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* * *

1. Juli
Ernennung

Gestern hat Bischof Vitus Huonder von Chur P. Martin Ramm FSSP, der, zur Petrusbruderschaft gehörend, die Personalpfarrei hl. Maximilian Kolbe im Kanton Zürich leitet, zum Bischofsvikar für die Angelegenheiten der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus ernannt.


1. Juli
Franz Borgia

Vor 450 Jahren, am 2. Juli 1565, wurde auf dem Zweiten Generalkapitel der Gesellschaft Jesu mit 31 von 39 Stimmen der hl. Franz Borgia SJ zum Ordensgeneral gewählt. Er war nach dem hl. Ignatius von Loyola und Diego Laynez der dritte Ordensgeneral und sollte die Jesuiten sieben Jahre lang leiten.


1. Juli
Ignatius Falzon

Vor 150 Jahren, am 1. Juli 1865, starb auf seinen Geburtstag in seiner Geburtsstadt Valletta, Malta, im Alter von 52 Jahren der selige Ignatius Falzon. Er wurde Kleriker, lehnte aber die Priesterweihe aus Demut ab und wirkte als Erwachsenen- und Kinderkatechet sehr erfolgreich. Am 9. Mai 2001 wurde er seliggesprochen.


30. Juni
Margarete Sommer

Vor 50 Jahren, am 30. Juni 1965, starb in Berlin im Alter von fast 72 Jahren Margarete Sommer. Sie leitete seit 1941 das “Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin” für verfolgte Nichtarier, das sie zusammen mit dem seligen Bernhard Lichtenberg gegründet hatte, und trat für die unveräußerlichen Rechte aller Menschen ein. 1963 wandte sie sich in einem offenen Brief an Erwin Piscator gegen die Verleumdung Papst Pius’ XII. durch Hochhuths Stück Der Stellvertreter.


30. Juni
Joseph Aertnys

Vor 100 Jahren, am 30. Juni 1915, starb im Alter von 87 Jahren der aus Eindhoven stammende Moralist und Liturgiker Joseph Aertnys CSSR. 1901 hatte er die pastoraltheologische Zeitschrift Niederlandsche katholiske Stemmen mitbegründet.


29. Juni
Genius der Frau statt Genderismus

Ihr seht also, liebe Schwestern, wie viele Beweggründe die Kirche für ihren Wunsch hat, daß auf der bevorstehenden, von den Vereinten Nationen in Peking ausgerichteten Konferenz die volle Wahrheit über die Frau zutage treten möge. Man möge wirklich den »Genius der Frau« gebührend hervorheben, indem nicht nur die großen und berühmten Frauen der Vergangenheit oder unserer Zeit berücksichtigt werden, sondern auch jene einfachen Frauen, die ihr Talent als Frau in der Normalität des Alltags im Dienst an den anderen zum Ausdruck bringen. Denn besonders in ihrer Hingabe an die anderen im tagtäglichen Leben begreift die Frau die tiefe Berufung ihres Lebens, sie, die vielleicht noch mehr als der Mann den Menschen sieht, weil sie ihn mit dem Herzen sieht. Sie sieht ihn unabhängig von den verschiedenen ideologischen oder politischen Systemen. Sie sieht ihn in seiner Größe und in seinen Grenzen und versucht, ihm entgegenzukommen und ihm eine Hilfe zu sein. Auf diese Weise verwirklicht sich in der Geschichte der Menschheit der grundlegende Plan des Schöpfers und tritt in der Vielfalt der Berufe und Berufungen unaufhörlich die - nicht nur physische, sondern vor allem geistige - Schönheit zutage, mit der Gott von Anfang an die menschliche Kreatur und im besonderen die Frau beschenkt hat.
Aus dem Brief, den heute vor 20 Jahren, am 29. Juni 1995, der hl. Papst Johannes Paul II. an die Frauen der ganzen Welt gerichtet hat, und zwar anlässlich der 4. Weltfrauen-Konferenz in Peking. Während der Papst in diesem Brief dazu aufruft, den “Genius der Frau” zu erkennen und zu würdigen, wurde auf dieser Konferenz mit der Etablierung des Gender Mainstreaming eine Entwicklung in Gang gesetzt, die die Geschlechtsunterschiede als soziales Konstrukt verkennt und damit den Genius der Frau verleugnet und abschafft.


29. Juni
Claudia de Angelis

Vor 300 Jahren, am 29. Juni 1715, starb in Rom im Alter von 40 Jahren die aus Anagni stammende Mystikerin Claudia de Angelis. Seit ihrem vierten Lebensjahr hatte sie Visionen. Die Stigmatisierte erwarb sich “große Verdienste um die Gründung katholischer Schulen” (G. Gieraths im LThK, 2. Auflage). 1916 wurde ihr Seligsprechungsprozess eingeleitet.


29. Juni
Pedro Sanz

Vor 300 Jahren, am 29. Juni 1715, kam der hl. Pedro Sanz OP (1680-1747), 1704 zum Priester geweiht, in der chinesischen Provinz Fukien an, wo er fortan sehr erfolgreich als Missionar wirkte. 1730 wurde er Apostolischer Vikar. Als 1742 Papst Benedikt XIV. den sogenannten Ritenstreit durch das Verbote der Ritenakkomodation beendete, verstand es Sanz, durch ein einfühlsames Rundschreiben alle Missionare seines Vikariats zur Annahme der päpstlichen Weisung zu bewegen. “Die ruhige und schlichte Beilegung des auch Fukien in früherer Zeit heftig bewegenden Ritenstreites war die letzte große Tat des Oberhirten” (J. Beckmann in: Reformer der Kirche, hg. von Peter Manns, Mainz 1970, S. 1052). Sanz starb 1747 als Märtyrer, wurde 1893 selig- und 2000 heiliggesprochen.


28. Juni
Jesus, einzigartig

Von Peter Kreeft

Neunter Teil

Bertha: Aber er war sicherlich ein weiser Mensch. Lies die Evangelien und du wirst es sehen.

Sokrates: Das ist nicht möglich.

Bertha: Woher willst du das wissen? Du hast sie nie gelesen.

Sokrates: Verstehst du es nicht? Dies ist nicht möglich, genauso wenig, wie ein Dreieck vier Seiten haben kann. Ein bloßer Mensch, der den Anspruch erhebt, Gott zu sein, kann kein weiser Mensch sein. Und genauso ist ein Gott, der den Anspruch erhebt, Gott zu sein, nicht einfach nur ein weiser Mensch. Der erste ist ein Dummkopf und der zweite ist Gott. Jesus muss entweder ein Dummkopf oder Gott sein. Das Einzige, was bei ihm nicht zutreffen kann, ist, dass er nur ein weiser Mensch war.

Bertha: Warum denken dann so viele Leute, dass er genau das war?

Sokrates: Exakt dies ist meine Frage. Und ich stelle sie jetzt nicht den vielen Menschen, die nicht anwesend sind, sondern euch, die ihr hier seid. Warum wählt ihr die unlogischste aller Möglichkeiten, die einzige, die in sich widersprüchlich ist? Ihr wisst doch sicher, was Logik ist.

Bertha: Herr Professor, können Sie helfen?

Fesser: Ich bin mir nicht sicher, ob dies meine eigentliche Aufgabe hier ist.

Sokrates: Oh, ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns helfen könnten, eine Lösung zu finden. Sie stimmen meiner Argumentation doch sicher zu?

Fesser: Das kann ich so nicht bestätigen, Sokrates.

Sokrates: Sehen Sie einen Fehler in meiner Argumentation?

Fesser: Das ist nicht das Problem.

Sokrates: Aber Sie glauben doch sicher auch nicht, dass dieser Mensch Gott war?

Fesser: Nein, nicht in dem Sinne, wie Sie es sich vermutlich vorstellen. Natürlich nicht. Aber Sie sind für mich etwas zu streng und überbetont logisch, ein bisschen naiv, genauso wie der historische Sokrates.

Sokrates: Dafür gibt es sicher einen guten Grund. Üblicherweise gleicht jemand sich selbst. (Die Studenten lachen leise.)

Thomas: Ich bin da anderer Meinung, Herr Professor. Ich verstehe nicht, wie man zu logisch sein kann. Hätten Sie es lieber, dass wir ab und zu ein paar logische Fehler machen? Möchten Sie, dass wir bei zwei Prozent unserer Zeit unlogisch wären - sagen wir, immer dann, wenn wir über Jesus nachdenken würden?

Fesser: Nein.

Sokrates: Seht ihr denn nicht ein, dass dieser Jesus verrückt gewesen sein muss?

Thomas: Sokrates, sie sind alle Opfer ihres kulturellen Aberglaubens Nummer eins. Sie wagen es nicht, ihn infrage zu stellen. (Er wendet sich an die anderen.) Wisst ihr, ihr seid alle noch verrückter als ein Verrückter, weil ihr vor einem Verrückten so viel Achtung habt, dass ihr eure ganze Geschichte nach ihm datiert.

Fesser: Es gibt nicht nur schwarz und weiß, Thomas. Jesus könnte mit seinem Anspruch auf Göttlichkeit ja viele verschiedene Dinge gemeint haben - wenn überhaupt er es war, der diesen Anspruch erhob.

Sophia: Vielleicht trat jemand anders unter dem gleichen Namen auf?

Fesser: Das habe ich natürlich nicht gemeint ...

Sokrates: Aber was meinte er? Das muss doch auf jeden Fall unsere erste Frage sein. Was meinte Jesus mit Gott?

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


26. Juni
Pierre-François Martin

Vor 150 Jahren, am 26. Juni 1865, starb in Alençon im Alter von 88 Jahren Kapitän Pierre-François Martin, der Vater des hl. Louis Martin (1823-1894) und Großvater der hl. Theresia von Lisieux (1873-1897). Er war geboren in Athis-de-l’Orne (Orne).


26. Juni
Paolino Bernardini

Vor 500 Jahren wurde in Lucca Paolino Bernardini OP geboren. Er war ein Freund des hl. Philipp Neri, ein “großer Prediger und Gelehrter, von heiligmäßigem Wandel” (A. Walz im LThK 2. Auflage). 1585 starb er in Neapel.


26. Juni
Monatsranking Mai 2015

Vor 750 Jahren, am 26. Juni 1265, starb in Breslau im Alter von 61 Jahren Anna, Herzogin von Schlesien. Sie war die Tochter Königs Przemysl Ottokar I. von Böhmen. 1216 wurde sie im Alter von etwa 12 Jahren mit Herzog Heinrich II. von Schlesien vermählt, dem Sohn der hl. Hedwig. Ihre Schwester war die selige Agnes von Böhmen. Als Witwe stiftete sie vier von ihrem Mann bereits geplante Klöster.


25. Juni
Wahrheit und Nächstenliebe

Schwulenaktivisten werfen der Kirche häufig eine böswillige Nichtanerkennung ihrer Andersartigkeit und schwulenfeindliche “Vorurteile” vor. Doch von Vorurteilen kann hier keine Rede sein. Die katholische Kirche lehnt jedwedes Vorurteil, homosexuelle Personen seien in irgendeiner Weise unmenschlich oder untermenschlich, rundweg ab. Aus katholischer Sicht sind Homosexuelle Personen, die dazu berufen sind, das in das menschliche Herz hineingeschriebene Gesetz des Schenkens zu leben wie jeder andere auch. Wie alle anderen auch werden die Homosexuellen in der heutigen Gesellschaft kämpfen müssen, um keusch zu leben - um die Integrität der Liebe in der Selbsthingabe zu leben und sexuelle Handlungen zu vermeiden, die aufgrund ihrer Natur moralisch ungeordnet sind und eher der Selbstbehauptung als der Selbsthingabe dienen. Kein Katholik bildet sich ernsthaft ein, dass das irgend jemandem leichtfällt. In ihrem Ringen sollten homosexuell orientierte Männer und Frauen in der katholischen Kirche Unterstützung finden - die von Anfang an eine Kirche von Sündern gewesen ist.
Der verstorbene New Yorker Kardinal John J. O’Connor war eine häufige Zielscheibe schwuler Feindseligkeiten; ein Katalog von Gemälden zum Thema AIDS beschrieb O’Connor als ‘fetten Kannibalen’ und ‘widerlichen Schwarzrock’ und nannte die St. Patrick’s Cathedral ‘das Haus der wandelnden Hakenkreuze an der Fifth Avenue’. Der Kardinal seineseits weigerte sich, die katholische Lehre über den sittlichen Stellenwert homosexueller Handlungen zu verleugnen. Zur gleichen Zeit aber erfüllte er die inderselben katholischen Lehre enthaltenen Gebote der Nächstenliebe und Solidarität. Und so besuchte der Kardinalerzbischof von New York regelmäßig eines der von der Erzdiözese unterhaltenen Hospize, um dort sterbenden AIDS-Patienten Trost und Rat zu bringen und ihre Bettpfannen zu wechseln.
Genau das ist die Haltung der katholischen Kirche in diesen und anderen Fragen der Sexualmoral. Die Kirche lehrt die Wahrheit, von der sie glaubt, dass sie ihr anvertraut worden ist, und steht solidarisch jenen zur Seite, die fallen und sich bemühen, wieder aufzustehen - wie Christus auf dem Kreuzweg. Beides gehört zusammen.

Aus: George Weigel, Die Wahrheit. Lehre und Streitfragen der Kirche von heute, Augsburg: Sankt Ulrich Verlag 2010, S. 113 f, aus dem sechsten Kapitel: Wie sollten wir lieben? Sexualität als Geschenk Gottes.


25. Juni
Clairvaux

Vor 900 Jahren, am 25. Juni 1115, gründete der hl. Bernhard von Clairvaux (ca. 1090-1153) zusammen mit 12 Mönchen die Zisterzienserabtei Clairvaux als Tochterkloster von Cîteaux. Von Clairvaux aus wurden über 350 weitere Tochterklöster gegründet. Die Abtei existierte bis 1791. Heute dient das Anwesen als Gefängnis.


23. Juni
Mussinghoffs Verdrehung der Tatsachen

Er habe "nie verstanden, warum Papst Benedikt diese Fürbitte in den alten Ritus wieder eingefügt hat", sagte Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen der KNA: "Das war mit Verlaub gesagt und bei allem Respekt keine gute Sache." Mit Mussinghoffs Formulierung wird der wahre Sachverhalt auf den Kopf gestellt.

Ich beziehe mich auf einen KNA-Beitrag von Gottfried Bohl von gestern, der Musshinghoffs Worte als Zitat bringt. Es geht um die Fürbitte für die Juden in der Karfreitagsliturgie nach den liturgischen Büchern von 1962, die Papst Benedikt XVI. wieder erlaubt hatte. In begrenztem Maße war diese Liturgie schon von Papst Johannes Paul II. mit dem Indult Quattuor abhinc annos vom 3. Oktober 1984 wieder eingeführt worden. Damals gab es keine Proteste gegen die Wiederzulassung der Fürbitte für die Juden, die Formulierungen enthält, die heute von einigen als antijudaistisch empfunden werden, etwa die Bitte, den “Schleier von ihren Herzen” zu nehmen, damit sie Jesus Christus erkennen - obwohl diese Formulierung dem Neuen Testament entnommen ist (2 Kor 3). Von einem “Götzendienst” der Juden ist allerdings entgegen dem Bericht von Bohl in der Fürbitte nicht die Rede.

Es gab also keine Proteste, als Papst Johannes Paul II. diese Fürbitte wieder erlaubte. Protest gab es erst, als Papst Benedikt XVI. die als anstößig empfundenen Formulierungen entfernte, die Fürbitte also, in den Augen der Kritiker, “verbesserte”. Nun wurde ihm vorgeworfen, nicht weit genug zu gehen. Er hätte die Fürbitte, wie sie in den liturgischen Büchern seit der Liturgiereform von 1970 steht, einführen sollen.

Bischof Mussinghoff dagegen stellt es so dar, als ob Papst Benedikt mit der jetzt kritisierten Fürbitte die “gute”, jetzt geforderte Fürbitte ersetzt hätte.

Zum Thema


22. Juni
Rassismus heute

Der Rassismus unterdrückte nicht nur Afro-Amerikaner - er versengte auch die Gewissen der Unterdrücker. Manche Auswirkungen des Rassismus machten das Leben dieser Menschen scheinbar angenehmer, bequemer, und so überließen sie sich den Falschheiten. Sie wurden von diesen Falschheiten in gewisser Weise abhängig. Und so begannen sie an das zu glauben, was sie in ihren Herzen doch als falsch erkannten. Und so ist es auch heute mit den Lügen derer, die abtreiben.
Die Ungeborenen von heute sind die Schwarzen von gestern - am besten außer Sichtweite und weit weg von unserem Denken, damit wir uns möglichst wenig mit der Ungerechtigkeit, die wir verursachen, beschäftigen müssen. Das Problem der Abtreiber und ihrer Unterstützer ist aber das gleiche Problem, das die Rassisten und Segregationisten hatten: die Wirklichkeit. Ungeborene Kinder lassen sich nicht verstecken.

Dr. Alveda King, die Nichte von Martin Luther Kings jr., heute vor fünf Jahren einer Rede im Europäischen Parlament.


21. Juni
Dichtung als Gottesdienst

Über Gerard Manley Hopkins

Von Michael Hanke

Es ist der 4. Dezember 1875. In Bremerhaven nimmt der Dampfsegler „Deutschland“ Kurs auf die Vereinigten Staaten: an Bord neben etwa 100 Besatzungsmitgliedern 135 Passagiere. Die meisten sind Auswanderer, darunter fünf franziskanische Ordensfrauen aus dem westfälischen Salzkotten, die im Zuge des preußischen Kulturkampfes ihre Heimat verlassen müssen. Das Wetter ist schlecht; zu hohem Seegang und anhaltendem Nebel gesellt sich ein Schneesturm. Vierzig Kilometer vor der englischen Südostküste führt ein Navigationsfehler des Kapitäns zur Katastrophe: Das Schiff weicht vom Kurs ab und läuft in der Themsemündung auf eine Sandbank. Eisige Brecher fegen übers Deck; vor allem Frauen und Kinder werden von Bord gespült. Zu den 57 Passagieren, die ihr Leben verlieren, gehören die Ordensfrauen.

Zur gleichen Zeit genießt ein junger Pater namens Gerard Manley Hopkins (1844–1889) das milde Wetter im walisischen Jesuitenkolleg St Bruno. In den folgenden Tagen liest er in der Times die ausführlichen, um immer neue Details erweiterten Berichte über den Untergang der „Deutschland“; im Artikel des 11. Dezember werden auch die Franziskanerinnen erwähnt: „Fünf Ordensfrauen fassten sich an den Händen und gingen gemeinsam unter. Ihre Leiterin, eine hagere Frau von großem Wuchs, rief mehrfach: ,O Christus, komm schnell!‘“

Hopkins erzählt seinem Rektor, wie sehr ihn das Unglück bewegt, und dieser äußert den Wunsch, es möge jemand ein Gedicht darüber schreiben. Er kann nicht wissen, dass er den wortgewaltigsten englischen Dichter der Gegenwart vor sich hat. Dieser hatte zwar in der Jugend einige Kostproben seiner Verskunst vorgelegt, beim Eintritt in den Jesuitenorden aber gelobt, keine Gedichte mehr zu verfassen – es sei denn, einer seiner Oberen sollte ihn dazu auffordern. Jetzt begibt er sich ans Werk und schreibt ein Gedicht, das ein halbes Jahrhundert später in der wichtigsten Anthologie moderner englischer Dichtung an den Anfang gerückt und seither als Wendepunkt in der englischen Verskunst der letzten drei Jahrhunderte gewürdigt wird. Wer ist der 31-jährige Pater, der binnen weniger Wochen das heute weit über den englischen Sprachraum hinaus bekannte Gedicht „Der Untergang der ,Deutschland‘“ schreibt?

Gerard Manley Hopkins wird 1844 als Sohn einer wohlhabenden anglikanischen Familie geboren. Schon früh lässt er eine außergewöhnliche künstlerische und intellektuelle Begabung erkennen, so dass ihm eine glanzvolle Laufbahn prophezeit wird. Der junge Gerard – von attraktivem Äußeren, doch zarter Gesundheit – dichtet, malt, komponiert. Seine besondere Liebe gilt der antiken Literatur. Sie führt ihn 1863 an die Universität Oxford, wo er alte Sprachen studiert und vier Jahre später ein hervorragendes Examen ablegt, das ihm gegen Ende seines Lebens eine Professur für Gräzistik in Dublin einbringt.

Zur Freude der Eltern ist die Universität Oxford Zentrum der sogenannten Oxford- Bewegung, jener Strömung des Anglikanismus, die mit der sogenannten „niederkirchlichen“ Richtung rivalisiert und in Ritus und Lehre mit dem Katholizismus sympathisiert, ohne ihre protestantische Identität zu leugnen. Doch die Freude weicht rasch der Bestürzung, als der Sohn (ohne um Rat oder Zustimmung zu bitten) ihnen mitteilt, dass er seinem verehrten Vorbild John Henry Newman folgen und konvertieren werde. Die Eltern halten ihn für ebenso „kopf- wie herzlos“. Doch Hopkins erklärt seinen Entschluss für ebenso folgerichtig wie das Ergebnis der Addition von zwei und zwei. Wenige Wochen später nimmt ihn Kardinal Newman in die Kirche auf und verspricht ihm Unterstützung für den Fall, dass seine Konversion zu familiären oder finanziellen Problemen führen sollte.

Bei der Konversion bleibt es nicht. Kardinal Newman bemerkt die Willensstärke des jungen Mannes und bestärkt ihn in dem Wunsch, in den Jesuitenorden einzutreten. Im Unterschied zu der heute unter Konvenienz-Katholiken verbreiteten Neigung, praktizierte Homosexualität als moralisch unbedenkliche Variante des Liebesbegriffs anzuerkennen, nimmt Hopkins mit diesem Schritt den Kampf gegen eine Veranlagung auf, die er als Todsünde ansieht. Mit Blick auf sein „Deutschland“-Gedicht lässt sich sagen, dass er sie im Einklang mit den Gesetzen Gottes künstlerisch sublimiert.

Die Faszinationskraft dieses Gedichts (wie der meisten seiner späteren Gedichte) verdankt sich der bewunderungswürdigen Verschmelzung von Thema und Form. Thema ist der als Martyrium verstandene Tod der Ordensfrauen; rasch wechselnde Sprechsituationen sind eingebettet in Gebete und Meditationen. Das Gedicht beginnt mit einer Anrufung Gottes, in dem Ehrfurcht, Bewunderung und ahnendes Verstehen seiner Allmacht (wie im Lobgesang der Engel zu Beginn des „Faust“) zur demütigen Bejahung seines Wirkens führen; es endet mit der Bitte an die Leiterin der Ordensfrauen, sein Heimatland zum wahren Glauben zurückzuführen. Die Form des Gedichts ergibt sich aus der von Hopkins angestrebten Verbindung des Schönen mit dem Schrecken einflößenden Erhabenen.

Die Dichterin und Konvertitin Edith Sitwell hat diese Kunst in ihrer Analyse des Gedichtanfangs verdeutlicht: „Im langsamen und majestätischen Eröffnungsvers 'Du mich meisternder [Gott]' erzeugen die langen und kräftig anschwellenden Vokale sowie die alliterierenden m's das Bild einer riesigen Welle, die sich erhebt, langsam steigt, ungeheure Kraft gewinnt, bis wir zur Pause am Versende gelangen. Dann fällt die Welle, nur um erneut sich nach vorn zu stürzen.“ Zwar mag es verwegen erscheinen, all dies einem einzigen, syntaktisch nicht einmal vollständigen Vers extrahieren zu wollen. Und doch: Wer das Gedicht von Anfang bis Ende liest (und seiner Sogwirkung kann man sich nur schwer entziehen), wird zugeben, dass Edith Sitwell weniger die Wirkung allein des isoliert zitierten Verses, wohl aber die des gesamten, 280 Verse umfassenden Werkes treffend beschreibt. Hopkins ist mit diesem Gedicht der Schöpfer eines eigenen, von ihm als „Sprungrhythmus“ bezeichneten Metrums geworden, in dem der Einzelvers bei fester Zahl der Hebungen (der betonten Silben) eine beliebige Zahl der jeder Hebung vorausgehenden oder folgenden Senkungen (der unbetonten Silben) aufweist – eine an englische Vorbilder des Mittelalters angelehnte technische Meisterleistung, die eine kleine Revolution der Dichtkunst zur Folge haben sollte.

Weder eine Paraphrase noch dem Zusammenhang entnommene Zitate vermögen die energetische Wucht dieses langen Gedichts zu vermitteln. Hopkins stellt sich die Aufgabe, den durch die grauenhaften Geschehnisse nicht etwa geschwächten, sondern gestärkten Glauben als Zentrum menschlichen Seins symbolisch zu vermitteln. Die Szenerie des Sturmes, des Schiffbruchs und des gewaltsamen Todes wird vom gläubigen Visionär (im Sinne eines ignatianischen „exercitium spirituale“) als Teil des Schöpfungsplans gedeutet und bejaht. Die fünf Franziskanerinnen sind nicht etwa Opfer eines sinnlosen Unfalls oder gar eines „Zufalls“, der im christlichen Weltbild ohnehin keinen Platz hat. Hopkins identifiziert sie mit den fünf Wundmalen ihres Ordensgründers, des Heiligen Franziskus und symbolisiert solcherart ihre Bereitschaft zur „imitatio Christi“. Ihr Tod unter den Mastbäumen des Schiffes ist die ihnen zugedachte Kreuzigung, ihr Tod fällt zusammen mit dem ihres Erlösers.

Doch ist der Ausruf „O Christus, Christus, komm schnell!“ – so ließe sich einwenden – nicht auch Ausdruck ihrer Todesangst? Hopkins kommt dem Einwand zuvor. „Herr, wir verderben“, zitiert er den Angstschrei der Jünger auf dem See Genezareth, obwohl der Herr mitten unter ihnen ist. „Sie waren anders gesinnt“, kommentiert Hopkins; er lässt seine Ordensfrau „ihr Kreuz ihren Christus“ nennen. Dem Gottesleugner muss diese Deutung des gewaltsamen Todes pervers erscheinen. Doch nur sie ist für Hopkins sinnvoll. Die Vertreibung der Ordensfrauen aus dem protestantischen Deutschland ist Teil des göttlichen Heilsplans. Christus macht sie zu Heiligen, so dass der Dichter sie in den letzten Versen sogar um Fürsprache für seine der Häresie verfallene Heimat machen darf.

Hopkins verstand sein ganzes Leben als Gottesdienst; seine Dichtung war nur Teil davon. Es verwundert, dass manche Forscher noch heute so viel Mühe darauf verwenden, sein Spätwerk, insbesondere die nicht von Hopkins selbst so genannten „schrecklichen Sonette“ seiner letzten, gesundheitlich schwer angeschlagenen Dubliner Monate als Beweis für ein zerrüttetes Gottvertrauen zu reklamieren. Schon sein nüchterner Hinweis in einem Brief an den Dichterfreund Robert Bridges, er habe „ein weiteres Sonett“ geschrieben (es sollte sein letztes sein), hätte als Beleg dafür dienen können, dass er nicht in Depressionen versunken war – auch dann nicht, als er einige Tage später an Tuberkulose erkrankte.Was ihm tatsächlich Sorgen machte, war nicht fehlendes Gottvertrauen, sondern ein Paar abgelaufener Schuhe: Er bat, sie zum Schuster zu bringen. Seine letzten Worte – ein Mitbruder hat sie überliefert – lauteten: „Ich bin so glücklich.“

Unter Freunden wirkte Hopkins auch als strenger Kritiker. Bewegt von Hopkins’ Tod im Juni 1889 schrieb der katholische Dichter Coventry Patmore dem gemeinsamen Freund Bridges, dass er ihm nach jahrelangem Feilen ein Prosawerk zugesandt habe, in dem die Beziehung der Seele zu Gott in Analogie zur Beziehung von Mann und Frau gedeutet wurde. Hopkins habe geantwortet, dass die literarische Gestaltung des Erhabenen und Unschuldigen nicht dagegen gefeit sei, Gedanken an Niederes zu wecken; selbst die Kontemplation auf höchstem Niveau stehe in Gefahr, missbraucht zu werden. Zwei Jahre lang – schreibt Patmore – habe er geschwankt. Am Weihnachtsabend des Jahres 1887 sei es dann soweit gewesen: Er habe sich Hopkins’ „durchschlagender Güte und Frömmigkeit“ nicht mehr entziehen können und das Manuskript ins Feuer geworfen.

Erst 1918 wagte Robert Bridges – damals als „poeta laureatus“ der angesehenste englische Dichter seiner Zeit – eine Auswahl von Hopkins’ Lyrik zu publizieren. Vor dem „Untergang der ,Deutschland‘“ glaubte er die Leser in einem apologetischen Vorwort jedoch warnen zu müssen: Das Gedicht bäume sich zu Beginn des Bandes auf wie ein Drache. Doch seither ist Hopkins’ dichterisches Ansehen auf Kosten des Freundes stetig gewachsen: Die Dichtung von Bridges ist nur noch eine Fußnote in einem Kapitel der Literaturgeschichte, die von Hopkins ein Eckstein.

Als 1930 eine erweiterte Auflage des Bandes erschien, traf Hopkins’ Lyrik die jüngste Generation englischer Dichter (W. H. Auden, George Barker, Dylan Thomas) wie ein Blitz. Doch rezipierten sie nicht seine religiösen Themen, sondern seine Verstechnik. Bei den führenden katholischen Autoren stieß Hopkins auf betretenes Schweigen. Chesterton hat ihn in keinem seiner literarkritischen Essays auch nur erwähnt. Doch ist das verwunderlich? Bedenkt man, dass Hopkins sogar bei dem ihm so wohlgesonnenen Coventry Patmore auf Unverständnis gestoßen war (er bezeichnete Hopkins’ Gedichte als „in Quarz eingelegte Juwelen“), um wieviel mehrmusste ein Mann wie Chesterton, der sich zeitlebens gegenmetrische Experimente gewehrt hatte, die Lyrik des Paters ablehnen. Und während der junge George Barker sein geistreiches Huldigungssonett an Hopkins („An Pater Gerard Manley Hopkins, S.J.“) unter Rückgriff auf dessen Sprungrhythmen schrieb, wartete der frisch konvertierte Südafrikaner Roy Campbell mit zwei nicht minder geistreichen Hopkins-Parodien auf, in denen er die nicht zu leugnenden Manierismen des Meisters humorvoll auf die Spitze (und vielleicht darüber hinaus) trieb.

Wie steht es heute um Hopkins? Niemand wird einzelne Schwächen seines Dichtungsstils bestreiten wollen. Die besten seiner Gedichte aber erfüllen Gottfried Benns Diktum: „Lyrik muss entweder exorbitant sein oder gar nicht.“ Das Mittelmaß war Hopkins verhasst, in der Lyrik wie im Glauben. Und was seine Manierismen betrifft – sie verblassen angesichts der Intensität eines dichterischen und religiösen Empfindens, das der Maxime des Heiligen Ignatius von Loyola gerecht wird: „Der Mensch ist geschaffen, um Gott zu preisen.“

Der Text erschien am 24. März 2015 in der Tagespost, der empfehlens- und unterstützenswerten einzigen katholischen Zeitung Deutschlands. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis.

Über W. H. Auden


19. Juni
Ladislaus Findysz

Vor zehn Jahren, am 19. Juni 2005, wurde in Warschau Ladislaus Findysz (1907-1964) seliggesprochen. 1932 zum Priester geweiht, wurde er 1944 von den Deutschen aus seiner Pfarrei vertrieben, anschließend von den Kommunisten verfolgt. 1963 wurde er verhaftet und gefoltert. Im Krakauer Gefängnis verweigerte man ihm eine nötige Operation zur Entfernung eines Tumors an der Speiseröhre, woran er schließlich starb.
Mit ihm zusammen wurden Bronislaus Markiewicz (1842-1912) und Ignatius Klopotowski (1866-1931) seliggesprochen.


19. Juni
Antonius Baldinucci

Vor 350 Jahren, am 19. Juni 1665, wurde in Florenz der selige Antonius Baldinucci SJ geboren. Seit 1695 predigte er überaus erfolgreich Volksmissionen. Berühmt ist das Wunder von 1705 während der Volksmission in Cori, das zeigte, wie zahlreich die Seelen in die Hölle stürzen. Baldinucci starb am 7. November 1717 und wurde 1893 seliggesprochen.


18. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Aus der Seite mit den gesammelten Beiträgen über Christenverfolgung wurde die Schilderung der Situation im Irak aus dem Jahre 2009 auf eine eigene Seite ausgegliedert. Außerdem wurde der Artikel von Robert Spaemann über das Problem der wiederverheirateten Geschiedenen auf einer eigenen Seite untergebracht, ebenso der Artikel von Prof. Dr. Georg Siegmund Prometheus oder Maria?


18. Juni
Universität Wien

Vor 650 Jahren, am 18. Juni 1365, erließ Papst Urban V. eine Bulle, mit der er die Errichtung des Generalstudiums in Wien mit Ausnahme der Theologie bewilligte. Für die Theologie kam die Erlaubnis im Jahr 1384 von Urban VI. Wien war nach Prag die zweitälteste Universität im Römischen Reich, gegründet im März 1365 durch Herzog Rudolf IV.


17. Juni
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

Vierte Folge

„Nach so vielen andern Wohltaten“, so schrieb er am Tag vor seiner Abreise an seinen Onkel, den Ordensgeneral Claudio Aquaviva, „läßt mir Gott nun noch eine ganz außerordentliche zu teil werden. Dieselbe besteht in der Erwählung zu einer neuen Mission, die am Hofe eines mohammedanischen Fürsten eröffnet werden soll. Dieser Fürst heißt Akbar. Er ist König der Mongolen und besitzt eine überaus große Macht. Er ist in hiesigen Gegenden das, was der Großtürke in unsern Ländern. Alle andern Könige Indiens zittern vor ihm. Morgen brechen wir auf. Wir haben 100 Meilen zur See (nach Surate) und 50 zu Land zurückzulegen. Empfehlen Sie uns Gott; wir bedürfen sehr seines Schutzes; denn wir sind abgesandt wie solche, die zum Tode bestimmt sind. Auf das Wort der Mohammedaner kann man sich bekanntlich nicht verlassen, und möglicherweise gehen wir dem Tode entgegen. Und doch sind wir so voll Freude, daß, was mich anbelangt, ich nie eine ähnliche empfunden habe. So werde ich ja endlich etwas für Christus leiden können und nach seinem Beispiele ausziehen zur Rettung der Seelen. Wenn wir nun auch noch unser Blut für Christus vergießen könnten, was in dieser Mission ja leicht möglich ist, so wäre unser Glück voll. Beneiden Sie uns, Pater. Mein Glück ist so groß, daß ich wie außer mir bin, und ich sehne mich so nach jenem großen Tage, an dem ich mein Blut für den Glauben vergießen darf, daß mich der Gedanke daran gar nicht zur Ruhe kommen läßt.“

Nachdem sich die Missionare durch die geistlichen Übungen und durch das Studium der hauptsächlichsten Fragen, welche die mohammedanischen Gelehrten am Kaiserhofe voraussichtlich zur Sprache bringen würden, vorbereitet und sich die von Akbar gewünschten Bücher verschafft hatten, traten sie am 17. November mit den Gesandten des Großmoguls die denkwürdige Reise an.

Sie führte zunächst zu Schiff in zwanzigtägiger Fahrt bis Daman, der nördlichsten portugiesischen Feste an der indischen Westküste. Die Zeit wurde benutzt, um die Anfangsgründe der persischen Sprache zu erlernen. Weiter ging die Fahrt nach Surate, der ersten Stadt auf dem Gebiete des Großmoguls. Von hier aus wurden die Reisenden von den kaiserlichen Statthaltern von Stadt zu Stadt weitergeleitet. Den ganzen Plan der Reise hatte der Padischah selbst genau bis in alle Einzelheiten festgesetzt und entsprechende Weisungen überallhin erlassen.

Fünf Tagesreisen von der kaiserlichen Residenz Fatipur erkrankte P. Monserrat und mußte in Naschitar zurückbleiben. Damit die Ankunft der Patres dadurch nicht verzögert werde, beauftragte der Kaiser den Neffen seines Gesandten, bei dem Kranken zurückzubleiben und für denselben Sorge zu tragen. Aquaviva und Henriquez setzten ihren Weg fort und trafen am 17. Februar 1580 wohlbehalten in Fatipur ein, wo sie sofort zu Akbar geführt wurden.

Ehe wir nun den Aufenthalt und die Tätigkeit der Missionare am Hofe schildern, dürfte es zum Verständnis ihrer Aufgabe nützlich, ja gefordert sein, den Lesern ein möglichst klares Bild von den Verhältnissen im Mogulreiche und zumal von der Person Akbars und seiner religiösen Anschauungen zu vermitteln.

3. Das Reich des Großmoguls und Kaiser Akbar der Große.

Bereits seit der Wende des ersten Jahrtausends begann die welterstürmende Macht des Islams ihr Begehren auf die herrlichen Länder Indiens zu richten. Schon waren die Grenzländer in seinem Besitz. 1387 brausten die turkomanischen Horden des Timurlan [auch Tamerlan und Timur genannt, 1336-1405, mongolischer Eroberer und Gründer der Timuriden-Dynastie] wie ein vernichtender Orkan durch die glücklichen Stromgelände des Indus und Ganges. Aber erst einem späteren Sprossen des furchtbaren Welteroberers war es vorbehalten, den Islam bleibend in Indien zu befestigen. Es war Babur, der Gründer des moslimischen Baburidenreiches (1526–1857), das später irrtümlich als Reich der Großmogulen bezeichnet wurde, weil man den Stammbaum Timurs auf den mongolischen Dschingis-Khan zurückführte und der Name des Mongolen als der berühmteste noch immer im Munde der Völker Asiens fortlebte. Allein das Reich Baburs stand anfangs auf schwachen Füßen. Bereits sein Sohn Humajum hatte es vorübergehend an die mächtigen einheimischen Hindufürsten und die tapfern Afghanenstämme verloren, und erst Akbar (1556–1605), das in der Verbannung geborene „Kind der Not“, der als vierzehnjähriger Knabe die Zügel der Regierung ergriff, gelang es, nicht bloß zu den von ihm übernommenen Millionen auf seinem fast ununterbrochenen Siegeslaufe neue Millionen hinzuzufügen, sondern auch durch eine bewundernswürdige, weise Staatsverfassung dem Reiche eine Festigkeit zu geben, die seinen Bestand auf Jahrhunderte sicherte.

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16. Juni
Gefahr für die Demokratie?

Über die Methoden der BR-Journalistin Veronika Wawateschek in ihrer Reportage über ihr nicht genehme gläubige Christen haben wir bereits berichtet. Trotz der Rüge des Rundfunkrats, den ihr ihre Sendung APO von christlich rechts vom 19. Februar 2015 eingetragen hat, legte sie nun noch eins drauf. Die Website fairemedien.de wirft ihrem Beitrag Angstmacher vom rechten Rand der Kirche - Eine Gefahr für die Demokratie? vom 14. Juni mangelnde Fairness und grobe Unwahrheiten vor.


15. Juni
Jakobus Alberione

Vor 100 Jahren, am 15. Juni 1915, gründete der selige Jakobus Alberione SSP (1884-1971) zusammen mit Tecla Merlo (1894-1964) die Fromme Gesellschaft der Töchter vom heiligen Paulus (kurz Paulus-Schwestern genannt), die sich der Verkündigung des Evangeliums durch die modernen Medien widmen wollte. 1953 wurde die Gemeinschaft vom Heiligen Stuhl anerkannt. Alberione wurde am 27. April 2003 seliggesprochen.


15. Juni
Ignaz Parhamer

Vor 300 Jahren, am 15. Juni 1715, wurde im oberösterreichischen Schwanenstadt der Pädagoge und Katechet Ignaz Parhamer SJ geboren. 1784 wurde er Oberdirektor aller milden Stiftungen und Waisenhäuser der Habsburger Monarchie. “Bedeutsam durch die von ihm als Vorsteher der katechetischen Missionen in Österreich (bes. 1754-58) gehaltenen Kinder- und Volksmissionen, als Verfasser von Katechismen und als Leiter (seit 1759) des wegen seiner pädagogischen Methoden berühmten Waisenhauses ULF am Rennweg in Wien” (A. Gruber im LThK, 2. Auflage). Am 1. April 1786 starb er in Wien.


14. Juni
Militanter Hinduismus

Endzeitliche Spekulation und der arrogante Irrtum, dass Gott den Menschen beauftragt hätte, die Apokalypse herbeizuführen, sind kein spezifisch muslimisches Phänomen, sondern auch in anderen Weltreligionen ein gefährliches Problem, zum Beispiel im Shiva-Kult des Hinduismus. In der hinduistischen Dreieinigkeit, Trimurti genannt, ist Shiva der Zerstörer neben Brahma, dem Schöpfer, und Wischnu, dem Erhalter. Im Gegensatz zum Christentum denken Hindus in aufeinanderfolgenden Zyklen. Ein wachsender Teil der Inder glaubt nun, dass das Äon Wischnus verklungen sei und das Zeitalter Shivas angehoben habe. Starke Verbände von Shiva-Verehrern meinen, dazu berufen zu sein, das Zerstörungswerk ihrer Gottheit voranzutreiben, damit Brahma bald wieder ein neues Universum schaffen könne. Als gefährlichste dieser Gruppen gilt die paramilitärische Nationalistenorganisation RSS, die sich unter anderem die NSDAP zum Vorbild genommen hat. Es war ein RSS-Mitglied, Nathuram Godse, der 1948 Mahatma Gandhi ermordete. Die sich häufenden Anschläge auf Kirchen und Moscheen in Indien, die Morde an Missionaren, Ordensschwestern und Konvertiten gehen überwiegend auf das Konto der wie die Hitlerjugend uniformierten RSS-Soldateska.

Aus dem Artikel von Uwe Siemon-Netto Die Herren der Geschichte, in: factum 3/15, S. 16.
RSS steht für Rashtriya Swayamsevak Sangh (Nationale Freiwilligen-Organisation). Es handelt sich dabei laut der Spiegel-Special-Ausgabe Weltmacht Religion 9/2006 um einen 1925 gegründeten Kampfverband “mit Sympathien für die Rassenlehre der deutschen Nazis” (Olaf Ihlau im Artikel Götter, Götzen und Dämonen). Auf Facebook kann sich die Seite der RSS der stattlichen Anzahl von 1,3 Millionen Likes erfreuen. Bei den Wahlen 2014 erreichte der politische Arm der RSS, die BJP (Bharatiya Janata Party) mit 31% der Stimmen die absolute Parlamentsmehrheit (282 von 543 Sitzen).


13. Juni
Maria Gräfin von Graimberg

Vor 50 Jahren, am 14. Juni 1965, starb in Heidelberg im Alter von fast 86 Jahren die aus Bensheim stammende Schulgründerin Maria Gräfin von Graimberg. Sie gründete 1911 in Heidelberg die erste katholische “Soziale Frauenschule” und war 1918 Mitbegründerin des religiösen Laieninstituts “Societas Religiosa”, das auf die Initiative Kardinal Faulhabers zurückging.


13. Juni
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

66. Folge

Die lutherische Betrachtungsweise hingegen ist diese: Wenn der Sünder durch die Predigt des Gesetzes, dessen Nichterfüllung sich ein jeder bewußt ist, eingeschüchtert und der Verzweiflung nahe gebracht ist, wird ihm das Evangelium verkündet, und in demselben der Trost, daß Christus das Lamm Gottes sei, das die Sünden der Welt trägt. Mit einem von Schrecken und Furcht erfüllten Herzen ergreift er die Verdienste des Erlösers durch den Glauben, der allein gerecht macht. Gott erklärt den Gläubigen um der Verdienste Christi willen für gerecht, ohne daß er es in der Tat ist; obschon freigesprochen von der Schuld und Strafe, wird er doch von der Sünde (Erbsünde) nicht befreit; die angeborene Sündhaftigkeit bleibt vielmehr auch im Gerechten, obwohl nicht mehr in ihrer alten Kraft. Ist es nämlich dem Glauben vorbehalten, allein vor Gott gerecht zu machen, so ist er doch nicht allein; vielmehr schließt sich an die Rechtfertigung die Heiligung an, und der Glaube offenbart sich in guten Werken, die seine Früchte sind. Die Rechtfertigung vor Gott und die Heiligung dürfen jedoch, ungeachtet ihrer engen Verbindung, durchaus nicht als ein und dasselbe betrachtet werden, weil dies die Gewißheit der Sündenvergebung und Seligkeit, eine Gewißheit, die eine wesentliche Eigenschaft des christlichen Glaubens ist, unmöglich machte. Das ganze Werk der Wiedergeburt ist endlich Gottes Tat allein, und der Mensch verhält sich schlechthin leidend dabei. Gottes Tat geht nicht nur dem Tun des Menschen voran, als müßte oder könnte dieser nachkommen, als wirkte dieser mit jenem und sonach beide zusammen; der heilige Geist ist vielmehr ausschließend tätig, auf daß Gott allein der Ruhm zukomme, und jede Anmaßung menschlichen Verdienstes unmöglich werde [110].

[110] Solid. Declar. V. de lege et Evangel. § 6. p. 678. Peccatorum agnitio ex lege est. Ad salutarem vero conversionem illa poenitentia, quae tantum contritionem habet, non sufficit; sed necesse est, ut fides in Christum accedat, cujus meritum, per dulcissimam et consolationis plenam Evangelii doctrinam, omnibus resipiscentibus peccatoribus offertur: qui per concionem legis perterriti et prostrati sunt. Evangelion enim remissionem peccatorum non securis mentibus, sed perturbatis et vere poenitentibus annuntiat. Et ne contritio et terrores legis in desperationem vertantur, opus est praedicatione Evangelii: ut sit poenitentia ad salutem, Apolog. IV. § 45. p. 87. Fides illa, de qua loquimur, existit in poenitentia, hoc est, concipitur in terroribus conscientiae, quae sentit iram Dei adversus nostra peccata et quaerit remissionem peccatorum et liberari a peccato. Aplog. IV. de justif. § 26. p. 76. Igitur sola fide justificamur, intelligendo justificationem, ex injusto justum effici, seu regenerari. §. 19. p. 72. Nec possunt acquiescere perterrefacta corda, si sentire debent se propter opera propria, aut propriam dilectionem, aut legis impletionem placere, quia haeret in carne peccatum, quod semper accusat nos. § 25. p. 75. Dilectio etiam et opera sequi fidem debent, quare non sic excluduntur, ne sequantur, sed fiducia meriti dilectionis aut operum in justificatione excluditur.

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12. Juni
Innozenz XII.

Vor 400 Jahren, am 13. Juni 1615, wurde bei Spinazzola (Basilicata) Antonio Pignatelli geboren, der ab dem 12. Juli 1691 als Papst Innozenz XII. die Kirche regierte. Er war “streng geistlich gesinnt, anspruchslos und reformeifrig” (G. Schwaiger im LThK, 2. Auflage). Von der Bevölkerung der Kirchenstaates wurde er der “Vater der Armen” genannt. Er starb am 27. September 1700.


12. Juni
Winand Kayser

Vor 250 Jahren, am 12. Juni 1765, wurde in Köln Winand Kayser OPraem geboren. 1784 trat er in den Prämonstratenserorden ein und wurde 1790 zum Priester geweiht. Er “nahm 1802 die aufgehobene Abtei Knechtsteden in Pacht, kaufte sie 1810 und stellte Kloster und Kirche baulich wieder her” (N. Backmund im LThK, 2. Auflage). Am 1. Juli 1842 starb er in Köln.


11. Juni
Kenneth Walker

Vor einem Jahr, am 11. Juni 2014, wurde im Pfarrhaus der Pfarrei Mater Misericordiae in Phoenix (Arizona) P. Kenneth Walker FSSP bei einem Überfall ermordet.


11. Juni
Ignatius Choukrallah Maloyan

Vor 100 Jahren, am 11. Juni 1915, erlitt der selige Ignatius Choukrallah Maloyan, Erzbischof der armenischen Diözese Mardin in der heutigen Südosttürkei, im Alter von 46 Jahren das Martyrium.


10. Juni
Kirchentag: Hofierung der Sünde, Ächtung der Keuschheit

Der deutsche Sexualwissenschaftler Uwe Sielert, der die sog. „Sexualpädagogik der Vielfalt“ im deutschsprachigen Raum maßgeblich etabliert hat und in den WHO-Standards mehrfach zitiert wird, wünscht sich eine Dekonstruktion aller vorgegebenen Zusammenhänge von natürlichem Geschlecht, Gender, dem subjektiv empfundenen Geschlecht, und dem sexuellen Begehren. Er möchte die „Generativität und Kernfamilie denaturalisieren“ und sämtliche sexuelle Identitäten, auch die der Homosexuellen radikal in Frage stellen. Für die Pädagogik bedeutet dies, dass „sexuelle Vielfalt“ und „Vielfalt der Lebensformen“ zu Leitbildern erklärt werden, die laut WHO-Standards den Kindern vom Anfang ihrer Sprachfähigkeit an vermittelt werden sollen.

Das schrieb kürzlich (im März oder April 2015) der Psychiater Dr. med. Christian Spaemann. Über Uwe Sielert hatte schon die FAZ am 14. Oktober 2014 aufgeklärt: Sielert kommt aus der Schule Helmut Kentlers, der in den siebziger Jahren verwahrloste Jugendliche bei vorbestraften Päderasten unterbringen ließ. “Kümmern gegen Sex, das war der Deal” (Antje Schmelcher im FAZ-Artikel Sexualaufklärung in Schulen. Unter dem Deckmantel der Vielfalt). Sielert bekam nun am 6. Juni dieses Jahres auf dem Evangelischen Kirchentag ein Forum, um über das Thema “Sexualität neu sehen” zu sprechen. Gleichzeitig bekam die Bruderschaft des Weges, eine Gruppe homosexueller Männer, die aus christlichen Glaubensgründen keusch leben wollen, vom Kirchentag ein Auftrittsverbot.

Infos zum Gender Mainstreaming


10. Juni
Großer Skandal

“Es ist wahr, dass der Zölibat für die agnostische Welt, für die Welt, die mit Gott nichts zu tun hat, ein großer Skandal ist, da er gerade zeigt, dass Gott als Wirklichkeit betrachtet und gelebt wird. Mit dem eschatologischen Leben des Zölibats betritt die künftige Welt Gottes die Wirklichkeit unserer Zeit. Und das sollte verschwinden!” Das sagte Papst Benedikt XVI. vor fünf Jahren, 10. Juni 2010. Die Tatsache, dass der Zölibat auch innerkirchlich nicht verstanden und deshalb bekämpft wird, zeigt, wie weit der Geist der agnostischen Welt in die Kirche eingedrungen ist.


9. Juni
Demo für alle am 21. Juni

Am Sonntag, den 21. Juni, beginnt um 14 Uhr auf dem Schillerplatz in Stuttgart die nächste Demo für alle, die sich für den Schutz der Kinder vor der Gender-Ideologie in der Schule einsetzt. Es gibt immer noch viel zu wenige Eltern, die sich dieser Gefahr genügend bewusst sind. Sich darüber zu informieren und an der Weckung der Gewissen durch Beteiligung an der Demo zu beteiligen, sollte deshalb jedem verantwortungsbewussten Christen ein Anliegen sein.


9. Juni
Mother of Divine Grace House

Vor zehn Jahren, am 9. Juni 2005, wurde in Littleton, Diözese Denver, das Haus der Petrusbruderschaft Mother of Divine Grace kanonisch errichtet. Eine solche Errichtung gibt der Niederlassung eine solche juristische Stabilität, dass sie nur noch vom Heiligen Stuhl aufgehoben werden kann. Gegenwärtig wirken in Littleton drei Priester der Petrusbruderschaft: James W. Jackson, Earl Eggleston und Joseph Hearty.


8. Juni
Religiöse Wandlungen in Indien
im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

Von Alfons Väth S.J.

Fünfte Folge

Der Dichterfürst Rabindranath Tagore rechnet sich zu dem von seinem Vater geführten Zweig des Brahma-Samaj, hat sich aber eine eigene Weltanschauung mit christlichem Einschlag gebildet. Er ist Theopanist und fühlt sich wesenseins mit der Gottheit und der Natur. Doch trägt diese Gottheit einige christliche Züge. Gott ist Güte. Die Schöpfung ist nicht das Reich des Leidens, sondern die Offenbarung der göttlichen Liebe und Schönheit, "ein gewaltiges Liebes- und Freudenfest", "eine wundervolle Symphonie". Deshalb keine Weltflucht, sondern Weltbejahung, Freude am Leben und an der Schöpfung! Tagore predigt die allgemeine Bruderliebe, auch gegenüber der Natur, die ja der gütige Gott selber ist. Mit solchen Anschauungen läßt sich der Karma- und Seelenwanderungsglaube nicht vereinen. Nicht ein unerbittliches Weltgesetz, sondern der gütige Gott bestimmt die Geschicke der Menschheit. Er wird alle Menschen zu sich führen. Der Tod, das Aufgehen in das göttliche Wesen, soll ein Festtag sein.

Zahlreicher als die Mitglieder dieser Reformsekten sind die synkretistischen Gruppen der Neuzeit, die ausdrücklich dem orthodoxen Hinduismus treu bleiben wollen, ihn aber durch Entlehnung von christlichem Gedankengut veredeln möchten. Nach ihnen hat die europäische Christenheit den Sohn Asiens, den größten Lehrer der Menschheit, mißverstanden und vergewaltigt. Sie hat um ihn ein Gebäude von unverständlichen Lehrsätzen aufgerichtet und verdammt alle, die sie nicht annehmen. Die Christen haben seine Religion des Friedens und der Liebe ins Gegenteil verkehrt. Sie führen Kriege, unterdrücken die Schwachen, rotten fremde Rassen aus, alles unter dem Deckmantel der Religion Christi. Das Ergebnis ist das gewalttätige, nach Reichtum haschende Europa, das den Sinn für das Überirdische gänzlich verloren hat. Dieser "europäisierte" Christus und das Christentum der Kirchen wird abgelehnt. Wir wollen, so vernehmen wir viele Stimmen, den wahren Christus, losgelöst von der abendländischen Kultur, den Geist Christi, wie er sich in der Bergpredigt offenbart. Sein Geist verträgt sich ausgezeichnet mit dem Geist des Hinduismus; er ergänzt und vollendet das, was der Inder schon besitzt. Gerade in den Hinduismus, diese geistige Religion mit ihrem Streben nach dem Göttlichen, paßt diese Persönlichkeit mit ihrer Lehre vortrefflich hinein. In Christus hat das Göttliche sichtbarste Gestalt angenommen, sichtbarer als in Krishna und Buddha. Christus ist die Krone des Hinduismus. Dann wird der Hinduismus die vollkommene Religion sein, die sich schließlich die Welt erobert.

So wird Christus mit seiner Lehre in den Bau des Hinduismus eingegliedert. Die Evangelien und die Nachfolge Christi werden eifrig gelesen. Unter dem Eindruck des Beispiels und der Lehre Christi bemüht man sich, die Frauenwelt und die niedergedrückten Klassen zu heben, das Los der Witwen zu erleichtern, die Kinderheiraten abzuschaffen. Man schämt sich der Auswüchse des Götzendienstes. Die Karitas hält ihren Einzug. Ordensähnliche Vereinigungen erstehen. Man errichtet Waisen- und Krankenhäuser, Heime für Witwen und Hilflose. Hindus reden zuweilen wie Christen. Sie zitieren Bibelworte. Man kann Ausdrücke hören wie diese: Das ist meine Christenpflicht; ich habe unchristlich gehandelt. Hindus beten aufrichtig zu Christus, gehen aber dann auch in ihre Tempel und beten zu den "andern Göttern". Sie bekennen sich weiterhin zu den Grundanschauungen des Hinduismus: Theopanisrnus, Vielgötterei, Karma und Seelenwanderung. Christus ist ihnen Weisheitslehrer, vorbildlicher Mensch, nicht Erlöser. Jeder Mensch muß sich selbst erlösen.

Der bekannteste Vertreter dieser Richtung ist Mohandas Karamchand Gandhi. Geboren am 2. Oktober 1869 in einer treu hinduistischen Familie der Kaufmannskaste in Porbandar (Kathiawar), an der Universität Bombay und sodann in England als Rechtsanwalt ausgebildet, ist er stets gläubiger Hindu geblieben und wehrt sich gegen Versuche, ihn zum Christen zu stempeln. Seine Religion hält er für geistiger als alle andern, die indes auch Wahrheit besitzen. Die Bhagavadgita ist sein Lieblingsbuch. Die Verehrung der Götterbilder findet als Mittel zum Aufstieg seine Billigung. Er glaubt an die Heiligkeit der Kuh. Sie, das Sinnbild der untermenschlichen Welt, hilft ihm, sein Eins- und Gleichsein mit allem Lebenden zu erkennen, und lehrt ihn Mitleid. Das Kastenwesen erkennt er als heilige Ordnung an und bekämpft nur dessen Auswüchse. Er wünscht, daß alle Inder bei ihrer Religion verharren.

Doch ist gleichzeitig sein Blick bewundernd auf Christus gerichtet, die größte Offenbarung der Gottheit. Er sucht ihn in sich nachzubilden und die Grundsätze der Bergpredigt sich zu eigen zu machen. Keiner hat wie Gandhi den rücksichtslosen Materialismus des Westens verdammt. Seine Freunde nennen ihn christusähnlich, und manch einer mag in ihm eine Verkörperung von Christus im Sinne der Herabstiege Vishnus erblicken. Er ist ein Mahatma ("Große Seele"), einer, der die Welt und das Fleisch bezwungen hat. Nach Christi Vorbild will er den Nächsten lieben wie sich selbst, auch seine Feinde, auch die "Verderber seines Volkes", die Engländer. Er hilft den sittlich Gestrauchelten und ist der Freund der Ausgestoßenen. Seid sanftmütig und demütig; vergeltet Böses mit Gutem; selig, die Verfolgung leiden: diese und ähnliche Grundsätze Christi will Gandhi in die Tat umsetzen. Durch Leiden will er das Übel besiegen. Er fastet, wenn sich seine Anhänger zu Gewalttaten hinreißen lassen, oder um die Bedrückung der Parias zu beseitigen. Es ist wohl altes Hinduideal, zu ertragen und sich gegen Unrecht passiv zu verhalten; aber bei Gandhi ist doch starker christlicher Einfluß klar erkenntlich. Er ergibt sich nicht der beschaulichen Müßigkeit der Hindu-Asketen, sondern verbindet Passivität mit höchstem Tätigkeitsdrang, und er überträgt seine Grundsätze auch auf das gesellschaftliche und politische Gebiet.

Wird fortgesetzt

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6. Juni
Neu in der Personenübersicht:
Joseph Geyser, Theodor Haecker


6. Juni
Ehe bleibt Ehe!

Das Aktionsbündnis Demo für alle ruft in der unterstützenswerten Aktion Ehe bleibt Ehe dazu auf, sich einem Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel anzuschließen, die Ehe als Ehe und das natürliche Recht des Kindes auf Vater und Mutter zu schützen.


6. Juni
Pius VII.

Vor 200 Jahren, am 7. Juni 1815, kehrte Papst Pius VII. (1800-1823) nach Rom zurück. Am 22. März 1815 hatte er nach Genua fliehen müssen, weil infolge der Rückkehr Napoleons aus Elba dessen Schwager, König Joachim Murat von Neapel, den Kirchenstaat besetzt hatte. Die Rückkehr des Papstes war durch den Sieg der Österreicher über Murat möglich geworden.


4. Juni
Die Scheidung der Geister

Von Markus Reder

Das Stimmengewirr ist gewaltig. Doch mit pfingstlicher Zungenrede hat das gigantische Durcheinander leider nichts zu tun. Mit der Forderung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, künftig gleichgeschlechtliche Paare zu segnen, droht der Diskussion um das katholische Eheverständnis der Absturz ins Bodenlose. Nur zur Erinnerung: Papst Franziskus ist das Thema Ehe und Familie derart wichtig, dass er zwei Synoden dazu einberufen hat. Sinn der Sache war erklärtermaßen, katholisches Ehe- und Familienleben unter dem massiven Druck einer säkularisierten Gesellschaft zu stärken. Herausgekommen ist – zumindest für den deutschen Sprachraum muss man das mit Entsetzen feststellen – eine Debatte, die sich zunächst an der Frage der Kommunionzulassung wiederverheirateter Geschiedener festbiss und sich nun im Thema Homo-„Ehe“ verrennt.

Wo ist die Auseinandersetzung mit dem Versagen der Kirche in der Ehevorbereitung? Wo werden neue Ideen zur lebensnahen Ehekatechese entwickelt? Wo ist die breite Debatte, wie man das unterscheidend Andere der sakramentalen Ehe jungen Menschen vermittelt und Ehepaare besser begleitet? Solche inhaltlichen Steilvorlagen, die die Synode zuhauf böte, bleiben weiter ungenutzt. Stattdessen schwillt die Verwirrung an und das katholische Eheverständnis wird immer unkenntlicher.

Umso notwendiger ist es, dass Bischöfe ihre Stimmen erheben, um dem Ansinnen des ZdK eine deutliche Absage zu erteilen. Dafür kann man nur dankbar sein. Nichts ist inmitten dieses unsäglichen Durcheinanders dringlicher, als Orientierung zu geben. Eine Scheidung der Geister, wie sie Bischof Oster fordert, ist mehr als überfällig. Diese Scheidung der Geister ist kein Nachtrag zum innerkirchlichen Dialog. Sie ist Voraussetzung dafür, dass ein solcher Dialog überhaupt sinnvoll ist und nicht von vornherein zur Machtfrage verkommt, ganz nach dem Motto, die Pressure-Group, die am meisten Wind macht, setzt sich durch. Eine solche zunehmende Politisierung kirchlichen Lebens entfremdet vom Evangelium, nimmt der Kirche ihre geistliche Kraft und lähmt jegliche missionarische Dynamik. Das Ergebnis ist jener fatale Prozess der Selbstsäkularisierung, der sich bereits an allen Ecken und Enden besichtigen lässt und sich immer stärker beschleunigt.

Man kann nicht Heilige Schrift und Überlieferung ignorieren, dann per Mehrheitsvotum Schöpfungstheologie, Ehe- und Sakramentenlehre und die christliche Anthropologie abwickeln und sich dabei auf den Glaubenssinn des Gottesvolkes berufen. Das ist absurd. Dass genau dies geschieht, zeigt das ganze Drama und Ausmaß der Verwirrung inmitten einer Kirche, die Gefahr läuft, sich immer mehr der Welt anzupassen und so tatsächlich zu einer seelenlosen NGO zu werden. Eine Entwicklung, vor der der Heilige Vater mit großem Nachdruck warnt. Längst geht es ja nicht mehr nur um die Frage, welchen Schaden Ehe und Familie im Säurebad des Säkularismus nehmen, sondern darum, wie die Kirche als Ganzes diesen Zersetzungsprozess übersteht und was dabei vom Evangelium übrig bleibt. Nichts wird dadurch besser, dass man die ätzende Säure des Relativismus zum Wohlfühl-Schaumbad „Marke Lebenswirklichkeit“ erklärt. Abhilfe schafft allein der Mut, die Geister zu unterscheiden. An diesem Klärungsprozess führt kein Weg vorbei.

Die Vorbereitung der Synode brauche nicht Gerede, sondern vor allem Gebet, hat Papst Franziskus mehr als einmal gesagt. Pfingsten ist kein schlechter Zeitpunkt, damit Ernst zu machen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Gaben des Geistes, sie sind bitter nötig.

Der Artikel erschien zuerst in der empfehlenswerten Tagespost am 22. Mai und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung.

Weitere Beiträge zur Familiensynode


30. Mai
Luigi Padovese

Vor fünf Jahren, am 3. Juni 2010, wurde im türkischen Iskenderun Luigi Padovese, Apostolischer Vikar von Anatolien und Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz, von seinem Chauffeur erstochen. Dieser schnitt ihm von hinten mit dem Ruf Allahu Akbar (Allah ist groß) den Hals durch. Dass der Chauffeur, ein Muslim, einige Jahre zuvor zum katholischen Glauben konvertiert sei, wird von seinem Anwalt wie auch von Erzbischof Ruggero Franceschini von Smyrne zurückgewiesen. Dieser war der Vorgänger Padoveses in Anatolien und kennt den Chauffeur, der der Neffe eines früheren Bürgermeisters Iskenderuns ist, persönlich.


30. Mai
Mater Misericordiae in Phoenix

Vor zehn Jahren, am 1. Juni 2005, wurde in Phoenix, Arizona, für den überlieferten Messritus die Personalpfarrei Mater Misericordiae gegründet und der Petrusbruderschaft anvertraut. Dasselbe hat Papst Benedikt XVI. in Rom und Bischof Vitus Huonder in der Diözese Chur getan. Die Bischöfe in Deutschland haben sich gegen solche Gründungen ausgesprochen. Letztes Jahr wurde in Phoenix ein Priester der Petrusbruderschaft ermordet.


27. Mai
Norbert von Magdeburg

Vor 900 Jahren, am 28. Mai 1115, bekehrte sich der hl. Norbert von Magdeburg (ca.1080-1134). Er war zu Pferd auf dem Weg nach Vreden, als er durch einen Blitz zu Boden geworfen wurde. Noch im selben Jahr ließ er sich zum Priester weihen und verschrieb sich der Erneuerung der Kirche im Sinne der Gregorianischen Kirchenreform.


27. Mai
Wolfgang Rosenbaum

Vor 100 Jahren, am 27. Mai 1915, wurde in Witten Fritz Rosenbaum als Sohn jüdischer Eltern geboren. Am 15. September 1933 ließ er sich von Pfarrer Rechmann von der Wittener St.-Franziskus-Pfarrei katholisch taufen. Dieser bezeugte, er habe nie einen Menschen kennengelernt, der eine so persönliche Liebe zu Jesus geoffenbart habe wie Rosenbaum. Als 1935 der Vater Rosenbaums an einem Herzinfarkt starb, wurde auch seine Mutter katholisch. In der Kristallnacht wurde er von den Nazis brutal zusammengeschlagen. “Als er seinen Verfolgern gegenüber erklärte, er sei katholisch, wurde er erst recht mißhandelt” (Ferdinand Holböck, Wir haben den Messias gefunden, Stein am Rhein, 2. Auflage 1987, S. 101). In den Niederlanden trat er bei den Franziskanern ein und erhielt den Namen Wolfgang. Am 2. August 1942 wurden alle konvertierten Juden in den Niederlanden verhaftet. So wurde Bruder Wolfgang ein Schicksalsgenosse der hl. Edith Stein. Am 30. September 1942 starb er in Auschwitz.


25. Mai
Magdalena Sophie Barat

Vor 150 Jahren, am 25. Mai 1865, starb in Paris im Alter von 85 Jahren die aus Joigny stammende Magdalena Sophie Barat. Sie gründete die Gesellschaft der Ordensfrauen vom Hl. Herzen Jesu, die zum Zeitpunkt ihres Todes auf 4000 Mitglieder in 85 Klöstern angewachsen war. 1908 wurde sie selig-, 1925 heiliggesprochen. Zu dieser Gemeinschaft gehörte im 20. Jahrhundert unter anderem die berühmte Isa Vermehren. Das Buch von Alexander Brou SJ Gottes Gegenwart. Die Mystik der hl. Magdalena Sophie Barat, kann gegen eine geringe Spende bei mir (siehe Impressum) bestellt werden.


25. Mai
Religion stärkt den Willen

In ihrem Werk Die Macht der Disziplin. Wie wir unseren Willen trainieren können (Frankfurt/New York: Campus Verlag 2012) präsentieren Roy Baumeister und John Tierney die neuesten Ergebnisse der Forschung zur Willenskraft. In einem der zehn Kapitel gehen sie auf die Rolle der Religion ein. Darin stellen sie das Ergebnis der Studien des (nicht religiösen) Psychologen Michael McCullough vor. Dieser “analysierte mehr als drei Dutzend Untersuchungen, in denen Testpersonen nach ihrer Frömmigkeit befragt und dann über einen langen Zeitraum hinweg beobachtet wurden. Dabei stellte sich heraus, dass nichtreligiöse Menschen eher starben und dass religiös aktive Menschen zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine um 25 Prozent höhere Überlebensquote aufwiesen” (S. 207).
Die Auswertung weiterer hunderter Untersuchungen aus acht Jahrzehnten brachte Folgendes zutage: Religion “stärkt den Willen”, verbessert “die Kontrolle des eigenen Verhaltens” und damit die Selbstbeherrschung, “fördert Familiensinn und gesellschaftliche Harmonie” (S. 208 f).
Und entgegen einem Vorurteil vieler Religionskritiker gelangte McCullough “zu dem Schluss, dass die Selbstdisziplin der Gläubigen weniger von einer Furcht vor dem Zorn Gottes herrührt als von einem Wertesystem, das sie übernommen haben und das ihren persönlichen Zielen eine Aura der Heiligkeit verleiht” (S. 211).

Weitere Beiträge zum Thema


24. Mai
Wer immer den Heiligen Geist anruft ...

Ich sah vor mir eine Taube (Symbol der Seele), und über ihr einen Kelch, der überströmte, als ob in seinem Innern eine Quelle wäre; und das, was überfloss, benetzte die Taube und wusch sie rein. Zur selben Zeit höre ich eine Stimme, die aus diesem wunderbaren Licht hervorging. Sie sagte: „Wenn du mich Du mich suchen willst, mich erkennen, mir folgen willst, so rufe das Licht an, d. h. den Heiligen Geist, der meine Jünger erleuchtet hat und der alles Volk erleuchtet, das zu ihm ruft.

Wahrlich, wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer immer den Heiligen Geist anruft, der wird mich suchen und wird mich finden, und er wird mich finden durch ihn. Sein Gewissen wird zart werden wie die Blume des Feldes. Und wenn es ein Vater oder eine Mutter ist, so wird der Friede Einzug halten in der Familie, und er wird den Frieden im Herzen haben, sowohl in diesem Leben als auch im anderen; er wird nicht in der Finsternis sterben, sondern in Frieden.

Ich verlange von dir dringend: Verkünde, dass alle Priester, die einmal im Monat die hl. Messe zu Ehren des Heiligen Geistes lesen, ihn tatsächlich ehren, und wer immer ihn ehrt und die Messe anhört, wird vom Hl. Geist selbst geehrt, weil er das Licht in sich hat. Der Friede wird im Grund seines Herzens sein. Er selbst wird kommen, die Kranken zu heilen und die Schlafenden aufzuwecken.

Zum Beweis dafür werden alle, die diese Messe lesen oder sie anhören und den Heiligen Geist anrufen, diesen Frieden im Grund ihres Herzens empfinden. Sie werden nicht in der Finsternis sterben.

Worte der arabischen Mystikerin Mirjam von Abellin, die letzten Sonntag heiliggesprochen wurde, am 18. Mai 1873. Aus: Benedikt Stolz, Mirjam von Abellin, Flamme der Göttlichen Liebe, Jestetten: Miriam-Verlag, 4. Auflage 1999.


22. Mai
Caspar Berse

Vor 500 Jahren wurde in Goes, Holland, der Missionar Caspar Berse SJ geboren. 1546 zum Priester geweiht, wurde er 1548 nach Indien gesandt, wo er 1552 vom hl. Franz Xaver zum Rektor des Paulskollegs in Goa und zum Obern der indischen Mission ernannt wurde. Dort starb er bereits im darauffolgenden Jahr am 18. Oktober. Er wird der “niederländische Franz Xaver” genannt.


22. Mai
François-Joachim de Pierre de Bernis

Vor 300 Jahren, am 22. Mai 1715, wurde in St-Marcel d’Ardèche François-Joachim de Pierre de Bernis geboren. 1758 wurde er Kardinal, 1764 Erzbischof von Albi, “1769 Botschafter in Rom, wo er mit den Vertretern der anderen bourbonischen Mächte bei Clemens XIV. die Aufhebung der SJ betrieb” (St. Skalweit im LThK, 2. und 3. Auflage). Er starb am 2. November 1794 in Rom.


21. Mai
Mirjam von Abellin

Vor 150 Jahren, im Mai 1865, trat die hl. Mirjam Baouardy im Alter von 19 Jahren in Capelette, einem Vorort von Marseille, bei den Schwestern des hl. Joseph von der Erscheinung ein. Generaloberin des von der hl. Emilie von Vialar (1797-1856) gegründeten Instituts der Josephsschwestern war Mutter Emilie Julien, Novizenmeisterin Sr. Honorine Piques. In diesem Kloster empfing die hl. Mirjam knapp zwei Jahre später zum ersten Mal die Wundmale des Herrn. Letzten Sonntag, am 17. Mai, wurde Mirjam heiliggesprochen.


20. Mai
Paul Ricœur

Vor zehn Jahren, am 20. Mai 2005, starb in Châtenay-Malabry im Alter von 92 Jahren der aus Valence stammende Philosoph Paul Ricœur. Er war ein Schüler Emmanuel Mouniers und unter anderem beeinflusst vom Existentialismus Gabriel Marcels und der Phänomenologie Edmund Husserls.


19. Mai
Louise-Marguerite Claret de la Touche

Vor 100 Jahren, am 14. Mai 1915, starb in Vische bei Turin im Alter von 47 Jahren die aus Saint-Germain-en-Laye, Frankreich, stammende Mystikerin Louise-Marguerite Claret de la Touche. Sie gründete das Ordensinstitut der Schwestern von Bethanien des Heiligsten Herzens. 1937 wurde ihr Seligsprechungsprozess eingeleitet, 2007 ihr heroischer Tugendgrad anerkannt. Sie wurde auch in Deutschland bekannt, und zwar durch ihre beiden Schriften Das Büchlein von der unendlichen Liebe und Herz Jesu und Priestertum.


18. Mai
Malta

Vor 450 Jahren, am 18. Mai 1565, begannen die Osmanen mit der Belagerung Maltas. Trotz ihrer zahlenmäßig erdrückenden Übermacht gelang es ihnen nicht, Malta einzunehmen, das von den Maltesern unter dem Befehl des Großmeisters Jean Parisot de la Valette mit äußerster Tapferkeit über drei Monate lang verteidigt wurde. Die Niederlage der Osmanen hatte eine entscheidende Bedeutung für die Seeherrschaft im Mittelmeer. Valette zu Ehren wurde die Hauptstadt Maltas Valletta genannt.


18. Mai
Jean Gabriel Taurin Dufresse

Vor 200 Jahren, am 18. Mai 1815, wurde in Tchen-Tou im Alter von 64 Jahren der aus Frankreich stammende Chinamissionar Jean Gabriel Taurin Dufresse verhaftet. Bereits 1775 im Alter von 25 Jahren nach China gesandt, wurde Dufresse 1793 Provikar, 1800 Weihbischof und 1801 Leiter der Mission in Ost-Szetschwan mit der gesamten Provinz Kweitschu. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Jiaqing (1796-1820), die sich durch einen neuen Erlass im Jahr 1814 verschärfte, verriet ein verhafteter Priesteramtskandidat unter Folter den Aufenthaltsort von Dufresse. So wurde dieser am 18. Mai 1815 verhaftet und am 14. September desselben Jahres hingerichtet. Er gehört zu einer Gruppe von 120 Blutzeugen, die in China ihr Martyrium erlitten und am 1. Oktober 2000 heiliggesprochen wurden, darunter auch der hl. Johannes Lantrua. Die Seligsprechung war am 27. Mai 1900 durch Leo XIII.


18. Mai
Bernhard Lichtenberg

Vor zehn Jahren, am 18. Mai 2005, überreichte in der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale der israelische Botschafter Shimon Stein dem Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, Urkunde und Medaille für die Auszeichnung “Gerechter unter den Völkern”, mit der der selige Dompropst Bernhard Lichtenberg (1875-1943) durch die jüdische Gedenkstätte Yad Vashem geehrt wurde.


16. Mai
Die dreifache Größe der göttlichen Barmherzigkeit

Eine Predigt von Joseph Anton Bordoni SJ

Zweite Folge

Erkennt ihr diese Geduld, o Sünder? Werdet ihr gewahr, daß Gott euch eure Missetaten nachsieht, daß er euch mit unzählbaren Gnaden überschüttet, daß er euch duldet und trägt, um euch zu retten? "Er handelt geduldig um euretwillen", schreibt der Apostel Petrus, "weil er nicht will, daß jemand verloren gehe." (2 Petr. 3, 9) Er wünscht nichts so sehr, als daß euch eure Bosheit nicht in die Hölle stürze. Und deshalb tut er seinem gerechten Zorne mit unendlicher Geduld stets Einhalt, um euch Zeit und Muße zu lassen, seine Barmherzigkeit nicht nur anzuflehen, sondern auch zu erlangen. "Darum wartet der Herr zu, damit er sich eurer erbarmen könne." (Is 30, 8) Ach, sollte denn diese göttliche Geduld euch noch mehr Mut zum Sündigen einflößen, solltet ihr Gott deshalb mehr und schwerer beleidigen, weil er gegen euch so gütig und barmherzig ist? Wenn dem so ist, ihr Unglücklichen, so verzichtet nur auf das Paradies, verzweifelt nur an eurem ewigen Heile. Denn derjenige, welcher eine so liebreiche Geduld nicht beizeiten benützt, hat am Ende nichts anderes, als die schrecklichsten Strafen eines unversöhnlichen Zornes zu erwarten. Ja, wird Gott einst sagen: "Ich habe allezeit geschwiegen, bin still und geduldig gewesen." Aber von nun an will ich weder schweigen, noch Geduld tragen: "Jetzt will ich reden wie eine Gebärende, ich will euch zerstreuen und zugleich verschlingen." Ihr habt bisher meine Güte mißbraucht, erfahrt nunmehr auch meine Strenge und Gerechtigkeit!

Liebster Jesus! Ich hoffe, daß keiner von uns deine gerechte und furchtbare Entrüstung in der Stunde des Todes erfahren werde. Es ist wahr, wir haben gesündigt, und du hast geschwiegen; wir haben dich betrübt, und du warst nachsichtig gegen uns. Aber eben diese Geduld, die du mit uns hattest, hat uns angetrieben, reumütig zu dir zurückzukehren, und dich inständig um Verzeihung anzuflehen. Nun erübrigt uns aber noch, deiner Gerechtigkeit für unsere Sünden vollkommene Genugtuung zu leisten. Wir sind auch hierzu bereit, wenn du uns würdigst, auch fernerhin mit uns Geduld zu tragen. "Ja, habe Geduld", sage ich, und auch jeder der Anwesenden sagt es, "habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen." Wie du uns die Zeit verliehen hast, unsere Sünden zu verabscheuen, so friste auch noch so lange unser Leben, bis wir dieselben durch strenge Bußübungen werden abgebüßt haben.

Zweiter Teil

Die Barmherzigkeit Gottes ist unendlich groß im Hinblick auf die Großmütigkeit, mit welcher er die Verzeihung anbietet. Ich würde meines Erachtens übel empfangen und fortgeschickt werden, wenn ich es wagen würde, einen vornehmen Herrn von hoher Abkunft, der von einem gewöhnlichen, schlechten Menschen entweder tätlich mit der Faust, oder mit der Zunge mißhandelt worden ist, also anzureden: "Ich weiß wohl, daß Ihr Name, Ihr Geschlecht, Ihre Würde gröblich beschimpft wurde; es ist ein Schimpf, welcher verdiente, mit dem Blute des frevelhaften Beleidigers abgewaschen zu werden, zumal dieser sein Vergehen durchaus nicht bereut, sondern darüber lacht und seine Zeit mit unanständigen Scherzen, mit Spielen und Schwelgen vergeudet. Haben Sie jedoch acht, was ich von Ihnen zu fordern wage! Ich verlange von Ihnen, daß Sie sich wegen dieses an Ihnen verübten Verbrechens nicht rächen, daß Sie dem Verbrecher selbst mit aller Liebe und Zärtlichkeit Vergebung anbieten, daß Sie ihm sogar mit ausgebreiteten Armen entgegeneilen, um ihn aufs Liebreichste an Ihr Herz zu drücken. Er wird sich zwar weigern, er wird sich verbergen, aber Sie müssen ihn aufsuchen; er wird vor Ihnen fliehen, aber Sie müssen ihm nachsetzen; er wird sich sträuben, Sie um Gnade anzuflehen, Sie aber müssen ihn dazu ermuntern, und wenn es nötig ist, ihn auch hierum bitten." "Was? Pack dich fort mit solch' ungereimten Forderungen!", würde ich wohl zur Antwort bekommen. "Ich soll diesem Unmenschen verzeihen, soll ihn selber aufsuchen, soll ihn freundlich zur Aussöhnung einladen? Es fehlte nicht viel, so würde ich den ungestümen Aufwallungen meines Zornes mit der Spitze meines Degens Luft machen!" Und in der Tat, meine Zuhörer, ich gestehe es, ich würde zuviel fordern, wenn ich all das zu fordern wagte. Und doch: O heiliger Glaube! Wer würde es sich auch nur im Entferntesten einbilden können, wenn du es nicht lehren würdest? Was ich von diesem vornehmen Herrn zum Vorteil eines gewöhnlichen Menschen weder begehren noch hoffen dürfte, während doch beide, wenn sie auch dem Range und der Stellung nach verschieden, ihrer Natur nach doch ganz gleich sind, denn die Seelen haben alle gleichen Wert vor Gott, das kann man von Gott nicht nur hoffen, nicht allein begehren, das tut Gott buchtstäblich gegenüber den Menschen, jener Gott, sage ich, welcher seiner Natur und seinem Wesen nach himmelweit von den Menschen entfernt und verschieden ist.

Ja, meine Freunde, Gott erträgt die Beleidigungen, die ihm der Mensch zufügt, nicht nur mit Geduld, sondern er bietet ihm sogar Verzeihung an; er selbst geht ihm entgegen, lädt ihn aufs freundlichste ein, bittet ihn, dringt in ihn, daß er umkehre und die alte Freundschaft mit ihm wieder erneuere. Durchblättert nur die heilige Schrift, so werdet ihr die zärtlichsten Ausdrücke finden, in welchen Gott den Sündern sein aufrichtigstes, sehnlichstes Verlangen, mit ihnen Frieden zu schließen, und ihnen die Ruhe der Seele zu geben, durch den Mund seiner Propheten ausspricht. Beim Propheten Isaias steht: "Der Gottlose verlasse seinen Weg und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen." (Is. 55,7) Durch den Propheten Jeremias versichert der Herr: "Bekehret euch, ihr Kinder, und kehret zurück, so will ich euren Ungehorsam heilen." (Jer. 3, 22) Und durch den Propheten Ezechiel erklärt er: "Tut Buße über alle eure Missetaten, so wird euch die Ungerechtigkeit nicht zum Verderben sein." (Ezech. 18, 30) Und weil der Sünder, der im Hinblick auf sein ewiges Heil nur gar zu blind ist, die angebotene Verzeihung öfters nicht annehmen zu wollen scheint, so wiederholt im Gott diese anmutigen Worte ohne Unterlaß. Auf, ruft er, meine Seele, und laß mich nicht so lange warten! "Jerusalem, wasche dein Herz von der Bosheit, damit dir geholfen werde. Wie lange werden die schändlichen Gedanken noch in dir verweilen?" Wie lange wirst du in deiner Treulosigkeit mir gegenüber noch hartnäckig verharren? Wie lange wirst du mein heftiges Verlangen nach dir noch ungestillt lassen? Wie lange wirst du meiner Barmherzigkeit spotten, die ich dir so freundlich anbiete? "Wie lange werden die schändlichen Gedanken noch in dir verweilen?" Den nämlichen Gedanken drücken so manche Gleichnisse der heiligen Schrift aus, z.B. das von einem Herrn, der seinen Knecht, den er liebt, nicht gerne vom Hause entfernt sieht; das von einem Arzte, der alle seine Kräfte anstrengt, um einen gefährlich Kranken dem Rachen des Todes zu entreißen; das von einem Vater, der keine Mittel und keine Mühe spart, um seinen davongelaufenen Sohn wieder ins Vaterhaus zurückzubringen; von einem Hirten, der die neunundneunzig Schafe verläßt und dem verlorenen über Berg und Tal nachgeht, nicht eher schläft, nicht eher Rast und Ruhe hat, bis er das eine wiederfindet und auf seinen Schultern zur Herde zurücktragen kann. Sind das nicht lauter Sinnbilder, meine Freunde, durch die Gott sein inbrünstiges Verlangen und seine großen Bemühungen, den Sünder auf den rechten Weg zu führen und zu retten, uns veranschaulichen will?

wird fortgesetzt

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15. Mai
Peter Koslowski

Vor drei Jahren, am 15. Mai 2012, starb im Alter von 59 Jahren der Philosoph Peter Koslowski. Er war ein Schüler Robert Spaemanns, Gründer des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover, “eine unbestrittene Autorität auf dem Gebiet der Wirtschaftsethik” (Reinhard Neck) und Autor u.a. des Werkes Ethik der Banken, in dem er “einen substantiellen Beitrag zur Kritik der ökonomischen Theorie” (Christian Geyer in der FAZ vom 17. Mai 2012) leistete.


14. Mai
Seligsprechung

Vor zehn Jahren, am 14. Mai 2005, wurde die Dominikanerin Florentina Nicol Goni (1868-1940) seliggesprochen. Sie war einem Ruf des Dominikanerbischofs Ramón Zubieta y Les, des Apostolischen Vikars für Puerto Maldonado, gefolgt, um im peruanischen Regenwald den Ärmsten zu dienen und ihnen das Evangelium zu bringen. Sie wurde zusammen mit der aus Heppenheim stammenden Maria Anna Cope OSF seliggesprochen. Es war die erste Seligsprechung unter Papst Benedikt XVI.


13. Mai
Passitea Crogi

Vor 400 Jahren, am 13. Mai 1615, starb in ihrer Heimatstadt Siena im Alter von 50 Jahren die Mystikerin Passitea Crogi OCap. Sie war eine große Verehrerin der hl. Katharina von Siena und wurde 1588 stigmatisiert. Als 1657 ihr Grab geöffnet wurde, war ihr Leichnam unverwest.


13. Mai
Magdalena Albrici

Vor 550 Jahren, am 13. Mai 1465, starb im Kloster Brunate bei Como im Alter von etwa 50 Jahren die selige Magdalena Albrici OSA. Als Äbtissin hatte sie das Kloster reformiert und der lombardischen Reformkongregation der Augustiner eingegliedert. Durch die Rückkehr zur strengeren Ordenszucht stieg die Zahl der Berufungen so sehr, dass sie neue Häuser gründen konnte. Sie starb mit den Worten aus dem 91. Psalm: "Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren."


12. Mai
Jahresranking 2014: Die Aufsteiger

Platz Die Aufsteiger des Jahres 2014
Die Top 25
Welche von den 527 Seiten, die keine Neueinsteiger sind, haben die größten Sprünge nach oben gemacht? Hier sind die Top 25. In der rechten Spalte sind die Plätze angegeben, um welche die jeweilige Seite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.
gestie-
gene Plätze
1

Beiträge zur Unauflöslichkeit der Ehe

402
2

Hl. Alfons: Gebete für eine gute Todesstunde

351
3

Andreas Wollbold: Die Auferstehung der Toten

342
4

Sabatina James, Nur die Wahrheit macht uns frei

297
5

Jakob Knab: Ghostwriter der Weißen Rose

215
6

Melanie S. Färber: Aschenblüte

210
6

Prosinger: Herz Jesu, König und Zentrum aller Herzen

210
8

Recktenwald: Mein letzter Brief an Erzbischof Lefebvre

204
9

Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und ihr Adoptionsrecht

189
10

Ilona Szollár: Der Schild des Glaubens

184
11

Léon Bloy: Wider den Ausschluss des Übernatürlichen

158
12

Recktenwald: Mutterschaft und Heiligkeit

150
13

Verschollen in der Südsee

142
13

Michael König: Spaemanns Schritte über uns hinaus

142
15

Die Bischofsweihen von 1988

130
16

Prosinger: Das soziale Königtum Jesu Christi und die Herrschaft des Kreuzes

129
17

Kurzbeiträge über Papst Franziskus

121
18

Louise de Marillac / Katharina von Genua

120
19

Prosinger: In die Tiefe des geistlichen Lebens

116
20

Mit brennender Sorge

115
21

Julius Beßmer: Offenbarung, Dogma und Glaube

114
22

Ratzinger: Eintreten in die marianische Geduld

113
22

Beiträge zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI.

113
24

Richard Wurmbrand: Gefoltert für Christus / Rahho / Trcka

112
25

Der Grundlegung der Wissenschaft im Mittelalter

108

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12. Mai
Marienweihe der Priester

Vor fünf Jahren, am 12. Mai 2010, weihte Papst Benedikt XVI. in Fatima die Priester dem Unbefleckten Herzen Mariens. Unter anderem betete er: “Als Nachfolger Petri, dem die Sendung anvertraut wurde, in der Kirche Christi den Vorsitz in der Liebe zu führen und alle im Glauben und in der Hoffnung zu stärken, will ich zu deinem Unbefleckten Herzen die Freuden und Hoffnungen, die Schwierigkeiten und Leiden eines jeden dieser deiner Kinder bringen, die hier in der Cova da Iria zugegen sind oder uns aus der Ferne begleiten. O liebenswerte Mutter, du kennst jeden bei seinem Namen, kennst sein Gesicht und seine Geschichte, du hast alle lieb in mütterlicher Güte, die vom Herzen Gottes selbst kommt, der die Liebe ist. Alle vertraue ich dir an und weihe sie dir, heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter.”


11. Mai
Alfons Deissler

Vor 10 Jahren, am 10. Mai 2005, starb in Freiburg im Breisgau im Alter von 91 Jahren der Alttestamentler Alfons Deissler. 1939 zum Priester geweiht, absolvierte er 1948 bis 1951 ein Spezialstudium in Paris bei André Robert PSS (1883-1955) und lehrte von 1951 bis 1984 in Freiburg.


9. Mai
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

35. Folge

Aber selbst der allgemeine Name "processio", Hervorgehen, ist in seiner speziellen Anwendung auf den Heiligen Geist nicht so vag und unbestimmt, wie man gewöhnlich glaubt. An dieser Stelle hat er eben einen ganz besonders prägnanten Sinn und hebt gerade dasjenige Moment hervor, welches bei dem Ausdruck "spiratio" das bedeutendste ist.

Das Wort Hervorgehen, "procedere", bezeichnet zunächst eine Bewegung von einem Orte zum andern. Obwohl nun jede Produktion, also auch die Zeugung, als ein Hervorführen des Produktes aus seinem Prinzip einen Ausgang und eine Bewegung einschließt: so trifft doch die Analogie der Bewegung bei der Spiration des Heiligen Geistes auf ganz besondere Weise zu. Er ist gleichsam in seinem Wesen Bewegung wie die Liebe. Die Ausstrahlung der Erkenntnis im Worte und die Ausprägung des Wesens des Vaters im Sohne trägt mehr den Charakter der Ruhe und Abgeschlossenheit, in der sich Vater und Sohn gegenüberstehen. Aber in der Produktion des Heiligen Geistes verkehren sie miteinander, bewegen sich und leben ineinander; da ist ein ewiges Hingeben und Hinnehmen im eigentlichsten Sinne, ein unendlich kräftiger, lebendiger Hauch, der aus dem einen in den andern hinüber- und von beiden ausweht, der gewaltige Pulsschlag eines unendlichen Herzens, das in der höchsten Glut des Affektes aufwallt, die auflodernde Flamme eines unendlichen Liebesfeuers; da ist mit einem Worte der Drang, die Rührigkeit, der Erguß, der Strom der Liebe, in der Vater und Sohn zerfließen und ihr Wesen in den Heiligen Geist überströmen. Darum wird der Heilige Geist versinnbildet durch den starken Sturmwind, der am Pfingsttage das Haus der Apostel erschütterte, und durch die beweglichen flammenden Zungen, die über den Häuptern der Apostel schwebten; darum vergleicht ihn der Heiland mit einer sprudelnden Quelle lebendigen Wassers. "Was ist die Bedeutung des Wortes: Er geht hervor?" fragt der heilige Chrysostomus (Tom. 2, hom. 3 de Spir. ‘Heri a nobis’, col. 1). "Höre. Um den Namen der Geburt zu umgehen, damit du den Heiligen Geist nicht Sohn nennest, sagt die Schrift: der Heilige Geist, der aus dem Vater hervorgeht (Jo 15, 26). Als hervorgehend stellt sie ihn dar gleich dem Wasser, das aus einer Quelle hervorsprudelt, wie es vom Paradiese heißt: Ein Fluß geht von Eden aus (Gn 2, 10): er geht aus, sprudelt hervor. Der Vater ist die Quelle des lebendigen Wassers nach den Worten des Jeremias: Mich haben sie verlassen, die Quelle lebendigen Wassers. Was aber geht aus? Der Heilige Geist, wie das Wasser aus der Quelle." Den letzten Satz beweist der Heilige dann mit den Worten des Heilandes (Jo 7, 38-39): Wer an mich glaubt, aus dessen Leibe werden Bäche lebendigen Wassers fließen, woselbst der Evangelist hinzufügt: Das sagte er aber von dem Geiste, den die an ihn Glaubenden erhalten sollten.

Wird fortgesetzt

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4. Mai
Evozierter Todeswunsch

Dass der Selbstmord moralisch geächtet bleibt, ist für die menschliche Gemeinschaft von größter Wichtigkeit. Denn wenn er eine sozial akzeptierte und institutionell ausgestattete Möglichkeit ist, wird es unvermeidlich sein zu verhindern, dass daraus die Pflicht wird, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, um den anderen nicht weiter zur Last zu fallen. Schon die Stoiker haben diesen Schluss gezogen. Wie viele Menschen heute schon so handeln, spielt keine Rolle. Es ist nun einmal logisch zwingend: Wenn ich anderen einen Dienst erweisen kann und dies nicht tue, dann trifft mich die Verantwortung für die Folgen der Unterlassung. Das Bewusstsein, das eigene Weiterleben gehe zu Lasten der Angehörigen und der Kranke könnte sie von dieser Last befreien. Es kann in dem, der dazu zunächst nicht bereit ist, den Todeswunsch erst entstehen lassen.

Prof. Dr. Robert Spaemann in seinem Grußwort für die Fachtagung des „Bundesverbandes Lebensrecht“ (BVB) zur „Woche für das Leben“ am 18. April 2015 in Hamburg.

Zum Thema: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht.


4. Mai
Giulio Kardinal Bevilacqua

Vor 50 Jahren, am 8. Mai 1965, starb in Verona im Alter von 83 Jahren Giulio Kardinal Bevilacqua. Befreundet mit G. B. Montini, dem späteren Papst Paul VI., machte er in Italien Romano Guardini und Karl Adam bekannt.


4. Mai
Julius Mediavilla

Vor 100 Jahren, am 7. Mai 1915, wurde der selige Julius vom Herzen Jesu Mediavilla geboren. Er gehört zu einer Gruppe von neun Passionisten aus dem Kloster Santo Cristo de la Luz in Daimiel bei Ciudad Real, die im Spanischen Bürgerkrieg am 23. Juli 1936 das Martyrium erlitten. Sie wurden nach Ciudad Real gebracht, durch die Straßen geführt und von der Menge gesteinigt. Am 1. Oktober 1989 wurden sie seliggesprochen.


4. Mai
Juan Diego

Vor 25 Jahren, am 6. Mai 1990, wurde Juan Diego (ca. 1474-1548), der Seher unserer Lieben Frau von Guadalupe, seliggesprochen. Mit ihm wurden vier weitere Mexikaner seliggesprochen: die Märtyrerkinder von Tlaxcala Cristóbal, Antonio und Juan (+ 1527), außerdem der Priester José Maria Yermo y Parres (1851-1904), Gründer der Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu und der Armen.


3. Mai
Alfred Häußler

Vor fünf Jahren, am 4. Mai 2010, starb der Lebensrechtler Dr. med. Alfred Häußler. Der 1917 geborene Internist in Neckarsulm war lange Jahre Zweiter Vorsitzender der von Dr. Siegfried Ernst gegründeten Europäischen Ärzteaktion und ein großer Verteidiger der Enzyklika Humanae vitae.


30. April
Die christliche Antwort ...

... auf den Terror des IS.


30. April
Augustin Kardinal Mayer

Vor fünf Jahren, am 30. April 2010, starb im Alter von 99 Jahren Augustin Kardinal Mayer. Der aus Altötting stammende Benediktiner wurde 1988 Präsident der neu errichteten Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. In dieser Eigenschaft errichtete er am 18. Oktober 1988 die Priesterbruderschaft St. Petrus als Klerikergemeinschaft des Apostolischen Lebens Päpstlichen Rechtes. Am 10. Dezember 1988 spendete er für dieselbe in Rom die erste Priesterweihe. Darüber schrieb er zehn Jahre später: “Vor fast 10 Jahren, am 10. Dezember 1988, durfte ich in der Kirche der Anima in Rom den ersten Kandidaten aus der Bruderschaft St. Petrus zum Priester weihen. Unterdessen sind viele Priester in eifrigem Einsatz, und eine große Schar froher junger Menschen bereitet sich auf die Weihe und Sendung als Priester vor. Gegenüber der heutigen Gefahr, den Sinn für das Sakrale zu verlieren, wird die Liturgie in der Bruderschaft mit der dem Mysterium geschuldeten Ehrfurcht gefeiert und so in vielen Menschen durch Vorbild und Lehre der Glaube vertieft, die Gabe des Betens erneuert und die Liebe zur Kirche gefestigt.”


29. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Kurzbeiträge zum Verhältnis von Islam, Dschihad und Gewalt wurden auf einer einzigen Seite versammelt. Außerdem wurden auf einer je eigenen Seite untergebracht die Auseinandersetzung Prosingers mit der Erlösungslehre Hansjürgen Verweyens und mein Bericht über den Marsch für das Leben, der im September 2014 in Berlin stattgefunden hat.


29. April
Fr. Joseph von Jesus und Maria Osés Sáinz

Vor 100 Jahren, am 29. April 1915, wurde in Peralta bei Calahorra der selige Fr. Joseph von Jesus und Maria Osés Sáinz geboren. Er gehört zu einer Gruppe von neun Passionisten aus dem Kloster Santo Cristo de la Luz in Daimiel bei Ciudad Real, die im Spanischen Bürgerkrieg am 23. Juli 1936 das Martyrium erlitten. Sie wurden nach Ciudad Real gebracht, durch die Straßen geführt und von der Menge gesteinigt. Am 1. Oktober 1989 wurden sie seliggesprochen.


27. April
Neuer Distriktsoberer in der Petrusbruderschaft

P. John Berg, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Petrus, hat mit der Zustimmung seines Generalrates, der am 24. April in Fribourg tagte, P. Bernhard Gerstle (Bild) zum Oberen des deutschsprachigen Distrikts ernannt. Die dreijährige Amtszeit beginnt am 13. Juli 2015. P. Gerstle löst P. Axel Maußen ab, der seit 12 Jahren das Amt innehatte.

Auch in den beiden anderen Distrikten der Petrusbruderschaft gibt es einen Wechsel: in Frankreich folgt auf P. Vincent Ribeton P. Benoît Paul-Joseph, in den USA auf P. Eric Flood P. Gerard Saguto.

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II

Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Frauendiakonat
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