Das Portal
zur katholischen Geisteswelt


Zum
Inhalts-
verzeichnis
Zum
biographischen Bereich

Impressum

Das katholische Informationsportal kath-info
dient der theologischen Aufklärung
und bietet Ihnen Beiträge zu Themen der katholischen Welt.

Die Beiträge unterliegen in der Regel dem Urheberrecht.

Zum Autorenverzeichnis

Sie befinden sich im ersten Teil
des blauen Bereichs des PkG (Buchstaben A bis G)
Zum zweiten Teil
Zum dritten Teil

Die neuesten Beiträge finden Sie jeweils auf der Startseite

Zum philosophischen Bereich
Zum
liturgischen Bereich

Links

Themen

Abschuß
abuse
Abtreibung
Abtreibung II
Advent
Ägypten
AIDS
Amtsverzicht
Annaverehrung
Apokalypse
Ärgernis
Auferstehung
Auster
B16 Bundestag
Barmherzigkeit
Barmherzigkeit II
Befreiungstheol.
Beichte
Bekehrung
Belgrad
Benedikt XVI.
Besessenheit
Beten
Bischof
Bischofsamt
Bischofsberater
Bischofsweihen 88
Bischofsweihen II
Borromäusverein
Chesterton G.K.
Christenverfolgung
Christkönigtum
Christozentrismus
CiG
Cloyne Report
Darwinismus
DH
Dialog
Discretio
Dogma
Dogma u. Leben
Doppelwirkung
droben
Drusen
Effetha
Ehe
Einwohnen
Eizellenhandel
Ekklesiologie
Embryo
Emmaus

* * *

28. März
Zauberformel “Gradualität”

Manche Bischöfe und Kardinäle meinen, die Ehelehre müsse sich der Realität der Menschen anpassen, indem man Analogien zwischen der sakramentalen Ehe und anderen Lebensgemeinschaften anerkennt. „Gradualität“ lautet die Zauberformel. Doch das eine ist die Gradualität des Weges zur sakramentalen Ehe, das andere eine Gradualität des Gesetzes. Ein solches hatte schon der heilige Johannes Paul II. in seiner Homilie zur Familiensynode von 1988 zurückgewiesen. Das göttliche Gesetz der Unauflöslichkeit der Ehe ist kein Ideal, das es in Zukunft zu erreichen gilt. Das Jawort, welches sich Mann und Frau bei der kirchlichen Feier der Trauung geben, ist mehr als der „Wunsch nach Unverbrüchlichkeit und Ausschließlichkeit ihrer Liebe“ (Neues Gotteslob Nr. 604,1) – als ob mit dem möglichen Sterben der Liebe auch das sakramentale Eheband sterben würde. Aufgrund des göttlichen Gesetzes der Unauflöslichkeit der Ehe kann es neben einer bestehenden sakramentalen Ehe keine kirchliche anerkannte Ehe geben.

Der Theologe Prof. Dr. Helmut Hoping in seinem Artikel Die Wahrheit des Glaubens finden. Über die Prinzipien theologischer Erkenntnis – Anmerkungen zur Forderung nach einem Paradigmenwechsel, erschienen in der Tagespost vom 26. März 2015.


28. März
Teresa von Avila

Heute vor 500 Jahren, am 28. März 1515, wurde die heilige Teresa von Avila.
Papst Benedikt XVI. führte am 2. Februar 2011 in seiner Ansprache über sie unter anderem aus: “Es ist nicht einfach, in wenigen Worten die tiefe und klare theresianische Spiritualität zusammenzufassen. An erster Stelle stellt die heilige Theresia die evangelischen Tugenden als Grundlage des gesamten christlichen und menschlichen Lebens dar: vor allem die Trennung von Besitztümern oder die evangelische Armut, und das betrifft uns alle; die Liebe zueinander als wesentliches Element des gemeinschaftlichen und sozialen Lebens; die Demut als Liebe zur Wahrheit; die Entschlossenheit als Frucht der christlichen Kühnheit; die theologische Hoffnung, die sie als Durst nach lebendigem Wasser beschreibt. Ohne die menschlichen Tugenden zu vergessen: Freundlichkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Höflichkeit, Gelassenheit, Kultur.”


27. März
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

34. Folge

Das eben Gesagte wird im Folgenden noch deutlicher werden, da wir auch noch die konkreteste Bezeichnung des Ausganges des Heiligen Geistes zu erörtern haben.

Wie der Name Zeugung dem des Sohnes, so entspricht dem Namen Geist, als dem Eigennamen der letzten ausgehenden Person, zur Bezeichnung ihres Ausganges der Name: Hauchung, "spiratio", ekpneusis. Die dritte Person ist nur deshalb auf eine besondere Weise Geist, weil sie gehaucht, spiriert, weil sie das "spiramen" und "flamen" des Vaters und des Sohnes ist. Aber das Hauchen (spirare) müssen wir hier in einem reicheren, volleren Sinne fassen als früher. Früher betrachteten wir die Hauchung nur als Aspiration, als einfache Kundgebung des Affektes der Liebe, und so haben wir sie für unzureichend erklärt, die Produktion eines neuen, lebendigen Wesens zu versinnbilden und auszudrücken. Hier aber fassen wir die Hauchung im ganzen und vollen Sinne, in der ganzen Bedeutung, welche im sinnlichen Leben das Atmen hat. Das Atmen ist wie beim Einziehen die Triebkraft, so beim Ausstoßen der Erguß des animalischen Lebens, das in ihm wogt und flutet, und so stellt uns das Ausatmen in der prägnantesten Weise auch das Überströmen, die Mitteilung des ganzen Lebens dar. Somit führt uns auch der Name Hauchung, "spiratio", in seiner ganzen Prägnanz gefaßt, den Ausgang der dritten Person als eine wahre Lebensmitteilung und folglich als einen persönlichen Ausgang vor. In ihm sehen wir die dritte Person nicht aus dem Schoße, sondern aus dem Herzen der beiden andern Personen hervorgehen, indem aus der Liebe und mit der Liebe dieser beiden Personen auch deren ganzes Leben in dieselbe hineingelegt wird.

Mag nun auch die Ausatmung in den geschaffenen Wesen durch sich selbst niemals ein neues Wesen hervorbringen wie die Zeugung, mag sie also in dieser Beziehung nicht ein so bestimmtes Bild geben wie sie: so gewährt sie doch durch den Reichtum und die Lebendigkeit ihrer Erscheinung ein anschaulicheres Bild als diese. Da sie ferner durch und durch lebendig ist, das natürlichste Zeichen und das kräftigste Vehikel des Lebens: so können wir uns auch unschwer vorstellen, daß die unendlich mächtige Ausatmung des göttlichen Lebens ebensogut wie die Zeugung ein lebendiges Wesen hervorbringe. Beim Atmen glauben wir zu sehen, wie ein Leben das andere weckt, wie die Flamme desselben aus einem Wesen in das andere hinüberschlägt und hineindringt, um es zu entzünden. Und gebraucht nicht die Heilige Schrift selbst an mehreren Stellen dieses Bild, um die Belebung des rohen Stoffes und damit die Produktion eines lebenden Wesens zu veranschaulichen? [36]

Demgemäß glauben wir unbedenklich behaupten zu können, daß der Name Hauchung, in seinem vollen Sinne genommen, dem Namen der Zeugung, was die Konkretheit und Anschaulichkeit der Bezeichnung anlangt, ebenbürtig an die Seite zu stellen ist. Wir brauchen nun nicht mehr zu sagen, für den Ausgang des Heiligen Geistes hätten wir nur den allgemeinen, unbestimmten Namen "processio"; wir haben einen ganz bestimmten, spezifischen, charakteristischen Namen von der tiefsten Bedeutung.

Anmerkungen:

[36] Schon die Belebung des ersten Menschen bei seiner Schöpfung wird so dargestellt: „Gott bildete den Menschen aus dem Lehm der Erde und hauchte in sein Angesicht den Odem des Lebens, und der Mensch ward zum lebendigen Wesen“ (Gen. 2,7). Weiter ist diese Darstellung ausgeführt bei Ez. 37,4-9. „Dürre Gebeine“, läßt Gott den Propheten weissagen, „höret das Wort des Herrn: das sagt der Herr: Siehe, ich sende in euch den Odem hinein, und ihr werdet leben.“ und als nun der Prophet rief: „Komm, Odem und wehe über diese Toten, damit sie aufleben“, kam derselbe sogleich: „Der Odem drang in sie (die Gebeine) hinein, und sie lebten und standen auf ihren Füßen, ein Heer, gewaltig groß.“

Wird fortgesetzt


26. März
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

60. Folge

Die Lehre der reformierten Symbole von der bösen Lust (Concupiscentia) setzen wir nicht ausführlich auseinander, da sie nicht wesentlich von der orthodox lutherischen Ansicht abweicht. Was endlich den Tod des Leibes betrifft, so wird derselbe, wie in der katholischen Kirche, als eine Folge der Erbsünde angesehen [105].

[105] Confess. Belg. c. XIV. p. 178. Quo morti corporeae et spirituali obnoxium reddidit. Helvet. I. c. VIII. p. 17. Per mortem itaque intelligimus non tantum corpoream mortern etc.

§ 9
Zwinglis Ansicht von der Erbsünde

Zur Erläuterung einiger Erscheinungen in den reformierten Symbolen teilen wir als Anhang die Lehre Zwinglis von der Erbsünde mit. Dieser Reformator wagt den Versuch, nicht bloß nach den biblischen Andeutungen das Wesen des Erbübels zu bestimmen, sondern auch psychologisch die Sünde Adams zu erklären, einen Versuch, dem er durchaus nicht gewachsen war, der weit hinter früheren Bestrebungen, dieses geheimnisvolle Dunkel zu erhellen, zurücksteht, ja im Grunde gar nichts erklärt, und die Erbsünde schon voraussetzt. Zuerst belästigt Zwingli den ernsten Leser mit einem unzeitigen Witze, indem er sagt: es sei eine sehr üble Vorbedeutung für den künftigen Ehemann gewesen, daß Eva aus einer Rippe des schlafenden Adam gebildet worden sei; denn es habe sich an die Beobachtung, daß ihr Gatte nicht einmal während einer solchen Operation aufgewacht und zur Besinnung gekommen sei, von selbst der lose Gedanke anschließen müssen, ihre Ehehälfte könnte wohl leicht getäuscht und hintergangen werden. Satan habe nun Evas aufkeimenden Unternehmungsgeist, dabei aber auch ihre Unerfahrenheit in allen Ränken bemerkt; der inneren Lust, einen Streich zu spielen, und der mit derselben im Mißverhältnisse stehenden Unbeholfenheit in gleicher Weise zu Hilfe kommend, habe er ihr nun alle Mittel und Wege zum Betruge des Mannes dargeboten, wovon die erste Sünde die Folge gewesen sei.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


25. März
Roque González de Santa Cruz

Vor 400 Jahren, am 25. März 1615, gründete der hl. Roque González de Santa Cruz SJ die Reduktion Encarnación.


25. März
Dominikus

Vor 800 Jahren, am 25. März 1215, bestellte Bischof Fulko von Toulouse den hl. Dominikus und seine Gefährten zu Predigern in seinem Bistum. Das wurde zur Geburtsstunde der Dominikaner, des Predigerordens. Die päpstliche Bestätigung und Predigtbeauftragung folgte am 21. Januar 1217 durch Innozenz III.


24. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht mein Artikel über tödliche Normenverschiebung und der Beitrag von Korbinian Kleber Rettet die Menschlichkeit, Alfred Delp und der “Theonome Humanismus”. Die Meldung über das ignorierte Martyrium habe ich auf der Themenseite über die Christenverfolgung platziert.


24. März
Maria Rosa Molas

Vor 200 Jahren, am 24. März 1815, wurde im spanischen Reus (der Geburtsstadt des berühmten Architekten Antoni Gaudí) die hl. Maria Rosa Molas y Vallvé geboren. Als sie mit zehn Jahren zum ersten Mal die hl. Kommunion empfing, erfuhr sie die Liebe des Herrn in einer Weise, dass sie einmal sagte: “Wer erlebt hat, wie gut der Herr ist, kann nicht mehr aufhören, in Seiner Gegenwart zu wandeln.” 1857 gründete sie in Tortosa die Kongregation der Dienerinnen Unserer Lieben Frau vom Trost, die sich der Kinder- und Krankenpflege widmen. Bis zu ihrem Tod gründete sie 17 Häuser. Sie starb am 11. Juni 1876 in Tortosa. 1977 wurde sie selig-, 1988 heiliggesprochen.


23. März
Giuseppe Maria Tomasi

Vor 350 Jahren, am 24. März 1665, begann der hl. Giuseppe Maria Tomasi (1649-1713) bei den Theatinern sein “Noviziat unter dem heiligmäßigen, theologisch, vor allem liturgiegeschichtlich sehr gebildeten Novizenmeister P. Francesco Maria Maggio, der zwei liturgische Werke (‘De sacris ceremoniis’ und ‘De Divino Officio et Choro’) verfaßt hatte” (Ferdinand Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 2, Stein am Rhein 1992, S. 242). Tomasi war ein Sprachgenie. Er wurde Professor, Liturgiewissenschaftler, Berater der Ritenkongregation und Kardinal. 1803 wurde er selig-, 1986 heiliggesprochen.


23. März
Pius VII.

Vor 200 Jahren, am 22. März 1815, musste Papst Pius VII. (1800-1823) nach Genua fliehen. Hintergrund war die Herrschaftsübernahme Napoleons nach seiner Flucht aus Elba am 26. Februar 1815. Daraufhin fiel der Schwager Napoleons, König Murat von Neapel, in den Kirchenstaat ein und zwang den Papst zur Flucht. Nachdem die Österreicher Murat besiegt hatten, konnte der Papst am 7. Juli 1815 nach Rom zurückkehren.


22. März
Die konziliare Aufwertung des Wunders

Von P. Engelbert Recktenwald

Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Wunder Jesu in ihrer Bedeutung aufgewertet. In der traditionellen Theologie wurden sie vor allem als äußere Glaubwürdigkeitsmotive angesehen, also als Zeugnisse, durch die Gott die Offenbarung durch Jesus Christus beglaubigt. Sie waren gewissermaßen äußere Stützen auf dem Weg zum Glauben, indem sie das sogenannte Glaubwürdigkeitsurteil ermöglichten, also das Urteil darüber, dass die Verkündigung Jesu glaubwürdig sei, so dass wir uns aufgrund dieses Urteils und mit Hilfe der inneren Gnade zum Glauben im eigentlichen Sinne aufschwingen können.

Diese Rolle der Wunder als Glaubwürdigkeitsmotive ist vom Zweiten Vatikanischen Konzil nicht in Frage gestellt worden. Aber es hat den Blick auf eine noch wichtigere Rolle erweitert: Sie sind integraler Teil der göttlichen Offenbarungstat selber. Denn Gott offenbart sich nicht nur durch sein Wort, sondern auch durch seine Großtaten. In diesem Sinne nennt sie das Johannesevangelium “Zeichen”, denn Zeichen sind ja dazu da, etwas zu offenbaren, indem sie darauf hinweisen oder es in gewisser Weise sichtbar machen. So hat es eine tiefe Bedeutung, dass Johannes den ersten Wunderbericht mit dem Satz beschließt: “So machte Jesus zu Kana in Galiläa den Anfang mit seinen Wundern und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn” (Joh 2, 11).

Das Zweite Vatikanum ist diesem Offenbarungscharakter der Wunder gerecht geworden, indem es im vierten Artikel der Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei verbum ausführt: “Er [Jesus Christus, das fleischgewordene Wort] ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt und durch göttliches Zeugnis bekräftigt (revelationem complendo perficit ac testimonio divino confirmat), dass Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis von Sünde und Tod zu befreien und zu ewigem Leben zu erwecken.” Hier werden also die Offenbarung und ihre Bezeugung nicht auseinandergerissen, sondern in Einheit gesehen. Durch seine Worte und Taten offenbart und beglaubigt sich Jesus in einem.

Im zweiten Artikel wird dies noch allgemeiner vom Offenbarungsvorgang ausgesagt: “Das Offenbarungsgeschehen [revelationis oeconomia] ereignet sich in Tat und Wort, die innerlich miteinander verknüpft sind: die Werke nämlich, die Gott im Verlauf der Heilsgeschichte wirkt, offenbaren und bekräftigen die Lehre und die durch die Worte bezeichneten Wirklichkeiten.”

Selbstverständlich wurde dieser theologische Fortschritt von den Theologen bemerkt. Joseph Ratzinger, der selber in der mit diesem Text befassten Subkommission der Theologischen Kommission mitarbeitete, schreibt in seinem Kommentar vom “Totalitätscharakter der Offenbarung (...), in der Wort und Ereignis ein Ganzes sind.” Dadurch sei der neuscholastische Intellektualismus überwunden worden, “für den Offenbarung hauptsächlich die Vorlage geheimnisvoller, übernatürlicher Lehren bedeutete” (LThK, Das Zweite Vatikanische Konzil, Band II, Herder 1967, S. 507). Christus sei selbst Zeichen und Inhalt der Offenbarung. “So konnte von diesem Text her auch das fundamentaltheologische Problem in ein neues Stadium treten: Alle die Einzelwunder werden hier eingefügt in das eine und entscheidende Gotteswunder, das Jesus Christus selbst ist, das wahre Zeugnis Gottes. Das Zeugnis ist von dem Bezeugten, die Beglaubigung von dem beglaubigten Inhalt nicht abzutrennen” (S. 511).

Auch Karl Rahner und Herbert Vorgrimler sprechen in ihrem Kleinen Konzilskompendium an entsprechender Stelle von der “Einheit von Tat- und Wortoffenbarung” (S. 362).

René Latourelle sieht im Konzilstext die Wunder nicht mehr auf ihre apologetische Rolle beschränkt: “Le Concile souligne le double rôle que remplissent les mêmes réalités de la vie du Christ. Paroles, actions, miracles, vie, passion, mort et résurrection du Christ appartiennent à l’économie même de la révélation et, d’autre part, ils ont une valeur apologétique” (Latourelle, La Révélation et sa transmission selon la Constitution ‘Dei verbum’, in: Greg 47 (1966), 5-40, hier 20 f.).

Und Hansjürgen Verweyen, dem ich das Zitat Latourelles entnommen habe, schreibt: “Die traditionellen Topoi ‘Wunder und Weissagungen’ wurden auf diese Weise zwar nicht fallengelassen, aber völlig aus der früheren, extrinsezistischen Perspektive befreit” (Gottes letztes Wort, Düsseldorf 1991, S. 366).

Wir brauchen hier auf die Übertreibungen moderner Theologen, die ein kommunikationstheoretisches Offenbarungsmodell gegen ein instruktionstheoretisches und damit das Zweite gegen das Erste Vatikanum ausspielen, nicht weiter einzugehen. Als Beispiel sei nur eine vom Bistum Mainz 2004 herausgegebene Arbeitshilfe erwähnt, die in diesem Zusammenhang von “zwei grundverschiedenen Modellen zum Verständnis von Offenbarung” spricht. Im ersten Fall würde, so der Autor Clauß Peter Sajak, Offenbarung als eine Erfahrung, als eine geschichtlich-personale Begegnung mit Gott, im zweiten Fall als die Unterwerfung unter ein System von Wahrheitssätzen verstanden werden. Die Früchte dieser seit Jahrzehnten gängigen Konzilsdeutung können wir etwa in vielen Konzepten zur Vorbereitung auf die Erstkommunion beobachten: Statt die Kinder mit wahren Sätzen über die Gegenwart Jesu in der hl. Kommunion zu langweilen, werden ihnen erregende Erfahrungen des Brotbackens vermittelt.

Mit dieser Unterstellung “grundverschiedener Modelle” wird eine Inkompatibilität behauptet, die dem Konzil völlig fern lag. Es wollte die Lehre über die Offenbarung vorlegen “in Nachfolge (inhaerens vestigiis) des Trienter und des Ersten Vatikanischen Konzils”, nach Ratzinger ein “Anschauungsbeispiel dogmatischer Entwicklung”, ein “Bewahren im Voranschreiten” (S. 505). Es ist eine beliebte Methode moderner Theologie, einen solchen Erkenntnisfortschritt in einen dialektischen Gegensatz zu verwandeln, der ältere Erkenntnisse leugnet oder zumindest eine Einseitigkeit durch eine andere ersetzt. Bei unserem Thema ging das so weit, dass der Philosoph Dietrich von Hildebrand sich veranlasst sah, die “Bedeutung, Würde und grundlegende Funktion wahrer Sätze” gegen ihre pseudo-existentialistische Verachtung zu verteidigen (Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes, S. 223).

Zweiter Teil folgt.

Der Artikel erschien zuerst in: Theologisches 44 (2014) 129-134.


21. März
Die Fantasie verchristlichen

Von Petra Kehl

Seit einigen Jahren gibt Regina Doman in den USA Liebesromane für Teenager heraus, die auf Märchen der Brüder Grimm basieren, deren Handlung aber in der heutigen Zeit angesiedelt ist. Die Anregung hierzu erhielt sie durch Beschäftigung mit einem ihrer Lieblingsautoren: G. K. Chesterton, der in „Orthodoxie“ schreibt: „Die Dinge, die ich am meisten glaubte, die Dinge, die ich auch jetzt noch am meisten glaube, sind die Dinge, die man Märchen nennt.“

Inzwischen sind sechs so genannte „Fairytale novels“ erschienen, die bei katholischen Teenagern in den USA sehr erfolgreich sind. Einer der Titel, „Der Schatten des Bären“, ist inzwischen auch auf deutsch erschienen.

Realistische Helden, keine „Märchenprinzen“

Dass uns Märchen viel zu sagen haben, ist bekannt. Märchen ebenso wie gute Dichtung, davon ist Doman überzeugt, schenken uns Vorstellungen, Bilder und Ideen, die uns im Gedächtnis bleiben und unsere Fantasie erweitern. Sie helfen uns, uns von Dingen ein Bild zu machen, die wir uns nur schwer vorstellen können. So versucht Regina Doman, das Gute zu visualisieren und attraktiv zu machen. Ob man das ausgerechnet mit Liebesgeschichten tun kann? Davon ist die Autorin überzeugt. Doch ihre Liebesromane unterscheiden sich in zahlreichen Punkten von den Romanen dieses Genres, die heute den Teenagern zuhauf geboten werden. Das fängt bereits mit dem Helden an. Er ist nicht der sprichwörtliche „Märchenprinz“, der alle Eigenschaften in sich vereint, die sich die Mädchen in den gängigen Romanen erträumen. Denn diese „erträumten“ Eigenschaften sind ein Spiegelbild der Mädchen selbst, ihrer eigenen Eigenschaften, sind also selbstbezogen. Jungen jedoch sind keine Mädchen. Somit unterscheiden sie sich zwangsläufig von Mädchen, denn Mann und Frau sollen ja einander ergänzen. Doman arbeitet hier gegen den Trend, der vielfach bei den Leserinnen falsche Vorstellungen und Erwartungen hervorruft. Sie schafft bewusst realistische Helden. Ihre „Prinzen“ sind nicht perfekt, aber doch Vorbilder, an denen sich die Leser orientieren können. Das ist der Autorin wichtig, deshalb investiert sie viel Arbeit darein, gute Helden zu erschaffen. Und damit sich auch Jungen von den Romanen angesprochen fühlen, ist mit der Liebesgeschichte stets ein spannender Kriminalfall verbunden.

Noch in einem weiteren wichtigen Punkt sind Domans Romane anders als die gängigen Liebesromane: Die jungen Leute bemühen sich um Reinheit. Bei der Kleiderwahl geht es den Mädchen nicht darum, möglichst „sexy“ auszusehen, sondern hübsch und sittsam zugleich. Den Jungen wiederum geht es nicht darum, wie sie bei den Mädchen auf „ihre Kosten“ kommen können. Vielmehr steht im Vordergrund die Standeswahl – Ehe oder Priestertum – und die Frage: Werde ich ein guter Ehemann und Vater sein können? Körperliche Nähe vor der Ehe wird vermieden. Das gegenseitige Kennenlernen ist von gegenseitigem Respekt geprägt und dient nur einem Ziel – Ehe.

So hält es Regina Doman bereits in ihrem ersten Roman „Der Schatten des Bären“, der vor mehr als zehn Jahren erstmals erschien und nun in deutscher Ausgabe vorliegt:

Schneeweißchen und Rosenrot in New York

Blanche und Rose Brier leben mit ihrer verwitweten Mutter in New York ein eher zurückgezogenes Leben. Mit ihrem Interesse für Gedichte, Musik und Märchen sowie ihrem aktiven katholischen Glaubensleben fallen sie selbst in ihrer katholischen Schule St. Catherine aus dem Rahmen. Die zurückhaltende Blanche wird gemobbt, die impulsive Rose dagegen weiß sich auf durchaus handfeste Weise zu wehren. Die Mädchen sind Außenseiter. So ist es kein Wunder, dass sie rasch Freundschaft schließen mit dem jungen Mann, der eines Tages die Mutter auf der Straße vor einem Auto rettet.

Doch Bär, wie er sich nennt, ist von einem Geheimnis umgeben. Blanche ahnt, dass eine Gefahr von ihm ausgeht. Auch gibt er gleich bei der ersten Begegnung offen zu, dass er wegen Drogenbesitzes im Jugendgefängnis gewesen ist. Doch die Liebe für Gedichte und Musik, die er mit den Mädchen teilt, spricht für ihn. Bald ist er jeden Abend zu Gast in dem kleinen Haus aus braunem Sandstein, vor dem zwei Rosenbüsche in Balkonkästen stehen.

Anders als die Heldinnen in so manchem Märchen streben Blanche und Rose nicht danach, Bärs Geheimnis zu durchdringen. Sie geben sich mit seiner Freundschaft zufrieden. Das ändert sich jedoch, als Bär in Blanches Gegenwart vom Direktor der Schule St. Catherine mit Hinweis auf sein Drogenvergehen vom Schulgelände verwiesen wird. Blanche hat sich inzwischen in Bär verliebt, sie hat Vertrauen zu ihm. Und so beschließen Blanche und Rose, Bärs Geheimnis zu lüften – nicht aus Neugier, sondern um seinen Namen reinzuwaschen. Damit geraten sie in ein Abenteuer, das sie fast das Leben kostet.

Regina Doman lehnt ihr erstes Jugendbuch eng an Grimms Märchen Schneeweißchen und Rosenrot an, dessen Schauplatz sie jedoch in die heutige Zeit und in eine Großstadt – New York City – verlegt. Wie im Märchen sind die Schwestern charakterliche Gegensätze. Blanche ist zurückhaltend, wird von dunklen Vorahnungen und unbestimmten Ängsten geplagt. Die Großstadt steckt für sie – wie der Wald im Märchen – voll unbekannter Gefahren, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Rose dagegen sieht die Stadt als Ort der Abenteuer, denen sie bedenkenlos entgegengeht. Dementsprechend bringt sie ihre Sorglosigkeit in manche Gefahr. Und doch ist es am Ende Blanche, die, über ihre eigene Schwäche und Ängstlichkeit hinauswachsend, durch die Kraft ihrer Liebe zu Bär getragen, den „bösen Zwerg“ zu Fall bringt.

Wie im Märchen, so liegt auch in dieser gelungenen Mischung aus zarter Liebesromanze und Kriminalroman die Wirklichkeit hinter dem äußeren Schein verborgen. Bär, im Märchen der verwunschene Prinz, ist nur vordergründig der heruntergekommene jugendliche Ex-Häftling. Blanche entdeckt schon bald an ihm eine Ausstrahlung von Würde, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit. Er zeigt sich der Familie gegenüber verantwortungsvoll, rücksichtsvoll und offen. Dementsprechend gestaltet sich seine aufkeimende Liebe zu Blanche. Aus Sorge um sie verschwindet er aus ihrem Leben, als er merkt, dass er sie in Gefahr bringt. Und am Ende der Geschichte, als der „böse Zwerg“, der gefährliche Widersacher, besiegt ist, gewinnt Bär, der sich charakterlich als „Prinz“ erwiesen hat, auch äußerlich seine eigentliche Gestalt als „Prinz“ zurück. Rob hingegen, der Schwarm aller Mädchen der Schule, wird für Rose zur Enttäuschung. Er sieht zwar äußerlich einem „Prinz“ ähnlicher als Bär, wie Blanche feststellt, doch dem Charakter nach ist er ein Schurke. Nur gut, dass es mit Fisch noch einen weiteren „verwunschenen Prinzen“ in dem Roman gibt – für die zweite Schwester.

Regina Doman stellt zwei Jungentypen einander gegenüber. Den ernsthaften, wirklich Liebenden und jenen, für den Liebe nur ein Spiel ist und ein Mädchen nur die Beute. Sie stellt klar: Liebe und Ehe erfordern den ganzen Mann, der sich der Frau, die er liebt, in Ganzhingabe schenkt. Da lässt Regina Doman zweifellos Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben einfließen, denn die „homeschooling Mom“ von neun Kindern ist seit mehr als 20 Jahren glücklich verheiratet.

Regina Doman: Der Schatten des Bären
broschiert, 240 Seiten, Verlag Petra Kehl
Für Jugendliche ab 14 Jahren


20. März
Hedonistische Moral als Lehrmeister?

Noch befremdlicher ist die Feststellung von Bischof Bode, die den Eindruck vermittelt, wir hätten jetzt neben Schrift und Tradition noch eine dritte Glaubens- und theologische Erkenntnisquelle, nämlich die Lebenswirklichkeit des heutigen Menschen: die Grundfrage sei, ob nicht nur Schrift und Tradition, “sondern auch die Realität von Menschen und der Welt” Quellen der theologischen Erkenntnis seien. Ist der Bischof wirklich der Meinung, das kirchliche Lehramt, das nach dem Zweiten Vatikanum die Aufgabe hat, Schrift und Tradition unversehrt zu bewahren, sollte bei einer Zeit und Gesellschaft in die Lehre gehen, die dem Glauben längst entfremdet millionenfache Abtreibung duldet und in der eine völlig hedonistische und utilitaristische Moral tonangebend, ja allgemein anerkannt und praktiziert wird?

Der Philosoph Prof. Dr. Walter Hoeres in einem Leserbrief, Tagespost vom 5. März 2015

Vgl. dazu meine Glosse


20. März
Paul Marx

Vor fünf Jahren, am 20. März 2010, starb in Collegeville, Minnesota, im Alter von 89 Jahren P. Paul Marx OSB, der von Papst Johannes Paul II. ein “Apostel des Lebens” genannt wurde.


19. März
Monatsranking Februar 2015

Platz Monatsranking Februar 2015
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von 571 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Recktenwald / Bordat: Fasten

+ 36
3

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

+/- 0
10

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+ 2
20

Papst Pius XII

+ 11
30

Spaemann: Rationalität und Gottesglaube

- 1
40

Papst Benedikt XVI. und der Islam

- 31
50

Christa Meves: Die Mutter gehört zum Kind

+ 4
60

Swinburne: Gibt es einen Gott?

- 8
100

Richard Wurmbrand / Paulos Faraj Rahho / Metodio Domenico Trcka

- 8

Zum Ranking der Vormonate

Zum Jahresranking


18. März
Der Christ und die Veränderung

Was einst war, ist vergangen (Offenbg 21,4)

Von Eduard Kamenicky

Zweite Folge

Lassen sich solche Gedanken in vernünftiger und verantwortlicher Weise schon auf die allgemeinen Zustände der menschlichen Gesellschaft und ihre Gestaltung nicht anwenden, so werden sie, ins Kirchliche gewandt, erst recht fragwürdig, ja unvertretbar. Wenn man nämlich von derartigen Überzeugungen ausgeht, kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß der Abbruch der bisherigen Strukturen der Kirche und die Auflösung der überkommenen christlichen Lebensformen schon die Annäherung an das Ideal bedeuten und, konsequent durchgeführt, die Etablierung wahrer Christlichkeit, deren Wesen früher weder erkannt noch erstrebt wurde, verbürgen. Daß dies nach den Vorstellungen radikaler Programmatiker nicht weniger als die Selbstaufgabe der Kirche in ihrem überlieferten Sinn und ihr Untergehen in der Welt beinhaltet, ist ja seit geraumer Zeit kein Geheimnis mehr. Ist es schon ganz allgemein nicht berechtigt, die Veränderung als einen Wert an sich zu betrachten, so natürlich ebenso nicht im kirchlichen Bereich, wo die Anwendung dieser Maxime erst recht fatale Folgen nach sich ziehen muß. Denn nicht jede Veränderung ist eben auch schon eine Verbesserung, nicht jeder Umbruch ein Aufbruch, nicht alles, was sich Reform nennt, tatsächlich eine Reform. Aber das liegt derart auf der Hand, daß es keiner weiteren Ausführung bedarf.

Veränderung in objektiver Sicht

Hiezu wäre in knappen Sätzen etwa folgendes zu sagen:

1. Veränderung ist, so paradox das klingen mag, eine der großen Konstanten der Geschichte. Das heißt mit anderen Worten: Es gab immer Veränderung, wird immer solche geben. Das Fixieren irgend eines bestimmten Zustandes für eine unbegrenzte Dauer ist dem inneren Gesetz der Zeit, des Flusses der Dinge, des irdischen Geschehens, der ständigen Umgruppierung der Menschheit und dem notwendigen Wandlungsprozeß des einzelnen Menschen entgegengesetzt.

2. Von jedem augenblicklich vorliegenden Zustand gibt es eine mögliche Veränderung zum Besseren oder zum Schlechteren. Zum Besseren, weil der absolut vollkommene Zustand hienieden nicht erreicht werden kann; zum Schlechteren, weil auch ein immer weiterer Abstieg in dieser Welt an sich jederzeit möglich bleibt. Folglich geht es darum, sich mit der unausschaltbaren Veränderung in der Welt positiv abzufinden. Dies bedeutet aber nicht, sie einfach hinzunehmen, geschehen zu lassen, in jedem Falle abzuwarten und sodann passiv zu erleiden, sondern es verlangt, sie zu einer Veränderung auf das Bessere hin zu bestimmen, bewußt zu beeinflussen, in klar gewählte Richtungen in Gang zu setzen und fortwährend in dieselben geduldig zu steuern.

3. Für den Christen hat dies einen noch viel konkreteren Inhalt und dementsprechend tiefere Bedeutung. Er hat Veränderung als die Chance zu immer größerer Annäherung an Gott zu verstehen und darf daher in allen Wandlungsprozessen die stets vollkommenere Übereinstimmung mit Gottes Wort und Willen erstreben. Für den Einzelnen heißt das, in allen Entwicklungen, die er selber durchmacht, immer mehr dem Plane Gottes zu entsprechen, persönlich immer reiner, heiliger, gottverbundener zu werden. Für die große gesellschaftliche Ganzheit der Menschheitsfamilie und der Kirche bedeutet es aber, den vollen Durchbruch der Gottesherrschaft über die Welt zu befördern, indem jede sich ereignende Veränderung dazu beitragen soll, den Sieg des Reiches Gottes über das Reich Satans zu befestigen und jenes Vormacht über dieses auszubauen.

Aktuelle Bezüge

Je klarer man erkennt, daß die zu unserer Zeit in großem Stil versuchte kirchliche Reform keine wahre Reform darstellt, oder, anders gesagt, als solche mißglückt ist, oder, vielleicht, von Strömungen unterwandert und schließlich verfälscht wurde, die anderes als eine Reform der Kirche im Schilde führen, gleichviel -: je reform-müder ein Christ aufgrund dieser Erfahrungen ist, desto reform-freudiger und reform-eifriger müßte er eigentlich werden. Denn daß die Kirche gerade jetzt, in eben dem Zustand, in dem sie sich befindet, einer tiefgreifenden und umfassenden wahren Reform bedarf, kann nicht in Zweifel gezogen werden.

Solche notwendige Veränderung zum Besseren geschieht aber weder von selbst, noch wird sie durch bestimmte Einzelereignisse allein bewirkt, die an sich den nicht aufzuhaltenden Wandel in der Historie markieren. Ein solches Moment der Kirchengeschichte ist etwa der Beginn eines neuen Pontifikates. Es fällt ja auf, wie sehr man von verschiedenen Seiten geneigt ist, diesen eher als eine Prolongierung der beiden abgelaufenen Pontifikate zu betrachten, denn als jenes Neue, das er doch in sich unvermeidlich darstellt. Hier mag bei den einen der Wunsch der Vater des Gedankens sein, bei den anderen aber eine gewisse Resignation, in der man sich den neuen Aufbruch des Unverfälschten und Echten aus der Mitte des Lebens, aus dem Schoß der Kirche, offenbar nicht mehr recht vorstellen kann. In diesen Deutungen wird auf der einen Seite eine interessante Unbeweglichkeit der sonst so vieles Bewegenden festzustellen sein, auf der anderen Seite aber eine bestürzende Glaubensschwäche. Denn gerade in gläubiger Sicht kann man doch Gottes Kraft, sein Werk zu entfalten, nicht auf bestimmte Epochen der Geschichte beschränken, noch gar Allmacht und Gnade als mit Trient, Gegenreformation, Barock oder Pius XII. erschöpft ansehen. Sollte Christus nur mehr für die als “Vater der Zukunft” gelten, deren Christus-Bekenntnis im übrigen kaum mehr etwas von christlichem Glauben enthält?

So sehr es, richtig verstanden, immer stimmt, daß die Zukunft bereits begonnen hat, bleibt nun zu befüchten, daß sie das gerade in der Kirche wieder einmal getan hat und weiterhin tut - “ohne uns”, das heißt unter skeptischem, entmutigtem, kaum mehr etwas erhoffendem Beiseitestehen derer, die eigentlich am tiefsten und lebendigsten die Kirche lieben, die Kirche brauchen, diese Kirche sind. Hierin müßte am schnellsten und entschiedensten ein Wandel, eine Veränderung zum Besseren eintreten. Auch ein neuer Pontifikat wird weder allein von dem geprägt, was ihm vorausging und was er als Erbe übernehmen muß, noch allein von dem, was der neue Pontifex an Initiativen »motu proprio« (aus eigenem Antrieb) setzt, sondern in bedeutendem Maße von dem, was in der Kirche selber als treibende Kraft, als geistiger Impuls, als gestaltendes Glauben und Wollen lebendig wirksam wird.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


17. März
Kakure Kirishitan

Vor 150 Jahren, am 17. März 1865, entdeckte der katholische Missionar P. Bernard Petitjean (1829-1884) in Nagasaki fünfzehn “verborgene Christen” (Kakure Kirishitan), die seit der Verfolgung zu Beginn des 17. Jh. über 200 Jahre lang ohne Priester und ohne Kontakt zur Weltkirche am Glauben festgehalten hatten.


17. März
José Estalayo García

Vor 100 Jahren, am 17. März 1915, wurde in San Martin de Perapertú, Palencia, der selige José Estalayo García geboren. Er trat in den Passionistenorden ein und trug dort den Namen Josef von den heiligsten Herzen. Am 23. Juli 1936 erlitt er im Spanischen Bürgerkrieg in Manzanares zusammen mit elf weiteren Passionisten das Martyrium. Die Seligsprechung erfolgte am 1. Oktober 1989.


17. März
Theresia von Lisieux

Vor 100 Jahren, am 17. März 1915, wurde in Bayeux der Apostolische Prozess zur Seligsprechung der Karmelitin Theresia von Lisieux (1873-1897) eröffnet. 1923 wurde sie selig-, 1925 heiliggesprochen, 1927 zur Patronin der Weltmission ernannt.


15. März
Maurilius Macho Rodríguez

Vor 100 Jahren, am 15. März 1915, wurde in Villafría bei Burgos der selige Fr. Maurilius vom Jesuskind geboren. Er war Passionist, trug dort den Namen Maurilius vom Jesuskind und starb mit acht weiteren Passionisten nach schweren Misshandlungen als Märtyrer im Spanischen Bürgerkrieg am 22. Juli 1936. Am 1. Oktober 1989 wurde er mit 25 weiteren Märtyrern des Spanischen Bürgerkriegs seliggesprochen.


15. März
Placidus Riccardi

Vor 100 Jahren, am 15. März 1915, starb in Rom im Alter von 70 Jahren der aus Trevi, Diözese Spoleto, stammende selige Placidus Riccardi OSB. Er war ein “Erneuerer des klösterlichen Lebens, vor allem aber unermüdlich in der Seelsorge für die Wallfahrer (‘Apostel der Sabina’)” (A. Schmitt im LThK, 2. Auflage). 1954 wurde er seliggesprochen.


13. März
Hermann V. von Wied

Vor 500 Jahren, am 14. März 1515, wurde Hermann V. von Wied zum Erzbischof von Köln gewählt. Seit Ende der 30er Jahre sympathisierte er immer mehr mit der Reformation bis hin zu dem Entschluss, sie in seinem Bistum einzuführen. Der hl. Petrus Canisius sah die Gefahr und konnte sie noch rechtzeitig abwenden: Auf sein Betreiben wurde Hermann 1546 von Papst Paul III. abgesetzt.


13. März
Johannes von Ávila

Vor 450 Jahren, am 14. März 1565, erließ Papst Pius IV. eine Bulle, die die Fakultäten bestätigte, die der Universität von Beaza (Jaén) 1538 von Papst Paul III. in seiner Ermächtigungsbulle an den hl. Johannes von Ávila zur Gründung der Universität gewährt worden waren. Pius IV nennt den hl. Johannes von Ávila darin einen “hervorragenden Lehrer in Theologie und Prediger des Gotteswortes”. Papst Benedikt XVI. ernannte am 7. Oktober 2012 den Heiligen zum Kirchenlehrer.


12. März
Nikephoros I.

Vor 1200 Jahren, am 13. März 815, wurde der hl. Nikephoros I. als Patriarch von Konstantinopel abgesetzt, weil er sich im Bilderstreit gegen Kaiser Leon V. wandte. Er wurde in die Nähe von Chalkedon verbannt und starb am 5. April 828 im Alter von über 70 Jahren.


12. März
Joseph Zhang Dapeng

Vor 200 Jahren, am 12. März 1815, starb in Guiyang als Märtyrer im Alter von etwa 61 Jahren der Familienvater und Katechist Joseph Zhang Dapeng. Am 1. Oktober 2000 wurde er mit 119 weiteren Märtyrern, die der Christenverfolgung in China zum Opfer fielen, heiliggesprochen.


11. März
Barmherzigkeit

Von P. Engelbert Recktenwald

Zweiter und letzter Teil

Doch wenn Becker und Kurzke schon Unbehagen empfinden angesichts der Möglichkeit der späten Bekehrung, wie groß müsste dann erst das Unbehagen sein angesichts einer Heilsvermessenheit, die jede Bekehrung als unnötig ansieht? Diese Vermessenheit wird von Eckhard Bieger SJ und Christian Schnaubelt als ein Grundzug der nachkonziliaren Zeit beschrieben: “‘Katholisch’ fühlt sich seit dem Konzil anders an. Es ist weniger von Disziplin, religiöser Observanz, sondern mehr von Offenheit und dem Gefühl getragen, dass jeder Mensch eigentlich in den Himmel kommt. Dies ist auch einer der Gründe, warum die bis in die 60er-Jahre intensive Beichtpraxis weitgehend zusammengebrochen ist” (in: 27 x katholisch, Paderborn 2014, S. 37 f).

Es geht also nicht mehr darum, dass uns, wie Becker und Kurzke gegenüber Spee meinten, das Leben heute wichtiger sei als das Sterben. In Wirklichkeit haben für den nachkonziliaren Christen Leben wie Sterben gleichermaßen ihre Heilsrelevanz verloren, weil wir sowieso alle in den Himmel kommen. Wen wunderts, dass eine solche Heilsgewissheit noch viel mehr die Vermessenheit fördert als die Aussicht auf eine letzte Chance in der Sterbestunde? Die Kritik an Spee fällt mit noch größerer Wucht auf den nachkonziliaren Christen zurück.

Der Zusammenbruch der Beichtpraxis ist, wie Bieger und Schnaubelt richtig feststellen, die notwendige Folge. Bekehrung und Sündenvergebung hat der nachkonziliare Christ nicht mehr nötig. Die Barmherzigkeit Gottes ist überflüssig geworden. Der nachkonziliare Heilsoptimismus hat also nichts mit einer Neuentdeckung von Gottes Barmherzigkeit zu tun. Er hat sie vielmehr in jene zahnlose Gutmütigkeit verwandelt, die letztlich auf eine Gleichgültigkeit Gottes gegenüber Gut und Böse hinausläuft. Das hat wiederum Rückwirkungen auf das Menschenbild: Der nachkonziliare Christ beraubt sich auf selbstentmündigende Weise der Ewigkeitsverantwortung für seine Taten und erniedrigt sich zu einer belanglosen Eintagsfliege mit anschließender Zwangsbeglückung.

Der leichtfertige Heilsoptimismus verhindert gerade die Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit, die nicht darin besteht, die Sünde zu bagatellisieren, sondern das Unverzeihliche zu verzeihen. Um die göttliche Barmherzigkeit neu zu entdecken, bedarf es keiner neuen Theologie, sondern der Besinnung auf das, was die Kirche immer gelehrt hat. Wir leben in einer Zeit, in der viele Theologen mit Verachtung auf die Tradition herabblicken und so tun, als ob ein nachkonziliarer Gott der Liebe einen vorkonziliaren Gott der Strenge abgelöst habe. Das Gegenteil ist der Fall.

“Gott hat das sehnlichste Verlangen nach unserem Heil. Sobald daher der Sünder nur in sich geht, seine Sünden ganz allgemein verabscheut und sich zum Herrn bekehrt (er mag dann später, wenn sich Gelegenheit bietet, die Sünden einzeln vornehmen und bereuen), schenkt uns Gott schon Seine Verzeihung und umfängt den Sünder in väterlicher Liebe.” So heißt es im Römischen Katechismus, der im Auftrag des Konzils von Trient herausgebracht wurde. Dieser Text fasst präzise zusammen, worin Gottes Barmherzigkeit besteht. Der hl. Pfarrer von Ars drückt es so aus: “Gott ist mehr bereit, einem reuigen Sünder zu verzeihen, als eine Mutter, ihr Kind aus dem Feuer zu retten.” Diese so trostreiche Vergebungsbereitschaft Gottes reicht tatsächlich bis zur letzten Lebensstunde eines Menschen und ist für jeden reuigen Sünder der sichere Rettungsanker.

Der Echtheitstest für die Reue ist die Bereitschaft, sich der eigenen Sünden anzuklagen. In diesem Sinne sagt der hl. Franz von Sales: “Wenn der Mensch sich freispricht, klagt Gott ihn an; wenn der Mensch sich anklagt, spricht Gott ihn frei.” In der nachkonziliaren Verkündigung ist dem Christen die Selbstanklage abgewöhnt worden.

Wenn der Herr im zwanzigsten Jahrhundert der hl. Schwester Faustina Kowalska seine Sehnsucht geoffenbart hat, dass die Menschen seine grenzenlose Barmherzigkeit entdecken und an sie glauben, dann war das eine Einladung, sich ihr im Sakrament der Barmherzigkeit in die Arme zu werfen. Das Vertrauen, das er von uns erwartet, besteht in der Selbstauslieferung an seine umwandelnde Liebe. Wenn Gott vergibt, bedeutet dies immer auch, dass sein Erbarmen unser Herz verwandelt. Vergebung ist keine bloß äußerlich verfügte Amnestie über die Köpfe der Schuldigen hinweg.

Nach einem Bonmot Chestertons besteht die Sünde gegen den Heiligen Geist darin, nicht mehr nach der Sündenvergebung zu streben. Im nachkonziliaren Frühling ist dieses Streben unnötig geworden, weil eine vorgeblich bedingungslose Heilszusage Gottes auch eine bedingungslose Vergebung impliziert. An die Stelle der persönlichen Begegnung mit Gottes Erbarmen ist ein Heilsautomatismus getreten, der das Ringen um Bekehrung überflüssig macht. Die Verkündigung einer solchen Heilszusage ist nichts anderes als eine elegante Weise, den Sünder von Gottes Barmherzigkeit abzuschneiden. Sie ist nicht barmherzig, sondern grausam.

Zum ersten Teil


10. März
Gefoltert im Irak

"Sie versperrten die Straße, hielten mir eine Waffe ins Gesicht und zwangen mich in ein Auto. Vom ersten Tag an verprügelten sie mich, brachen mir meine Nase und schlugen mir die Zähne aus. Sie drohten mich zu töten. Ich bin kein Held. Bis heute schlafe ich deshalb schlecht und habe Alpträume. Aber ich schrie nicht, ich bettelte nicht um mein Leben. Ich verstehe bis heute nicht, wie ich während dieser Zeit so ruhig bleiben konnte."

P. Douglas Bazi, Priester der chaldäisch-katholischen Kirche, der 2006 in Bagdad von Islamisten gekidnappt wurde, zitiert in Open Doors. Heute ist er Leiter eines Flüchtlingslagers in Ankawa, einem Vorort von Erbil.


10. März
John Ogilvie

Vor 400 Jahren, am 10. März 1615, starb in Glasgow im Alter von ca. 35 Jahren der hl. John Ogilvie. Mit siebzehn Jahren vom Calvinismus zum katholischen Glauben konvertiert, trat er 1599 in die Gesellschaft Jesu ein, wurde 1610 zum Priester geweiht und wirkte fortan während der anglikanischen Katholikenverfolgung heimlich unter Lebensgefahr in Schottland. 1614 verraten und verhaftet, blieb er trotz schwerer Folter dem Glauben treu und wurde schließlich wegen Hochverrats gehängt. Am 17. Oktober 1976 wurde er heiliggesprochen.

Über die Katholikenverfolgung in England


9. März
Jesus, einzigartig

Von Peter Kreeft

Siebter Teil

Thomas: Viele Menschen glauben, dass er Gott war.

Sokrates: Du meinst, ein Gott.

Thomas: Nein, Gott, der höchste Gott. Der eine und einzige Gott.

Sokrates: Offensichtlich meint ihr mit dem Wort Gott etwas ganz anderes als ich, vor allem wenn man das Wort in der Einzahl verwendet.

Thomas: Nein, Sokrates. Im Gegenteil, der Gott, von dem sie sprechen, ist sogar noch göttlicher, noch erhabener, noch vollkommener als der Gott, von dem du sprichst.

Sokrates: Und sie sagen, dass der Mensch Jesus, dieses menschliche Wesen, der höchste Gott sei?

Thomas: Ja, das sagen sie.

Sokrates: Wer? Wer glaubt daran?

Thomas: Die Christen.

Sokrates: Alle Christen?

Thomas: Auf jeden Fall viele Christen.

Sokrates: Die Mehrheit?

Thomas: Vermutlich.

Sokrates: Ist es eine Auffassung neueren Datums? Gehören die Christen, die das glauben, einer kleinen Sekte an?

Thomas: Nein, es ist die althergebrachte Auffassung.

Sokrates: Seit wann gibt es sie?

Thomas: Seit der Zeit, als Jesus gelebt hat.

Sokrates: Bemerkenswert! Aber wenden wir uns von dem messbaren Zeitraum der Überprüfung dieser Auffassung zu. Wie steht es mit euren Philosophen und Theologen? Glauben dies auch die Weisesten unter euch?

Thomas: Bis vor Kurzem glaubten es die meisten christlichen Philosophen und Theologen.

Sokrates: Das ist noch bemerkenswerter! Und wie steht es mit euren heiligen Männern und Frauen?

Thomas: Die Heiligen? Sie vertreten sogar noch einmütiger diese Auffassung.

Sokrates: Ist es die offizielle Lehre?

Thomas: Ja. Alle Glaubensbekenntnisse lehren es.

Sokrates: Glaubensbekenntnisse?

Thomas: Die offiziellen Glaubensverlautbarungen.

Sokrates: Es gibt da mehr als eines?

Thomas: Ja.

Sokrates: Und sie alle sagen dasselbe aus?

Thomas: Ja, auf verschiedene Art.

Sokrates: Und wie steht es mit den unmittelbaren Jüngern, die Jesus persönlich gekannt haben? Glaubten sie, dass er Gott war?

Thomas: Ja, Sokrates, Wie du siehst, kann ein Aberglaube ziemlich einflussreich sein, wenn er erst mal in Gang gekommen ist ...

Sokrates: Es scheint so. Und wer hat ihn in Gang gesetzt?

Thomas: Nun, den Berichten nach er selbst. Das ist der Grund, warum man ihn gekreuzigt hat - wegen Blasphemie.

Sokrates: Behauptete er selbst, Gott zu sein?

Thomas: Ja.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


8. März
Jahresranking 2014: Die Top 80

Zweiter Teil: Die Plätze 41 bis 80

Zu den Aufsteigern des Jahres im zweiten Teil der Top 80 gehören der Traum des hl. Don Bosco über den Schild des Glaubens (Platz 68) und der Beginn der Eroberung Spaniens durch den Islam im Jahre 711 (Platz 54).

Platz Jahresranking 2014
Die Plätze 41 bis 80 von 571 Seiten
Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
41

Der Papst und die Kondome

+10
42

Friedrich von Spee und der Hexenwahn

+1
43

Hurnau: Die Schule der Exorzisten

-12
44

Recktenwald: Moral ohne Gott?

+8
45

Zitatensammlung

+14
46

Der Streit um die Evolution

-6
47

Josef Pieper: Was heißt philosophieren?

-9
48

G. K. Chesterton

-1
49

Über den Missbrauchsskandal in der Kirche

+1
50

Wandlungsworte: Das Blut des Bundes - vergossen für alle?

+13
51

Christa Meves: Die Mutter gehört zum Kind

+27
52

Über die Erbsünde

-3
53

Holden: Benedikt XVI. und die Reform der biblischen Exegese

+15
54

711: Der Islam erobert Spanien

+83
55

Recktenwald: Darf man im Katastrophenfall Passagierflugzeuge abschießen?

+37
56

Swinburne: Gibt es einen Gott?

-1
57

Recktenwald: Die Bedeutung des Engelglaubens

+/-0
58

Papst Pius XI.

+4
59

Martin Ramm: Der Ritus der hl. Messe: Die Opferung

+35
60

Die Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem

-2
61

Bernward Deneke: Priesterkleidung

-15
62

Die Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria

-9
63

Spaemann: Die europäische Kultur und der banale Nihilismus

-2
64

Grisar: Luther und der Ablassstreit

+/-0
65

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

+36
66

Josef Pieper

+19
67

Spaemann: Wirklichkeit als Anthropomorphismus

+9
68

Beiträge zur Kirchenkrise

-3
68

Ilona Szollár: Der Schild des Glaubens

+184
70

Ratzinger: Wir müssen die Dimension des Heiligen in der Liturgie zurückerobern

+/-0
71

Josef Bordat: Peter Wusts Ungewißheit und Wagnis

+2
72

Engelbert Recktenwald: Der Gottesbeweis Anselms von Canterbury

+12
73

Urs Keusch: “Alles wird gut werden”

+74
74

Kamenicky: Die auf dich warten

+28
75

Michael Novak: Einsame Atheisten

-4
76

Recktenwald: Maria im Heilsplan Gottes

+20
77

Walter Hoeres: Adorno oder der zweideutige Fortschritt

-8
78

Recktenwald: Der Verrat am Konzil;
Lugmayr: Dogmatisch oder pastoral? Die Frage seiner Autorität

-22
79

Benedikt XVI., Anwalt der Vernunft

-49
80

Gertrud von Le Fort: Die Letzte am Schafott

+10

Zu den Plätzen 1 bis 40 und zum Jahresranking 2013


7. März
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

Zweite Folge

Da kam 1576 P. Martin de Silva als Prokurator der indischen Mission nach Europa, um neue Arbeiter zu werben. Fußfällig bat ihn Rudolf, damals schon trotz seiner Jugend Repetitor der Philosophie am Deutschen Kolleg in Rom, sich für ihn zu verwenden, und nun ließ P. Everard Mercurian, durch eine höhere Eingebung erleuchtet, den flehentlich Bittenden ziehen.

In Lissabon empfing Rudolf die heilige Priesterweihe und las kurz vor seiner Abfahrt nach Indien seine erste heilige Messe. An Bord der portugiesischen Flotte, die am 24. März 1578 in See stach, befanden sich 14 Jesuiten, unter ihnen Benedikt Palmio, der spätere Provinzial von Goa, der selige Märtyrer Nikolaus Spinola, Michele Ruggieri und Matthäus Ricci, die Begründer der Jesuitenmission in China.

Die Reise nach den Missionsländern war damals keine Vergnügungsfahrt. „Meine Kammer im Schiffsraum“, so schrieb Rudolf noch aus Lissabon, „kommt mir bald wie ein Kerker bald wie ein Grab vor, da sie bloß zwei Fuß in der Höhe und ebensoviel in der Breite hat, so daß ich weder kniend noch stehend, sondern bloß in sitzender oder liegender Stellung beten kann. Trotzdem ,freue ich mich in dem, was mir gesagt wurde: Ins Haus des Herrn werden wir eingehen’ (Ps 121, 1), zumal ich so dem Kreuze unseres Herrn gleichförmiger werde. Ja ich bin dermaßen mitten in diesem Ungemach zufrieden und erfahre darin solche Süßigkeit, daß ich meinen Beruf auch mit der ganzen Welt nicht vertauschen möchte. Es ist mir dabei klar geworden, daß es etwas sehr Verschiedenes ist, Gott im Elend oder aber frei von jeder Beschwerde zu dienen, und daß manche zu Haus in ihrem Zimmer, wo sie weit von jeder Gelegenheit entfernt sind, ihre Tugend zu erproben, wohl mit Tugenden ausgerüstet zu sein wähnen, die in Wirklichkeit oft mehr ein Schatten als wahre Tugend sind.“

Bei seiner Landung in Goa fiel Rudolf mit Freudentränen in den Augen auf seine Knie und küßte den Boden, der durch das Andenken des hl. Franz Xaver geheiligt war.

Goa, vornehm hingelagert an einer kleinen Meeresbucht der Ranaraküste, war damals noch der machtvolle Sitz der alten Portugiesenherrschaft in Indien. An 200.000 Einwohner soll die Stadt zur Zeit ihres höchsten Glanzes gezählt haben. Zahlreiche Kuppeln und Zinnen von Kirchen und Klöstern verschiedener Orden, eine schöner als die andere, leuchteten in den Strahlen der goldenen Tropensonne.

Hier war seit Franz Xaver auch der Mittelpunkt der Jesuitenmission. Hier stand das herrliche, durch die königliche Freigebigkeit Johanns III. von Portugal fundierte Kolleg und Noviziatshaus vom hl. Paul, hier das vom hl. Franz übernommene Seminar vom heiligen Glauben für einheimische Knaben und Priesterkandidaten, hier das vom hl. Ignatius angeregte Katechumenenhaus, das von Paul von Camerino errichtete große Spital und andere der Erziehung und der Liebestätigkeit geweihte Anstalten.

Von Goa aus hatte sich das Christentum über die übrigen Besitzungen der Krone Portugals ausgedehnt, und aus seinem Hafen segelten alljährlich die aus Europa gekommenen Missionäre nordwärts bis Ormuz im Persischen Golf, südwärts nach Malabar, Cochin, Kap Komorin, Ceylon usw. und ostwärts nach Malakka, den Molukken und Japan.

Mit der Ausdehnung des Missionsgebietes wuchs das Bedürfnis nach neuen Kräften. Freudig wurden daher die neuen Arbeiter begrüßt und in das weite Arbeitsfeld verteilt.

Aquaviva, dessen zarte Gesundheit den Strapazen des Heidenapostolates nicht gewachsen schien, sollte zunächst als Professor der Philosophie für die jüngeren Ordensgenossen in Goa verbleiben. Es war für seinen brennenden Eifer eine harte Enttäuschung. Demütig und ergeben in Gottes Willen fügte er sich und lebte in treuer Pflichterfüllung seinem Berufe, ein Beispiel vollendeter Tugend, zu dem alle bewundernd emporschauten. Was in seiner Seele vorging und wie er den Missionsberuf auffasste, spiegelt sich in einem Briefe, den er damals an seine Mitbrüder in Europa sandte. Er zählt darin die Gründe auf, weshalb er gerade die Mission von Indien so sehr liebe. Der erste Grund sei die Gewißheit, daß Christus der Herr ihn hierher berufen habe, damit er an der Verwirklichung der hohen Ziele mitarbeite, um derentwegen der Heiland Mensch geworden und am Kreuze gestorben sei. – „Der zweite Grund ist, weil das Land hier Überfluß an Mühen und Leiden hat, wie sie zur Nachfolge Christi gehören. – Der dritte, weil ich hier allem entrückt bin, was das Herz an die Erde fesseln und an der freien Hingabe an Gott hindern könnte. Glaubt mir, meine Brüder, solange man in der Heimat, unter Eltern, Verwandten und Freunden und den Bequemlichkeiten des Lebens weilt, glaubt man leicht, von all dem losgeschält zu sein. Kommt man aber in die Lage, dieselben wirklich verlassen und ohne sie leben zu müssen, so erkennt man erst, wie sehr man sich hierin getäuscht hatte. – Der vierte Grund endlich ist, dass man hier buchstäblich das Gebot Christi erfüllen muß: ,Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…’ Hier wird man wirklich wieder zum Kinde und fängt gleichsam von vorne an, indem man eine ganz neue Sprache lernt und in ganz neue Verhältnisse, Sitten und Gebräuche sich einleben muß; denn Klima, Kost, Lebensart, alles ist hier ganz anders als in Europa.“

Schließlich kommt Auqaviva, wie so oft, auf sein Verlangen zurück, für den Glauben sein Blut zu vergießen, wofür Indien gute Aussicht biete, da Idalkan, der unmittelbare Nachbarfürst von Goa, stets auf dem Sprunge sei, über die Christen herzufallen, und die malabarischen Seeräuber beständig das Küstenland bedrohten.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


6. März
Christentum als Untergrabung der Moral

Öfters mal was Neues: das Christentum als Untergrabung der Moral! Nachdem man sich über die Morallastigkeit des Christentums müde beschwert hat, tut der entgegensetzte Vorwurf richtig gut. Erhoben hat ihn der Philosoph Winfried Schröder in seinem Buch Moralischer Nihilismus. Damit auseinander gesetzt habe ich mich im Geistlichen Wort des neuesten Rundbriefs der Aktion Leben.


6. März
Philipp vom hl. Michael Ruiz

Vor 100 Jahren, am 6. März 1915, wurde der selige Philipp vom hl. Michael Ruiz geboren. Er war Laienbruder bei den Passionisten und starb im Spanischen Bürgerkrieg am 22. Juli 1936 als Märtyrer zusammen mit acht weiteren Passionisten nach schlimmen Misshandlungen vor den Toren von Madrid. Am 1. Oktober 1989 wurde er mit 24 weiteren Märtyrern seliggesprochen.


4. März
Wie der Islam reformiert werden kann

Ruft man im Islam zurück zu den ursprünglichen Texten, wird nichts verbessert. Denn gerade dort finden sich die Aufrufe zum Dschihad und Futuhat, das sind Eroberungskriege. Im Sudan gab es den Versuch, die friedlichen Mekka-Suren über die kriegerischen Medina-Suren zustellen. Ergebnis: Der Reformator wurde hingerichtet. (...)
Wenn ich Koran, Hadithe und Sira studiere, stelle ich fest, dass Mohammed kein geeignetes Vorbild ist. Er ist zu widersprüchlich, zu hemmungslos. Nach 1.400 Jahren muss man sagen, dass eine Reformation des Islam nur dann gelingt, wenn man ein anderes Vorbild der Unterwerfung nimmt. Das viel geeignetere Vorbild ist Jesus. Er steht nicht unter Verdacht des Kindesmissbrauchs, bei ihm gibt es kein Gewaltpotenzial, er hat nie Menschen versklavt und keine Kriege geführt. Ich würde mich als Muslim bezeichnen, aber nach dem Vorbild von Jesus und niemals nach dem Vorbild von Mohammed. Nur so kann der Islam reformiert werden.

Aus: Kurt Beutler, “Ich will Brücken schlagen”, im Interview mit Rolf Höneisen, ideaSpektrum Schweiz. Kurt Beutler ist Autor der Bücher Zwischen Bomben und Paradies. Muslime verstehen und lieben lernen (über das Leben Mohammeds) und Perlen im Koran. Ein Christ entdeckt das Buch der Muslime.

Islam und Christentum im Vergleich


4. März
Otto Gritschneder

Vor zehn Jahren, am 4. März 2005, starb in München im Alter von 91 Jahren der Jurist und Publizist Otto Gritschneder. Unter den Nazis bekam der gläubige Katholik wegen politischer Unzuverlässigkeit Berufsverbot. Bahnbrechend wurde sein mehrbändiges Werk über den Hitler-Prozess des Jahres 1924, der durch Rechtsbeugung Hitler den Weg gebahnt habe.
In späteren Jahren war Gritschneder wiederum linken Kreisen ein Dorn im Auge, weil er das Unrecht der Abtreibung mit deutlichen Worten brandmarkte. 1985 kritisierte er die Haltung der CSU in dieser Frage: “Die CSU sieht tatenlos zu, wenn Jahr für Jahr Hunderttausende von Kindern schon im Mutterleib aus ‘sozialen Gründen’ ermordet werden. Die Abtreibungsgesetze der sogenannten sozial-liberalen Koalition der siebziger Jahre lassen ja solche Tötungen - erstmals in der deutschen Rechtsgeschichte - straflos.” 2004 wurde ihm als “Zeitzeuge und manchmal unbequemer Mahner” der Akademiepreis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verliehen.


3. März
Wilhelm Cramer

Vor 200 Jahren, am 3. März 1815, wurde im westfälischen Oelde der Volks- und Pastoralschriftsteller Wilhelm Cramer geboren. 1838 zum Priester geweiht, wurde er 1864 Regens des Priesterseminars in Münster und 1884 Domdechant und Weihbischof. 50 Jahre lang betreute er das in Dülmen erscheinende Katholische Missionsblatt. Am 15. März 1903 starb er in Münster.


3. März
Siegfried Ernst

Vor 100 Jahren, am 2. März 1915, wurde in Ulm der Arzt und Lebensrechtler Dr. Siegfried Ernst geboren. Er war seit 1971 Mitglied der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, gründete 1973 die Europäische Ärzteaktion und konvertierte 1995 zur katholischen Kirche. Siegfried Ernst starb am 7. Mai 2001.


1. März
Religiöse Wandlungen in Indien
im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

Von Alfons Väth S.J.

Dritte Folge

Um die Jahrhundertwende entwarf ein hochbegabter indischer Konvertit aus einer der edelsten Brahmanenkasten, Upadhyaya Brahmabandhav, neue Pläne zur Bekehrung der Intellektuellen und Brahmanen. Im Jahre 1891 katholisch geworden, trug er seit 1894 das safrangelbe Gewand der Sannyasis [Wanderasketen] und verkündete mit Begeisterung durch Wort und Schrift den katholischen Glauben, siegreich gegen alle Gegner. Er befürwortete die weitgehendste Anpassung der Missionare an die Landessitte. Indische katholische Mönche, in Kleidung und Lebensweise genaue Abbilder der Hinduasketen, sollten predigend das Land durchziehen. Das Christentum müsse sich von der europäischen Kultur loslösen und ein indisches Gewand anlegen. Statt der aristotelisch-scholastischen Philosophie solle der Vedanta [die in den Upanishads, also den philosophischen Schriften des Hinduismus, überlieferte Lehre, die sich als Inbegriff des geschauten göttlichen Wissens versteht] dem Aufbau der christlichen Lehre dienen. Dies war der kühnste Gedanke. Er ließ sich unmöglich verwirklichen, weil der Vedanta in seinem innersten Wesen theopanistisch ist. Auch im übrigen kam Upadhyaya in seinem glühenden Patriotismus dem Hinduismus zu weit entgegen. In seiner Hast und Nachgiebigkeit geriet er mit der obersten Missionsleitung in Konflikt. Dies trieb ihn auf dem betretenen Weg nur noch weiter voran, so daß es zweifelhaft ist, ob er bei seinem Tode 1907 noch als Christ gelten konnte. Upadhyayas Gedanken finden noch immer Vertreter in Indien. Sein Schüler Swami Animananda sucht in bescheidener Schularbeit die besseren Kreise von Kalkutta für den Katholizismus günstig zu stimmen und erzielte kleine Erfolge. Aber die Hoffnung, eine neue große Bekehrungsbewegung unter den Brahmanen und Intellektuellen einzuleiten, wie sie Upadhyaya beseelte, geht nicht in Erfüllung.

Seit hundert Jahren ringen die katholische und die protestantische Mission heldenhaft um die Seele Indiens. Sie haben auf dem Gebiete des höheren Schulwesens Großes geleistet und durch ihre Wohlfahrtseinrichtungen einen tiefen Eindruck gemacht. Es hat aber nicht genügt, den ungünstigen Einfluß der religionslosen Verwaltung und Staatsschule und das schlimme europäische Beispiel aufzuheben sowie den Widerstand des Hinduismus zu überwinden. So ist das Ergebnis der christlichen Mission bescheiden geblieben. Im Jahre 1931 zählte man im britisch-indischen Reich (mit Einschluß der portugiesischen und französischen Besitzungen) unter 353,5 Millionen der Gesamtbevölkerung rund 6,1 Millionen Christen; davon sind 3,2 Millionen Katholiken, 2,5 Millionen Protestanten und 400.000 Schismatiker aus alter Zeit [Heute sind laut dem Fischer Weltalmanach 2014 von über 1,2 Milliarden Inder ca. 2%, also knapp 25 Millionen Christen, davon wiederum über 19 Millionen Katholiken]. In ihrer Mehrheit gehören die katholischen und protestantischen Christen den niederen Volksschichten an. Es sind Angehörige der in Wald- und Berggebieten hausenden Urbewohner und der Parias. Für diese "Unreinen" hat der Hinduismus nur Verachtung und Bedrückung. Er gibt ihnen keine Hoffnung auf Erlösung im Jenseits. Das Christentum dagegen erhebt sie auf eine höhere gesellschaftliche Stufe, gewährt Schutz vor Bedrückung und stellt die Erlösung in sichere Aussicht. Während in diesen niederen Ständen das Ergebnis immerhin dankenswert ist, bleibt der Erfolg unter den mittleren und höheren Klassen und den Intellektuellen im größeren Teil des Landes, namentlich an den Hauptsitzen der Hindu- und Islamkultur, äußerst gering. Eine Ausnahme bildet der Süden Indiens, die Malabarküste, wo das Christentum seit dem Altertum heimisch ist und als im Lande festgewurzelte Religion Ansehen genießt, sodann das Gebiet der alten Maduramission, wo sich dank der Methode de Nobilis [Roberto de Nobili SJ, 1577-1656. Er begann seine Mission im südindischen Madura, dem Ort des großen Schivatempels, und versuchte dabei, so weit wie möglich den Indern ein Inder zu werden und dabei jede Kooperation mit der portugiesischen Kolonialmacht zu vermeiden] die Religion gleichfalls der Sitte und Gesellschaftsordnung angepaßt hat. Hier bestehen christliche Kastenzweige. Im Süden besitzt die Kirche sogar Gemeinden bekehrter Brahmanen, die in Lebensweise und Sitte nach Möglichkeit Brahmanenart beibehalten und auch von den heidnischen Kastengenossen schon halbwegs als ebenbürtig anerkannt werden.

Gegenüber dem bescheidenen Ergebnis der Missionstätigkeit in den höheren Ständen hat hier der religiöse Synkretismus seine Triumphe gefeiert. Der weitmaschige Hinduismus nimmt in großem Umfang christliche Gedanken und Einrichtungen in sich auf. Er tut dies zum Teil in recht wohlwollendem Geist. Der Vielgötterdienst wird als der Fluch Indiens erkannt, und man bekämpft die noch vorhandenen grausamen und unsittlichen Gebräuche. Die edelsten Geister Indiens begeistern sich für die Persönlichkeit Christi. Sie sind stolz auf den "Asiaten" Christus. Wohl liegt es ihnen fern, in ihm den Gottmenschen, den Künder der einzig wahren Religion, zu sehen; aber er ist ihnen einer der großen Lehrer der Menschheit, vielleicht der größte von allen. Von ihm soll auch Indien lernen. Unter allen heiligen Büchern der Religionen gilt ihnen das Neue Testament als das erhabenste.

Wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


28. Februar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht der Beitrag von T. M. Doran über den Schriftsteller Evelyn Waugh und die Rezension des Films Metamorphose. Die Kurzbeiträge über den Theologen Karl Rahner wurden auf einer eigenen Seite versammelt.


28. Februar
Karl Leisner

Vor 100 Jahren, am 28. Februar 1915, wurde in Rees am Niederrhein der selige Karl Leisner geboren.


26. Februar
Demo für alle

Die nächste Demo für alle beginnt am Samstag, den 21. März, um 15 Uhr, auf dem Schillerplatz in Stuttgart. Sie wendet sich gegen die Gender-Ideologie und die Sexualisierung der Kinder und verdient unser aller Unterstützung. Wer kann, sollte teilnehmen.


26. Februar
Dschihad als Fortsetzung des Computerspiels

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung warf der französische Philosoph Guillaume Paoli unter dem Eindruck der Pariser Anschläge die alte Frage auf, ob beliebte Ego-Shooter à la “Call of Duty” nicht doch ihren Beitrag zur Gewaltbereitschaft Jugendlicher leisten. Als Beleg zitiert er einen IS-Kämpfer, der gegenüber einem Reporter der BBC erklärt, sein neues Leben sei “spannender als ‘Call of Duty’”. Das Fazit Paolis lautet: “In dieser Hinsicht ist der Dschihad vollkommen in die westliche Moderne integriert, die Fortsetzung des Computerspiels mit anderen Mitteln.”

Aus Daniel Frick, Den Dschihad im Herzen, in: Pro. Christliches Medienmagazin, 1/2015, S. 43

Weitere Beiträge zum Thema Dschihad


25. Februar
St. Brendan der Seefahrer

Haben irische Mönche Amerika entdeckt?

Von Dr. Petra Kehl

Im irischen Clonfert steht St. Brendan als Abt einer Klostergemeinschaft vor, als er eines abends Besuch erhält von Abt Barinthus, seinem Verwandten, der nicht verbergen kann, dass Trauer sein Herz erfüllt. Auf Brendans Fragen hin berichtet Barinthus von der Seereise, von der er gerade zurückkehrt. Er habe seinen geistlichen Sohn Mernoc aufgesucht, der auf einer Insel in der Nähe von Sliabh Liacc als Eremit lebe, und sei anderntags mit Mernoc von der Westküste der Insel aus per Boot zum „verheißenen Land der Heiligen“ (terra repromissionis sanctorum) aufgebrochen. Es sei ein wundersames Land, wo alle Bäume Früchte trügen und selbst die Steine kostbar seien, wo der Tag nicht ende und die beiden Reisenden keine Nahrung hätten zu sich nehmen müssen.

Die Schilderung des Barinthus lässt Brendan nicht los. Von diesem Gespräch veranlasst, macht sich Brendan nach gründlicher Vorbereitung mit fünfzehn Gefährten auf den Weg, um nach dem verheißenen Land zu suchen. Seine seltsamen Erlebnisse auf dieser Meerfahrt, die mehr als sieben Jahre dauert, schildert eine der ungewöhnlichsten und rätselhaftesten Geschichten, die uns aus dem Mittelalter überliefert sind: die Meerfahrt des hl. Brendan – oder – wie ihr lateinischer Titel lautet – Navigatio sancti Brendani abbatis.

Navigatio sancti Brendani abbatis:

Brendan beschließt, die Insel der Seligen zu besuchen, sucht 14 Mönche aus seiner Gemeinschaft aus und macht sich zusammen mit ihnen daran, ein Boot aus hölzernen Spanten und Ochsenhäuten zu bauen. Ausgerüstet wird es mit Reservematerial und Verpflegung für 40 Tage. Dann stechen die Mönche in See. Nach mehr als 15 Tagen gehen sie an einer felsigen Insel an Land. Dort finden sie eine Halle mit Essen vor, aber kein Mensch lässt sich blicken. Erst als sie wieder ablegen wollen, erscheint ein junger Mann und sagt ihnen eine lange Reise voraus. Als nächstes kommen sie zu einer Insel, die wegen der vielen Schafe Insel der Schafe genannt wird. Dort bleiben sie von Gründonnerstag bis Karsamstag. Es folgt eine weitere Insel, die ohne jeden Bewuchs ist. Sie entzünden ein Feuer, um Essen zu kochen. Plötzlich bewegt sich die Insel, die Mönche flüchten sich in ihr Boot. Brendan erkennt, dass es gar keine Insel gewesen ist, sondern ein riesiger Fisch, der Jasconius heißt. Die Mönche segeln weiter und gelangen zum Paradies der Vögel. Einer der Vögel sagt Brendan voraus, dass er noch sieben Jahre suchen müsse, bevor er das Verheißene Land erreiche. Nach weiteren drei Monaten landen die Mönche erschöpft an einer Insel, wo sie in einem Kloster von schweigenden Mönchen empfangen werden, die niemals krank werden oder altern. In dieser Gemeinschaft verbringen Brendan und seine Gefährten Weihnachten. Eine Woche nach Dreikönig setzen sie ihre Reise fort. Sie segeln gewissermaßen im Kreis, gelangen wieder auf die Insel der Schafe, verbringen Ostern auf dem Rücken des Jasconius, bleiben bis Pfingsten im Paradies der Vögel und feiern Weihnachten auf der Insel der schweigenden Mönche. Diese Reihenfolge behalten sie sieben Jahre lang bei. Während des weiteren Verlaufs der Seereise begegnen die Mönche einem Meeresungeheuer, das ihr Boot umschwimmt, dann aber von einem anderen Ungeheuer gefressen wird. Seine Überreste finden sie auf einer Insel, wo sie des schlechten Wetters wegen drei Monate Pause einlegen müssen. Sie treffen auf eine Kristallsäule im Meer, die von einem silbrigen Netz umgeben ist. Dann geraten sie an eine kahle Insel voll glühender Krater, von der ein bestialischer Gestank ausgeht und deren Bewohner – Schmiede – glühende Gesteinsbrocken auf sie werfen. Die Mönche können glücklich entkommen. Einige Zeit später treffen sie auf einer Insel Judas, der an Feiertagen „Urlaub“ von der Hölle hat. Auf einer weiteren Insel begegnen sie einem Einsiedler, den ein Otter mit Fischen versorgt. Er sagt ihnen die sichere Rückkehr nach Irland voraus. Doch zunächst geht es wieder zurück zur Insel der Schafe und dem Vogelparadies. Schließlich erreicht Brendan mit seinen Gefährten nach 40 weiteren Tagen endlich das Gelobte Land der Heiligen, das von dichtem Nebel eingehüllt ist. Nachdem sie die das Land 40 Tage lang erkundet, auch Proben von Früchten und Steinen gesammelt haben, kehren sie schließlich in ihre Heimat zurück.

Wann dieser Bericht schriftlich aufgezeichnet wurde, darüber streiten sich die Gelehrten. Wahrscheinlich geschah dies im 10. Jahrhundert, allerdings nicht in Irland selbst, sondern vermutlich in einem irisch beeinflussten Kloster in Lothringen. Entstanden ist er in mündlicher Form jedoch zweifellos schon früher. Er steht in der Tradition der so genannten Immrama, der irischen Schiffermärchen bzw. Reiseberichte, und vereinigt christliche Elemente mit Erzählungen von Seeabenteuern und keltischen Volksüberlieferungen.

Von der Beliebtheit der Navigatio zeugen die 120 Handschriften der lateinischen Fassung, die erhalten sind. Für mittelalterliche Verhältnisse ein Bestseller. Seit dem 12. Jahrhundert wurde die Erzählung in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt. Dabei fand zugleich ein inhaltlicher Wandel statt. Anstelle der spirituell geprägten Suche nach dem verheißenen Land der Heiligen trat das Abenteuerliche und Phantastische der Reise in den Vordergrund, das immer ausführlicher dargestellt wurde. Aus der religiös-moralisch belehrenden Klosterschrift wurde ein abenteuerlicher Reiseroman. Insbesondere die Übersetzungen und Bearbeitungen im deutschsprachigen und niederländischen Raum spiegeln dies wider.

Die Faszination der Navigatio hält bis heute an. Man gebe nur einmal das Stichwort „Navigatio sancti Brendani“ in eine Internet-Suchmaschine ein. Besonders beschäftigt die Frage nach dem Wahrheitsgehalt: Ist es nur frühmittelalterliches keltisches Seemannsgarn oder gibt es einen realen Kern? Haben gar irische Mönche – lange vor Christoph Columbus und den Wikingern – bereits Amerika entdeckt?

Da ist zunächst die Person des „Titelhelden“. Einen heiligen Abt namens Brendan hat es wirklich gegeben. Geboren im Jahr 489 im Westen Irlands, wurde er zunächst Mönch und später Abt. Als solcher gründete er mehrere Klöster und unternahm zahlreiche Reisen entlang der irischen Westküste, aber auch zu den Inseln vor der Westküste Schottlands. Nach weniger verlässlichen Quellen soll er sogar zu den Orkneys, den Shetlandinseln und den Färöern gelangt sein. Sein Todesjahr ist nicht überliefert. Bekannt ist nur, dass er irgendwann zwischen 570 und 585 in Clonfert seine letzte Ruhestätte fand.

Dass die frühmittelalterlichen Iren, insbesondere die irischen Mönche, Seereisen unternahmen, ist bekannt. Seit der Zeit des hl. Patrick war die peregrination pro Christo, die Heimatlosigkeit um Christi willen, ein Ideal, dem viele der irischen Mönche nachstrebten. Etliche zogen deshalb auf den europäischen Kontinent, wo sie Klöster gründeten oder als Missionare tätig waren. Viele andere folgten dem Vorbild der syrischen und ägyptischen Mönche der Spätantike, die sich in die Einsamkeit der Wüste zurückgezogen hatten. Dabei ersetzten sie die in Irland nicht vorhandene Wüste durch unbewohnte Inseln der Nordsee und des Nordatlantiks. So gelangten irische Mönche auf die Orkneys und die Shetlandinseln, erreichten schließlich gar die Färöer und kamen sogar bis nach Island. Und dies bereits im 8. Jahrhundert. Berichtet wird dies von dem Iren Dicuil, der selbst einige der Inseln im Norden und Nordwesten Schottlands besucht hatte, und als Geograph am Hof Karls des Großen um 825 sein geographisches Werk „Liber de mensura orbis terrae“ verfasste:

“Es sind jetzt 30 Jahre her, dass einige Kleriker, die auf jener Insel vom 1. Februar bis zum 1. August geweilt haben, mir berichteten, dass dort nicht nur in der Zeit der Sommersonnenwende, sondern auch in den Tagen vorher und nachher die untergehende Sonne sich gleichsam nur auf der anderen Seite eines kleinen Hügels verstecke, sodass es selbst für einen nur ganz kurzen Zeitraum nicht finster wird. Als ob die Sonne am Himmel stehe, kann man nach Belieben Arbeiten verrichten, ja selbst die Läuse aus seinem Hemd sammeln. Wenn sie auf den hohen Bergen der Insel geweilt hätten, würde die Sonne für sie vielleicht überhaupt nicht verdeckt gewesen sein.”

Als die Wikinger um 870 Island erreichten, fanden sie noch Hinterlassenschaften der irischen Mönche vor, wie Snorri Sturluson im isländischen „Landnamabok“ berichtet:

“Mehr als 100 Jahre, bevor Island von Nordmännern besiedelt wurde, waren das Leute, die die Nordmänner Pappa nennen. Sie waren Christen, und man glaubt, dass sie von Westen übers Meer kamen, denn es fanden sich nach ihrem Weggang irische Bücher, Glocken und Krummstäbe und noch mehr Dinge, aus denen man sehen konnte, dass es Westleute waren. Man fand dies im Osten auf Papey und Papyli. Und in englischen Büchern wird erwähnt, dass in jener Zeit zwischen den Ländern Verkehr bestand.”

Es gibt also verlässliche historische Zeugnisse für die Seefahrten irischer Mönche bis zum Polarkreis, ja bis nach Grönland. Darüber hinaus ist bekannt, dass die irischen Mönche umfangreiche geographische Kenntnisse besaßen, die geographischen Schriften des Ptolemäus kannten und auch schon wussten, dass die Erde keine Scheibe ist.

Und schließlich gibt die „Navigatio“ selbst Beschreibungen und Hinweise, die sich mit konkreten geographischen Gegebenheiten in Übereinstimmung bringen lassen. So verweist die Insel der Schafe, zu der Brendan mit seinen Gefährten gelangt, auf die Färöer, deren dänischer Name schlicht Schafsinsel bedeutet. Zugleich sind die Inseln der Färöer auch als Vogelparadies bekannt, sodass dort auch die Vogelinsel bzw. das Vogelparadies der „Navigatio“ gesucht werden kann. Die Beschreibung der Insel der Schmiede hingegen, mit ihrem Schwefelgestank und den glühenden Gesteinsbrocken, die durch die Luft fliegen, passt gut auf einen Vulkanausbruch, wie er auf Island immer wieder vorkommt. Und schließlich deutet der Nebel, der das Gelobte Land umgibt, auf Neufundland, das oft hinter einer Nebelbank liegt.

Die Beschreibungen der „Navigatio“ scheinen sich logisch erklären zu lassen und tatsächlich auf Fakten zu beruhen. Und doch blieb und bleibt Skepsis.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entschließt der Ire Timothy Severin, Historiker, Buchautor und Abenteurer, die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des Berichts im Experiment zu erproben. Er baut ein traditionelles irisches Boot nach, ein so genanntes Curragh, mit genau den Materialien, die in der „Navigatio“ angegeben sind: mit in Eichenlohe gegerbten und mit Wollfett eingeschmierten Ochsenhäuten. Allen Unkenrufen der Experten zum Trotz – Leder zersetzt sich in Salzwasser sehr rasch – erweist sich das kleine Boot als hochseetüchtig und zeigt sich sogar der Fahrt durch Packeis gewachsen. Timothy Severin und seine Mannschaft erreichen über die Färöer-Inseln, Island und Grönland wohlbehalten die Küste von Neufundland. Was die Eignung des mittelalterlichen Materials anbelangt, gelangten sie im Verlauf ihrer langen Reise zu erstaunlichen Erkenntnissen. Severin berichtet in seinem Buch "Tausend Jahre vor Kolumbus":

“Es ist interessant zu wissen, dass die mittelalterlichen Originalteile an Bord der Brendan genauso gut waren wie die modernen Dinge an Bord und in manchen Fällen sogar besser, wenn sie unter den bitter harten Bedingungen auf einem kleinen Boot im Nordatlantik ihre Dienste leisten mussten. Holz, Leder und Flachs erwiesen sich in vielen Fällen als dauerhafter als Metall, Plastik oder Nylon, zudem konnte man mit ihnen besser umgehen, wenn es um die täglichen Reparaturen ging. (…) Die modernen Teile arbeiteten besser – bis sie brachen. Die "mittelalterlichen" Teile, schwerbeweglich und unrationell, überlebten die schwersten Beanspruchungen – und das allein zählt.”

Ähnliche Beobachtungen gelten auch für die übrige Ausrüstung, die Brendan und seinen Gefährten zur Verfügung stand. Severin vermerkt:

“Es gibt zudem kaum etwas, das der mittelalterliche Seefahrer vom modernen Seemann borgen könnte, um seine persönliche Bequemlichkeit und den Lebensunterhalt zu verbessern. Abgesehen von wasserabweisender Überkleidung, war der mittelalterliche Seemann in seinen wollenen Hosen, Hemden und Mantel besser bedient als mit synthetischem Unterzeug. Wenn er zu einer kalten und nassen Reise in einem offenen Boot aufbrach, nahm er eine kaum zu verbessernde Verpflegung mit sich aus getrocknetem Fleisch, und Fisch, Getreide, Früchten und Nüssen. Das war nahrhafter und schmackhafter und hielt sich vor allem besser als die getrocknete Paketverpflegung von heute. Das Trinkwasser konnte in Lederbälgen mitgeführt und im Notfall aufgefüllt werden, indem man umgedrehte Lederdecken in einem der im Norden so häufig vorkommenden Regenschauer ausbreitete und so Wasser sammelte.”

Wie auch immer die Schilderungen der „Navigatio sancti Brendani abbatis“ zu bewerten sind, eines steht nach Severins Reise fest: Die Seereise in einem Lederboot von Irland nach Nordamerika ist den Iren des Frühmittelalters zumindest möglich gewesen.


22. Februar
Thomas Cuartero

Vor 100 Jahren, am 22. Februar 1915, wurde in Tabuenca, Saragossa, der selige Thomas Cuartero geboren. Er trat bei den Passionisten ein und legte am 29. Oktober 1933 die Profess ab. Am 23. Oktober 1936 erlitt er im Spanischen Bürgerkrieg den Märtyrertod. Zusammen mit seinem um drei Jahre jüngeren Bruder Josef und vier weiteren Passionisten wurde er erschossen, nachdem sie bei einem Überfall auf ihr Kloster in Daimiel, Mancha, im Juli 1936 schwer verletzt und dann im Krankenhaus behandelt worden waren. In diesem Kloster befanden sich zur Zeit des Überfalls 31 Ordensleute. 26 von ihnen wurden Märtyrer. Sie wurden am 1. Oktober 1989 seliggesprochen.


18. Februar
Max Jakob

Vor 100 Jahren, am 18. Februar 1915, ließ sich im Alter von 38 Jahren der Maler und Dichter Max Jakob taufen.


18. Februar
Pina Suriano

Vor 100 Jahren, am 18. Februar 1915, wurde in Partinico, Sizilien, die selige Josephina Suriano geboren. Sie engagierte sich in der Katholischen Aktion und machte jahrelang ein seelisches Martyrium durch, weil sich ihre Eltern ihrer Berufung zum Ordensstand widersetzten. Sie wollten lieber eine tote Tochter als eine gottgeweihte. Pina gründete die Vereinigung der Töchter Mariens und bot sich am 30. Mai 1948 dem Herrn als Opfer für die Heiligung der Priester an. Sie starb am 30. Mai 1950 und wurde am 5. September 2004 seliggesprochen.


18. Februar
Jaume Custurer

Vor 300 Jahren, am 18. Februar 1715, starb in Calataiud im Alter von etwa 58 Jahren der aus Palma de Mallorca stammende Theologe und Jesuit Jaume Custurer SJ. Er hat große Verdienste um die Erforschung und gerechte Würdigung der Gedankenwelt seines Landmannes Raimundus Lullus (1232-1316).


16. Februar
Weit entfernt

Man müsste auch irgendwann einen Schritt weitergehen und sagen, wir müssen den Koran als eine historische Schrift auch verstehen können. Davon ist der Islam noch weit entfernt, das muss man dazu sagen. Dann müssen wir einfach die Basis vergrößern, auf der liberale Muslime stehen. Wir haben im Moment die Realität in Deutschland, dass die konservativen Verbände diejenigen sind, die gut organisieren, das heißt diejenigen sind, die für ihre Mitglieder die Auslegung des Koran festlegen. Die liberalen Muslime sind leider eine kleine Minderheit und diese Minderheit muss größer werden.

Lale Akgün, ehemalige Islambeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit Jürgen Liminski, Islam in Deutschland: "Die liberalen Muslime sind leider eine kleine Minderheit", Deutschlandfunk am 9. Januar 2015

Weitere Stimmen zur Frage des Verhältnisses von Islam und Gewalt


16. Februar
Mainstream-Islam

Ich verstehe Leute nicht, die die Position vertreten, die Gewalttaten hätten nichts mit dem Islam zu tun. Sie haben sehr wohl etwas mit dem Mainstream-Islam zu tun! In den Vorschriften der vier prägenden Rechtsschulen, von den Sunniten bis zu den Schiiten, heißt es, man muss jene töten, die Gott und seinen Gesandten beleidigen. In Saudi-Arabien gibt es jede Woche auf ordentlicher Rechtsgrundlage Auspeitschungen und Enthauptungen, und es hat sie immer gegeben.

Der muslimische Religionspädagoge Ednan Aslan im Gespräch mit Jasmin Fischer, Psychologie des Terrors: "Islamische Theologie fußt auf Gewalt", General-Anzeiger vom 4. Februar 2015


16. Februar
Nicholas Wiseman

Vor 150 Jahren, am 15. Februar 1865, starb in London im Alter von 62 Jahren Nicholas Kardinal Wiseman, Erzbischof von London. Er hatte durch sein Ansehen und sein Wirken großen Anteil an der Wiedergeburt des englischen Katholizismus und der Konversion zahlreicher Anglikaner.


15. Februar
Distanziert und verfolgt

Im Dritten Reich waren 8021 Priester aus politischen Gründen während der Jahre 1933-1945 von insgesamt 22703 nationalsozialistischen Gewaltmaßnahmen betroffen worden. Die Katholiken waren in allen nationalsozialistischen Organisationen nachweislich unterrepräsentiert. “Der Katholizismus hat im Dritten Reich als weitgehend geschlossene Gruppe seine Distanz zur Naziideologie bewahren können. Von 1866 Priestern der Erzdiözese Köln hätten beispielsweise nur 10 mit dem Regime sympathisiert, lediglich drei von ihnen seien Mitglied der NSDAP gewesen.”

So Lothar Groppe in seinem Artikel Kirche des Versagens?, in: Theologisches November/Dezember 2014, Sp. 587-596. Er stützt sich auf die statistisch gesicherten Erhebungen, die 1984 unter dem Titel Priester unter Hitlers Terror erschienen sind.


15. Februar
Theodosius Florentini

Vor 150 Jahren, am 15. Februar 1865, starb in Heiden, Appenzell Ausserrhoden, im Alter von 56 Jahren Theodosius Florentini OFMCap. Zusammen mit Maria Theresia Scherer gründete er die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz, deren Mutterhaus das Kloster Ingenbohl im Kanton Schwyz ist.


12. Februar
Philipp II. von Daun

Vor 500 Jahren, 12. Februar 1515, starb auf Schloß Poppelsdorf im Alter von etwa 52 Jahren der Erzbischof von Köln Philipp II. von Daun. Am 13. November 1508 war er zum Bischof gewählt worden. Zur Durchsetzung von Reformen hielt er ein Provinzialkonzil ab.


12. Februar
Alfons Auer

Vor 100 Jahren, am 12. Februar 1915, wurde in Schönbürg, Kreis Biberach an der Riß, der Moraltheologe Alfons Auer geboren. Er lehrte in Würzburg und Tübingen und war Vertreter einer in mancher Hinsicht umstrittenen “autonomen Moral im christlichen Kontext”. Immerhin findet sich in seinem 1960 erschienenen Werk Weltoffener Christ (S. 245) ein Plädoyer für die Großfamilie: Soziologische Untersuchungen hätten ergeben, “dass die Kinder aus großen Familien stets die gesündesten und leistungsfähigsten bleiben. De Guchteneere, La limitation des naissances (Collection d’Études Philosophiques et Religieuses.) 2me Éd. Bruxelles o. J. 105ff., berichtet auf Grund genauer Untersuchungen, dass Kinder aus großen Familien die beste physische Gesundheit besitzen, die größere berufliche Tüchtigkeit und Leistung aufzuweisen haben und am längsten leben. Unter 1700 Studenten, die von 1922 bis 19126 an der Universität Yale akademische Grade erworben haben, sind die Einkinder am schwächsten vertreten, am stärksten aber die Kinder aus Familien mit sechs und mehr Kindern. Vgl. auch R. Maistriaux, Mariage, route de sainteté 199ff.” Auer starb am 19. November 2005 in Tübingen.


11. Februar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht die Beiträge über die Ermordung von P. Kenneth Walker FSSP, und zwar in deutscher und englischer Sprache. Die Ausführungen Johannes Pauls II. über den moralischen Abgrund, in den die Verachtung Gottes hinabführt, findet sich auf der einschlägigen Themenseite.


11. Februar
Offene Leugnungen und unglaubwürdige Beschwichtigungen

“Eine zivile Zweitehe sollte nicht einfach als fortdauernder Ehebruch verurteilt, sondern je nach Situation auch als verantwortungsvoller Neuanfang bewertet werden”, so heißt es in einer Resolution der Delegierten des Familienbundes der Katholiken. Gerhard Stumpf hat in der Februar-Ausgabe des FELS darauf aufmerksam gemacht. Dass es tatsächlich um das katholische Verständnis der Ehe und ihrer Unauflöslichkeit geht, zeigt ein Interview mit dem Moraltheologen Eberhard Schockenhoff aus dem Jahr 2011. Er hält das Eheverständnis, aufgrund dessen eine zivile Zweitehe als vom Sakramentenempfang ausschließender Ehebruch bewertet werden müsse, für überholt (wofür, wie könnte es anders sein, das Zweite Vatikanum bemüht wird). Warum eine, wie er es nennt, “personale Eheauffassung” etwas an der Unauflöslichkeit der Ehe und der sich daraus ergebenden Beurteilung einer Zweitehe ändert, bleibt sein Geheimnis. Tatsache ist jedenfalls, dass solche Wortmeldungen deutlich machen, dass allen Gegenbeteuerungen zum Trotz die katholische Ehelehre auf dem Spiel steht. Das Interview wurde von der Verlagsgruppe Bistumspresse verbreitet, zu der die Kirchenzeitungen von Hamburg, Hildesheim, Leipzig, Mainz und Osnabrück gehören.

Fazit: Solange nicht solche Angriffe auf die Ehelehre der Kirche von den zuständigen Hirten unterbunden werden, bleiben Beteuerungen etwa von Kardinal Kasper, die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe werde durch seine Vorschläge zur Kommunionzulassung “wiederverheirateter” Geschiedener nicht in Frage gestellt, unglaubwürdig.


10. Februar
Philipp Jakob Steyrer

Vor 300 Jahren, am 10. Februar 1715, wurde in Freiburg im Breisgau Philipp Jakob Steyrer geboren. Er trat 1731 in das Benediktinerkloster St. Peter auf dem Schwarzwald ein. Dort wurde er 1749 zum Abt gewählt. Er war der 54. Abt in der Geschichte des Klosters und gleichzeitig jener, der am längsten regierte: bis zu seinem Tod am 7. November 1795. Unter seinem Nachfolger fiel der Kloster der Säkularisation zum Opfer.


10. Februar
Jean Cayrol

Vor zehn Jahren, am 10. Februar 2005, starb in seiner Geburtsstadt Bordeaux im Alter von 93 Jahren der Schriftsteller Jean Cayrol. “Cayrols entscheidendes Erlebnis waren die drei Jahre lang ertragenen Schrecken des Konzentrationslagers Mauthausen, in das er als Widerstandskämpfer deportiert worden war. Er wurde dort zum Tode verurteilt und zur Arbeit im Steinbruch begnadigt. In seinem Essay Lazarus unter uns fordert er, aus seinen Erfahrungen im Lagern, ‘eine Literatur des Erbarmens, die den Menschen rettet’.” (Gisbert Kranz im Lexikon der christlichen Weltliteratur, Herder 1978, Sp. 320).


8. Februar
Westliche Dekadenz nicht exportieren!

‘Neu’ an der Außerordentlichen Synode war, dass sich der afrikanische Katholizismus als ein Hauptfaktor für die Gestaltung der Zukunft des Katholizismus auf der Welt erwiesen hat. Die afrikanischen Synodenväter waren unter den Anführern derer, die die Vorschläge Kaspers hinterfragten. Und sie argumentierten mit Nachdruck, dass sich die christliche Auffassung der Ehe in ihren Kulturen vor allem für die Frauen als eine befreiende Kraft gezeigt habe. Sie schlugen auch – implizit oder explizit – vor, dass Bischöfe, die sterbende Ortskirchen repräsentierten, die westliche Dekadenz nicht in den Südteil der Welt exportieren sollten, wo der Katholizismus exponentiell gewachsen sei, indem die Wahrheiten des Evangeliums mitfühlend, aber auch kompromisslos verkündigt werden. Das erforderte Mut, und zwar nicht nur, weil sich die Afrikaner damit der Anklage aussetzten, kulturell rückständig zu sein (oder, wie es Kardinal Kasper wenig elegant formulierte, „Tabus“ zu unterliegen). Es erforderte auch Mut, weil ein großer Teil der Kirche in Afrika Geld von deutschen katholischen Hilfswerken erhält, die dank der Kirchensteuer über beträchtliche Mittel verfügen und sehr großzügig sind.

George Weigel in seinem Artikel Die afrikanische Stunde über die letzte Bischofssynode, in der Tagespost vom 7. Februar 2015.


3. Februar
Metamorphose

Zur Rezension des empfehlenswerten Film Metamorphose möchte ich diesen englischsprachigen Trailer nachliefern.


3. Februar
Ansgar

Vor 1150 Jahren, am 3. Februar 865, starb in Bremen im Alter von 63 Jahren der hl. Ansgar, der Apostel des Nordens. Nach einer Missionstätigkeit in Dänemark und Schweden wurde er der erste Bischof des 831 gegründeten Bistums Hamburg, später Bischof von Bremen. Von dort organisierte er die Christianisierung Schleswigs und Skandinaviens.


2. Februar
Krieg und Frieden in Christentum und Islam

In der Auffassung von Krieg und Frieden - so ist am Ende festzustellen - unterscheidet sich der Islam diametral vom Christentum. Im Christentum erhält der Friede - so das ‘Historische Wörterbuch der Philosophie’ - “seine stärksten Impulse aus der christlichen Heilsbotschaft, die sich ingesamt als Verkündigung des Friedens versteht” (Eugen Biser, Friede, in: HWP 2, 1972, Sp. 1114-1117, Sp. 1115). Demgegenüber ist für den Islam, wie Tilman Nagel sagt, “das gewöhnliche Verhältnis zwischen den islamischen und den übrigen Territorien dasjenige des Krieges” (Tilman Nagel, Islam. Die Heilsbotschaft des Korans und ihre Konsequenzen, Westhofen 2001, S. 102).

Aus: Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster: Verlag Aschendorff, 22007, S. 441


2. Februar
Heimsuchung Mariens

Vor 400 Jahren, am 2. Februar 1615, gründete der Orden von der Heimsuchung Mariens seine Niederlassung in Lyon. In diesem Kloster starb einige Jahre später, am 28. Dezember 1622, der hl. Franz von Sales.


1. Februar
Am eigenen Schopf

Der schlanke Father O'Connor [John O’Connor, 1870-1952, nahm Chesterton und David Jones in die katholische Kirche auf und diente Chesterton als Vorbild für dessen Romanfigur Father Brown] hatte äußerlich wenig mit Father Brown gemeinsam, aber einen vergleichbaren Scharfsinn und zudem ein beneidenswertes sprachliches Talent, das ihm gestattete, Werke von Claudel und Maritain ins Englische zu übertragen. Doch es war Chesterton, nicht Father O'Connor, der als junger Mann im Sog der viktorianischen Endzeitströmung des Nihilismus zu versinken drohte. Er erkannte die Gefahr und zog sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf, indem er in seinem Roman „Der Mann, der Donnerstag war“, aus der Existenz des Bösen auf die des Guten schließt. Kafka schrieb nach der Lektüre des Romans über dessen Verfasser: „Er ist so lustig, dass man fast glauben könnte, er habe Gott gefunden.“

Aus: Michael Hanke, Geniestreich mit Schönheitsfehlern, in: Die Tagespost vom 29. Januar 2015

Weitere Infos und ein Video über Chesterton


1. Februar
Kongregation Unserer Lieben Frau

Vor 400 Jahren, am 1. Februar 1615, bestätigte Papst Paul V. (1605-1621) die Kongregation Unserer Lieben Frau (Augustiner-Chorfrauen), die die selige Alix de Clerc (1576-1622) gegründet hatte.


31. Januar
Paul Louis Bernard Drach

Vor 150 Jahren, am 31. Januar 1865, starb in Rom im Alter von 73 Jahren der aus Straßburg stammende jüdische Konvertit David Drach. Er ließ sich 1823 taufen, nahm den Namen Paul Louis Bernard an und wurde ein einflussreicher katholischer Apologet. Ferdinand Holböck stellt ihn neben anderen jüdischen Konvertiten in seinem Buch Wir haben den Messias gefunden (Stein am Rhein 21987) vor.


31. Januar
Franz Xaver Bianchi

Vor 200 Jahren, am 31. Januar 1815, starb in Neapel im Alter von 71 Jahren der Mystiker, Philosophieprofessor und Mitglied des Barnabitenordens Franz Xaver Bianchi. Er war mit zahlreichen Charismen wie der Wundergabe und Prophetie begnadet und wird der Apostel Neapels genannt. 1893 wurde er selig-, 1951 heiliggesprochen.


31. Januar
Claudius Aquaviva

Vor 400 Jahren, am 31. Januar 1615, starb in Rom im Alter von 72 Jahren und nach 34 Jahren Amtszeit an der Spitze der Gesellschaft Jesu der Jesuitengeneral Claudius Aquaviva SJ. “Glänzende Eigenschaften und die dramatische Spannungen seiner ereignisreichen Amtszeit machten Aquaviva zu einer der hervorragendsten Führerpersönlichkeiten des Ordens. Er schützte dessen Einheit und die Reinheit des Gründungsgedankens gegen Feinde von innen und Gefahren von außen in wechselvollem Entscheidungskampf” (L. Koch im LThK, 1. Auflage). Sein Neffe Rudolf Aquaviva SJ (1550-1583) wurde Märtyrer und 1893 seliggesprochen.


29. Januar
Die einzige Sünde

Skeptisch über die Gesprächsführung des Kurienkardinals [Lorenzo Baldisseri] im Plenum [der internationalen Konferenz katholischer Laienbewegungen, die vom 22. bis 24. Januar 2015 auf Einladung des Päpstlichen Familienrats in Rom stattgefunden hat] äußerte sich auch Maria Madise, die Vorsitzende des US-Familienverbandes “Voice of the Family”. Dieser habe den Eindruck hinterlassen, dass “die einzige Sünde heute darin besteht, das zu verteidigen, was die Kirche immer gelehrt hat.”

Aus dem Artikel Bewegungen wollen Ehelehre beibehalten von Regina Einig, Tagespost von heute.

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II

Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

Zu den neuesten Beiträgen