und sie sagen, dass der Mensch Jesus, dieses menschliche Wesen, der höchste Gott sei?

Thomas: Ja, das sagen sie.

Sokrates: Wer? Wer glaubt daran?

Thomas: Die Christen.

Sokrates: Alle Christen?

Thomas: Auf jeden Fall viele Christen.

Sokrates: Die Mehrheit?

Thomas: Vermutlich.

Sokrates: Ist es eine Auffassung neueren Datums? Gehören die Christen, die das glauben, einer kleinen Sekte an?

Thomas: Nein, es ist die althergebrachte Auffassung.

Sokrates: Seit wann gibt es sie?

Thomas: Seit der Zeit, als Jesus gelebt hat.

Sokrates: Bemerkenswert! Aber wenden wir uns von dem messbaren Zeitraum der Überprüfung dieser Auffassung zu. Wie steht es mit euren Philosophen und Theologen? Glauben dies auch die Weisesten unter euch?

Thomas: Bis vor Kurzem glaubten es die meisten christlichen Philosophen und Theologen.

Sokrates: Das ist noch bemerkenswerter! Und wie steht es mit euren heiligen Männern und Frauen?

Thomas: Die Heiligen? Sie vertreten sogar noch einmütiger diese Auffassung.

Sokrates: Ist es die offizielle Lehre?

Thomas: Ja. Alle Glaubensbekenntnisse lehren es.

Sokrates: Glaubensbekenntnisse?

Thomas: Die offiziellen Glaubensverlautbarungen.

Sokrates: Es gibt da mehr als eines?

Thomas: Ja.

Sokrates: Und sie alle sagen dasselbe aus?

Thomas: Ja, auf verschiedene Art.

Sokrates: Und wie steht es mit den unmittelbaren Jüngern, die Jesus persönlich gekannt haben? Glaubten sie, dass er Gott war?

Thomas: Ja, Sokrates, Wie du siehst, kann ein Aberglaube ziemlich einflussreich sein, wenn er erst mal in Gang gekommen ist ...

Sokrates: Es scheint so. Und wer hat ihn in Gang gesetzt?

Thomas: Nun, den Berichten nach er selbst. Das ist der Grund, warum man ihn gekreuzigt hat - wegen Blasphemie.

Sokrates: Behauptete er selbst, Gott zu sein?

Thomas: Ja.

wird fortgesetzt

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7. März
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

Zweite Folge

Da kam 1576 P. Martin de Silva als Prokurator der indischen Mission nach Europa, um neue Arbeiter zu werben. Fußfällig bat ihn Rudolf, damals schon trotz seiner Jugend Repetitor der Philosophie am Deutschen Kolleg in Rom, sich für ihn zu verwenden, und nun ließ P. Everard Mercurian, durch eine höhere Eingebung erleuchtet, den flehentlich Bittenden ziehen.

In Lissabon empfing Rudolf die heilige Priesterweihe und las kurz vor seiner Abfahrt nach Indien seine erste heilige Messe. An Bord der portugiesischen Flotte, die am 24. März 1578 in See stach, befanden sich 14 Jesuiten, unter ihnen Benedikt Palmio, der spätere Provinzial von Goa, der selige Märtyrer Nikolaus Spinola, Michele Ruggieri und Matthäus Ricci, die Begründer der Jesuitenmission in China.

Die Reise nach den Missionsländern war damals keine Vergnügungsfahrt. „Meine Kammer im Schiffsraum“, so schrieb Rudolf noch aus Lissabon, „kommt mir bald wie ein Kerker bald wie ein Grab vor, da sie bloß zwei Fuß in der Höhe und ebensoviel in der Breite hat, so daß ich weder kniend noch stehend, sondern bloß in sitzender oder liegender Stellung beten kann. Trotzdem ,freue ich mich in dem, was mir gesagt wurde: Ins Haus des Herrn werden wir eingehen’ (Ps 121, 1), zumal ich so dem Kreuze unseres Herrn gleichförmiger werde. Ja ich bin dermaßen mitten in diesem Ungemach zufrieden und erfahre darin solche Süßigkeit, daß ich meinen Beruf auch mit der ganzen Welt nicht vertauschen möchte. Es ist mir dabei klar geworden, daß es etwas sehr Verschiedenes ist, Gott im Elend oder aber frei von jeder Beschwerde zu dienen, und daß manche zu Haus in ihrem Zimmer, wo sie weit von jeder Gelegenheit entfernt sind, ihre Tugend zu erproben, wohl mit Tugenden ausgerüstet zu sein wähnen, die in Wirklichkeit oft mehr ein Schatten als wahre Tugend sind.“

Bei seiner Landung in Goa fiel Rudolf mit Freudentränen in den Augen auf seine Knie und küßte den Boden, der durch das Andenken des hl. Franz Xaver geheiligt war.

Goa, vornehm hingelagert an einer kleinen Meeresbucht der Ranaraküste, war damals noch der machtvolle Sitz der alten Portugiesenherrschaft in Indien. An 200.000 Einwohner soll die Stadt zur Zeit ihres höchsten Glanzes gezählt haben. Zahlreiche Kuppeln und Zinnen von Kirchen und Klöstern verschiedener Orden, eine schöner als die andere, leuchteten in den Strahlen der goldenen Tropensonne.

Hier war seit Franz Xaver auch der Mittelpunkt der Jesuitenmission. Hier stand das herrliche, durch die königliche Freigebigkeit Johanns III. von Portugal fundierte Kolleg und Noviziatshaus vom hl. Paul, hier das vom hl. Franz übernommene Seminar vom heiligen Glauben für einheimische Knaben und Priesterkandidaten, hier das vom hl. Ignatius angeregte Katechumenenhaus, das von Paul von Camerino errichtete große Spital und andere der Erziehung und der Liebestätigkeit geweihte Anstalten.

Von Goa aus hatte sich das Christentum über die übrigen Besitzungen der Krone Portugals ausgedehnt, und aus seinem Hafen segelten alljährlich die aus Europa gekommenen Missionäre nordwärts bis Ormuz im Persischen Golf, südwärts nach Malabar, Cochin, Kap Komorin, Ceylon usw. und ostwärts nach Malakka, den Molukken und Japan.

Mit der Ausdehnung des Missionsgebietes wuchs das Bedürfnis nach neuen Kräften. Freudig wurden daher die neuen Arbeiter begrüßt und in das weite Arbeitsfeld verteilt.

Aquaviva, dessen zarte Gesundheit den Strapazen des Heidenapostolates nicht gewachsen schien, sollte zunächst als Professor der Philosophie für die jüngeren Ordensgenossen in Goa verbleiben. Es war für seinen brennenden Eifer eine harte Enttäuschung. Demütig und ergeben in Gottes Willen fügte er sich und lebte in treuer Pflichterfüllung seinem Berufe, ein Beispiel vollendeter Tugend, zu dem alle bewundernd emporschauten. Was in seiner Seele vorging und wie er den Missionsberuf auffasste, spiegelt sich in einem Briefe, den er damals an seine Mitbrüder in Europa sandte. Er zählt darin die Gründe auf, weshalb er gerade die Mission von Indien so sehr liebe. Der erste Grund sei die Gewißheit, daß Christus der Herr ihn hierher berufen habe, damit er an der Verwirklichung der hohen Ziele mitarbeite, um derentwegen der Heiland Mensch geworden und am Kreuze gestorben sei. – „Der zweite Grund ist, weil das Land hier Überfluß an Mühen und Leiden hat, wie sie zur Nachfolge Christi gehören. – Der dritte, weil ich hier allem entrückt bin, was das Herz an die Erde fesseln und an der freien Hingabe an Gott hindern könnte. Glaubt mir, meine Brüder, solange man in der Heimat, unter Eltern, Verwandten und Freunden und den Bequemlichkeiten des Lebens weilt, glaubt man leicht, von all dem losgeschält zu sein. Kommt man aber in die Lage, dieselben wirklich verlassen und ohne sie leben zu müssen, so erkennt man erst, wie sehr man sich hierin getäuscht hatte. – Der vierte Grund endlich ist, dass man hier buchstäblich das Gebot Christi erfüllen muß: ,Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…’ Hier wird man wirklich wieder zum Kinde und fängt gleichsam von vorne an, indem man eine ganz neue Sprache lernt und in ganz neue Verhältnisse, Sitten und Gebräuche sich einleben muß; denn Klima, Kost, Lebensart, alles ist hier ganz anders als in Europa.“

Schließlich kommt Auqaviva, wie so oft, auf sein Verlangen zurück, für den Glauben sein Blut zu vergießen, wofür Indien gute Aussicht biete, da Idalkan, der unmittelbare Nachbarfürst von Goa, stets auf dem Sprunge sei, über die Christen herzufallen, und die malabarischen Seeräuber beständig das Küstenland bedrohten.

wird fortgesetzt

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6. März
Christentum als Untergrabung der Moral

Öfters mal was Neues: das Christentum als Untergrabung der Moral! Nachdem man sich über die Morallastigkeit des Christentums müde beschwert hat, tut der entgegensetzte Vorwurf richtig gut. Erhoben hat ihn der Philosoph Winfried Schröder in seinem Buch Moralischer Nihilismus. Damit auseinander gesetzt habe ich mich im Geistlichen Wort des neuesten Rundbriefs der Aktion Leben.


6. März
Philipp vom hl. Michael Ruiz

Vor 100 Jahren, am 6. März 1915, wurde der selige Philipp vom hl. Michael Ruiz geboren. Er war Laienbruder bei den Passionisten und starb im Spanischen Bürgerkrieg am 22. Juli 1936 als Märtyrer zusammen mit acht weiteren Passionisten nach schlimmen Misshandlungen vor den Toren von Madrid. Am 1. Oktober 1989 wurde er mit 24 weiteren Märtyrern seliggesprochen.


4. März
Wie der Islam reformiert werden kann

Ruft man im Islam zurück zu den ursprünglichen Texten, wird nichts verbessert. Denn gerade dort finden sich die Aufrufe zum Dschihad und Futuhat, das sind Eroberungskriege. Im Sudan gab es den Versuch, die friedlichen Mekka-Suren über die kriegerischen Medina-Suren zustellen. Ergebnis: Der Reformator wurde hingerichtet. (...)
Wenn ich Koran, Hadithe und Sira studiere, stelle ich fest, dass Mohammed kein geeignetes Vorbild ist. Er ist zu widersprüchlich, zu hemmungslos. Nach 1.400 Jahren muss man sagen, dass eine Reformation des Islam nur dann gelingt, wenn man ein anderes Vorbild der Unterwerfung nimmt. Das viel geeignetere Vorbild ist Jesus. Er steht nicht unter Verdacht des Kindesmissbrauchs, bei ihm gibt es kein Gewaltpotenzial, er hat nie Menschen versklavt und keine Kriege geführt. Ich würde mich als Muslim bezeichnen, aber nach dem Vorbild von Jesus und niemals nach dem Vorbild von Mohammed. Nur so kann der Islam reformiert werden.

Aus: Kurt Beutler, “Ich will Brücken schlagen”, im Interview mit Rolf Höneisen, ideaSpektrum Schweiz. Kurt Beutler ist Autor der Bücher Zwischen Bomben und Paradies. Muslime verstehen und lieben lernen (über das Leben Mohammeds) und Perlen im Koran. Ein Christ entdeckt das Buch der Muslime.

Islam und Christentum im Vergleich


4. März
Otto Gritschneder

Vor zehn Jahren, am 4. März 2005, starb in München im Alter von 91 Jahren der Jurist und Publizist Otto Gritschneder. Unter den Nazis bekam der gläubige Katholik wegen politischer Unzuverlässigkeit Berufsverbot. Bahnbrechend wurde sein mehrbändiges Werk über den Hitler-Prozess des Jahres 1924, der durch Rechtsbeugung Hitler den Weg gebahnt habe.
In späteren Jahren war Gritschneder wiederum linken Kreisen ein Dorn im Auge, weil er das Unrecht der Abtreibung mit deutlichen Worten brandmarkte. 1985 kritisierte er die Haltung der CSU in dieser Frage: “Die CSU sieht tatenlos zu, wenn Jahr für Jahr Hunderttausende von Kindern schon im Mutterleib aus ‘sozialen Gründen’ ermordet werden. Die Abtreibungsgesetze der sogenannten sozial-liberalen Koalition der siebziger Jahre lassen ja solche Tötungen - erstmals in der deutschen Rechtsgeschichte - straflos.” 2004 wurde ihm als “Zeitzeuge und manchmal unbequemer Mahner” der Akademiepreis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verliehen.


3. März
Wilhelm Cramer

Vor 200 Jahren, am 3. März 1815, wurde im westfälischen Oelde der Volks- und Pastoralschriftsteller Wilhelm Cramer geboren. 1838 zum Priester geweiht, wurde er 1864 Regens des Priesterseminars in Münster und 1884 Domdechant und Weihbischof. 50 Jahre lang betreute er das in Dülmen erscheinende Katholische Missionsblatt. Am 15. März 1903 starb er in Münster.


3. März
Siegfried Ernst

Vor 100 Jahren, am 2. März 1915, wurde in Ulm der Arzt und Lebensrechtler Dr. Siegfried Ernst geboren. Er war seit 1971 Mitglied der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, gründete 1973 die Europäische Ärzteaktion und konvertierte 1995 zur katholischen Kirche. Siegfried Ernst starb am 7. Mai 2001.


28. Februar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht der Beitrag von T. M. Doran über den Schriftsteller Evelyn Waugh und die Rezension des Films Metamorphose. Die Kurzbeiträge über den Theologen Karl Rahner wurden auf einer eigenen Seite versammelt.


28. Februar
Karl Leisner

Vor 100 Jahren, am 28. Februar 1915, wurde in Rees am Niederrhein der selige Karl Leisner geboren.


26. Februar
Demo für alle

Die nächste Demo für alle beginnt am Samstag, den 21. März, um 15 Uhr, auf dem Schillerplatz in Stuttgart. Sie wendet sich gegen die Gender-Ideologie und die Sexualisierung der Kinder und verdient unser aller Unterstützung. Wer kann, sollte teilnehmen.


26. Februar
Dschihad als Fortsetzung des Computerspiels

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung warf der französische Philosoph Guillaume Paoli unter dem Eindruck der Pariser Anschläge die alte Frage auf, ob beliebte Ego-Shooter à la “Call of Duty” nicht doch ihren Beitrag zur Gewaltbereitschaft Jugendlicher leisten. Als Beleg zitiert er einen IS-Kämpfer, der gegenüber einem Reporter der BBC erklärt, sein neues Leben sei “spannender als ‘Call of Duty’”. Das Fazit Paolis lautet: “In dieser Hinsicht ist der Dschihad vollkommen in die westliche Moderne integriert, die Fortsetzung des Computerspiels mit anderen Mitteln.”

Aus Daniel Frick, Den Dschihad im Herzen, in: Pro. Christliches Medienmagazin, 1/2015, S. 43

Weitere Beiträge zum Thema Dschihad


25. Februar
St. Brendan der Seefahrer

Haben irische Mönche Amerika entdeckt?

Von Dr. Petra Kehl

Im irischen Clonfert steht St. Brendan als Abt einer Klostergemeinschaft vor, als er eines abends Besuch erhält von Abt Barinthus, seinem Verwandten, der nicht verbergen kann, dass Trauer sein Herz erfüllt. Auf Brendans Fragen hin berichtet Barinthus von der Seereise, von der er gerade zurückkehrt. Er habe seinen geistlichen Sohn Mernoc aufgesucht, der auf einer Insel in der Nähe von Sliabh Liacc als Eremit lebe, und sei anderntags mit Mernoc von der Westküste der Insel aus per Boot zum „verheißenen Land der Heiligen“ (terra repromissionis sanctorum) aufgebrochen. Es sei ein wundersames Land, wo alle Bäume Früchte trügen und selbst die Steine kostbar seien, wo der Tag nicht ende und die beiden Reisenden keine Nahrung hätten zu sich nehmen müssen.

Die Schilderung des Barinthus lässt Brendan nicht los. Von diesem Gespräch veranlasst, macht sich Brendan nach gründlicher Vorbereitung mit fünfzehn Gefährten auf den Weg, um nach dem verheißenen Land zu suchen. Seine seltsamen Erlebnisse auf dieser Meerfahrt, die mehr als sieben Jahre dauert, schildert eine der ungewöhnlichsten und rätselhaftesten Geschichten, die uns aus dem Mittelalter überliefert sind: die Meerfahrt des hl. Brendan – oder – wie ihr lateinischer Titel lautet – Navigatio sancti Brendani abbatis.

Navigatio sancti Brendani abbatis:

Brendan beschließt, die Insel der Seligen zu besuchen, sucht 14 Mönche aus seiner Gemeinschaft aus und macht sich zusammen mit ihnen daran, ein Boot aus hölzernen Spanten und Ochsenhäuten zu bauen. Ausgerüstet wird es mit Reservematerial und Verpflegung für 40 Tage. Dann stechen die Mönche in See. Nach mehr als 15 Tagen gehen sie an einer felsigen Insel an Land. Dort finden sie eine Halle mit Essen vor, aber kein Mensch lässt sich blicken. Erst als sie wieder ablegen wollen, erscheint ein junger Mann und sagt ihnen eine lange Reise voraus. Als nächstes kommen sie zu einer Insel, die wegen der vielen Schafe Insel der Schafe genannt wird. Dort bleiben sie von Gründonnerstag bis Karsamstag. Es folgt eine weitere Insel, die ohne jeden Bewuchs ist. Sie entzünden ein Feuer, um Essen zu kochen. Plötzlich bewegt sich die Insel, die Mönche flüchten sich in ihr Boot. Brendan erkennt, dass es gar keine Insel gewesen ist, sondern ein riesiger Fisch, der Jasconius heißt. Die Mönche segeln weiter und gelangen zum Paradies der Vögel. Einer der Vögel sagt Brendan voraus, dass er noch sieben Jahre suchen müsse, bevor er das Verheißene Land erreiche. Nach weiteren drei Monaten landen die Mönche erschöpft an einer Insel, wo sie in einem Kloster von schweigenden Mönchen empfangen werden, die niemals krank werden oder altern. In dieser Gemeinschaft verbringen Brendan und seine Gefährten Weihnachten. Eine Woche nach Dreikönig setzen sie ihre Reise fort. Sie segeln gewissermaßen im Kreis, gelangen wieder auf die Insel der Schafe, verbringen Ostern auf dem Rücken des Jasconius, bleiben bis Pfingsten im Paradies der Vögel und feiern Weihnachten auf der Insel der schweigenden Mönche. Diese Reihenfolge behalten sie sieben Jahre lang bei. Während des weiteren Verlaufs der Seereise begegnen die Mönche einem Meeresungeheuer, das ihr Boot umschwimmt, dann aber von einem anderen Ungeheuer gefressen wird. Seine Überreste finden sie auf einer Insel, wo sie des schlechten Wetters wegen drei Monate Pause einlegen müssen. Sie treffen auf eine Kristallsäule im Meer, die von einem silbrigen Netz umgeben ist. Dann geraten sie an eine kahle Insel voll glühender Krater, von der ein bestialischer Gestank ausgeht und deren Bewohner – Schmiede – glühende Gesteinsbrocken auf sie werfen. Die Mönche können glücklich entkommen. Einige Zeit später treffen sie auf einer Insel Judas, der an Feiertagen „Urlaub“ von der Hölle hat. Auf einer weiteren Insel begegnen sie einem Einsiedler, den ein Otter mit Fischen versorgt. Er sagt ihnen die sichere Rückkehr nach Irland voraus. Doch zunächst geht es wieder zurück zur Insel der Schafe und dem Vogelparadies. Schließlich erreicht Brendan mit seinen Gefährten nach 40 weiteren Tagen endlich das Gelobte Land der Heiligen, das von dichtem Nebel eingehüllt ist. Nachdem sie die das Land 40 Tage lang erkundet, auch Proben von Früchten und Steinen gesammelt haben, kehren sie schließlich in ihre Heimat zurück.

Wann dieser Bericht schriftlich aufgezeichnet wurde, darüber streiten sich die Gelehrten. Wahrscheinlich geschah dies im 10. Jahrhundert, allerdings nicht in Irland selbst, sondern vermutlich in einem irisch beeinflussten Kloster in Lothringen. Entstanden ist er in mündlicher Form jedoch zweifellos schon früher. Er steht in der Tradition der so genannten Immrama, der irischen Schiffermärchen bzw. Reiseberichte, und vereinigt christliche Elemente mit Erzählungen von Seeabenteuern und keltischen Volksüberlieferungen.

Von der Beliebtheit der Navigatio zeugen die 120 Handschriften der lateinischen Fassung, die erhalten sind. Für mittelalterliche Verhältnisse ein Bestseller. Seit dem 12. Jahrhundert wurde die Erzählung in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt. Dabei fand zugleich ein inhaltlicher Wandel statt. Anstelle der spirituell geprägten Suche nach dem verheißenen Land der Heiligen trat das Abenteuerliche und Phantastische der Reise in den Vordergrund, das immer ausführlicher dargestellt wurde. Aus der religiös-moralisch belehrenden Klosterschrift wurde ein abenteuerlicher Reiseroman. Insbesondere die Übersetzungen und Bearbeitungen im deutschsprachigen und niederländischen Raum spiegeln dies wider.

Die Faszination der Navigatio hält bis heute an. Man gebe nur einmal das Stichwort „Navigatio sancti Brendani“ in eine Internet-Suchmaschine ein. Besonders beschäftigt die Frage nach dem Wahrheitsgehalt: Ist es nur frühmittelalterliches keltisches Seemannsgarn oder gibt es einen realen Kern? Haben gar irische Mönche – lange vor Christoph Columbus und den Wikingern – bereits Amerika entdeckt?

Da ist zunächst die Person des „Titelhelden“. Einen heiligen Abt namens Brendan hat es wirklich gegeben. Geboren im Jahr 489 im Westen Irlands, wurde er zunächst Mönch und später Abt. Als solcher gründete er mehrere Klöster und unternahm zahlreiche Reisen entlang der irischen Westküste, aber auch zu den Inseln vor der Westküste Schottlands. Nach weniger verlässlichen Quellen soll er sogar zu den Orkneys, den Shetlandinseln und den Färöern gelangt sein. Sein Todesjahr ist nicht überliefert. Bekannt ist nur, dass er irgendwann zwischen 570 und 585 in Clonfert seine letzte Ruhestätte fand.

Dass die frühmittelalterlichen Iren, insbesondere die irischen Mönche, Seereisen unternahmen, ist bekannt. Seit der Zeit des hl. Patrick war die peregrination pro Christo, die Heimatlosigkeit um Christi willen, ein Ideal, dem viele der irischen Mönche nachstrebten. Etliche zogen deshalb auf den europäischen Kontinent, wo sie Klöster gründeten oder als Missionare tätig waren. Viele andere folgten dem Vorbild der syrischen und ägyptischen Mönche der Spätantike, die sich in die Einsamkeit der Wüste zurückgezogen hatten. Dabei ersetzten sie die in Irland nicht vorhandene Wüste durch unbewohnte Inseln der Nordsee und des Nordatlantiks. So gelangten irische Mönche auf die Orkneys und die Shetlandinseln, erreichten schließlich gar die Färöer und kamen sogar bis nach Island. Und dies bereits im 8. Jahrhundert. Berichtet wird dies von dem Iren Dicuil, der selbst einige der Inseln im Norden und Nordwesten Schottlands besucht hatte, und als Geograph am Hof Karls des Großen um 825 sein geographisches Werk „Liber de mensura orbis terrae“ verfasste:

“Es sind jetzt 30 Jahre her, dass einige Kleriker, die auf jener Insel vom 1. Februar bis zum 1. August geweilt haben, mir berichteten, dass dort nicht nur in der Zeit der Sommersonnenwende, sondern auch in den Tagen vorher und nachher die untergehende Sonne sich gleichsam nur auf der anderen Seite eines kleinen Hügels verstecke, sodass es selbst für einen nur ganz kurzen Zeitraum nicht finster wird. Als ob die Sonne am Himmel stehe, kann man nach Belieben Arbeiten verrichten, ja selbst die Läuse aus seinem Hemd sammeln. Wenn sie auf den hohen Bergen der Insel geweilt hätten, würde die Sonne für sie vielleicht überhaupt nicht verdeckt gewesen sein.”

Als die Wikinger um 870 Island erreichten, fanden sie noch Hinterlassenschaften der irischen Mönche vor, wie Snorri Sturluson im isländischen „Landnamabok“ berichtet:

“Mehr als 100 Jahre, bevor Island von Nordmännern besiedelt wurde, waren das Leute, die die Nordmänner Pappa nennen. Sie waren Christen, und man glaubt, dass sie von Westen übers Meer kamen, denn es fanden sich nach ihrem Weggang irische Bücher, Glocken und Krummstäbe und noch mehr Dinge, aus denen man sehen konnte, dass es Westleute waren. Man fand dies im Osten auf Papey und Papyli. Und in englischen Büchern wird erwähnt, dass in jener Zeit zwischen den Ländern Verkehr bestand.”

Es gibt also verlässliche historische Zeugnisse für die Seefahrten irischer Mönche bis zum Polarkreis, ja bis nach Grönland. Darüber hinaus ist bekannt, dass die irischen Mönche umfangreiche geographische Kenntnisse besaßen, die geographischen Schriften des Ptolemäus kannten und auch schon wussten, dass die Erde keine Scheibe ist.

Und schließlich gibt die „Navigatio“ selbst Beschreibungen und Hinweise, die sich mit konkreten geographischen Gegebenheiten in Übereinstimmung bringen lassen. So verweist die Insel der Schafe, zu der Brendan mit seinen Gefährten gelangt, auf die Färöer, deren dänischer Name schlicht Schafsinsel bedeutet. Zugleich sind die Inseln der Färöer auch als Vogelparadies bekannt, sodass dort auch die Vogelinsel bzw. das Vogelparadies der „Navigatio“ gesucht werden kann. Die Beschreibung der Insel der Schmiede hingegen, mit ihrem Schwefelgestank und den glühenden Gesteinsbrocken, die durch die Luft fliegen, passt gut auf einen Vulkanausbruch, wie er auf Island immer wieder vorkommt. Und schließlich deutet der Nebel, der das Gelobte Land umgibt, auf Neufundland, das oft hinter einer Nebelbank liegt.

Die Beschreibungen der „Navigatio“ scheinen sich logisch erklären zu lassen und tatsächlich auf Fakten zu beruhen. Und doch blieb und bleibt Skepsis.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entschließt der Ire Timothy Severin, Historiker, Buchautor und Abenteurer, die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des Berichts im Experiment zu erproben. Er baut ein traditionelles irisches Boot nach, ein so genanntes Curragh, mit genau den Materialien, die in der „Navigatio“ angegeben sind: mit in Eichenlohe gegerbten und mit Wollfett eingeschmierten Ochsenhäuten. Allen Unkenrufen der Experten zum Trotz – Leder zersetzt sich in Salzwasser sehr rasch – erweist sich das kleine Boot als hochseetüchtig und zeigt sich sogar der Fahrt durch Packeis gewachsen. Timothy Severin und seine Mannschaft erreichen über die Färöer-Inseln, Island und Grönland wohlbehalten die Küste von Neufundland. Was die Eignung des mittelalterlichen Materials anbelangt, gelangten sie im Verlauf ihrer langen Reise zu erstaunlichen Erkenntnissen. Severin berichtet in seinem Buch "Tausend Jahre vor Kolumbus":

“Es ist interessant zu wissen, dass die mittelalterlichen Originalteile an Bord der Brendan genauso gut waren wie die modernen Dinge an Bord und in manchen Fällen sogar besser, wenn sie unter den bitter harten Bedingungen auf einem kleinen Boot im Nordatlantik ihre Dienste leisten mussten. Holz, Leder und Flachs erwiesen sich in vielen Fällen als dauerhafter als Metall, Plastik oder Nylon, zudem konnte man mit ihnen besser umgehen, wenn es um die täglichen Reparaturen ging. (…) Die modernen Teile arbeiteten besser – bis sie brachen. Die "mittelalterlichen" Teile, schwerbeweglich und unrationell, überlebten die schwersten Beanspruchungen – und das allein zählt.”

Ähnliche Beobachtungen gelten auch für die übrige Ausrüstung, die Brendan und seinen Gefährten zur Verfügung stand. Severin vermerkt:

“Es gibt zudem kaum etwas, das der mittelalterliche Seefahrer vom modernen Seemann borgen könnte, um seine persönliche Bequemlichkeit und den Lebensunterhalt zu verbessern. Abgesehen von wasserabweisender Überkleidung, war der mittelalterliche Seemann in seinen wollenen Hosen, Hemden und Mantel besser bedient als mit synthetischem Unterzeug. Wenn er zu einer kalten und nassen Reise in einem offenen Boot aufbrach, nahm er eine kaum zu verbessernde Verpflegung mit sich aus getrocknetem Fleisch, und Fisch, Getreide, Früchten und Nüssen. Das war nahrhafter und schmackhafter und hielt sich vor allem besser als die getrocknete Paketverpflegung von heute. Das Trinkwasser konnte in Lederbälgen mitgeführt und im Notfall aufgefüllt werden, indem man umgedrehte Lederdecken in einem der im Norden so häufig vorkommenden Regenschauer ausbreitete und so Wasser sammelte.”

Wie auch immer die Schilderungen der „Navigatio sancti Brendani abbatis“ zu bewerten sind, eines steht nach Severins Reise fest: Die Seereise in einem Lederboot von Irland nach Nordamerika ist den Iren des Frühmittelalters zumindest möglich gewesen.


22. Februar
Thomas Cuartero

Vor 100 Jahren, am 22. Februar 1915, wurde in Tabuenca, Saragossa, der selige Thomas Cuartero geboren. Er trat bei den Passionisten ein und legte am 29. Oktober 1933 die Profess ab. Am 23. Oktober 1936 erlitt er im Spanischen Bürgerkrieg den Märtyrertod. Zusammen mit seinem um drei Jahre jüngeren Bruder Josef und vier weiteren Passionisten wurde er erschossen, nachdem sie bei einem Überfall auf ihr Kloster in Daimiel, Mancha, im Juli 1936 schwer verletzt und dann im Krankenhaus behandelt worden waren. In diesem Kloster befanden sich zur Zeit des Überfalls 31 Ordensleute. 26 von ihnen wurden Märtyrer. Sie wurden am 1. Oktober 1989 seliggesprochen.


18. Februar
Max Jakob

Vor 100 Jahren, am 18. Februar 1915, ließ sich im Alter von 38 Jahren der Maler und Dichter Max Jakob taufen.


18. Februar
Pina Suriano

Vor 100 Jahren, am 18. Februar 1915, wurde in Partinico, Sizilien, die selige Josephina Suriano geboren. Sie engagierte sich in der Katholischen Aktion und machte jahrelang ein seelisches Martyrium durch, weil sich ihre Eltern ihrer Berufung zum Ordensstand widersetzten. Sie wollten lieber eine tote Tochter als eine gottgeweihte. Pina gründete die Vereinigung der Töchter Mariens und bot sich am 30. Mai 1948 dem Herrn als Opfer für die Heiligung der Priester an. Sie starb am 30. Mai 1950 und wurde am 5. September 2004 seliggesprochen.


18. Februar
Jaume Custurer

Vor 300 Jahren, am 18. Februar 1715, starb in Calataiud im Alter von etwa 58 Jahren der aus Palma de Mallorca stammende Theologe und Jesuit Jaume Custurer SJ. Er hat große Verdienste um die Erforschung und gerechte Würdigung der Gedankenwelt seines Landmannes Raimundus Lullus (1232-1316).


16. Februar
Weit entfernt

Man müsste auch irgendwann einen Schritt weitergehen und sagen, wir müssen den Koran als eine historische Schrift auch verstehen können. Davon ist der Islam noch weit entfernt, das muss man dazu sagen. Dann müssen wir einfach die Basis vergrößern, auf der liberale Muslime stehen. Wir haben im Moment die Realität in Deutschland, dass die konservativen Verbände diejenigen sind, die gut organisieren, das heißt diejenigen sind, die für ihre Mitglieder die Auslegung des Koran festlegen. Die liberalen Muslime sind leider eine kleine Minderheit und diese Minderheit muss größer werden.

Lale Akgün, ehemalige Islambeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit Jürgen Liminski, Islam in Deutschland: "Die liberalen Muslime sind leider eine kleine Minderheit", Deutschlandfunk am 9. Januar 2015

Weitere Stimmen zur Frage des Verhältnisses von Islam und Gewalt


16. Februar
Mainstream-Islam

Ich verstehe Leute nicht, die die Position vertreten, die Gewalttaten hätten nichts mit dem Islam zu tun. Sie haben sehr wohl etwas mit dem Mainstream-Islam zu tun! In den Vorschriften der vier prägenden Rechtsschulen, von den Sunniten bis zu den Schiiten, heißt es, man muss jene töten, die Gott und seinen Gesandten beleidigen. In Saudi-Arabien gibt es jede Woche auf ordentlicher Rechtsgrundlage Auspeitschungen und Enthauptungen, und es hat sie immer gegeben.

Der muslimische Religionspädagoge Ednan Aslan im Gespräch mit Jasmin Fischer, Psychologie des Terrors: "Islamische Theologie fußt auf Gewalt", General-Anzeiger vom 4. Februar 2015


16. Februar
Nicholas Wiseman

Vor 150 Jahren, am 15. Februar 1865, starb in London im Alter von 62 Jahren Nicholas Kardinal Wiseman, Erzbischof von London. Er hatte durch sein Ansehen und sein Wirken großen Anteil an der Wiedergeburt des englischen Katholizismus und der Konversion zahlreicher Anglikaner.


15. Februar
Distanziert und verfolgt

Im Dritten Reich waren 8021 Priester aus politischen Gründen während der Jahre 1933-1945 von insgesamt 22703 nationalsozialistischen Gewaltmaßnahmen betroffen worden. Die Katholiken waren in allen nationalsozialistischen Organisationen nachweislich unterrepräsentiert. “Der Katholizismus hat im Dritten Reich als weitgehend geschlossene Gruppe seine Distanz zur Naziideologie bewahren können. Von 1866 Priestern der Erzdiözese Köln hätten beispielsweise nur 10 mit dem Regime sympathisiert, lediglich drei von ihnen seien Mitglied der NSDAP gewesen.”

So Lothar Groppe in seinem Artikel Kirche des Versagens?, in: Theologisches November/Dezember 2014, Sp. 587-596. Er stützt sich auf die statistisch gesicherten Erhebungen, die 1984 unter dem Titel Priester unter Hitlers Terror erschienen sind.


15. Februar
Theodosius Florentini

Vor 150 Jahren, am 15. Februar 1865, starb in Heiden, Appenzell Ausserrhoden, im Alter von 56 Jahren Theodosius Florentini OFMCap. Zusammen mit Maria Theresia Scherer gründete er die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz, deren Mutterhaus das Kloster Ingenbohl im Kanton Schwyz ist.


12. Februar
Philipp II. von Daun

Vor 500 Jahren, 12. Februar 1515, starb auf Schloß Poppelsdorf im Alter von etwa 52 Jahren der Erzbischof von Köln Philipp II. von Daun. Am 13. November 1508 war er zum Bischof gewählt worden. Zur Durchsetzung von Reformen hielt er ein Provinzialkonzil ab.


12. Februar
Alfons Auer

Vor 100 Jahren, am 12. Februar 1915, wurde in Schönbürg, Kreis Biberach an der Riß, der Moraltheologe Alfons Auer geboren. Er lehrte in Würzburg und Tübingen und war Vertreter einer in mancher Hinsicht umstrittenen “autonomen Moral im christlichen Kontext”. Immerhin findet sich in seinem 1960 erschienenen Werk Weltoffener Christ (S. 245) ein Plädoyer für die Großfamilie: Soziologische Untersuchungen hätten ergeben, “dass die Kinder aus großen Familien stets die gesündesten und leistungsfähigsten bleiben. De Guchteneere, La limitation des naissances (Collection d’Études Philosophiques et Religieuses.) 2me Éd. Bruxelles o. J. 105ff., berichtet auf Grund genauer Untersuchungen, dass Kinder aus großen Familien die beste physische Gesundheit besitzen, die größere berufliche Tüchtigkeit und Leistung aufzuweisen haben und am längsten leben. Unter 1700 Studenten, die von 1922 bis 19126 an der Universität Yale akademische Grade erworben haben, sind die Einkinder am schwächsten vertreten, am stärksten aber die Kinder aus Familien mit sechs und mehr Kindern. Vgl. auch R. Maistriaux, Mariage, route de sainteté 199ff.” Auer starb am 19. November 2005 in Tübingen.


11. Februar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht die Beiträge über die Ermordung von P. Kenneth Walker FSSP, und zwar in deutscher und englischer Sprache. Die Ausführungen Johannes Pauls II. über den moralischen Abgrund, in den die Verachtung Gottes hinabführt, findet sich auf der einschlägigen Themenseite.


11. Februar
Offene Leugnungen und unglaubwürdige Beschwichtigungen

“Eine zivile Zweitehe sollte nicht einfach als fortdauernder Ehebruch verurteilt, sondern je nach Situation auch als verantwortungsvoller Neuanfang bewertet werden”, so heißt es in einer Resolution der Delegierten des Familienbundes der Katholiken. Gerhard Stumpf hat in der Februar-Ausgabe des FELS darauf aufmerksam gemacht. Dass es tatsächlich um das katholische Verständnis der Ehe und ihrer Unauflöslichkeit geht, zeigt ein Interview mit dem Moraltheologen Eberhard Schockenhoff aus dem Jahr 2011. Er hält das Eheverständnis, aufgrund dessen eine zivile Zweitehe als vom Sakramentenempfang ausschließender Ehebruch bewertet werden müsse, für überholt (wofür, wie könnte es anders sein, das Zweite Vatikanum bemüht wird). Warum eine, wie er es nennt, “personale Eheauffassung” etwas an der Unauflöslichkeit der Ehe und der sich daraus ergebenden Beurteilung einer Zweitehe ändert, bleibt sein Geheimnis. Tatsache ist jedenfalls, dass solche Wortmeldungen deutlich machen, dass allen Gegenbeteuerungen zum Trotz die katholische Ehelehre auf dem Spiel steht. Das Interview wurde von der Verlagsgruppe Bistumspresse verbreitet, zu der die Kirchenzeitungen von Hamburg, Hildesheim, Leipzig, Mainz und Osnabrück gehören.

Fazit: Solange nicht solche Angriffe auf die Ehelehre der Kirche von den zuständigen Hirten unterbunden werden, bleiben Beteuerungen etwa von Kardinal Kasper, die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe werde durch seine Vorschläge zur Kommunionzulassung “wiederverheirateter” Geschiedener nicht in Frage gestellt, unglaubwürdig.


10. Februar
Philipp Jakob Steyrer

Vor 300 Jahren, am 10. Februar 1715, wurde in Freiburg im Breisgau Philipp Jakob Steyrer geboren. Er trat 1731 in das Benediktinerkloster St. Peter auf dem Schwarzwald ein. Dort wurde er 1749 zum Abt gewählt. Er war der 54. Abt in der Geschichte des Klosters und gleichzeitig jener, der am längsten regierte: bis zu seinem Tod am 7. November 1795. Unter seinem Nachfolger fiel der Kloster der Säkularisation zum Opfer.


10. Februar
Jean Cayrol

Vor zehn Jahren, am 10. Februar 2005, starb in seiner Geburtsstadt Bordeaux im Alter von 93 Jahren der Schriftsteller Jean Cayrol. “Cayrols entscheidendes Erlebnis waren die drei Jahre lang ertragenen Schrecken des Konzentrationslagers Mauthausen, in das er als Widerstandskämpfer deportiert worden war. Er wurde dort zum Tode verurteilt und zur Arbeit im Steinbruch begnadigt. In seinem Essay Lazarus unter uns fordert er, aus seinen Erfahrungen im Lagern, ‘eine Literatur des Erbarmens, die den Menschen rettet’.” (Gisbert Kranz im Lexikon der christlichen Weltliteratur, Herder 1978, Sp. 320).


8. Februar
Westliche Dekadenz nicht exportieren!

‘Neu’ an der Außerordentlichen Synode war, dass sich der afrikanische Katholizismus als ein Hauptfaktor für die Gestaltung der Zukunft des Katholizismus auf der Welt erwiesen hat. Die afrikanischen Synodenväter waren unter den Anführern derer, die die Vorschläge Kaspers hinterfragten. Und sie argumentierten mit Nachdruck, dass sich die christliche Auffassung der Ehe in ihren Kulturen vor allem für die Frauen als eine befreiende Kraft gezeigt habe. Sie schlugen auch – implizit oder explizit – vor, dass Bischöfe, die sterbende Ortskirchen repräsentierten, die westliche Dekadenz nicht in den Südteil der Welt exportieren sollten, wo der Katholizismus exponentiell gewachsen sei, indem die Wahrheiten des Evangeliums mitfühlend, aber auch kompromisslos verkündigt werden. Das erforderte Mut, und zwar nicht nur, weil sich die Afrikaner damit der Anklage aussetzten, kulturell rückständig zu sein (oder, wie es Kardinal Kasper wenig elegant formulierte, „Tabus“ zu unterliegen). Es erforderte auch Mut, weil ein großer Teil der Kirche in Afrika Geld von deutschen katholischen Hilfswerken erhält, die dank der Kirchensteuer über beträchtliche Mittel verfügen und sehr großzügig sind.

George Weigel in seinem Artikel Die afrikanische Stunde über die letzte Bischofssynode, in der Tagespost vom 7. Februar 2015.


3. Februar
Metamorphose

Zur Rezension des empfehlenswerten Film Metamorphose möchte ich diesen englischsprachigen Trailer nachliefern.

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II

Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

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